Entscheidung aus Liebe 2
Entscheidung aus Liebe 2
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 6 Teile geteilt.
„Kate, uns war klar, dass du irgendwann darüber nachdenken würdest. Aber bedenke, du hast das Leben, was wir nicht haben.” „Katharina!” unterbrach Kate sie, “du hast selbst gesagt, du kannst ohne James nicht leben kannst, weil du ihn so sehr liebst. Ich liebe Darren und kann auch nicht mehr ohne ihn leben, wenn ich mir vorstelle ohne ihn zu sein, dann ist das wie … sterben für mich!” Katharina schwieg. Lange sah sie Kate in die Augen, und sie verstand sie, weil sie das gleiche Schicksal und die gleichen Gedanken hatte damals.
„Ich verstehe dich, ich verstehe dich so gut, Kate. Aber trotzdem, denk über das Leben nach, was du hast. Das ist mein Rat an dich! Du hast Familie und Freunde. Du müsstest das alles aufgeben.” Sie streichelte Kate über die Wangen. Dann ging sie aus dem Zimmer.
Als Kate an diesem Abend zu Bett ging, ging ihr das Gespräch mit Katharina noch nach. Sie konnte sich nicht vorstellen, was es für Katharina bedeutete, damals. Ständig ging ihr die Frage durch den Kopf, ob sie es übers Herz bringen würde. Es war schwer für Kate, aber sie wusste, dass sie Darren niemals mehr verlassen konnte. Für Kate war klar sie gehörte zu Darren und Darren zu ihr. Das war das wichtigste.
Aber sie liebte auch Tante Pat, Onkel Phil, Jeff und Peter. Das waren die Menschen, die sich ihr ganzes Leben immer um sie gekümmert hatten. Sie waren ihre Familie. Und wenn Kate sich für Darren entschieden hätte, bedeutete das, dass sie sich gegen ihre Familie entscheiden würde.
Es beunruhigte Kate sehr, das sie alterte und Darren nicht. Darren würde immer der schöne, junge Mann sein, mit seiner glatten Marmor-Haut. Sie dagegen würde Falten bekommen und graues Haar.
Würde Darren sie als alte Frau immer noch lieben. Sicher, aber auch diese Liebe würde sich verwandeln. Es wäre nicht mehr dasselbe. Der Gedanke war unerträglich für Kate. Sie weinte, als sie sich bewusst wurde, dass das eines Tages der Fall sein würde. Kate konnte es nicht ertragen. Immer wieder hatte sie Bilder im Kopf, wie sie als alte gebrechliche Frau neben Darren stand, der für immer achtundzwanzig sein sollte. Bis sie eines Tages sterben würde, und der Tod Kate von Darren für immer trennte. Und das war eine Tatsache, die sie nur schwer ertragen konnte. Niemals wollte sie sich von ihm trennen. Niemals wollte sie nur eine Nacht ohne ihn sein. Wie lange würde Darren sie dann noch begehren? Vorerst würde sie das für sich behalten müssen. Diese Entscheidung musste noch reifen, bevor sie es aussprechen würde. Noch hatte sie die nötige Zeit. Kate schlief ein, aber sie hatte eine unruhige Nacht. Als sie am nächsten morgen im Blumenladen stand, war Pat schon sehr aufgeregt, wegen des Maskenballs. Phil und Pat hatten sich für den Ball im Kostümverleih schon vor Tagen Kostüme ausgeliehen. „Da haben wir Glück gehabt,” sagte Pat, „alles verliehen, es gab fast nichts mehr was brauchbar war. Und schon gar nicht etwas, was zu dem Motto passt.“
„Ich hatte es total vergessen und war froh, das Katharina mir etwas ausleihen konnte.“ sagte Kate und legte das Gesteck, an dem sie für den Ball gerade arbeitete in einen Karton. Den ganzen Morgen über hatte sie Blumengestecke und die restliche Dekoration gut verpackt, damit sie die Sachen, morgen zu den Noirs bringen konnte. Pat war damit beschäftigt die Blumentöpfe zu gießen, als Darren herein kam.
Sofort machte Kate´s Herz einen Sprung und ihre Augen begannen zu leuchten. Sie lächelte ihn an.
“Hi Süße!” sagte er. Als er bei ihr stand, nahm er ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie zärtlich.
Pat schüttelte lachend den Kopf. Sie freute sich für die beiden. Pat stellte die Gießkanne an ihren Platz und verließ den Verkaufsraum. Kate und Darren achteten gar nicht auf sie und hatten auch nicht bemerkt, das sie jetzt allein waren.
„Hast du mich vermisst?”
Kate sah in seine goldenen Augen und konnte nur nicken. Der Kuss hatte sie berauscht und klang noch nach. „Wie weit seit ihr zuhause?” fragte sie, als sie sich wieder gefangen hatte.
„Ja, es ist noch ein ziemliches Chaos, aber langsam nimmt es Formen an. Katharina und James kümmern sich um alles. Bis morgen werden wir es geschafft haben.”
