Robinson in Australien, Ein Lehr- und Lesebuch für gute Kinder
Zweiundwanzigstes Kapitel.
Nach Verlauf von etwa anderthalb Stunden war das Boot der Insel bis auf einige Flintenschüsse nahe gekommen. William und Kolbi standen hart am Strande und streckten den Rettern flehend die Hände entgegen. Man winkte ihnen mit Mützen und Taschentüchern, man schien sie anzurufen; allein die Brandung des Meeres übertönte den Ruf der menschlichen Stimme.
»Kolbi,« sagte jetzt William, »wir Beide können schwimmen; komm, laß uns in das Meer stürzen und zu unsern Rettern hinüberschwimmen, die vielleicht durch die Furcht zurückgehalten werden, ihr leichtes Fahrzeug durch im Meere verborgene Klippen gefährdet zu wissen; ich glaube aber, daß man an dieser Stelle, trotz der heftigen Brandung, ohne Gefahr landen kann, und das wollen wir ihnen sagen.«
Kolbi war mit dem Vorschlage seines Freundes zufrieden; im Nu waren die Kleider abgeworfen und Beide sprangen beherzt in das Meer. Als das die Leute in der Barke sahen, setzten sie die Ruder, die bisher geruht hatten, wieder in Bewegung, und man steuerte getrosten Muthes auf die beiden kühnen Schwimmer zu, die man bald erreichte.
So wie William und Kolbi in der Nähe des Bootes angelangt waren, rief man ihnen in deutscher Sprache – o welch ein himmlischer Klang war die für das Ohr unsers Williams! – zu: sie möchten nur getrost an Bord kommen, und schon nach wenigen Minuten standen unsere Freunde mitten unter der Mannschaft.
Man begrüßte einander, man befragte sie nach ihrem Namen, nach ihren Schicksalen, ihrem Vaterlande; man war nicht wenig erstaunt, auch einen Eingeborenen des Landes – denn dafür erkannte man Kolbi auf den ersten Blick – ziemlich fertig Deutsch reden zu hören, und hörte mit sichtbarer Theilnahme Williams Erzählung zu.
Diese Theilnahme bewies ihm vor allen Andern ein hoch und schlank gewachsener Mann von mittleren Jahren, aus dessen angenehmen, gewinnenden und freundlichen Gesichtszügen zugleich Milde, Freundlichkeit und Geist hervorstrahlten. Er trug ziemlich langes, lockiges Haar, das fast bis auf die Schultern hinabfiel, und sprach fertig Deutsch, obwohl mit einem etwas fremdartigen Accent.
Alle, die im Boote waren, bezeigten gegen diesen Mann eine ganz besondere Ehrfurcht und Zuneigung, denn so wie er sprach, schwiegen sogleich alle Andere.
Während die Matrosen sich besonders mit Kolbi beschäftigten, der ihre Aufmerksamkeit fast mehr noch als William in Anspruch nahm, mußte Letzterer sich zu dem freundlichen Manne setzen, um ihm ausführlicher seine Erlebnisse mitzutheilen. Als William ihm sagte, daß er, obschon von englischen Eltern abstammend, doch ein Hamburger von Geburt sei, verklärte ein angenehmes Lächeln das Gesicht des liebenswürdigen Mannes und er sagte:
»Hamburg kenne ich sehr gut und habe mich zu verschiedenen Zeiten daselbst aufgehalten.«
Das war denn eine große Freude für William, besonders als der Fremde seine geliebte Vaterstadt lobte und sagte, daß sie eine der angenehmsten und bedeutendsten Städte der Welt sei und er sie sehr lieb gewonnen habe.
Das von einem vorsichtigen und geschickten Steuermann gelenkte Boot landete endlich an der Insel und Alle stiegen aus; zuerst unsere beiden Freunde, die jetzt wieder dem Anstande huldigen und sich bekleiden wollten; denn auch Kolbi mochte nicht gern mehr ganz blos gehen und hatte sich schon gänzlich an seine Kleidung gewöhnt.
