Einmal ein Grey, immer ein Grey

Ariane Weerth · Kapitel 1 von 15

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Einmal ein Grey, immer ein Grey

Stunde der Wahrheit

 

Es war Freitag und der letzte Tag vor dem Wochenende begann. Wie jeden Freitag, holte Christian am Nachmittag seine Tochter Phoebe mit Charlie Tango von Portland ab. Phoebe hatte zwar ein Auto, aber er und seine Frau Ana wollten nicht, dass sie diesen weiten Weg von Portland nach Seattle alleine fuhr. In den letzten Jahren war die Rate der jungen Frauen, die von der Autobahn weg geschnappt wurden und deren Schicksal schließlich auf grausame Weise geklärt wurde, gestiegen. Bevor der Tag im Büro begann, hieß es erst mal anständig Frühstücken. Da kannte er kein Pardon und für ihn war es auch ein ausgesprochener Luxus, das gleiche wie bei seiner Frau Ana. Bei Ana gab es Müsli mit Jogurt und bei ihm ein Omelett. Nachdem Frühstück ging es mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage, denn unter der Woche wohnten sie zusammen im Penthouse des Escala, da das eigentliche Haus am Puget Sound viel zu groß für beide war. Am Wochenende waren sie selbstverständlich komplett im Haus. Im Fahrstuhl überkam es ihn wieder. Auch nach all den Jahren Ehe und einem ständigen auf und ab war er immer noch unendlich scharf auf sie wie am ersten Tag. Und so kam es, dass bei einem leidenschaftlichen Kuss der nun passierte, auch seinen kleinen Freund in Wallung brachte. Sie merkten nicht mal wie Ted und Natalie 2 Stockwerke tiefer zu ihnen in den Fahrstuhl stiegen. Erst durch ein lautes „Guten Morgen Mum und Dad“ ihres Sohnes lösten sie sich. Ana wurde sofort rot und begrüßte beide mit Küsschen auf die Wange und er tat es ihr gleich. Ted teilte ihnen mit, dass er heute nicht wie sonst zu Mittag aß. Er begleitete Natalie heute Mittag zu einem Arzttermin bei Dr. Greene. In der Tiefgarage stiegen Ana und Christian jeweils in ihre R8’s ein und fuhren Richtung Grey House. Natalie stieg in das Auto ihres Freundes ein, welcher ein Audi TT war. Ted fuhr seine Freundin wie immer zur Arbeit, beide waren wegen dem Arzttermin bei Dr. Greene wahnsinnig aufgeregt. Natalie arbeitete als Assistentin in der Kanzlei von Carrick. Nachdem er Natalie abgesetzte hatte, fuhr Mr. Grey Junior ins Grey House. Dort stand ein Meeting mit allen Leitern der Abteilungen statt, darunter zählte auch Ana Grey mit „Grey Publishing“.

Phoebes Sicht:

Ich war mit meinem Audi A3 unterwegs nach Vancouver zur Uni. Doch wieder verfing ich mich in meinen Gedanken. Ich war mittlerweile in der 20.sten Woche schwanger und langsam konnte ich meinen Bauch nicht mehr verstecken. Mein Freund Niklas und ich wussten es seit 2 Monaten. da war ich in der 10.ten Woche. Aus Angst vor der Reaktion meines Vaters hatte ich aber bisher geschwiegen, doch nun war Wochenende und ich wusste, dass es kein Zurück gab. Ich musste es meiner Familie endlich sagen. Auf die Vorlesung in der Uni konnte ich mich kaum konzentrieren. . Mit der Uni habe ich zwar schon alles geklärt. Wenn das Baby auf der Welt war, würde ich ein Jahr aussetzen und dann wie normal weiter studieren. Wieder drifteten meine Gedanken ab. Gestern haben wir erfahren, dass es ein Mädchen wurde. Inoffiziell war ich ja bereits Niklas Verlobte aber offiziell wusste es noch keiner. Mein Herzschlag setzte nun fast aus, als ich daran dachte das nächstes Wochenende der große Tag war. Da würde er mich vor versammelter Mannschaft die Frage aller Fragen stellen. Da wurde ich 18. In vielen Ländern war das volljährig. Hier bei uns war man erst mit 21 volljährig. Ich rieb nervös meine Hände am Lenkrad. Da wollte Niklas meinen Vater bitten, den Namen Grey annehmen zu dürfen. Ich wusste schon jetzt, dass es nicht einfach wurde. In den Augen meines Vaters war ich zu jung und sollte erstmal was erleben, anstatt mich zu binden. Und er mochte Niklas noch nie. Dennoch war ich aufgeregt und konnte den Tag kaum erwarten. Die Stunden oder Tage bis dahin schienen mir endlos vorzukommen. Es war als würde ich in einer Zeitspanne feststecken wo es weder vor noch zurückging.

