Entscheidung aus Liebe 3

Any Cherubim · Kapitel 1 von 1 · Teil 4/5

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Entscheidung aus Liebe 3

Entscheidung aus Liebe 3

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 5 Teile geteilt.

Sofort hatten die Sanitäter mit der Wiederbelebungsmaßnahme begonnen, die auch noch im Krankenwagen und den ganzen Weg dorthin, anhielten.

Jeff wartet schon seit Stunden im Wartebereich. Noch nie in seinem Leben, hatte er solche Angst um jemanden gehabt. Er war nervös und konnte keine Sekunde ruhig sitzen.

Wie ein eingesperrter Puma im Käfig, lief er die Flure rauf und runter. Seine Gedanken waren nur bei Kate. Dieses Bild von ihr, wie sie da auf dem Asphalt gelegen hatte, das viele Blut, das aus ihr heraus geströmt war, ….. Er konnte es einfach nicht vergessen. Er bettete so oft an diesem Tag, wie nie zuvor in seinem Leben. Immer wenn die Tür des OP-Bereichs aufging, hoffte er auf Nachrichten. Aber er musste viele Stunden warten. Er würde verrückt werden, wenn sie ……! Nein, es war unerträglich für ihn. Immer wieder stieg Panik in ihm auf.

Eine Schwester kam und brachte ihm einen Kaffee, den er aber nicht trinken konnte. Er hätte sich sonst übergeben müssen. Sein Atem ging schneller, wenn ihm der Angstschauer, wie so oft in diesen Stunden, eiskalt über den Rücken fuhr. Schließlich hielt er es nicht länger aus, als plötzlich die OP-Tür aufging und ein Arzt zu einer Schwester ging und sie nach etwas fragte. Die Krankenschwester zeigte mit dem Finger dem Arzt, wer für Kate im Wartebereich wartete.

Ohne Abzuwarten, das der Arzt auf Jeff zu kam, ging Jeff sofort zu ihm.

Der Mann im weißen Kittel löste den Mundschutz und sah Jeff betroffen an. Sie reichten sich die Hände und der Arzt stellte sich kurz vor.

„Ihre Verlobte wurde stundenlang operiert. Sie hat sehr viel Blut verloren und ihre inneren Verletzungen sind sehr stark.” Jeff konnte nicht erwarten, bis er den Satz mit <“Aber sie wird wieder gesund”> begann und wartete vergeblich darauf. „Es tut mir leid, Mr. Bennet, ich hätte so gerne Ihnen etwas anderes gesagt, aber ……. sie wird ihre inneren Verletzungen wahrscheinlich nicht überleben. Wir haben alles versucht, …….. es tut mir wirklich sehr leid.”

Der Arzt legte teilnahmsvoll seine Hand auf Jeffs Schulter. Doch Jeff stand regungslos da und konnte diesen Alptraum nicht fassen. Er schüttelte den Kopf und flüsterte: „Nein, das kann nicht sein!”

Tränen stiegen in seinen Augen auf und liefen über sein Gesicht. Sein Herz pochte wie wild und sein Magen zog sich zusammen. „Wir wollten heiraten, wir haben gerade unsere Ringe gekauft. Bitte, bitte ….. !”

Seine Augen suchten die des Arztes. Aber Jeff erkannte, das der Arzt ihm nichts anderes sagen würde. Der Schmerz saß tief und Jeff musste sich setzten. Seine Beine trugen ihn nicht länger. Der Arzt hatte sich neben ihm gesetzt und hatte seine Hand auf Jeff Schulter gelegt.

Jeff fuhr sich mit den Händen durch seine Haare und versuchte dringend nach Fassung.

Wieso? Wieso seine Kate? Das konnte doch alles nicht wahr sein! Sie würde sterben!

Im Geiste sah er ihr Gesicht, wie sie ihn gestern noch geküsst hatte und selbst über sich erstaunt war, das sie es wirklich zu lassen konnte. Ihr süßes Gesicht, das ihn anstrahlte. Es war das schönste und das liebste. Das würde man ihm nun nehmen? „Wie lange hat sie noch?” fragte er und seine Stimme klang sehr dunkel.

Der Arzt sah mit traurigem Gesicht Jeff an und sagte mit betroffener Stimme:

„Das ist schwer zu sagen, sie ist zwar stark, aber wir müssen sie künstlich beatmen. Ihr Körper wird es ……. vielleicht drei Tage, durchhalten, wenn wir Glück haben. Genau kann ich das nicht sagen!”

Jeff ballte seine Hände zu Fäuste, so stark, dass die Knochen weiß durch seine hervor traten.

„Wenn sie Hilfe brauchen …..!” sagte der Arzt und stütze Jeff ein wenig, der aufgestanden war, weil er sonst es nicht ertragen konnte. Jeff brauchte einen Moment, sich an den Schmerz, der sich in seiner Brust breit macht, zu gewöhnen.

„Sie können zu ihr, wenn sie möchten!” sagte der Arzt noch zu ihm.

Als Jeff leise das Zimmer betrat, schmerzte seine Brust. Das Zimmer war abgedunkelt. Das Bett stand in der Mitte des Raumes. Er setzte sich auf einen Stuhl, der direkt neben dem Bett stand. Kate lag regungslos da. Sie war mit mehreren Schläuche verbunden, die alle zu den verschiedensten Geräten führten. Ein Apparat pumpte Sauerstoff in Kates Brustkorb, worauf dieser sich sogleich erhob.

Er konnte sehen wie der Schlauch aus ihren Mund die Luft hineinpumpte, und wie sich in dem Moment, ihr Brustkorb künstlich hob und dann wieder künstlich senkte.

Ein anderes Gerät, das man deutlich durch den ganzen Raum hören konnte, war Kate´s Herzschlag.

Noch schlug es ruhig und rhythmisch.

Es war das schrecklichste Bild, das Jeff gesehen hatte. Stunden vergingen und er saß auf dem Stuhl und machte sich schreckliche Vorwürfe.

Das alles ist meine Schuld, dachte er. Wenn ich nicht diese Ehe von ihr gewollt hätte, dann wäre das alles nicht passiert. „Oh, Kate, es tut mir so leid!” flüsterte er. “Was kann ich den nur tun?”

Er fühlte sich so hilflos. Er hätte alles getan, um es ungeschehen zu machen.

Die Tür ging leise auf und eine Schwester kam herein. Das passierte alle 30 Minuten. Sie überprüften die Geräte und verschwanden wieder.

Manche Krankenschwestern versuchte ihm Trost zu zusprechen, doch es gab nichts, was Jeff in diesen Stunden helfen konnte. In seinem Kopf halten immer wieder die Worte des Arztes <“vielleicht drei Tage”>.

Nur drei Tage! Und das nur, wenn sie stark genug war. Es war grausam.

