Frau Pauline Brater

Agnes Sapper · Kapitel 18 von 18

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Frau Pauline Brater

XVI. 1896–1907

An Ostern war ihre geliebte Enkelin wie eine Sterbende im stillen Krankenzimmer gelegen, am 28. Mai saß sie, wenn auch noch zart und spitz, doch wieder in aufblühender Gesundheit an der festlichen Tafel, an der die silberne Hochzeit ihrer Eltern gefeiert wurde.

 

XVI.

1896–1907

 

Auf die fröhliche Feier der silbernen Hochzeit folgte im nächsten Jahre die von Frau Braters siebzigstem Geburtstag. Es fand sich nur die jüngere Generation dazu ein, denn von den Altersgenossen waren nur noch wenige am Leben. In den neunziger Jahren hatte sie viele zu betrauern, sie verlor den letzten Bruder, Heinrich Kraz, ihre Schwägerin Julie Brater, den Schwager Sartorius und den alten, treuen Familienfreund Ernst Rohmer. Dieser schrieb ihr noch aus seiner letzten schweren Leidenszeit die ergreifenden Worte:

» L i e b e P a u l i n e !

 

Da ich gerade eine erträgliche Stunde habe, drängt es mich, Dir

zu sagen, wie tief mich Deine so innig teilnehmenden Zeilen gerührt haben und wie dankbar ich für Deine treue Anteilnahme bin. Ich bin jetzt bald vier Monate in der Trübsalshitze, zum Skelett abgemagert, ein erprobter Hungerkünstler und eine medizinische Rarität.... Ich bezweifle, daß eine Änderung eintritt, und werde wohl so nach und nach aushungern. Nun wie Gott will!..... Wieviel Gutes hat Er mir zuteil werden lassen, auch jetzt eine allseitige rührende Teilnahme! Herzlichst und dankbarst grüßt Dich Dein alter Freund und Vetter

E. R.«

 

In diesen Jahren, da sie eine Trauerbotschaft nach der andern erhielt, gedachte Frau Brater oft eines Verses aus ihrer Mutter Stammbuch:

Mein Baum war schattendicht.

O Herbstwind, komm und zeige,

indem du ihn entlaubst,

den Himmel durch die Zweige.

Einmal glaubte sie selbst schon am Ziel ihrer Wanderung zu sein. Sie wurde, während sie in Calw bei der Tochter zu Besuch war, von einer heftigen Lungenentzündung befallen. An dieser Krankheit war ihre Mutter gestorben und sie zweifelte nicht, daß es bei ihr den gleichen Ausgang nehmen würde. Aber schon nach wenigen Tagen trat eine Krisis ein und die Siebzigerin erholte sich von der Krankheit so, daß auch nicht eine Spur zurückblieb. Aber sie konnte sich gar nicht gleich darein finden. Als sie zum erstenmal wieder das Bett verlassen durfte und Kinder und Enkel sich darüber freuten, sagte sie: »Ich habe gemeint, ich dürfte jetzt abschließen, und war so dankbar, daß es mir leicht werden sollte und nun soll ich noch einmal frisch anfangen?« Nach sechs Wochen konnte sie wieder heim reisen und ihre Lieben in Würzburg sorgten dafür, daß sie empfand, wie teuer ihr Leben ihnen noch war. Aber in den folgenden Jahren traten allerlei Altersbeschwerden auf, die es allmählich untunlich erscheinen ließen, daß sie ferner für sich ganz allein wohnte. Und doch konnte sie sich nicht entschließen, jemand zu sich zu nehmen oder zu ihren Kindern zu ziehen, weil ihr damit die Besorgung ihres Haushaltes, die einzige Beschäftigung, die ihre Augen gestatteten, abgeschnitten war. Sie schreibt an Lina Sartorius: »Ich wäre so dankbar, wenn ich mein einfaches Stilleben noch eine Zeitlang weiterführen könnte und keine Hilfe brauchte. In letzter Zeit war ich in dieser Hinsicht oft zaghaft und fürchtete, meine alte baufällige Hütte wolle sich nimmer recht stützen lassen. Die Leberbeschwerden ließen mich zu keiner Kräftigung kommen .... so vergingen mir die Tage öde und miserabel und dabei traurig im Gefühl, wie sehr es mir noch an freudiger Ergebung in Gottes Willen fehlt.«

Die Frage über ihre künftige Lebenseinrichtung fand eine unverhoffte Lösung durch einen neuen Trauerfall. Schon seit zwei Jahren wankte die Gesundheit ihres Schwiegersohnes Sapper und im September 1898 erhielt sie die Nachricht von dessen Tod. Zunächst waren ihre Gedanken ganz und ausschließlich von der Teilnahme für ihre verwitwete Tochter und deren drei Kinder erfüllt und mit dankbaren Worten gedenkt sie des treuen Schwiegersohnes, der sie jedes Jahr mit der herzlichsten Gastfreundschaft aufgenommen hatte und immer darauf bedacht war, durch Ausflüge in die schöne Umgebung ihrem Aufenthalte noch besonderen Reiz zu verleihen. »Eine durch und durch noble Natur« nennt sie ihn.