Teds Sicht: Zurück in Seattle

Das Meeting war endlich zu Ende und es war Mittagspause. Normalerweise ging ich immer mit meinen Eltern essen, doch heute begleitete ich Natalie zu Dr. Greene. Als ich Natalie von der Kanzlei abholte, war sie sehr nervös. In der Praxis angekommen, war die Wartezeit unerträglich. Das wir ein Baby planten, wusste nur meine Mum, da es mein Dad nicht verstehen würde.“ Miss Prix und Mister Grey bitte“. Natalie wurde nun untersucht und getestet. Zur Auswertung durfte ich mit rein und hielt Natalies Hand. Sie war viel gelassener als ich, merkte ich ziemlich schnell als ich ihre Hand hielt. Meine fühlte sich schwitzig an. In mir ging alles drunter und drüber. Für mich war es ein großes Ereignis. Wie konnte sie da ruhig bleiben. Dann endlich hörte ich die Stimme der Ärztin. „Herzlichen Glückwunsch Miss Prix, Sie sind schwanger“ sagte Dr. Greene. Natalie und ich konnten es nicht glauben, nach einem Jahr hat es endlich geklappt. Der Ultraschall ergab, dass Natalie in der 12.ten Woche war. Draußen auf dem Parkplatz fiel mir Natalie um den Hals. Endlich sah ich auch in ihr diese Euphorie die ich in der Praxis gehabt hatte. In ihren Augen spiegelten sich Tränen der Freude. „ Ich liebe dich Ted Grey, für immer und einen Tag“. Ich küsste sie atemlos dann fuhren wir zum Escala um Natalies Auto zu holen, da sie noch arbeiten musste. Auf der Fahrt kam mir die Idee. Nachdem Natalie gefahren war, rief ich Mum an. Ich erzählte ihr aufgeregt, dass wir schwanger waren und ich Natalie einen Antrag machen will und ihre Hilfe benötige. Sie stimmte zu wenn ich das richtig verstanden hatte da ihre Stimme einen regelrechten Überschlag machte als ich ihr von den News erzählte. Es bestand kein Zweifel, dass sie sich gerade genauso freute wie wir es auch taten. Ende von Teds Sicht

Eine Neuigkeit die mich von den Füssen riss. Auch die schönste Mittagspause war mal zu Ende. Ana musste wieder runter zu „Grey Publishing“. In 2 Stunden machte Christian Feierabend, um Phoebe abzuholen. Unser Personal war jetzt auf dem Weg zu unserem Haus am Puget Sound, um es für das Wochenende vorzubereiten. Ana musste in den 2 Stunden noch ein Manuskript durch gehen, denn sie hat ein Händchen für gute Nachwuchsautoren. Endlich war Feierabend und jetzt nichts wie zum Flugplatz dachte ich. Im Fahrstuhl traf ich auf meine Frau, die grinste nur. Dann platzte sie mit der Wahrheit raus. „Natalie ist endlich schwanger und unser Sohn möchte ihr einen Antrag machten, aber das hast du nicht von mir“ sagte sie. Ich blieb mit offenem Mund zurück. Hatte ich das richtig gehört? Ich wurde Opa? Nun trennten sich unsere Wege. Ana fuhr ins Escala und ich zum Flugplatz. Als Charlie Tango in die Luft abhob, entspannte ich mich, nun konnte das Wochenende kommen wenngleich mich der Gedanke um diese Schwangerschaft noch bis auf den Weg nach Hause beschäftigte.

Niklas fuhr seine Freundin nach Portland zum Flugplatz. Er selbst würde morgen mit Phoebes Auto nachkommen. Pünktlich auf die Minute stand Christian Grey vor dem Hubschrauber und wartete auf seine Tochter. Wie immer machte er einen etwas ehrfürchtigen Eindruck der jeden erstmal erschauern lässt auf die eine oder andere Weise. Mit Argwohn betrachtete er die Verabschiedung von Phoebes Freund. Niklas war Christian ein Dorn im Auge, wie würde er erst auf die Schwangerschaft seiner Prinzessin reagieren? „Hey Dad“ sagte Phoebe leise und gab ihrem Vater ein Kuss auf die Wange. „Hallo Prinzessin, bereit fürs Wochenende?“ fragte er. Phoebe nickte und schaute Gedankenverloren raus.

