Das Marien-Leben

Rainer Maria Rilke · Kapitel 5 von 16

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Das Marien-Leben

Argwohn Josephs

 

Und der Engel sprach und gab sich Müh

an dem Mann, der seine Fäuste ballte:

aber siehst du nicht an jeder Falte,

daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh.

 

Doch der andre sah ihn finster an,

murmelnd nur: Was hat sie so verwandelt?

Doch da schrie der Engel: Zimmermann,

merkst du's noch nicht, daß der Herrgott handelt?

 

Weil du Bretter machst, in deinem Stolze,

willst du wirklich den zur Rede stelln,

der bescheiden aus dem gleichen Holze

Blätter treiben macht und Knospen schwelln?

 

Er begriff. Und wie er jetzt die Blicke,

recht erschrocken, zu dem Engel hob

war der fort. Da schob er seine dicke

Mütze langsam ab. Dann sang er lob.

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