
Frau Jenny Treibel
von Theodor Fontane

Berlin N., Weihnachten, das Wohnzimmer einer Buchhalterfamilie. Über dem Sofa hängen die Gipsstatuetten Schiller und Goethe, über dem Bett der alte Kaiser und Bismarck, im Bett liegt die achtjährige Linchen krank. Frau Selicke strickt und wartet auf ihren Mann, der wieder nicht aus dem Comptoir heimfindet, Albert bürstet sich vor dem Spiegel den Rock ab, Walter bettelt um eine Stulle, und der alte Kopelke bringt einen Hampelmann und Berliner Trost mit. Zwischen der ältesten Tochter Toni und dem Untermieter Gustav Wendt fällt in dieser Nacht eine Entscheidung. Arno Holz und Johannes Schlaf schrieben das Stück für die Freie Bühne; Theodor Fontane sah in der Aufführung von 1890 die Stelle, an der sich Alt und Neu trennen.