Briefe Schillers und Goethes an A. W. Schlegel

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 2 von 2

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Briefe Schillers und Goethes an A. W. Schlegel

Briefe Goethes an A. W. Schlegel.

B r i e f e G o e t h e s

 

an

 

A. W. Schlegel.

 

Aus den Jahren 1797 bis 1824.

Mit einem Briefe von Herrn Geheimde Rath Voigt schicke ich zugleich die

ersten Theile des Gozzi, für Ihren Herrn Bruder, die übrigen stehen nach und

nach auch zu Diensten. Wenn ich nicht irre so sind Gesners französische Idyllen

noch bey Ihnen, die ich mir gelegentlich zurück erbitte. Ich wünsche Ihnen recht

wohl zu leben. Jena am 28 Mai 1797.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Indem ich das Manuscript zurückschicke, merke ich nur an, daß Hofrath

Schiller die Stelle Fol. 4 deshalb angestrichen, weil sie ihm nicht verständlich

ist, indem von Verwicklung und Auflösung, den Haupterfordernißen eines guten

Dramas, als von einem fremden zufälligen Verdienste gesprochen ist. Wollten

Sie dieses zu erläutern, sowie die andern Stellen abzuändern die Güte haben?

und mir etwa bald nach Tische das Manuscript zurückschicken, indem es noch

heute abgehen könnte. Ich wünsche recht wohl zu leben. Den 14ten Juni 1797.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Sie haben mich, durch Ueberschickung Ihres Prometheus, in den Stand

gesetzt meinen Gast auf eine recht angenehme Weise zu bewirthen, er dankt

Ihnen auf das beste dafür und ich kann sagen daß wir das Gedicht mit vielem

Vergnügen wiederholt gelesen haben. Es ist Ihnen gelungen in die Mythe einen

tiefen Sinn zu legen und ihn auf eine ernste und edle Art auszudrucken, die

Verse sind sehr glücklich und es sind Stellen die durch ihre Hoheit überaschen.

Gewiß wird es eine der ersten Zierden des Almanachs seyn.

 

Wir haben indess auch fleißig gearbeitet und die Balladen sind noch immer

im Gange, vielleicht giebt mir meine vorstehende Reise auch noch einige

Beyträge.

 

Mein Freund Meyer ist, seiner Gesundheit wegen, aus Italien nach der

Schweiz zurückgegangen, ich gedenke ihn am Zürcher See zu besuchen, und mit ihm Rath zu pflegen was weiter zu thun sey? So viel ich seine Constitution

kenne möchte es wohl nicht räthlich seyn ihn gleich wieder hineinzuführen, und

das Bild das dieses schöne Land im Augenblicke darstellt, ist auch für den

Beschauer nicht reizend. Wahrscheinlich sind wir gegen den Winter wieder hier,

und erfreuen uns des Umgangs unserer Freunde.

 

Sollte ich Sie vor meiner Abreise nicht wieder sehen, so wünsche ich recht

wohl zu leben. Empfehlen Sie mich Ihrer lieben Frau und grüßen Sie Ihren Herrn

Bruder vielmals. Sollten Sie mir von Ihren und seinen neuern Arbeiten einige

Nachricht geben wollen, so würde sie unter der Addresse meiner Mutter, der

Räthin Goethe, in Frankfurth am Main, sicher und bald an mich gelangen. Der

ich indessen nochmals recht wohl zu leben wünsche. Weimar am 19 Juli 1797.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Nur mit wenigen Worten, werthester Herr Rath, will ich sogleich für Ihren

freundlichen Brief vom 22ten September danken, der mich auf der Reise so

angenehm überrascht haben würde und mir leider erst vor einigen Tagen

zugekommen ist. Die Stockung eines ganzen Packetes in Frankfurth hat mir

manche Unruhe gemacht.

 

Ich freu mich sehr Ihrer Theilnahme an meinen Arbeiten und kann

versichern daß die Empfindung wechselseitig ist. In kurzer Zeit habe ich das

Vergnügen Sie in Jena zu sehen, wo es manches zu besprechen geben wird. Mit

sehr viel Vergnügen habe ich gleich nach meiner Ankunft den zweyten Theil

Ihres Schäkespears erhalten und gelesen. Bewahren Sie beykommendes

Exemplar meines neuesten Gedichts zu meinem Andenken, wie sehr wünsche

ich auch Ihre Gedanken darüber zu hören und zugleich zu sehen was Sie

indessen gearbeitet haben. Die besten Grüße an Ihre liebe Gattin so wie an Ihren

Herrn Bruder leben Sie recht wohl. Weimar am 16. Dec. 1797.

 

G o e t h e

 

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*

Da ich höre daß Sie uns nach Ostern verlassen wollen, so werde ich mich um

so mehr eilen im März nach Jena zu kommen, um Ihres Umgangs noch einige

Zeit zu genießen. Ich überbringe zugleich das Geld und hoffe von Ihren neuen

Arbeiten etwas zu sehen. Mir ist dieser ganze Winter für das poetische Fach

ungenutzt verstrichen. Geschäffte, Theater und Societät haben mir alle meine

Stunden entweder weggenommen oder unbrauchbar gemacht.

 

Herr von Brinkmann, der sich bey Ihnen auch recht wohl gefallen hat, war

uns eine angenehme Erscheinung, seine Lebhaftigkeit und seine Theilnahme an

so vielerley Gegenständen, besonders der Litteratur, machen seine Unterhaltung

recht angenehm.

 

Ich bin neugierig Gotters letztes Lustspiel zu sehen glauben Sie daß es auf

dem Theater Effect machen werde? Wir erwarten nun die Composition der

Zauberinsel, wir denken die Oper nach Ostern zu geben. Die Zauberflöte hat

wieder viele Zuschauer aus der Nachbarschaft herbey gelockt.

 

Leben Sie recht wohl grüßen Sie Ihre liebe Frau und erhalten mir ein

geneigtes Andenken.

 

Weimar am 24 Febr 1798.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Durchl. der Herzog haben mir befohlen Sie, werthester Herr Rath, morgen

früh in das sogenannte Römische Haus zu führen, um Sie mit Herrn Melisch

bekannt zu machen, dem großen Verehrer Schäkespears und Bewunderer Ihrer

Uebersetzung.

 

Wollten Sie deßhalb gegen 11 Uhr bey mir seyn?

 

Ich hoffe Sie heute Abend in der Comödie zu sehen.

 

Den 1ten May 1798.

 

G o e t h e

 

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*

 

Für die Mittheilung der Holzschnitte danke ich recht sehr. Wenn Sie

ohnedieß spatziren gehen und bey mir gegen zwölfe anfragen wollen, so soll es

mir angenehm seyn Sie und Ihre Freunde vielleicht zu sehen. Ich erwarte Gäste

von Weimar und diese könnten vielleicht noch vor Tische eine Promenade

wünschen.

 

G

 

* *

*

 

Ew. Wohlgeb.

 

übersende die Holzschnitte alter und neuer Art mit vielem

Dank, wovon Sie Herrn Unger seinen Theil gefällig abtragen werden. Einige

Blätter die Ihnen angehören, liegen noch wohl verwahrt in Jena, sobald ich

hinüber komme sollen auch diese zurückgegeben werden.

 

In meinem Aufsatz, den ich zum zweyten Stück der Propyläen bestimme,

kann ich mit unserm guten Unger nicht einerley Meinung seyn; doch wird sich

zuletzt wohl noch eine Conciliation finden lassen. Das Unglück ist, daß die

Engländer, in ihrer neuen Manier, durch eine viel leichtere mechanische

Behandlungsart, in gewissen Theilen weit mehr leisten als die Deutschen, nach

der alten Weise, jemals zu Wege bringen können. Diese beyden

Behandlungsarten gegen einander zu stellen ist eine Aufgabe für künftig,

diesmal haben wir nur von den Effecten gesprochen.

 

Leben Sie recht wohl, da Sie zu Ihren Geschäfften Gesundheit und Heiterkeit

so nöthig haben. Ich muß die letzte Hälfte des Decembers gewöhnlich nur so hin

laviren, vielleicht habe ich Anfang Januars das Vergnügen Sie wieder zu sehen.

Weimar d 12 Dec. 1798.

 

G o e t h e

 

* *

*

Heute komme ich schon wieder um Sie um das S c h l o ß v o n O t r a n t o

zu ersuchen. Einige Frauenzimmer, die es noch nicht gelesen haben, möchte ich

gern in diese Wunder einführen.

 

Dabey schicke ich die ersten Bogen der Propyläen, die Sie vielleicht nicht

ungern etwas frühzeitiger lesen und mir gefällig bald wieder zurückschicken.

 

Professor Meyer grüßt. Er hat die Recension von Fiorillo mit viel Sorgfalt

gearbeitet. Er läßt den litterarischen Verdiensten dieses wackern Mannes volle

Gerechtigkeit wiederfahren, und trifft in den Hauptpuncten durchaus mit ihm

überein. Wo Recensent abweicht motivirt er seine Ursachen sehr klar, wodurch

diese Anzeige sehr unterrichtend wird.

 

Herr Unger hat ganz recht daß sich schon in den frühern Holzschnitten

Spuren finden von der Art welche die Engländer nun so hoch empor gehoben

haben und desto sonderbarer ist es daß man bisher davon keinen Gebrauch

gemacht hat, und daß den Engländern die Ehre der Wiederentdeckung und

Cultur dieser verlohrnen Insel Ehre macht ist nicht zu leugnen. Wenn die Sache

nur erst recht ins Klare ist, giebt uns Herr Unger vielleicht Muster von beyden

mit einer kleinen Abhandlung über die Differenz von beyden Behandlungsarten.

 

An der Entdeckung guter und brauchbarer Stoffe in den ältern deutschen

Gedichten zweifle ich keineswegs und hoffe künftig auf deren Mittheilung.

 

Ifflands Bekänntnisse will ich nächstens lesen und wünsche zu allem was Sie

vorhaben, Gesundheit und gute Stimmung. Grüßen Sie mir Ihre liebe Frau und

gedenken mein. Weimar am 15 Dec. 1798.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Ew. Wohlgeb.

 

sende die Burg von Otranto in einer neuen Hülle zurück.

Wenn auch diese gleich der vorigen wird abgelesen seyn, so möchte wohl vom

Buche selbst nicht viel übrig bleiben.

 

Die Recension von dem Knebelschen Properz scheint mir sehr gut und

zweckmäßig gerathen und der Gedanke den Verfasser mit sich selbst zu vergleichen ist freundlich und fruchtbar. Ein Mann wie Knebel verdient eine

zarte Behandlung, da er von Natur zum umändern und ausbessern so sehr

geneigt ist.

