Einmal ein Grey, immer ein Grey

Ariane Weerth · Kapitel 8 von 15

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Einmal ein Grey, immer ein Grey

Das Geständnis

Phoebe litt sichtlich unter der Trennung von Niklas. Es war einfach zu viel für die 18-jährige. Ihre Schwangerschaft verlief mit Komplikationen. Dazu bekam sie ständig diese Drohbriefe. Aus Angst hatte sich Phoebe von Niklas getrennt, denn Niklas war nicht der Vater des Kindes. Sie hatte versucht diese schlimme Nacht zu vergessen, aber durch die Briefe kam nun alles wieder hoch. Nun hatte sie sich entschlossen, sich ihrem Vater anzuvertrauen. Fest entschlossen fuhr sie mit dem Fahrstuhl nach oben ins Penthouse ihrer Eltern. Doch was sie dort sah, verletzte sie zu tiefst. Niklas und ihre Mutter, der Frau der sie mitunter am meisten vertraute, hatten sich geküsst. Sie rieb sich die Augen doch es war kein verdammter Alptraum. Ihr Hirn spielte ihr keine Streiche. Es war ein verdammter Kuss. Sie spürte wie ihr Herz in tausend Teile zerbrach. Die Scherben waren um ihre Seele verteilt. Verletzt und mit einem Tränenschleier der ihr sämtliche Sicht versperrte rannte sie weg und ihrem Vater direkt vors Auto. Der Stoppte gerade noch rechtzeitig und sah sie nun geschockt an als er aus dem Auto stieg. „Gott Phoebe, was ist denn passiert? Du bist ja völlig durch den Wind?“. Phoebe bracht weinend in den Armen ihres Vaters zusammen.

Christian fuhr seine Tochter nun ins Krankenhaus, nur um sicher zu gehen, dass mit ihr und dem Baby alles in Ordnung war. Von Unterwegs rief er Ana an. Ana fühlte sich ertappt, schließlich hatte sie gerade mit dem Verlobten ihrer Tochter fremd geknutscht. Ihr schlechtes Gewissen meldete sich und so entschloss sie sich es Christian zu beichten. Sie wollte und konnte nicht mit dieser Lüge leben.

Aufgewühlt fuhr sie in die Klinik. Endlich traf sie auf ihren Mann in diesen endlosen Fluren. „Christian, was ist mit ihr und dem Baby?“. Ana liefen die Tränen ohne, dass sie es wollte. Christian nahm sie in den Arm. „Ana alles wird gut“, er versuchte sie zu beruhigen. „Es ist meine Schuld“, wimmerte sie nun leise und biss sich dabei auf die Lippen. Sie hatte sich an die Wand gelehnt und ließ sich da hinunter rutschen, sodass sie nun auf dem Boden hockte. Wie ein Häufchen Elend sah sie nun aus wie sie ihre Arme um ihre Beine schlang und ihre Augen so rot unterlaufen, die Mascara ganz verwischt. Christian wollte nun endlich wissen was los war. Hier gab es doch etwas was ganz und gar nicht stimmte „Verdammt Ana, was ist hier los?“ fragte Christian wütend. Gerade als Ana anfangen wollte zu erzählen, kam der Arzt. Er gab Entwarnung. Der werdenden Mutter, sowie dem Baby ging es gut. Erleichtert gingen Ana und Christian zu ihrer Tochter. Das Gespräch musste warten. Dennoch war die Stimmung im Raum eisig. Wo sonst so viel Vertrautheit war, stand hier eine Mauer, eine Mauer die jedes warme Gefühl verdrängte. „Würde mir jetzt bitte mal jemand erklären, was hier los ist“, schrie Christian fast. Phoebe zuckte zusammen und sagte dann schluchzend „Mum und Niklas haben sich geküsst“. Nun war es raus. Ana fuhr fast zusammen doch sie riss sich zusammen. Er merkte aber das da noch mehr war und bat Ana vor der Tür zu warten. Ana ließ die 2 allein, doch sie wusste, dass ihr zuhause noch etwas blühte. Phoebe deine Mutter ist weg, also raus mit der Sprache was bedrückt dich noch? Christian nahm seine Tochter in den Arm, damit sie vertrauen fasste. „Dad, dass Baby ist nicht von Niklas. Ich bin auf einer Party vergewaltigt worden und bekomme seitdem Drohbriefe“. In Christian keimte Wut auf, niemand fasste seine Prinzessin ungestraft an. Phoebe zeigte ihrem Vater nun die Briefe in denen seine ganze Familie bedroht wurde. Sie zitterte regelrecht als sie ihm das alles erzählte und nun sogar zeigte. Doch genau jetzt fiel ein Stein von ihrem Herzen. Dennoch tat es weh. Ihr Vater handelte sofort.

Er wählte sofort Welch’s Nummer. Ana hielt die Warterei nicht mehr aus, sie wollte auch endlich wissen was los war. So kam sie wieder vorsichtig herein. Sie nahm Phoebe nun in den Arm, da diese weinte. Komischerweise war dieses mal keine Abwehr zu spüren. Christian betrat nun wieder das Zimmer. „Ana hast du es gewusst“ fragte er nun. Ana sah ihn fragend an und schüttelte den Kopf. Christian erzählte nun Ana was Phoebe widerfahren war. Ana war schockiert. Als Phoebe die Sorge ihrer Eltern sah, war der Fehltritt ihrer Mutter vergessen. Phoebe nahm ihre Mutter sogar in Schutz und bat ihren Vater sie nicht so hart zu bestrafen, schließlich war der Kuss aus der Situation entstanden. Christian beschwichtigte seine Tochter. „Prinzessin niemand wird hier bestraft außer demjenigen, der dir das angetan hat“. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Christian hatte noch eine Überraschung für Phoebe. Draußen wartete Niklas. Er wollte zu Phoebe und dem Baby stehen. Ana und Christian gingen nun, so konnten sich Phoebe und Niklas aussprechen. Dennoch überkam Ana ein merkwürdiges Gefühl als sie an Niklas vorbei ging. So musste sich also jemand fühlen der eine richtige Dummheit getan hatte, was man im Nachhinein bereute. Der Kuss war traumhaft gewesen dennoch war er verbotener Natur gewesen. Sie wusste es genau wie er es wusste und man konnte es nun gut auf eine Extremsituation schließen. Sowas entstand doch immer aus Extremsituationen heraus. Es würde nie wieder geschehen da war sie sich sicher. Sie hatte sich kurzzeitig verloren doch nun wieder gefunden. Und Hand in Hand verließ sie nun mit ihrem Mann der ihr hoffentlich verzieh auf leisen Schritten das Krankenhaus, während ihre Tochter noch ein langes Gespräch mit Niklas vorhatte.