„Schön, dann muss ich nur noch diese Sachen zu euch bringen und alles fertig schmücken, dann bin ich auch fast soweit.” sagte Kate und zeigte auf den gerichteten Stapel mit Karton. „Was sagt der Wetterbericht?”
Alle hofften, dass die Sonne nicht scheinen würde, aber es sollte wenigstens nicht regnet.
„Den Tag über soll es bewölkt sein, aber gegen Abend aufgehen. Das heißt, ”sagte er vielversprechend und zog dabei eine Augenbrauen hoch, “es wird eine wunderschöne Vollmondnacht.” sagte Darren vielversprechend.
„Hast du eigentlich etwas bestimmtes vor in dieser Nacht?” fragte Darren und sah Kate fragend an. Er spürte, das sie etwas vor ihm verheimlichte.
Darren hatte sie immer noch fest im Arm und runzelte fragend die Stirn. Natürlich war ihm Kates Unterton aufgefallen und ihre Augen glitzerten geheimnisvoll.
„Was hast du vor?” wollte er wissen, als er das glitzern nicht richtig deuten konnte.
„Ich habe mir gedacht, ich könnte vielleicht die ganze Nacht mit dir verbringen, wenn du das möchtest!”
Darren verstand plötzlich was sie wollte. Er lachte und wurde dann plötzlich sehr ernst. Natürlich wollte er es, aber er hatte immer noch ein ungutes Gefühl dabei. Er sehnte sich danach, doch die Angst war immer noch ein fester Bestandteil. In letzter Zeit konnte er immer besser mit dem Brennen in seiner Kehle umgehen und sie konnten auch ihre Leidenschaft immer weiter ausdehnen. Darren wusste nicht, ob sie schon so weit waren. Es würde ein großer Schritt sein, vielleicht zu groß.
„Wir sind noch nicht so weit, Kate!” sagte er sanft.” Kate sah ihn eine Weile an und sagte schließlich:
„Wir könnten es versuchen und wenn du merkst, das es zu übermächtig wird, dann hören wir einfach auf. Ich wünsche mir diese Nacht mit dir zu verbringen, auch ohne Sex!” „Dann freue ich mich auf den Abend mit dir und die ganze Nacht.” sagte er einverstanden.
„Ich werde schon am Nachmittag bei euch im Haus sein, deine Mutter hilft mir mit meinem Kostüm.”
„Davon weiß ich ja noch gar nichts!”
„Du brauchst nicht immer alles wissen!” scherzte Kate. „Dann ist es also abgemacht, ich bleibe bei dir, die ganze Nacht?”
“Ja,” hauchte Darren und legte seine Stirn auf ihre. Sie hatten beide die Augen geschlossen und genossen den Augenblick. Die Ladentür öffnete sich und eine Kundin kam herein. Sie blickte Kate und Darren neidisch an und Kate erntete einen verachteten Blick von der jungen Frau.
Es war immer das gleiche. Die Frauen flogen auf Darren. Aber Kate bekam immer die bösen Blicke, oder sie wurde einfach übersehen. Mittlerweile machte es Kate nichts mehr aus, da sie wusste, Darren würde nur ihr gehören. Und so lange das so bleiben würde, machte es ihr auch nichts aus.
Er verabschiedete sich mit einem kleinen Kuss und verließ den Laden.
Kate bediente die Kundin und es folgten noch mehr Kunden an diesem Nachmittag.
Zusammen mit Phil machte sie sich am nächsten Vormittag daran, die Kartons in den Wagen zu laden. Es war wirklich knapp, mehr hätte es nicht sein dürfen, sonst hätte sie zweimal fahren müssen. „Kate!” rief Pat ganz aufgeregt.
„Kate, kommst du mal schnell!” rief Pat sie noch mal. Sie schlug die Autotür, das im Hinterhof zum Blumenladen parkte, und ging zu ihrer Tante.
Pat stand aufgeregt im Büro und wedelte freudestrahlend mit einem Brief.
„Was ist passiert?” fragte Kate.
„Das errätst du nie?” sagte Pat und sah immer wieder ungläubig auf den Brief.
„Was den Tante! Spann mich nicht so auf die Folter.” Aufgeregt wedelte Pat mit einem Briefumschlag vor Kate´s Nase. Sie strahlte über das ganze Gesicht und schien sich über etwas sehr zu freuen.
„Jetzt sah schon!“
„Katharina hat die Rechnung beglichen und sie hat das Doppelte Bezahlt!”
„Was?” schrie Kate fast und riss Pat fast den Brief aus der Hand. Sie überflog den Zahlungseingang und tatsächlich stand die stolze Summe von fast 11.000$ auf dem Papier. „Aber vielleicht ist es ein Fehler?” begann Kate zweifelnd. “Nein, ich habe Katharina sofort angerufen, als ich es entdeckt habe und sie hat die Richtigkeit bestätigt. Sie hat gesagt, dass sie sehr zufrieden mit deiner Arbeit war und sie wollte damit uns ihre Dankbarkeit zu Ausdruck bringen.” sagte Pat stolz. Kate hatte schon immer gewusst, dass Katharina nicht geizig war, aber dass sie so spendabel war, hätte sie nicht gedacht. „Jetzt kann ich dir deinen Kredit, den du mir gegeben hast, auf einen Schlag wieder zurück bezahlen.” meinte Pat und war sehr froh darüber.