 

Was ich für ihn wünschte wäre daß er sich mit Ihnen in Connexion setzte, um

Ihres Rathes bey der Uebersetzung des Lucrez, auf die er eine unsägliche Arbeit

verwendet, zu genießen. Er liegt, wie Sie aus seiner Vorrede bemerkt haben,

noch an einer kleinen grammatisch prosodischen Opposition krank. Es würde

ihm bey seiner Arbeit zum größten Vortheil gereichen, wenn wir ihn davon

heilen könnten, so daß er die unleugbaren Fortschritte, die man in den letzten

Zeiten gemacht hat, anerkennte, gewisse Grundsätze zu befolgen sich

entschlösse, und dadurch seinen Vers gewiß manchen Vortheil verschaffte. Ich

mache ihm hierauf in einem Briefe aufmerksam so wie ich mich darüber bald

mit Ihnen zu unterhalten hoffe.

 

So eben empfange ich den zweyten Theil von Sternbald worüber ich

nächstens mehr schreibe oder spreche.

 

Der ich recht wohl zu leben wünsche. Weimar am 28 Dec. 98.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Nur Ein Wort zur Begleitung des zweyten Stücks der Propyläen und des

ersten Buches des Lukrez.

 

Die Vorbereitungen zu den Piccolomini nehmen uns alle Zeit weg, wir haben

nur noch acht Tage übrig, das Stück wird den 30ten Jänner und den 2ten Februar

gegeben, Freytag den 1ten wird Redoute seyn, ich hoffe Sie werden diese

Feyerlichkeiten nicht ganz verschmähen.

 

Den größten Theil des Februars hoffe ich in Jena zuzubringen.

 

Der ich recht wohl zu leben wünsche. Weimar am 22 Januar 1799.

 

G o e t h e

 

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*

Für das übersendete dritte Stück des Athenäums habe ich meinen Dank nicht

schrifftlich abgestattet weil ich bald nach Jena zu kommen hoffte, wo ich mich

denn auch befinde.

 

Wollten Sie die Güte haben mir die Bände des Wallpol durch Ueberbringern

zu überschicken, so wollte ich solche gelegentlich nach Weimar senden um die

übrigen dagegen zu erhalten.

 

Der ich recht wohl zu leben wünsche und Sie bald zu sehen hoffe. Jena am

26 März 1799.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Indem ich das Buch über die Religion mit Dank wieder zurück schicke, lege

ich auch den Lukrez wieder bey wenn Sie für dieses Werk etwas thun können

was es auch sey, so werden Sie mir eine Gefälligkeit erzeigen sowohl ich als der

Verfasser würden es dankbar erkennen wenn Sie auch nur im allgemeinen einige

Bemerkungen machen wollten. Ich wünsche recht wohl zu leben und hoffe Sie

bald wieder zu sehen.

 

Jena am 14 Octobr 1799.

 

G o e t h e

 

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*

 

Mit den freundlichsten Wünschen zum neuen Jahre sende ich das fünfte

Propyläenstück, dem ich Ihren und der Ihrigen Antheil wünsche.

 

Von den alten französischen Romanen habe ich nichts im Original auftreiben

können, indessen ist mir ein betagter deutscher Foliant in die Hände gefallen, der

den Titel d e s B u c h s d e r L i e b e führt und in welchem sich die Geschichte

des T r i s t a n s und der I s e l d e befindet. Zwar weiß ich nicht, ob es eine

Uebersetzung oder Umarbeitung ist, doch wenn Sie das Buch überhaupt noch nicht gesehen haben, so wird es interessant seyn es durchzulaufen.

 

Ich habe mich bisher möglichst fleißig gehalten und besonders an dem

allgemeinen Schema der Farbenlehre fortgearbeitet, wobey mich Herrn

Professor Schellings Neigung zu meiner Arbeit nicht wenig gefördert hat.

 

Vielleicht schicke ich bald eine Abschrift meiner Elegieen zu nochmaliger

gefälliger Durchsicht.

 

Sagen Sie mir doch auch was Sie und ihre Nächsten in dieser Zeit

vorgenommen haben.

 

Leben Sie recht wohl und gedenken mein.

 

Weimar am 1 Januar 1800.

 

G o e t h e.

 

* *

*

 

Seit dem neuen Jahre habe ich vergebens gehofft Sie, und wäre es auch nur

auf kurze Zeit, in Jena zu sehen. Auch den nächsten Monat komme ich

schwerlich hier los. Ich nehme mir daher die Freyheit die Elegien zu

überschicken, über die ich mich mit Ihnen gern noch mündlich unterhalten hätte.

 

Es sind zwey Exemplare, in dem einen werden Sie die von uns

angestrichenen Stellen, in dem andern die Correcturen finden die ich versucht

habe. Vielleicht finden Sie Mittel die bisher refractairen Stellen zu zwingen.

Sollte es nicht überall gehen; so wollen wir uns drein ergeben und der Zukunft

etwas vorbehalten.

 

Wenn wir uns wiedersehen habe ich manches mitzutheilen und ich bin

überzeugt daß von Ihrer Seite ein Gleiches nicht fehlen wird.

 

Leben Sie recht wohl und erneuern Sie mein Andenken in Ihrem Kreise.

