Alexej Remisow
1917 brachte der Gustav Kiepenheuer Verlag in Weimar »Prinzessin Mymra. Novellen und Träume« heraus, aus dem Russischen übertragen von Alexander Eliasberg. Der Band sammelt sieben Erzählungen, darunter »Die Feuersbrunst«, »Petuschok«, »Der den Teufel rief«, »Sanofa« und »Das Los des Elenden«, dazu einen Teil mit Träumen. »Die Feuersbrunst« beginnt mit Vorzeichen in einer russischen Provinzstadt: Drei Nebensonnen stehen um die Wintersonne, die Wahrsagerin Fjokla bringt eine schwarze geflügelte Maus zur Welt, an Heiligabend macht die Stadt sie dafür still, und in der Johannisnacht brennen dann Eisenbahnwerkstätten, Getreidespeicher, Zuchthaus und Friedhof, während ein Mönch reglos in den Flammen steht. Remisow, 1877 in Moskau in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren, wurde als Student nach einer Demonstration verhaftet und für Jahre in den russischen Norden verbannt. Er arbeitete aus altrussischen Legenden, Apokryphen und Volkssagen heraus, notierte jahrzehntelang seine Träume und schrieb seine Manuskripte kalligrafisch. 1921 verließ er Russland, lebte zuerst in Berlin, ab 1923 in Paris und starb dort 1957.
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