Aber wenn sie auch die Trauer der Tochter verstand und teilte, so mahnte sie doch die Verwitwete: »Denke nicht, daß die Erweisung von Treue und Liebe

d a r i n besteht, daß man sich ganz und ausschließlich der einen Empfindung der

Trauer hingibt, o nein, Liebe und Treue erweisen sich in der D a u e r , in der Unwandelbarkeit, gönne Dir und Deinen Kindern auch eine fröhliche und heitere Stunde, wenn sie sich ergibt, das Gemüt kann dafür empfänglich sein, auch zwischen den betrübten Stunden.« Durch ihre schlimmen Augen am Schreiben gehemmt, schrieb sie schmerzlich bedauernd der Tochter: »Bei allen Menschen wollte ich mich noch gerne zum Diktieren herbeilassen, obwohl es mir überall schwer fällt – wenn ich nur D i r selbst schreiben könnte. Das Beste, was man sich zu sagen hat, geht eben doch nur direkt von Herz zu Herzen, nicht nur durch ein Medium hindurch, aber ich gebe mich wenigstens der Hoffnung hin, daß Du die Unvollkommenheit des Diktierens zu ergänzen weißt.«

Bald nach dem Tode des Schwiegersohnes tauchte der Plan auf, daß die Tochter mit ihren Kindern nach Würzburg ziehen und die Mutter zu sich nehmen solle. »Diese Lösung«, schreibt Frau Brater, »erscheint mir als ein g r o ß e s Glück für mich, aber natürlich nur dann, wenn ich von der Überzeugung durchdrungen sein kann, Du würdest diese Wahl des Ortes auch in Rücksicht für Dich und Deine Kinder treffen, denn auf mich, deren Jahre doch gezählt sind, darf man nichts bauen, da würde ich mich ja gar nicht zu sterben trauen.«

Die Tochter und ihre drei erwachsenen Kinder, die sich nicht so leicht entschließen konnten, die alte Heimat zu verlassen, machten den Vorschlag, erst im Herbste zu übersiedeln. Traurig darüber schreibt Frau Brater: »Das ist fast noch ein Jahr! Ein Jahr ist lang für mich, ich möchte Euch doch selbst noch helfen eingewöhnen, Euch mit meinen hiesigen Freunden bekannt machen, wer weiß, wie lang ich es noch vermag.« Daraufhin wurde ein früherer Termin festgesetzt und im April übersiedelte die Tochter mit den zwei eben erwachsenen Enkeltöchtern, wieder eine Anna und Agnes, nach Würzburg, während der Sohn als Vikar in Württemberg Stellung nahm und nur als Gast in der gemeinsamen Würzburger Haushaltung erschien.

So zog denn Frau Brater – zum letztenmal – aus. Im »Zwinger« war eine freundliche Wohnung mit dem Blick in Gärten und Anlagen gefunden worden und es war die höchste Zeit, daß die Alleinstehende Anschluß fand, denn schon den Umzug konnte sie kaum mehr bewerkstelligen wegen der schmerzhaften Leberbeschwerden, die einige Wochen lang anhielten, und noch im gleichen Jahre wurde sie von einem, wenn auch ganz leichten Schlaganfall heimgesucht, der ihr zwar nicht einmal für einen Moment das Bewußtsein raubte, aber ihr doch dauernd das Gehen erschwerte. So erkannte sie voll Dankbarkeit an, daß sie nun geborgen und versorgt war, umgeben von denen, die sie von ganzem Herzen liebten, und doch nicht getrennt von der Familie Kerler, an deren täglichem Verkehr sie ihre Herzensfreude hatte. Wer da kam, pries es als glücklichen Umstand, daß eben jetzt, wo sie nicht mehr selbst für sich sorgen konnte, andere Hände für sie frei geworden waren und sie stimmte dankbar ein in diesen Preis. Aber dennoch, und wenn sie es gar niemandem sagen und sich selbst nicht eingestehen mochte, dennoch wollte es ihr nicht gelingen, sich so glücklich zu fühlen, wie sie es vorher in ihrer Selbständigkeit gewesen war. Mit dem Augenblick, wo sie nichts mehr zu tun hatte, wo andere für sie sorgten und der Tag keine Arbeit mehr für sie brachte, schien ihr das Leben keinen Zweck mehr zu haben. Sie konnte sich ja in guten Stunden wohl noch ein wenig beschäftigen, aber wenn ihr die Enkelin auch mit freundlicher Bitte um Hilfe ein kleines Küchengeschäft hereinbrachte, die Großmutter durchschaute doch, warum es geschah. Merkwürdig, aber gewiß wahr ist es, daß keine Liebe und Fürsorge, keine Unterhaltung, kein Spiel, kein Vorlesen ihr ersetzen konnte, was man doch als ein so bescheidenes Glück betrachten möchte: die eigene Tätigkeit im selbständigen Haushalt.

