Robinson in Australien, Ein Lehr- und Lesebuch für gute Kinder
Dreiundzwanzigstes Kapitel.
Früh am andern Morgen ging es an Bord des »Ruriks,« an den man bereits am vorhergehenden Tage alle gesammelten Lebensmittel geschafft hatte.
William und Kolbi waren die letztern in dem Zuge, der sich unter fröhlichem Geplauder, unter Scherzen und Lachen dem Strande näherte. Da, als man bereits eine gute Strecke von der Hütte entfernt war, hörten unsere beiden Freunde plötzlich das ihnen so wohlbekannte: »Gieb Futter, Gieb Futter!«
»O, mein Gott!« rief William, den Arm Kolbis loslassend und einige Schritte zurückgehend, »bald hätten wir unsern guten Freund hier vergessen! Wie würde mich das betrübt haben!«
Es dauerte keine Minute, so saß der schöne Lori ihm auf der Schulter; denn da er ihn nie neckte, wie Kolbi aus Muthwillen zuweilen that, hatte der Papagei eine ganz besondere Vorliebe für ihn gefaßt.
»Komm,« sagte William, das glänzende Gefieder des schönen Thieres sanft streichelnd, »komm, Lori, Du sollst mit mir und, wenn Gott mir meine geliebte Mutter erhalten hat, ihr zur Freude, mir aber zur Erinnerung an dieses rettende Eiland dienen; denn nie werde ich deine Stimme vernehmen, ohne an Alles erinnert zu werden, was ich hier erlebte.«
Der Vogel sah ihn mit seinen klugen Augen so verständig an, als verstünde er seine Worte, und auf dem Wege zum Strande hörte er nicht auf, zu plaudern und zu pfeifen, denn auch das Letztere hatte er von seinen Erziehern gelernt.
Der Wind war günstig; das Schiff lichtete, sowie alle am Bord waren, die Anker; die Segel schwellten und der majestätische »Rurik« setzte sich in Bewegung. Es dauerte nicht lange, so hatte man die geliebte Insel aus dem Gesichte verloren.
Immer frisch ging es vorwärts, denn der »Rurik« war auf der Heimreise begriffen. Der Wind blieb lange günstig; man lief in der Nacht vom 30. auf den 31. März in die Ta f e l b a i , beim Vo r g e b i r g e d e r g u t e n H o f f n u n g, ein und verweilte daselbst acht Tage, was unserm William Gelegenheit gab, den Besitzer des Constantia-Weinbergs, seinen guten Holländer, wieder aufzusuchen, und ihm zugleich seinen auf der Reise und durch den erlittenen Schiffbruch erworbenen Freund Kolbi vorzustellen.
Dieser treffliche Mann war so erfreut über das Wiedersehen Williams und hörte seiner interessanten Erzählung mit so großem Interesse zu, daß sich unser Freund ganz wie zu Hause bei ihm fühlte. Als es endlich an's Scheiden ging, umarmte der gute Holländer William fast unter Thränen der Rührung und drückte ihm ein Päckchen mit den Worten in die Hand:
– »Nimm das zum Geschenke von mir und möge es dir Segen bringen, mein Sohn! Wenn es dir in deiner Vaterstadt wohl ergeht, dann gedenke auch zuweilen meiner!«
Er wandte sich jetzt mit nassem Auge von den beiden Freunden ab und ging; auch William, minder sein Kolbi, war tief gerührt.
Die fernere Reise war, bis auf einige wenige stürmische Tage, sehr vom Glück begünstigt und ich wüßte Euch, meine Geliebten, nicht eben viel Neues davon zu erzählen. Nur des Umstandes muß ich noch erwähnen, daß der » R u r i k « bei der Insel S t . H e l e n a vor Anker ging und man also Gelegenheit hatte, den größesten Mann des Jahrhunderts und einer der größesten aller Zeiten, auf dieser durch ihn so berühmt und bekannt gewordenen Insel zu sehen. Ich brauche Euch wohl kaum noch den Namen N a p o l e o n B o n a p a r t e zu nennen; denn Ihr werdet wissen, daß dieser als Gefangener auf der Insel St. Helena schmachtete und daselbst auch sein thatenreiches Leben endete. Freilich sah unser William den großen Mann nur flüchtig auf einem Spazierritte, den er in Begleitung der ihn bewachenden Officiere machte; aber die Erinnerung an diese Begegnung blieb ihm für den Rest seines Lebens eine höchst angenehme.
Endlich lief der » R u r i k «, nach einer eben so schnellen als glücklichen Fahrt, am 16. Juni des Jahres 1818 in den Hafen von Portsmuth in England ein, und schon am 18. gingen William und Kolbi in Begleitung ihres Freundes und Beschützers, Adalbert von Chamisso, an das Land. Hier trennte dieser sich von Beiden, nachdem er großmüthig die Ueberfahrt für sie auf einem eben nach Hamburg unter Segel gehenden Paquetboote bezahlt hatte. Der Abschied war sehr schmerzlich; denn sowohl William als Kolbi hatten ihren Beschützer von Herzen lieb gewonnen. Er versprach ihnen aber, falls er nach Hamburg kommen sollte, sie aufzusuchen, und hat auch hierin Wort gehalten.
Wie schlug William das Herz, als er nach einer eben so schnellen als glücklichen Fahrt und nach einer Abwesenheit von fast vier Jahren, die Thürme seiner Vaterstadt und endlich den mit Schiffen angefüllten Hafen derselben wieder erblickte!
Tausend Fragen drängten sich ihm auf, worunter die: ob er seine geliebte Mutter auch noch wieder finden würde? ob der Gram um ihn sie nicht vielleicht gar getödtet habe? sein Herz zu ängstlichen Schlägen bewegte.
Endlich konnte er aus der leichten Barke an's Land springen; Kolbi folgte ihm. Dieser, dem Alles neu war, wollte jeden Augenblick stehen bleiben und bald über Dieses, bald über Jenes Auskunft von ihm haben; allein er war nicht im Stande, ihm die gewünschten Erklärungen zu geben, sondern eilte rastlos vorwärts, bis er bei der niedern Wohnung anlangte, in der er seine Mutter verlassen hatte.
Eine ihm völlig fremde Frau stand vor der Kellertreppe, und fast athemlos vor banger Furcht fragte er nach seiner Mutter. Die Frau, welche erst vor Kurzem eingezogen war, wußte ihm keine Auskunft zu geben, und schon wollte sich Verzweiflung seiner Seele bemächtigen – denn er glaubte die gute Mutter todt – als sich die Thür des dem Keller gegenüberliegenden Hauses öffnete und ein ihm gleich auf den ersten Blick wohlbekanntes Gesicht aus derselben neugierig auf Kolbi schaute; dieser erregte durch sein ungewöhnliches Aeußere natürlich die Aufmerksamkeit aller ihnen Begegnenden.
– »Fritz! Fritz!« rief William mit lauter Stimme und stürzte auf seinen Jugendgespielen und Schulgenossen zu.
Dieser erkannte ihn nicht sogleich. William war seit ihrer Trennung um vier Jahre älter geworden und von der südlichen Sonne so gebräunt, daß er weit eher einem Mulatten, als einem Europäer ähnlich sah.
– »Erkennst du mich denn nicht mehr, Fritz?« fragte ihn William mit traurigem Tone; »erkennst du deinen Freund William Robinson nicht mehr?« fügte er hinzu.
– »Mein Gott! Du!« rief dieser jetzt, indem er ihm in die Arme stürzte. »Du lebst, William? Wie wird sich deine Mutter freuen, die dich als todt beweinte!«
– »So lebt sie doch noch?« rief William, und ein Strom von Freudenthränen schoß ihm über die Wangen. »O Gott, mein guter gnädiger Gott, wie danke ich Dir!« sagte er, die Hände zum Himmel emporstreckend. Viel hätte nicht gefehlt, so wäre er auf der offenen Gasse auf seine Kniee niedergesunken, um seinem himmlischen Vater für die ihm erzeigte große Gnade zu danken.
– »O, führe mich zu meiner Mutter!« rief er dann, die beiden Hände seines Jugendfreundes erfassend, »führe mich auf der Stelle zu ihr: mein Herz droht vor Sehnsucht nach der Geliebten zu zerspringen!«
– »Gemach, mein Freund,« antwortete ihm der besonnene Freund; »Du darfst so unerwartet nicht zu ihr eintreten: Die Ueberraschung könnte sie vielleicht gar tödten. Tritt erst in unser Haus und warte, bis ich zurückkomme. Sie wohnt da drüben, in dem großen Fruchtlager; ich gehe zu ihr, um sie vorsichtig auf die Freude vorzubereiten, die ihrer harrt; denn sonst könnte leicht aus dem Glück ein Unglück entstehen.«
William fand das, was Fritz sagte, vernünftig und trat mit seinem Kolbi in das Haus, während Fritz zu der Frau Robinson hinübersprang, um sie vorzubereiten. Er machte seine Sache sehr geschickt. Erst sagte er ihr, daß man glaube, das schöne Schiff, die » H o f f n u n g «, sei doch nicht untergegangen, wie man so lange gewähnt; dann ging er weiter und immer weiter und endlich trat er mit der vollen, glücklichen Wahrheit hervor. Trotz der gebrauchten Vorsicht war die zärtliche Mutter doch fast einer Ohnmacht nahe, als er ihr die Versicherung gab, daß ihr William lebe und nur wenige Schritte von ihr entfernt, in seinem Hause sei. Als sie sich einigermaßen von ihrem freudigen Schrecken erholt hatte, ließ sie sich nicht länger halten; sie stürzte fort, dem Hause von Fritzens Eltern zu und lag, halb todt vor Uebermaaß an Freude, in den Armen des so lange als todt beweinten Sohnes.
We l c h e F e d e r wäre wohl im Stande, dieses Wiedersehen zu schildern? Die meine ist zu schwach dazu und ich muß es Euch, meine Geliebten, überlassen, Euch selbst alle die nun folgenden rührenden Scenen auszumalen.
Als der erste Sturm der Empfindung sich in Etwas gelegt hatte, ergriff William die Hand seines Kolbi und führte ihn mit den Worten zu seiner Mutter:
– »Umarme auch ihn und nenne ihn deinen zweiten Sohn, denn er ist mein liebster Freund, mein Bruder und nach dir mir der liebste auf der Welt.«
– »Ja, er soll auch mein Sohn sein,« versetzte die Mutter und umarmte bei diesen Worten den tiefgerührten Kolbi, der die Mutter seines Williams auch schon lieb gewonnen hatte.
Dann ging's an's Erzählen und Ihr könnt Euch vorstellen, wie interessant der Frau Robinson jedes Wort war, das ihr geliebter Sohn zu ihr redete. Fast bis um Mitternacht dauerten die Mittheilungen Williams, und selbst da konnte man noch nicht einschlafen.
Etwa zehn Jahre nach diesen glücklichen Vorfällen sprach man sehr viel in der Stadt von dem reichen Kaufmann Herrn William Robinson, von dem man behauptete, daß ihm alle seine Speculationen über Erwartung glückten. Als Compagnon war ein Eingeborener Australiens, der die heilige Taufe erhalten und den Namen Wi l l i a m s in derselben angenommen hatte, in die Handlung aufgenommen worden und er zeichnete sich durch Geschicklichkeit und Fleiß eben so sehr aus, als durch sein liebreiches Wesen und seine Wohlthätigkeit.
Die Sache hing so zusammen:
Als William einige Tage nach seiner Rückkehr seine Sachen vom Bord des Paquetboots geholt hatte – auch den Lori vergaß er nicht – fiel ihm das Päckchen in die Hände, das der gute Holländer am Vorgebirge der guten Hoffnung ihm beim Abschiede in die Hand gedrückt hatte, und das bis dahin uneröffnet geblieben war. Jetzt öffnete er es und fand, zu seiner nicht geringen Ueberraschung, eine Rolle blanker Louis'dors, fünfzig an der Zahl, darin. Zitternd vor Freude brachte er der Mutter seinen Schatz und erzählte ihr zugleich, wie er dazu gekommen.
– »Das Geld,« sagte die fromme und verständige Mutter, »mußt Du im Handel anlegen: es wird dir Segen bringen, da du es durch deine Rechtschaffenheit erwarbst. Meine Lage in diesem Hause ist zwar nicht glänzend, aber Herr Berger behandelt mich anständig und hat Vertrauen zu mir; so kann ich es schon noch eine Weile bei ihm aushalten; segnet aber Gott deine Geschäfte, dann ziehe ich zu dir.«
Und Gott segnete das Geschäft des guten, redlichen Williams. Schon nach einem Jahre hatte sich sein kleines Kapital verdoppelt, und, wie schon angedeutet worden, nach etwa zehn Jahren war er ein reicher, reicher Mann, hatte ein großes Haus, eine liebenswürdige tugendhafte Frau und ein Häuflein hoffnungsvoller Kinder.
Die Mutter und sein Kolbi, der indeß von geschickten Lehrern unterrichtet worden war, wohnten bei ihm und letzterer war sogar sein Compagnon geworden.
Oft, wenn die Freunde in traulichen Gesprächen ihrer Vergangenheit und wunderbaren Lebensschicksale gedachten, sagte William:
– »Erinnerst du dich noch, Kolbi« so nannte er ihn noch immer, wenn sie allein waren – »was ich dir bei Gelegenheit der Zerstörung unserer Hütte durch die Feinde deines Stammes sagte: daß Gott es oft dann am besten mit uns meint, wenn er uns Trübsal sendet?«
– »Wohl erinnere ich mich deiner Worte,« versetzte Kolbi, »und habe derselben sehr oft gedenken müssen. Hätten die Feinde unsere Hütte nicht zerstört, so würden wir vielleicht nicht an den Strand gegangen sein, um Bretter zu suchen: der » R u r i k « wäre wahrscheinlich an der Insel vorübergesegelt, ohne sie zu besuchen, und wir säßen jetzt wohl noch auf derselben. Gelobt sei Gott, der gnädige, allweise Gott, der seine Menschen segnet, indem er sie zu prüfen scheint.«
In der Verlagshandlung von J. Engelmann in H e i d e l b e r g sind auch folgende
Unterhaltungs- und Jugendschriften etc.
erschienen, und in allen B u c h h a n d l u n g e n zu den beigesetzten Preisen zu
haben.
Beck, Dr. (Schuldirektor in Neuwied), Geschichten, Sagen und Naturgemälde des
Rheins, aus dem Munde deutscher, besonders rheinischer Dichter. Ein
Erinnerungsbuch für Fremde und Einheimische sowie auch für Gedächtniß-
und Vortragsübungen in und außer der Schule. Mit der Ansicht von
Rheinstein. 12. Brosch. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.
Der Herausgeber dieser eben so vollständigen als zweckmäßigen Sammlung hat sich nicht blos auf die
G e s c h i c h t e beschränkt, sondern auch, woran das Rheinland so reich ist, seine S a g e n berücksichtigt, und endlich dem weitgepriesenen Rheinwein zu Ehren, eine Reihe Rheinweinlieder beigefügt.
Engelmann, Dr. J. B., Gebete und Erweckungen zum Gebet. Ein Andachtsbuch
für Familien. Mit einem Kupfer. In allegorischem Umschlage. geb. 1 fl. 24 kr.
od. 22 gr.
Dieser herrliche Kranz ist aus den schönsten Blumen, welche die Muse der Religion und des Gefühls
spendet, gewunden – aus den erwähltesten, die ihre geweihte Sänger: K l o p s t o c k , C r a m e r , G e l l e r t , C a r o l i n e , R u d o l p h i , H e r d e r , N o v a l i s , J a c o b i , K r u m m a c h e r , S e u m e , H a l l e r , K o s e g a r t e n , P f e f f e l , J u l i e , Ve i l l o d t e r , B ü r g e r , H ö l t y , M a t t h i s s o n und mehrere, auf den Altar des Heiligen, Guten und Wahren niederlegen. – In den Betrachtungen über Gott, Jesus, Tod und Unsterblichkeit, in den Trostgesängen bei den Gräbern unserer Lieben, in den Morgen- und Abendliedern, und andern vermischten Inhalts, wird das fromme Gemüth Erhebung zur Andacht, Beruhigung im Leiden und Kraft zum heitern Fortschreiten auf der Prüfungsbahn dieses Lebens finden – und so wird dieses Buch jedem Familienkreise und jedem Einzelnen, der ein solches zu haben wünscht, ein willkommener Begleiter sein.
Geib, Karl, die Volkssagen der Rheinlande. In Romanzen und Balladen. Mit 22
Kupfern. 8. 1. Band 1828. In schönem Einbande 3 fl. oder 2 Thlr.
Deren 2. Band. In Romanzen, Balladen und poetischen Erzählungen. Mit 21 Kupfern 1836. Geschmackvoller Einband in Catton-Taffent. 3 fl. od. 2 Thlr.
Jeder Band wird besonders gegeben. Beide Bände z u s a m m e n g e n o m m e n kosten 5 fl. 24 kr. oder 3 Thlr. 12 gr.
Die in diesen beiden Bänden enthaltenen S a g e n in poetischem Gewande sind bereits, dem größern
Theile nach, in dem Taschenbuch Cornelia 1824 und folgende Jahrgänge abgedruckt.
Aufgefordert durch den allgemeinen Beifall, den diese Dichtungen erhielten, und durch die Wünsche
vieler Freunde und Bewunderer des Rheins, haben wir uns entschlossen, eine besondere, elegant ausgestattete Sammlung derselben herauszugeben, die sich auch darum zu Geschenken der Freundschaft und Liebe ganz besonders eignet. Außer den zu den S a g e n gehörigen schönen Kupfern und Stahlstichen, enthält der 1. Band noch ein neues, vortreffliches Titelkupfer.
Haug, Fr., Fabeln für Jung und Alt. In sechs Büchern. 16. br. 1. fl. 12 kr. od.
18 gr.
Die F a b e l ist in neueren Zeiten wenig, oder vielmehr gar nicht cultivirt worden. F r. H a u g versuchte
sich vor einigen Jahren in diesem Fache. Er fand Beifall, und sendete nun, ermuthigt, jenen d r e i h u n d e r t F a b e l n z w e i h u n d e r t w e i t e r e nach. Sie sind nicht der J u g e n d allein, auch dem A l t e r geweiht, und großentheils berühmten Dichtern anderer Nationen frei nachgebildet.
Helwig, Amalie v., geb. v. Imhoff. Die Sage vom Wolfsbrunnen, Mährchen.
2. Aufl. Mit 1 Kupf. 8. Brosch 1 fl. oder 16 gr. Ausgabe mit 5 Kupfern,
elegant geb. in Futteral, 2 fl. od 1 Thlr. 8 gr.
Reinhardt, Lina. Festgabe in zehn neuen dramatischen Spielen für die deutsche
Jugend. 12. 2 fl. 24 kr. oder 1 Thlr. 15 gr.
Die Kinderschauspiele der vortrefflichen L i n a R e i n h a r d t haben in dem Kreise, für den sie zunächst
bestimmt sind, so wie bei Erwachsenen so viel Beifall gefunden – z w e i Ausgaben mußten in kurzer Zeit veranstaltet werden – daß ich mich gern entschloß, eine neue Sammlung der Art aus der beliebten und belobten Feder dieser Schriftstellerin zu bringen. Heiterkeit, Frischheit und Neuheit zeichnen diese kleinen Dramen vor allen andern der Art vortheilhaft aus. Zum besondern Verdienste gereicht es der Verfasserin, daß sie bei allen diesen Stücken immer eine s t r e n g m o r a l i s c h e Tendenz vor Augen hatte, so daß sie nicht nur erheitern und erfreuen, sondern zugleich auch b i l d e n und b e l e h r e n .
– – Neues Kindertheater, der heranwachsenden Jugend bestimmt. 2 fl. 24 kr.
oder 1 Thlr. 14 gr.
Auch diese Sammlung schließt sich würdig an die früheren derselben Verfasserin an. Nicht die Absicht,
aus Kindern Bühnenkünstler oder nach Lob begierige Declamatoren zu bilden, hat die Herausgabe dieses »neuen Kindertheaters« veranlaßt, sondern die von den ausgezeichnetsten Pädagogen anerkannte Erwägung, daß die dramatische Darstellung vorzüglich geeignet ist, Eindruck auf das jugendliche Gemüth zu machen, und recht angewendet, in der Form des Spiels dem Saamen des Guten einen gedeihlichen Boden bereiten kann.
– – Noth und Rettung am Lebensmorgen. Sechs Erzählungen für die reifende
Jugend. 1 fl. 36 kr. od. 1 Thlr. 2 gr.
Die streng religiös-moralische Tendenz aller Schriften der Verfasserin zeichnet auch diese Erzählungen
für die reifere Jugend aus. Glückliche Wahl der behandelten Gegenstände, anziehende Darstellung und eine blühende Sprache haben dem Büchlein schon viele Freunde verschafft, und mit dem größten Rechte ist es allen Vätern und Müttern zu empfehlen, die ihren Kindern eine anziehende und doch gediegene, wahrhaft Geist und Herz bildende Lectüre verschaffen wollen.
