Der Snob

Carl Sternheim · Kapitel 10 von 21

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Der Snob

Fünfter Auftritt

GRAF:

In der Tat. Wir kennen nun uns're Ansichten. Die Entscheidung hängt von uns nicht ab — warten wir. Ich muß aber noch hinzufügen: meine Tochter bringt keine Mitgift in die Ehe. Sie wurden reich, wir verloren bis auf Reste unser Vermögen und schränken uns ein, meinem Sohn den Zuschuß zu gewähren, den das Regiment verlangt.

CHRISTIAN verneigt sich:

Darüber ist kein Wort zu verlieren.

DER DIENER tritt auf:

Der Wagen der Komtesse.

GRAF exit:

Ich übermittele Ihnen die Entscheidung.

 

FÜNFTER AUFTRITT

 

CHRISTIAN:

Jetzt hätte ich es sagen können: Sie leben in Zürich. Vorbereitet und durch das Geständnis seiner Mittellosigkeit in Verlegenheit, hätte er es geschluckt, und sie waren offiziell präsentiert. Nun heißt es, die neue Gelegenheit abpassen; aber ich fühle, sie ist völlig in meiner Gewalt.

Warum dann warten? Hierher müssen sie. Sofort! Und ist der Augenblick gekommen — persönlich sie vorstellen. Mediam in figuram jedermann. Wollen doch sehen!

Wie die Alten sich freuen werden!

Er schreibt und liest:

Kommt mit dem nächsten Zug. Erwartet euch hier freudigste Überraschung.

Er läutet:

Von dem Wagen, mit dem ich sie am Bahnhof hole, bis zum eigenen Bad an ihren Zimmern muß ihnen alles ein großes Staunen sein.

DIENER tritt auf.

CHRISTIAN: