
Das Marien-Leben
Das Marien-Leben ist ein Zyklus von dreizehn Gedichten, die Rilke im Januar 1912 während seines Aufenthalts auf Schloss Duino verfasste und die im Insel-Verlag Leipzig erschienen, Heinrich Vogeler in Dankbarkeit gewidmet. Der Zyklus folgt dem Leben Mariä in dreizehn Stationen, von der Geburt Mariä über die Darstellung Mariä im Tempel, den Argwohn Josephs und die Geburt Christi bis zur Pietà und den drei Stücken vom Tode Mariä. Im Eröffnungsgedicht Geburt Mariä fragt Rilke, was es die Engel gekostet haben müsse, in jener Nacht nicht aufzusingen, plötzlich, wie man aufweint, da sie doch wussten, dass dem Knaben, dem Einen, der bald erscheint, die Mutter geboren wird. Die Gedichte, nach mittelalterlichen Bildzyklen komponiert, gehören zu Rilkes formal strengsten religiösen Dichtungen und wurden später von Paul Hindemith vertont.