Aber was wir hier feststellen, wollte sie nicht Wort’s haben, es wäre ihr als größter Undank erschienen und sie kämpfte an gegen dieses innere Unbefriedigtsein täglich und durch Jahre hindurch. Auch brachte jeder Tag solche Stunden, in denen sie sich behaglich fühlte, vor allem dann, wenn auch die Hausgenossen nichts arbeiteten, wenn man bei Tisch oder abends beim Lampenlicht saß und etwa ein Spiel machte und vor allem d i e Stunden oder besser Viertelstunden, wenn die Augen ihr gestatteten, ein wenig selbst in die Bücher zu blicken, die sie gerade am meisten beschäftigten. Zu diesen gehörten vor allem die Schriften von Dr. Johannes Müller.

Sie hatte dessen Vorträge gehört, die sie mächtig ergriffen und hielt seitdem die von ihm herausgegebenen »Blätter zur Pflege persönlichen Lebens«. Diese sind nicht leicht zu verstehen und vielen erschien es rätselhaft, daß eine Siebzigerin eine solch neue Richtung wirklich erfassen könne. Das Rätsel war aber sehr einfach zu lösen; in diesen Gedanken trat nichts Fremdes an sie heran, sie fand hier nur klar ausgesprochen, was sie dunkel gefühlt hatte. Wer Müllers Schriften aufschlägt, trifft auf die Worte »Persönliches Leben«, »Ursprünglichkeit«. – »Persönliches Leben« war ihr eigenes Leben gewesen, »Ursprünglichkeit« ihre hervorragende Eigenart. Die tiefe Überzeugung, daß der Glaube an Gott entweder eines Menschen ganzes Sein und Leben durchdringen müsse, oder aber wertlos sei, war ihr eigen und stand auch in Müllers Heften zu lesen. Manches andere darin war ihr allerdings fremd, wohl auch unsympathisch, aber sie ließ solches ruhig beiseite oder ging auch leicht über einzelne Aussprüche, die ihr wunderlich erschienen, hinweg mit der Bemerkung: »Er meint das ganz anders, als es dasteht.« Aber jene Artikel, die ihr aus der Seele gesprochen waren, ließ sie sich von Kindern, Enkeln und Gästen, die sie besuchten, immer wieder vorlesen. Zwar solchen gegenüber, die befriedigt in der alten Auffassung des Glaubens waren, sprach sie nicht von diesen Gedanken, hielt ihnen solche Bücher ferne und pries sie glücklich, wenn sie nur einen

l e b e n d i g e n Glauben zeigten. Hingegen drängte es sie, allen, die von

Zweifeln umgetrieben oder der Kirche feindselig gegenüberstanden, das mitzuteilen, was ihrem eigenen religiösen Bedürfnisse so sehr entsprach. Solche mußten wohl oder übel Müllers Schriften lesen, sonst konnten sie nicht vor ihr bestehen. So schreibt sie an eine Freundin: »Sage mir doch, ob Du die Müllerschen Hefte fortgesetzt n i c h t liesest? ob Ihr a l l e so barbarisch seid, sie nicht zu lesen? Vieles ist ja geradezu für Eueresgleichen wie gemacht, denn Müller ist ja förmlich ein Apostel der Freiheit und Selbständigkeit und auch mit Deinem besten Willen kannst Du ihm nichts anhaben, mir ist er zum Evangelisten geworden mehr als irgend einer und ich lebe förmlich in seinen Gedanken, je mehr ich sie erfassen lerne, und wie ich Dir schon einmal sagte, er führt in die unmittelbare Gottesnähe; das dritte Heft bot mir weniger, aber das soeben erschienene vierte hat wieder Großartiges und Ergreifendes.«

Alle, die mit ihr im Briefwechsel standen, mußten mindestens erfahren, wie viel für sie die in den »Grünen Heften« niedergelegte Auffassung war. An Frau Geheimrat Wehrnpfennig schrieb Frau Brater: »Müller ist absolut liberal und dabei bis an die tiefste Wurzel des Seelenlebens gehend.« An ihre Nichten Kraz: »Ich gedachte Eurer Marie beim Lesen des vierten grünen Heftes mit dem Artikel: ›Warum ist das Leiden in der Welt‹; ich finde in diesem Hefte wieder so viel Ergreifendes, dieser Mann spricht mir so ganz und gar nach meinem Gewissen und meiner Empfindung und zeigt so klar, wo es fehlt in der Welt und bei jedem einzelnen. Dieser Artikel über das Leiden ist zum Eckstein meiner Lebensanschauung geworden.«