„Ich werde es wieder auf dein Konto überweisen!” „Du brauchst dich damit nicht zu beeilen, Pat. Ich habe in den nächsten Wochen nicht vor etwas in meinem Leben zu ändern.” Kate grinste, als sie das sagte. Pat wusste sofort, von was Kate sprach.
„Ich werde es dir trotzdem so schnell wie möglich zurück zahlen, dann belastet mich das nicht mehr.”
„Wenn du dich dann besser fühlst, dann tu das.” Sie hatte sich nie wohl gefühlt bei dem Gedanken, das Geld von Kate angenommen zu haben. Aber jetzt war sie froh, dass Kate ihr das Angebot gemacht hatte. Dank Kate, war der Laden wieder topp aktuell geworden und er lief besser den je. Natürlich war Pat auch klar, ohne die Kreativität von Kate, hätte sie es nie geschafft. Kate war schon sehr talentiert, was das betraf. Vielleicht könnte sie Kate zu einem Designstudium überreden. Darin konnte sie sich Kate wunderbar vorstellen. Es würde genau zu ihr passen. Es gab in dieser Richtung ja so viele verschiedene Möglichkeiten und Pat wusste, dass Kate gut sein würde darin. Aber jetzt wollte sie erst mal das Geld auf ihr Konto überweisen und in ein paar Tagen würde sie Kate darauf ansprechen. Darren hatte sie direkt nach Feierabend abgeholt und fuhr mit ihr an den Strand, an dem sie das erste mal spazieren waren. Es war nicht besonders schönes Wetter. Der Himmel war bedeckt und der Wind pfiff ihnen scharf ins Gesicht.
Sie gingen Hand in Hand in das kleine Restaurant St. Louis Bay. Hier hatten sie ihre erste Verabredung.
Händchen haltend saßen beide am Tisch und Kate erzählte von Katharinas große spendable Tat.
„Tante Pat konnte es nicht glauben, sie war so glücklich darüber.” „Katharina wusste schon immer gute Arbeit zu schätzen.” sagte Darren.
Die Kellnerin kam und brachte Kate den bestellen Salat. Natürlich starrte sie nur Darren an und er beachtete die Kellnerin für gewöhnlich nicht.
„Darren, wie war es für dich, als du verwandelt wurdest?” wollte Kate wissen und versuchte ihre Stimme so belanglos wie möglich klingen zu lassen, damit Darren ihr wahres Interesse nicht merkte. Doch er war sichtlich überrascht von ihrer Frage. Damit hatte er nicht gerechnet. Er hatte gehofft, das Kate sich nicht damit beschäftigte. Doch jetzt bemerkte er, wie sie versuchte, ihr wahres Interesse zu überspielen.
“Oh,” wieso willst du das wissen?“
„Es interessiert mich eben!“ Kate hob ihr Kinn etwa an. Sie dachte sich schon, das er nicht gerne darüber sprach. „Kate, … bitte …... !
„Was? Ich liebe einen … Vampir. Da ist es doch ganz natürlich, dass ich das wissen will. Sagte sie fast flüsternd, damit die Leute an den Nachbartische es nicht mitbekamen.“
Darren schwieg lange. Kate war klar warum, doch schließlich sagte er:
„Es war und ist das schlimmste und schmerzhafteste, was ich jemals erlebt habe. Es sind unvorstellbare Schmerzen und du hast das Gefühl, das es gar nicht mehr aufhört. Es fühlt sich ein bisschen so an, wie wenn du in einen Vulkan fällst. Der Vergleich ist zwar absurd, aber du brennst und glühst innerlich.”
Natürlich wollte sie das Wissen, es war nur eine Frage der Zeit bis sie danach fragen würde.
Darren hoffte nur, dass sie nicht auf dumme Gedanken kommen würde.
„Ja, du hast recht, du solltest es wissen!” fügte er noch hinzu und betonte das Wort wissen.
Kate spürte seine Abwehrhaltung, die mit diesem Thema verbunden war. Doch so leicht wollte sie sich nicht geschlagen geben. „Wie lange dauert die Verwandlung?” fragte sie weiter. „Das ist ganz unterschiedlich und es gibt keine Faustregel. Es können Stunden, aber auch Tage sein! Bei mir dauerte es etwas länger als einen Tag.” sagte er und sah sie dabei nachdenklich an. Kate wollte ihn nicht weiter verunsichern und beschloss das Thema zu beenden. Sie kannte schließlich noch mehr Vampire, die ihre Fragen beantworten konnten.
„Hast du keinen Hunger?” Erst jetzt bemerkte Kate, dass sie noch gar nicht mit dem Essen angefangen hatte. Sie nahm sich ein Stück Brot, das die Kellnerin in einen kleinen Korb gebracht hatte und fing an zu essen.
