Leben und Schicksale des Katers Rosaurus, oder die kleine Prinzessin und ihre Katze

Kapitel 9. Die böse That und deren Folgen.

Kapitel 9.

 

D i e b ö s e T h a t u n d d e r e n F o l g e n .

 

Und ist das Fädchen noch so fein gesponnen,

Am Ende kommt es doch ans Licht der Sonnen.

 

Plötzlich vernahm man Geräusch an der Thür und es hieß: — „die kleine

Prinzessin käme, um die Thiere zu sehen.“ Alles blickte nach ihr hin und freuete

sich über ihr freundliches Grüßen und über ihren hübschen Anzug. — Wie sie

vor den Käfig des großen Löwen trat, stieß sie einen lauten Schrei der

Ueberraschung und des Entsetzens aus, denn sie erkannte auf den ersten Blick

ihren Rosaurus. Sie wollte auch gleich mit der Hand durch die Eisenstäbe fahren,

um den kleinen Liebling zu streicheln und zu trösten, aber Mlle. Gogo riß sie

erschrocken zurück. — Der Menageriebesitzer wurde sogleich gefragt, wie er zu

dem Kätzchen gekommen sei? und er erzählte, daß er es einem unbekannten

Knaben abgekauft habe, welcher noch in diesem Augenblick hier gewesen, — er

wolle sogleich nach ihm suchen.

 

Wilhelm war aber nicht zu finden und das ging auch ganz natürlich zu; denn als

er das Gespräch über das Kätzchen hörte, wurde ihm bang ums Herz und er

kroch unter einen Tisch, worauf Papageien standen, und dessen unterer Raum

mit einem Leinwandvorhang versehen war; da war er sicher geborgen. Durch ein

Loch konnte er Alles sehen, was in der Menagerie vorging, und hören konnte er

auch Alles. So mußte er denn Zeuge sein, wie der Menageriebesitzer das

Kätzchen aus dem Löwenkäfig holte und einen Thaler erhielt, während er doch

nur einen Groschen dafür bezahlt hatte. Wilhelm ärgerte sich recht, daß er nicht

selbst ein so gutes Geschäft gemacht habe.

 

Es wurde ihm indeß sehr unheimlich unter dem Tisch zu Muthe; denn es befand

sich unter demselben eine große Aeffin im Wochenbette, welche den unberufenen Eindringling mit den langen Armen in den Nacken kratzte, und

unter dem Käfig der Aeffin stand der eines brütenden Pelikans, welcher,

ebenfalls entrüstet über die Störung, Wilhelm so arg biß, daß die Hosen zerrissen

und das Blut strömte. Er, der schon so wenig Sitzefleisch in der Schule hatte,

fürchtete auf diese Weise ganz untüchtig zum Sitzen zu werden und als die

Nachsuchung zu Ende war, benutzte er den Moment, wo ein dicker Herr sich vor

den Tisch gestellt hatte, um hervor zu kriechen und sich hinter diesem verborgen

zu halten.

 

Da aber das Böse in seinem Herzen nie schlummern konnte, so entging es seiner

Aufmerksamkeit nicht, daß der dicke Herr eine sehr wohlgefüllte Börse, woraus

er so eben ein Extra-Trinkgeld für die Schlange gezahlt hatte, in die linke

Rocktasche steckte. Die Schlange fraß nämlich so eben eine Taube in gewohnter

grausamer Weise, indem sie mit der freundlichsten Miene von der Welt dieselbe

beleckte und durch ihren Speichel schlüpfrig und geschmeidig machte; dann zog

sie das arme Thier unbarmherzig in ihren Rachen, und man fühlte, wie es im

tiefen Schlund noch zappelte.