Weimar am 26 Febr 1800.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Durch die Vorschläge zur Verbesserung meiner Elegieen haben Sie mir eine

besondere Gefälligkeit erzeigt. Ich habe sie meistens eingeschaltet und nun folgt

mit meinem Dank freylich auch die zweyte Sammlung. Sogar die Epigramme

werden nachkommen, welche Ihrer Theilnahme vielleicht am meisten bedürfen.

 

Meine gegenwärtige Lage ist so unpoetisch als uncritisch und es sind mir

daher bey diesem Geschäfft, dem ich nicht ausweichen kann die

freundschafftlichen Winke um desto schätzbarer.

 

Mit Verlangen erwarte ich was Sie und Ihre Geistesverwandten uns neues

zubereiten. Grüßen Sie alle.

 

Den guten Tiek bedaure ich sehr. Ich habe diese Zeit her manchmal an ihn

gedacht und beklagt, daß ein so schönes Talent, in seiner Blüthe, solche

Hindernisse freyer und fröhlicher Kraftausübung erfahren soll.

 

Haben Sie doch die Güte Herrn Professor Schelling zu sagen: daß der Van

Cower bey mir liegt. Unter den Karten findet sich nichts daß auf Abweichung

der Magnetnadel Bezug hätte. Das Werk selbst konnte ich nicht durchlaufen und

habe es bis jetzt nicht geschickt, weil es drey große Quartbände sind.

 

Vielleicht kann mir Herr Schelling bezeichnen welcher von diesen Bänden

ihm interessant ist, sonst kann ich sie auf Verlangen alle drey senden.

 

Leben Sie recht wohl und erhalten mir ein geneigtes Andenken, so wie ich

immer an dem was Sie leisten, so wie an dem was Ihnen begegnet einen

lebhaften Antheil nehme. Weimar am 5 März 1800.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Auch die Epigramme folgen hier zu gefälliger Durchsicht. Wie sehr hätte ich

gewünscht diese Revision mit Ihnen in Jena machen zu können, da die

Deliberation in einem solchen Falle so instructiv ist.

 

Sie finden ein einziges neues Epigramm und ich habe sie überhaupt nicht

numerirt weil Sie vielleicht eins oder das andere heraus votiren wenn es gar zu refractair seyn sollte. Wie z. B. das mit dem doppelten Ueberall.

 

Die Weissagungen des Bakis sollten eigentlich zahlreicher seyn damit selbst

die Masse verwirrt machte. Aber der gute Humor, der zu solchen Thorheiten

gehört, ist leider nicht immer bey der Hand.

 

Auch lege ich die Metamorphose der Pflanzen bey die denn leider sehr isolirt

stehen wird.

 

Leben Sie recht wohl und verzeihen

 

Weimar am 20 März 1800.

 

G

 

* *

*

 

In dankbarer Erwiederung Ihrer Sendung lege ich hier das erste der famosen

Sonnette bey, nach und nach sollen die übrigen anlangen. Über dem Portal steht

das Gegenwärtige warlich nicht unbedeutend. Sie erhalten zugleich auch meine

Uebersetzung des Mahomets. Da sie einmal gemacht ist, wollen wir sie doch

zum besten kehren und nutzen. Lassen Sie uns denselben zum Grunde legen

wenn wir uns gelegentlich über unsern Jambus, und besonders über dessen

dramatischen Gebrauch unterhalten.

 

Haben Sie Dank daß Sie meine Jahreszeiten ausschmücken wollen. Die

Episteln, dächt ich, ließe man liegen, bis sich etwa die Lust findet etwas neues in

dieser Art zu machen.

 

Ob es der Mühe werth seyn wird den Reineke Fuchs nochmals gleichsam

umzuarbeiten darüber müssen wir gelegentlich zu Rathe gehen.

 

Die Uebersetzung der Walpolischen Schrifften ist mir sehr willkommen. Die

großen Quartbände des Originals schreckten mich ab, und eine Auswahl, wie sie

Ihre Vorrede einleitet ist freylich einladender.

 

Möchte doch das Frühjahr auf Ihre liebe Gattin einen guten Einfluß haben. In

einiger Zeit hoffe ich mit einem guten Glas ungarischen aufwarten zu können.

 

Die Herren Meyer und Büry empfehlen sich bestens. Da wir sämmtlich jetzt

nicht viel vom Flecke kommen, so hätten wir gewünscht daß Sie neulich Ihren Besuch möchten verlängert haben. Auch hätten wir noch gar gerne mehr von der

spanischen Litteratur vernommen. Ein Land, das man selbst nicht mehr besuchen

wird, hört man so gern von scharfsinnigen Reisenden beschreiben.

 

Nicht allein Ihre grammatische, sondern auch Ihre critische Bemerkungen im

allgemeinen könnten einem Werke, das ich angefangen habe, sehr zu statten

kommen, wenn ich nur den Muth hätte gegenwärtig daran zu denken. Doch

wage ich nichts davon sehen zu lassen, bis ich weiter vorgerückt bin.

 

Leben Sie indessen so wohl als fleißig und gedenken Sie unser in Ihrem

Kreise.

 

Weimar am 2 April 1800.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Schillern habe ich nicht in Weimar angetroffen, er hat sich nach Ettersburg

begeben um dort ungestörter arbeiten zu können. Ich kann Ihnen daher von

seiner Entschliessung wegen des Almanachs nichts melden doch wollte ich nicht

ganz schweigen und sende daher diese Zeilen ab. Leben Sie recht wohl in dem

Leipzig, das nun wohl bald ruhiger werden wird und wenn Sie in unserer Nähe

sind hoffe ich Sie bald einmal wieder bey uns zu sehen. Weimar am 19 May

1800.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Indem ich den mir communicirten Brief und das erste Exemplar Ihrer

Gedichte zurück schicke melde ich dankbar daß Ihre heutige Sendung

angekommen ist worauf ich das weitere nächstens antworten werde.

 

Weimar am 31 May 1800.

 

G

* *

*

 

Ueber Ihre Sache mag ich nachdenken wie ich will, so kann ich Ihnen nicht

rathen sie an die Höfe zu bringen. Die Ursachen das nächste mal wenn ich Sie

spreche.

 

Da Sie aber freylich zu der Ihnen zugefertigten Resolution nicht ganz stille

schweigen können, so schlage ich vor beyliegendes Schreiben an den Senat

abzulassen. Sie werden die Absicht desselben leicht erkennen; doch muß ich Sie

dabey ersuchen ja darinnen nichts abzuändern, obgleich der Styl nicht der beste

ist. Wollten Sie es ja thun so wünschte ich vorher das veränderte Concept zu

sehen.

 

Von Ihrem Gedichte, das Schiller auch mit Vergnügen gelesen hat, bey

Uebersendung desselben nächstens.

 

Weimar am 10 Juni 1800.

 

G

 

* *

*

 

Die übersendeten Don Quixote sind glücklich angekommen. Wenn Sie die

andern Bände gebrauchen, so haben sie nur die Gefälligkeit sie von mir zu

verlangen.

 

Ihren Herrn Bruder würde ich auf den nächsten Mittwoch mit Vergnügen bey

mir sehen, ich will mich einrichten daß wir uns ruhig unterhalten können. Doch

wäre mir angenehm wenn ich, durch die Botenfrauen bey zeiten Mitwochs, oder,

die vorhergehenden Tage, durch die Post, Nachricht erhalten könnte.

 

Was die bewußte Sache betrifft sage ich meine weitern Gedanken mündlich;

denn endlich hoffe ich Sie einmal auf kürzere oder längere Zeit, in Jena zu

sehen.

 

Die verlangten Stücke sind mit der Theaterbibliothek nach Lauchstädt.

 

Leben Sie recht wohl und grüßen Ihren Herrn Bruder. Weimar am 12 Jul

1800.

G

 

* *

*

 

Viel Dank für Ihre freundliche Zuschrifft und die Versicherung meiner

Freude über Ihre glückliche Zurückkunft. Auch ich werde bald wieder in Ihrer

Nähe seyn und hoffe auf manche angenehme und lehrreiche Unterhaltung.

 

Daß Mad: Unzelmann sich entschließt zu uns zu kommen ist mir höchst

angenehm, haben Sie die Güte ihr das, mit meinem schönsten Gruße, eiligst zu

vermelden. Ich werde zwar mit der nächsten directen Post auch an sie schreiben,

diese geht aber erst übermorgen Nachmittag ab und es kommt darauf an, welcher

von unsern Briefen sie zuerst erreicht. Leben Sie recht wohl und besuchen Sie

mich ja, sobald ich nach Weimar komme. Nach dem verlangten Buche will ich

mich sogleich erkundigen.

 

Kassel am 18 August 1801.

 

* *

*

 

Auf mehrere Ihrer werthen Briefe habe ich nicht geantwortet; Sie verzeihens,

da ich indeß nicht weniger an Sie gedacht und an allem was Sie betrifft Theil

genommen habe. Aus der Vorstellung Ihres I o n s hat sich eine Ilias von Händeln

entwickelt, die, wie ein ächtes rhapsodisches Werk, noch immer kein Ende

nehmen will.

 

Können Sie es einrichten daß Sie Pfingsten in Weimar sind; so treffen Sie

mich daselbst. Vielleicht wird es auch möglich alsdann Ihren I o n zu geben.

 

Können Sie mir eine leichte Skizze von Genelli's Decoration verschaffen; so

würde ich, in so fern es möglich, die Idee für unser Theater nutzen. Der Tempel

war die schwächste Seite unserer Darstellung, den ich wohl mit einem

bedeutendern künftig auswechseln möchte.

 

Schicken Sie mir doch baldigst die Nachträge zu A l a r k o s, den ich

ehestens geben werde; die Rollen sind schon ausgeschrieben. Das Stück hat mir

in seiner Gedrängtheit viel Vergnügen gemacht, weniger O c t a v i a n in seiner Diffusion, ob man gleich das Tiekische Talent, im Einzelnen, nicht verkennen

kann.

 

Grüßen Sie den Bruder Bildhauer aufs beste und treiben ihn an daß er bald

kommt. Ich wünschte, wenn Durchl. der Herzog von den Inspectionen

zurückkommen, daß schon etwas gethan wäre.

 

Leben Sie recht wohl und gedenken mein und erfreuen sich der guten

Aufnahme, die Sie in Berlin gefunden haben.

 

Ihr Herr Bruder, den ich gelegentlich zu grüßen bitte, hat noch einige Bücher,

die Theils mir, theils der Bibliothek angehören, ich wünschte, daß er sie mir bald

wieder zurückstellen könnte. Jena am 3 Mai 1802.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Das Lustspiel, welches Sie mir vor einiger Zeit gesendet, hätte ich gern auf

das Theater gebracht, um die Wirkung davon zu erfahren; allein ich konnte die

zwei Frauenzimmer, welche in Mannskleidern erscheinen müssen, nicht so

austheilen, daß ich gegründete Hoffnung des Gelingens hätte fassen können.