Jahrelang lag auf dem kleinen Tischchen vor ihrem Lehnstuhl eines jener grünen Hefte und sie griff darnach, wenn es still um sie war. Wollten ihr die Augen auch nur zehn Minuten des Lesens ermöglichen, so hatte sie doch wieder Gedanken geschöpft, die sie erhoben über das körperliche Elend, Gedanken, die sich in Seelenkräfte verwandelten, in Geduld und Liebe. Es kam vor, daß Frau Brater mutlos über sich selbst klagte und meinte: ach der Mensch bleibt doch immer der gleiche, all sein Arbeiten an sich selbst hilft nichts, wer lieblos und ungeduldig ist, der wird einmal nicht liebevoll und geduldig. Aber sie bewies ganz augenfällig das Gegenteil. Stets hatte sie etwas Friedliches, Geduldiges, wenn sie sich versenkt hatte in göttliche Gedanken, und dieses liebevolle Wesen war um so gewinnender, als es einen Sieg bedeutete über die Ungeduld, die das tatenlose Dasein in ihr erwecken wollte. Hätte sie nicht ihr ganzes Leben hindurch Selbstbeherrschung geübt, so wäre sie mit dieser schweren Prüfung nicht fertig geworden. Gewiß wird man jedem Menschen bis in sein Alter die Fehler anmerken, zu denen seine Natur neigt, aber bei dem, der dies Unkraut wuchern läßt, wird es immer störender hervortreten, hingegen bei dem, der dagegen ankämpft, wird es nie die edeln Blüten seines Wesens verdecken oder ersticken.

Deutlich erkennen wir das Ringen nach Geduld und Ergebung in ihren Briefen an Nahestehende, so an Luise Hecker: »... Bei mir geht es leider stets merklich abwärts ... es will mich das oft recht bedrücken, aber ich sage mir: dies ist nun deine letzte Aufgabe, die Beschwerden des Alters fröhlichen und dankbaren Herzens hinnehmen zu lernen, freilich bilde ich mir ein, es würde mir leicht werden, wenn ich nur l e s e n könnte, mich erheben an dem Geist anderer, wenn der eigene flügellahm ist, aber gerade dies soll eben nicht sein; oft stehe ich an meinem Bücherschrank, da stehen die Bücher, besonders die naturwissenschaftlichen, die schauen mich an wie teure Verstorbene und das Herz tut mir weh...«

An Lina Sartorius schreibt sie, nachdem diese alte, treue Freundin sie wieder besucht hatte, eigenhändig mit zitternder Hand: »Dies Blatt soll nur ein Gruß sein, es gibt ja bei mir nichts anderes mehr, aber ein schöner Dank für Deine stete Freundlichkeit, die Du auch meinem ungeduldigen Wesen gegenüber stets bewährst, dieses ist mein großer Fehler, und wenngleich Du mir jetzt vielleicht eine Schmeichelei sagen würdest, so sage ich: s c h w e i g e , denn es ist ja leider

z u wahr. Wollen wir eben beide fleißig in Müller studieren und Fortschritte

machen und dabei aneinander denken und zwar in alter Liebe und Treue.«

... »Ich denke mit Freude daran, daß Dich das neue Jahr zu uns führen wird, Gott gebe uns ein fröhliches Wiedersehen! mein Befinden geht stets ein wenig abwärts, ist aber doch noch recht erträglich, um das, was etwa noch kommt, wollen wir uns nicht ohne Not grämen, Du sagst es ja auch. Mein Enkel Karl hat mir schon mehrfach zu Geburtstag oder dergleichen kleine Arbeiten gemacht, heuer eine Disposition zu dem Müllerschen Artikel ›Was ist Wahrheit‹, es hilft mir dies sehr zur Erfassung des Ganzen, interessiert es Dich, so schicke ich Dir’s einmal....« »Liebe Lina! treue Korrespondentin, Dank für Deinen Brief! vielleicht sehen wir uns doch noch in diesem Jahr, d. h. vielleicht kannst Du doch noch kommen; ich freue mich sehr auf Eugenie, unsere Vermittlerin. – Das Buch, das ich mit Dir lesen wollte, heißt: Der Deutsche und sein Vaterland von Gurlitt, s e h r interessant, würde Euch a l l e befriedigen, besonders eine Rektorin a. D., wie Du bist.... Meine Hand versagt den Dienst, deshalb: behüt Dich Gott!

