Der Snob
Siebenter Auftritt
Du möchtest eine Kluft zwischen uns aufreißen.
CHRISTIAN:
Sie ist seit langem da. Im Handeln und Denken. Wir sind Fremde. Geh!
SYBIL:
Wirklich so fremd, Junge? Du warst doch der, der Zwanzigmarkstücke von mir nahm?
CHRISTIAN:
Du träumst. Ich bin der, der dich bezahlte, und der dich in diesem Augenblick ablohnt. Spare alle Worte.
SYBIL:
Ein einziges — mein Leben dafür —, das dich kennzeichnete und ausdrückte, wie niedrig ich dich empfinde.
CHRISTIAN:
Finde es zu Haus. Entstellst du mich mit Verdächtigungen wie den eben geäußerten vor dir selbst, zerstörst du dir das Andenken deiner großen Leidenschaft. Doch bleibt das deine Sache. Wagst du sie vor anderen, drohen dir unnachsichtlich die Gerichte.
Sybil steht ihm gegenüber, starrt ihn an und stürzt hinaus.
SIEBENTER AUFTRITT
CHRISTIAN:
Endlich. Diese Brücke abgebrochen zu Ufern, die man nicht mehr sah. Versuche eines Embryos des Menschtums, dich mit Redensarten deiner Natur und notwendigen Schlüssen abspenstig zu machen.
Er hat ein Florett zur Hand genommen und macht Fechtübungen:
Aber da dir die Kulöre deines Temperaments genau bekannt sind, werde nicht blaß vor dir selbst, mach ein Bild, eine saftige Figur aus dir und denk nicht an die Unterschrift, die die Zuschauer geben.
Da es wiederholt geläutet, geht er öffnen:
Wer ist das?