Entscheidung aus Liebe 2
Entscheidung aus Liebe 2
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 6 Teile geteilt.
Langsam ging sie auf ihn zu. Regungslos stand Darren da und sah sie aus einem erwartungsvollen Blick an. Der Augenblick hatte etwas magisches.
Sie stand direkt vor ihm, als ihre Hand über seinen kühlen Oberkörper strich. Sie schmiegte ihren Kopf an seine Brust und küsste sie. Er konnte nicht anders und nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie zärtlich. Langsam verwandelte sich die Zärtlichkeit in Hunger und das Verlangen stieg. Darren nahm Kate hoch und trug sie vorsichtig auf das Bett. Sekunden lang sahen sie sich an. Beiden war klar, was sie jetzt versuchen wollten. An das Risiko konnte Kate in dem Augenblick nicht denken. Sie vergaß alles um sich herum. Sie sah nur noch Darren. Und spürte wie stark sie ihre Leidenschaft sie einholte. „Wenn ich dir weh tue, musst du es mir sofort sagen!” Seine Stimmer war rau, vor Verlangen.
Kate war so benebelt von seinen Küssen, seinem süßen Duft, seinen Berührungen und seiner Schönheit, das sie kein Wort heraus brachte. Sie nickte nur stumm. Dann senkte er seinen Kopf und wieder lagen seine Lippen auf ihren. Wieder flammte das Verlangen in seinen sonst glatten Zügen auf. Langsam küsste er ihren Hals und strich mit seiner Zunge eine kleine Spur. Kate lag unter seinem Oberkörper und hatte alles um sich herum vergessen. Sie spürte jede seiner Berührung, so intensive, das sie in ihrem Verlangen nach ihm fast verging.
Vorsichtig streifte er ihr das Oberteil ab, so dass sie jetzt nur noch ihren Slip trug. Einen Moment lang sah er sie an. Seine Augen waren kleine Schlitze vor Erregung.
„Du bist so wunderschön!” sagte er mit rauer, tiefer Stimme. Dann berührte er langsam ihre Brust und liebkoste sie. Ein wohliger Schauer durchlief Kate.
Ihre Hände glitten genauso langsam zu seiner Männlichkeit. Er stöhnte auf. Dann öffnete sie den Knopf seiner Hose und als er sich endlich der Hose entledigt hatte, gab es auch für Darren kein zurück mehr. Ihr hitziger Körper und sein kühler Körper waren wie Feuer und Eis, die miteinander verschmolzen.
Alle Nervenenden von Kate standen unter Strom, als er endlich zu ihr kam. Einen Moment hielt sie inne. Ein kleiner Schmerz, doch dann bewegte er sich in ihr. Er hätte sofort aufgehört, wenn er es gewusst hätte. Doch seine rhythmische Bewegungen ließen Kate keine Zeit darüber nachzudenken. Ihre beiden Körper passten perfekt zu einander. Sie verstanden sich blind. Kate spürte Darren überall und konnte nicht genug von ihm bekommen. Sie lies sich mit ihm auf der Welle der Sinnlichkeit treiben. Und bevor sie ganz langsam den Gipfel gemeinsam erklommen, war es für Kate die Erfüllung, nach der sie sich immer gesehnt hatte. Nie hätte sie geahnt, dass sich ihre Lust noch steigern würde. Darren hatte seine Augen geschlossen und sein Verlangen stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er ritt auf der gleichen Welle wie sie. Kate lag jetzt auf ihm und sie küssten sich innig. Kurz sahen sie sich prüfend in die Augen. Doch hatte das Verlangen wieder die Oberhand.
Voller Leidenschaft trieben sie sich gegenseitig bis zur Spitze und auf dem Weg dorthin hörte Kate ihren Namen, dann hörte sie sich selbst sagen: Ich liebe dich!
Dann war sie mit ihm dort, wo die Sehnsucht in Erfüllung endete. Die Erfüllung ihrer Liebe hatte sich offenbart. Niemals hätte Kate geglaubt dass sie so tief aus ihrer Seele heraus empfinden könnte. Alles war ganz klar und deutlich.
Sie hatte Angst sich zu bewegen oder etwas zu sagen, um den Augenblick nicht zu zerstören. Er hielt sie fest im Arm. Keiner konnte etwas sagen, beide waren überwältigt, von dessen was eben geschehen war.
Dann schlief Kate in seinem Arm ein, wachte aber kurze Zeit später wieder auf. Sie lagen noch genauso da, wie sie eingeschlafen war. Nur, das Darren nicht schlief. Sobald er spürte, dass sie wach wurde, streichelte seine kühlen Finger kleine Muster auf ihrer Haut. Genau an dieser Stellen begann es wieder zu brennen. Sie begannen sich zu streicheln und wieder übermannte beide die Leidenschaft. Doch diesmal ließen sie sich Zeit. Sie erforschten gegenseitig ihre Körper. Kate hatte noch nie in ihrem Leben eine solche Lust entdeckt. Ihr Verlangen nach ihm wurde unersättlich. Für Darren war es das Intensivste, was er je erlebt hatte. Auch für ihn waren diese Leidenschaft und das große Verlangen neu. Als sie ein zweites Mal dem Gipfel ganz Nahe waren, sah Kate das gefährliche rot in seinen Augen.
Sie hatte keine Angst, dass er sich vergaß, aber sie wusste, dass das nun die Grenze war.
Mit einem lauten Stöhnen hatten sie ihre Begierde befriedigt. Sie küssten sich zärtlich.
„Ich liebe dich!“ sagte Darren in die geräuschlose Dämmerung hinein. Er hatte es gespürt, was Kate ihm sagen wollte. Sie setzte sich ein wenig auf, so dass sie sich ansehen konnten. „Ich liebe dich,” Darren. Er strich ihr mit seinem Finger leicht über ihre geschwollenen Lippen. Sie wusste dessen Bedeutung.
Kapitel 13
Als Kate an diesem Nachmittag erwachte, lag sie allein im Bett. Sie hatte ihre Augen noch geschlossen und tastete nach dem Mann, der ihr die schönste Nacht ihres Lebens beschert hatte. Doch das Laken neben ihr war leer.
Verwundert blinzelte sie. Sie war allein im Zimmer. Die Erinnerungen an die letzte Nacht zauberten ein verliebtes Lächeln auf ihren Mund. Sie streckte noch mal ihre Glieder, doch dann schwang sie sich aus dem Bett und duschte sich. Sie stand nur in ihrem Hemdchen bekleidet vor dem Spiegel, als sie dunkle blaue Flecken an ihrer Schulter und Brust entdeckte. Ihre Schulter waren übersät davon. An ihrem Oberarm hatte sie sogar einen Bluterguss, der wenn sie darauf mit dem Finger leicht drückte, heller wurde und dann wieder lila bis blau sich einfärbte. Kate versuchte sich an den Schmerz zu erinnern, aber ….. Nichts! Überhaupt nichts. Die einzige Erinnerungen die sie hatte, waren wundervoll gerade zu fantastisch gewesen. Sie überlegte lange. Wenn Darren es sehen würde, dann wäre dies für ihn die Bestätigung gewesen, dass das Zusammensein mit ihm, für sie einfach zu gefährlich wäre. Noch einmal versuchte sie sich daran zu erinnern, wann genau die Flecken entstanden waren. Nachdenklich schüttelte sie den Kopf. Nein, sie hatte keine Sekunde das Gefühl gehabt, das Darren zu grob mit ihr umgegangen war. Außerdem, bekam sie schnell blaue Flecken. Ihr Gefühl sagte ihr, das es aber besser wäre, sie würde Darren erst mal nichts davon sagen. Das bedeutete, sie musste Sachen tragen, die das alles verdeckten. Und in ein paar Tagen, würde man nichts mehr davon sehen können.
Als sie Minuten später die Treppen hinunter lief hörte sie schon Darren´s Stimme aus dem Wohnzimmer. Er hörte sich verärgert an. Seine Stimme war rau und hatte einen finsteren Klang. Leise schlich Kate Treppen hinunter, bis sie verstehen konnte, was Darren sagte.
