Stop staring at me, Logan!

Annika · Kapitel 1 von 1 · Teil 2/3

PDF-Seiten

Stop staring at me, Logan!

Stop staring at me, Logan!

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 3 Teile geteilt.

-Kapitel elf-

-Mamma Mia!-

 

~Charlies Sicht~

Oh mein Gott, hab ich gut geschlafen! Langsam streckte ich mich, um wach zu werden, als ich plötzlich auf einen Widerstand stoß. Ich drehte mich danach um und sah einen schlafenden Logan in meinem Bett liegen. Zufrieden drehte ich mich wieder um. Doch dann schrak ich auf und setzte mich kerzengrade in meinem Bett hin. Vorsichtig schaute ich über meine Schulter. „Ein schlafender Logan!“, das war ja gar nicht normal, wie ich es zuerst gedacht hatte. Nun erschrak ich mich so dolle, dass ich ihn mit meinen Füßen aus dem Bett schmiss. Mit einem lauten „Au!“ kam er auf dem Boden an und sah mich verstört an. Erst jetzt bemerkte ich, dass er nur seine Boxershorts anhatte. Sich den Hinterkopf reibend, blickte er hoch zu mir: „Womit hab ich das verdient?!“, fragte er mich verwirrt. „Was machst du in meinem Bett?!“ „Na du wolltest, dass ich reinkomme?!“, antwortete er mehr als Frage, als als Antwort. „Das glaube ich kaum!“, sagte ich trotzig. „Dann eben nicht“, sagte er daraufhin, fügte aber noch hinzu, „ist aber leider die „harte“ Wahrheit!“ Ich schmollte, drehte mich zur Wand und sagte lange Zeit einfach gar nichts. Bis ich dann ein leises „Wirklich?“ zwischen meinen Zähnen hinaus presste. Doch er schien es nicht gehört zu haben und verließ das Zimmer. „Oh mein Gott!“, hörte ich es kurz darauf aus dem Wohnzimmer kommen. Ich folgte Logan, der nun nur mit seiner Unterhose bekleidet in meinem Wohnzimmer stand und erschrocken auf sein Handy starrte. In eine Decke eingehüllt, schaute ich ihm über die Schulter auf sein Handy. 23 Uhr stand da auf dem Display. Ich brachte nur ein leises „Oh!“ heraus. Und langsam beruhigte auch Logan sich wieder. „Also ich hab Hunger und du?!“, versuchte ich die Lage zu lockern. Er nickte stumm. Als mir auffiel, dass ich ja noch keine Zeit gehabt hatte einkaufen zu gehen, fragte ich ihn kurzerhand skeptisch: „Meinst du, Pizza Hut hat jetzt noch auf?!“ Verlegen kratzte ich mich am Kopf. Doch er schenkte mir nur ein kurzes „Das-denkst-auch-nur-du“-Lächeln und schmiss sich dann auf die Couch. Mein Magen knurrte. „Was jetzt?“, fragte ich ihn nun. Er sah mich an und lächelte endlich wieder richtig. „Komm! Zieh dir was an! Ich weiß, wo es immer was zu essen gibt!“, sagte er und schob mich in mein Schlafzimmer. „McDonalds?!“, fragte ich ihn verwirrt, als er die Tür hinter mir schloss. Doch er lachte nur hinter der Tür. „Und was soll ich da anziehen?!“ „Irgendwas halt!“ Okay, das konnte ich ja gut! Ich hatte keine Lust mich groß in Schale zu werfen, also nahm ich mein blauweißgestreiftes Strandkleid aus dem Schrank und zog es über. Da ich nicht so viele verschiedene paar Schuhe hatte, zog ich erneut meine blauen Chucks an. Ich machte meine Uhr am linken Handgelenk fest und über das Rechte zog ich ein hellblaues Haargummi. Das hatte ich mir irgendwann mal angewöhnt, seitdem trug ich immer eins. Weil ich meine Brille nicht fand setzte ich meine Sonnenbrille auf. Meine Haare kämmte ich nicht durch, weil ich hier erstens keine Bürste hat und sie so zweitens wenigstens mal ansatzweise voluminös aussahen. Also steckte ich sie nur wieder mit der Spange hoch, die jetzt auf meinem Nachtisch lag. So musste es gehen, sagte ich mir in Gedanken und verließ das Schlafzimmer. Logan hatte wohl die ganze Zeit davor gestanden. Ich kam raus und er riss den Mund auf. Skeptisch sah ich ihn an. „Gut so?!“, fragte ich ihn nun stark verunsichert. Doch er nickte nur heftig, mit immer noch offenem Mund. Na gut, wollte ich ihm das mal glauben. „Also“, startete ich erneut, „wohin gehen wir nun?!“ Er schüttelte den Kopf, um aus seiner Starre zu erwachen und antwortete nur: „Lass dich einfach überraschen!“ ‚Na toll!‘, dachte ich daraufhin nur angepisst. Ich wollte Essen und nicht Überraschungen. Dazu war mein Magen gerade viel zu leer. Doch eh ich noch mehr dazu sagen konnte, zog er mich schon aus meinem Apartment raus und schloss für mich ab. ‚Wo zum Teufel hat er den Schlüssel her?!‘, fragte ich mich verwirrt, machte mir aber keine weiteren Gedanken darüber. Er führte mich zum Fahrstuhl und wir fuhren runter in die Lobby. François war am Empfangstresen eingeschlafen. Ich musste schmunzeln, doch schon zog Logan mich weiter. Wir waren aus dem Haus raus und standen nun auf der Straße. Schon schwang sich Logan in das blaue Cabriolet, das dort auf der Straße stand. Ich riss überrascht die Augen auf. Doch eh ich etwas sagen konnte, deutete er mir, dass ich mich auf den Beifahrersitz setzen sollte. Ich tat, was mir aufgetragen wurde und saß schließlich neben ihm. Da ich es aufgegeben hatte zu fragen, wo er mich hin bringen würde, saß ich nur stumm da und genoss die Fahrt. Logan lächelte immer wieder sehr auffällig zu mir rüber. Nach fast einer halben Stunde kamen wir wohl am Ziel seiner Begierde an. Mir war mittlerweile wirklich scheiß egal, wo wir waren, solange es hier irgendwas Essbares gab. Er stieg aus dem Auto und rannte dann zu meiner Tür, um sie zu öffnen, wie ein Gentleman. Dann ging er voran und führte mich zu einem alten Haus, dass nur zwei Blocks von seinem Auto entfernt waren. Ich schaute ihn erwartungsvoll an und verlangte nun, dass er mir endlich verriet, wo wir waren. Doch er grinste mich nur frech an und klingelte. „Ich raste hier gleich aus!“, schrie ich ihn an, „Sag mir jetzt gefälligst endlich wo wir sind! Ich hab Hunger und für Scherze jetzt leider gerade gar keine Zeit!“, setzte ich meine Predigt fort. Doch er machte nur einen Schmollmund, als sich plötzlich eine Stimme aus der Sprechanlage meldete. Es war eine Frauenstimme: „Wer wagt es, so spät noch hier zu klingeln?!“, fragte die Stimme genervt. „Ich bin’s nur!“, antwortete er lachend und ich starrte ihn daraufhin erschrocken an. „Ach Logie, was machst du denn hier?!“ ‚Logie?!‘, schrie ich die Stimme, in Gedanken, entsetzt an. „Ich hatte gehofft, du machst mir und meiner Freundin was zu Essen“, antwortete er, noch immer lachend. ‚Seiner Freundin?‘ „Na gut, kommt hoch!“, sagte die Stimme und ließ uns rein. Langsam gingen wir durch’s Treppenhaus. „Deiner Freundin?!“, wiederholte ich, was er gesagt hatte. Er schmunzelte: „Ja etwa nicht?!“ „Na ne, ich mein… weißt du… und außerdem…“, doch ich brachte keine triftige Begründung zustande, denn plötzlich, mitten im Treppenhaus, zig er mich zu sich ran. Er nahm meinen Kopf in seine großen Hände und presste vorsichtig seine Lippen auf meine. Ich war sprachlos, aber das war auch kein Wunder, es war nämlich ziemlich schwer, während des Küssens zu reden. Ich wollte den Kuss gerade erwidern, als sich neben uns eine Tür öffnete und Logan seine Lippen von meinen löste. Ich war fast traurig, doch Logan lächelte mich schüchtern an und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Das ließ mich meine Trauer vergessen. „Logan!“, quietschte die Dame, die die Tür geöffnet hatte, plötzlich und umarmte und küsste ihn auf die Wange. Einmal rechts und einmal links, wie die Franzosen, nur viel übertriebener. „Und das muss deine Freundin sein!“, sagte sie in meine Richtung und zog mich zu sich ran, um mit mir dasselbe zu machen wie mit Logan eben. „Ich freu mich ja so dich zu sehen, Schätzchen!“, sagte sie, während sie mich abknutschte. Hilflos und gleichzeitig fragend sah ich zu Logan, der die Wohnung schon betreten hatte. Doch er lächelte nur, wie immer. Na super! Und ich hatte keinen Plan, wer mich hier eigentlich mit seinen Umarmungen und Küsschen zu Boden drückte. Bis die Unbekannte plötzlich feststellt, dass sie mich ja selber auch nicht kannte: „Sag einmal, wie heißt du eigentlich? Soweit ich weiß, hat Logan mir noch nichts von dir erzählt.“ ‚Logisch!‘, dachte ich mir, ‚wir waren ja auch noch nicht einmal zusammen.‘ „Das ist Charlie!“, meldete sich Logan plötzlich aus dem Inneren der Wohnung. Mit einem Glas Eistee in der Hand, gesellte er sich nun wieder lächelnd zu uns. Ich hatte vor lauter Umarmungen gar nicht mitgekriegt, dass er verschwunden war. „Charlie?!“, fragte sie, als würde sie ihm nicht glauben. Ich nickte: „Eigentlich ja Charlotte, also Charlotte Annie Schmidt, aber Charlie oder Charlie Ann mag ich lieber!“, erklärte ich. Sie nickte verständnisvoll. „Charlotte… schöner Name!“, schwärmte sie leise. ‚Hatte Sie mir eben überhaupt zugehört?!‘ „Hätte ich damals ein Mädchen gekriegt, hätte ich es wohl auch Charlotte genannt! Aber da er ein Junge geworden ist“, dabei zeigte sie auf Logan, „heißt er nun Logan! Ist doch auch kein schlechter Name, oder?!“, sagte sie und schaute mich fragend an. Als ich nicht antwortete, schüttelte sie nur lachend den Kopf und meinte zu uns, dass wir doch ins Wohnzimmer gehen sollten. Logan ging vor und ich folgte ihm einfach. Das ganze Haus war mit antikaussehenden Möbeln eingerichtet. Das Wohnzimmer war dunkel, doch auch irgendwie gemütlich. Schließlich ließ er sich auf einer großen Couch nieder und deutete mir, mich neben ihn zu setzen, was ich auch tat. Schon kam die Frau hinterher gestürmt: „Was wollt ihr Essen?“ Ich sah Logan fragend an. Er antwortete: „Was gibt’s denn?“ „Nicht viel!“, entgegnete die Frau, „ich hab noch Pommes und Pizza vom Abendbrot. „Super! Also ich nehm die Pommes und du?!“, er lehnte sich grinsend nach hinten und schaute mich nun fragend von der Seite an. Ich hatte das Gefühl, dass er mich mit ihnen durchbohrte. Ich nickte: „Pommes klingt gut“, sagte ich schüchtern, „am liebsten mit Mayo!“ Die Frau nickte verständnisvoll und verschwand dann vermutlich in der Küche. Ich drehte mich zu Logan: „Ist das deine Mutter?“, fragte ich ihn verwirrt. Grinsend antwortete er: „Klar! Wer sollte mich sonst zur Welt gebracht haben?“ ‚Gute Frage!‘ Ich wollte ihn noch etwas fragen, doch schon kam seine Mutter, mit einem riesigen Teller

Pommes in der Hand, zurück. „Na dann schlagt euch mal den Bauch voll!“, sagte sie und wollte schon wieder das Zimmer verlassen. „Entschuldigung“, meldete ich mich schnell, „wie heißen Sie eigentlich?!“ Ich schämte mich beinahe das gefragt zu haben, denn sie sah mich erstaunt an: „Hat er dir das etwa nicht gesagt? Logie, hast du denn keine Manieren?!“, erteilte sie ihrem Sohn eine Moralpredigt. „Ja okay, ich hab’s vergessen! Und Mom, bitte hör endlich auf mich Logie zu nennen!“ Ihm war das eindeutig peinlich. „Na gut Schätzchen!“, sagte sie eingeschnappt und wendete sich an mich: „Nenn mich Joanna!“, sagte sie und verließ schließlich das Zimmer. Nun saß ich allein mit Logan im Wohnzimmer seiner Mutter. Um die peinliche Stille zu überbrücken nahm ich mir ein paar Pommes und steckte sie mir in den Mund. Doch Logan schien keinen Hunger mehr zu haben, denn er starrte mich nur die ganze Zeit an. ‚Mir egal! Ich hab Hunger!‘, sagte ich mir und stopfte eine neue Ladung Pommes in den Mund. Plötzlich hörte ich neben mir ein Lachen. Ich schaute mich um, es war Logan. Ich sah ihn böse an. „Was?!“, schrie ich ihn mit vollem Mund an. Er schmunzelte: „Du siehst so putzig aus“, sagte er und konnte sich nun vor Lachen kaum halten. ‚Putzig?! Ist das gut?!‘, fragte ich mich in Gedanken, während ich die Pommes runterschluckte. Doch meine Bedenken waren schnell verflogen, als ich Logans warme Lippen auf meinen spürte. Ich schaute ihn verwirrt an, doch er leckte sich nur die Lippen: „Mh, salzig!“, schmeckte er ab und lachte. Sein Lachen war ansteckend und ich konnte es nicht lassen mit zulachen. Dann verstummte unser Lachen und ich küsste ihn leicht. Es fühlte sich so gut an ihn zu küssen. Als ich mich von seinen Lippen löste, sah er mich überwältigt an. „Hast du genug gegessen?“, fragte er mich, doch ich zuckte nur mit den Schultern. Also packte er mich am Handgelenk und zog mich aus dem Zimmer. „Wir gehen dann wieder. Danke für’s Essen!“, rief er durch die Wohnung und zerrte mich zur Tür hinaus. Mit einem „Keine Ursache!“ von Seiten seiner Mom verließen wir das Haus und gingen zu seinem Auto. Wir setzten uns rein und er fuhr das Verdeck hoch. Zögernd fragte ich ihn schließlich: „Also bin ich jetzt deine Freundin?!“ Mit einer Selbstsicherheit sagte er: „Klar! Wieso nicht?“ Ich konnte nicht glauben, was er gerade gesagt hatte. „Aber ich kenn dich erst seit gestern!“ „Nein!“, antwortete er und zeigte auf die Uhr. Es war 2Uhr morgens. „Du kennst mich seit vorgestern!“, sagte er schließlich und grinste. „Aber ich kenn dich kaum!“ „Naja… ich hab dir von mir erzählt, aber du bist eingeschlafen.“ „Oh!“ „Weißt du… da vorhin, als du so erstaunt warst, dass ich dich meine Freundin genannt hab… Da hab ich eigentlich nur gemeint, dass du eine gute Freundin bist!“ ‚Waaaas?!‘, schrie ich in Gedanken, gab dann aber nur ein erneutes „Oh!“ von mir. Dann kehrte eine peinliche Stille ein…

-Kapitel 12-

-Mach einfach!-

 

„Aaaber…,“ setzte Logan an und sah mir tief in die Augen, „ich würde das gern ändern!“ „Wie meinst du das?“, fragte ich ihn, doof wie ich war. Doch statt mir zu antworten, drückte er mir einen leichten Kuss auf die Wange. Ich schaute ihn an. Es war, als hätte er ein Pokerface aufgelegt, denn ich konnte absolut keine Emotion in seinem Gesicht erkennen. Vorsichtig nahm er meine Hände in seine. „Ich möchte, dass da mehr ist, als Freundschaft. Nein anders… für mich, ist da mehr als Freundschaft!“, redete er leise auf mich ein. Ich wusste, dass er wollte, dass ich etwas sagte. Doch ich wusste nicht was. Stattdessen küsste ich ihn auf seine weichen warmen Lippen. Es fühlte sich großartig an. Lächelnd nahm ich meine Lippen von seinen, nachdem er den Kuss erwidert hatte. „Weißt du Logan… Du bist cool und ich mag dich auch, aber ich glaube, man sollte sich erst besser und vor allem etwas länger kennen, bevor man sagen kann, dass da mehr ist“, es viel mir sichtlich schwer das auszusprechen. Doch zu meiner Verwunderung nickte er zustimmend: „Okay, du hast Recht.“ „Ich hab was?!“, fragte ich ihn verwirrt, obwohl ich genau verstanden hatte, was er gesagt hatte. „Du hast Recht!“, wiederholte er. Stille. „Und was jetzt?“, fragte ich ihn schließlich leise. Er sah mich genau an: „Jetzt fahre ich dich nach Hause!“, sagte er ruhig und ohne jegliche Emotion. Ich wusste wirklich nicht was ich jetzt denken sollte. Während der Fahrt schwiegen wir uns beide an. Dass wir dem Palmtree Plaza näher kamen, merkte ich schon von Weitem, aufgrund der türkisen Leuchtschrift. Stumm brachte Logan mich zu meinem Apartment. Als wir an meiner Wohnung angekommen waren, bedankte ich mich schüchtern dafür, dass er mich nach Hause gefahren hatte. „Keine Ursache!“, antwortete er daraufhin monoton. Doch dann glaubte ich ein schwaches Lächeln über seine Lippen blitzen sehen. Plötzlich beugte er sich zu mir vor und hauchte mir, kaum merklich, einen Kuss auf die Wange. „Gute Nacht!“, flüsterte er mir dann in mein Ohr, „und schlaf gut!“ ‚Naja Nacht kann man das ja jetzt nicht mehr nennen ;D‘ Und mit einem „Gute Nacht!“ meinerseits verschwand er in der Dunkelheit des Hausflures. „Was ist gerade passiert?!“, schrie ich laut die Luft an, als ich mir sicher war, dass er es nicht mehr hörte. Doch ich war zu müde darüber nachzudenken. Geschweige denn, das Bett zu erreichen, also schlief ich einfach auf der Couch.

~Logans Sicht~

Ein Blick auf meine Uhr verrät mir, dass es schon 13 Uhr ist. Ich bin erst vor ungefähr einer Stunde aufgestanden. François hatte mir den Schlüssel zu Charlies Apartment gegeben. Ich weiß zwar nicht, ob er das darf, aber er meinte, dass sie sich bestimmt freuen würde. ‚Na hoffen wir mal, dass er Recht hatte!‘ Mit dem Fahrstuhl fuhr ich in die dritte Etage und stand wenige Minuten später vor ihrem Apartment. Ich zögerte eh ich den Schlüssel ins Schloss steckte und die Tür öffnete. Doch dann schrie ich laut und in meinem bestmöglichen Deutsch: „Hallo Charlie! Gibt’s noch Nutella?!“ Kurz darauf hörte ich einen Schrei, gefolgt von einem lauten Knall. „Au!“, vernahm ich eine leise Stimme. Erschrocken schaute ich mich im Zimmer um. Und blieb schließlich mit meinem Blick am Sofa hängen und sah, dass sie umgekippt war. Ich lief schnell zur Couch, als ich plötzlich eine piepsige Stimme unter ihr vernahm. Ich hob sie leicht an und sah Charlie zusammengekauert auf dem Boden liegen. „Alles okay Charlie?“, fragte ich sie ruhig. Verängstigt meinte sie nur: „Was ist passiert? Was war das?“ „Das war nur ich. Ich bin zur Tür rein und du hast dich wohl erschreckt.“ „What the fuck?! Wie kommst du in meine Wohnung?!“, schrie sie empört. „François hat mir die Schlüssel gegeben!“ „Ohne meine Erlaubnis?“ Ich nickte: „Wieso? Willst du etwa nicht das ich bei dir bin?!“ „Andere Frage…“, sagte sie und erhob ihren Finger, „Wieso BIST du denn hier?!“ „Naja“, ich kratzte mich verlegen am Kopf. ‚Was tat ich hier eigentlich?‘ „Du meintest doch gestern, dass man sich besser kennenlernen muss, bevor man wissen kann, dass da mehr ist. „Ja und?!“ „Ich will wissen, ob da mehr ist. Und ich will alles über dich wissen. Also, wenn das okay für dich ist, würde ich dir jetzt gerne was zeigen!“, schüchtern lächelte ich sie an, dass war sonst gar nicht meine Art, aber ich war verunsichert , denn Charlie sah mich kritisch an. Dann schaute sie an sich runter und nickte einmal ernst. Sie verschwandt in ihrem Zimmer und ließ mich unwissend zurück. Einige Minuten später kam sie wieder zurück. Sie hatte wieder eins von den T-shirts an, die ich nur allzu gut kannte. Es war dunkelblau und schmiegte sich perfekt an ihren Körper an. Auf ihrer Brust stand der Spruch: „Oh snow you didn’t.“Dazu trug sie weiße Hotpants. Haare kämmend stand sie vor mir. Lächelnd. „Und? Wohin geht’s?!“ Ihr Lächeln steckte mich an und außerdem war ich froh, dass sie mit kam. „Ich wird’s wieder nicht erfahren, oder?“, sie grinste. Ich strahlte über das ganze Gesicht und schüttelte den Kopf. Zusammen gingen wir zum Auto. "Seit wann sprichst du eigentlich deutsch?", fragte sie mich auf dem Weg dahin und schaute mich mit großen Augen an. "Seit dem ersten Konzert in Deutschland oder so. Wieso?" "Na um zu gucken, ob da mehr ist! Also lernst du das nur, weil die Plattenfirma-Leute euch das sagen?" , sie musterte mich kritisch. "Anfangs schon, aber jetzt lerne ich es auch freiwillg. Ich find deutsch ist eine schöne Sprache." Sie machte eine krause Stirn, als ich das sagte. "Denk nicht das du dich damit bei mir einschleimen kannst, klar?!", sagte sie frech," also ich mag deutsch nicht. Von all den Sprachen, die ich beherrsche ist deutsch so ziemlich die Beschissenste.", drückte sie sich unmissverständlich aus. "Aber wieso?" "Ich weiß auch nicht... Ist halt so." Doch eh ich weiter darauf eingehen konnte, waren wir schon am Auto angekommen. Ich öffnete ihr die Tür. Sie stieg ein. Ich öffnete meine Tür. Ich stieg ein. Ich startete den Motor. Mir wurde bewusst, dass ich nicht wusste, wohin es gehen sollte. Ich fragte Charlie. Sie wollte einen Ort sehen, der mir sehr viel bedeutete. Ich überlegte. Ich hatte eine Idee. Ich fuhr los. Alles rauschte an uns vorbei. Häuser, Menschen, Geschäfte, Tiere, Bäume, Felder. L.A.

 

-Kapitel 13-

-KLATSCHmohn-

 

Als ein Straßenschild anzeigte, dass wir L.A, verließen, wurde Charlie stutzig. „Wohin fahren wir?“, fragte sie aufgeregt, aber auch eine Spur verängstigt. „An einen Ort, der mir sehr viel bedeutet!“, antwortete ich knapp und sie fragte auch nicht weiter, sondern gab sich damit zufrieden. Ich hatte das Verdeck unten und Charlie schien die frische Brise in ihren Haaren zu genießen. Plötzlich entdeckte sie, dass das Autoradio einen USB-Anschluss hatte und kramte in ihrer moosgrünen George Gina & Lucy Tasche rum. Zufrieden grinsend, zog sie schließlich einen MP3-player aus ihrer Tasche und schloss ihn an das Radio an. Sie suchte eine Weile und fand dann das Lied ihrer Begierde. Laut stellte sie „Higher“ von Ariana Grande an. Breit lächelte sie in meine Richtung und fing dann an laut mitzusingen. Sie würde wohl nie eine Sängerin werden, aber es hörte sich auch nicht schlecht an. Also ließ ich mich von ihr anstecken und sang lauthals mit, bis wir schließlich unseren Zielort erreicht hatten. Wir standen nun mitten in einem roten Mohnblütenfeld, welches Charlies Kinnlade runter klappen ließ. Ein „Wow!“ kam über ihre Lippen, doch ich musste sie enttäuschen: „Das ist nicht der Ort, den ich dir zeigen wollte!“, sagte ich ruhig und zog sie am Handgelenk sanft zum eigentlichen Ziel. Nach fünf Minuten Fußmarsch kamen wir dort an. Ein kleiner, schmaler Bach zog sich dort mitten durch das Mohnblütenfeld. Und unterbrach mit seinem klarem, erfrischendem Wasser die Blütenpracht. Über ihm befand sich eine große alte Trauerweide. Ihre Äste reichten bis ans andere Ufer. Einige Blätter lösten sich und tauchten ein in das kühle Nass. Doch der Strom trug sie fort, sodass man sie schon kurze Zeit später nicht mehr sehen konnte. Außer, sie blieben an einem der zahlreichen Steine hängen, mit denen der Grund des Baches bedeckt war. Ich drehte mich zu Charlotte um, doch sie stand nicht mehr neben mir. Plötzlich vernahm ich ein Rascheln aus der Weide. Ich schaute genauer hin und bemerkte Charlie, wie sie sich an einem der Äste langhangelte. Auf dem dicksten und stärksten Ast des Baumes kletterte sie immer weiter entlang, bis sie mitten über dem Bach hing. An ihrem Ziel angekommen, schwang sie ihre Beine über den Ast und ließ sich runter hängen. Sie hing nun kopfüber und ihre Haare berührten beinahe das Wasser. Sie lächelte überglücklich: „Also? Was willst du über mich wissen?“, fragte sie mich freudig. Ich schüttelte meinen Kopf, um die ganzen Gedanken zu vertreiben, die mir plötzlich im Kopf herumschwirrten. Eh ich antwortete folgte ich ihr jedoch auf den Ast, sodass ich nun kopfüber neben ihr hing. Beide ließen wir nun die wunderschöne Natur auf uns einwirken. Als mir plötzlich bewusst wurde, dass sie mich etwas gefragt hatte. „Was ist deine Lieblingsfarbe?“, fragte ich sie das Erste was mir in den Sinn kam. „Gelb!“, antwortete sie gerade heraus, „das passt irgendwie zu allem und es ist so eine schöne, fröhliche Farbe!“, erzählte sie voller Begeisterung. „Ach und türkis find ich auch gut, aber ich weiß nicht warum. Einfach so halt!“ „Mh, also ich mag schwarz“, stellte ich fest. Böse oder belustigt, ich konnte es nicht genau interpretieren, sah sie mich daraufhin an: „Schwarz?! Das ist doch nicht mal eine richtige Farbe. Wenn du alle Farben zusammen mischst, kommt irgendwann immer schwarz raus. Wie ein Haufen Scheiße, verstehst du?!“, erklärte sie, wie ein Professor. Ich schaute an mir runter bzw. hoch, denn ich hing ja kopfüber. Schwarze Jeans! Schwarzes T-shirt(mit buntem Aufdruck), schwarze Chucks und nicht zu vergessen: schwarze Haare. Ich schaute sie an: „Scheint, als wäre ich auch nur ein großer Haufen Scheiße!“, sagte ich schließlich grinsend. Das löste einen lauten Lachanfall bei ihr aus. „So war das nicht gemeint!“, sagte sie schließlich schmollend. „Weiß ich doch!“, entgegnete ich ihr daraufhin und alles war vergessen. „Also?! Lieblingsessen?!“, ich sah sie herausfordernd an. „Kartoffelbrei, ganz klar! Und am liebsten kalt auf Stulle!“, schwärmte sie mir vor. ‚Okay, komische Kombi!‘ „Was ist deine verrückteste Essensangewohnheit?!“, kam es von Charlie. Ich überlegte kurz: „Ich esse Gurken mit Zucker!“, antwortete ich schließlich. „Oh das ist nicht verrückt“, versicherte sie mir ernst, „das mach ich auch! … Oh warte… dann ist es vielleicht doch verrückt!“, sagte sie und lachte über sich selbst. ‚Eigenartiges Mädchen, aber auch sooo süß!‘ So redeten wir noch eine ganze Weile weiter und ich erfuhr eine ganze Menge sehr interessanter Sachen über sie. Doch als wir uns einig waren, dass sich zu viel Blut in unseren Köpfen angesammelt hatte, schwangen wir uns vom Baum runter und gingen zum Ufer. Dort angekommen, zog Charlie ihre Schuhe aus und stellte sie ins Gras. Langsam ging sie runter zum Wasser und tauchte ihren Zeh darin ein, um zu gucken, wie kalt es war. Schließlich stellte sie sich mit beiden Füßen in den Bach und gab mir Zeichen, dass ich ihr folgen sollte. Ich entledigte mich meiner Schuhe und Socken, stellte sie neben die von Charlie und folgte ihr. Das Wasser war eiskalt, aber gerade das machte es so erfrischend. Gemeinsam watete ich nun mit Charlotte durch’s kühle Nass. Als ich plötzlich ihre Stimme vernahm: „Weißt du, jetzt hast du so viel, über mich erfahren, da würde ich dir gerne auch eine Frage stellen“, sagte sie sanft. „Aber ich hab dir doch schon alles über mich erzählt. Oder bist du wirklich gleich eingeschlafen?!“, fragte ich sie gequält. Sie schüttelte den Kopf: „Nein, dass meine ich nicht. Was du mir erzählt hast, war alles Zeug, das jeder weiß. Ich meine, du bist so berühmt, dass mindestens ¾ deiner Fans deine Biografie wahrscheinlich auswendig kennen. Aber ich möchte, dass du mir etwas erzählst, dass eben nicht alle wissen, weißt du?!“, sie sah mich wehmütig an. „Sag mal, bist du ein Paparazzi oder sowas?!“, fragte ich sie, verwirrt über ihre Frage. „Nein!“, sagte sie kühl, „sonst hätte ich das wohl schon lange aus dir raus gepresst!“ Das überzeugte mich: „Okay. Also schieß los! Was willst du wissen?“ Freudestrahlend sah sie mich an. Dann stellte sie ruhig ihre Frage: „Was hat es mit dem Buch auf sich?!“ Ich verstummte und alle Freude, die sich bis eben noch in meinem Gesicht befand, musste Platz machen, für die Trauer, die sich langsam in meinem Gesicht breitmachte. „Weißt du“, fing ich leise an, „das hat viel mit diesem Ort zu tun.“ Verständnisvoll nickte sie, doch sie konnte nicht wissen, was ich ihr gleich erzählen würde. „Ich bin oft hierhergekommen, als ich jünger war. Hier hatte ich meine Ruhe. Als ich zum ersten Mal hierher kam, hat mich meine erste große Liebe abserviert. Ich hatte riesigen Liebeskummer und wollte nur noch weg. Also hab ich mir mein Fahrrad geschnappt und bin so lange gefahren, bis ich hier ankam. Um meinen Frust zu verarbeiten, habe ich angefangen Geschichten zu schreiben. Aber keine Tragödien, wie du jetzt vielleicht denkst“, sagte ich, als ich sah, wie traurig Charlotte mich ansah. „Sondern Liebesgeschichten. Und zwar alle mit Happy-End. So, wie es damals nicht für mich vorgesehen war. Ich wollte kein Trübsal blasen, weißt du?! Ich wollte mir vorstellen, wie es beim nächsten Mädchen kommen könnte“, beendete ich schließlich meine umfangreiche Antwort und sah sie an. Sie lächelte leicht, doch über ihre Wange kullerte eine große Träne. Mit dem Zeigefinger wischte ich sie weg und legte meinen Arm um sie, nachdem wir uns wieder ans Ufer gesetzt hatten. Sie legte ihren Kopf auf meine Schulter und schaute mich mit großen Augen an. „Das ist ja so süß“, flüsterte sie beinahe, doch sie war noch immer laut genug, dass ich es hörte. Ein kurzes Lächeln huschte über meine Lippen. „Also für jedes Mädchen eine Geschichte?!“, fragte sie schüchtern. Ich nickte: „Jedes, das mir etwas bedeutet hat.“ „Aha!“, sie nickte verständnisvoll. Nach einer ganzen Weile, in der wir so stumm dasaßen, sie mit dem Kopf auf meiner Schulter, ich mit dem Arm um ihren Hals, fiel mir plötzlich auf, dass ich noch kein einziges Foto von ihr hatte. „Hey Charlie.“ „Hm?“, verschlafen sah sie mich an. „Darf ich ein Foto von dir machen?!“ „Klar!“ Nachdem sie eingewilligt hatte ging ich zum Auto, um mein iPhone zu holen. Doch als ich wiederkam, war sie nicht mehr da. Sondern hing kopfüber an der alten Trauerweide. „Na los mach! Sonst schwillt mein Kopf noch rot an“, forderte sie mich auf das Foto zu machen. Als ich es gemacht hatte, fragte sie mich, ob ich ihr ihr Handy holen könne. Also ging ich zum anderen Ufer und durchsuchte ihre Tasche. Als ich es gefunden hatte drückte ich es ihr in die Hand. Und sie gab mir kopfüber Anweisungen, wie ich mich hinstellen sollte, weil sie nun auch von mir ein Foto haben wollte. Als sie das Foto geschossen hatte, schwang sie sich stolz vom Baum und ging ans Ufer. „So! Und jetzt noch eins zusammen!“, sagte ich schließlich, legte erneut den Arm um sie und hielt das Handy vor uns. Doch als ich auf den Auslöser drückte, spürte ich plötzlich Charlies warme Lippen auf meinen. Sie tat das völlig unerwartet, doch es fühlte sich so wunderbar an, dass ich den Kuss einfach erwidern musste. „Also eins steht fest“, sagte ich dann, als wir uns schließlich voneinander lösten, „das wird mein neues Hintergrundbild!“ Sie lächelte und biss sich verlegen auf ihre Unterlippe. Danach gingen wir langsam zurück zum Auto. Wir waren schon ein Stück gefahren, als Charlie mich plötzlich etwas fragte: „Wie würde meine Geschichte aussehen?!“ Ich war aber voll und ganz auf die Straße konzentriert und hatte ihr nicht zugehört. „Hm?“, machte ich nur. „Ich habe dich gefragt, wie meine Geschichte aussehen würde.“ „Wie jetzt? Geschichte?“, ich verstand einfach nicht, was sie meinte. „Na du sagtest doch, dass du jedem Mädchen eine Geschichte geschrieben hast. Wie würde meine aussehen?“ ‚Ach das meinte sie.‘ "Ich weiß nicht, ich hab solche Geschichten immer Mädchen geschrieben, mit denen ich auch zusammen war. Aber dazu muss da ja erst mehr sein!“, sagte ich und schaute sie frech an. Sie nickte, schaute mich dabei jedoch nicht an, sondern sah aus dem Fenster. „Und für wen war die letzte?“, kam es nun leise aus ihrer Ecke. „Für meine Ex. Die Beziehung war vor der Geschichte zu Ende.“ „Ah!“ Bis wir bei Charlies Haus angekommen waren, war es still im Auto geblieben. Erst, als ich mich vor der Tür ihres Apartments von Charlotte verabschieden wollte, sprach sie wieder. „Ja weißt du, ich glaube, du solltest wirklich eine Geschichte für mich schreiben!“, sagte sie ernst. „Wieso?“, fragte ich sie erstaunt. „Also ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber für mich ist da mehr“, sagte sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Mit einem „Gute Nacht!“ und einem Kuss auf meinen Mund verabschiedete sie sich ohne ein weiteres Wort von mir, schloss die Tür und ließ mich alleine im dunklen Flur stehen. Doch das machte nicht, denn mein Lächeln war so groß, dass es die Dunkelheit vertrieb.

-14. Kapitel-

-Cupcake-Party-

 

~Charlies Sicht~

Am nächsten Tag musste ich früh aufstehen, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Nachdem ich mich also fertiggemacht und Frühstück gegessen hatte, verließ ich mein Apartment. Freudig begrüßte mich François unten in der Lobby und fragte mich, wo ich hin wolle. „Heute ist mein erster richtiger Arbeitstag!“, erklärte ich freudestrahlend. Er wünschte mir noch viel Glück und dann verließ ich das Haus, um mir ein Taxi zu rufen. Ich musste unbedingt endlich mal den Führerschein machen, denn das viele Taxifahren wurde mit der Zeit auch nicht gerade billiger. Oder mir zumindest ein Fahrrad kaufen, denn meins hatte ich zu Hause in Deutschland gelassen. Würde es sich überhaupt lohnen, für ein Jahr ein Fahrrad zu kaufen. Naja billiger, als die Fahrten mit dem Taxi würde es bestimmt werden. Ich beschloss, mich in den nächsten Tagen nach einem umzusehen. Doch da kam auch schon das Auto, um mich abzuholen.

…

Nach der Arbeit ging ich noch einkaufen. Ich brauchte ja schließlich auch mal was anderes zu essen als Nutella. In dem amerikanischen Supermarkt gab es so viel was es in Deutschland nicht gab, dass ich wohl am liebsten den ganzen Laden leer gekauft hätte. Um mir den Abend zu versüßen, kaufte ich mir eine Cupcake-Backmischung. CUPCAKES!!! *sabber* Dann ließ ich mich nach Hause fahren, wo ich gegen 18.30 ankam. Aber was mich da erwartete, hätte ich mir nicht träumen lassen.

~Logans Sicht~

Heute war wieder ein Drehtag. Ich hatte keine wirkliche Lust, denn ich wollte lieber zu Charlie. Doch ich hatte Glück und wurde nur bis ca. 15 Uhr am Set gebraucht. Danach schwang ich mich in mein Auto und fuhr auf direktem Weg zu Charlies Apartment. Leider hatte ich Pech, denn einige Fans hatten sich vor dem Studio versammelt und als sie bemerkten, dass ich wegfuhr, fuhren sie mir nach. 15 Minuten später kam nicht nur ich an Charlies Wohnung an, sondern auch all die Fans, die mir gefolgt waren. Bevor sie mich erreicht hatten, rannte ich schnell ins Haus und fragte François, ob ich zu Charlotte könne. „Nein!“, sagte er knapp und gelassen. „Wieso nicht?!“, schrie ich ihn fast an, weil ich schon die Fans angerannt kommen hörte. „Weil Miss Schmidt bei der Arbeit ist!“, sagt er der Concierge höflich. „Und wann kommt sie wieder?!“, meine Frage ging fast im Gekreische der ins Haus hineinströmenden Fans. „Wann kommt wer wieder?“, „Logan machst du ein Foto mit mir?“, „Krieg ich einen Autogramm von dir?“, schrie die Meute durcheinander. „Das hat Madame mir nicht gesagt!“, antwortete François ruhig. „Hast du etwa eine Freundin, Logan?“, kam es geschockt von einigen Fans hinter mir. Ich überlegte, was ich jetzt am besten sagen sollte. In meinem Kopf ging ich die Möglichkeiten durch: ‚Ich besuche nur eine alte Bekannte!‘ Nein, miese Idee, da würden sie gleich denken, dass das nicht stimmte. ‚Ich besuche nur meine Cousine?‘ Nope, zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Foto an die Öffentlichkeit gelangt, auf dem wir uns küssen. ‚Es ist nur eine Schauspielkollegin von Big Time Rush, mit der ich etwas wegen der Serie besprechen muss?!‘ Perfekt! Oder zumindest glaubwürdig genug, dass die Fans es mir glauben würden. Ich tischte ihnen meine Lüge auf und sie schienen sie mir abzukaufen. Bis ein Mädchen laut fragte: „Also gibt es bald einen neuen Charakter?!“ So ein Mist! Sie war wohl so ein Superfan und wusste, dass keine der jetzigen Schauspielerinnen aus BTR hier wohnten. „Mh!“, nickte ich und drehte mich von ihnen weg. „Is doch egal!“, schrie ein Mädchen hinter ihr, „Hauptsache du unterschreibst uns unsere CDs!“ Alle stimmten ihr zu und ich war danach bestimmt drei Stunden mit Autogrammen geben beschäftigt, bis Charlie schließlich kam. Sie staunte nicht schlecht, als sie die ganzen Fans sah. Als sie mich sah, musste sie sich ein Lachen verkneifen. Langsam arbeitete sie sich zum mir vor. Als sie sich schließlich durch den Haufen von Fans durchgekämpft hatte, kam sie lachend aber auch ein wenig genervt bei mir an. „Was hast du jetzt wieder gemacht?“, begrüßte sie mich lachend. „Naja ich wollt dich besuchen und irgendwie haben die Fans das bemerkt“, sagte ich und zeigte auf die Menge hinter ihr. „Hey du! Nicht vordrängeln!“, machte sie ein verärgerter Fan an. Mit einem übertrieben breiten Lächeln drehte sie sich zu dem Mädchen um. „Also so wie ich das sehe…“, sie nahm die CD des Mädchens und drückte sie mir zum Unterschreiben in die Hand, „war ich als Allererste dran. Schließlich ist er hergekommen, um mich zu besuchen, oder nicht?!“, das Lächeln wich ihr nicht aus dem Gesicht, sondern würde eher noch größer. „Also bist du die Neue bei Big Time Rush?!“, rief das Mädel von vorhin nun einfach rein. Sie sah mich fragend an und ich nickte kam merklich. „Hmm, ja genau!“, machte sie dann und nickte dazu. „Wie heißt du?“, schrie ein weiterer fanatischer Fan in den Raum. „Nennt mich Charlie Ann!“, sagte sie freundlich. „Nein, wie heißt du in der Serie?!“, wollten sie wissen. „Ähm… ich heiße Elisa“, sagte sie geradeheraus. „Und was macht dein Charakter?“, fragten die Nächsten. „Nun ja… Ich möchte da nicht zu viel verraten“, sie sah mich verzweifelt an. „Na dann meine Damen!“, griff ich ein, „Wir müssen dann auch los.“ Nachdem ich das gesagt hatte, packte ich sie am Handgelenk und zog sie durch die Masse zum Fahrstuhl. Als wir uns endlich auf dem Weg zur dritten Etage befanden atmete ich erleichtert auf. Charlie wollte mich etwas fragen, doch schon waren wir in der Etage angekommen und ich zog sie aus dem Fahrstuhl. „Schnell!“, wies ich sie an und rannte mit ihr zur Tür. „Wenn die wollen, können die fünf Treppenstufen auf einmal nehmen!“, sprach ich über meine Fans und deutete ihr schnell die Tür aufzuschließen, als auch schon die ersten verrückten Hühner angerannt kamen. „Mach schon!“, schrie ich sie an. „Hetz mich nicht!“, schrie sie aggressiv zurück, sodass ich beschloss lieber still zu sein. Endlich hatte sie die Tür geöffnet und wir stürmten in die Wohnung. Panisch schloss ich die Tür hinter ihr und lehnte mich dagegen. Nur Millisekunden später fingen die Fans an gegen die Tür zu hämmern. Charlie sah mich wütend an, doch statt zu schreien fragte sie mich ruhig: „Logan, was hast du getan?“, sie musste sich zusammenreißen, um nicht auszuflippen. „Ich wollte dich doch nur besuchen!“, sagte ich und schmollte. Ich nahm ihren Kopf in meine Hände, zog sie zu mir ran und küsste sie. Lange! Sie sah zu mir hoch. „Oh Mann! Man kann dir einfach nicht lange böse sein“, sagte sie schließlich und lächelte mich verlegen an. Beide gingen wir in die Küche und sie schenkte uns Eistee ein. Ich trank. Sie sah mich an, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie mir die Frage die ihr im Kopf herumschwirrte wirklich stellen sollte. Doch sie entschied sie dafür: „Hey Logan“, ich sah von meinem Glas auf, „wieso haben die Mädchen eben gedacht, ich würde in eurer Serie mitspielen?!“ Mit großen Augen sah sie mich an. „Naja… Mädchen werden eifersüchtig, wenn sie merken, dass ihr Schwarm eine Freundin hat!“, ich lächelte sie vorsichtig an. Sie lachte: „Ja da hast du wohl Recht!“, und drückte mir einen Kuss auf die Wange. „Aber sie werden ziemlich sauer werden, wenn sie bemerken, dass ich da doch nicht mitspiele, weißt du?!“ „Sie müssen es ja nicht erfahren!“, antwortete ich gewitzt. Sie sah mich schräg an: „Und wie bitte soll das gehen?!“ „Wann kommst du morgen von der Arbeit?“, lenkte ich das Gespräch in eine andere Richtung. „16 Uhr hab ich Feierabend, wieso?!“ „Ach, nur so!“, antwortet ich und grinste in mich hinein. „Was hat das denn damit zu tun?!“, sie war verwirrt. „Schon gut!“, beendete ich für mich das Thema und sie gab sich schließlich damit zufrieden.

„Hey guck mal was ich gekauft hab!“, sagte sie voller Freude und zog eine Backmischung für Cupcakes aus ihrer Tasche. „Wollen wir?“, sie sah mich fragend an und ich nickte. Wir stellten alles bereit, doch plötzlich meinte Charlotte: „Also ohne Musik geht hier gar nix!“, und schloss ihren MP3-player an die HiFi-Anlage an. Laut stellte sie „Stand forever“ von Heffron Drive an und fing an zu singen. Ich kannte dieses Lied nur zu gut und fing an mit zu singen. Daraufhin sah sie mich erstaunt an und fragte: „Du kennst die Band?!“ Ich nickte: „Kann man so sagen!“ „Ist ja lustig. Die sind nämlich voll unbekannt, weißt du?!“, bewunderte sie mich, als hätte ich gerade das Feuer entdeckt. „Was für’n Zufall!“, kreischte ich wie ein Mädchen, es sollte lustig wirken, doch Charlie starrte mich entsetzt an, was mich dazu veranlasste aufzuhören. Nun brach sie in einen lauten Lachanfall aus, in den ich danken einstimmte. Lachen war immer noch besser als Stille. Als wir uns wieder eingekriegt hatten, widmeten wir uns wieder den Cupcakes. „Weißt du…“, sagte sie schließlich, als die kleinen Kuchen fertig waren, „wenn ich so tun soll, als ob ich in der Serie mitspiele, sollte ich doch wenigstens wissen, worum es geht, oder?!“ ‚Da hatte sie Recht!‘ Ich stimmte ihr zu. „Wann kommt den eure Serie?!“ Ich sah auf die Uhr: „Ist schon vorbei.“ Sie runzelte die Stirn. Nach einer Weile grinste sie mich plötzlich breit an und ging mit dem Kuchenblech in der Hand zur Tür. Kurz davor, drehte sie sich noch einmal zu mir um und streckte mir frech die Zunge raus. Dann öffnete sie die Tür und einige neugierige Fans fielen ihr vor die Füße. „Wir ähm… wir haben nicht spioniert… wir wollten nur…“, beteuerten sie, während sie sich aufrichteten, doch Charlie unterbrach sie: „Jaja, nicht so wichtig. Irgendwer von euch hat doch bestimmt ‘ne Big Time Rush DVD dabei, oder?!“ „Ja ich!“, meldete sich ein kleines Mädchen und trat nach vorne. „Krieg ich die mal?!“, fragte Charlotte sie überfreundlich. „Wieso?“, fragte das Mädchen und umklammerte ihre DVD ganz fest. Charlie beugte sich zu ihr runter: „Damit du sagen kannst, dass Logan Henderson sich genau diese DVD angeguckt hat“, die Augen des Mädchen leuchteten auf, als Charlie ihr das sagte. Erwartungsvoll sah sie in meine Richtung und mit einem Nicken bestätigte ich, was Charlotte gesagt hatte. Schüchtern reichte sie ihr nun die DVD und ich hatte beinahe Angst, dass sie gleich in Ohnmacht fallen würde. „Danke Schätzchen!“, grinste Charlotte sie an, hielt mir die DVD hin, welche ich an mich nahm. Und drückte dem Mädchen das Tablett mit den Cupcakes in die Hand. „Hier, das ist für euch, dafür, dass ihr so lange gewartet habt!“, stolz nahm das Kind das Tablett entgegen. „Außer zwei!“, sagte Charlie plötzlich und nahm zwei Cupcakes vom Tablett, „Wir wollen ja schließlich auch was davon gehabt haben!“ Mit einem süßen Lachen verabschiedete sie sich von den Fans und schloss die Tür. „Na dann lass uns mal deine Serie angucken!“, sagte sie, drückte mir den Cupcake in die Hand und schmiss sich auf Sofa. „Na nun leg sie schon ein!“, befahl sie mir lachend, als sie bemerkte, dass ich immer noch am selben Fleck stand.

-15.Kapitel-

-Camilles großer Auftritt-

~Logans Sicht~

Ich stand noch immer wie angewurzelt in Charlies Wohnzimmer. Plötzlich kam Charlie genervt auf mich zu: „Sag mal worauf willst du denn noch warten?!“, fragte sie mich kopfschüttelnd und riss mir die DVD aus der Hand. Sie stapfte zum Fernseher und schob die DVD genervt in den Player. Auf ihrem Rückweg packte sie mich am Oberarm und zog mich auf das Sofa. Sie ließ sich neben mir nieder. Lächelnd legte sie ihren Kopf auf meine Brust und startete den Film. Ich legte meinen Arm um sie und streichelte sanft ihren Rücken. Sie drückte auf START und wir sahen uns meine Serie an. Irgendwann fiel ihr auf, dass sie noch immer ihren Cupcake in der Hand hatte. Langsam zog sie das Papierförmchen vom Cupcakes ab und legte es auf den Tisch vor sich. Genüsslich biss sie in den Traum aus Schokolade. Leider hatte sie nicht bedacht, dass ihr Mund kleiner war als der Muffin. Sie riss ihren Mund so weit auf wie möglich, konnte aber trotzdem nicht vermeiden, dass etwas davon runterfiel und genau auf meiner Hose landete. Sie erschrak und drehte sich zu mir um und sah mich mitleidig an. „Oh Logan, das tut mir leid, ich wollte das nicht“, entschuldigte sie sich aufrichtig. „Schon okay!“, sagte ich gerade, doch sie versuchte schon den Fehler ungeschehen zu machen und rubbelte auf meiner Hose rum. „Mist! Das wird ja immer schlimmer“, fluchte sie, während sie denn Fleck nur immer weiter einrieb. Sie schaute zu mir hoch, hörte aber nicht auf zu reiben: „Vielleicht sollte ich aufhören, was?!“ Ich nickte: „Ja ich glaub auch!“, und nahm ihre Hand von meinem Bein. Sie sah mir tief in die Augen und ich musste einfach ihre warmen Lippen auf meinen spüren, also küsste ich sie solange, bis die Luft zum Atmen zu gering wurde. Mit dem Finger nahm ich etwas Creme vom Cupcake, mit den Worten „Das kriegst du zurück!“ auf den Lippen, strich ich Charlie mit meinem Finger über die Nase, sodass nun sie die Creme auf der Nase hatte. „Hey!“, machte sie daraufhin und versuchte aus Spaß die Creme mit der Zunge abzulecken, was ihr natürlich misslang. Also nahm sie ihren Finger zu Hilfe und entledigte sich der schokoladenen Masse. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht steckte sie sich dann den Finger in den Mund und leckte die Creme ab. Danach starrte sie erneut auf meine Hose. Ich folgte ihrem Blick. Auf dem weißen Jeans-Stoff meiner Hose befand sich nun ein eigenartiger brauner Fleck. „Verdammt! So kann ich doch nicht rausgehen!“, fluchte ich, nachdem mir endlich aufgefallen war, was Charlie “angerichtet“ hatte. Sie schaute mich traurig an: „Also eigentlich hatte ich gehofft, dass du noch ein Weilchen hier bleibst“, sie schmollte. Ich musste lächeln, denn sie sah so süß aus. „So war das nicht gemeint. Klar bleibe ich noch… genau wie der Fleck!“ Ich musste über mich selbst lachen. Da traf es Charlotte wie ein Schlag, sie schien eine Idee zu haben: „Hey, ich hab im Bad doch eine Waschmaschine, wenn du noch Zeit hast, kann ich die schnell mit rein schmeißen!“ Ich stimmte zu, zog meine Hose aus und gab sie ihr. Sie schaute mich kritisch an: „Das ist jetzt schon das zweitemal, dass ich dich in deinen Boxershorts sehe!“, stellte sie fest und lachte los. „Magst du meine karierten Lieblingsboxer etwa nicht?!“, fragte ich sie grinsend. „Doch, doch!“, sagte sie ironisch und ging mit meiner Hose in der Hand ins Bad. Kurze Zeit später kam sie wieder. Sie sah mich an und schüttelte sich: „Sag mal ist dir nicht kalt?!“ Jetzt wo sie es sagte, musste ich feststellen, dass sie Recht hatte. Ich nickte, daraufhin verließ sie den Raum und ging in ihr Schlafzimmer. Nach einer Weile kam sie mit einer warmen Decke in der Hand zurück. Sie schmiss sie mir in die Arme. „Kuschel dich rein!“, sagte sie, setzte sich ans andere Ende der Couch und starrte wie gebannt auf den Fernseher. Ich konnte das gar nicht mit ansehen und zog sie kurzerhand an mich heran. Ich machte mich auf dem Sofa breit und sie legte sie wieder auf meine Brust. Ich legte die Decke über sie. So lagen wir nun da: Ich auf der Couch, sie auf mir und auf ihr die Decke. Ich vergrub meine Hand in ihrem weichen, blonden, seidenglatten Haar. Zufrieden richtete ich meinen Blick wieder auf den Fernseher. Plötzlich tauchte Camille in der Serie auf. Verdammt! Wir waren bei der Folge angelangt, in der Camille mich das erste Mal küsste. Ich wurde nervös. Wollte ich denn, dass Charlie, meine Freundin, das sah?! Mein Herz schlug immer schneller, ich wurde nervös. Und Charlie Ann schien das zu merken: „Was hast du?“, fragte sie mich besorgt. „Ach nichts!“, sagte ich, doch die Kussszene rückte immer näher. Ich wollte sie küssen, damit sie es nicht sah, doch sie wies mich ab. „Ich hab schon genug verpasst, Logan!“, sagte sie und drehte meinen Kopf weg. Verdammt! Camille trat auf. Plötzlich schaute Charlie mich an: „Ach Camille, das ist so ein schöner Name!“, schwärmte sie mir vor, „Ich hatte früher mal eine Brieffreundin, die Camille hieß, weißt du?!“, im Hintergrund küsste Camille mich gerade. Ich nickte mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. „Sie war auch Französin und sie hat mich einmal in Deutschland besucht und… Hey, sag mal…was ist denn da?!“, verfolgte sie meinen Blick, doch der Kuss war schon lange vorbei. „Nichts!“, sagte ich nur freudestrahlend und schaute zum Fernseher. „Oookay!“, machte Charlie nur, widmete sich dann aber wieder der Serie. Zum Glück!

