Hundert neue Rätsel
Kapitel 29
Still und bescheiden von Natur,
Gedrückt in eine Ecke gar,
Läßt’s doch erkennen Wert und Art
Und seine Herkunft immerdar.
Je seltner es sich blicken läßt,
Desto geschätzter pflegt’s zu sein.
Das Wandervöglein, kennst du’s nicht?
Kehrt’s nicht bei dir auch aus und ein?
29.
Zu was ist es nütze? Es regt sich voll Fleiße
Und zaubert leise
Manch farbenschön Kunstwerk hervor.
Zu was ist es nütze? Es regt sich voll Fleiße
Und müht sich leise,
Bis lästiger Staub sich verlor.
Zu was ist es nütze? Kann Antwort nicht geben.
Es steht im Leben:
Ein armer, belächelter Tor.
30.
Die beiden Ersten flink sich regen,
Viel ist an ihrem Tun gelegen.
Sie pochen oft an eure Tür
Und sind euch hilfreich für und für,
Von Liebe oft und Treue zeugend
Und, Künstler, gern der Kunst sich beugend.
Doch ruht ihr, ruhn auch sie.
Das Letzte steht der Arbeit ferne,
Doch fleißig geht’s spazieren gerne,
Schaut sich die Welt von oben an
Und grüßt so höflich, als es kann.