„Was tue ich ihr an, damit? Hast du darüber schon einmal nachgedacht?“
Sofort wusste Kate, das Darren von ihr sprach. Was war den plötzlich los? Hatten sie nicht eine wunderschöne Nacht verbracht? Sie war doch noch am Leben! Worüber machte er sich Sorgen? „Hast du schon darüber nachgedacht, was du dir an tust, wenn ihr euch nicht begegnet wärt?“
Das war Katharina´s Stimme, die ruhig mit Darren sprach. „Wie kannst du das sagen? Sie hatte ein normales Leben, mit Familie und Freunde. Ich weiß, das dieser Jeff ihr viel bedeutet. Sehr viel sogar … !“
„Darren! Verwechsle Freundschaft nicht mit Liebe. Kate liebt dich und das weißt du!“
Kate hörte, wie Darren unruhig ein paar Schritte lief. „Du weißt wohin das führt, Mom. Früher oder später wird sie wollen, dass ich … !“
„Mach dir doch nicht so viele Gedanken, Schatz! Du weißt nicht, wie sie sich entscheiden wird. Und selbst wenn,... es ist allein Kate´s Entscheidung. Vielleicht ist das ja gerade ihr Schicksal?“
„Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist es ihr Schicksal mit Jeff zusammen zu sein, Kinder zu bekommen und alt zu werden? Dann bin ich derjenige, der das verhindert, aus Egoismus! Nein, das kann ich nicht.“
„Ich glaube, du machst dich verrückt. Auch wenn sie im Schlaf von ihm spricht, heißt das aber noch lange nicht, das sie ihn will. Ich kann dir nur raten, überstürzt nichts, gebt euch Zeit.“ Kate stand schockiert neben der Wohnzimmertür. Hatte sie wirklich von Jeff in Schlaf gesprochen? Was in Gottes Namen hatte sie nur gesagt?
Sie beschloss sich dem zu stellen. Langsam betrat sie den Raum. „Guten Morgen!“
Sofort sahen Darren und Katharina zu ihr. Vor allem Darren versuchte in ihrem Gesicht zu lesen, wie viel sie vielleicht von dem Gespräch mitbekommen hatte.
„Guten Morgen, ist gut!“ lachte Katharina ihr entgegen. „Wir haben schon Nachmittag!“ Freundlich kam sie auf Kate zu umarmte sie kurz und lies Darren und Kate allein.
„Hey!“ Kate umarmte Darren. „Ich hab dich vermisst, wo warst du?“ sagte Kate.
Er hatte sie fest im Arm. Drückte sie leicht. „Du hast so tief geschlafen und ….. !“
Es entstand eine Pause. Deutlich spürte sie seine Sorgen. Sie löste sich leicht aus seiner Umarmung.
„Was ist los? Was hast du?“
Darren wusste, das Kate etwas von dem Gespräch mitbekommen hatte. Sie zu belügen, würde nur dazu führen, das sie misstrauischer werden würde. Und doch wollte er dieses Gespräch nicht führen. „Nichts, es ist alles in Ordnung!“
„Ich habe gehört, was du gesagt hast!“
So gleich lies Darren sie los und entfernte sich ein paar Schritte von ihr.
„Was hast du gehört?“
Es war ihr schon ein wenig unangenehm, das sie ausgerechnet in ihrer ersten Liebesnacht, ausgerechnet von Jeff gesprochen hatte. Aber was hatte das schon zu sagen? Außerdem wusste sie noch nicht einmal, was sie gesagt hatte. Ein Gefühl, sagte ihr aber, das es schon persönlicher sein musste, wenn Darren damit ein Problem hatte.
Sie nestelte mit ihren Fingern und versuchte die richtigen Worte zu finden.
„Ich habe dein Gespräch mit Katharina belauscht. Du sagtest, das ich im Schlaf gesprochen habe. Und das ich etwas über Jeff gesagt habe.“
Darren sah sie weiter an und sagte kein Wort. Und das war noch schlimmer für Kate, als würde er ihr Vorwürfe machen. „Was habe ich den gesagt?“
„Ist das wichtig?“
„Natürlich ist das wichtig, wenn es ein Problem für dich darstellt.“ „Du hast unruhig geschlafen und dann hast du Jeff gerufen und auch …. gewimmert, das du nicht möchtest das er geht. Du sagtest, das du möchtest, dass er bei dir bleibt.“
Für einen Moment schloss sie die Augen. „Und jetzt glaubst du, das ….. ! Darren, Jeff ist mein bester Freund. Natürlich liebe ich ihn, aber das hat nichts mit uns zu tun. Ich liebe ihn nicht auf die gleiche Weise, wie ich dich liebe.“ „Woher willst du das wissen, Kate. Solange kennen wir uns nicht.“ Seine Worte verletzten sie. Wie konnte er nur ihre Liebe anzweifeln? Jeff war ihr Freund und das würde er auch immer bleiben. Für Darren wusste sie, empfand sie etwas, was sie noch nie empfunden hatte. Dieses Gefühl war viel stärker, als sie selbst. Das hatte nichts mit Jeff zu tun.
„Ich will mit dir zusammen sein, Darren. Nicht mit Jeff. Vielleicht habe ich nur von Jeff gesprochen, weil er schon so lange fort ist und ich ihn vermisse. Er fehlt mir, kannst du das nicht verstehen?“ „Und wenn es nicht gut ist für dich, mit mir zusammen zu sein?“ „Ich weiß, was du damit sagen willst, aber …. hör auf damit!“ „Was erwartest du Kate? Ich habe dir gesagt, das es nicht einfach ist, mit einem Monster, wie mir, zusammen zu sein. Irgendwann willst du etwas, was ich dir nicht geben kann.“
„Du redest, als würdest du wissen, was ich einmal möchte! Von was sprichst du? Von Jeff oder von meinem Leben?“ fragte sie gereizt. Sie verstand einfach nicht, wie er diese zwei unterschiedlichen Dinge über den Haufen werfen konnte.
„Hängt das eine nicht, mit der anderen Sache zusammen? Wenn ich nicht wäre, dann wärst du vielleicht mit Jeff zusammen und hättest ein normales Leben. So wie es für euch Menschen vorbestimmt ist.“ „Aber ich möchte kein normales Leben. Ich möchte mit dir zusammen sein. Und du bist für mich kein Monster.“ „Du weißt ja nicht was du das sagst!“ Darren wurde ärgerlich. Doch das war Kate auch, den sie wollte nicht von ihm abgestempelt werden, wie jemand, der nicht selbst Entscheiden konnte, was sie wollte.
„Das ist nicht fair und das weißt du. Nur weil du ein Vampir bist, kannst du nicht wissen, was ich will oder brauche, geschweige den, was gut für mich ist und was nicht.“ sagte sie fast wütend. „Hör auf so zu tun, als wäre ich nicht ein Monster!” sagte er wütend. „Was ist mit: Ich liebe Dich?” fragte Kate. „Ich liebe dich wirklich Kate,” begann er langsam, „aber gerade weil ich dich liebe, kann ich nicht so egoistisch sein. Ich kann nicht damit Leben, wenn ich weiß, das du ein anderes Leben verdient hast. Ich will dir diese Chance nicht nehmen!“ rief er sauer. „Eine Chance? Ein Leben ohne dich?“ schrie sie ihn an? “Du weißt nicht was du da sagst, Kate. Ich muss an die frische Luft.” Er ging aus dem Raum,knallte die Tür zu und damit lies er Kate allein.
Wie konnte er nur so denken? Und das alles nur, weil sie im Schlaf von Jeff gesprochen hatte?
Sie öffnete die große Terrassentür und trat hinaus. Es war bewölkt. Genauso bewölkt, wie in ihrem Innern. Ihre Wut darüber verpuffte allmählich, als sie einige Minuten im Garten spazieren ging.