 

Wilhelm meinte, der dicke Herr sähe gewiß so aufmerksam zu, daß er es nicht

merken würde, wenn seine zarte Hand ihm in die Tasche griff, und die Börse

heraus holte und im Hui war diese Hand auch drinnen. Aber in demselben

Augenblick fühlte Wilhelm, daß sie von einer anderen, kräftigeren Hand gefaßt

wurde, welche unter dem Rocke schon mußte geruht haben; zu gleicher Zeit

ward sein Ellbogen ergriffen und mit Riesenkraft auf einen Ruck sein Unterarm

wie ein dürres Stück Holz zerknickt. Wilhelm schrie vor Schreck und vor

Schmerz und als der dicke Herr sich ihm zuwendete, da erkannte er in ihm

denselben, der ihm neulich die zwei Ohrfeigen und den Groschen gegeben hatte.

Es war der Herr Polizei-Präsident. „Aha, sagte dieser, wir kennen uns schon;

jetzt hoffe ich, stiehlst du so bald nicht wieder.“

 

Das ganze Publikum war aufmerksam auf den schreienden Knaben geworden

und auch die Prinzessin wollte ihn bedauern und ihm etwas schenken. Aber der

Menageriebesitzer erzählte ihr, daß es derselbe Knabe sei, der ihren Rosaurus für

den Löwen verkauft habe; auch fanden sich beim Ausleeren seiner Taschen eine

Menge gestohlener Gegenstände. „Nein, dieser verdient kein Mitleid!“ meinten

die Leute.

 

Aber er litt doch große Schmerzen; blaß und zitternd stand er da und alle Blicke

waren auf ihn gerichtet; ein Wundarzt, welcher zufällig in der Nähe war, untersuchte den Arm und erklärte, derselbe müsse sogleich eingerichtet werden.

 

„Das soll in meinem Haus geschehen,“ sagte der Polizei-Präsident; „ich will ihn

bei mir verpflegen lassen und auch alle Kosten tragen. Seine Eltern taugen

gewiß nicht viel, sonst würde der Junge nicht so durchtrieben sein.“

 

So wurde denn Wilhelm fortgebracht, während die kleine Prinzeß mit ihrem

Rosaurus sich nach Haus begab und sich vornahm, ihm das Leben noch viel

angenehmer als früher zu machen. — Sie konnte sich gar nicht denken, wie er in

des bösen Knaben Hände gekommen sei und als Mlle. Gogo endlich nähere

Erkundigungen einzog, und man nach der Beschreibung Wilhelms und nach dem

Arbeitsbeutel, den er noch besaß, die lange Jenny als die Ursache von Rosaurus

Verschwinden erkannte, da wurde der Letzteren erklärt, daß sie nie wieder bei

der kleinen Prinzessin eingeladen werden solle, was allerdings eine große Strafe

und auch eine große Schande war. Der Vater schickte sie hierauf in ein Institut

und man hoffte, sie werde von da artiger zurückkehren.

 

Es war recht gut, daß Wilhelm in gute Pflege kam, denn zu Hause fehlte es ja an

Allem. Sein Vater hatte beim Holzlesen einen jungen Baum abgehauen und war

dabei ertappt worden, da mußte er zur Strafe für die Waldbuße arbeiten und da

die Mutter nichts verdienen konnte, so war kein Geld zu Hause.

 

Im Hause des Präsidenten fehlte es indeß an Nichts. Wilhelm lag im reinlichen

Bett in einer hübschen Kammer. Eine freundliche Magd bediente ihn und pflegte

ihn. In den ersten Tagen bekam er blos Wassersuppen und kühlende Getränke zu

genießen, später sorgte man für kräftigere Nahrung; ein freundlicher Arzt

besuchte ihn täglich und der Präsident brachte ihm Bilder und Bücher und setzte

sich stundenlang an sein Bett, um ihm Geschichten zu erzählen, er wußte deren

sehr schöne: von klugen Kindern, die anstatt ihre Geistesgaben auf das Lernen

oder etwas Nützliches zu richten, sie benutzten, um andere Menschen zu

überlisten und zu betrügen; er erzählte auch von Verbrechen, die lange geheim

gehalten wurden, endlich aber doch ans Tageslicht kamen und den Uebelthäter

zur Strafe brachten.