Kate war ihm so wichtig, er liebte sie. Und sie war gerade dabei zu erkennen, das das Leben noch etwas für sie zu bieten hatte. Sie war gerade dabei glücklich zu werden. Sie durfte nicht sterben, jetzt noch nicht. Sie sollte erst ein Leben haben, Glück spüren und alt geworden sein. Sie hatte ein Recht darauf. Wie grausam das Schicksal sein konnte! Kate hatte es verdient zu leben. Sie hat so viel durchgemacht und jetzt sollte sie sterben? Und er war Machtlos dagegen.

Der Schmerz in seinem Herz war so groß. Nie konnte er sich damit abfinden, das nun alles vorbei sein sollte. Nein, Kate war noch lebenshungrig gewesen.

Hatte er ihr nicht versprochen, sie zu beschützen? Er hatte es ihr versprochen. Es sollte alles wieder gut werden. Und jetzt? Der Schmerz den er fühlte war unglaublich. So stark hatte er noch nie einen Schmerz erfahren.

Hatte Kate sich so gefühlt, als Darren sie verlassen hatte? Hatte sie diesen Schmerz in der Brust auch so empfunden? Stunden vergingen und mit keiner Sekunde konnte er sich mit dem endgültigen Tatsache abfinden.

Jeff erinnerte sich, als sie zu ihm sagte, <„es ist nur eine Frage des richtigen Zeitpunktes>” diesen Satz konnte er nicht vergessen. Er schoss ihm ständig durch den Kopf.

Er lehnte mit verschränkten Armen seinen Kopf auf ihrer Bettkante und wusste nicht, wie viel Stunden er schon so gebeugt vor ihr lag. Es war schon Vormittag und draußen auf dem Krankenhausgang, hörte Jeff, wie das Leben täglich seinen Gang nahm, als er plötzlich seinen Kopf hob und Kate ansah.

Er sah Kate lange an, die noch genau so, wie die Stunden davor, regungslos war. Nur die Apparate brummten und der Ton, der Maschine, die ihren Herzschlag zählte, ertönte in einem monotonen Ton.

Jeff begann über etwas nach zu denken und seine Pupillen fingen an sich schneller zu bewegen.

Lange Zeit hatte er sich geweigert, auch nur einen Gedanken darüber zu verschwenden, doch nun begann er darüber nachzudenken. Und Jeff begriff in welchem Dilemma Kate damals steckte. Er verstand plötzlich ihren Wunsch, den sie damals Darren gegenüber geäußert hatte. Jetzt konnte er es nachvollziehen. Die Tür ging wieder auf und der Arzt kam herein. „Wie geht es Ihnen Mr. Bennet?” wollte der Arzt von ihm wissen. Ohne auf seine Frage einzugehen, fragte Jeff: „Sie sagten gestern, sie hat so ungefähr drei Tage?” Er sah den Arzt fragend an.

„ ….Wenn wir Glück haben!“ Er ging zu den Apparaten und sah nach dem Rechten.

Jeff stand auf und suchte nach einem Kugelschreiber und einem Stück Papier.

„Hier ist meine Nummer, bitte rufen sie mich sofort an, wenn sich irgend etwas an ihrem Zustand ändert, Bitte.” Er kritzelte seine Handynummer auf ein Stück Papier und übergab es dem Arzt.

„Können Sie mir das versprechen?“

Eindringlich sah er den Arzt an und wartete auf seine Antwort. Stirnrunzelnd sah der Arzt erst auf die Nummer und dann zu Jeff. „Ich verspreche es!”

Ohne lange zu warten, lief Jeff zu Kate, an ihr Bett. „Kate, ich …. komme bald wieder. Versuche so lange wie möglich durch zuhalten! Ich versuche bald wieder hier zu sein.” Dann verließ Jeff das Zimmer und lies Kate mit dem Arzt allein.

Kapitel 23

 

Jeff verließ im schnellen Schritt das Krankenhaus. Stieg in Kate´s Auto und fuhr nachhause.

Er schaltete Kate´s PC an. Dann gab er bei Google, den Namen LILIANA NOIR ein.

Er wollte sie finden und mit ihr sprechen. Sie war die einzige Chance, die er hatte. Er musste es einfach versuchen, das war er Kate schuldig.

Es verging einige Zeit, bis er heraus fand, wo sie sich gerade aufhielt. Aber diese Information konnte auch schon mehrere Tage alt sein. Man konnte nie wissen, wie aktuell die Informationen, im Internet waren. Aber er musste es versuchen. Er telefonierte mit Mrs. Noir offiziellem Büro und dort sagte man ihm, das Mrs. Noir nicht zu erreichen sei.

„Verstehen Sie! Es geht um ihre Familie, ich muss sie dringend sprechen.”

„Tut mir leid, Sir.” sagte die gelangweilte Stimme am anderen Ende. Jeff legte auf. Er fluchte.

Dann gab er den Namen des Generalsekretärs ein, dessen Name er auf einem Zeitungsartikel, in

Kate´s Zimmer gesehen hatte. Und versuchte er erneut. „Tut mir leid, er gibt heute Abend ein Bankett in Minneapolis und ist nicht zu sprechen!”

„Wissen Sie vielleicht, ob Mrs. Noir auch dort ist?” wollte Jeff ungeduldig von der Dame am anderen Ende wissen!” „Darüber darf ich Ihnen keine Auskünfte geben, Sir.” Ungeduldig und genervt, von den wenigen Informationen, die er bekommen hatte, legte er auf.

Minneapolis war ungefähr 2-3 Stunden von ihm entfernt. Vielleicht war diese Liliana dort?

Dann könnte er mit ihr sprechen.

Ohne zu zögern machte er sich auf den Weg. Falls er sie nicht antreffen würde, konnte er immer noch den Generalsekretär fragen, falls man ihm zu ihm ließ.

Jeff versuchte sich während der Fahrt sich abzulenken und nicht an das Bild zu denken, das er jetzt von Kate hatte. Das Radio lenkte ihn zeitweise ab und er verfluchte still das Auto, weil es nicht schneller fuhr, als er wollte. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt und vielen ungewissen Gedanken sah er zum ersten Mal die Lichter von Minneapolis in der Ferne. Sein Puls ging augenblicklich etwas schneller.

Als er durch die Innenstadt fuhr, musste er zwei mal Passanten nach dem Kongresshaus fragen, in dem das Bankett heute stattfinden sollte.

Dann parkte er sein Auto und stand endlich davor. Es war später Nachmittag und das rege Treiben vor dem Kongresshaus wies auf die letzten Vorbereitungen hin. Einige Reporterwägen standen direkt gegenüber vor dem Gebäude. Jeff mischte sich unter die Menschen, die hinter einer Absperrung, gleich neben den weißen Kombiwagen parkten. „Ich hol uns schnell noch einen Kaffee!“ rief ein Mann einer jungen Frau zu, die offensichtlich zu dem Reporterteam gehörte. Sie hatte einen dunkelblauen Hosenanzug an und in ihrer Hand hielt sie ein Mikrophone. Sie stand direkt vor einem dieser Wagen, dessen Seitentür offen stand.