Sobald man gelandet war, erging die Bitte an unsere beiden Colonisten, der Mannschaft eine gute Quelle zu zeigen, damit man die mitgebrachten Fässer damit anfülle, denn der Wassermangel, welcher an dem großen Schiffe fühlbar geworden war, hatte den Kapitain desselben vermocht, seinen Curs nach der Insel zu richten, in der Hoffnung, daselbst diesem empfindlichen Mangel abhelfen zu können.
Daß man sich in dieser Hoffnung nicht getäuscht hatte, wißt Ihr, meine Lieben. William und Kolbi führten die Mannschaft auf dem kürzesten Wege zu ihrem herrlichen Bache in der Nähe der halbfertigen Hütte, und Alle erlabten sich an dem köstlichen Getränke, das sie so lange schon in solcher Frische vermißt hatten; niemals hatte ihnen der feurigste Wein so gut geschmeckt, wie jetzt der frische Trunk aus der Quelle.
William und sein Kolbi konnten aber auch noch auf andere Weise der Pflicht der Gastfreundschaft genug thun. Einige der köstlichen Melonen wurden aus dem Garten geholt und an die Mannschaft des Boots vertheilt; man machte ein großes Feuer an und legte eine Menge Pataten an die hoch emporlodernde Flamme; während diese brieten, pflückte man die aus Gras und Stäben geflochtenen Körbe, voll der saftigsten Himbeeren, die nicht minder willkommen als die Melonen waren, und Kolbi, der schon gar nicht mehr fremd gegen die weißen Männer that, versprach, daß er, wenn man ihm nur einige Zeit lassen wolle, einen guten Braten zum Gastmahle liefern würde.
Dieses Anerbieten war nicht zu verachten, da die Mannschaft so lange kein frisches Fleisch genossen und sich seit Monaten allein mit gesalzenem beholfen hatte, und so sprang Kolbi auf, griff nach Bogen und Pfeilen und stürmte fort.
Während er auf die Jagd ging, wurde beschlossen, die mitgebrachten Wasserfässer zu füllen und an Bord zu schaffen, damit sich die auf dem großen Schiffe befindliche Mannschaft daran erquicke, der Kapitain aber auch zugleich Nachricht über den Stand der Angelegenheiten erhalte. William, der selbst in seiner fast übergroßen Freude seine Besonnenheit nicht verloren hatte, schlug vor, aus einigen Brettern, die das Dach der Hütte bildeten, eine Art von Schleife zu machen und vermittelst derselben die jetzt gefüllten, mithin schweren Wasserfässer leichter ans Ufer zu führen. Dieser Vorschlag wurde mit Freuden angenommen, und bevor noch eine Stunde vergangen war, hatte man mit vereinten Kräften die Schleife in Stand gesetzt und zog sie, mit den Fässern und einigen Melonen beladen, unter lautem Jubel an den Strand.
Ein Theil der Mannschaft, unter diesen der freundliche Mann, den William gleich beim ersten Anblick schon so lieb gewonnen hatte, blieb auf der Insel zurück, um die Ankunft der Uebrigen daselbst zu erwarten, denn man zweifelte nicht daran, daß Alle nach der Reihe kommen würden, um sich auf der Insel zu erfrischen.
Der liebe Mann, welcher William so sehr gefiel, war aber kein Anderer, als der berühmte Dichter und Botaniker A d a l b e r t v o n C h a m i s s o, der auf der russischen Brigg » R u r i k «, geführt von dem Capitain O t t o von K o t z e b u e , die Reise um die Welt mitmachte und jetzt mit den Andern auf diese australische Insel gekommen war. Sollte der Eine oder Andere von Euch die nachgelassenen Werke dieses eben so liebenswürdigen als edlen und interessanten Mannes noch nicht kennen, so bittet Eure Eltern, daß sie Euch damit bekannt machen, namentlich mit der » R e i s e u m d i e We l t,« die er geschrieben hat und mit seinen Gedichten, die zu den schönsten gehören, welche wir besitzen, obgleich ihr Verfasser von Geburt ein Franzose war.