Will der Verfasser es auf andern Theatern versuchen, so wüßte ich nichts

dagegen zu erinnern.

 

Denn es steht überhaupt mit den Concurrenzstücken wunderlich. Es sind

dreyzehen angekommen, davon keines aufzuführen war, ob man gleich einigen

manches Verdienst zusprechen mußte.

 

Uns haben diese Erscheinungen Vergnügen und Belehrung gegeben, wollte

man aber öffentlich darüber sprechen; so wäre mehr Zeitaufwand nöthig, als das

Resultat werth seyn könnte. Vielleicht spreche ich einmal, im Vorbeygehen, bey

anderer Gelegenheit, davon.

 

Der gute Tiek, dessen Zustand ich bedaure, setzt mich, durch sein

Außenbleiben, in nicht geringe Verlegenheit. Sagen Sie ihm dieß und

wiederholen Sie meinen Wunsch, daß er sich bald auf den Weg machen möge.

Es ist ihm erinnerlich daß ich ihn ältern Concurrenten vorgezogen und es ist

leicht möglich daß, bey Rückkunft Durchl. des Herzogs, welcher, nach einer ausdrücklichen Aeußerung bey seiner Abreise, Herrn Tiek schon in völliger

Arbeit zu finden glaubt, jene Verhältnisse, auf eine für mich sehr unangenehme

Weise, zur Sprache kommen könnten. Ja es bleibt mir nichts übrig als noch eine

kurze Zeit abzuwarten und alsdann Herrn Tiek einen peremtorischen Termin zu

setzen, welches ich nicht gern thue, doch aber auch die Verantwortung einer

solchen Zögerung nicht auf mich nehmen kann.

 

Leben Sie recht wohl und thätig und gedenken mein. Jena am 13 May 1802.

 

G o e t h e

 

* *

*

 

Weimar am 2 Octbr 1803.

 

Die Beylagen werden mich genugsam entschuldigen, wenn ich auf Ihre

theilnehmende Briefe nicht schneller antwortete, ja wenn ich heute nur einen

flüchtigen Laut von mir hören lasse.

 

Seit einigen Wochen bin ich mit der Ausstellung beschäftigt, deren

Einrichtung immer viel Mühe macht, die Abende habe ich meist dem Cäsar

gewidmet, um ihn, im einzelnen und im ganzen zu probiren. Ich habe mich recht

gesammelt, mit völligem Bewußtseyn diese schwierige Unternehmung zu leiten

und ich kann sagen daß alle, die dabey zu thun haben, sich nach Vermögen

bestrebten mit dem Autor und Uebersetzer zu wetteifern.

 

So eben erhalte ich ein Billet von Freund Schillern und lasse ihn sprechen:

 

»Diesen Vormittag gehe ich nach Jena. Ich nehme einen großen Eindruck mit

und über 8 Tage bey der zweyten Vorstellung werde ich Ihnen etwas darüber

sagen können. Es ist keine Frage daß der Julius Cäsar alle Eigenschaften hat

um ein Pfeiler des Theaters zu werden. Interessante Handlung, Abwechslung

und Reichthum, Gewalt der Leidenschaft und sinnliches Leben vise a vise

des Publikums – und der Kunst gegenüber hat er alles was man wünscht und

braucht. Alle Mühe, die man also noch daran wendet ist ein reiner Gewinn

und die wachsende Vollkommenheit bey der Vorstellung dieses Stücks muß

zugleich die Fortschritte unsers Theaters zu bezeichnen dienen.«

 

Wie gern möchte ich Sie nun bald mit diesem Stück bewirthen und es durch Ihre Gegenwart, Berathung und Theilnahme immer weiter zu steigern.

 

Wie Sie uns besuchen, so gewinnen wir für das critische Institut sehr viel;

denn schreiben läßt sich warlich jetzt nicht was man über die Lage unserer

Litteratur denkt.

 

Schreiben Sie mir voraus wann Sie einzutreffen denken? kann ich Sie nicht

selbst logiren; so besorge ich Ihnen ein Quartier in der Nähe und an meinem

Tisch sollen Sie immer heitere Gesellschaft finden. Bis dahin sey manches

verspart. Heute nur noch so viel:

 

Haben Sie ja die Gefälligkeit Herrn Steffens zu ersuchen daß er bald die

Reihe Schrifften anzeigt, welche er nachzuholen und zu beurtheilen geneigt ist.

Sobald ich nur ein wenig zur Besinnung komme schicke ich einen Brief für ihn.

Es thut mir sehr leid ihn nicht gesprochen zu haben.

 

Dank für die Blumensträuße! Es sind wirklich Erscheinungen aus einer

andern Welt.

 

Wenn Sie zu uns kommen hoffe ich Ihnen wenigstens einige Scenen aus dem

Calderon bey verschlossenen Thüren sehen zu lassen. Ich habe didascalische

Stunden eingeleitet, die mir viel Vergnügen gewähren und wodurch die

öffentlichen Vorstellungen sehr gewinnen. So habe ich seit acht Wochen drey

Junge Leute, die noch nie oder kaum auf dem Theater gewesen, dergestalt

zugerichtet, daß sie im Cäsar einklingend auftreten konnten. Ohne diese

Vorbereitung wäre diese Vorstellung unmöglich gewesen.