Darren beobachtete sie. Aber nicht wie Kate aß, wie er es sonst immer tat. Er versuchte heraus zu finden, was sie dachte. Er spürte, dass irgendetwas in ihrem Kopf vor sich ging und sein Instinkt, sagte ihm, dass es nichts Gutes sein konnte.
„Wann wird Jeff wieder kommen?” fragte er um das Thema zu wechseln.
„Ich weiß nicht, ich habe seit Tagen nicht mehr mit ihm gesprochen. Aber Pat meint in 1-2 Wochen, würde er wieder hier sein.” „Freust du dich auf ihn?”
Bildete sie sich das nur ein, oder hörte sie da einen leisen Unterton heraus?
„Wieso? Wäre es schlimm für dich, wenn ich es täte?” antwortete sie und blinzelte ihn an und deutlicher in seinen Augen zu lesen, was in ihm vorging.
„Ich weiß nicht genau, Kate. Sollte ich den Eifersüchtig sein?” Sie wollte das Gespräch nicht so weiterführen. Sie wollte ihn auf keinen Fall verärgern. Ihre Augen besänftigten sich wieder. Dann nahm sie wieder seine Hand und sagte:
„Du hast überhaupt keinen Grund dafür. Jeff ist, neben dir natürlich, mein bester Freund. Wenn er wieder zuhause ist, hoffe ich, dass ihr euch gut versteht und vielleicht Freunde werdet.” Kate wünschte es sich, doch sie wusste, dass das nicht klappen würde. Jeff würde in Darren immer einen Konkurrenten sehen, solange er diese Gefühle für sie empfinden würde. Aber darüber wollte sie sich jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Ihre Gedanken waren bei der Nacht, die sie morgen zusammen verbringen würden.
Sie war zwar nervös, weil es vielleicht ihr erstes mal sein würde, doch die Vorfreude war größer.
Die Stunden, die sie mit ihm an diesem Abend noch verbrachte, gingen für Kate´s Geschmack viel zu schnell vorbei. Sie wünschte sich, das es nie enden würde, als er sie zum Abschied küsste.
Kapitel 12
Der nächste Morgen war sehr hektisch und stressig. Pat und Kate hatten alle Hände voll zu tun. Pat wollte den Blumenladen für den heutigen Tag schon mittags schließen, deshalb mussten sie sich mit allem beeilen. Alle Blumen mussten für das Wochenende gegossen werden und die restlichen Bestellungen bestellt werden. Kate war froh, dass Phil ihr geholfen hatte, das Auto zu beladen. Sonst hätte sie das jetzt auch noch machen müssen. Zuhause hatte sie sich eine kleine Tasche gerichtet, mit ihren Sachen, die sie brauchte für eine Nacht.
Sie konnte es nicht erwarten, bis sie endlich zu den Noirs fahren konnte. Nur bei dem Gedanken Darren heute noch näher zu kommen, als sie es bis jetzt getan hatten, versetzte ihr Blut in Wallung. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch flogen ganze Kunstflüge.
Natürlich entging Pat diese Aufregung nicht, aber sie dachte, es würde die Aufregung wegen des Ball´s sein. Als es fast Mittag war, zwang sie sich noch eine Kleinigkeit zu Essen. Dann verabschiedete sie sich von Pat und fuhr endlich los. Sie fuhr zwar nicht schneller als erlaubt, doch das Auto fuhr ihr heute zu langsam. Als sie endlich auf dem Parkplatz parkte, ging die große Eingangstür auf und Kai kam ihr entgegen. Sie stieg aus und öffnete die beiden hinteren Türen, um die ganzen Kartons heraus zu holen.
„Hi Kate! Ich helfe dir, warte!” Kai begann alle Kartons übereinander zu stapeln.
„Danke, das ist lieb von dir!” sagte sie und zweifelte, das er es schaffen würde den großen Turm unbeschadet auf die Terrasse zu stellen.
“Meinst du nicht, dass der Turm zu groß ist?” fragte sie zweifelnd. Er lachte nur, und noch bevor Kate die Fahrertür geschlossen hatte, war Kai schon in Richtung Terrasse gelaufen. Kopfschüttelnd staunte sie immer wieder über die speziellen Dinge, die Vampire so konnten.
Als Kate die Eingangstür erreicht hatte, kam ihr Katharina freudestrahlend entgegen. Wie immer war sie elegant und sehr vorteilhaft gekleidet. Sie trug ein rosa Kostüm, das aus einem Blazer und einem Rock bestand. Die zarte rosa Farbe war gerade zu perfekt für ihre Erscheinung. Genau wie ihre Haut zart und glatt. „Darren wartet schon auf dich, Kate. Er hat eine Überraschung für dich.”
Sie zog Kate in das Wohnzimmer. Darren saß auf dem weißen Ledersessel und hatte einen Schal in der Hand. Als er Kate sah, lächelte er sie breit an und kam auf sie zu. „Hallo meine Schöne!”
