Entscheidung aus Liebe 2

Any Cherubim · Kapitel 1 von 1 · Teil 2/6

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Entscheidung aus Liebe 2

Entscheidung aus Liebe 2

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 6 Teile geteilt.

"Entschuldige bitte, .....aber das ist ..... wirklich .... lustig!" sagte Darren immer noch lachend. Schon lange hat er nicht mehr so herzlich lachen können. Sein Lachen war so ansteckend, das sie selbst lachen musste. Freundschaftlich rempelte sie ihn an. Und eigentlich war Kate nicht zimperlich mit ihm. Er hätte dadurch auf den Rücken fallen müssen, doch er bewegte sich nicht einen Millimeter. Es war genauso, als würde sie ihre Hand gegen eine Betonwand drücken. Sein Oberarm fühlte sich kalt und undurchdringlich an. Wieder hatte Kate eine Seltsamkeit an ihm entdeckt. Darren war es gar nicht aufgefallen und lachte immer noch. "Meine liebe, du liegst falsch. Aber so was von falsch." "Nein, im Ernst. Du schuldest mir etwas." "Ich weiß," sagte Kate und verdrehte die Augen, "einen ganzen Tag muss ich jetzt mit dir verbringen. Ob ich das wohl aushalten werde?" sagte sie und grinste. "Ich werde mich anstrengen, damit du es überlebst."sagte Darren und Kate hatte keine Ahnung, wie viel Wahrheit in seinen Worten lag. "War die Sonne auch Schuld, dass wir uns heute Mittag nicht sehen konnten?" "Ja!" antwortete Darren und streichelte vorsichtig ihren kleinen Finger. "Glaubst du mir, wenn ich sage, dass es schwer war für mich?" "... Ja! Heißt das, wir können uns bei schönem Wetter nicht sehen?" wollte sie wissen. Eine Haarsträhne war ihr ins Gesicht gefallen, die er sanft aus ihrem Gesicht strich und dabei mit dem Kopf ihre Frage verneinte. "In Pleasentview regnet es viel, das ist gut!" sagte sie um ihre Enttäuschung vor ihm zu verbergen. "Wann möchtest du deinen Gewinn eintauschen?" wollte sie wissen. "Vielleicht an einem Wochenende. Wir könnten einen Tagesausflug machen, vielleicht in eine andere Stadt. Wir werden sehen." Langsam begann es kalt zu werden. Kate fröstelte leicht. Sie nahm ihre Jacke und zog sie über. "Weißt du eigentlich, dass ich zu eurem Maskenball eingeladen bin!" fragte sie ihn und hob stolz ihr Kinn. "Ja, was glaubst den von wem du die Einladung hast!" antwortete Darren und hob ebenfalls sein Kinn. "Weiß deine Mutter den, dass du mich eingeladen hast?" "Natürlich, es war schließlich ihre Idee!" erwiderte er knapp. "Ich glaube ich sollte dich jetzt nachhause bringen, du bist müde!" "Nein, ich will noch nicht nachhause!"sagte sie wie ein trotziges kleines Kind. "Ich bin überhaupt nicht müde. Es sei denn, du .....!" "Ich will nie dass du gehst, Kate." sagte Darren schnell. Wie er das zu Kate sagte, wurde ihr plötzlich ganz warm. Sie würde ihn gerne in die Arme nehmen. Doch bevor sie auch noch einen weiteren Gedanken daran verschwenden konnte, war blitzschnell aufgestanden und zog Kate hoch. "Lass uns spazieren gehen!" Sie schlenderten eine Weile im Mondschein neben einander her. "Es ist wirklich eine schöne Nacht, heute."sagte Kate und sah zum Mond. Darren stand neben ihr und nahm ihre Hand in seine und sagte: "Nur halb so schön wie du." Das er ihre Hand nahm, war für Kate schon ein unglaubliches Gefühl. Aber dieses Kompliment jagte ihr einen wohligen Schauer durch ihren Körper. Nie wieder wollte sie seine Hand los lassen. Es fühlte sich so richtig an. "Darren, ich ...!" "Schsch....!" unterbrach er sie und legte seinen Finger auf ihren Mund. "Komm!" Schweigend liefen sie durch die Nacht. Die Erkenntnis traf sie wie ein Schlag. Sie würde mit ihm überall hin laufen, solange sie mit ihm zusammen sein konnte. Ihre Gefühle für Darren waren so stark und mächtig. Noch nie zuvor hatte sie so für jemanden empfunden. Sie liebte ihn. Mit jeder Faser ihres Körpers liebte sie ihn. Und sie würde nie aufhören ihn zu lieben, ganz egal, was er für ein Geheimnis er hatte. Ganz egal, wer er war oder was er war. Sie wusste nur, dass sie für immer bei ihm bleiben wollte. Sie wollte ihn für die Ewigkeit. Kapitel 9 Irgendwann holte die Müdigkeit Kate ein. Sie kämpfte, aber ihr Körper gewann. Darren wusste, das der Nachhauseweg anstrengend für Kate werden würde. Kurzerhand nahm er Kate in seine Arme und trug sie. "Du kannst mich doch nicht den ganzen Weg tragen, Darren!" hatte sie versucht zu protestieren. Aber jeder Protest wäre zwecklos gewesen. Er lächelte sie nur an. Kate hatte ihre Arme um seinen Hals gelegt und schmiegte sich an ihm. Sein süßer Geruch verschlug ihr die Sprache. Sie sog ihn sog ihn intensive und leise ein. Nie wieder wollte sie diesen Duft vergessen. Kate begann sich zu fragen, wie er das schaffte. Sie wusste das er stark war, aber so ...... ! Er trug sie mit einer seltsamen Leichtigkeit, als wäre sie so leicht wie eine Feder. Er war nicht einmal außer Atem, keine Spur von Anstrengung, nichts. Er schwitzte nicht. Wie konnte man das erklären? Kate hatte darauf keine Antwort. Im Moment hatte sie nur seine Nähe und seinen Geruch im Kopf. Seine Wange lehnte leicht an ihre. Für Kate war es die schönste Nacht, die sie je erlebt hatte. Und es war auch das erste Mal, das sie ihm so nahe kommen gekommen war. Sie war einfach nur glücklich. Glücklich, wie schon lange nicht mehr. Als sie fast zuhause angekommen waren, setzte er sie ab. "Ich denke, ab jetzt wirst du laufen wollen." Als Kate wieder festen Boden unter ihren Füßen hatte, war ihr leicht schwindelig. Sie war so berauscht von ihm, das es ihr im ersten Moment schwer fiel gerade zu stehen. Doch er stützte sie. "Ja, Danke! Pat würde sich große Sorgen machen, wenn du mich bis zur Haustür getragen hättest." Sie griff in die Innentasche ihrer Jacke und holte den Briefumschlag für seine Mutter heraus. "Hier, das ist der Kostenvoranschlag für deine Mutter. Pat hatte ihn heute Nachmittag