Schoppe, A., geb. Weise. Elegantes Geschenk zur Fest-, Namens- und
Geburtstagsfeier. Zugleich ein Geschenk- und Erinnerungsbüchlein für
Reisende am Rhein-, Main-, Mosel- und Nekarstrande. Enthaltend 60 Stahl-
und Kupferstiche zu den schönsten Volkssagen. 26 Porträts berühmter und
interessanter Personen und 26 Genre-Bilder, im Ganzen 112 Stahl- und
Kupferstiche, mit den dazu gehörenden Sagen und Beschreibungen.
5 fl. 24 kr. oder 3 Thlr. 12 gr.
Schoppe, A., Christliche Erzählungen für die gebildete Jugend beiderlei
Geschlechts. 12. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.
In einer Zeit, wo so viele darauf hinarbeiten, sowohl die christliche Lehre, als Gesinnung zu untergraben,
durften diese Erzählungen aus der Feder einer A m a l i e S c h o p p e geb. Weise, gewiß vielen höchst willkommen sein. Wie hoch sie den wahren Christensinn hält, wenn er sich nicht blos in Worten, sondern in Werken zeigt, thun diese trefflichen Erzählungen dar, deren jede ein Spruch der Bergpredigt zum Grunde gelegt und als Motto vorangestellt ist. Ueber den Beruf der Verfasserin zu Schriften der Art noch etwas sagen zu wollen, wäre höchst überflüssig, da 140 Bände von ihr, mit gleicher Gunst vom Publikum aufgenommen, wohl zur Genüge für ihr Talent sprechen. Familien, die es wahrhaft gut mit ihren Kindern meinen, empfehlen wir mit vollster Ueberzeugung diese ausgezeichnet christlich-moralischen Erzählungen.
– – Erste Nahrung für Geist und Herz. Elementar-, Lehr- und Lesebuch zur
Unterhaltung und zum stufenweißen Unterricht der Kinder vom sechsten
Jahre an. Frei nach dem Englischen der Early Lessons, von M . E d g e w o r t h
für die deutsche Jugend bearbeitet. 4. Bdch. 8. G e b u n d e n . 4 fl. 48 kr. od.
3 Thlr. 4 gr.
Diese vortrefflichen in ihrer Art e i n z i g e n Werke, welche im Original z e h n Auflagen erlebten, sind
hier zuerst dem deutschen Publikum in einer freien Bearbeitung aus der Feder einer allgemein bekannten und mit Recht beliebten Jugendschriftstellerin dargeboten. Was man davon zu fordern berechtigt ist, sprechen die Titel vollständig aus; der Verleger aber glaubt in diesen Werken einem lang- und tiefgefühlten Bedürfnisse abgeholfen zu haben, indem er der deutschen Jugend Lesebücher bietet, wie sie sie bisher in solcher Gediegenheit noch nicht besaß. Tiefer, aber immer milder Ernst bei der Erziehung wechselt mit der geistreichsten und angenehmsten Unterhaltung ab. Unablässig wird auf Geist und Gemüth, sowie auf zweckmäßige Belehrung hingewirkt, und besonders auch erhalten sinnige und sorgfältige Eltern und Erzieher hier Winke, sowohl beim Unterricht, als bei der Menschenbildung, die sie gewiß mit Dank und Achtung aufnehmen werden. Die hier gegebenen Bände bilden einen wahren und vollständigen H a u s - und F a m i l i e n - S c h a t z , der auch in unserm Vaterlande diejenige ehrenvolle Anerkennung finden wird, die diese Werke bei unsern überseeischen Nachbarn in so reichlichem Maaße fand, wo man sie fast in jeder gebildeten, für das Wohl ihrer Kinder wahrhaft besorgten Familie antrifft.
Damenbibliothek. Aus dem Gebiete der Unterhaltung und des Wissens.
Einheimischen und fremden Quellen entnommen. Den Gebildeten des
schönen Geschlechts gewidmet. Herausgegeben von Hofrath A . S c h r e i b e r .