In dem Wagen befanden sich eine menge technische Geräte, die Jeff nicht zu ordnen konnte, unter anderem auch Fotokameras. Die Reporterin in dem Hosenanzug und dem Mikrophone unterhielt sich gerade gelangweilt mit einem weiteren, etwas dickeren Mann. „Was meinst? Wie lange werden wir heute uns die Beine in den Bauch stehen?“ fragte sie ihn.

„Keine Ahnung, aber Mike weiß bestimmt mehr!“ Er wies mit dem Kopf nickend in die Richtung, eines weiteren Reporterwagens und schlenderte langsam mit der Reporterin zu einem Mann, der mit einer großen Fernsehkamera beschäftigt war. Jeff konnte beobachten, wie die drei in einem Gespräch verwickelt waren, während sein Blick in den Reporterwagen fiel. Das war seine Chance. Schnell und unauffällig lief er zu dem Wagen hin und entnahm eine Kamera, die er sich um den Hals hing. Zufällig lag auf einem kleineren Regal ein Presseausweis. Den steckte er sich zur Sicherheit auch ein.

Dann verschwand er genau so schnell, wie er gekommen war, in der Menge der Leute, die auf die Ankunft von wichtigen politischen Persönlichkeiten warteten.

Jeff hingegen fand einen Seiteneingang, in dem unbemerkt in das Gebäude kam.

Als die Tür sich leise hinter ihm schloss, befand er sich in einem Treppenhaus. Er lief drei Stockwerke nach oben und stand nun auf einem langen Flur, von dem rechts und links verschieden Zimmer abgingen. Er blieb in einer Türnische versteckt stehen, weil zwei Kellner gerade aus einem der Zimmer heraus kamen. Er hatte den richtigen Riecher gehabt. Es roch schier nach Prominenz! Die Kellner liefen an Jeff vorbei, ohne das sie ihn bemerkt hatten und er wartete, bis sie verschwunden waren, um sich suchend auf dem Flur umzusehen.

Leise horchte er an verschiedenen Türen und wenn er nichts vernahm öffnete er sie und sah, was sich dahinter verbarg. Die erste Tür war mehr eine kleine Kammer. Darin befand sich Putzzeug und in der weiteren Tür war eine kleine Küche eingerichtet, in der man sich Tee oder einen Kaffee zubereiten konnte. Doch die dritte Tür war für Jeff der Schlüssel seines Vorhabens. Dort fand er die Arbeitskleidung für Kellner. In allen Größen. Volltreffer!

Jeff schloss schnell die Tür hinter sich und in dem ersten Regal fand er gleich eine Hose und in einem weiterem, das passende Hemd. Als Jeff, verkleidet als Kellner, den kleinen Raum verlassen wollte, konnte er gerade noch mal in die kleine Kammer zurück weichen, damit er von einem weiteren Kellner nicht entdeckt wurde. Doch kurz dachte er nach und beschloss, das Angriff die beste Verteidigung war.

Jeff betrat den Flur und ging direkt auf den Kellner zu, der gerade aus einem der Zimmer, auf der anderen Seite des Flur´s kam. Er zog seine Fliege um seinen Hals zurecht.

„Hi! Wo finde ich das Zimmer von Mrs. Noir?“ Der Kellner runzelte die Stirn und sah ihn eindringlich an. Jeff dachte in diesem Moment, das er entlarvt war.

„Hat sie etwas schon wieder etwas bestellt?” „Noch nicht, aber ich denke, das wird sie gleich tun!“ „Oh Mann, bin ich froh, das meine Alte nicht so anstrengend ist. Sie ist zwar nicht so schön, wie Madame,“ er zeigte auf eine Tür im hinteren Bereich des Flur´s, „aber wesentlich angenehmer.“ lachte er.

„Ja, man sollte immer dankbar sein, was man hat!“ warf Jeff ein und machte sich sicheren Schrittes auf den Weg. Als der Kellner endlich verschwunden war, trat Jeff sofort an einige Türen und horchte an ihnen, da er nicht genau wusste, in welchem Raum sich Mrs. Noir befand.

An der vorletzten Tür hörte er eine Frauenstimme, die offenbar mit jemandem verärgert herumnörgelte.

Fast hatte er es geschafft. Jetzt musste er nur noch dafür sorgen, das er ein paar Minuten Zeit hatte, damit er mit Liliana sprechen konnte.

Er klopfte an und trat hinein, als eine weibliche Stimme ihn herein bat.

Jeff stand jetzt in einem großen Raum, der als Hotelzimmer hätte durch gehen können. Ein großes Bett stand ganz links an einer Wand, während rechts von ihm eine Frau vor einem großen Spiegel saß und sich die Haare frisieren ließ. Diese Frau war so schön, das es ihm schwer fiel, das richtige zu sagen. Sekundenlang starrte er sie an, während sie darauf wartete, das der Kellner etwas zu ihr sagte. Doch sie kniff die Augen zusammen und machte einen verwunderten Gesichtsausdruck.

„Schon wieder ein Kellner? Aber ich habe nichts bestellt!” sagte sie und sah durch den Spiegel zu Jeff. Sie betrachtete Jeff von oben bis unten und Jeff wusste sofort, das sie misstrauisch geworden war. „Wo ist mein Bodyguard?“ fragte sie in einem herrischen Ton. Jeff stand wie angewurzelt da und war von ihrer Schönheit schier sprachlos.

Als ihm bewusst wurde, das er nur ein paar Sekunden hatte, bevor der diese Bodyguard auftauchen würde, suchte er nach Worten. „Ähm, ….. ich ……!” stammelte er.

Dann fiel ihr Blick auf Jeff´s Schuhe und Liliana Noir, wusste das er kein Kellner war. Gerade wollte sie laut nach ihrem Bodyguard rufen, als Jeff ihr ins Wort fiel.

„Sie haben Recht, ich … bin kein Kellner, aber ich muss sie dringend sprechen!” sagte Jeff etwas verlegen.

„Das müssen sie alle! Verlassen Sie diesen Raum! Sofort, sonst werde ich den Sicherheitsdienst rufen lassen.” erwiderte Liliana und lies sich von ihrem Hairstylisten die Haare weiter frisieren, während sie die Nummer des hauseigenen Sicherheitsdienst anrief. Dann plötzlich klopfte es an der Tür. Die Zeit wurde langsam knapp. „Es geht um Kate!” sagte Jeff und hoffte, das sie ihm jetzt ihre Aufmerksamkeit schenken würde.

„Ich kenne keine Kate!” meinte Liliana arrogant. Die Tür ging auf und der Bodyguard kam herein und sah mit schmalen Augen auf Jeff.