fertig gemacht. Kannst du ihn ihr geben?" Sie liefen bis zur Tür. "Sehen wir uns morgen?" "Müssen wir uns überhaupt trennen?" Sie strahlten sich beide an. "Gute Nacht, Kate." "Gute Nacht, Darren." Kate ging auf Zehenspitzen nach oben in ihr Zimmer. Es war schon nach Mitternacht und Pat und Phil schliefen schon. Sie zog sich aus, wusch sich schnell und putzte ihre Zähne. Als sie in ihrem Bett lag, war sie hell wach. Sie hatte ihre Decke bis zum Hals zu gezogen. Und dachte nach. Wie sollte sie jemals heraus finden, was seine dunkle Seite war? Sie wusste schon eine ganze Menge über ihn. Aber was sie über ihn wusste, war nicht normal. Konnte es sein? War er wirklich von dieser Welt? Gab es so etwas? So was gab es nur im Märchen. Wenn er nicht real war, eine Einbildung oder eine Fatamorgana war? Aber auch das konnte nicht sein, denn Pat sah in schließlich auch. War er menschlich? Oder besser gesagt, war er ein Mensch? Noch hatte sie keine Antworten. Aber Kate hatte jetzt das Gefühl, das ihr nur noch wenige Puzzles-teile fehlten. Und selbst wenn er kein Mensch war, würde es keinen Unterschied machen. Ihre Liebe zu ihm blieb, ganz egal was er war. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, fühlte sie sich erholt und ausgeschlafen. Sofort ging sie zum Fenster und sah nach dem Wetter. Dicke Regentropfen fielen vom Himmel und Kate grinste breit über ihr Gesicht. Sie würde Darren heute sehen und zwar schon früher als erst am Abend. Schnell sprang sie aus ihrem Bett und hüpfte fröhlich unter die Dusche. Als sie zu Pat und Phil an den Frühstückstisch kam, waren sie natürlich schon fertig. Phil lass wie immer seine Zeitung und Pat setze sich zu Kate an den Tisch. "Wie war dein Abend gestern?" fragte Pat und sah Kates Gesicht. Ihre Augen leuchteten, strahlten fast und die Farbe ihrer Augen war unglaublich intensive. Ihre Haut war fast genauso strahlend, wie ihre Augen. Die Liebe stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie strahlte vor lauter Glück, das konnte sogar Phil sehen, der sogar durch eine Ecke seiner Zeitung zu Kate herüber schielte. "Wunderschön!" sagte Kate und schloss dabei ihre Augen lächelnd. "Ja, das kann sogar ich sehen!" meinte Phil und grinste Pat an. Kate nahm sich ihre morgendliche Flocken und Milch. "Hast du Darren den Umschlag für seine Mutter gegeben?" fragte Pat. "Ja, Tante hab ich!" "Und was habt ihr heute vor?" "Ich weiß noch nicht, er wird sich melden und dann werden wir sehen." sagte Kate mit vollem Mund. Pat, die Kate genau beobachtete seufzte tief, als sie an ihre eigene Jugend zurück dachte. Wie sie sich fühlte, als sie Phil kennenlernte. Sie war sehr verliebt in Phil gewesen. Ihre Mutter hatte immer gesagt, dass sie verrückt nach Phil wäre. Und das stimmte auch. Das war alles viele Jahre her, aber die Liebe, die sie damals für Phil empfand, war noch immer da. Nur nicht mehr so überschwänglich. Sie hatten nun ein Teil ihres Lebens zusammen verbracht und das Band des Vertrauens war stark und unzerstörbar geworden. Das alle würde Kate noch vor sich haben. Durch Kate wurde sie oft an ihre Jugend erinnert. Und sie wünschte sich, das Kate das Glück, das sie jetzt empfand, ihr Leben lang fest in ihren Händen behalten konnte. Eigentlich hatte sie ja immer gehofft, dass Jeff und Kate ein Paar werden würde. Sie wusste auch, dass Jeff mehr für Kate empfand, als er sollte. Doch so war die Liebe nun einmal. Unberechenbar, manchmal schwierig, auch sehr schmerzhaft und turbulent, aber auch der höchste Gipfel, der Himmel und die Erde, leicht und trotzdem tief. Es gab die Liebe für die Ewigkeit und es gab die Liebe für eine bestimmte Zeit. Es gab für die Liebe viele Umschreibungen, die treffend aussagten, was sie bedeuteten. Aber was sicher treffen umschreibt, was die Liebe ist, war: Die Liebe konnte den Himmel bedeuten, aber auch die schmerzhafte Glut der Hölle. Und in Kate war die Liebe für die Ewigkeit gebündelt, das konnte man sehen. Pat wusste, dass es für Jeff schwer werden würde, wenn er zurück kam. Das Herz wurde ihr schwer, wenn sie daran dachte. Er war ihr Sohn, und wenn er litt, würde sie auch leiden. Nichts und niemand konnten ihm den Schmerz nehmen. Sie liebte ihren Sohn sehr. Aber Pat wusste, dass man Liebe nicht erzwingen konnte. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis Kate diesen oder einen anderen Darren finden würde. Sie konnte ihrem Sohn nur beistehen, wenn Jeff es erkennen würde. Aber trotzdem machte sie sich Sorgen. Sie spürte auch Angst um ihren Sohn, weil sie nicht wusste wie er das verkraften würde. Er hatte schon immer eine Schwäche gehabt für Kate. Kate sah immer den Bruder in ihm. Auch für Kate würde das nicht einfach werden. Da sie Jeff auch liebte, wenn auch, auf andere Art. Für Pat hatte Liebe viele Gesichter. Doch in Kate sah sie die Liebe nicht, die sich Jeff für sich wünschte. Sie hoffte nur, dass die Gewitterwolken, die sie am Horizont aufzogen schnell und mit wenig Rauch verschwinden würden. Das Glück, das Kate jetzt spürte, hatte sich Mary immer für ihre Tochter gewünscht. Wenn Mary sie jetzt sehen könnte, dachte Pat, wäre sie sicher glücklich gewesen. Wehmütig dachte Pat an ihre beste Freundin. Sie hatte in ihrem Leben nie viel Glück gehabt. Mary hatte in den letzten Wochen ihres Lebens immer gesagt, dass Kate ihr größtes Glück im Leben war. Pat wollte das Kate glücklich war, aber das gleiche wünschte sie sich für ihren Sohn. Vielleicht gab es noch Hoffnung. Für beide Seiten. Kate war in ihrem Zimmer. Eigentlich wartete sie darauf, das Darren sich meldete und solange wollte sie sich endlich mal bei Bekannten in Portland melden. Lange hatte sie nichts mehr von sich hören lassen. Sie schaltete ihren Laptop ein und begann fleißig zu tippen. Nach ein paar Sätzen, kamen Erinnerungen hoch. Sie