“Hallo!” mehr konnte Kate nicht sagen, ab und zu, wenn sie ihn sah verschlug es ihr immer noch die Sprache, wenn sie seine Schönheit sah. Und er bezeichnete sie als Schönheit!?! Katharina hatte das Wohnzimmer verlassen, damit sie allein sein konnten.
Aber so richtig allein waren sie nicht. Überall wo man nur hinsah waren fremde Menschen, die die letzten Vorbereitungen trafen. Im Garten wurden die letzten Lampions aufgehängt, die Kate ausgesucht hatte und aus der Küche hörte man die Pfanne zischen und Messer auf einem Schneidebrett etwas hacken. Natürlich war ihr der Geruch, der aus der Küche im Flur hing nicht entgangen. Sie freute sich auf die kleinen Köstlichkeiten und würde sie alle probieren, heute Abend.
„Was ist den los, Darren?” wollte sie endlich von ihm wissen, als sie den Schal und den freudigen Glanz in seinen Augen sah. „Ich habe eine Überraschung für dich und ich möchte dir mit diesem Schal die Augen verbinden.”
„Aber ich …..!” versuchte sie zu widersprechen, doch Darren ließ ihr keine Chance.
„Sei kein Spielverderber!” Und dann hatte Kate keine Möglichkeit mehr Einspruch zu erheben, weil Darren ihr den Schal schon vor ihre Augen gebunden hatte.
„Also gut,” sagte sie und gab sich geschlagen. Bereitwillig lies sie alles zu, was Darren mit ihr vorhatte.
„Ich trage dich, dann geht es schneller.”
Als wäre sie leicht wie eine Feder, nahm er sie hoch und sofort war dieses kitzelige Gefühl in ihrem Bauch da, als sie seine Nähe und seinen süßen Geruch aufnahm. Es war einfach unglaublich, eigentlich sollte sie sich bereits daran gewöhnt haben, doch ihr Körper reagierte immer wieder Neu auf ihn. Darren schaute sich kurz um, er wollte keine Zeugen, wenn er super schnell die Treppen zu den oberen Stockwerken schoss. Weniger als drei Sekunden standen sie vor der Tür, in dem Kate das erste Mal übernachtet hatte.
Darren öffnete die Tür und lies Kate erst runter, als die Tür geschlossen und sie wirklich allein waren. „Bist du bereit? Kann ich dir die Binde jetzt abnehmen?” fragte leicht ungeduldig.
„Spann mich nicht länger auf die Folter!” sagte sie und als Darren ihr die Augenbinde abgenommen hatte, mussten sich ihre Augen erst an das Licht gewöhnen.
Langsam wurde alles klarer, und sie konnte das Zimmer in dem sie einst geschlafen hatte, nicht wieder erkennen. Alles war umgebaut. An der Stelle, an dem vorher das Bett gestanden hatte, stand jetzt ein noch viel größeres Bett. Jetzt waren ein Fernseher, eine Musikanlage, ein Regal mit Büchern, einen Schreibtisch, eine Kommode und einen großen Spiegel und was Kate verwunderte einen Kamin in dem Zimmer. Überall standen Kerzen, die nur darauf warteten angezündet zu werden. Das Bett war so riesig, das es sogar für drei oder vier Personen ausgereicht hätte. Alles war sehr liebevoll arrangiert worden. Und es sah so aus, wie wenn jemand hier wohnen würde.
Darren sah sie erwartungsvoll an und wartete auf eine Reaktion. „Das ist … !” Kate fehlten die Worte. „Ich bin sprachlos!” Darren lachte.
„Das ist unser Zimmer!” sagte er stolz.
„Du kannst jederzeit ihr schlafen, Kate. Das ist dein und mein ganz persönliches Zimmer.
Kate konnte es nicht glauben. Sie hatte ein Zimmer in diesem Haus, was ihr und Darren gehörte. Das war wirklich eine Überraschung für sie. Sie hatten einen Ort, wo sie wirklich mit ihm allein sein konnte. Und er hatte das alles für sie möglich gemacht. Sie konnte immer noch nichts sagen, aber ihr strahlen, war für Darren schon genug. Mit drei Schritten war sie in seinen Armen und küsste ihn.
Und als er von ihr abließ, legte er ihr etwas kühles und hartes in die Hand. Er küsste sie noch mal und dann durfte sie endlich in ihre Hand schauen.
Sie drehte ihre Hand, um sie zu öffnen und konnte einen Metallschlüssel erkennen. Sofort fiel ihr Blick in das pure Gold seiner Augen. Von so viel Liebe gerührt, fand sie nicht die richtigen Worte, die ausdrückten, was sie gerade empfand. Damit Darren verstand, fuhr sie sehr langsam mit ihrem Finger über seine Lippen. Darren schloss seine Augen und genoss diesen Augenblick, der so sinnlich war, dass er das Brennen spürte und sofort dagegen ankämpfte.
„Danke!” hauchte sie und schloss ihn in ihre Arme. Sie verharrten einen Moment in inniger Umarmung, als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Ich störe euch wirklich ungern, aber ich brauche Kate´s Hilfe.” sagte Katharina und betrat dabei das Zimmer.