Kate wusste, das sie sich nichts sehnlicher wünschte, als mit ihm zusammen zu sein. Nichts tat ihr mehr weh, als zu wissen, das Darren anders darüber dachte. Wie konnte sie ihn nur davon überzeugen? Als sie wieder zurück in ihrem Zimmer war, war Darren immer noch nicht zurück gekehrt. Er brauchte wahrscheinlich wirklich Zeit. Leise ging sie die Treppen runter. Sie hatte keine Lust gesehen zu werden, wobei sie genau wusste, das wenn ein Vampir im Haus war, wusste der auch immer gleich wo sie war. Der Geruchssinn eines Vampirs war um ein vielfaches schärfer, als der des Menschen.
Aber es war niemand zu sehen. Kate erspähte auch einen kurzen Blick in die Küche, aber Fehlanzeige. Es wollte niemand mit ihr sprechen, davon ging Kate aus. Vielleicht im Ballsaal! Sie ging davon aus, Katharina oder irgendjemand dort vorzufinden, da ja alles noch aufgeräumt und geputzt werden sollte. Aber als Kate auch dort hinein schaute, war dort niemand.
Sie stutzte nur, als sie sah, dass der gesamte Ballsaal keine Spuren von einer Party mehr hatte.
OK. Sie hatte jetzt alles abgesucht, und niemanden gefunden. Oder sie wollten nicht gefunden werden. Oder sie waren jagen, aber es war Tag, es war zwar bewölkt, aber ….! Kate hatte keine Ahnung, was sie jetzt tun sollte. Warten? Nein, das wäre … ,nein! Zielstrebig ging sie wieder in ihr Zimmer und holte ihre Sachen. Auf dem Parkplatz sah sie sich noch einmal um und zog die Strickjacke ihrer Mutter über. Sie sah niemanden. Dann stieg sie in ihr Auto und fuhr nachhause.
Kapitel 14
Als Kate die Haustür aufschloss, hörte sie wie aufgeregt Pat war. Irgendetwas war los. Sie stellte ihre Tasche im Flur ab und hörte die vertraute Stimme eines vermissten Freundes. „Jeff?” rief sie fragend in das Wohnzimmer hinein. „Kate!” rief Jeff freudestrahlend, stand auf und nahm seine Freundin hektisch in die Arme. Sie hatte ihn vermisst und freute sich ihn wieder zu sehen. Jeff freute sich auch sehr und drückte sie noch einmal fester.
„Wieso bist du schon hier?”
„Ja, was denkst du den, ich hab den Auftrag natürlich in der Tasche!” sagte er gut gelaunt.
„Ja und seit wann bist du wieder hier? “
„Seit heute Mittag.”
„Und du? Wo ist dein …..?” fragte er, als wäre es das normalste der Welt.
„Darren.” Kate senkte den Blick und errötete leicht.
„Er ist …. Zuhause!” zögerte sie.
„Höre ich da etwas einen kleinen …Streit heraus?” fragte er etwas zu gut gelaunt und Kate konnte deutlich die Schadenfreude in seinem Unterton hören.
„Nein, nein, wir hatten …. eine Meinungsverschiedenheit, aber lassen wir das, du musst mir alles von deinem Auftrag erzählen.” Sie setzten sich auf das Sofa und Jeff erzählte ihr alles genau. Kate war einfach nur froh, das sie Jeff so leicht vom Thema: Darren, ablenken konnte.
Sie war froh, das es zumindest für die Abendstunden eine Abwechslung für sie gab, den sonst hätte sie ohne hin nur an Darren gedacht.
Es tat gut Jeff zu sehen, seit er wieder da war, wurde ihr bewusst wie sehr sie ihn vermisst hatte.
Er erzählte von seiner Arbeit, von der Stadt in der er wochenlang gelebt hatte und von den Menschen, die er dort kennengelernt hatte. Kate interessierte das sehr und sie hörte aufmerksam zu. Doch immer wieder ertappte sie sich dabei, wie sie auf die Uhr sah und hoffte, dass das Telefon klingeln würde. Doch nichts, den ganzen Abend nicht! Auch war sie ab und zu in ihr Zimmer gelaufen, um nachzusehen, ob er da.
So saßen sie mehr oder weniger den ganzen Abend fröhlich zusammen. Alle freuten sich darüber das Jeff wieder zuhause war. Gegen elf Uhr war Kate so müde und sie wusste genau warum. Die Erinnerung daran ließen einige Schmetterlinge fliegen und eine stille Sehnsucht verschaffte sich Platz in ihrem Herzen. Als sie allen eine gute Nacht gewünscht hatte und nachdenklich in ihr Zimmer ging, sah sie den Schatten, den sie vermisst hatte, auf einem Stuhl in ihrem Zimmer sitzen.
Sie schaltete das Licht ein und da saß er. Ohne darüber nachzudenken lief sie ihm schnell in die Arme. Sie hatte nur ihr Herz sprechen lassen. Kate küsste ihn überall hin im Gesicht.
„Es tut mir Leid, ich wollte nicht mit dir streiten.” „Nein, es tut mir leid,”sagte er unter hundert Küsse, die er ihr gab. Weiter kamen sie nicht, ihre Sehnsucht zu einander und die Leidenschaft hatten sie eingeholt. Schnell lagen sie auf ihrem Bett und liebkosten sich. Als der erste Sturm der Leidenschaft vorüber war und Kate endlich Luft holen konnte, lag sie zufrieden in Darrens Arm.
„Wir müssen übrigens leise sein!” sagte Kate und stand kurz auf, um ihr Zimmer von innen abzuschließen. Das tat sie üblicherweise nie, aber jetzt wo Jeff wieder im Haus war, konnte man nie wissen. Er klopfte zwar immer an der Tür, aber er wartete nicht darauf, dass er herein gebeten wurde, sondern stolzierte einfach in das Zimmer. Kate beschloss, dass es besser wäre, wenn es niemand wusste, das sie nächtlichen Besuch in ihrem Zimmer hatte. „Warum müssen wir leise sein?” fragte er. „Weil Jeff wieder da ist und er sein Zimmer direkt neben meinem hat.”
„Und wieso ist er schon jetzt wieder da?” Seine Neugier war jetzt entfacht. Kate erzählte ihm warum, wieso, weshalb! Aber darüber wollte sie nicht mit ihm sprechen, es gab wichtigeres und grundlegenderes.
„Kate, Ich liebe dich. Du bist das Wichtigste für mich. Ich wollte dir nicht weh tun.“
Kate sah in aufmerksam an. Sie wusste, dass sie ganz genauso empfand.
Zufrieden und halbwegs Glücklich schlief Kate in seinen Armen ein und erwachte erst, als er versuchte sich aus ihrer Umarmung sanft zu befreien, damit sie nicht aufwachte.
„Wo gehst du hin?” fragte sie noch ganz schlaftrunken. „Ich gehe jetzt nachhause, wir sehen uns später. Du musst nachher arbeiten. Schon vergessen?” zärtlich strich er ihr über ihre Wangen. Kate schlief schnell wieder ein, aber sie träumte schlecht. In ihrem Traum suchte sie Darren, aber konnte ihn nirgends finden und ständig waren Hände ihr im Weg, die sie auffangen wollte. Sie versuchte verzweifelt sich nicht von den Händen fangen zu lassen. Immer wieder rief sie nach ihm, doch sie fand ihn nicht. Ruckartig erwachte sie und brauchte einen Moment, bis die Bilder in ihrem Kopf verschwanden.
Ihr Atem ging schnell und leichte Schweißperlen hatten sich im Schlaf auf ihre Stirn gebildet.
Das Gefühl des Schrecks über den Traum hatte sie noch als unter der Dusche stand. Aber ganz langsam verschwand das Gefühl und ein fader Geschmack blieb im Mund.