-16.Kapitel-

-Am Set-

 

~Logans Sicht~

Irgendwann hatte Charlie dann keine Lust mehr auf die Serie und ging ins Bad, um nach meiner Hose zu gucken. Kurzdarauf kam sie mit den Händen hinter dem Rücken wieder heraus. „Und ist sie fertig?“, fragte ich sie ruhig. „Naja…jaaaa!“, antwortete sie unsicher. „Okay Charlie. Was ist passiert?!“, ich wusste, dass etwas dahinter steckte. „Ähm, also sie ist jetzt sauber und der Fleck ist auch raus, aber…“, sie ließ den Satz unbeendet und holte stattdessen meine Hose hinter ihrem Rücken hervor. Sie war rosa. „Oh mein Gott! Was hast du gemacht?!“, schrie ich entsetzt. „Also…irgendwie scheint eine rote Socke in die Waschmaschine geraten zu sein“, erklärte sie ängstlich. Ich zog das rosa Etwas an. „Naja, also…“, versuchte ich die richtigen Worte zu finden. „So eine Hose hab ich zumindest noch nicht!“, sagte ich schließlich. Charlotte musterte mich: „Hättest du meiner Meinung nach auch gut drauf verzichten können!“, meinte sie und lachte laut los. Dann guckte sie auf ihre Armbanduhr. „Schon 21 Uhr, vielleicht sollten wir dem Mädchen die DVD zurückgeben!“, meinte sie ernst. Ich stimmte ihr mit einem Nicken zu und wollte zur Tür gehen. „Ne ne ne, halt mal!“, sagte sie, packte mich an der Schulter und zog mich zurück, „du kannst ihr die DVD nicht wiedergeben, ohne drauf zu unterschreiben!“ ‚Stimmt!‘ Ich nahm ihr die DVD aus der Hand und wollte unterschreiben. „Warte! Ich weiß gar nicht wie sie heißt!“ „Dann geh raus und frag sie!“, meinte Charlie und schob mich aus der Wohnung. Das Mädchen war immer noch auf dem Flur, aber eingeschlafen. „Aufstehen!“, sagte ich ruhig und langsam öffnete das Mädchen die Augen, als sie mich erblickte kreischte sie los. So laut, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Schließlich unterbrach ich ihr Gekreische, denn sonst hätte sie wohl nicht mehr aufgehört: „Danke, dass wir uns deine DVD angucken dürften. Weißt du, ich würde sie gerne unterschreiben, aber dazu muss ich erst mal deinen Namen wissen. Wie heißt du denn?!“ Die Augen des Mädchens glänzten, doch sie antwortete schüchtern: „Mein Name ist Kimberly!“ „Kimberly?! Okay, schöner Name!“, sagte ich und unterschrieb: Vielen Dank Kimberly, dass wir deine DVD angucken dürften. Dein Logan Henderson. Dream Big! Mit einem breiten Lächeln im Gesicht überreicht ich Kim die DVD und mein Lächeln ging sofort auf sie über. „Oh danke Logan!“, quietschte sie freudig und umarmte mich.

Als sie weg war, verabschiedete ich mich noch von Charlie und fuhr dann nach Hause.

~Charlies Sicht~

Am nächsten Tag:

Arbeiten! Auch wenn die Arbeit Spaß machte, hatte ich heute keine Lust drauf. Gegen 16 Uhr war es dann auch endlich vorbei und ich freute mich auf zu Hause. Als ich das Bürogebäude verlassen wollte stand plötzlich ein Schrank von Mann vor mir. Er war schwarzgekleidet und hatte eine breite Sonnenbrille auf. Als ich genauerhinsah meinte ich plötzlich den Bodyguard aus dem Flugzeug in ihm zu erkennen. Auf einmal sprach er mich an: „Sind sie Charlotte Annie Schmidt?“ Ich nickte: „Wer will das wissen?“ „Ich bin im Auftrag von Herrn Logan Philip Henderson hier. Ich soll sie abholen.“ ‚Logan???‘, schrie ich den Mann in Gedanken an. Der Mann erklärte mir, dass Logan ihm gesagt hatte, er solle mich zu den Studios fahren. ‚Ach was soll’s?!‘, sagte ich mir schließlich und stieg zu dem Mann in das Auto. Eine halbe Stunde später kamen wir an den Studios an und Logan erwartete mich schon am Tor. „Hey Charlie!“, sagte er freudig und drückte mir einen kleinen Kuss auf die Wange. Eh ich antworten konnte zog er mich schon aus dem Wagen. „Komm! Ich bin gleich wieder dran mit drehen. Ich bring dich jetzt schnell in meine Umkleide, ich muss jetzt nämlich gleich wieder ans Set und wenn ich fertig bin komm ich zu dir, okay?!“ Ich nickte während Logan mich in einen Raum zog, auf dem groß sein Name stand. „Bitte bleib erst einmal hier, ich stell dich später den Anderen vor, einverstanden?!“ Ich nickte nur wieder. Mit einem Kuss auf meine Stirn verließ er die Umkleide und ließ mich alleine. Ich entdeckte die Couch, die dort mitten im Raum stand und setzte mich darauf. Ich wartete lange, doch er kam nicht wieder. Ich war müde und beschloss ein kleines Nickerchen zu machen, aus dem ein tiefer Schlaf wurde.

~Kendalls Sicht~

Endlich war die Szene im Kasten und ich hatte meine lange ersehnte Pause. Ich war so müde, dass ich in Logans Umkleide ging, weil sein Raum näher war als meiner. Es war stockduster in dem kleinen Raum, aber ich wollte nicht das grelle Licht anmachen. Also tastete ich mich mit den Händen zur Couch vor. Als ich sie endlich gefunden hatte schmiss ich mich glücklich darauf und streckte mich. Irgendetwas warmes weißes kam mir in die Hände. Seitwann hatte Logan hier Kissen, fragte ich mich, doch ich war zu müde, um weiter darüber nachzudenken. Stattdessen kuschelte ich mich an das warme, eigenartig geformte Kissen. Ich schlief fest, wie ein Stein, doch irgendwann wurde ich durch ein grelles Licht geweckt. Jemand hatte die Tür geöffnet.

~Charlies Sicht~

Irgendwann, als jemand die Tür öffnete, wachte ich auf. „Kendall, bist du da?“, schrie eine Stimme in den dunkelen Raum. Die Tür wurde weitgeöffnet. „Hey Kendall, ist etwa deine neue Freudin?!“, spaßte die Stimme und schließlich beschloss ich die Augen zu öffnen. „Ah!“, schrie ich, als ich meine Augen endlich geöffnet waren.

Weiter: Teil 3 von 3