 

D e r F i n g e r G o t t e s .

 

In einem kleinen Städtchen lebte einst eine glückliche Familie; die Eltern waren

brav und die Kinder gut erzogen. Nur ein Sohn, Namens Ludwig, gab durch

seinen heftigen Charakter oft Ursache zur Unzufriedenheit; dabei hatte er ein rachsüchtiges Gemüth und in den Stunden seines Zorns hatte er manchem

Freund schon weh gethan und oft die Geschwister schwer gekränkt. Trotz aller

Vorstellungen hatte er diesen Fehler nicht abgelegt; er war nun 16 Jahr,

confirmirt, und noch immer brach von Zeit zu Zeit, bei unbedeutender

Gelegenheit, seine blinde Wuth aus und äußerte sich in irgend einer Unthat,

deren Folgen indeß nie so bedeutend waren, daß sie eine andere Strafe als die

Rügen des Vaters veranlaßt hätte.

 

Eines Tages war Ludwig mit dem Sohn eines Gutsbesitzers beim Tanzen in

Streit gerathen; in Wuth entbrannt, wollte er mit der Faust auf seinen Gegner

losgehen, dieser aber, stärker wie er, ergriff ihn beim Kragen und warf ihn zur

Thür hinaus.

 

Rache brütend ging Ludwig nach Hause; er mußte vor einem Bauerngut vorbei,

welches dem Vater seines Gegners gehörte und einst dessen Erbtheil werden

sollte. Er konnte seinem Beleidiger wohl keinen größern Schabernack anthun,

als wenn er dasselbe niederbrannte. Noch immer war er in der Aufregung des

Zorns und rasch griff er nach dem Feuerzeug und warf einige glimmende

Schwammstückchen ins Fenster. Da diese aber nicht gleich zündeten, nahm er

ein Wachslichtchen, welches auf der Schwester Weihnachtsbaum gestanden

hatte, und warf es brennend in das Stroh. — Dann ging er weiter. Er hatte kaum

die böse That gethan, als sein Zorn sich legte und er sie zu bereuen anfing; er

hoffte, es werde nicht Feuer fangen. Als er aber eine Stunde zu Bette war,

vernahm er den Feuerlärm. Er eilte nach der Brandstätte, er half mit löschen und

retten; er war unermüdlich und scheuete keine Gefahr. Er holte sogar ein Kind

aus den Flammen, wobei er selbst sehr beschädigt ward; aber nichts konnte das

ungestüme Pochen seines Herzens beschwichtigen. Das Gut war niedergebrannt;

die Besitzer dankten denen, die beim Retten behülflich gewesen waren und

Ludwig vor allen Andern; der Dank that diesem aber sehr weh. Er hätte gern

sein Hab’ und Gut hingegeben, um ihn zu entschädigen. — Man quälte sich mit

Vermuthungen, wer das Feuer angelegt habe; weder der Gutsbesitzer noch

dessen Sohn hatten Jemand beleidigt; sie kannten keinen Feind; man hatte nichts

gefunden von dem Mordbrenner, als ein Wachsstöckchen, welches verlöscht war

und seinen Zweck nicht erfüllt hatte. Es giebt so viele Wachsstöckchen in der

Welt. Dieses konnte unmöglich auf den Schuldigen führen.

 

Ludwig ward täglich ernster und mehr in sich gekehrt. Seine Wangen

erbleichten, er schlief nicht des Nachts; sein Gewissen quälte ihn; auch fürchtete

er, man möge doch einmal entdecken, daß er ein Mordbrenner sei und ihn dafür bestrafen. Eines Tages wurde er wirklich abgeholt und verhört. — Einer der

Untersuchungsrichter war mit Ludwigs Vater zusammen in der Residenz

gewesen und sie hatten zusammen die bunten Wachslichter für den

Weihnachtsbaum gekauft; so wußte er, wo solche Lichter waren; kaum war diese

Spur gefunden, so gedachte man des Streites, welchen Ludwig am Vorabend des

Brandes gehabt. Dann bemerkte man sein unruhiges Wesen, seine bleichen

Wangen. Er ward verhört, gestand und wurde auf viele Jahre ins Zuchthaus

verurtheilt. So kommt selbst das Geheimnißvollste an den Tag.