Akribisch putzte sie ihre Zähne. Appetit hatte sie auch keinen und ging deshalb ohne Frühstück zum Blumenladen. Pat war schon früher im Laden, weil sie noch ein paar Bestellungen, die am heutigen Tag abgeholt werden würden, fertig machen wollte. Den ganzen Vormittag war sie so sehr beschäftigt, dass die Zeit schnell vorüber ging.
Kurz hatte Kate aus dem Fenster gesehen, weil es so aussah, als würde die Sonne es heute schaffen, durch die dicke Wolkendecke zu scheinen. Und das war gar nicht gut. Sonst hätte sie bis zum Abend auf ein Treffen mit Darren rechnen müssen. Die Noirs gingen selten oder besser niemals ein Risiko ein. Ihr Existenz würde auf dem Spiel stehen, das wussten alle und Kate wusste das auch. Also versuchte sie geduldig mit der Sonne zu sein. Kate war gerade dabei einen Blumenstrauß für eine Kundin zu binden, als Jeff in den Laden kam.
Er sah gut aus, mit seinem blonden Haar und der leicht gebräunten Haut. Offensichtlich hatte er auch Zeit gefunden in die Sonne zu liegen, dachte Kate.
„Musst du nicht arbeiten heute?” Kate wunderte sich, ihn um diese Uhrzeit hierzu sehen.
„Deine Freude mich zu sehen, ist überwältigend, was?” er lachte. „Natürlich freue ich mich, Jeff, aber musst du nicht arbeiten?” wiederholte sie ihre Frage.
„Nein, ich hab ein paar Tage frei. Also ich finde, ich habe einen Urlaub verdient.”
Kate hüllte den Blumenstrauß in Folie und übergab ihr der Kunden. Die bezahlte und verließ den Laden.
„Wie sieht es aus, gehst du mit mir Mittagessen?” Die Hoffnung, das Darren kommen würde schwand, als sie die Sonnenstrahlen auf dem nassen Asphalt sah.
„Ja, ich denke schon, warum nicht. Ich habe auch Hunger!” „Möchtest du zum Italiener, hier in der Nähe?” Sie überlegte kurz. „Nein, lass uns lieber nur eine Kleinigkeit essen. Sie hackte sich bei Jeff ein und sie liefen die Straße hinunter. Ganz am Ende der Straße, war ein kleiner runder Mann einen Hotdog-Stand, an dem sie sich jeder einen Hotdog kauften.
Sie setzten sich auf eine Parkbank und aßen schweigend. Jeff war der erste das Schweigen unterbrach.
„Erzähl mir von dir und deinem ….Dan!”
„Darren!” Wieder konnte sich Jeff den Namen nicht merken und Kate ärgerte es ein wenig.
“dann eben Darren!”
„Was willst du den wissen?” sagte Kate kauend. „Eigentlich alles!” Kate wusste, dass das Thema gefährlich war. Aber wenn sie ihm ständig auswich, würde er sofort die Lunte riechen, und dann hätte sie auf jeden Fall ein Problem. „Darren Noir, achtundzwanzig Jahre alt, sehr gut aussehend, reich und sehr gebildet…..!” begann Kate in aufzählender Form. „So wollte ich es nicht hören, Kate. Mich interessiert mehr, ob er dich glücklich macht und warum zum Beispiel.” Die Sonne schien jetzt hell und warm.
„Das kann ich dir gar nicht so genau beantworten, es ist einfach ganz anders mit ihm. Er ergänzt mich. Kate wurde sehr vorsichtig mit dem was sie Jeff über Darren erzählte.
Vielleicht hatte Jeff noch Gefühle für sie und sie wollte ihn nicht unnötig verletzten.
“Ich kann mir das gar nicht so richtig vorstellen. Du und so ein Bleichgesicht.” sagte Darren und biss in seinen Hotdog. „Woher weißt du, dass er bleich ist?” Innerlich war Kate erschrocken darüber, dass es für Jeff offensichtlich war, dass die Noirs ein Hautproblem hatten.
„Ich kenne den Doktor und seine Frau hab ich auch schon ein paar mal gesehen, die macht glaub ich was mit Kunst, oder so. Und ich glaube deinen Darren habe ich auch schon gesehen.” „Du hörst dich ja nicht gerade begeistert an!” Er zuckte mit den Schultern und sein Gesicht zeigt Gleichgültigkeit. „Sie sind komisch, sehen komisch aus und benehmen sich auch komisch!”
Damit hatte er die Neugier von Kate geweckt. „Wieso komisch, das musst du mir schon genauer erklären.” „Findest du sie etwa normal?” Verblüfft starrte er sie jetzt an. „Also Kate,” sagte er entrüstet, „sie sind alle bleich, sie haben einen seltsamen Gang und wenn sie dich ansehen, dann könnte einem schon ein Schauer den Rücken runter laufen. Wenn das nicht komisch ist?“
„Aber das sind doch nur Äußerlichkeiten, Jeff. Ich habe sie kennengelernt und ich finde sie sehr nett, sie haben Benehmen und ……!”
„Und Geld!” sagte er und lachte laut.
Kate rempelte freundschaftlich an.
„Du beleidigst mich und du solltest mich besser kennen.” „Ja, genau, das ist ja das Problem: Ich kenne dich, oder zumindest dachte ich das.”
Sagte Jeff scharf.
Ja, auf eine Art konnte sie seine Haltung den Noirs gegenüber schon verstehen. Schließlich dachte die Mehrheit der Bevölkerung von Pleasantview so ähnlich wie Jeff darüber. Auch wenn die meisten Leute die Einladung zum Maskenball von Katharina und James angenommen hatten, wusste Kate, das viele Leute aus reiner Neugierde zum Ball gegangen waren und weil sie reich waren. Die Noir machten keinen Hehl daraus. Einzig und allein Kate wusste näher über sie Bescheid. Also beschloss sie, für die Noirs zu sprechen. Dabei ging es nicht nur um Darren. Sie fand das Verhalten so ungerecht. Aber das lag wohl in der Natur des Menschen. Alles was anders ist auch so zu behandeln.
Kate war der Meinung, auch wenn sie Vampire waren, hatten sie ein Recht, irgendwo ein Stück Erde zu haben, wo sie sich niederlassen konnten. Und erst recht oder gerade weil sie keinen Menschen in Gefahr brachten. Aber darüber konnte sie mit Jeff nicht sprechen. Das musste sie für sich behalten.
„Ich bin immer noch die Alte, aber du selbst hast versucht, etwas zwischen uns zu ändern, Jeff!” konterte sie. Kate musste das einfach sagen. Sie wollte heraus finden, ob sich seine Gefühle geändert hatten oder nicht. Ob ihre Freundschaft immer noch in Gefahr war oder ob er wieder der Alte war. Jeff schob sich den letzten Bissen seinen Hotdog in den Mund und starrte nachdenklich auf den Boden und sagte schließlich: „Ich wollte damals in deinem Zimmer nichts verändern Kate, wenn es das ist was du meinst.”
Er hatte kurz nachgedacht und seine Stimmung schlug schlagartig um.
„Ich hatte mir einfach gewünscht, dass es bei dir genauso war, wie bei mir, das ist alles!” Damit wusste Kate, das Jeff ihr den starken Mann vorspielte. Sie konnte es plötzlich wieder in seinem Gesicht sehen, das sich nichts verändert hatte.
„Du spielst das alles so herunter und ich weiß genau, das es dir sehr wohl viel ausgemacht hat. Und das sage ich dir, weil ich dich kenne, Jeff.“
Er konnte sie nicht ansehen. Sie kannte ihn viel zu gut. Kate erwartete, das er irgend etwas sagen würde, statt dessen sagte er:
„Ich glaube deine Mittagspause ist um, du solltest zurück gehen.” Das kam ihm sehr gelegen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachte Kate. Trotzdem war sie ein wenig verärgert auf ihn, weil er seinen Zeitvorteil ausspielte.
„Das nützt dir nichts, du wirst mit mir darüber sprechen müssen, ob du willst oder nicht. Es ist einfach fällig zwischen uns. Und jetzt wünsche ich dir einen schönen Nachmittag.” Prompt stand sie auf und ging mit schnellen Schritten wieder die Straße entlang, zurück in den Laden.