hatte ihre Mutter nicht vergessen. Das Bild in ihrem Kopf, wie sie die letzten Stunden mit ihrer Mutter durchgestanden hatte, konnze sie nicht vergessen. Wie ihr Grab jetzt wohl aussehen würde? Und das Haus? Phil hatte gesagt, er hatte die Post umgeleitet und andere Dinge für sie erledigt, damit sie in Pleasentview keine Probleme damit bekommen würde. Sie beschloss eine engere Bekannte nach dem Grab ihrer Mutter schauen zu lassen. Kate war nicht kalt geworden, doch sie hatte das Gefühl ihrer Mutter näher zu sein, wenn sie die rote Strickjacke anzog. Pat hatte sie auch schon waschen wollen, doch Kate konnte das, in einem letzten Moment, gerade noch verhindern. Kate hatte Pat erklärt, was es mit der Jacke auf sich hatte und Pat hatte sofort verstanden und seit dem die Jacke nicht mehr angerührt. Die rote Jacke zu tragen war, wie wenn sie ihrer Mutter "Hallo" sagen könnte. Die Panik, die sie anfangs spürte war nicht mehr da. Nur noch der Schmerz, der auch erträglicher geworden war. So konnte sie Leben. Immer mehr verblassten die düsteren und schmerzhaften Erinnerungen an ihre Mutter. Sie konnte täglich das Gesicht ihrer Mutter deutlicher erkennen, als es glücklich war und unbesorgt. Kate wollte daran fest halten. Die Zeit heilt alle Wunden hatte, ihre Mutter gesagt, als sie im Krankenhaus gelegen hatte und auf ihr Ende gewartet hatte. Zum Teil hatte sie recht gehabt, doch Kate würde es anders formulieren. Die Zeit heilt alle Wunden, doch etwas bleibt. Kate lehnte sich zurück und war zufrieden. Zum ersten mal seit Monaten. Es war ein großartiges Gefühl. Alles hatte sich, für sie, zum Guten gewendet. Noch vor ein paar Wochen wäre das für sie, nicht denkbar gewesen. Doch ein Wermutstropfen blieb: Jeff Ihr war klar, dass es für Jeff nicht einfach werden würde. Deshalb musste sie dafür sorgen, dass er es schonend erfuhr. Es schmerzte sie, jetzt schon. Aber es gab jetzt kein zurück mehr für Kate. Pat kam mit dem Telefon ihr Zimmer. "Ja, warte, ich gebe sie dir." sagte sie in den Hörer und streckte Kate den Hörer entgegen. "Es ist Jeff!" sagte sie und sah Kate freundlich an. Kates Herz klopfte etwas schneller als sonst. Sie spürte, wie sich ihr Körper anspannte. Sie musste unbedingt die richtigen Worte finden, damit sie ihm nicht so weh tat. Pat lies sie allein. "Hi Jeff!" sagte sie mit fröhlicher Stimme. "Wie geht es dir?" "Hi Kleine, mir geht es gut! Na, wie stehen die Aktien, seit dem letzten Mal?" "Gut, der Laden läuft besser den je, wenn es so weiter geht, müssen deine Mutter und ich noch jemanden einstellen." erzählte Kate. "Wow, das sind ja tolle Nachrichten." "Und, hast du den Auftrag schon in der Tasche?" wollte Kate wissen. "Nein, noch nicht, aber dafür will mich der Kunde abwerben. Er will das ich für ihn arbeite." sagte Jeff. "Aber ich habe ihm schon gesagt, dass das überhaupt nicht in Frage kommt." Kate war erleichtert, über seine Worte. "Und was treibst du, wenn du nicht im Laden stehst?" wollte er wissen. "Oh, ich ... hab jemanden kennengelernt!" begann Kate vorsichtig. "Ich bin ein paar Mal mit ihm ausgegangen." Für ein paar Sekunden schwieg Jeff. Und Kate schloss die Augen. Fast konnte sie den Stich in Jeffs Herz mitfühlen. "So?" sagte Jeff und ein gequälter Unterton lag in seiner Stimme. "Kenne ich ihn?" "Ich weiß nicht, er heißt Darren Noir." sagte Kate und versuchte ihre Stimme zu kontrollieren. Immer wenn sie Darrens Namen aussprach, oder von ihm sprach, neigte sie dazu alle Worte strahlen zu lassen. Und sie wollte Jeff so nicht erkennen lassen, was mit ihr passiert war in den Wochen. "Ein Noir?" sagte er fast schon angewidert. "Ja, kennst du ihn?" "Nein, nicht persönlich, aber die ganze Familie kam mir immer schon etwas ..... sonderbar vor." meinte Jeff etwas gereizt. Kate, tu mir einen Gefallen und mach bitte keine Dummheiten." "Wie meinst du das?" "Du kennst die Familie nicht und ihn auch nicht. Ich will einfach, dass du auf dich aufpasst. O.K.?" "Mach dir keine Sorgen, Jeff, er ist wirklich sehr nett und lieb. Seine Mutter gibt nächste Woche einen Maskenball und hat deine Eltern und mich dazu eingeladen. Außerdem haben wir den Auftrag, für den Ball die Blumendekoration zu gestalten. Sie sind wirklich sehr nett." "Ja," knurrte er, "es ist nur ein Gefühl. Sei trotzdem vorsichtig, das kann nie schaden." Kate strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Ist es in Ordnung für dich?" fragte sie langsam. Eine kleine Pause entstand, die Kate sehr unangenehm war. "Ich weiß nicht, wir werden sehen." erwiderte er und die Traurigkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. "Ich will dir nicht weh tun, das weißt du, oder?" sagte sie fast genauso traurig. "Ja, ich weiß. .....Hör zu Kate, ich muss Schluss machen. Ich werden wieder anrufen, ja?" "Ja, ist gut!" "Pass bitte auf dich auf Kate."warnte er sie noch einmal. "Mach ich Jeff, bis bald!" "Bis bald!" sagte er noch, dann legte er auf. Es tat Kate unendlich leid, aber es musste sein. Wenn Jeff ahnungslos nachhause kommen würde und um dann zu sehen, wie es um Kate bestellt war, wäre das sicher ein Schock für ihn. Warum hatte er nur solche Gefühle für sie. Das änderte so vieles und machte vieles so schwer. Kate ging aus ihrem Zimmer und legte nachdenklich den Hörer auf die Telefonstation. Sie hatte nicht bemerkt, dass Peter gekommen war. "Oh, Hallo Peter, ich hab gar nicht gehört, wie du gekommen bist."sagte Kate und ging in das Wohnzimmer um ihn zu begrüßen. "Hi Katylein! War das eben mein Bruder?" fragte er und musterte sie. "Ja, ich hab gerade mit ihm gesprochen." "Alles in Ordnung?" fragte Peter, als er Kates nachdenkliches Gesicht sah. "Ja, er hat den Auftrag noch nicht, er steckt noch mitten in den Verhandlungen." Um vom Thema abzulenken fragte Kate: "Wo ist Tanja? Bist du allein gekommen?"

"Ja, sie ist zu ihren Eltern gefahren. Wir haben spontan einen Urlaub gebucht und werden in 3 Tagen fahren." "Oh, wie schön!" "Wo soll die Reise den hingehen?" fragte sie neugierig. "Wir haben zwei Wochen Sonne, Strand und Meer vor uns, wir fliegen nach Miami."

"Das hört sich gut an, Peter." "Ja, wir freuen uns auch sehr darauf. Und ... wie ich höre läuft der Laden ziemlich gut." fragte er interessiert. Kate setzte sich aufs Sofa. "Oh, ja! Wir haben viel zu tun. Ständig kommen neue Aufträge und du kennst deine Mutter, sie ist nicht aufzuhalten." Sie lachten, als sie beide an Pat`s Arbeitswut dachten. "Was gibt es da zu lachen," fragte Pat, die gerade ins Wohnzimmer kam und Peter eine Tasse Kaffee brachte. Dann klingelte wieder das Telefon und Kate, wusste sofort dass es Darren war. So schnell sie konnte, stand sie auf und wollte zum Telefon sprinten, doch Pat war schneller und grinste Kate frech ins Gesicht. "Bennet." meldete sich Pat überfreundlich und sah Kate gelassen an. Kate würde sofort in Pat`s Gesicht lesen, wenn es Darren war. "Ja, Darren warte ich gebe sie dir," sagte Pat und lachte Kate an. Ungeduldig nahm Kate den Hörer in die Hand und wartete, bis Pat wieder ins Wohnzimmer gegangen war. Im Hintergrund hörte sie Peter fragen: "Darren? Darren Noir?" Dann vernahm sie nur noch ein murmeln. "Hi!" sagte sie und das Herz klopfte ihr bis zum Hals, als sie seine Stimme hörte. "Hi! Hast du gut geschlafen?" "Ja und du?" "Nicht so sehr. Was willst du heute machen?" "Ich weiß nicht, hast du Lust zu mir zu kommen?" fragte sie und hoffte er würde die Idee gut finden. "Ich will das, was du willst." "Gut, ich warte auf dich! Bis gleich!" "Ja, bis gleich!" Überglücklich legte sie auf. Als sie ins Wohnzimmer kam, wurden Pat und Peter still. "Was?" fragte Kate und sah fragend von einem zum anderen. "Darren Noir?" fragte Peter und es hörte sich an, als könne er Kate gar nicht verstehen. Leicht gekränkt verdrehte sie die Augen und sagte: "Hast du ein Problem damit?" "Nein, aber ... ich weiß nicht, Kate. Seine Familie ist .....!" "Sonderbar?" unterbrach Kate ihn, dann strafte sie ihn mit einem bösen Blick. "Er kommt jetzt her und ich möchte, dass du nett zu ihm bist. Kannst du das für mich einrichten?" fragte sie und ihre Stimme klang warnend. "Ja, das kann ich." gab Peter ihr brav zur Antwort. "Wie gut kennst du ihn?" "Gut genug, um zu wissen, was er für ein Mensch ist!" sagte sie schnippisch. "Aber er ist ein paar Jahre älter, als du, stimmt´s?" "Sei nicht kindisch Peter, ich bin erwachsen genug, um zu wissen, was ich tue. Außerdem, was soll die Fragerei? Ich rede dir in dein Leben auch nicht rein!" "Peter, lass sie in Ruhe!" mischte sich Pat jetzt ein. Sie wusste, dass Peter weiter sticheln würde. Pat wollte keine großen Diskussionen am Sonntagmittag. Schon klingelte es an der Tür und Kate warf einen warnenden Blick zu Peter, bevor sie zu Tür ging. "Hi, komm rein!" sagte Kate fröhlich. Leichte Verlegenheit machte sich bei Kate breit, als sie das Wohnzimmer betraten. "Peter," sagte Kate in einem warnenden Unterton, "das ist Darren Noir." "Darren, das ist Peter und Pat kennst du ja bereits!" Freundlich lachte er Pat an und nickte Peter zu. "Wie geht es deiner Mutter, Darren?" fragte Pat um die Situation etwas aufzulockern. "Danke, gut sie ist schon sehr neugierig, was sie und Kate für sie zaubern werden." "Oh, ich hoffe, sie wird begeistert sein!" "Also ich muss dann wieder los, Tanja wird schon beim packen sein und ich muss noch ein wenig Schriftverkehr erledigen!" sagte Peter. "Sie verreisen?" fragte Darren. "Ja, meine Freundin und ich fliegen nach Miami für zwei Wochen. Strandurlaub!" "Meldet euch kurz, wenn ihr dort seit. Damit ich weiß, dass ihr gut angekommen seid!" sagte Pat. Ganz die Mutter, immer besorgt. "Ja, Mutter!" Dann nahm Peter seine Mutter in den Arm und verabschiedete sich von Kate und Darren. "Gute Reise und viel Spaß!" sagte Kate zu Peter, als er schon vor der Haustür stand. "Und du, passe auf dich auf!" sagte Peter und bedachte Kate mit einem warnenden Blick. "Hör auf Peter!" Sie drehte sich um und schloss die Tür. Darren saß auf dem Sofa und wartete auf Kate. Pat war in die Küche gegangen und klapperte laut mit dem Geschirr. "Ich komme mir vor wie ein Schulmädchen, das ihren ersten Freund mit nachhause bringt. Ist das nicht albern?" "Wieso, wenn man es genau betrachtet, ist es schon so, abgesehen davon, das du kein Schulmädchen mehr bist." sagte Darren. Kate hatte sich neben ihm auf das Sofa gesetzt. "Es ist wohl ganz normal, das der "Fastbruder" mir auf die Finger schaut, wenn seine kleine "Fastschwester" einen Mann mit nachhause bringt. "Wahrscheinlich hast du recht!" Pat kam ins Wohnzimmer. "Möchtest du etwas trinken?" "Oh, nein danke. Ich würde viel lieber erfahren, wie es ihnen seit der Neueröffnung mit ihrem Laden geht." Pat begann zu erzählen und Darren hörte ihr aufmerksam zu. Pat erzählte ihm, wie viel Mühe und Arbeit sie alle in der letzten Zeit hatte, aber auch wie viel Freude es ihr bereitete. Sie unterhielten sich eine ganze Weile, während Kate, unter einem Vorwand, sich in ihr Zimmer geschlichen hatte, um die nötigsten Dinge noch schnell aufzuräumen. Dann klopfte es auch schon an ihrer Tür. Von außen hörte sie Pat und Darren. Kate öffnete. "Mein Mann hat alles selbst gestrichen und neu renoviert. Das war früher Peters Zimmer."sagte Pat und ging mit Darren ins Zimmer um ihm alles zu zeigen. Darren blickte Kate vielsagend an. "Es ist schön geworden, alles harmonisiert. Was ich sehe gefällt mir sehr gut, Pat." Bei seinem letzten Satz sah er Kate an. "Nicht wahr."sagte Pat stolz. "Gut Kinder, ich werde mich ein wenig hinlegen, falls ihr nichts dagegen habt. Phil kommt ohnehin erst heute Abend. Er ist doch bei seinen Angelfreunde. Kate, du weißt ja, das kann immer etwas länger dauern." "Ist gut Tante, ruhe dich ein wenig aus!" sagte Kate. Pat verließ das Zimmer. Kate und Darren waren von da an allein. Sie sahen sich ein paar Minuten an. "Setz dich doch." und zeigte etwas verlegen auf ihr Bett. Wieder hatte Darren dieses unwiderstehliche Grinsen auf den Lippen. Er setzte sich auf ihre Bettkante. "Du hast wirklich ein schönes Zimmer!" "Ja, ich war total überrascht, als Phil, Jeff und Peter es mir schenkten." "Erzähl mir etwas aus deiner Kindheit." sagte Darren. "Was willst du den wissen?" Erstaunt über sein Interesse stand sie auf. "Warte ich hole etwas!" Sie ging aus dem Zimmer und kam nach wenigen Minuten wieder und hatte ein Fotoalbum in der Hand. Sie setzte sich zu Darren auf ihr Bett und blätterte die erste Seite des Albums auf. Sie erzählte ihm von ihrer Mutter und Pat. Das sie einst beste Schulfreundinnen waren und dass das bis zum Tod ihrer Mutter so geblieben war. Sie lachten über lustige Babyfotos von Kate. Darren war ganz fasziniert von den Bildern. Er konnte sich nicht satt sehen daran. Viele Bilder zeigten Kate und Jeff wie Geschwister. Spielend, badend, und auch schlafend. Er sah auch Bilder, wie sie älter wurden. Und Darren konnte sehen, wie das unsichtbare Band zwischen ihnen wuchs. Jahr für Jahr. Er erfuhr was für Kate die Freundschaft mit Jeff bedeutete. Und er wurde schon fast ein bisschen neidisch auf diese Freundschaft. Kate beobachtete Darren, wie seine Augen über die Bilder wanderten und sich alles genau anschauten. Dabei leuchteten seine Augen, immer wenn er kurz zu ihr sah, wenn sie etwas erzählte. Schnell fanden sie in ein Gespräch. Stundenlang erzählen sie sich Anekdoten, aus ihrem Leben. Darren erzählte wie immer, nicht viel. Er hatte wohl nicht die allerbesten Erinnerungen an seine Kindheit. Kate hoffte, dass er ihr später einmal mehr von sich erzählen würde. Vielleicht hatte er noch nicht genug Vertrauen zu ihr. Dieser Gedanke war für Kate schrecklich. Er konnte sich ihr noch nicht öffnen. Das Geheimnis, das er mit sich herum trug, behielt er auch für sich. Kate wollte ihm klar machen, dass sie würdig wäre, sein Vertrauen zu erhalten. Sie verstanden sich ausgesprochen gut. Es war so einfach für sie beide. Entdeckten Gemeinsamkeiten und gleichzeitig fanden sie auch ganz unterschiedliche Denkweisen. Sie studierten sich gegenseitig, sie lachten viel und sie merkten nicht, wie der Tag zu Ende ging und der Abend schon angefangen hatte. Phil war nachhause gekommen und hatte auch schon mit Pat gegessen. Pat wollte die beiden nicht stören. Als sie vor Kates Zimmer stand und eigentlich anklopfen wollte, hielt sie kurz inne. Sie hörte wie Kate und Darren laut lachten. Die beiden hatten offensichtlich viel Spaß zusammen. Dann ging sie in die Küche, richtete ein paar Brotschnitte, schnitt ein paar Tomaten auf und stellte alles ein Tablett. Dann griff sie nach einer Flasche Rotwein und zwei Weingläser. Mit dem Imbiss klopfte sie an Kates Zimmer und ging hinein. "Ich dachte, ihr habt vielleicht Hunger!" Sie stellte das Tablett auf Kates Schreibtisch und verließ Augenzwinkernd das Zimmer. "Das ist aber lieb von Pat," sagte Kate als sie das Tablett mit auf ihr Bett nahm. Sie war nun gespannt, ob Darren jetzt etwas Essen würde. Sie hatten den ganzen Nachmittag nichts mehr zu sich genommen, und Kate starb fast vor Hunger. Darren müsste demnach zumindest Appetit haben. Er öffnete die Flasche und schenkte den Wein in zwei Gläser ein. "Auf was sollen wir anstoßen?" Er gab ihr ein Glas in die Hand und sah ihr tief in die Augen. "Auf uns!" erwiderte Kate und war ganz gerührt von dem warmen Ausdruck, der sich in seinen Augen spiegelte. Sie aß eine Schnitte nach der nächsten. Wie immer hatte Darren keinen Appetit und aß wirklich nichts. Aber immerhin genoss er den Rotwein. Darren beobachtete sie beim essen. Auch das tat er oft. "Warum starrst du mich beim Essen so an?" "Ich finde es interessant wie du isst!" Kate lachte. "Was soll daran so interessant sein?" Immer noch sah er gebannt auf ihren Mund. "Das kann ich dir nicht genau sagen, es sieht einfach ..." , er suchte nach dem richtigen Wort, "anders aus!" "Das verstehe ich nicht!"sagte Kate und bis in ein Tomatenstück. Darren lachte, als er sich über seine seltsamen Worte bewusst wurde. "Ich auch nicht!" Wieder lachten sie beide. "Hast du eigentlich schon ein Kostüm für den Maskenball ausgesucht?" wollte Darren wissen. "Oh, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Hast du den schon eine Verkleidung?" " Ja, aber das verrate ich nicht. Dank dir, haben wir ja dieses Jahr ein Motto."

