Hundert neue Rätsel

Angela Döhring · Kapitel 8 von 46

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Hundert neue Rätsel

Kapitel 18

 

Ein schmaler Gang ist’s, nur für den bestimmt,

Der dort bedienstet ist und Wohnung nimmt.

Für einen Menschen nicht, bewahre, nein!

Selbst für ein Mäuslein ist es ja zu klein.

Doch dehnt’s dahinter sich oft weit und hell,

Und manchen treibet Neugier zu der Stell’.

 

19.

 

Zur Winterszeit naht’s leise,

Auf seine Weise.

Begleitet und umschart

Von den Gespielen zart,

Vergnügt es harmlos sich

Und tanzet meisterlich.

Wie fliegt’s dahin! natürlich;

Das tut es unwillkürlich.

Sein jugendreiner Glanz erhellt,

Wohin sein Weg es führt, die Welt.

Doch muß sein Stern rasch niedergehen,

Und wenn die linden Lüfte wehen

Und junge Knospen treiben,

Kann’s nicht mehr bei uns bleiben.

Lautlos pflegt’s zu entschwinden,

Und keiner kann’s mehr finden.

 

Doch wandelt sich ein Zeichen nur,

Dann ist es anderer Natur:

Zur Frühlingszeit naht’s leise,

Auf seine Weise.

Ein Lenzeshauch, ein Sonnenkuß,

Und sieh! da ist’s mit holdem Gruß,

Blickt still umher und hebt sich sacht:

Ob auch das Veilchen schon erwacht?

 

20.