„Komm rein Mom,“ sagte Darren und es war für Kate das erste mal, das sie hörte, wie Darren sie Mom nannte. „Wie gefällt dir euer Zimmer Kate?”
„Es ist … einfach wundervoll.” dabei lächelte sie Darren an. „Ja, er hat sich wirklich viel Mühe gegeben. Und ich hoffe, ihr werdet es viel nutzen.” sagte Katharina und zwinkerte Darren zu. Kate errötete, und versuchte das Bett nicht anzusehen. „Wofür brauchst du meine Hilfe?” Kate war froh, dass sie ein geeignetes Thema hatte, um mal wieder abzulenken. „Oh, das hatte ich fast vergessen. Ich habe versucht aus den Kartons die restlichen Gestecke zu finden. Aber ich denke, du findest dich besser zu recht, und weißt besser, wo die Sachen sind. Sie steckte den Schlüssel in ihre Jeanstasche und blickte noch einmal Darren lächelnd an. Dann verließ sie mit Katharina ihr Zimmer und ging auf die Terrasse, wo die besagten Karton standen. Sie hatten zwei Stunden später alles aus den Kartons versorgt und alles fertig dekoriert, als Katharina sehr zufrieden alles bewunderte. „Kate, du bist eine wahre Künstlerin. Alles passt und ich glaube nicht, dass wir je ein so wunderschönes, dekoriertes Fest gegeben haben.”
„Danke Katharina, es freut mich wenn es dir gefällt. Es hat mir großen Spaß gemacht.”
„Jetzt wird es aber Zeit, dass wir uns um dein Erscheinungsbild heute Abend kümmern.”
Sie nahm Kate bei der Hand und lief mit ihr in das Zimmer, das sie schon einmal zur Anprobe des Kostüms betreten hatte. Das Katharinas Hand kalt war, störte Kate kaum noch, so sehr hatte sie sich daran gewöhnt. Katharina hatte alles vorbereitet. Die Corsage, die Schärpe, die Flügel, sogar passende Schuhe. Sofort fing Katharina mit den Vorbereitungen an.
Irgendwann hatte Kate große Lockenwickler im Haar, als Katharina sich zu ihr setze.
Kate saß an dem Tisch, der am Fenster stand. Das letzte mal hatte Katharina die große Schachtel auf den Tisch gestellt und ihr das Kostüm gezeigt.
Kate´s Gedanken waren in dem Zimmer, das Darren für sie beide hergerichtet hatte. Sie lächelte leise bei dem Gedanken, wie liebevoll er es getan hatte. Natürlich hatte sie sich auch über das Zimmer gefreut, das Phil für sie renoviert hatte. Doch dieses Zimmer war etwas besonderes. Es zeigte ihr, das er mehr als bereit war, ihr Leben mit ihm zu teilen. Sie gehörte einfach zu ihm. „Danke für euer Vertrauen, ich weiß das wirklich zu schätzen.” sagte sie zu Katharina und meinte es wirklich ehrlich. „Du brauchst dich nicht bei uns zu bedanken, meine Liebe. Es war Darren, der diese Idee hatte. Und ich bin glücklich, dass er endlich glücklich ist.”
„Ich bin auch sehr glücklich. Manchmal ….ist es wie im Traum und ich kann nicht glauben, das er Wirklichkeit ist.” sagte Kate. „Ich weiß genau, was du meinst. Das habe ich mit James ähnlich erlebt. Überhaupt, du bist mir in vielen Dingen sehr ähnlich. Aber ich will ehrlich zu dir sein. Ich weiß, dass du dich fragst, ob du bereit wärst, den gleichen Schritt zu gehen, den ich damals gegangen bin. Und ich will dir sagen, dass es nicht so einfach ist. Es ist wahrscheinlich die härteste Entscheidung, die du in deinem Leben treffen wirst. Es könnte auch sein, das du es vielleicht eines Tages bereust, oder das du dabei stirbst.
Denke daran Kate, die Liebe lässt dich schnell zu einer Entscheidung hinreißen, aber das Leben, was du hast, kann dir auch viel bieten, was die Ewigkeit nicht kann.”
Kate erschrak als Katharina ihr das sagte. Katharina hatte gewusst, was sie beschäftigte und an was sie dachte. War sie so leicht zu durchschauen?
Kate sah in ihr eher eine Verbündete. Sie teilten das gleiche Schicksal, zumindest bevor Katharina sich entschieden hatte und verwandelt wurde.
Ja, es war die schwerste Entscheidung, die sie je treffen würde. Und sie hatte Angst davor, weil sie wusste eine Seite musste sie für immer verlassen müssen. Beides tat weh. Jedes auf seine Art. Aber noch hatte sie Zeit und konnte das Unangenehme vor sich her schieben.
„Du hast recht, ich bitte dich nur, Darren nichts zu erwähnen. Er würde anfangen, mit mir darüber zu diskutieren und sich sorgen machen und das will ich nicht. Ich habe noch Zeit diese Entscheidung zu fällen.”