"Findest du diese Idee nicht gut? Das wird bestimmt lustig." "Doch, natürlich finde ich die Idee gut. Es ist etwas Neues!" "Nächste Woche muss ich mich wirklich ran halten, damit ich rechtzeitig mit allem fertig werde." sagte Kate. Kate wollte auf jeden Fall Pat fragen, wo sie sich ein Kostüm ausleihen konnte. Sie stellte das noch halbvolle Tablett auf ihren Schreibtisch und nahm die halbvolle Flasche Wein, aber wieder mit zu ihrem Bett. Langsam spürte sie wie der Alkohol seine Wirkung nicht verfehlte. Sie war total entspannt und ihre Schüchternheit war betäubt. Seine Augen sahen sie liebevoll an. Sie schaltete ihre Musikanlage ein und drückte den Vorspurknopf, bis sie zu den Stücken kam, die langsamer waren. Dann stand sie auf und streckte ihm ihre Hand entgegen. Sie wollte mit ihm tanzen. Ganz kurz hatte sie sich über ihren Mut gewundert. Das machte wohl der Wein. "Tanz mit mir!" bat sie ihn. Darren ergriff ihre Hand. Sofort war dieses Brennen wieder spürbar, das seine kalten Finger bei der Berührung verursachte. Sein linker Arm legte er ihr um die Taille. Dann zog er sie sanft zu sich. Sofort nahm sie wieder diesen unwiderstehlich süßen Duft war, den er ausströmte. Die Schmetterlinge flogen wirr durch ihren Bauch. Kate legte ihre beide Armen um seine Hals. Sie sahen sich in die Augen und Kate konnte das Gold in seinen Augen, das langsam schmolz, wieder erkennen. Berauscht von seinem Duft, war es ihr nicht möglich, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie fragte sich, wie es sich wohl anfühlen würde ihn zu küssen. Seine Lippen sahen so verlockend aus. Sie waren von einem besonderen rot und Kate stellte sich den Geschmack seiner Lippen vor. Ihr Puls raste bei dem Gedanken. Sie schmeckten bestimmt so süß, wie der Duft der ihn umgab. Das Verlagen danach wurde so groß, das Kate ganz sanft mit ihrem Finger über seine Lippen fuhr. Darren hatte seine Augen geschlossen und genoss offensichtlich die Berührung. Es war die Gelegenheit. Langsam und vorsichtig berührten ihre Lippen, seine. Sie kostete sie und es war das Schönste und Beste, was sie jemals in ihrem Leben probiert hatte. Sofort stieg ihr Verlangen ins unermessliche. Sie konnte nicht genug bekommen. Plötzlich befreite sich Darren abrupt von ihr und ging in die von ihr weit entferntesten Ecke. Offenbar brauchte er den größten Abstand zu ihr. Aber warum? Hatte sie was falsch gemacht? Total geschockt, das er sich von ihr so schnell und abrupt gelöst hatte, starrte sie ihn an. War sie zu weit gegangen. "Tut mir leid, Kate. Ich ... kann nicht!" sagte er. Ganz deutlich konnte Kate erkennen, wie er mit sich kämpfte. Sein von Schmerz verzogenes Gesicht erschreckte sie. "Es tut mir leid, hab ich etwas falsch gemacht?" fragte sie besorgt. Es vergingen ein paar Sekunden, bis er antworten konnte. Noch immer war sein Schmerz sichtbar. Aber langsam entspannten sich seine blassen Züge wieder. "Nein, du hast nichts falsch gemacht, es ist nur, .... Wir sollten das nicht tun!" sagte er. Und Kate konnte deutlich die Traurigkeit in seiner Stimme hören. "Warum nicht?" Darren lies sich lange Zeit für seine Antwort. "Es ist zu .... gefährlich für dich, Kate." Jetzt verstand sie gar nichts mehr. Sie sah ihn verständnislos an. "Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst." "Kate!" begann er und suchte verzweifelt nach Worte, damit sie nicht tiefer Fragen würde. "Es ist nicht gut für dich. Ich bin nicht das, für was du mich hältst. Du wärst enttäuscht, wenn du es wissen würdest. Du würdest mich meiden, wie die Pest." Kate war so verwirrt, sie konnte sich nicht im entferntesten vorstellen, was mit ihm los war. "Wer bist du?" fragte sie. Doch diese Antwort blieb er ihr schuldig. "Das ist doch alles Unsinn? Das glaube ich nicht. Ich weiß, du wolltest es genauso wie ich, das habe ich gespürt." Darren sah zum Fenster und sah in die Dunkelheit. "Ich habe Angst vor dem Tag, an dem du es heraus findest." Fragend sah sie ihn an. "Sei nicht böse auf mich, das könnte ich nicht ertragen." Kate wusste nicht, was sie von all dem halten sollte und verstand kein Wort, von dem was er sagte. "Ich muss jetzt gehen, Kate!" sagte er und wollte zur Tür laufen. "Nein, geh bitte noch nicht, Darren." "Glaub mir, mir fällt das alles nicht leicht? Ich wünschte ... es wäre alles anders!" Dann verließ er Kate`s Zimmer. Kate saß wie gebannt auf ihrem Bett. Was hatte sie falsch gemacht? Warum konnte er ihr nicht einfach sagen, was mit ihm war. Was hatte er schlimmes getan? Sie hatte so viele Fragen an ihn und keine Antworten. Immer wieder halten seine Worte in ihr nach. "Du würdest mich meiden, wie die Pest. Ich bin nicht das, für was du mich hältst. Es ist zu gefährlich für dich." Was wollte er ihr damit sagen? Sie musste es unbedingt heraus finden, damit er endlich nicht mehr in Rätseln mit ihr sprach. Etwas quälte ihn, dass hatte Kate ganz deutlich erkennen können. Sie fuhr mit ihren Fingern über ihre Lippen. Dort wo seine harten und kühlen Lippen sich getroffen hatten. Nie hatte sie einen Mann getroffen, der das in ihr Auslöste, was Darren tat. Sie war sich ihrer Liebe zu ihm sicher, aber was war mit Darren? Er mochte sie, aber vielleicht waren da nicht genug Gefühle für sie? Vielleicht empfand er nicht dasselbe wie sie. Ja, die Anziehungskraft zwischen ihnen war da. Darren selbst hat davon gesprochen, aber reichte das? Lange dachte Kate noch über das alles nach, bis sie schließlich einschlief. Sie träumte von ihm. Wieder suchte sie Darren, sah sein Gesicht immer wieder ganz deutlich vor sich, doch nie war er ihr so nah, das sie ihn hat greifen können. Das Verlustgefühl schmerzte so stark, dass sie weinend aufwachte und erst einige Sekunden später bemerkte, dass sie nur geträumt hatte. Sie hatte große Angst ihn zu verlieren. Als sie am nächsten Morgen mit Pat im Blumenladen stand, war sie sehr nachdenklich. Sie hatte eine schlechte Nacht hinter sich. Und noch schlechter geträumt. Langsam nahmen die Dekorationsarbeiten für den Maskenball immer mehr Gestalt an. Und sie arbeitete hart daran, ohne eine Pause. Pat beobachtete sie und machte sich Sorgen. Aber sie wollte Kate noch nicht darauf ansprechen. Manchmal klären sich solche Dinge schneller als man dachte, dachte Pat. An diesen Morgen blieb der Blumenladen leer. Es regnete schon seit Stunden in Strömen. Und der Himmel sah nicht so aus, als würde er den Wasserhahnen zudrehen. Autos fuhren auf den Straßen und peitschten das Regenwasser an den Gehwegen hoch. Niemand war auf den Straßen zu sehen. Keine Fußgänger, die einen Regenspaziergang machten. Auch die Straßen waren leer. Durch die trübe Wolkendecke hatte das Tageslicht nicht viel Platz, deshalb konnte man in den Häusern überall Licht brennen sehen. Was war nur mit Darren? Es hatte sie verletzt, als er gestern ging. Sie wollte ihn. Sie wollte ihn mehr als alles andere, doch für diese Ziel, musste sie hinter dieses dunkle Geheimnis schauen. Gedanklich ging sie alle Einzelheiten noch einmal durch. Darren war anders, das stand fest. Die Überlegung, dass er kein Mensch sein konnte, beschäftigte sie. Aber konnte das sein? Kein Mensch zu sein war unglaublich! Es gab zumindest noch keine Beweise für außerirdisches Leben. Aber selbst wenn, sie glaubte, das Darren kein Mensch sein konnte. Alles sprach dagegen. Das würde auch eher zu dem passen, was er über sich selbst gesagt hatte. Und, was sie über ihn heraus gefunden hatte. Kate war fast fertig, mit dem Schaufenster. Sie hatte frische Tulpen in kleine Reagenzgläser gesteckt, die an einem großen Ast befestigt waren. Mittlerweile was das Schaufenster schon ein richtiges Highlight geworden. Der Wind der draußen tobte machte die Lage alles andere als gemütlich draußen. Als sie auf einem Plakat auf der anderen Straßenseite aufmerksam wurde. Es klebte auf einer Litfaßsäule, die genau gegenüber dem Blumenladen stand. Der Regen hatte das Plakat aufgeweicht und eine Plakatecke hat sich gelöst und hing nach unten. Kate versuchte den Text zu lesen. "Tanz der ....!" mehr konnte sie durch die heruntergeklappte Ecke, die genau den letzten Teil des Textes verdeckte, nicht lesen. Sie würde warten, bis der Wind die Papierecke so an pusten würde, dass sie den letzten Teil zu Ende lesen konnte. Zeit verging, aber der Wind tat ihr den Gefallen nicht. Sie würde Geduld haben müssen. Wartend trat sie von einem Bein auf das nächste. Es dauerte keine Minute mehr, als plötzlich die Ecke durch den Wind sich hoch bäumte, um kurz danach wieder zufallen. Doch Kate hatte Glück, sie konnte den ganzen Schriftzug lesen und plötzlich erschrak sie. "Tanz der Vampire" Sie starrte auf das Plakat, das nun wieder aufgeweicht herunter hing. Immer wieder dröhnte in ihrem Kopf das Wort <Vampire> nach.