Er war sehr breit unglaublich muskulös und hatte kein freundliches Gesicht.

„Ist alles in Ordnung?” fragte er Liliana und ohne Jeff aus den Augen zu lassen.

„Der Kellner wollte gerade gehen, Sam!” sagte sie zu ihrem Aufpasser.

Jetzt hatte Jeff seine Chance vertan und geriet in Panik. „Bitte Liliana, sie müssen mir helfen. Sie wird bald sterben.” kam es aus Jeff verzweifelt heraus.

Kaum hatte Jeff es ausgesprochen, war Sam der Bodyguard, hinter ihm und nahm ihn in einen Griff, aus dem sich Jeff nicht wehren konnte. Sam zog ihn aus dem Zimmer.

Wenn Jeff jetzt nichts einfallen würde, dann wäre alles verloren gewesen.

„Bitte Liliana, ……….!” krächzte er unter schmerzen, die der Bär von Typ durch seinem Griff verursachte. Jeff versuchte sich zu wehren und als er schon fast aus der Türe war, fiel ihm das Geheimnis ein. „Ich kenne euer Geheimnis Liliana!” schrie er verzweifelt. „Ich kenne euren Durst!“

Sam verpasste ihm einen Schlag ins Gesicht und schmiss ihn zu Boden. Ein kleines Blutrinnsal lief ihm aus den Mundwinkeln, während er versuchte sich wieder auf zu raffen. Die Zimmertür war nun geschlossen.

„Verschwinde!” sagte Sam scharf.

Jeff hatte es vermasselt. Er versuchte sich die Niederlage nicht zu sehr anmerken zu lassen.

Die Bilder von Kate drangen wieder in seinen Kopf, die um ihr Leben kämpfte. Panik wollte gerade aufkeimen, als langsam die Zimmertür wieder auf ging und Liliana erschien. Jetzt hatte er wieder eine Chance. Und die war größer als vorher.

„Was haben sie eben gesagt?” fragte sie. Und als Jeff sie in der Tür stehen sah, war er unendlich erleichtert und sah ihr fest in ihre wunderschönen Augen und wiederholte atemlos: „Ich kenne euer Geheimnis!”

Eine Weile sah sie Jeff schweigend an, dann gab sie mit Blicken Sam die Anweisung, Jeff in das Zimmer treten zu lassen. Jeff stand vom Boden auf und tupfte sich schnell den Mundwinkel ab. Dann betrat er ihr Zimmer.

Ihm war nicht entgangen, mit wem oder besser gesagt mit was, er in dem Zimmer war. Mit einem Blutsauger! Das bedeutete, er musste sehr vorsichtig sein. Das Blut an seinen Lippen sollte ihm nicht zum Verhängnis werden.

„Würden sie uns bitte alle allein lassen?” bat Liliana. Der Hairstylist und eine weitere Person, die Jeff vorher gar nicht wahrgenommen hatte, verließen schweigend das Zimmer. Als sie dann endlich allein waren, ging Liliana zu ihrem Schreibtisch, am anderen Ende des Raumes.

„Sind Sie ein Reporter?” fragte Liliana misstrauisch. „Nein, ich bin kein Reporter und Sie müssen sich auch keine Sorgen machen, ich werde niemanden sagen, was sie sind!” Jetzt sah Liliana scharf an. Jeff bemerkte ihre Unsicherheit. Ihr Blick verriet sie.

„Woher …..!” fragte sie.

„Ich bin Jeff Bennet. Meine Freundin Kate, war mit ihrem Bruder Darren zusammen.”

Jetzt hatte sie verstanden und machte eine große nickende Kopfbewegung. Langsam schritt sie zu ihrem Schreibtisch. „Hat das kleine Luder also doch geplaudert? Wie viel wollen Sie?” fragte sie argwöhnisch.

„Ich will kein Geld, Liliana. Ich brauche ihre Hilfe!” bat er. Bitte sie müssen mir helfen!” flehte er.

Der schöne Vampir sah ihn eine Weile an. „Liliana, Kate liegt im sterben und ich brauche von ihnen die Telefonnummer von Darren oder James, ihrem Vater. Ich muss sie dringend sprechen. Bitte …..!”

„Warum sollte ich etwas für Kate tun? Sie hat aus meinem Bruder das gemacht, was er heute ist. Ich schulde ihr nichts!” Arrogant und mit hoch erhobenen Haupt sah sie von Jeff wieder in ihren Spiegel. Jeff spürte deutlich die Antisympathie, die diese Frau gegen Kate hatte.

Jeff runzelte seine Stirn und verstand nicht! „Was ist mit Darren?” fragte Jeff neugierig.

Liliana strich sich mit ihren weißen glatten Fingern, über ihre Haut. „Er ist am Ende. Er liebt diese Kate. Warum auch immer!” Ihren Argwohn über Kate versuchte Jeff nicht an sich heran zu lassen, es würde ihn nur wütend machen. Und das konnte er sich nicht leisen, alles war jetzt von ihr abhängig. „Genau wie Kate!” dachte Jeff laut. Liliana sah ihn jetzt wieder an. „Sie hatte gestern einen schweren Verkehrsunfall und wird in ein oder zwei Tagen sterben. Ich möchte Darren informieren. Bitte” Liliana überlegte lange und lies Jeff einfach im Raum stehen, ohne ihn weiter zu beachten.

Warum war sie nur so arrogant, das stand ihr gar nicht, dachte Jeff. Nach zwei Minuten indem sie beide geschwiegen haben, ging Liliana zu ihrer Handtasche und holte ein Handy heraus. Sie tippte eine Nummer und wartete bis jemand sich meldete. “Ich bin´s!” Ich habe hier einen jungen Mann, der Behauptet Jeff Bennet zu sein. Ja, genau!

Er möchte mit Darren sprechen! Ja, in Ordnung. Er weiß Bescheid!” Sie sagte eine Weile nichts und hörte dem, was gesagt wurde zu. Zum Schluss sagte sie: „OK!”

Dann legte sie auf.

Sie kam auf Jeff zu. Sie haben gewonnen Mr. Bennet. Er wird kommen. Aber ich warne sie, wenn das eine Falle ist, werde ich dafür sorgen, das man ihren Körper ohne Flüssigkeiten wieder findet. sagte sie misstrauisch.”

Er hatte nicht die geringsten Zweifel daran, das sie ihre Drohung nicht wahr machen würde.

Jeff schloss die Augen und erleichtert sagte er zu ihr: „Vielen Dank, sie haben keine Ahnung, was das für Kate bedeuten würde.”

„Ich tue das nicht für sie, sondern für meinen Bruder! Er wird in einer Stunde hier sein.”