Sie hatte Jeff laut lachen hören, als sie sich von ihm entfernte. Und als sie sicher war, er würde ihr nicht hinterher rennen oder etwas rufen, konnte sie sich ein lachen nicht unterdrücken. Langsam gewann die Sonne Oberhand und strahlte warm und freundlich.
Ein Wochenende voller Sonnenschein, wäre jetzt das letzte, was sie gebrauchen könnten.
Den ganzen restlichen Nachmittag hatte Kate viel zu tun. Die Sonne lockte die Menschen auf die Straßen und natürlich lockte auch der Frühling, der jetzt Einzug hielt. Die Leute von Pleasentview kauften sich das Grün in ihre Häuser und Gärten. Somit gab es viel zu tun. Wenigstens half ihr die Arbeit sich von ihren neuen Problemen abzulenken.
Als am Ende des Tages, Kate endlich mit Pat den Laden abschließen konnte, freute sich Kate schon auf Darren. Es war zwar noch nicht dunkel, aber sie wollte heute den Schlüssel, den sie von Darren geschenkt bekommen hatte benutzen. Unterwegs fiel Kate ein, dass sie immer noch das Auto von Jeff hatte, und er es wahrscheinlich wieder brauchte. Irgendetwas musste sie tun, damit sie nicht so abhängig war. Vielleicht würde sie sich ein Auto kaufen, überlegte Kate. Ja, das war sogar eine gute Idee.
Sie stellte das Auto auf den Parkplatz ab und sah zu dem großen Haus. Die Sonne schien immer noch, aber nicht mehr lange. Am Haus waren überall große und schwere Markisen heruntergelassen. Wahrscheinlich hatten sie sich in ihrem Haus isoliert. Sie zog den Schlüssel aus ihrer Hosentasche und schloss auf. Im Haus war es dunkel. Nur im Wohnzimmer brannte Licht. Sie ging durch den Flur und hörte Stimmen.
Jetzt lächelte sie, als sie Kai´s Stimme erkannte. „Hallo ich bin`s!” sagte sie zart und leicht unsicher in der großen Vorhalle. Im Wohnzimmer begrüßte Katharina sie. Kate hatte das Gefühl, das sie gerade in einer Unterhaltung hineingeplatzt war. „Hey Kate!“ rief ihr Kai grinsend zu.
„Kate, darf ich dir meine Tochter Liliana vorstellen. Sie ist heute aus Neapel angereist.”
Kate blieb fast der Mund offen stehen, als sie die junge Frau sah. Ihre Schönheit war unglaublich. Noch unglaublicher, als damals in dem Restaurant, als sie sie das erste mal sah. Sie sah aus wie ein Top-Model. Sie war sogar schöner als das. Es gab nichts, womit Kate sie vergleichen konnte. Noch nie hatte sie eine so schöne Frau gesehen. Ihre langen blonden Haare trug sie offen. Und ihre Gesicht, war genauso glatt und fein, wie das von Katharina. Ihre Augen waren groß und stark geschminkt. Ihre Lippen voll und knallrot angemalt. Ihr Körper perfekt geformt. Sie war die perfekteste Frau von Kopf bis Fuß, die Kate je gesehen hatte. Aber ihr Blick war kalt und leicht von oben herab. Kate hatte sofort das Gefühl, das die Frau sie als Eindringling empfand. Kate nickte ihr freundlich zu.
„Das ist ….!”
„Das brauchst du mir nicht sagen, ich weiß genau wer sie ist!” sagte Liliana und unterbrach dabei ihre Mutter. Kate spürte wie Liliana´s Blick sie von oben bis unten musterte.
„Er ist oben, wenn du zu ihm willst!” sagte Katharina. „OK. Ich geh dann mal.“ sagte Kate und nickte Liliana und Katharina noch mal zu, bevor sie den Raum wieder verließ Beim weggehen hörte Kate, wie Liliana zu Katharina sagte: „Wieso hat sie einen Schlüssel?” Dann konnte Kate Katharinas Stimme hören, aber verstand nicht mehr, was sie sagte. Froh, aus Liliana´s Blick zu kommen ging die Treppe hinauf, in ihr Zimmer. Es war das erste Mal, das Kate sich in der Gegenwart eines Vampir´s nicht wohl fühlte. Sie wunderte sich nur über die Feindlichkeit, mit der Liliana sie strafte.
Als sie die Tür öffnete, konnte nichts erkennen. Es war Stock dunkel in dem Zimmer. Sie schaltete das Licht ein und sah Darren mit einem Glas Rotwein im Bett.
„Wieso sitzt du hier im Dunkeln? Schalte doch das Licht an oder mach dir Kerzen an.”
Kate holte ein Feuerzeug und zündete ein paar Kerzen an, damit sie wenigstens etwas erkennen konnte. Sie schloss die Tür und schaltete das Licht wieder aus. Sie drehte sich zu ihm um. Er lächelte sie an. Irgendwie war das lächeln anders. Ihr Blick fiel auf den Nachttisch neben dem Bett und Kate kannte den Grund für sein seltsames lächeln.
Die Flasche war leer, und Darren war betrunken. „Und das am hell lichten Tag!” schimpfte sie. „Ob Tag oder Nacht, oder beides, es ist doch egal. Komm her Schatz, trink mit mir einen Schluck.”
Kate setzte sich auf die Bettkante zu ihm und strich ihm über sein kühles Gesicht. Er schloss die Augen.
„Oh je Darren, du bist betrunken!” Sie nahm ihm das Glas aus der Hand.
„So betrunken bin ich nicht! Aber mir war langweilig und ich hatte nichts zu tun, außer auf dich zu warten.” Er war sehr klar im Verstand, aber seine Sprache war etwas langsamer, als sonst. So betrunken, wie sie erst den Eindruck hatte, war er dann doch nicht.
„Deine Schwester Liliana sitzt unten, so weit ich weiß, war sie lange weg. Sie hat bestimmt viel zu erzählen. Interessiert dich das nicht?” Er verdrehte die Augen und sagte:
„Ach ich bin froh, wenn ich sie nicht sehen muss.” Er hob mit einer Leichtigkeit Kate von der Bettkante und legte sie behutsam zu sich aufs Bett.
Wie einfach es für ihn war sie hoch zu heben, ohne Mühe, ohne Kraftanstrengung. Kate kuschelte sich an ihn. „Was ist mit dir und deiner Schwester?“ wollte sie wissen. „Wir streiten immer und sie ist arrogant und selbstsüchtig.” Die Arroganz, die Darren gerade angesprochen hatte, war Kate auch aufgefallen.
„Ich hab sie vorhin kurz gesehen und Katharina hat mich ihr kurz vorgestellt. Ich glaube sie mag mich nicht!” sagte Kate nachdenklich. Darren blickte sie an und sagte:
„Liliana mag niemanden, der für sie eine Konkurrenz darstellt.” „Was? Ich bin doch keine Konkurrenz für sie!” Kate lachte ungläubig und schüttelte ihren Kopf.
„Selbstverständlich bist du das, du bist nicht nur schön, sondern auch klug und stark. Du kannst ganz locker mit ihr mithalten.” Darren sah Kate an und sie sollte spüren, dass das keine Schmeichelei sein sollte, sondern seine feste Überzeugung. „Und außerdem weiß sie, das du meine Freundin bist, und damit hat sie ein Problem!”
War Liliana verletzt, weil Darren mit einem Mensch zusammen war und weil der Rest der Familie sie akzeptierte? “Vielleicht liebt sie auch einen Menschen und wünscht sich, das ihr es akzeptiert?” sagte Kate irgendwann nachdenklich. “Nein, Liliana liebt niemanden, außer sich selbst!” Darren zog Kate näher zu sich heran. Dann küsste er sie. „Lass uns nicht weiter von Liliana sprechen, bitte. Erzähl mir, von deinem Tag.”