Minutenlang starrte sie auf das Plakat. Konnte es wirklich sein?

„Oh, mein Gott!” flüsterte sie. Sie war starr und ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Geistesabwesend zog sie ihre Schürze aus. „Tante, ich muss etwas klären. Ich bin bald wieder da.” sagte Kate seltsam ruhig und tonlos. Pat hatte nur Kates Gesicht gesehen und bevor sie etwas sagen konnte, war Kate aus dem Laden gelaufen. Wie in Trance ging sie zu ihrem Auto und fuhr aus der Stadt raus. Sie kannte den Weg. Nur der Regen konnte ihr Schwierigkeiten bereiten. Als sie den kleinen Pfad im Wald erreichte, hatte der Regen den Boden so aufgeweicht, dass sie mit dem Autoreifen im Matsch stecken bleiben würde. Wenn sie mehr Gas gab, drehten die Reifen durch. Es half alles nichts. Mit dem Auto kam sie so nicht weiter.

Kurzer Hand beschloss sie zu Fuß weiter zu gehen. Sie stieg aus und watsche durch den Regen. Nach ein paar Metern war sie so nass, das ihre Haare in Strähnen schwer herunter hingen. Sie konnte nur an Darren denken. Ihr Schritt wurde schneller und schneller, bis sie irgendwann rannte. Der Weg schien endlos zu sein. Sie war total außer Atem, als sie die Panik verspürte, Darren zu verlieren. Sie beugte sich vorn über und stütze ihre Hände in die Knie. Nur kurz, um wieder Luft zu bekommen. Dann rannte sie weiter. Von weitem konnte sie jetzt endlich den Parkplatz erkennen. Sie rannte und schrie plötzlich seinen Namen. „Darren!”

Sie wollte dass er sie hörte. Sie wusste, dass er das konnte. Jetzt konnte sie das Haus erkennen. Natürlich, wie konnte sie so dumm sein. Alles passte herrlich zusammen.

Ihre Beine wurden schwer und sie hatte bald keine Kraft mehr, doch sie rannte weiter und schrie immer wieder seinen Namen. Ihre Rufe waren so laut, das sie ihr Echo hören konnte. Nur noch wenige Meter, dann stand sie vor seinem Haus. Tränen liefen ihr über die Wangen. „Darren, komm raus. Ich weiß dass du mich hören kannst!” schrie sie so laut sie konnte. Sie blieb völlig erschöpft vor dem Haus stehen. Sie atmete schwer und der Regen hatte ihre Kleidung völlig aufgeweicht und beschmutzt.

Die große Eingangtür wurde geöffnet. Katharina, ein etwas älterer Herr und wahrscheinlich Darren`s Bruder kamen raus und stellten sich in einer Reihe auf. Sie starrten sie stumm an und jetzt konnte Kate das erste mal sehen, was sie waren. „Ich will sofort mit Darren sprechen,” rief Kate sie immer noch atemlos und auch zu allem bereit.

Dann kam Darren hinter der Tür vor. Sein Gesicht war hart und er sah bedrohlich aus.

Schweigend stellte er sich zu seiner Familie und blickte Kate finster an. Keiner sprach. Alle Augen waren auf Kate gerichtet. So standen sie einige Sekunden da. Nichts war zu hören, nur der Regen und Kates schwerer Atem.

Dann sagte der Junge neben Darren:

„Sie weiß es!”

Kate schluckte, als ihr klar wurde, das sie vor vier Vampiren stand. Jetzt war sie in Lebensgefahr und sie hatte sich selbst dahin gebracht. Doch seltsamerweise hatte sie keine Angst. „Weißt du noch,” begann sie, “unsere Abmachung? Einen Versuch hab ich noch.” sagte sie immer noch atemlos. Ihre Knie waren Butterweich. Sie hatte Angst ihre Beine würden sie bald nicht mehr tragen. Plötzlich kam Darren ein paar Schritte auf sie zu. Ohne den Blick von Kate abzuwenden, sagte er zu seiner Familie: „Ich regle das!”

Was wollte er Regeln? Sie hatte das Geheimnis gelüftet und trotzdem liebte sie ihn. Oder durfte es keine Mitwisser geben? Noch immer hatte er sie nicht angesprochen. Er blickte sie immer noch kalt an. Die anderen Vampire gingen langsam wieder ins Haus zurück.