Liliana musterte Jeff von oben bis unten. Er hatte etwas an sich, von dem sie irgendwie angezogen wurde. Es irritierte sie, den es hatte nichts mit ihrem gewöhnlichen Durst zu tun. Jeff war nicht entgangen, das sie am Telefon nicht mit Darren persönlich gesprochen hatte. Wenn sie ihm jetzt eine Falle stellte, dann hätte er wirklich verloren. Also musste er ihr Vertrauen. Unter dem Wissen, das sie ein Vampir war, fiel ihm das aber schwer. „Wenn man bedenkt, was sie sind und was ich bin, sollte ich es vielleicht. Aber nein, ich habe keine Angst.” log er. Kate hatte auch nie Angst in der Gegenwart von Vampiren gehabt. Er grinste sie frech an und ihr schien seine Art zu gefallen. „Sie werden bestimmt erwartet, Liliana. Lassen sie sich von mir nicht stören!”

Wieder nahm sie ihr Telefon. Diesmal drehte sie sich um, so konnte er nur einzelne Worte hören, was sie sprach. Sie drehte sich zu ihm und suchte nach Worten.

„Es ist nicht so, wie die Presse schreibt.

Ich bin ……!” Sie versuchte ihm zu erklären, wie sie mit dem Generalsekretär liiert war. Doch darüber dachte Jeff gar nicht nach. „Ich habe gerade für heute Abend abgesagt, Familienangelegenheiten gehen vor.” sagte sie kurz und sah aus dem Fenster. Langsam wurde es dunkel.

„Er braucht eine attraktive Frau, die ihm bei seiner Puplicityarbeit unterstützt und seine Karriere damit antreibt.” Sie sagte es fast so natürlich, das Jeff die Maske, die sie in der Öffentlichkeit trug, erkennen konnte.

„Weiß er, das sie kein Mensch sind?” fragte Jeff neugierig. „Natürlich nicht! Niemand weiß davon, aber das sie es wissen ist schon eine Gefahr genug!”

„Sie können mir Vertrauen, ich bin wirklich keine Gefahr. Ich weiß es schon lange Zeit!”

„Ist das Ehrlichkeit oder Selbstschutz?” fragte Liliana und lächelte ihn an.

Jeff ging langsam auf das Sofa zu und setzte sich. „Ich würde sagen …… beides. Ich weiß ja nicht, ob ich Ihnen vertrauen kann!”

Jetzt lachte Liliana laut und ging zu ihrem Spiegel und legte Makeup auf.

Eine Weile beobachtete Jeff sie, wie sie, bestimmt schon den ganzen Tag, vor dem Spiegel stand und sich um ihr äußeres kümmerte.

„Sie sind eine wirklich sehr schöne Frau Liliana, aber ich frage mich, ob sie von innen genauso schön sind?” sagte Jeff und hätte sich in diesem Moment Ohrfeigen können, weil er das eigentlich nicht laut aussprechen wollte.

Sie hielt in ihrer Bewegung inne und sah ihn mit einem funkelten Blick an.

„Wie kommen Sie darauf, das ich nicht die bin, für die mich alle halten?” Liliana sah ihn fast ertappt an und bemerkte, das sie das auch nicht laut aussprechen wollte. Peinliche Sekunden vergingen, dann klopfte es an der Tür.

„Ja, herein!”

Die Tür öffnete sich und Dr. James Noir und Darren betraten das Zimmer.

Sie sahen noch genauso aus, wie damals, als er Jeff sie das letzte Mal gesehen hatte.

Nur die Tatsache, das Jeff sich nun in einem Zimmer mit drei Vampiren befand, die seit Jahren kein Menschenblut getrunken hatten, lösten leichte Verspannungen in seinem Nacken aus. Sofort fiel ihm Darren auf. Er war nicht gealtert, aber er sah sehr schlecht aus. Seine Haut war noch blasser und seine dunklen Schatten waren so dunkel, das man genau hinsehen musste, um seine dunklen Augen zu erkennen. Trotzdem wirkte er bedrohlich und gefährlich, als er Jeff erblickte.

Sein dunkler Blick ruhte lange auf ihm, was Jeff leicht einschüchterte.

„Was willst du Jeff?”

Jeff´s Hals war trocken und er musste schlucken. Es stand auf, damit er auf selber Höhe mit Darren war, auch wenn Darren größer war als er. Dr. James Noir war zu Liliana gelaufen und begrüßte seine Tochter, dann lief er zu Jeff.

„Entschuldigen Sie bitte, ich bin Dr. Noir, wie können wir Ihnen helfen?”

Jeff fühlte sich gleich wohler, als James ihm seine eiskalte Hand reichte. Er sah Jeff etwas menschlicher an, als es Darren tat und seine Freundlichkeit half Jeff, den Faden zu finden. „Ich bin nicht gekommen, um mit dir zu streiten, Darren. Ich weiß über alles Bescheid. Aber darum geht es jetzt nicht. Es geht um Kate.”

Als Jeff ihren Namen aussprach, konnte er ein kleines Leuchten in Darrens aufflackern sehen.

„Was ist mit Kate?“ fragte Darren. Immer noch fühlte sich Jeff unwohl in seiner Gegenwart.

„Es fällt mir schwer, … das zu sagen, aber …... sie wird sterben, Darren!”

Die Ruhe, die jetzt im Zimmer herrschte, war fast nicht zu ertragen. Niemand sprach auch nur ein Wort. Alle Augen waren auf Darren gerichtet. Verzweiflung war deutlich zu hören. „Sie hatte gestern einen schweren Verkehrsunfall und wird in den nächsten 48 Stunden an ihren schweren Verletzungen sterben!“ sagte Jeff und es fiel ihm immer noch schwer. Darren ging an Jeff vorbei und sah aus dem Fenster. Er konnte sein Gesicht nicht sehen, aber Jeff wusste, das Darren diese Nachricht schwer traf.

„Ich bitten dich, Darren, du musst sie verwandeln. Das ist ihre einzige Rettung.” Ruckartig drehte sich Darren zu Jeff um. Es war deutlich zu sehen, wie er mit sich rang.

Darren, der jetzt noch blasser, als blass war ging zum Sofa hinüber und musste sich setzten. Er stützte seine Arme auf und sagte kein Wort.

„Darren, bitte Verwandele sie! Sie hat, seit du sie verlassen hast, die Hölle hinter sich. Sie hatte nicht viel Glück gehabt. Und sie verdient es, bitte!”

Alle im Raum sahen Jeff nun fassungslos an. Aber Jeff wusste, was er sagte und auch was er von Darren verlangte.

„Er soll was tun?” fragte Liliana und konnte ihre Verwunderung nicht verbergen.

„Sie hat immer zu mir gesagt: Es ist nicht die Frage ob ich Verwandelt werde, sondern es ist eine Frage, des richtigen Zeitpunktes,” es ist ihr einziger Wunsch gewesen. Und jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Darren. Sie wird sonst sterben!“ Darren sah auf und sah Jeff an. Jeff hatte nun keine Schwierigkeiten seine Augen zu erkennen.