Kate atmete tief ein und aus. Sie erzählte ihm alles, außer der Sache, die Jeff über ihn und seine Familie gesagt hatte. „Ich muss Jeff sein Auto wieder zurück geben und wenn ich das tue, habe ich keine Möglichkeit mehr hierher, oder wo anders hinzufahren. Deshalb habe ich beschlossen: ich werde mir ein Auto kaufen. Kannst du mir helfen ein kleines gebrauchtes, kompaktes für mich zu finden?”
Sofort, war Darren wieder klar und setzte sich im Schneidersitz direkt Kate gegenüber.
„Kaufen? Ich werde dir eins schenken, sag mir nur, was du für eins haben willst.” meinte er begeistert und wartete darauf, das bei Kate genauso begeistert war wie er, von seiner Idee. „Nein, Darren. Ich möchte mir das Auto selbst kaufen.” „Aber wieso den nicht? Es macht mir nichts aus, im Gegenteil es würde mir eine Ehre sein!”
Sie lachte erst, weil es ihm eine “Ehre” sein würde, doch sie wusste genau, das er ihr ein super schickes, teures Auto kaufen würde. Wahrscheinlich würde sie es noch nicht einmal fahren können. Sie hatte die Garage gesehen. Aber für Kate war das keine Garage, sondern eine Halle für Autos, die soviel Wert waren, das man sie sogar noch in Vitrinen stellen sollte.
„Nein, im ernst! Bitte mach das nicht. Ich werde es nicht annehmen.” „Also ich verstehe dich nicht, Kate? Jedes Mädchen würde vor Freude Luftsprünge machen und du willst einen gebrauchten Wagen selbst kaufen.” Fassungslos sah er sie an. „Ich bin aber nicht wie andere Mädchen. Ich bin ich und ich werde mir mein Auto selbst kaufen.” sagte sie selbstsicher. „Du hast keine Chance, Darren. Aber ich wünsche mir, das du mir hilfst eines zu finden. Abgemacht?”
Fragend sah sie ihn honigsüß an und hoffte, er würde seine Idee schnell vergessen.
„Ich mache dir einen Vorschlag.” begann er, „wir werden für dich ein Auto suchen, aber solange, wie du keines hast, nimmst du einen von meinen Wagen.” In ihrem Gesicht war deutlich zu lesen, das ihr der Vorschlag nicht so gut gefiel. Sie verzog den Mund und neigte ihren Kopf leicht.
„Nein?” fragte Darren und schüttelte verneinend seinen Kopf. „OK, wie wäre es, wenn ich dich überall hin fahre, bis du ein Auto hast. So können wir auch mehr zusammen sein.” Kate überlegte. „Ich muss morgens in den Blumenladen und wieder nachhause.” warf sie ein.
„Und was ist, wenn die Sonne scheint?”
Jetzt grinste er, weil er wusste, das er gewonnen hatte. „Darüber mach dir keine Sorgen, ich lass mir für diesen Fall etwas einfallen, ich hab da schon Möglichkeiten.” Kate wusste, das Vampire sich nicht in der Sonne aufhalten durften, aber sie hatte Darren noch nie gefragt, was passiert, wenn er es tat. Sie kannte von Filmen, das sie verbrannten, aber nach allem was sie bisher von ihnen gesehen und gelernt hatte, war das etwas, worüber sie noch nie gesprochen hatten.
„Was passiert eigentlich, wenn du in die Sonne gehst? Ist es so wie man es von den Geschichten kennt?”
„Nein, vergiss das aus den alten Geschichten und Filme, das ist alles Mist.” sagte er. “Wenn die Sonne auf unsere Haut scheint, dann geht es uns einfach hundsmiserabel schlecht. Wir fühlen uns krank und das werden wir mit der Zeit auch. Man kann das ein paar Minuten ertragen, aber dann wird es richtig schlimm. Die ganze körperliche Kraft schwindet und man verliert später auch die Orientierung. Du wirst nie einen Vampir in der Wüste treffen! Das ist eine vampirfreie Zone!” scherzte er.
„Und was willst du tun, wenn die Sonne scheint?” Kate wollte keines Falls, das er sich wegen ihr in Gefahr brachte. „Vertrau mir Kate. Wir müssen nur unsere Haut schützen und nicht länger als eine Stunde draußen sein.”
Noch zögerte Kate, doch sie wusste das sie ihm vertrauen konnte. „Also gut abgemacht. Dann kannst du gleich damit anfangen und mich nachhause fahren.” sagte sie und grinste ihm frech ins Gesicht. „Wieso? Bleib doch!” Am liebsten hätte Kate ja gesagt, doch sie wollte nachhause. Wenn sie hier blieb, würde sie so wenig schlafen und wäre für den nächsten Tag tot müde. „Ich sollte gehen Darren, sonst bin ich morgen zu müde für dich, dann gehe ich jetzt lieber. Außerdem holst du mich morgen ja wieder und bringst mich in den Blumenladen.”
Er war nicht zufrieden, doch er sagte nichts und zog sie noch einmal zu sich.
„Du hast gewonnen, aber erst brauche ich noch ein paar Zärtlichkeiten von dir.” hauchte er. Seine Lippen fanden ihre. Er küsste sie bis ihr ganz schwindelig wurde und sie fast atemlos war.
Es war kurz vor elf, als Kate die Haustür bei den Bennets aufschloss. Alles war friedlich und still. Sie waren wohl schon alle zu Bett gegangen.
Leise schlich sie die Treppen hoch und als sie an Jeffs Zimmertür vorbei lief, sah sich unter dem Türschlitz, das bei ihm noch Licht brannte.
Noch leiser ging sie in ihr Zimmer. Sie war so müde und wollte eigentlich nur schnell ins Bett.
Sie ging ins Badezimmer und wusch sich schnell und putzte ihre Zähne.
Dann wollte sie ihre Schlafsachen anziehen, und bemerkte, das sie ein T-shirt von Pat versehentlich vom Wäscheständer genommen hatte. Leider war das Shirt weit ausgeschnitten und verdeckte zwei ihrer blauen Flecken nicht. Es hing ihr sogar so weit herunter, das eine Schulter unbedeckt war. Sie machte sich aber keine Gedanken darüber, es würde sie sowie so niemand mehr sehen. Leise ging sie ins Bett. Schnell löschte sie ihr Licht. Alles war ruhig und schon schlief sie ein.
Wieder träumte sie. Sie suchte Darren, fand ihn nirgends. Verzweifelt rief sie ihn und versuchte sich von den Händen, die versuchten sie zu greifen, fern zu halten. Aber irgend eine Macht schob sie automatisch dahin. Diese Hände waren Kate nicht bekannt, aber sie wusste, das es nicht gut war. Je näher die Hände an ihrem Körper waren, desto mehr Angst bekam sie. Man konnte auch nicht genau sagen warum, es war mehr ein Instinkt, das diese Hände nichts gutes bedeuteten.
Nebel war um Kate und sie konnte immer weniger erkennen. Der Nebel verhinderte auch das Kate erkennen konnte, in welche Richtung Darren gegangen war. Das war für Kate unerträglich und jetzt konnte sie nur noch Darrens Namen schreien. Dann hörte sie ihren eigenen Namen, aber es war nicht Darren, der sie rief. „Kate, Kate wach auf! Kate, du träumst!”
Ruckartig und ängstlich wachte sie von ihrem Traum auf. Atemlos saß sie in ihrem Bett und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Langsam lösten sich die Bilder in ihrem Kopf. Langsam dämmerte es ihr, das sie geträumt hatte und Jeff sie aufgeweckt hatte.
Er saß neben ihr auf ihrem Bett und nahm sie in den Arm. Langsam wiegte er sie hin und her.
„Es ist alles in Ordnung, du hast nur geträumt.” tröstete er sie. „Ja, nur ein Traum!” bestätigte sie sich selbst und löste sich aus seinem Arm.
„Ich bin von deinen Rufen wach geworden und dachte mir schon, das du träumst.”