Lies doch das Müllersche Heft Bd. 6 Heft 2 ›Der Mensch Jesus Christus‹, mir ein Glück, eine Erlösung, d. h. wahre Befriedigung. L a n g s a m lesen, viel Zeit dazu nehmen!«

»Inzwischen ist nun wieder ein Brief von Dir, Du treue Seele, eingetroffen, aber ... ich muß recht entschieden das Lob zurückweisen, das Du meiner ›Ergebung und Geduld‹ spendest, ich habe es ja in der Tat so gut wie nicht viele Menschen, bin umgeben von Liebe und Teilnahme, m u ß nicht mehr leisten, als ich gut kann, und doch will mich das Entbehren durch meine Augen und jetzt schwachen Beine etc. oft ganz mißmutig und gedrückt machen, so daß ich oft denke, es geschähe mir recht, wenn es noch viel schlimmer käme.« »Mein Leben, zwischen Bett und Lehnstuhl sich abwickelnd, ist doch nicht öde und ich bin so dankbar, daß ich wenig Schmerzen habe und mein täglich Brot nicht v e r d i e n e n muß. In Gedanken bin ich oft bei Dir und allen denen, die auch

wir beide gemeinsam lieben...«

»Wir sind eben jetzt zwei alte Kracherinnen und werden erst im Himmel wieder lustig miteinander herumspringen.«

Jedes Jahr kam die alte, treue Freundin zu Besuch und immer inniger fühlten sie sich zusammengehörig, je mehr das Häuflein der Jugendgenossen zusammenschmolz. Rührend war es, die den Achtzigern nahestehenden Frauen in ihrem stets heiteren und doch so tiefgründigen Verkehr zu beobachten. Wieder war für das Frühjahr 1905 ein Besuch geplant, da kam im Januar die Nachricht, daß die Freundin schwer an Lungenentzündung erkrankt war. Frau Brater schickte ihr ein letztes eigenhändiges Briefchen:

 

L i e b e L i n a !

»Ich sitze bei Dir am Bett, mache mit Dir in Liebe und Treue die

schweren Stunden durch, in denen Du jetzt leidest und wo Du mir stets ein Vorbild gewesen bist. Gar manche nächtliche Stunde bin ich bei Dir und Deinen Kindern und ich weiß, w i e wir in Gedanken verbunden sind und zusammenhängen. Wie sehr wünsche ich Dir gute Besserung und eine getroste, friedvolle Zeit, wie dankbar wollen wir miteinander dafür sein, schreibe Du mir bald, ich will nur Deine liebe Schrift sehen, nur zwei Worte; liebe alte, Getreue, Du begreifst, wie dringend ich jetzt auf gute Nachricht hoffe, und freue mich unsäglich, bis die Prüfungsstunden überstanden sind! Bis dahin in innigem Gedanken und guten Wünschen aus voller Seele Deine alte Pauline.

An Ernst und vor allem an Eugenie von Herzen Gruß.«

 

Dies war der letzte Gruß einer fast siebzigjährigen Freundschaft, denn die ersehnten zwei Worte der lieben Handschrift kamen nimmer, am 1. Februar starb die Jugendfreundin.

»Vorausgegangen«, in diesem Worte lag der Trost für die Vereinsamte und ihre Trauer wurde gemildert durch die Dankbarkeit dafür, daß die letzte Krankheit und das Ende leicht gewesen waren. Beneidenswert schienen ihr alle, die überwunden hatten, denn sie fühlte sich körperlichen Schmerzen gegenüber nicht als Heldin. Es bewegte sie ein tiefes Erbarmen für alle hoffnungslos Leidenden und für diejenigen, die aus Verzweiflung darüber ihrem Leben selbst ein Ende machten. Oft kam dadurch die Rede auf die Möglichkeit einer Erlösung für solch gequälte Menschen. Sollte man diejenigen, die sich nach Befreiung sehnen, nicht lösen von ihrer Last, anstatt sie der Versuchung zum Selbstmord zu überlassen?

Ihre Überzeugung und ihr Herzenswunsch war, daß es einmal dahin kommen würde, und sie hörte gerne der andern Ansicht darüber, wie es geschehen könnte. In der Zukunft – wenn auch noch in ferner – würde man einen gesetzlichen Weg finden. Ein hoffnungslos Leidender müßte bei Gericht den Antrag stellen dürfen, daß ein Arzt ihm die Qual abkürze. Statt des heimlichen Selbstmordes, der wie ein Alp auf den Hinterbliebenen lastet, würde dann nach gerichtlicher Entscheidung in feierlich erhebender Weise dem Kranken, der den Antrag gestellt hatte, durch den Arzt der ersehnte letzte Schlaf gebracht. Sobald die Obrigkeit das erlauben, in die Hand nehmen und den Gerichtsarzt damit betrauen würde, wäre es kein Unrecht mehr. Sie hörte gerne diese Gedanken aussprechen, deren Verwirklichung auch ihr die Angst vor langem hoffnungslosen Schmerzenslager benommen hätte.

Das Leiden fürchtete sie, aber nicht den Tod. Ihr letzter eigenhändiger Brief an ihre Freundin Luise Hecker spricht das aus:

 

L i e b e L u i s e !