In der Zwischenzeit bei Ted. Ana half ihrem Sohn alles zu dekorieren. Es war sehr romantisch und Ana war sehr stolz auf ihn. Sie zog sich ins Penthouse zurück und wartete bis Christian mit Phoebe kam. „Hey ihr beiden alles klar?“ Beide nickten nur wenngleich Ana da die Euphorie vermisste. Innerlich lächelte sie. Sie kannte den Grund. Und der Grund war Niklas. Aber Eltern mussten auch los lassen sagte sie sich immer wieder. Nur bei Ihrem Göttergatten schien das noch nicht angekommen zu sein. Als Natalie aus dem Fahrstuhl trat, erwartete sie ein Meer aus Rosenblättern und Kerzen. Ihre Augen fingen an zu glänzen und ihr Mund öffnete sich vor Erstaunen. Sie schlug nun die Hände vor den Mund. War das für sie? Ted begrüßte sie mit einem leidenschaftlichen Kuss. Plötzlich ging er vor ihr auf die Knie und nahm ihre Hand. Sie spürte wie ihr Herz fast aussetzte und ihr Puls anfing zu rasen. . „Natalie Prix, du bist meine absolute Traumfrau und du wirst die Mutter unseres Kindes. Ich liebe dich über alles und deshalb möchte ich, dich fragen, ob du mich heiraten möchtest?“ fragte er nun. In Natalies Augen hatten sich Freudentränen gebildet. Ein leises „Ja, ich will dich heiraten Ted Grey“ kam nun zaghaft hervor. Ted steckte Natalie nun einen silbernen Ring mit einem Stein der nur so funkelte wie tausend Sternenfeuer an und küsste sie leidenschaftlich.

2 Stockwerke höher waren Phoebe und Christian endlich angekommen. Ana nahm ihre Tochter erstmal in den Arm, doch plötzlich fing Phoebe an zu weinen. „Hey Schatz, was ist passiert?“ fragte Ana besorgt. Christian griff gleich zum Telefon um Niklas anzurufen. „Niklas was hast du mit Phoebe angestellt, dass sie weint“ polterte Christian los. In diesen Momenten kannte er kein Pardon. Niklas versuchte ihn zu beruhigen. „ Christian hör zu, dass soll euch Phoebe selbst sagen. Ich bin als Überraschung auf dem Weg zu euch. Es soll aber so aussehen das du mich als Überraschung eingeladen hast“. Christian stimmte zu und wunderte sich aber. Seit wann duzte dieses Würstchen ihn? Dann legte er auf. Besser gesagt er knallte den Hörer auf. Er ging nun ins Wohnzimmer wo inzwischen auch Ted und Natalie waren. „Phoebe, Niklas meinte du hast uns etwas zu sagen“ polterte ihr Vater nun. Ana legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. Phoebe richtete sich auf. Ihre Stimme klang ehr wie die eines kleinen Mädchens was etwas angestellt hatte und nun sich ehr weigerte etwas zu sagen, sich damit in Widersprüche verstrickte. Ihre Hände zitterten und sie rieb sie aneinander. Ihr Blick war nach unten gerichtet. Sie biss sich auf die Lippen kurz. „Niklas und ich bekommen ein Baby. Ich bin in der 20.ten Woche schwanger und es wird ein Mädchen“ Dann brach sie in heftiges Schluchzen aus und sank förmlich in sich zusammen. Ana und Ted nahmen Phoebe in den Arm. Natalie redete auf Phoebe beruhigend ein. „Hey ich weiß wie du dich fühlst aber das ist doch nicht schlimm hm?“. Phoebe sah sie fragend an. „Hey Schwesterherz, ihr schwangeren müsst zusammen halten“ mischte sich Ted ein. Auf seinem Gesicht erschien ein sanftes Lächeln. Ana sah nun zu ihrem Mann dessen Gesicht rot angelaufen war. Er hatte die Faust geballt und dann war er wortlos zur Tür gegangen. „Schatz warte!!“ Doch er hatte sich nicht nochmal umgedreht. Die Tür war krachend zugeknallt als er das Zimmer verließ. Draußen hörte sie ihn tobend. Sie wusste wohin er ging. Er war auf dem Weg in sein Arbeitszimmer sich abzureagieren.