Die Moulokin-Mission
Prolog
Das Ganze fing mit einer verpfuschten Entfü h-rung an.*
Die zwei Männer, die versucht hatten, den wohl-habenden Hellespont du Kane und seine Tochter Colette aus dem KK-Liner im Orbit um die Eiswelt Tran-ky-ky zu entführen, hatten sich gezwungen gesehen, zwei Zeugen mitzunehmen; einen zwer-genhaften Schullehrer namens Milliken Williams und einen Handelsvertreter, Ethan Fortune.
Mit der zusätzlichen Anwesenheit des weißhaari-gen Hünen, der hinten in dem für ihre Flucht be-stimmten Rettungsboot einen Rausch ausschlief, hatten sie nicht gerechnet. Sjua September hatte seine Entführung keineswegs freundlich aufge-nommen. Sein wütendes Eingreifen führte dazu, daß das Rettungsboot Tausende von Kilometern von der einzigen menschlichen Ansiedlung auf dem Planeten entfernt abstürzte. Bei dem Absturz fand einer der Kidnapper den Tod, während der andere bewegungsunfähig wurde.
Eine Überquerung der dauernd gefrorenen Ozeane von Tran-ky-ky mit ihren weit unter dem Nullpunkt liegenden Temperaturen und den ewigen Winden schien unmöglich, bis eine Gruppe neugieriger Eingeborener aus dem naheliegenden Stadtstaat Wannome auf sie stieß. Zunächst standen Me n-schen und Tran sich sehr vorsichtig und argwöh-nisch gegenüber, wurden aber bald Freunde, wozu ein bemerkenswerter junger Tran, der Ritter Hun-nar Redbeard, einen beachtlichen Beitrag leistete.
Die Ankunft der Menschen und ihres aus selte-nem Metall bestehenden Rettungsboots auf dem an Metallen armen Tran-ky-ky kam Redbeard sehr gelegen. Für ihn war das gleichsam ein symboli-sches Ereignis und ein Wink des Schicksals, daß Wannome und die Insel Sofold den bevorstehenden Plünderungen durch Sagyanak den Tod und ihre Horde Widerstand leisten sollte. Solche wandern-den Stämme nomadischer Barbaren, ganze Städte, die auf ihren Eisflößen lebten, suchten in periodi-schen Abständen die seßhaften Dörfer und Stadt-staaten von Tran-ky-ky heim und forderten Tribut. Alle anderen Ansiedlungen, die es wagten, die Za h-lung zu verweigern, wurden verwüstet.
* Vgl. »Die Eissegler von Tran-ky-ky«
Mit Hilfe von Armbrüsten und einer weiteren Er-findung des Lehrers Williams und des Hofzaube-rers Malmeevyn Eer-Meesach wurde die Horde vernichtend geschlagen. Anschließend hielt Torsk Kurdagh-Vlatha, Landgraf und Herrscher von Wannome, widerstrebend sein Versprechen, den schiffbrüchigen Menschen bei der Ausrüstung einer Expedition zur Commonwealth-Außenstation von Brass Monkey behilflich zu sein.
Unter Einsatz von Duralum-Metall aus dem Wrack des Rettungsbootes, aus dem unzerbrechli-che Eiskufen hergestellt wurden, und von Kon-struktionsprinzipien, wie sie in den antiken Klippen der Meere Terras ihre höchste Vollendung erreicht hatten, wurde ein riesiges Floß gebaut, das über die Eismeere segeln sollte – die Slanderscree.
Mit Sir Hunnar und einer Mannschaft aus Tran-Matrosen traten die Schiffbrüchigen die gefährliche lange Reise an. Sie überwanden die Gefahren sei-tens der Überreste der Horde, bestanden Kämpfe mit der gefährlichen eingeborenen Fauna, wie den Guttorbyn und den Stavanzers – von denen manche die Größe kleiner Raumschiffe erreichten –, setzten sich mit einem Kloster voll religiöser Fanatiker auseinander und überstanden die Explosion eines gigantischen Vulkans.
Für Ethan freilich war seine Beziehung zu Elfa Kurdagh-Vlatha, der Tochter des Landgrafen, die sich als blinder Passagier auf die Slanderscree ein-geschlichen hatte, und die liebevolle, aber herrsch-süchtige Colette du Ka ne ein wesentlich kompli-zierteres Problem.
Doch nichts von alledem hinderte die Slandersc-ree daran, die Insel Arsudun mit ihrer menschlichen Station und dem Shuttlehafen von Brass Monkey zu erreichen, wo sie hofften, ein Schiff zu finden, das es ihnen ermö glichen sollte, die kalte, von Winden gepeitschte Welt von Tran-ky-ky zu ver-lassen…