16 Bändchen. 8. brosch. 9 fl. 36 kr. od. 6 Thlr. 8 gr.
Die Aufnahme, welche die Damenbibliothek gefunden, war aufmunternd für den Herausgeber und
Verleger, und unbefangene Leser haben anerkannt, daß die Tendenz dieser Bibliothek nie aus den Augen gelassen worden, und viele der darin enthaltenen Aufsätze einen nicht blos vorübergehenden Werth haben. Der in mancher Hinsicht merkwürdige Chinesische Roman: Die beiden Muhmen, wurden unverstümmelt und in einer gediegenen Uebersetzung gegeben; die geistreichen Bemerkungen der Frau von Minutoli über Egypten, die Notizen über das französische Ritterthum, das Gemälde des französischen Hofes im achtzehnten Jahrhundert, die Geschichte des Marquis von Posa, die mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Novellen des Herausgebers, die Erzählungen von Caroline Stille, Amalie Schoppe, die Beiträge von Alednog, Geib, Haug, Ingemann, Saldagno etc. etc. würden jeder ähnlichen Sammlung Ehre machen, und man darf überhaupt von den meisten Aufsätzen der Damen-Bibliothek rühmen, daß sie auch bei wiederholter Lektüre noch ein frisches lebhaftes Interesse gewähren. Dazu kommt die elegante äußere Ausstattung, und der geringe Preis, der in der That genau erwogen und verglichen, ebenso billig ist, als der der berufenen Zweigroschen-Ausgaben, nur daß hier für 36 kr. auf einmal geboten wird, was dort in kleinen Gaben erscheint.
Schreiber, A., Sagen aus den Gegenden des Rheins und des Schwarzwaldes.
Zweite sehr vermehrte Auflage. Brosch. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr. – Derselben
2tr. Bd. 2 fl. od. 1 Thlr. 8 gr.
Diese anziehenden Sagen sind in der einfachen schmucklosen Sprache erzählt – der einzig wahren für
solche geschichtlichen Traditionen – deren der Herr Verfasser wie des höhern Styls so mächtig ist. Ein zweites Bändchen – längst erwartet und gewünscht, aber verspätet durch andere literarischen Arbeiten des Herrn Verfassers – ist im Manuscript vollendet und wird demnächst erscheinen.
Die f r a n z ö s i s c h e Ausgabe mit 32 Kupfern, gezeichnet und gestochen von
den besten Meistern. 2te Auflage. Geb. in Futteral 4 fl. 48 kr. od. 3 Thlr. 4 gr.
Der zweite Band allein, schön geb., mit 17 Kupfern 3 fl. oder 2 Thlr.
Die e n g l i s c h e Ausgabe mit 33 Kupfern 4 fl. 48 kr. oder 3 Thlr. 4 gr.
Dieselbe ohne Kupfer 1 fl. 40 kr. od. 1 Thlr. 4 gr.
Stille, Caroline , Moralische Erzählungen für die gebildete Jugend. Nach Miß
E d g e w o r t h frei bearbeitet. 12. Aufl. Velinpapier brosch. 1 fl. od. 16 gr.
Die zu London in zwei Theilen erschienenen Tales by Maria Edgeworth, mit so ausgezeichnetem
Beifall aufgenommen, daß sie bereits die 10. Auflage erlebt haben, sind hier von der geachteten Schriftstellerin C a r o l i n e S t i l l e, für die deutsche, vorzugsweise die weibliche Lesewelt bearbeitet.
Durch das Anziehende der treu aufgefaßten und geistvoll wiedergegebenen Darstellungen aus dem
Leben, verdient das Werk die Anerkennung, deren es sich in seinem Vaterlande zu erfreuen hat, in eben so hohem Grade, als durch die reinsittlichen Andeutungen, welche sich durch das Ganze verflechten.
Thieme, M. Kleiner deutscher Ehrentempel, oder das Leben berühmter
Deutschen neuerer Zeit. Zur Unterhaltung, Nacheiferung und Erweckung der
Vaterlandsliebe für Jung und Alt. Mit einem Titelkupfer. 8. brosch. 1 fl. 30 kr.
od. 1 Thlr.
Cornelia. Taschenbuch für deutsche Frauen, begründet von A. Schreiber, für das
Jahr 1843, fortgesetzt von A m a l i e S c h o p p e, geb. Weise. Mit 7
Stahlstichen. 28ter Jahrgang. Zweite Folge 2ter Jahrgang.