Sie ließen Kate mit Darren allein. Trotzdem starrten sie Kate dabei an und ließen erst den Blick von ihr, als sie durch die Eingangstür verschwanden. Kate lief ein eiskalter Schauer den Rücken runter. „Also, wie lautet deine Lösung?”

Seine Mine war ausdruckslos. Ein kurzer Moment hatte Kate Angst, er würde sie nicht mehr als das junge Mädchen sehen, in das er sich verliebt hatte. Sie sammelte ihren ganzen Mut zusammen, sah ihm lange in die Augen und sagte:

„Vampir! Du.... bist ein Vampir! Du und deine Familie!“ Sekundenlang sprachen sie kein Wort und sahen sich nur an. Kates Herz klopfte wild. Sie wusste, dass er auch das hören konnte. Genauso wie er hörte, wie schnell das Blut in ihren Adern floss. Immer noch waren seine Gesichtszüge hart und Kate konnte in seinem Gesicht nichts menschliches entdecken. Dann sagte sie fast flüsternd: “Ich weiß, das ich recht habe!“

Seine Regungslosikeit und sein dunkler Blick konnten ihr jetzt nichts mehr anhaben, als er sie fragte:

„Hast du Angst?” Seine Augen waren schwarz. Sein Gesicht wirkte hart und versteinert.

„Nein, … ich habe keine Angst.” sagte Kate und zwang sich langsamer zu atmen.

„Du weißt von was wir uns ernähren?”

Immer noch hielt sie seinem Blick stand und sagte leise: „Wenn du mir hättest weh tun wollen, dann hättest du es schon längst getan.”

Dazu sagte er kein Wort.

„Ich habe Menschen getötet.”

„Das spielt keine Rolle mehr!” versuchte Kate ihn zu besänftigen. Sein Blick war hart, doch Kate konnte etwas besänftigendes darin lesen.

„Bis vor kurzem wollte ich dich noch töten, Kate. Verstehst du nicht, das ich nicht gut bin für dich.“

„Nein, Darren, ich sehe in dir nicht das Monster oder den Killer. Es ist nicht nur das, was du für mich sein sollst, es ist viel mehr als das. Ich weiß, dass ich kein Opfer bin, in dem Sinne. Ich bin Opfer deiner Persönlichkeit, deiner Seele, deines ich. Ich empfinde weit darüber hinaus. Ich war noch nie so glücklich in meinem Leben, Darren.” Sie hatte keine Kraft mehr. Diese Worte sprach sie mit so intensiver innerer Liebe, dass er es doch spüren musste. Plötzlich senkte er seinen Blick und seine edlen Züge schienen nicht mehr ganz so hart.

Auch Kate wusste, dass sie Recht hatte und entkrampfte sich. Es gab nur ein Problem: durch die leichte Entspannung, fing ihr Körper an zu zittern. Vor ihren Augen wangte das Bild und sie verlor ihre ganze Kraft. Sie konnte sich nicht mehr auf ihren Beinen halten. Es wurde schwarz vor Ihren Augen. Kate brachte nur noch ein verzweifelndes:

„Darren!“ zustande, bevor sie zusammenbrach. Dann verlor sie das Bewusstsein.

 

KAPITEL 10

Ihr Körper war schwer. Es fühlte sich fast wie schlafen an. Die unglaubliche schwere verhinderte, dass sie sich bewegen konnte. Und doch war es ein fallender Schlaf.

Kate wollte sich noch ein wenig von der Schwere tragen lassen, doch die Lebensenergie kam ganz allmählich zurück und sorgte dafür, dass ihr Bewusstsein wieder wach wurde. „Sie wird wach!” hörte sie eine unbekannte männliche Stimme. Sie hatte diese Stimme noch nie gehört. Aber die Klangfarbe war weich und schön. Jetzt hatte sie wieder Kontrolle über ihre Pupillen. „Kate, hörst du mich?”

Das war Katharina. Kate hatte sofort ihre Stimme wiedererkannt. Sie wollte antworten, aber noch hatte Kate nicht die Kontrolle über Sprachzentrum. Ganz allmählich flackerten ihre Augen, bis sie sie schließlich öffnen konnte. Schloss sie aber gleich wieder. Alles war verschwommen. Jemand fuhr ihr sanft durch ihre Haare. Sie startete nochmals ein neuer Versuch und versuchte ihre Augen zu öffnen. Ja, jetzt konnte sie schon mehr erkennen. Wo war sie?

„Jetzt wird sie wach, Darren!” sagte Katharina. Diese schöne elegante Frau! Sie hatte Darren gesagt. War er hier? Kate versuchte den Namen auszusprechen: ”Darren” aber es war nur ein flüstern.

„Kate, es ist alles in Ordnung mit ihnen.” sagte diese unbekannte Stimme.

Jetzt konnte sie ihren Körper wieder fühlen. Sofort kam ihr Kreislauf wieder in Schwung. Jemand half ihr beim aufsetzten. „Was ist passiert?” Sie hatte eine Hand an ihrer Stirn und versuchte sich zu erinnern.

„Sie sind ohnmächtig geworden. Erinnern sie sich?” fragte die Stimme, die jetzt auch eine Gestalt dazu hatte. Es war der ältere Herr ca. Mitte fünfzig, der vor der großen Haustür gestanden hatte. Jetzt kam ihre Erinnerung wieder.

„Ja, ich erinnere mich an alles.”sagte sie und suchte mit ihren Augen den Raum nach Darren ab.

Man hatte sie in eines der oberen Zimmer gebracht. Der Raum war hell und freundlich eingerichtet.

Sie saß in einem riesigen Bett. Katharina saß auf der rechten Bettkante. Der ältere Mann, der James Noir sein musste, stand direkt neben Kate.

Er hatte ein Stethoskop um seinen Hals hängen und sah aus wie ein Arzt. Offenbar hatte er sie untersucht. Der Raum in dem sie lag, war etwas abgedunkelt. Das Zimmer musste ein Schlafzimmer sein, das niemand bewohnte. Vereinzelnd hingen Bilder an der Wand. Kate versuchte erst gar nicht sie genauer anzuschauen. Das empfand sie als zu anstrengend. Und dann sah sie Darren. Er stand am Bettende. Mit beiden Händen griff er das Eisengestänge des Bettes, so fest, das seine Knochen weiß hervortraten. Finster blickte er Kate an. Sofort ging ihr Puls wieder an zu rasen und ihre Wangen wurden rot.

„Kate, sie brauchen keine Angst zu haben. Es ist wirklich alles in Ordnung. Wir haben ihre Tante angerufen und ihr gesagt, dass sie bei uns sind und dass sie die Nacht heute bei uns verbringen werden.”

Kate sah Katharina an. An Pat hatte sie noch gar nicht gedacht. Was sollte sie ihr erklären.

„Was habt ihr Pat erzählt?” wollte sie wissen. Katharina lächelte liebevoll.

„Nur das sie hier völlig durchnässt an kamen und einen kleinen Schwächeanfall hatten. Wir haben das Auto gefunden und es in unsere Garage gestellt.”

„Danke! … Meine Tante war bestimmt außer sich vor Sorge!” „Ja, aber wir konnten sie beruhigen! Mach dir keine Sorgen.” sagte Katharina und lächelte verständnisvoll.

„Wir werden jetzt aus dem Zimmer gehen, du möchtest bestimmt mit Darren noch ein paar Dinge klären.” sagte Katharina und stand vom Bett auf.

“Wenn es Ihnen schlechter geht, dann lassen sie es mich wissen.” sagte James Noir und ging zur Tür. Beim vorbeigehen tätschelte er Darren an der Schulter.

James und Katharina Noir verließen das Zimmer und schlossen die Tür leise hinter sich.

Eine Weile sahen sich Kate und Darren an. Tausend Gedanken gingen ihnen durch den Kopf.

Die Tatsache, das Kate nun das Geheimnis kannte, lies sie erstaunlich gelassen wirken. Kate war noch etwas verwirrt und nervös, nestelte sie mit der Decke.