»Es ist mir ein wahres Bedürfnis und wäre mir eine große

Freude, wenn ich Dir so eine Art Abschiedsbrief s e l b s t schreiben könnte; nicht als ob ich das Gefühl hätte, unsere gemeinsame Wanderung auf dieser Welt nahe sich ihrem Ende, ach nein, das nicht, im Gegenteil, ich fürchte jetzt fast mehr als früher, daß mir noch ein langes Leben beschieden sein könnte, aber ich fühle recht klar, daß es höchste Zeit ist, als Schreiberin und als Diktantin vom Schauplatz abzutreten, denn das eine wie das andere übersteigt völlig meine Fähigkeiten. Nur eines ist unverändert bei mir, das treue Gedenken an alle meine Freunde und: ›Die Liebe hört nimmer auf‹. Die Wahrheit dieses Spruches durchdringt mich so vollständig, daß sie allein schon mir eine Gewähr ist für die Unsterblichkeit.

.... Meine zunehmende Gelähmtheit, die Du an der Schrift

erkennen kannst, beschwert mich und meine Pflegenden fast am meisten, ich kann nimmer zum Haus hinaus, kaum mehr durch meine Zimmer gehen, ich lasse es auch ganz unversucht.... Du siehst nun, liebe und getreue Alte, was für ein Krüppel ich für diese Welt geworden bin, aber ich erkenne immer klarer, immer zweifelloser, daß wir hier nur in einer Vorschule sind und diesen Körper als Handwerkszeug zur Schule tragen müssen, wie gerne denke ich an die Zeit, wo wir diese Last ablegen dürfen und einkehren zur ewigen Heimat zu einem barmherzigen Vater. In dem Bestreben, mich in dieser Heimat schon ein wenig einzuleben, nicht so ganz als Fremdling zu erscheinen, wird mir die Zeit nicht so lang, wie es vielleicht außerdem der Fall wäre. Du würdest mich sehr verstehen, aber ich begreife gar wohl, wie Du in Deiner Jugendkraft noch ganz vom Leben erfüllt bist und ich fühle in voller Teilnahme mit Dir....«

 

Diesem Briefe liegt ein Blättchen bei mit dem bekannten Rückertschen Vers:

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit

klingt ein Lied mir immerdar,

o wie liegt so weit, o wie liegt so weit,

was mein einst war!

Auch die treue Freundin Luise Hecker, deren Jugendkraft in dem obigen Briefe noch gepriesen ist, schied aus dem Leben noch vor der älteren, immer mehr vereinsamten Freundin.

Aber Frau Brater hatte trotz der vielen Trauerfälle auch in ihren alten Tagen nicht nur Vereinsamung zu empfinden, das Leben brachte ihr von anderer Seite Bereicherung. Ihre Enkelin Berta sowie ihr Enkel Karl hatten sich in den letzten Jahren verheiratet, mit Liebe wandte sie sich den neuen Familiengliedern zu und als dem Enkel Karl ein Sohn geboren wurde, schrieb die achtundsiebzigjährige Urgroßmutter noch eigenhändig zur Taufe des Kleinen den selbsterdachten Vers:

Will Dir einen Glückwunsch bringen,

trag auch viele Dir entgegen,

doch der Reim will nicht gelingen.

Nun, daran ist nichts gelegen.

Denn mit Dir, Du kleiner Engel,

ist das Glück ja selbst gekommen,

hat sich eingelebt im Herzen,

feste Wohnung hier genommen.

Sie sah den Urenkel, der als ein kleiner Steiermärker auf die Welt kam, nimmer im Leben, aber als sie sein Bild erhielt, nahm sie es gar oft unter die Lupe und betrachtete in ihm mit liebevollem Interesse die neue Generation. Als sie sich einmal ungehalten über ihre blöden Augen aussprach, die gar nichts mehr taugten, sagte eine der Enkelinnen tröstend zu ihr: »Aber Großmutter, Deinen Urenkel siehst Du doch noch ganz deutlich«, und sie antwortete in einer freundlichen und ihr sonst ganz fremden unlogischen Weise: »Nun ja, den schon, weil er eben gar so ein netter Kerl ist.« Kamen die Kinder und Enkelkinder zusammen und saßen zum Familienabend um den großen Tisch, so saß sie liebevoll und an jeder Fröhlichkeit von Herzen teilnehmend dabei, obgleich die Schwerhörigkeit des Alters sie behinderte, so daß sie manchmal erklärte: »Die Menschen teilen sich mir nimmer in gute oder böse, sondern in solche, die deutlich und undeutlich reden.«