 

G.

 

* *

*

 

Weimar am 2 Octobr 1803.

 

Vom werthen Schelling weiß ich leider nichts zu sagen als daß jeder

Gedanke an ihn von dem Bedauern über seinen Verlust begleitet ist. Man sagt er

sey in Würzburg wirklich angestellt. Ich wünsche ihm, wo er auch sey, das

Glück das er verdient.

 

So eben gehen mir noch Belobungsschreiben wegen der gestrigen

Aufführung zu. Man bemerkt daß das Stück in England nie unverkürzt und seit 50 Jahren gar nicht mehr gegeben worden weil Garrick selbst einmal daran

gescheitert war. Man erinnert sich des großen Aufwandes den Herr v. Dalberg in

Manheim vormals gemacht hatte ohne das Stück beleben oder lebendig erhalten

zu können.

 

Sie nehmen gewiß Theil an der Freude dieses Gelingens. An Sorgfalt haben

wir es wenigstens nicht fehlen lassen. Nächstens mehr.

 

G

 

Am 3 ten Octobr.

 

Bey dem Rumor, welchen die Aufführung des Cäsars erregt hat es mich sehr

gefreut daß das Publikum unaufgefordert einsieht daß nur Ihre Uebersetzung

eine solche Darstellung möglich gemacht. Ich wünsche daß Sie Zeuge seyn

mögen von der guten Disposition die dadurch entstanden.

 

* *

*

 

Meine letzten Blätter die ich abschickte, waren, so viel ich mich erinnere nur

voll von Julius Cäsar, und Sie haben gewiß, statt mir die Leidenschafft zu

verargen, mein Interesse getheilt. Heute und morgen Abend beschäftigen mich

wieder die Proben davon, um so manches nachzuholen und aufzuputzen.

Sonabend den 8ten wird die zweyte Vorstellung seyn.

 

Einen Kunstgriff muß ich Ihnen noch mittheilen, den ich gebraucht, um die

Sinnen zu reizen und zu beschäftigen; ich habe nämlich den Leichenzug viel

weiter ausgedehnt als das Stück ihn fordert, und, nach den Ueberlieferungen aus

dem Alterthum, mit blasenden Instrumenten, Lictoren, Fahnenträgern, mit

verschiedenen Feretris, welche Städte, Burgen, Flüsse, Bilder der Vorfahren,

zum schauen bringen, ferner mit Freygelassnen, Klageweibern, Verwandten &c.

ausgeschmückt, daß ich dadurch auch die rohere Masse heranzuziehen, bey

halbgebildeten, dem Gehalte des Stücks mehr Eingang zu verschaffen und

gebildeten ein geneigtes Lächeln abzugewinnen hoffe.

 

Ich breche ab, mit dem Wunsche daß Sie es selbst sehen mögen; denn sonst

käm' ich in Gefahr wieder ein Blatt nach dem andern mit Betrachtungen über

den Werth des Stücks, so wie der Uebersetzung, über unsere bisherige

Leistungen und über unsere ernstlichen Vorsätze auszufüllen.

Lassen Sie uns dagegen ein Wort von dem critischen Institute sprechen. Sie

haben das was dabey zu thun ist in Ihrem ersten Briefe so gut geschildert, daß

ich nichts hinzu zu setzen brauche.

 

Die versäumten Bücher nachzuholen ist allerdings ein Haupterforderniß und

kann gleich dadurch das erste Vierteljahr gehaltvoll werden. Mögen Sie mir also

Beyträge zu dem Verzeichniß, mit einigen Vorschlägen der Vertheilung, liefern,

so werden Sie unsere Entschlüsse beschleunigen und bestimmen helfen.

 

An Herrn Steffens lege ich einen Brief offen bey; Sie werden auch aus

demselben sehen daß wir durchaus einstimmig sind. Es kann auch wohl bey

Männern die die Sache durchschauen nur Eine Stimme seyn.

 

Durchaus hoffe ich das Beste. Denn wenn diejenigen die productiv sind und

auf mancherley Weise etwas leisten können, die Critik im eigentlichen Sinne,

nicht wohl treiben mögen; so ist es denn doch auch erfreulich gelegentlich die

Ideen und Maximen, von denen unsere übrige Thätigkeit geleitet und bestimmt

wird, auszusprechen und auch durch die Reflexion dem Unsichtbaren und

unaussprechlichen eine Art von Körper zu leihen. Und dieß bey Gelegenheit,

nicht etwa ex professo, wozu man sich nicht leicht entschließt. Hiemit lassen

Sie mich endigen, damit der Brief heute fortkomme.

 

Sollte es Ihre Lage, wie ich wünsche, erlauben uns zu besuchen; so wünsche

ich es bey Zeiten zu erfahren damit Sie mich in Weimar finden.

 

W. d. 6ten Octobr 1803.

 

G

 

* *

*

 

Daß wir von einem Posttage zum andern auf Ihre bedeutenden Beyträge

warten, können Sie wohl selbst denken. Von Ihnen, Steffens, Bernardi,

Schleyermacher vernehmen wir kein Wort, möchten Sie doch sämmtlich bald

sich desto erfreulicher zeigen! Mehr sage ich nicht und füge nur ein herzliches

Lebewohl hinzu

 

Weimar am 12 Jan. 1804.