Warum sah er sie so finster an? Wollte er ihr Angst machen? Aber sie verspürte überhaupt keine Angst, nicht einmal mit dem Wissen, was er war.

„Du wusstest, das ich es irgendwann heraus finden würde.” sagte Kate und hoffte das sein harter Blick sie nicht weiter treffen würde. „Aber nicht so schnell! Ich dachte wir hätten mehr Zeit!” Kater erschrak. Was meinte er damit?

„Das verstehe ich nicht. Was meinst du mit „ich dachte wir hätten mehr Zeit?” Langsam kam er näher und setzte sich zu Kate aufs Bett.

„Du bist ein Mensch Kate. Und du bist der einzige Mensch, der von unserer Existenz weiß.”

„Ich würde euch nie verraten!” sagte sie schnell. „Das weiß ich, trotzdem ist es ein Risiko.” „Ich will kein Risiko für dich sein, Darren. Ich will ….!” Jetzt sah er ihr in die Augen und sie konnte das Gold aufflackern sehen. Das war es, was ihr die ganze Zeit gefehlt hatte. Sie rückte ein wenig näher zu ihm.

„Darren, ich will bei dir bleiben.”

Er berührte mit seinen Fingern ihre Lippen. Das Blut rauschte bei dieser Berührung nur so durch ihren Körper. Darren konnte das alles hören.

„Wo warst du vor 122 Jahren?” flüsterte er und sah sie dabei an. „Ich bin jetzt!“ hauchte sie.

Er strich ihr mit seiner Hand an ihre Wangen entlang. Wie immer brannte ihre Haut dabei. Er zog sie zu sich und sah ihr lang und tief in die Augen.

„Als wir uns das erste Mal begegnet sind, habe ich deinen Geruch so intensive wahrgenommen, das es meine ganze Willenskraft gekostet hat, nicht über dich herzufallen. Dein Geruch ist …. so unwiderstehlich. Du kannst dir gar nicht vorstellen …..“ Eine Weile sagte er nichts.

„Aber da war nicht nur dein verlockendes Blut, sondern auch du. Und ich wusste, dass ich mich unsterblich in dich verliebt hatte. Kate, es ist so schwierig. Ich kann dir das nicht geben, was du vielleicht von mir willst. Deshalb war es auch so schwer für mich, dich zu küssen. Ich wusste nicht, wie weit ich gehen konnte, ohne dir weh -zutun.”

„Ich vertraue dir Darren, ich weiß, dass du mir nicht weh tun wirst.” sagte sie.

„Das kannst du nicht wissen. Du weißt nicht, wie es ist, ständig seinen Durst, so zu kontrollieren.“

“Hast du deshalb immer Abstand zu mir gehalten?” „Ja, aber selbst das war eine Qual für mich, weil ich dir immer nahe sein wollte.”

Darren schloss die Augen. Er spürte es auch in diesem Moment. „In den letzten Tagen ist mit allerdings aufgefallen, je öfter ich mich deinem Geruch aussetze, desto länger kann ich bei dir sein.” Kate grinste nun. Eine große Erleichterung machte sich in ihrem Herzen breit.

“Das ist doch schon mal ein Anfang. ….. Dann bleib immer bei mir!” Sein Gesicht war ihr so nahe, das sie seinen süßlichen Geruch wahr nahm. Sie würde diese Distanz, die er oft zu ihr aufbaute nicht aushalten. Das erste mal in Kate´s Leben, wusste sie, dass sie mehr wollte. Und zwar mit ihm.

„Ich kann und will ohne dich einfach nicht mehr sein, Darren.” „Kate! Ich könnte dich dabei versehentlich töten, verstehst du das! Ich will auch mit dir zusammen sein. Aber ich habe Angst dir dabei weh zu tun.” sagte er liebevoll. Etwas schmerzliches lag in seinem Gesicht.

„Gleichzeitig ist es für mich schwer, dich nicht zu küssen oder zu berühren. Meine Gefühle für dich sind so stark und ich darf einfach nicht …. . Aber bei mehr …. ?” sagte Darren zögernd. In Kates Gesicht lag so viel Glück. Sie konnte nicht glauben, was er gerade gesagt hatte. Er hatte ihr gerade seine Liebe gestanden. Das war das, was sie sich gewünscht hatte. Das Verlangen in ihr ihn zu küssen war so groß, das sie einfach ihre Augen schloss und langsam Darrens Lippen suchte. Er würde sie nicht abweisen, das wusste sie, aber sie wollte da fortsetzten, wo er das letzte mal aufgehört hatte. Die Sehnsucht und die Erinnerung trieb sie dahin. Als sich ihre Lippen endlich trafen, war es wie beim ersten Mal. Zart und doch auf eine Art hart. Es war der zärtlichste Kuss, den Kate je bekommen hatte. Darren zog sie ganz zu sich, so dass auch ihre Körper ganz eng aneinander waren. Sie konnten ihren Hunger danach nicht länger unterdrücken.

Forschend und zärtlich berührte Darren sanft mit der Zunge ihre Lippen. Das entfachte bei Kate die Leidenschaft, die wie eine Feuerwalze durch ihren Körper tanzte.

Sie stöhnte kurz auf und glitt mit ihren Fingern in Darren Haaren. Was wiederum ihn aufstöhnen lies. Wieder küssten sie sich, doch diesmal war es fordernder und ungeduldiger. Die Leidenschaft hatte sie beide so mit gezogen, dass er das Brennen in seiner Kehle nicht länger aushielt und sich ruckartig von ihr entfernte. Er hatte sich von ihr befreien müssen, um nicht ….! Sie wusste genau warum.

Seine Augen waren glutrot. Das rote Leuchten und sein unnatürlicher Gesichtsausdruck kannte Kate nicht an ihm. So hatte Kate ihn noch nie gesehen. Doch sie wusste, was das bedeutete. Sie wusste, dass sie ihm einen Moment Zeit geben musste, damit er sich beruhigen konnte. Es musste grausam sein, ständig seinem Drang zu widerstehen. Es schmerzte sie. Er beruhigte sich und sein Ausdruck war wieder der, den Kate kannte und liebte. Er lächelte sie an und ein paar Sekunden später sagte er ernst:

„Siehst du, wie gefährlich ich für dich bin?” „Ja, aber diesmal dauerte es länger bis du …. so weit warst. Vielleicht müssen wir nur üben?” sagte Kate und grinste ihn leicht an. Sie wünschte sich so sehr, das er es mit mehr Humor sehen konnte.

Darren lachte.

„Wir müssen aber viel üben!”

„Ständig und permanent!” lachte Kate.

„Dann ist das wieder eine Abmachung zwischen uns?” wollte Kate wissen.

“Unbedingt!” Darren hatte sich so weit im Griff und ging wieder zu Kate. Doch diesmal legte er sich richtig zu ihr in das Bett. „Bist du gar nicht müde, es war heute ein langer, harter Tag für dich?”

„Nein überhaupt nicht. Ich bin sogar richtig aufgekratzt und fühle mich wie noch nie in meinem Leben.” sagte sie und fühlte sich an seiner kühlen Brust richtig wohl.

„Du machst mich glücklich!” sagte Kate und sah ihm dabei in seine Augen.

„Ich will nie wieder ohne dich sein Darren. Ich habe keine Angst vor euch. Ich habe nur Angst davor, da du mich verlässt, mich allein lässt.”

“Schsch…. Du brauchst keine Angst haben, Schatz. Endlich habe ich dich gefunden. Nach so vielen Jahren des Wartens, werde ich dich nie wieder gehen lassen.” sagte Darren und küsste sie erneut.

Es klopfte an der Tür. Darren setzte sich wieder auf und rief: „Ja, komm rein.” ein blonder Junge, der seinen Kopf durch die Tür streckte und breit grinste, sagte:

„Ich hab die Pizza besorgt!“

Der blonde Junge kam mit einer Pizzaschachtel in der Hand in das Zimmer.

Weiter: Teil 3 von 6