Jeden Sonntag vormittag kam treulich als ihr »Hausgeistlicher«, wie sie scherzend sagte, ihr Schwiegersohn zu ihr und las ihr mit seiner kräftigen Stimme eine Predigt vor; die letzten, an denen sie sich erfreute, waren die von Rittelmeyer und Geyer. Manchmal nahm an dieser Vorlesung auch die Tochter oder eine der Enkelinnen teil, nach beendigter Predigt ließen sie aber Schwiegermutter und -Sohn allein beisammen, denn diese beiden, die nun auch schon ein gutes Stück Lebensweg und immer in bestem Einverständnisse gegangen waren, hatten sich viel zu sagen, und wenn etwas von ihrem Gespräch in das Nebenzimmer drang, so waren es immer Worte, aus denen man erkannte, daß sie sich an der schönen gemeinsamen Erinnerung freuten, »als die Kinder noch klein waren«. So war auch noch am Sonntag den 24. Februar der treue Schwiegersohn bei ihr gewesen, sie sprachen diesmal über den nahen Geburtstag von Anna, und die eigenen Geburtstage dieses Jahres mochten ihnen dabei in den Sinn kommen, es sollte für Kerler der siebzigste, für Frau Brater der achtzigste sein. Freundlich, wie immer, rief er ihr beim Fortgehen noch mit seiner frischen Stimme zu: »Adieu Mutter, laß Dir’s gut gehen«, und keines von beiden ahnte, daß es ein letztes Abschiedswort war, keines hätte gedacht, daß der nächste Sonntag der Todestag dieses noch so frischen, kräftigen Mannes wäre. Eine Lungenentzündung überfiel ihn und bereitete ihm ein so leichtes, sanftes Ende, daß er fast ohne Leiden scheiden durfte.

Frau Brater hatte kein klares Bild von seiner Krankheit gehabt, denn ihr, die nicht helfen, nicht nach ihm sehen konnte, die nachts so manche schlaflose Stunde hatte, ihr wollte man gerne die Sorge und Angst ersparen, solange man noch hoffen konnte, daß sie gnädig vorübergehen würde. Und nun kam so rasch das Ende und die Botschaft traf sie innerlich unvorbereitet. Das war ein erschütternder Schmerz, denn in dieser Todesnachricht lag für sie das Bewußtsein, daß das Lebensglück ihrer Tochter dahin sei, ein Ehebund getrennt, dem ihrigen gleich an beglückender Innigkeit. Niemand wußte so wie sie, was das heißt, und sie trauerte tief und still. Manchen Morgen, wenn die Enkelin, die bei ihr im Zimmer schlief, an ihr Bett trat, fand sie die Großmutter in Tränen, manchen Abend lag sie wach in wehmutsvollem Gedenken, wenn sie gleich in rührender Rücksichtnahme sich still verhielt, um die anderen nicht zu bekümmern.

So waren fünf Wochen vergangen. Montag den 8. April abends kam Frau Brater langsam und vorsichtig wie immer aus ihrem Zimmer in das Wohnzimmer zum Abendessen und setzte sich mühsam in ihren Lehnstuhl an den Tisch. »Sieh, Großmutter,« sagte die Enkelin, »da ist das neue weiche Rückenkissen, wollen wir’s einmal probieren?« »Ja«, sagte sie, »aber jetzt nicht gerade, ich habe auf einmal so einen furchtbaren Kopfschmerz«, und sie lehnte sich zurück in den Stuhl, griff nach der Stirne und schloß die Augen, die armen, schwachen Augen, die ihr im Leben so unendlich viel Qual bereitet haben. Sie schloß sie und hat sie nicht wieder geöffnet.

Es war ein Schlaganfall. Das Bewußtsein verlor sich langsam. Sie versuchte noch hie und da ein Wort zu sprechen. Das letzte, was wir hören konnten, war ein leises, freundlich bittendes Wort an die Enkelin: »Anni, hilf mir ein bißle!« Von da an währte das Leben noch einige Tage, aber es war nur noch ein Atemholen und am Nachmittag des 12. April kam der letzte Atemzug.

Wir sagten uns alle: Wie gnädig ist es ihr ergangen, wie hat sie so schmerzlos hinüberschlummern dürfen, wir gönnten ihr auch, daß sie von aller Pein befreit war, verstanden es, wenn man uns sagte: Fast achtzig Jahre, da darf man nicht klagen, und d e n n o c h – o Du herzliebe Mutter, wie sollten wir Dich nicht vermissen??

Unser Buch schließt traurig, aber vielleicht doch nur traurig, weil wir zu kurzsichtig sind, um über den Tod hinaus zu sehen, in die Herrlichkeit, nach der dieser Geist schon auf Erden sich gesehnt hat. Seine besten Kräfte stammten aus dem Göttlichen und wenn sie nun nimmer in die irdische Hülle gebannt sind, werden sie dann nicht vereinigt sein mit ihrem göttlichen Ursprung? Ja wenn wir uns da hinein versenken, dann verwandelt sich unsere Trauer in ein Sehnen und Streben nach denselben Kräften und dann ist das Beste, dann ist der G e i s t unserer Mutter bei uns geblieben.

Von d e r s e l b e n Ve r f a s s e r i n sind im Verlag von G u n d e r t in

S t u t t g a r t erschienen:

Das erste Schuljahr. Eine Erzählung für Kinder von 7–12 Jahren.