Adalbert von Chamisso ist jetzt todt, aber sein Andenken lebt in seinen Freunden und Freundinnen, zu welchen letztern auch ich mich zählen darf, fort, und seine Werke werden ewig leben.
Sobald der Marquis – denn das war Chamisso von Geburt – sich einigermaßen erfrischt hatte, bat er William, sein Führer auf der Insel zu sein, deren Pflanzenwelt für den Botaniker oder Pflanzenkundigen ein großes Interesse haben mußte. William war gern dazu bereit, und unsere Beiden traten ihre Wanderung an. Alle Augenblicke blieb Chamisso stehen, um bald dieses, bald jenes Pflänzchen zu beschauen und zu pflücken, und Alles, was seine Aufmerksamkeit erregte, wurde sorgfältig in eine blecherne Kapsel gelegt, die er an einem ledernen Riemen über der Schulter hängen hatte.
Der Spaziergang, den beide machten, brachte sie einander noch näher. William empfand gegen diesen liebenswürdigen und gelehrten Mann zugleich die innigste Zuneigung und Ehrfurcht, und der offene William gefiel auch ihm ganz besonders. Erst nach mehreren Stunden kehrte man zur Hütte zurück, wo man eben beschäftigt war, die Jagdbeute Kolbis zum Braten vorzubereiten. Diese bestand in mehreren wilden Tauben und einem jungen Kängeruh, das er zu erlegen glücklich genug gewesen war. Man rupfte und sengte die Tauben und zog dem Kängeruh das schöne, sammtweiche Fell ab; man zersägte und zerhieb die Bretter, die einen Theil des Daches der Hütte gebildet hatten und machte ein mächtiges Feuer an, um die Speisen daran zu braten. Allen lief das Wasser im Munde zusammen, wenn sie an den sie erwartenden leckern Genuß dachten; aber allgemein war auch die Klage: »Hätten wir doch nur daran gedacht, Salz und Schüsseln mit vom Schiffe bringen zu lassen!« Denn Fleisch ohne Salz zu essen, verstanden sie noch nicht, wie unser William, der sich Jahre lang ohne dieses nothwendigste aller Gewürze hatte behelfen müssen.
Groß war daher ihre Freude, als die vom Schiffe Zurückkehrenden, mit ihrem Kapitain an der Spitze, sorgsamer als sie gewesen waren und sowohl an Salz, als an Gefäße zum Kochen und Braten gedacht hatten. Ein fröhliches Hurrah! begrüßte sie, als sie das mitgebrachte von der Schleife packten und es neben dem Feuer aufstellten. Jetzt erst konnte ein leckerer Braten gemacht, konnten die Pataten in einem großen Kessel, den man über dem Feuer aufhing, in Salz und Wasser gehörig gekocht werden.
Der Reichthum, den die Insel an Wildbret und Geflügel darbot, bestimmte den Kapitain der Brigg »Rurik,« sich für ein längeres Verweilen auf derselben zu erklären, da die Mannschaft des Schiffes sowohl durch den in der letzten Zeit eingetretenen Wassermangel, als durch den beständigen Genuß des gesalzenen Fleisches etwas gelitten hatte. Es waren mehrere Krankheitsfälle an Bord vorgekommen, und der Schiffsarzt hatte einen Wechsel der Nahrungsmittel für die Mannschaft gewünscht.
Auch Adalbert von Chamisso war mit dem längern Verweilen auf der Insel sehr zufrieden, da er eine Menge ihm bis dahin unbekannter Pflanzen darauf fand, die er sorgfältig trocknete und in sein Herbarium (oder seine Kräutersammlung) legte. Er war vom frühesten Morgen bis spät in die Nacht auf den Beinen; oft begleitete ihn der Schiffsarzt, der sich auch sehr für die Pflanzenkunde interessirte, öfterer aber noch unser William, für den er eine besondere Neigung gefaßt zu haben schien, und der ihm von seinem Aufenthalte auf der Insel so viel zu erzählen wußte.