“Danke, jetzt geht es mir wieder gut.”
Jeff sah betrachtete sie und plötzlich verspannte er sich. Er rückte ein Stück von ihr weg und starrte genau auf ihre Schulter, die durch das verrutsche T-shirt frei sichtlich war.
„Was ist das?”
Jetzt bemerkte Kate auf was er starrte. Sie errötete sofort und zog das T-shirt soweit hoch, das er die Flecken nicht mehr sehen konnte. Nicht auszudenken, wenn er die anderen Flecken und Blutergüsse sehen würde.
„Kate, was ist passiert?” wollte er im strengen Ton wissen. Jetzt musste sich Kate etwas einfallen lassen und zwar etwas gutes. „Ähm, nichts! Ich bin im Blumenladen beim Blumengießen gegen das Metallregal geknallt. Das ist alles.” sagte Kate und sie fand ihre Ausrede sogar richtig gut.
Jeff musste es nur noch schlucken. Aber Jeff runzelte misstrauisch die Stirn.
„Du weißt doch wie schnell ich blaue Flecken bekomme.” Lange sah Jeff sie an. Er kannte sie gut, sogar so gut, das er merken musste, wenn sie ihn belog.
„Danke Jeff, das du mich geweckt hast. Ich schlafe jetzt weiter.” Sie legte sich hin und kuschelte sich in ihre Decke. „OK. Dann Schlaf schön weiter.” sagte Jeff nachdenklich und ging leise aus ihrem Zimmer.
Als er die Tür geschlossen hatte, war Kate hellwach. Sie hatte keine Ahnung, ob Jeff ihr geglaubt hatte oder nicht. Sie konnte ihm ja schließlich nicht die Wahrheit sagen. Sie fühlte sich schrecklich, ihn belügen zu müssen. Aber was blieb ihr anderes übrig. Sie konnte ja schließlich nicht sagen:
„Oh, mach dir keine Sorgen. Ich hatte Sex mit einem Vampir und er war wohl etwas zu leidenschaftlich.“ Nein, das ging auf keinen Fall. Leise kicherte Kate, als sie sich Jeffs Gesicht dabei vorstellte. Schnell wich ihr das Lachen aus dem Gesicht, als sie daran dachte, was Jeff wirklich denken würde? Falls er ihr nicht glaubte, was glaubte er dann?
Das Darren sie schlug? Kate kannte Darren mittlerweile so gut, das sie wusste, bevor er auch nur solch einen Gedanken hatte, würde er sich von ihr lösen oder sich selbst etwas antun. Sie versuchte sich einzureden, das ihre Chancen Jeff getäuscht zu haben, gut waren. Und schlief irgendwann wieder Traumlos ein. Natürlich konnte Kate nicht ahnen, das Jeff ein Zimmer weiter wach lag und misstrauisch geworden war. Er wusste ganz genau, das Kate ihn belogen hatte und war ganz heiß darauf heraus zu finden wieso! Er würde diesem Darren mal auf den Zahl fühlen. Wehe ihm, wenn er Kate verletzt hatte!
Wie versprochen holte Darren am nächsten Morgen mit seinem Auto ab.
Beim Frühstück hatte Kate Jeff seinen Autoschlüssel auf den Tisch hinterlassen. Jeff schlief noch als Kate das Haus verließ. Darren wartete im Auto, als Kate die Tür leise zu zog. Sie bemerkte nicht das Jeff am Fenster stand und auf Darrens Auto starrte. Kate hatte ihm die Sache mit Jeff in der Nacht nicht erzählt, sonst hätte er noch mehr Gründe gehabt, die er ihr an ihrem letzten Streit gesagt hatte. Vielleicht kam er sonst auf die Idee, sie auch nicht mehr zu küssen. Kate wollte seine Kreativität in dieser Richtung nicht noch mehr an schubsen.
Es war für sie gestern Abend schon schwierig gewesen. Aber seit Kate in dieser einen Nacht im Schlaf nach Jeff gerufen hatte, hatte Darren nicht mehr mit ihr geschlafen. Vielleicht bildete sie sich das nur ein, aber Darren machte sich zu viele Gedanken. Wahrscheinlich hegte er heimlich noch diesen Ideen nach, das Jeff für Kate die bessere Wahl war.
Warum sah er es den nicht ein und wieso gab es für ihn nicht einen anderen Weg, als der, der Enthaltsamkeit? Sie sehnte sich nach ihm und das wurde von Tag zu Tag stärker werden und nicht aufhören. Auch die Erinnerungen, die sie von dieser Nacht hatte, halfen ihr nicht. Im Gegenteil. Oft kamen ihr diese Bilder in den Sinn, ohne das sie absichtlich daran dachte. Und in diesen Augenblicken war sie meistens allein. Dann wünschte sie sich Darren wäre bei ihr, oder eine kalte Dusche möge über sie herein brechen.
Kate sich vorzustellen, wie es für Darren sein musste. Er spürte genau wie sie auch die Lust, die sie hatten. Es musste für ihn genauso schwer sein, wie für ihn. Kate bewunderte ihn für seine Kraft, sich soweit kontrollieren zu können und immer im richtigen Moment die Notbremse zuziehen.
Vielleicht würde ihr etwas noch einfallen, das für beide Seiten ein gute Vereinbarung gab.
Bis sie ihre erste Nacht mit Darren verbracht hatte, konnte sie ihre Freundinnen nicht so gut verstehen, was an Sex so besonders war. Doch jetzt, als sie in den Genuss gekommen war, war ihr Appetit gewachsen und schien immer großer zu werden. Darren verabschiedete sich an diesem Vormittag und wollte sich nach einem Auto für Kate umschauen. Er küsste Kate sanft auf ihre Lippen, als die Ladentür klingelte.
Weder Kate noch Darren hatten bemerkt, das Jeff im Laden stand und sie beide beobachteten.
Darren lies sich nicht stören und strich ihr noch einmal sanft über ihre Lippen. Erst dann konnte Kate sich seinem Bann lösen und erkannte Jeff, wie er sie unentwegt dabei anstarrte. Jeff´s Augen waren verengt und sein Blick war ablehnend. „Oh Jeff!” Kate errötete und war unsicher was sie jetzt sagen sollte. Dann blickte Darren Jeff an und sofort war die Stimmung etwas gereizt. Um die Situation wieder etwas zu entspannen sagte Kate: „Darren, darf ich dir meinen besten Freund Jeff vorstellen? Jeff das ist Darren!”
Immer noch sahen sie sich an und außer einem Nicken von beiden Männer, konnte man keine normalen Reaktionen schließen. Nur dieser beobachtende, standhafte Blick.
Jeff hätte Darren am liebsten die Pest an den Hals gewünscht hätte. Doch er sprach das nicht aus.
Sie waren beide wie Feinde, die sich belauerten. Jeder wartete auf ein Zeichen, das keiner geben wollte. Sie waren Konkurrenten, obwohl Kate zu Darren gehörte. Aber Jeff glaubte auch Rechte an ihr zu haben.
Kate hielt diese Spannung nicht mehr aus und zog an Darrens Hand. „Geh jetzt!” flüsterte Kate ihm zu. Dann nickte er Jeff zu und verließ den Laden.
„Das war also dein Darren?” Jeffs grimmige Laune brachte Kate auch gleich in Kampfstellung.
„Ja, das war mein Darren!” sagte sie gereizt. „Wieso benimmst du dich so?” Sie wollte gleich zum Thema kommen und nicht lange um den heißen Brei reden. „Wieso? Wie benehme ich mich den?” Er war sich offenbar keiner Schuld bewusst.
„Was hat Darren dir getan, das du ihn so böse ansiehst?” „Ich hab ihn böse angeschaut? Wie hat dann er geschaut?” wollte er aufgebracht wissen.
„Ich kenne seine Gründe noch nicht. Aber von dir hätte ich erwartet, das du dich nicht wie ein trotziges kleines Kind benimmst, Jeff.“ Kate sah ihn vorwurfsvoll an.