 

G o e t h e

* *

*

 

Könnt ich einen bessern Dank für das Ueberschickte und einen bedeutendern

Gruß als durch HE. Hofr. v. Müller übermachen

 

W. d. 7 Febr 1804

 

G

 

* *

*

 

Frau von Stael wünscht Sie näher zu kennen, sie glaubt daß einige Zeilen

von mir die erste Einleitung erleichtern. Ich schreibe sie gern, weil ich nun Dank

von beyden Theilen verdiene, wo sich alles von selbst gegeben hätte. Erhalten

Sie mir ein freundliches Andenken.

 

W. d. 1 März 1804

 

G o e t h e

 

* *

*

 

An der freundlich baldigen Erfüllung meines bescheiden geäußerten

Wunsches, durft ich wohl ein fortgesetztes früheres Wohlwollen dankbar gewahr

werden.

 

Das folgereiche Gelingen eines jeden Unternehmens, dem Sie Ihre Thätigkeit

widmen möchten, war mir niemals zweifelhaft und so bin ich auch Ihren

Bemühungen in der indischen Literatur mit Antheil, wenn auch nur von ferne

gefolgt, und freue mich zu sehen wie auch hier Kritik und Technik dem

belebenden Genius willfährig die Hand reichen.

 

Kann ich zwar der indischen Kunst, insofern sie plastisch ist, nicht günstig

seyn, da sie die Einbildungskraft, anstatt sie zu sammeln und zu regeln, zerstreut

und verwirrt; so gehör ich doch gewiß zu den redlichsten und beständigsten

Verehrern jener Dichtkunst, die aus den abstrußesten Regionen des Geistes durch alle Stufen des innern und äußern Sinnes uns auf die bewundernswürdigste

Weise hindurch führt.

 

Ueber allem und jedem Zwiespalt eine glückliche Vermittelung zu finden,

möcht ich gar zu gern unter den Merkwürdigkeiten Bonns auch Ihrer

gesammelten Bildschätze mich erfreuen und unter Ihrer Leitung in einer so

erfreulich charakteristischen Region mich mit allem Hohen und Tiefen so wie

mit allem Äußern und Innern in vollkommenem Einklang fühlen.

 

gehorsamst

JW v G o e t h e.

 

Weimar

den 15 Decbr.

1824

 

Als Nachschrift füge den Wunsch hinzu, daß Gesundheit und alles Günstige

das große Unternehmen R a m a j a n a herauszugeben befördern möge. Wie ich

mir denn die Freyheit nehme für Großherzogl. Weimarische Bibliothek auf ein

Exemplar der vier Lieferungen hiermit zu unterzeichnen.

 

JW v G o e t h e

 

Weimar

den 15. Decbr

1824.

 

Bonn, gedruckt bei Carl Georgi.

[Nachträglich.]

 

Für so manches Gute und Angenehme habe ich Ihnen nicht gedankt, nicht

für Ion, nicht für Calderon. Ein angefangener Brief liegt schon lange da und

Muse zum Briefschreiben kommt nie, wenn man sie erwartet. Nun regt eine

äußere Veranlassung mich auf Ihnen zu schreiben, eine alte Schuld abzutragen

und neue Verhältnisse anzuknüpfen.

 

Das alte Band der jenaischen Litteraturzeitung löst sich auf, neue müssen

geknüpft werden und ich mag wohl, um des allgemeinen Besten willen, aus

meiner Ruhe heraus treten und mit an einem neuen Institut Theil nehmen, wozu

sich alles was wacker und tüchtig bey uns ist, zu versammeln verspricht.

 

Sage ich Ihnen daß man auch Ihre Theilnahme aus der Ferne wünscht; so

vernehmen Sie nichts unerwartetes. Ihr Geist, der sich, in Production sowohl, als

Urtheil, thätig zeigt, wird sich zu einer Anstalt neigen, die nicht sowohl

Zerstreutes versammeln, als das was von Natur zusammen gehört, vereinigen

möchte.

 

Haben Sie daher die Güte mir vorläufig zu schreiben: ob, und in wie fern Sie

beyzutreten gedenken? ob Ihnen Bücher im Sinne schweben über welche Sie Ihr

Urtheil sagen möchten und ob wir noch manches vor Weihnachten erwarten

dürften?

 

Sobald ich Ihre Gesinnung näher weiß schreibe ich weitläufiger und freue

mich zum Voraus darauf, daß dieser Anlaß unsere Correspondenz beleben wird,

welche, selbst unter Gleichgesinnten, ohne besonderes Interesse, gewöhnlich

ermattet.

 

Sie haben unter Ihren Freunden gewiß noch manchen jungen Mann, der, mit

schönen Talenten und Kenntnissen, einen vorschreitenden Geist und mäßige

Gesinnungen verbindet; wollten Sie mir wohl Rahmen und nähere Verhältnisse

bekannt machen.

 

Der ich für dießmal schließe, recht wohl zu leben wünsche und mich bestens

empfehle.

 

Wenn Sie an Ihren Herrn Bruder nach Paris schreiben, so grüßen Sie ihn

schönstens von mir. Auch ihm bin ich einen Brief schuldig und wohin bin ich

nicht Briefe schuldig!

Weimar am 5 Sept. 1803.

 

G o e t h e

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Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

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Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf.org

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Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

 

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

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