Allen erging es auf derselben sehr wohl, zumal da man in dem herrlichen Bache eine Art von Brunnenkresse gefunden hatte, die für die am Scorbut leidenden Kranken eine wahre Wohlthat war, indem sie sie von dieser lästigen Krankheit schnell wieder herstellte. Allein die bisher so wenig von William und Kolbi belästigte Thierwelt hatte es seit der Landung der russischen Mannschaft sehr schlimm. Man stellte Allem, was nur irgend genießbar war, beharrlich nach: die wilden Tauben waren nicht mehr in den höchsten Gipfeln der Bäume sicher; der Koango nicht mehr in seiner Höhle; die sonst so wenig scheuen Kängeruh's wurden von allen Seiten umstellt und mit Pulver und Blei getödtet. Alle Augenblicke erschallte der Knall einer Flinte, denn auch die an Bord befindlichen Naturforscher stellten den kleineren Thieren nach, um sie ausstopfen und ihren Sammlungen hinzufügen zu können! kurz, der Krieg zwischen Menschen und Thieren war ausgebrochen, die letzteren aber sehr im Nachtheile, da sie kein Vertheidigungsmittel hatten und völlig wehrlos niedergeschossen wurden.
Höchst seltsam war die Wirkung anzusehen, die der erste Flintenschuß, den Kolbi in seinem Leben vernahm, auf den armen Wilden machte. Zwar hatte er die von der Schiffsmannschaft mitgebrachten Flinten gesehen und sie sogar, neugierig wie er von Natur war, in die Hand genommen und sie von allen Seiten betrachtet; er war auch gegenwärtig gewesen, als man sie mit Pulver und Blei lud und hatte jede Bewegung der sie Ladenden mit angestrengter Aufmerksamkeit verfolgt; allein was nun aus dem » D i n g e « – Ding nannte er Alles, was er noch nicht kannte – werden solle, das wußte er nicht. Zufällig war es der Arzt, mit dem er auf seine Einladung ausgegangen war, welcher den ersten Schuß that, den er in seinem Leben hörte. Dieser hatte hoch in dem Wipfel eines Eucalyptus einen sehr schönen Papagey erblickt und wünschte ihn für seine Sammlung zu haben. Kolbi sah, wie er » d a s D i n g« von der Schulter nahm, hörte das kleine Geräusch, welches durch das Aufspannen des Hahns verursacht wurde, sah, wie der Arzt anlegte und zielte und erwartete zwar mit Neugierde, aber auch mit Ruhe, was nun kommen würde. Da – o wie ward ihm! – da knallte es plötzlich dicht neben ihm los, und zugleich mit dem gutgetroffenen Papagey stürzte der Arme zur Erde.
Der Arzt war über die doppelte Wirkung, die sein Schuß gehabt hatte, sehr erschrocken; er warf das Gewehr weg und kniete neben Kolbi nieder, der mit festgeschlossenen Augen dalag und mit Händen und Füßen zappelte, als wäre er selbst von dem tödtlichen Blei getroffen worden.
Vergebens redete der Arzt ihm zu, ohne alle Furcht zu sein, indem ihm weder Schaden zugefügt worden sei noch werden solle; er antwortete ihm nicht, sondern zappelte mit seinen Extremitäten fort und ächzte mit noch immer geschlossenen Augen wie ein Sterbender.
Erst nach langem Zureden gelang es dem selbst durch den Vorfall erschrockenen Arzte, ihn einigermaßen zu beruhigen und ihn dahin zu bringen, daß er sich vom Boden erhob; dazu konnte er ihn aber nicht bewegen, daß er ihn noch ferner auf seiner Streiferei begleitete; Kolbi ergriff die Flucht, so wie er auf seinen Beinen stand, und lief zu William, um diesem unter Thränen sein Unglück zu klagen und ihn zu bitten, mit ihm die Flucht zu ergreifen; denn, sagte er, er wolle keinen Verkehr mehr mit den » D o n n e r - L e u t e n « haben.
