
Frau Jenny Treibel
Fontanes Gesellschaftsroman führt in das Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts und stellt zwei Welten einander gegenüber: das wohlhabende, auf Besitz bedachte Bürgertum der Kommerzienrätin Jenny Treibel und die geistige, doch mittellose Sphäre des befreundeten Professorenhauses Schmidt. Jenny, einst aus kleinen Verhältnissen zu Reichtum aufgestiegen, kokettiert gern mit dem Höheren und Ideellen, hintertreibt aber die Verbindung ihres Sohnes Leopold mit der klugen Professorentochter Corinna, sobald es ums Geld geht. Mit feiner Ironie entlarvt Fontane die Verlogenheit einer Gesellschaft, die sich Gefühl und Bildung auf die Fahnen schreibt und doch allein dem Besitz huldigt. Der Roman zählt zu den scharfsinnigsten Gesellschaftssatiren des deutschen Realismus.