 

Christian, der Sohn eines Tagelöhners, ging einst an einem Garten vorüber, wo

Aprikosen an einem Baume hingen. Die Früchte waren ganz reif und hatten die

schönsten rothen Backen. „Das will ich mir merken,“ dachte der naschlustige

Knabe, „heute Nacht, wenn es dunkel ist, da komme ich und hole sie mir.“ —

Als er fort war, kam Peter, der Sohn des Hirten; sein Vater hatte ihn betteln

geschickt und er kam heim mit einem Sack voll Brodrinden. Aber er war sehr

müde, und da er noch weit von Hause war, legte er sich vor die Gartenthür,

welche eine Art von Obdach bot, und schlief ein. — Er wachte auf durch ein

Geräusch und sah Jemand in den Garten steigen. Christian hatte sich zwar

vorsichtig umgeschaut, aber den in dem Schatten der Thür ruhenden

Hirtenknaben nicht entdeckt. Der kleine Peter erkannte dagegen beim

Mondenschein den Einsteigenden, wollte ihn aber nicht stören, weil er fürchtete,

derselbe könne ihn schlagen. Er legte sich also auf die andere Seite und schlief

weiter. Am andern Morgen ward er unsanft von dem Gärtner geweckt, welcher

ihn für den Dieb hielt und ihn durchaus vor die Polizei schleppen wollte; aber

Peter betheuerte seine Unschuld, er zeigte den Inhalt seines Bettelsacks vor und

nannte, da alles nichts half, den wirklichen Dieb. Wirklich fand der Gärtner,

welcher gleich in Christians Wohnung ging, die gestohlenen Früchte, während

Christian noch fest schlief; er hatte ja einen Theil der Nacht durchwacht und war

fest überzeugt, daß Niemand ihn gesehen habe. — Gott sieht es aber immer und

weiß es auch immer also zu lenken, daß die menschliche Gerechtigkeit es

erfahre und daß schon auf Erden die Strafe den Verbrecher erreicht.

 

Im Anfang hörte Wilhelm nur mürrisch zu; er hatte ja Schmerzen und diese

Schmerzen hatte der Mann, welcher da vor ihm saß, verursacht. Nach und nach

aber erweichten die liebevollen Worte sein Gemüth; es war ihm oft zu Muthe, als

werde es plötzlich vor seiner Seele Tag; als falle ein Schleier vor seinen Augen

herab und er erkannte eine Wahrheit; diese Wahrheit hieß aber: Ehrlich währt am längsten.

 

Eines Tages, als Wilhelm eine schmerzlose Nacht gehabt hatte und zum ersten

Mal das Bett verlassen konnte, freilich mit festgeschientem Arm, frug der

Präsident ihn mit seiner freundlichen sanften Stimme: „sage mir doch recht

aufrichtig, was du denn eigentlich mit deiner Hand in meiner Tasche wolltest?“

 

W i l h e l m. Ich wollte Ihren Geldbeutel herausholen.

 

P r ä s i d e n t. Wußtest du denn nicht, daß das gestohlen sei?

 

W i l h e l m. O ja! das wußte ich sehr wohl.

 

P r ä s i d e n t. Wußtest du denn nicht, daß das Stehlen unrecht sei?

 

W i l h e l m. Das wußte ich nicht so ganz genau; ich wußte nur, daß man gestraft

wird, wenn man sich dabei ertappen ließ und ich habe mich niemals ertappen

lassen (hier lächelte Wilhelm triumphirend).

 

P r ä s i d e n t. Machte dir denn das Stehlen Freude?

 

W i l h e l m. Ja! sehr große, besonders wenn ich es recht geschickt anfing und

wenn es mir mit großer Mühe gelang. Auch war ich froh, wenn ich etwas nach

Hause brachte; und zu Hause konnte man alles brauchen.