„Ich kenne deine Gefühle für sie, warum willst du das?” „ ..... Weil ich ihre Gefühle kenne. Sie war am Ende, Darren. Als du sie verlassen hast, hast du ihr Herz und ihre Seele mitgenommen. Bitte ….. !”

„Es ist ein großes Risiko, wissen Sie das? Hat sie Ihnen das auch erzählt?“ mischte sich James ein.

„Ja, … das hat sie!“

„Was ist wenn es schief geht?” fragte Darren leise düster. Sie schwiegen sich beide an.

„Was hat Kate zu verlieren? Ich liebe sie. Das hast du immer gewusst. Mir war auch sofort klar, was du wolltest, als du sie verlassen hast, Darren. Aber sie hat mich nie wirklich geliebt. Sie hat so viel durch gemacht und gelitten, sie hat immer davon geträumt mit dir zusammen zu sein.” sagte Jeff und es wunderte ihn, wie leicht diese Worte über seine Lippen kamen.

„Dann weißt du offensichtlich nicht, wie gefährlich das ist und welches Risiko es bedeutet!” Darren stand nun wieder am Fenster. „Sie hat mir auch von dem Risiko erzählt, aber denk nach! Was hat sie jetzt noch zu verlieren?“

„Das ist die Gelegenheit Darren!” sagte James Noir. „Wir haben so lange daran gearbeitet und könnten wir es versuchen! Du weißt, das sie eine Chance hat!” James sah seinen Sohn eindringlich an und ging zu ihm.

“Aber es ist Kate! Es ist nicht irgendein Mensch, es ist sie!” Darrens Stimme wurde etwas rauer und fast zärtlich sprach er ihren Namen aus.

Dann mischte sich Liliana ein und sagte:

„Was hast du zu verlieren, da sie sowieso stirbt!” Das war vielleicht etwas zu kühl gesagt, aber es war eine Tatsache. Jeff begann sich Hoffnung zu machen, weil das Gespräch in die Richtung lief, wie er wollte.

Liliana und James waren offenbar auf seiner Seite, sie bekräftigten Jeff´s Argumente.

„Darren, bitte, uns bleibt nicht mehr viel Zeit.” Er nahm sein Handy heraus. „Wenn ich einen Anruf, vom Krankenhaus erhalte, kann es schon zu spät sein!”

Jeff sah die Kämpfe in seinem Gesicht, die Darren innerlich austrug. Keiner sagte mehr ein Wort und wartete auf Darren´s Entscheidung. Es war sehr still in dem Zimmer. Jeff hatte wusste, das man nur sein Herz schlagen hörte.

„Wo ist sie?” fragte Darren düster.

„In Portland im städtischen Krankenhaus.” antwortete Jeff knapp. Dann gab Darren seinem Vater ein Zeichen nur mit einem Blick. Dieser zuckte sofort sein Telefon und organisierte alles, was sie dafür benötigten.

„Katharina, schick uns einen Helikopter zum Kongresshaus, nimm bitte meine Unterlagen aus meinem Büro, und alles was wir brauchen für eine Verwandelung. Ich erkläre dir alles auf dem Flug.” sagte James in sein Handy.

„Dann los, lasst uns keine Zeit verlieren!” sagte James und berührte seinen Sohn aufmunternd.

Angst und Erleichterung beschlich Jeff. Aber welche Wahl hatte er schon? Nachdem Dr. Noir seine Telefonat beendet hatte, ging alles sehr schnell.

Jeff folgte James, Darren und Liliana. Als sie das Dach des Kongresshauses betraten, landete gerade ein Helikopter. Sie standen zu viert auf dem Dach und warteten, bis der Helikopter soweit war, das sie einsteigen konnten. Immer wieder sah Jeff zu Darren, dessen düsterere Stimmung von Minute zu Minute dunkler wurde. Das ganze wirkte so alarmierend auf Jeff. Wenn es nicht um Kate ging, wäre er am liebsten auf Darren los gegangen und hätte ihn geschlagen. Nach allem was er aus Kate gemacht hatte. Er hatte Kate nicht verdient. Aber er sagte kein Wort und hoffte, das er für Kate die richtige Entscheidung getroffen hatte. Er wusste, das Darren seine einzige Hoffnung jetzt war.

Plötzlich spürte Jeff in seine Hosentasche etwas vibrieren. Sofort nahm er das Handy aus seiner Tasche und Angst überkam ihm, als er die Nummer vom Krankenhaus erkannte. Er war weiß, wie eine Wand geworden und sah angstvoll zu Darren und James, die seinen Blick angstvoll erwiderten. Dann nahm er endlich ab.

„Ja Bennet?” Seine Stimme war nicht die seine. „Bitte, versuchen sie alles, ……!” James nahm Jeff das Handy aus der Hand. Er spürte instinktiv, wie schwer es für Jeff war, weiter zu sprechen. James sprach weiter mit dem Arzt an der anderen Leitung.

„Ja, wir beeilen uns! Versuchen sie es solange wie möglich hinaus zu zögern, Kollege!”

Kate hatte gerade einen Herzstillstand erlitten und würde die Nacht wohl nicht überleben.

Jetzt war es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Sie mussten sich beeilen, um ihren Plan umzusetzen. Liliana nahm Jeff´s Arm.

„Wir schaffen es schon!” sagte sie aufmunternd und versuchte auch ihren Bruder anzusehen. Sie wollte den beiden Männern Mut zusprechen, den sie nicht hatten.

In gebückter Haltung rannten sie zum Helikopter, der nun bereit stand.

Katharina, die schon im Hubschrauber war, half Jeff hinein. Die Vampire sprangen mit einer Leichtigkeit in den Helikopter, das Jeff vermutlich erstaunt gewesen wäre, wenn er nicht genau wusste, das sie keine Menschen waren.

 

Kapitel 24

„Mr. Noir wir landen in zwei Minuten auf dem städtischen Krankenhausdach.“

Während des Flugs hatte Darren kein Wort gesprochen, aber seine Blicke sprachen Bände. Er hatte große Angst. Genau wie Jeff. Immer noch war die Feindschaft zwischen den beiden Männern zu spüren. Doch dafür hatten sie jetzt keine Zeit.

Jeff wusste nicht, ob Kate diese Entscheidung jetzt auch noch getroffen hätte, aber darauf konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen. Letztendlich, war er es gewesen, der sie mehr oder weniger in diese Ehe überreden wollte.

Obwohl James ihm während des Flugs erzählt hatte, das er viel Forschung betrieben hatte in den letzten Monaten und er einige Vorkehrungen getroffen hatte, hatte er ihm aber auch gesagt, dass er sich auf alles gefasst machen sollte. Er berichtete ihm noch einige medizinische Dinge, doch Jeff verstand nur die Hälfte von dem, was der Mediziner ihm sagte.