3. Aufl.

geb. M 1.20

Gretchen Reinwalds letztes Schuljahr. Für Mädchen

von 12–16 Jahren. 2. Aufl.

geb. M 3.–

(Die beiden Erzählungen in einem Band M 4.–)

Lieschens Streiche und andere Erzählungen, mit Bildern von

Gertrud Caspari.

geb. M. 3.60

Das kleine Dummerle und andere Erzählungen, zum Vorlesen

im Familienkreise.

geb. M 3.–

Die Familie Pfäffling. Eine deutsche Wintergeschichte. 2. Aufl.

geb. M 3.–

 

Anmerkungen zur Transkription: Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.

S. 043: Dich glück- zu wissen → Dich glücklich zu wissen

S. 045: uud erfreue mich schon jetzt → und

S. 053: der merkwürdige Uuterschied → Unterschied

S. 065: [Anführungszeichen ergänzt] »Mein 31. Geburtstag

S. 074: 1851–1856 → 1855

S. 076: behend in all ihren Bewegung → Bewegungen

S. 085: [Anführungszeichen ergänzt] wöchentliche Zusammenkunft.«

S. 089: [vereinheitlicht] Heute ging ich mit Emma Schunk → Schunck

S. 090: »Denkwürdigkeiten aus meinen Leben« → meinem

S. 100: [Komma ergänzt] allmählich ergriffen, so

S. 117: [Komma ergänzt] schneeweiß geworden, sie lag

S. 145: Uber Täler, über Höhn! → Über

S. 147: [Komma ergänzt] hatte sie die Befriedigung, einen

S. 149: [Anführungszeichen gestrichen] äußerte Brater: »Manches

S. 151: und es wäre ja ja auch für sie selbst → wäre ja auch

S. 167: [Anführungszeichen ergänzt] »Man sieht ihr nicht an,

S. 197: ich erschrack sehr → erschrak

S. 200: [komma korrigiert] erspart war’ mochte auch ich → war, mochte

S. 219: hat mich ganz durchdrungeu → durchdrungen

S. 233: [gesperrt] L i e b e A g n e s !

S. 239: [Anführungszeichen ergänzt] durchgekämpften Abschiedsschmerz.«

S. 250: [Komma gelöscht] diese Trennung, wäre, das → Trennung wäre, das

S. 270: [Anführungszeichen ergänzt] Urteil anmaßen« und so schreibt sie

Die Fraktur-Ligatur für »etc.« wurde durch etc. ersetzt. (S. 160, 162, 248, 271, 305)

 

Transcriber’s Notes: The table below lists all corrections applied to the original text.

p. 043: Dich glück- zu wissen → Dich glücklich zu wissen

p. 045: uud erfreue mich schon jetzt → und

p. 053: der merkwürdige Uuterschied → Unterschied

p. 065: [added quotes] »Mein 31. Geburtstag

p. 074: 1851–1856 → 1855

p. 076: behend in all ihren Bewegung → Bewegungen

p. 085: [added quotes] wöchentliche Zusammenkunft.«

p. 089: [unified] Heute ging ich mit Emma Schunk → Schunck

p. 090: »Denkwürdigkeiten aus meinen Leben« → meinem

p. 100: [added comma] allmählich ergriffen, so

p. 117: [added comma] schneeweiß geworden, sie lag

p. 145: Uber Täler, über Höhn! → Über

p. 147: [added comma] hatte sie die Befriedigung, einen

p. 149: [removed quotes] äußerte Brater: »Manches

p. 151: und es wäre ja ja auch für sie selbst → wäre ja auch

p. 167: [added quotes] »Man sieht ihr nicht an,

p. 197: ich erschrack sehr → erschrak

p. 200: [corrected comma] erspart war’ mochte auch ich → war, mochte

p. 219: hat mich ganz durchdrungeu → durchdrungen

p. 233: [spaced out] L i e b e A g n e s !

p. 239: [added quotes] durchgekämpften Abschiedsschmerz.«

p. 250: [removed comma] diese Trennung, wäre, das → Trennung wäre, das

p. 270: [added quotes] Urteil anmaßen« und so schreibt sie

The ligature for "etc." has been replaced by etc. (p. 160, 162, 248, 271, 305)

 

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*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

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Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. 1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is in the public domain in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: 1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.net

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from the public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.net), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from

the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method

you already use to calculate your applicable taxes. The fee is

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has agreed to donate royalties under this paragraph to the

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must be paid within 60 days following each date on which you

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the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies

you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he

does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm

License. You must require such a user to return or

destroy all copies of the works possessed in a physical medium

and discontinue all use of and all access to other copies of

Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any

money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the

electronic work is discovered and reported to you within 90 days

of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free

distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain works in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf.org

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit http://pglaf.org While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: http://pglaf.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

http://www.gutenberg.net

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

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