Katharina lächelte und schüttelte ihren Kopf. „Genau wie ich damals.” Sagte sie leise. Dann stand sie auf.
„Komm es wird Zeit. In einer halben Stunde kommen schon die Gäste.” Kate sah auf die Uhr, die oberhalb des Tisches zwischen den Fenstern einer Mittelkonsole hing, wie schnell die Zeit vergangen war. Dann sah sie aus dem Fenster. Es war bereits dunkel und der Garten war von den Lampions und Kerzen überall hell erleuchtet. Gemurmel hörte sie aus dem Garten zu sich herauf strömen. Sie stand auf und ging Katharina hinterher, die die Corsage vom Bügel nahm.
„Hier mein Engel der Dunkelheit, zieh es an, dann fehlt nur noch dein Makeup. Ich bin sehr gespannt, wie du aussiehst. Ich ziehe mich in der Zeit auch um. Dann verschwand sie im Ankleidezimmer. Kate war nervös. Viele Dinge gingen ihr durch den Kopf. Die Worte die Katharina ihr eben noch gesagt hatte, halten noch eine Weile nach. War sie bereit einen solchen Schritt wirklich zu gehen? Mit allem Abzuschließen und nie wieder mit Jeff oder Pat und Phil oder Peter zu sprechen. Würde sie das aushalten? Wenn sie starb, dann …. !
Sie versuchte die dunklen Gedanken für den heutigen Abend zu verbannen und zog sich an.
Heute wollte sie nicht darüber nachdenken. Das konnte sie auch noch morgen tun.
Pat und Phil hatten gerade ihren Wagen geparkt, als Darren sie an der großen Eingangstür begrüßte.
Im Minutentakt kamen Gäste an, die ihre Autos alle in Reih und Glied nacheinander parkten. Der Himmel hatte sich aufgeklärt und es sah so aus, dass in dieser Nacht der Vollmond alles erleuchteten würde. Der Himmel war so klar, dass man die ersten Sterne sehen konnte.
„Guten Abend!“ sagte Darren zu einigen Gästen, die an ihm vorbei Richtung Saal gingen. Sie grüßten freundlich zurück. Die Gäste hatten sich alle an das Motto gehalten. Es war schon ein seltsamer Anblick, vor allem, was auf das Motto: Hölle passte. Die meisten Gäste hatten sich als Teufel oder irgendwelche Unterwelt Monster maskiert. Zur Ironie Darrens hatten sich auch einige entschlossen sich als Vampire für den heutigen Abend auszugeben. Innerlich lachte er ironisch laut.
„Guten Abend Mr. und Mrs. Bennet!” sagte er fröhlich, als er Pat und Phil, die Stufen hoch laufen sah.
„Hallo Darren, ich hätte dich nicht erkannt,“ lachte Pat Darren an, „ist Kate bei dir?” gab Pat zur Antwort. Die Wahl ihres und Phils Kostüm hatte sich, auf die noch geringe Auswahl des Kostümverleihs beschränkt. Pat und Phil waren beide als Teufel verkleidet. Beide gleich. So konnte auch jeder sehen, dass diese beiden Teufel zusammen gehörten.
„ Nein, sie ist noch nicht fertig, fürchte ich. Aber lassen sie uns in den Saal gehen, dort wird Kate auch hin kommen, wenn sie fertig ist.”
Phil und Pat folgten beide Darren in den Saal. Die meisten Gäste waren schon da. Er zeigte Phil einen Tisch, der direkt an dem Mittelpunkt des Geschehens war.
„Sag mal Darren, habt ihr einen Whiskey für mich, den könnte ich jetzt wirklich gut gebrauchen.”
„Ja, dort drüben ist die Bar.” zeigte Darren ihm. „Möchtest du auch was, Sekt?” Pat nickte ihrem Mann freundlich zu. Er drehte sich um und verschwand im Getümmel. Darren gab seinem Bruder ein Zeichen. Kai, der ebenfalls sich als Vampir verkleidet hatte, stand direkt neben dem DJ und kam nun an den Tisch zu Pat und Darren.
„Pat, darf ich Ihnen meinen Bruder Kai vorstellen! Kai, das ist die Tante von Kate!”
„Oh, du siehst aber wirklich fast echt aus, würde ich sagen.” lachte Pat ihn freundlich an, als sie sich die Hände reichten. Natürlich hatten die Noirs daran gedacht Handschuhe zu tragen, da sie ohnehin fast den ganzen Abend öfters mal Hände schütteln mussten.
„Ich bin echt!“ scherzte Kai und lachte fröhlich mit Pat über seinen Witz, der eigentlich keiner war. Ein warnender Blick erntete Kai von seinem Bruder. Kai konnte es einfach nicht lassen, auch darüber, das sie wirklich Vampire waren nicht. Er trug sein Schicksal mit Humor. Immerhin konnte er darüber lachen, das konnten viele nicht. Er sah ein paar seiner Freunde, die vor der Tanzfläche standen. Kai verbeugte sich höflich vor Pat und wünschte ihr noch einen schönen Abend und ging, um seinen Spaß zu haben.