Ihm wurde nur bewusst, das er Kate trotzdem verlieren würde. Und genau dieses tiefe schmerzende Gefühl, blendete er komplett aus. Dann blickte er Liliana an, die ihm gegenüber saß im Helikopter. Sie hatte deutlich gezeigt, das ihr Kate nichts bedeutete und doch saß sie Jeff gegenüber und lächelte ihm vorsichtig und aufmunternd zu.

Als sie endlich gelandet waren, rannten sie gemeinsam über das Dach, die Treppe des Krankenhauses hinunter. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie die Intensivstation erreichten. Dann übernahm Jeff das Ruder und führte die Vampirgruppe in die Gänge, und schließlich in das Zimmer, in der das Mädchen lag, das ein Mensch und ein Vampir liebten.

Jeff war der einzige, der außer Atem war. Ihm standen auch Schweißperlen auf der Stirn, nur den Blutsaugern nicht. Langsam betraten Darren, Jeff, James, Katharina und Liliana den Raum. Eine Krankenschwester war gerade bei ihr, weil ihr Herz sehr langsam schlug und das Überwachungsgerät ständig den Alarm auslöste.

„Ich bin Dr. James Noir, ich bin ihr persönlicher Arzt. Ich werde sie weiter betreuen!” sagte er zu ihr. Dann zeigte er ihr seinen Ausweis. James wollte, das die Krankenschwester das Zimmer verließ, damit sie keine Zeugen hatten.

„Oh, ja, soll ich den Stationsarzt informieren, das Sie da sind?” fragte sie leise.

„Ich glaube, das weiß er schon. Vielen Dank!” sagte er freundlich. Die Schwester nickte und als sie die Tür schloss, gab James Liliana ein Zeichen, sich vor der Tür zu postieren, damit sie sie warnen konnte, falls sich jemand dem Zimmer nähern sollte. „Also Beeilung, uns bleibt nicht viel Zeit.” sagte James und machte sich sofort daran, ein Spritze aufzuziehen. Jeder im Raum wusste genau, was er zu tun hatte. James zog eine Spritze mit einer seltsamen Flüssigkeit auf. Sie sah intensive gelb aus und irgendwie trüb.

„Was ist das?” fragte Jeff

„Morphium!” kam eine knappe Antwort von Darren. James zog die ganze Spritze auf und Jeff fragte erschreckt: „Ist das nicht zu viel? Ich meine, ich kenne mich nicht aus, aber die Spritze ist ziemlich groß. Ihr bringt sie damit um!” Alle sahen ihn amüsiert an. Katharina, die die Arzttasche mit verschiedenen Instrumente richtete, kicherte. Nur Darren lachte nicht. Er hatte Jeff nur angesehen.

Dann verstand Jeff, aber er konnte nicht über seinen Denkfehler lachen. Sie würden und mussten sie töten. Jeffs Herz raste bei dem Gedanken, das er jetzt Zeuge eines Mordes wurde. Darren stand bei Kate und hatte sie lange angesehen, bevor er anfing sie aufzudecken und ihr das Krankenhaushemd auszuziehen. „Jeff besorg Handtücher!” befahl im Darren und zeigte mit dem Kopf Richtung Waschbecken.

In dem Moment ging der Alarm von dem Überwachungsgerät wieder los und James schaltete es so leise, das man nur noch Kates Herzschlag hören konnte, das jetzt immer schwächer wurde. „Wir müssen uns beeilen, sonst verlieren wir sie!” sagte Darren heiser.

Sofort gab James Kate die Spritze mit dem tödlichen Dosis in der rechten Hand, in der ein Medikamentenzugang lag. Jeffs Herz raste. Dann begann er sich innerlich von Kate zu verabschieden. Es war unerträglich für ihn und am liebsten wäre er aus dem Zimmer gerannt, aber er wollte Kate jetzt nicht allein lassen.

Die Frau, die er liebte, überließ er in die Obhut von Vampiren. Sie würden versuchen, aus ihr ein Wesen zu machen, das überhaupt nichts mehr mit der Kate zu tun hatte, die er kannte. Seiner Kate. Das Mädchen mit dem schönsten Lächeln der Welt. Dann plötzlich keine zehn Sekunden später, als James ihr das Morphium gespritzt hatte, hörte Kates Herz auf mit schlagen. „Schnell Herzmassage!” rief James Darren panisch zu. Sofort wachte Jeff von seinen Gedanken auf und wusste, das ihr Herz aufgehört hatte zu schlagen. Kate, blieben nun nur noch Sekunden. Nun hatte er sie für immer verloren. Tränen überströmt sah er auf den leblosen Körper, der vor ihm lag.

Darren legte die Handtüchern auf die wichtigsten Stellen ihres geschundenen Körpers und beobachtete Jeff genau, während er innerlich zählte und versuchte Kates Herz in einem Rhythmus zum schlagen zu bringen.

„Schnell James, bevor es zu spät ist!” presste Darren panisch. James nahm aus Katharinas Hand eine zweite Spritze. Sie war mit einer anderen Flüssigkeit gefüllt. Sie hatte eine fast goldene Farbe.

„Halte durch, Kate!” presste Darren voller Panik. Darren nahm die zweite Kanüle und schob das Handtuch beiseite, das ihre linke Brust verdeckte.

„Was ist das?” fragte Jeff atemlos.

„Mein Gift!” sagte Darren rau und seine Augen ließen nicht von Kate ab. Jeff sah das Gold, von dem Kate in ihrem Tagebuch geschrieben hatte, in seinen Augen. Dann wurde ihm klar, wie groß seine Liebe zu Kate immer noch war.

Dann war es soweit. Darren stach die Nadel direkt in ihr Herz. Kates Körper begann zu zittern, als Darren die Nadel aus ihrem Herz wieder heraus zog. Dann beugte er sich über sie und biss mit seinen rasierklingenscharfen Zähnen kleine Bisse an den verschiedensten Körper stellen. Es sah aus, als würde er sie küssen. Doch dann sah Jeff die vielen kleinen Bisswunden. Er konnte nicht davon absehen. Er spürte Katharinas Hand auf seinem Arm, wie sie ihn sanft von Kate wegzog.

„Es kann hart werden für Sie, es ist nicht einfach einen geliebten Menschen so sterben zu sehen!“ sagte Katharina sanft, doch er konnte nicht weg sehen.

Noch nie hatte er so etwas gesehen. Er war angewidert und gleichzeitig neugierig.

An den Stellen wo Darren sie biss, kamen kleine Blutstropfen heraus, die er mit der Zunge um die Stelle herum verteilte. „Darren versiegelt die Stellen, damit er ganz sicher ist, das sie das Gift im ganzen Körper behält.” flüsterte Katharina Jeff zu. Jeff konnte nicht wegsehen. Er musste einfach sehen, was Darren mit Kate machte. Es war seltsam, aber Jeff sah wie manisch es Darren tat. Er wirkte, als wäre er nicht in diesem Raum, sondern nur bei einem seiner Opfer.