 

P r ä s i d e n t. Wußten denn deine Eltern, daß das, was du nach Hause brachtest,

gestohlenes Gut sei?

 

Wilhelm schwieg verlegen; er scheute sich, seine Eltern zu verrathen; „die

Eltern, sagte er, schickten mich mit der Schwester aus, um zu betteln — es ging

aber gar zu langsam, wir brachten nur wenig zusammen, kaum genug, ein Brod

zu kaufen und ich wollte doch auch manchmal ein Stückchen Kuchen essen.

Man sieht so schöne Sachen bei den Conditoren am Fenster stehen, das giebt

Lust zu naschen und ich fand es ungerecht, daß die Reichen allein solche gute

Sachen genießen sollten.“

 

P r ä s i d e n t. Als Gott Reiche und Arme schuf, muß er wohl sehr weise

Absichten gehabt haben. Der Arme kann übrigens reich, der Reiche arm werden,

der Arme wird aber nur reich durch Arbeit, nicht durch Diebstahl; denn auf der

Sünde ruht kein Segen. Ich will dir Mittel an die Hand geben, die dich reich

machen können, wenn du brav und arbeitsam werden willst.

 

W i l h e l m. Ja, das will ich!

 

P r ä s i d e n t. Nun, so gieb mir die Hand darauf, daß du nie wieder fremdes Eigenthum an dich nehmen wirst.

 

Wilhelm versprach es.

 

P r ä s i d e n t. Auch versprich mir nie zu lügen.

 

Wilhelm versprach es auch.

 

P r ä s i d e n t. So will ich dich in eine Schule bringen, wo du erzogen und

unterrichtet wirst; dann laß ich dir ein Handwerk lernen, welches dich ernähren

kann, und du kannst dir eins wählen.

 

W i l h e l m. Ich möchte gern Bäcker oder Conditor werden.

 

P r ä s i d e n t. Haha! wohl wegen der guten Kuchen.

 

W i l h e l m. Ich meine, es muß eine Freude sein, das bereiten zu können, was so

vielen Leuten gut schmeckt.

 

P r ä s i d e n t. Brav, mein Junge; es ist recht, wenn man nicht blos an sich selbst,

sondern auch an Andere denkt. Bist du mir noch böse, daß ich dir den Arm in

meiner Tasche zerbrach. Ich kann in meiner eignen Tasche doch machen, was

ich will, und was sich unberufen hinein verirrt, muß sich alles gefallen lassen.

 

W i l h e l m. Ich bin jetzt recht froh, daß Sie mir den Arm zerbrachen und ich

will Ihnen immer recht dankbar dafür sein, wenn Sie mir etwas Tüchtiges lernen

lassen.

 

Als der Präsident eines Tages der kleinen Prinzessin begegnete, fragte diese:

 

„Was macht der kleine böse Junge?“

 

„Er ist kein böser Junge mehr,“ antwortete der Präsident, „und es würde gar

keine bösen Jungen in der Welt geben, wenn die Eltern nicht böse wären.“ Er

erzählte hierauf, wie Wilhelm erzogen worden und daß er noch andere

Geschwister habe. Die Prinzessin frug nun, ob diese auch so böse wären? Man

ließ sich nach ihnen erkundigen und hörte bald nur Gutes von Dorothea; die

Prinzessin ließ sie kleiden und in eine Strick- und Nähschule schicken. Die

kleine Hanne wurde aber in einer Klein-Kinderbewahrschule untergebracht, wo

sie beten, singen, stricken und hübsche Verschen lernte; man hielt sie auch dazu

an, sich die Nase zu putzen und die Hände zu waschen, was sie zu Hause nicht

nöthig hatte; auch mußte sie hübsch sittsam sein. Der Präsident sagte: auf solche

Weise rette man die Kinder von dem Verderben, und führe ihre Seelen dem

Himmel zu.