Es wurde selbst William sehr schwer, ihn nur einigermaßen zu beruhigen, und ihn von der Flucht abzuhalten; dazu aber konnte er ihn nicht wieder bringen, nochmals ein Gewehr in die Hand zu nehmen; denn darin säße der böse Geist, behauptete er.
Endlich, nachdem man sich beinahe acht Tage auf der Insel aufgehalten und ihr, auf den Wunsch Chamisso's, den Namen R o s m a r i e n - I n s e l gegeben hatte, – so nannte er sie nach einer theuren Freundin, welche Rosa-Maria hieß und ihm auch bereits in die Ewigkeit gefolgt ist – schickte man sich an, sie zu verlassen und auf's neue mit dem »Rurik« die hohe See zu suchen.
William und Kolbi, die man natürlich mitnahm, packten von ihren wenigen Sachen ein, was sie nur konnten, denn jetzt, wo sie für immer von ihrer lieben Insel scheiden sollten, hatte Alles, was sie dort besaßen, einen doppelten Werth für sie. Besonders trug William Sorge dafür, in die Kiste des Schiffszimmermanns Alles zu legen, was noch von den darin enthaltenen Sachen vorhanden war. Er hatte die Absicht, wo möglich das Fehlende in Hamburg zu ersetzen und das Ganze dann den Erben seines verstorbenen Freundes zuzustellen; daß diese in seiner Vaterstadt lebten, wußte er und hoffte so, sie auffinden und ihnen ihr rechtmäßiges Erbthum zustellen zu können. Wie werth und theuer mußte nicht für diese Leute jedes Stück sein, das der arme Steffen einst besessen hatte.
Kaum werdet Ihr es glauben können, und doch war dem so: William vermochte sich nicht ohne heißen Schmerz von seiner geliebten Insel zu trennen, obschon ihn das Wiedersehen der über alles geliebten Mutter, der theuren Heimath bevorstand. Hatte er doch auf der Insel manchen guten Tag, manche herzerhebende Stunde im Umgange mit seinem geliebten Kolbi verlebt; hatte er doch auf ihr Nahrung und Obdach gefunden und seine körperlichen und geistigen Kräfte üben und erkennen gelernt; der Gedanke an dieses Alles erfüllte ihn zugleich mit Wehmuth und Dankbarkeit.
Am letzten Abende, als die Insel früh am andern Morgen verlassen werden sollte, ergriff er die Hand seines Kolbi, um allein mit diesem noch einen langen Spaziergang zu machen. Es war bereits kühl geworden und sie konnten also rasch fortwandern. Himmel und Erde waren gleich schön: die untergehende Sonne spiegelte sich im Meere ab; die Luft führte ihnen balsamische Düfte zu; die Gipfel der hohen Eucalypten waren noch mit dem Golde der scheidenden Sonne bestreut; die Vögel sangen ihr Abendlied in den Wipfeln; der Bach murmelte so traut; die hohen Gräser bewegten sich leise im sanften Abendwinde und es war eine Stille und Feier in der Natur, die ihre Herzen unaussprechlich rührte.
Lange standen beide Hand in Hand auf der Spitze des Hügels, an dessen Abhange ihr Häuschen lag, das jetzt nur noch eine unförmliche Steinmasse mehr war, und schauten auf dasselbe mit von Thränen feuchten Blicken hinab. Dann gingen sie in den Garten, und zugleich mit Wehmuth und Liebe betrachteten sie die Pflanzen, die so fröhlich darin wuchsen und von nun an ihre Pflege entbehren würden. Auch Kolbi war sehr still und augenscheinlich bewegt; was er in diesem Augenblick empfand, vermochte er nicht auszudrücken; aber auch in seinem dunklen Auge glänzte eine Thräne.
Williams Gefühle wallten endlich in einem Dankgebete über; er sank auf seine Kniee nieder und dankte Gott aus der Fülle seines Herzens für alles Gute, was er von seiner Gnade empfangen hatte. Dann reichte er Kolbi die Hand, und Beide setzten schweigend ihre Wanderung fort, von der sie erst mit Anbruch der Nacht zurückkehrten.