Er sah Darrens Augen, die glutrot leuchteten. Er schloss immer wieder seine Augen und hörte gar nicht mehr auf. Er war wie besessen davon.

Ein letztes Mal sah Jeff zu Kate und spürte wie ihr Körper anfing sich gegen das Gift zu wehren. Sie zitterte, aber ihre Augen blieben geschlossen.

Jetzt rang er mit den Tränen, in Gedanken war er bei ihr und dann schloss Jeff seine Augen, als er den Anblick nicht mehr länger ertragen konnte.

Kate´s Körper bäumte sich ein letztes Mal auf, dann war es vorbei. Leblos lag ihr Körper, der übersät war mit Darrens Bissen und vielen Schnittwunden, Prellungen, und noch mehr blaue Flecken, vom Unfall.

Dann hörte Jeff, wie ihr Herz einen letzten Schlag machte, als hätte Darren ihr einen Elektroschock verpasst. Das Überwachungsgerät tönte leise, mit nur einem durchdringenden Ton. Alle wussten, was das jetzt zu bedeuten hatten. In diesem Moment wusste Jeff, das es vorbei war. Kate war tot. Seiner Kate!

Ihr Herz schlug nicht mehr. Er wusste, das es vorbei war und er war sich ganz sicher.

„Es ist vorbei!” sagte James.

James nahm Darren und zog ihn von Kate weg. Schwach und erschöpft ging er ein paar Meter und stützte sich ab, um sich zu fassen und von seinem Rausch wieder zurück zu kommen. Katharina deckte Kate sanft zu und küsste sie auf die Stirn. Sein fragender Blick traf sie.

„Jetzt heißt es warten. Wir haben jetzt eine nicht ganz leichte Aufgabe vor uns.

Die Verwandelung kann zwei Tage dauern, wir müssen dafür Sorgen, das wir sie aus dem Krankenhaus schaffen, bevor sie erwacht. Wir müssen sie in Sicherheit bringen. Katharina unterbrach sich selbst, als sie merkte, das der arme Jeff total überfordert war damit. Er konnte ihr noch nicht einmal folgen. Er hatte soeben seine Freundin verloren.

Katharina nahm ihn sanft in den Arm.

„Entschuldigen Sie bitte, das war taktlos von mir!” Jeff sagte kein Ton. Er verließ das Zimmer und musste dringend an die frische Luft.

Kate war gestorben. Seine Liebe war gestorben. Sie hatte das Leben für immer verlassen.

Er trat in die frische Nachtluft und atmete tief ein. Er war voller Trauer. Hatte er das Richtige getan? Er war durcheinander und konnte nicht klar denken. Er stand in der Dunkelheit vor dem Krankenhaus und versuchte sich verzweifelnd zu ordnen. Aber es ging nicht. Er war so aufgewühlt.

Irgendwann spürte er Liliana´s Hand auf seinem Rücken. Doch er reagierte nicht. Er wollte den Gedanken an Kate allein behalten. Liliana ging nicht. Sie blieb bei ihm stehen und schwieg. Sie hatte Mitleid mit ihm. Vielleicht war es nur, weil sie genau wusste wie man sich fühlte, wenn man etwas verloren hat, was man liebte. Liliana kannte den Verlust und fühlte ihm nach. Er fragte sich, wie es jetzt wohl weiter gehen sollte. Selbst wenn alles klappte, würde er irgendwann allein nachhause fahren. In der normalen Welt gab es jetzt keinen Platz mehr für Kate, falls sie die Verwandelung überhaupt überleben würde.

Ihm wurde klar, das er Darren überredet hatte, Kate zu töten. Mit dieser Bitte, hatte Jeff seine Liebe zu ihr aufgegeben und sie frei gegeben. Er hatte sich von ihr los gesagt. Ob es nun richtig war für sie oder nicht, es war eine Chance für Kate. Sie sollte mit Darren zusammen bleiben.

Sie hatte ihn immer geliebt und würde es auch immer tun. Jeff wurde klar, das er nie eine echte Möglichkeit gehabt hatte, ihre Liebe für sich zu gewinnen.

Aber langsam wurde das Gefühl in ihm sicher, das es so in Ordnung war. Er hatte es für Kate getan.

Es war eine Entscheidung aus Liebe. :)

Kapitel 25

Alles ging sehr schnell.

Kaum war Jeff aus dem Zimmer gestürmt, betrat der Stationsarzt das Zimmer.

Dr. James Noir berichtete ihm, das Kate an einem Herzstillstand gestorben war. Er nickte nur, als James ihm alles berichtete. Natürlich lies Dr. James Noir Darren´s und seine Aktionen dabei völlig aus. Der junge Arzt übergab James die Aufgabe, den Totenschein auszufüllen.

Das einzige, was er noch wissen wollte, war, ob eine Obduktion von Jeff Bennet´s, ihrem Verlobten, gewünscht wurde. Als James das verneinte, verabschiedete sich der Arzt von seinem Kollegen und ging betreten aus dem Zimmer.

Natürlich war Darren das Wort “Verlobten” nicht entgangen. Er hatte nur kurz zu Katharina aufgesehen, dann wandte er sich wieder Kate zu, die wie Tod in dem Bett lag. Warum hatte Jeff, diese Sache nicht erwähnt? fragte er sich.

Darren wich nicht eine Sekunde von ihrer Seite und hatte ihrer Hand in seine kühle Hand gelegt.

Jetzt mussten die Noirs dafür Sorgen, das sie Kate in Sicherheit brachten, ohne das jemand es bemerken würde. Es war keine leichte Aufgabe, eine Leiche unbemerkt aus dem Krankenhaus zu schaffen. Doch für die Vampire war es wohl eher ein Kinderspiel. Katharina telefonierte. James füllte den Totenschein aus. Jeff und Liliana betraten wieder das Zimmer, während Darren Kate´s Hand hielt und sie nicht aus den Augen lies.

„Jetzt müssen wir sie hier raus schaffen!” flüsterte Liliana. Sie war sehr nett zu Jeff und versuchte ihm zu helfen, da sie spürte, das es sehr schwer für ihn war.

„Warum hast du mir verschwiegen, dass ihr heiraten wolltet?” Darren ´s Blick war düster und auch leicht gereizt. Die Anspannung und der Stress war ihm deutlich an zu merken.

„Das ist jetzt nicht mehr wichtig. Sie ist durch die Hölle gegangen, in ihrem Leben. Sorge du jetzt dafür, das sie glücklich wird. Das ist das einzige, um das ich dich Bitte.”

Weiter: Teil 5 von 5