Hunters
Monsterbuch (1)
Aniko Horvath
Hunters
Monsterbuch (1)
Monsterbuch (2)
Monsterbuch (3)
Prolog
Als der Nebel über der Stadt sich legte, begannen rote Funken in ihren Augen zu tanzen. Die dunklen Gestalten hatten sich um einen Kreis aus Kerzen versammelt. Schweigend standen sie beisammen, bis die Flammen begannen, wild aufzuflackern und sich mit dem wehenden Wind zu beugen und zu drehen. Eine der vermummeten Gestalten hob ihren Kopf und blickte in Richtung Vollmond. »Es ist so weit.« Das helle Stimmchen der Person verriet ihr Geschlecht. Schwarze Strählen lagen in Fransen über den Schultern des Mädchens und glänzten wie Seide im grellen Mondlicht. Eine weitere Gestalt, einen ganzen Meter größer als das düstere Mädchen, nickte zustimmend und hob ihre Hand. Unter der schwarzen Mütze erkannte man das von Bartstoppeln bedeckte Kinn eines älteren Mannes, der sich eine der Kerzen griff und sie sich vor die Brust hielt. Die Anderen taten es ihm gleich. Dort, wo zuvor die Kerzen gestanden hatten, waren jetzt weiße Kreise erkennbar. Kreise, in denen jemand merkwürdige, geschwungene Zeichen und Worte in einer Sprache, die fremd schien, geschrieben hatte. Der große Mann sprach ein paar leise Worte, ehe die Kerzen plötzlich erloschen und grauer, beißender Rauch in die Höhe stieg. Das Mädchen wandte sich an einen weiteren Mann neben ihr, der ebenfalls nickte und sich dann an den Mann mit dem Bart wandte. Auf dessen Mund erschien ein leichtes Lächeln. Ein Lächeln, das etwas verbarg. Ein merkwürdiges Lächeln. »Sie haben sich bereits auf den Weg gemacht«, verriet der bärtige Mann. Die vermummten Gestalten nickten der Reihe nach. Dann drehten sie sich um, und ohne ein Wort zu sagen, stürmte jeder einzelne von ihnen in die Dunkelheit hinaus.