Jetzt sah er auf den Boden und Kate hatte das Gefühl, das sie genau den Nerv getroffen hatte.
Sie schwiegen. Kate hätte gerne gewusst, was er gerade dachte. Er trat von einem Bein auf das andere und sagte: „Es tut mir leid Kate, aber das alles ist nicht leicht für mich. Bitte versteh das!”
Natürlich war es nicht leicht für ihn. Aber für sie war es auch nicht leicht. Er hatte damit angefangen, seine Gefühle für sie zu ändern. „Ich verstehe dich ja, aber bitte mach es dir doch nicht so schwer!” sagte sie versöhnlich.
„Ich werde es versuchen, Kate! Wieder friedlich mit mir?” Jetzt musste sie lachen. Natürlich, würde sie wieder nett zu ihm sein, schließlich war er ihr Freund.
„Gehst du mit mir was Essen, ich lade dich auch ein?” fragte Jeff und hielt sich vor Hunger den Bauch.
Sie verbrachten ihre Mittagspause an einem kleinen Imbiss Stand und hatten beschlossen nicht mehr über Darren zu sprechen, zumindest für diese Stunde. Fast war es wie früher, sie hatten Spaß und lachten viel. Und Kate genoss es und fühlte sich sehr gut dabei. Sie erzählten sich die alten Geschichten und schwelgten in Erinnerungen.
Doch irgendwann konnte Jeff nicht anders. Er hatte schon die ganze Zeit über das Gefühl gehabt, das Darren nicht gut war für sie. Dann platze er einfach damit heraus.
„Kate, ich wollte eigentlich nicht damit anfangen, aber …. Meinst du wirklich, das Darren der Richtige ist für dich? Sei mir bitte nicht böse, aber seit du ihn kennst, schläfst du sehr schlecht.” Sie sah ihn mit großen Augen an und wusste nicht recht, was sie ihm sagen sollte.
„Ich will damit nur sagen, das ich mir ernsthaft Sorgen mache.” „Das brauchst du aber nicht, ehrlich! Mir geht es gut! Außerdem hast du mir versprochen, für heute Mittag nicht über das Thema zu sprechen.”
„Ich weiß, aber ich konnte einfach nicht anders.” „Was hast du mir erzählt, wie die Flecken zustande kamen?” Sofort wurde Kate puterrot im Gesicht. In ihrer Brust schwirrte es unsicher. Was sollte sie ihm jetzt sagen? Schnell hob sie angriffslustig ihr Kinn, damit fühlte sie sich stärker. „Jeff?” sagte Kate in einem warnenden Unterton. „Was soll das?” „Ich weiß, das du mir etwas verheimlichst, Kate. Das habe ich gestern Nacht gemerkt.”
„Das sind nur Hirngespinste, Jeff! Darren hat damit nichts zu tun!” log Kate.
„Er gefällt mir nicht, er sieht dich an, als wolle er dich fressen. Er, … er ….!“ Jeff fehlten die Worte. „Ich sage dir eins, Kate. Wenn ich heraus finde, das er dir weh tut, dann werde ich etwas dagegen unternehmen. Hast du gehört?”
Kate wusste, dass er seine Drohung wahr machen würde. Langsam bekam sie das Gefühl, das sie sehr aufpassen musste, damit Jeff nichts heraus finden konnte. Sie musste einfach vorsichtig sein und vielleicht wäre es das Beste, wenn die Beiden sich nicht all zu oft über den Weg liefen.
„Kannst du dich nicht einfach für mich freuen, Jeff. Ich bin glücklich mit ihm, mach mir das Bitte nicht kaputt.”
Jeff sagte nichts. Zu stark war die Wut gegen Darren in seiner Brust und die Liebe im Herzen.
Sein grimmiges Gesicht zeigte Kate deutlich, wie sehr er litt. Aber was konnte sie tun?
„Ich kann dir mehr bieten, als er, mit seinem Geld und seinem aussehen!” sagte er ausdruckslos.
„Jeff!” rief sie aufgebracht. Wie konnte er nur denken, das Kate so auf Äußerlichkeiten sah.
„Du willst das nicht hören, aber ich muss es dir endlich einmal sagen, Ich könnte es, wenn du es mit mir versuchen würdest. Ich könnte dich glücklich machen und dir Sicherheit geben.” „Jeff, wir sind Freunde, bitte mach das nicht kaputt!” sagte Kate und ein wenig Angst klang in ihrer Stimmer nach. Sie stand auf.
„Ich liebe dich, Jeff! Aber nicht so, wie du es gern hättest. Ich liebe Darren, auch wenn es dich verletzt. Verstehe das, bitte. Kate drehte sich um und ging die Straße wieder hoch, in den Blumenladen.
Kate konnte es nicht mehr länger ertragen, ihn so zu sehen. Sie musste einfach gehen, auch wenn es ihr unendlich leid tat.
Wie verabredet holte Darren sie nach Ladenschluss ab. Er zeigte ihr einen Wagen, den er gefunden hatte. Aber das, war nicht das, was Kate bezahlen wollte.
Der Wagen war gut, aber er war fast neu und auch viel zu teuer. Darren war der Meinung, wenn sie einen alten Wagen kaufen würde, hätte sie ständig Scherereien mit überteuerten Reparaturen und der Wagen könnte nicht sicher genug sein. Die Sicherheit spielte für Darren, wie immer, eine große Rolle.
Er würde nie Kate gestatten ein Auto zu kaufen, das nicht die nötige Sicherheitsausstattung besaß, die nicht nach dem neustem Stand ausgerichtet war.
Kate wusste wieder einmal das es schwer werden würde, ein passendes Auto zu finden.
Sie musste einfach mehr Geduld haben. Die Tage vergingen und noch immer hatte Kate kein richtiges Auto gefunden, das Darrens Ansprüche genüge getan hätte. Mittlerweile war sie auch bereit gewesen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, nur damit Darren zufrieden gewesen wäre. Als sie eines Mittags allein ihre Mittagspause verbrachte lief sie die Straße zum Hotdog-Stand entlang. Sie hatte erst gar nicht darauf geachtet, als ihr beim vorbeigehen ein kleines, dunkelblaues Auto, das am Straßenrand stand, auffiel. An allen Fenstern klebte ein Zettel:
AUTO ZU VERKAUFEN
Sofort war Kate Feuer und Flamme. Sie kannte sich mit den technischen Gegebenheiten nicht aus, aber darüber machte sie sich keine Sorgen. Sie könnte Phil anrufen und er könnte es sich anschauen.
Der Preis war zwar noch ein bisschen hoch, aber auf dem Zettel stand VHB. Das bedeutete, sie könne über den Preis noch einmal verhandeln.
An den Zetteln hingen kleine eingeschnittene Papierstreifen, die man nur abreisen brauchte und die Telefonnummer die darauf stand anrufen sollte.
Also holte Kate ihr Handy aus ihrer Handtasche und wählte. Ein junge Frau meldete sich beim dritten klingeln. Sie war freundlich und verabredete sich in ein paar Minuten mit Kate an dem Auto. Dann rief Kate Phil an. Auch er konnte gleich kommen und stimmte zu, sich das Auto mal anzusehen.
Als die junge Frau, Minuten später am Auto eintraf, war Kate überrascht. Sie hatte nicht damit gerechnet, das sie so jung war. Sie hörte sich am Telefon viel älter an. Sie war jünger als Kate und hatte ihr erklärt, das sie von Pleasentview wegzog und sie deshalb keine Verwendung mehr für das Auto hatte. In der Zeit, in der sie auf Phil warteten, zeigte Ellen ihr die Innenausstattung des Wagens. Aber das war Kate egal, sie wollte unbedingt dieses Auto. Lange schaute sich Phil den Wagen an. Es gab schon ein paar Dinge, die Kate hätte richten müssen, aber er war zuversichtlich, das Jeff oder er selbst das auch hinbekommen würden.