Als Phil wieder an den Tisch kam, gab er seiner Frau ihr Sektglas und sah sich neugierig um.
Alles sah wunderschön aus. Man konnte deutlich die Liebe sehen, die in jedem Detail steckte. Der Saal war ganz dem Motto gewidmet.
Der Smalltalk der nun am dem Tisch herrschte, machte Darren leicht ungeduldig. Wann würde Kate endlich da sein? Er hatte sie den restlichen Nachmittag und die Abendstunden nicht mehr gesehen. Katharina hatte die völlig in Beschlag genommen. Dann hielt er es am Tisch zu sitzen einfach nicht mehr länger aus, als er Bekannte Gesichter in anderen gruselige Kostümen sah. Er entschuldigte sich bei Pat und Phil und ging zu seinen Bekannten, um sich abzulenken. James Noir hatte die Bennets auch gerade entdeckt und gesellte sich zu ihnen.
Die Party war voll in Gange, als Katharina Kate vor den Spiegel in ihrem Zimmer zog, damit Kate sehen konnte, was sie mit ihr in den Stunden vollbracht hatte.
„Sieh hin Kate, sieh wie schön du bist!” sagte Katharina stolz. Kate betrachtete die Frau, die sie im Spiegel ansah. Kate konnte es nicht glauben. Das war nicht Kate. Das war eine schöne junge Frau, die sie da anblickte. War das wirklich sie selbst? Diese verführerischen schwarz schattierten Augen und dieser rote, volle Mund? Dann diese sexy Figur mit den tollen langen Beinen und einem Dekolleté, das andere neidisch machen konnte. Katharina hatte sie in einen schwarzen Engel verwandelt. Sie war sexy und geheimnisvoll. Nie hätte sie erwartet, dass das Kostüm so wirken würde. Ihre Augen waren dunkel geschminkt, aber nicht übertrieben. Die Haare waren leicht gewellt und hingen ihr bis zu den Schulterblätter hinab. Die glitzernde Corsage und Schärpe saßen fast wie eine zweite Haut und brachten alles an Kate´s Körper richtig zur Geltung.
Die bauschigen, schwarzen Federn verhüllten etwas von ihrem Rücken. Die Corsage war zwar für Kate´s Geschmack etwas zu gewagt, aber mit dem gesamten Bild, das sie jetzt im Spiegel betrachtete, war sie mehr als überrascht. Sie hoffte nur, das ihre Füße, heute Abend, die strapazen aushalten würden. Niemals hatte Kate solche Schuhe mit Absätzen angehabt.
„Du siehst einfach umwerfend aus. Du wirst sie heute Abend alle verzaubern.” sagte Katharina.
Kate errötete leicht unter ihrem Makeup, aber man konnte die leichte Rötung doch erkennen.
Katharina hatte ein goldenes Kleid an, das ihr bis an die Knöchel ging. Der Stoff war fließend und glatt. Sie wollte die Sonne darstellen. In ihrem Haar trug sie einen goldenen Zackenkranz, der die Sonnenstrahlen darstellen sollte. Auch sie sah gut aus und wusste genau, wie sie wirkte.
Kate war immer noch überrascht, was Katharina aus ihrem Typ gemacht hatte und hatte jetzt etwas Lampenfieber. Katharina bemerkte Kate´s Unbehagen und lachte: „Du brauchst wirklich nicht nervös werden, alles wird gut gehen!” Sie sagte es zu Kate so sicher, dass Kate es ihr gerne geglaubt hätte. Sie nahm Kates Hände.
„Deine Hände sind ja fast so kalt wie meine!” Dann gab sie Kate Handschuhe, die noch zu ihrem Kostüm gehörten und zog sich selbst goldene Handschuhe an. Während Kate versuchte, die ärmelhohe Handschuhe anzuziehen, betrachtete Katharina sie noch einmal.
„Ich bin mir sicher, du wirst die Schönste heute Abend sein. So meine Liebe, jetzt sollten wir aber gehen. Sie warten bestimmt schon auf uns!”
Als Katharina und Kate das Zimmer verließen, klopfte ihr das Herz bis zum Hals.
Es ist nur eine Party, versuchte sich Kate selbst zu beruhigen, doch Kate wusste genau, was diese Nacht für sie bedeutete. Gemeinsam schritten sie die lange Treppe hinunter. Laute Musik, Gelächter und feiernden Menschen dröhnten ihnen entgegen. Der Saal war voll und bunt. Am Saaleingang konnte Kate schon einige bekannte Gesichter sehen. Katharina ging voraus und wurde gleich von Gästen in Beschlag genommen. Also musste Kate allein hinein. Langsam und mit suchendem Blick schritt sie in den Saal.
Neugierige Augen spürte sie auf ihrem Körper. Von Männern anerkennend und von Frauen argwöhnisch beäugt. Es waren so viele Menschen.
Man bildete eine kleine Gasse und manche Leute gingen schnell zur Seite, damit sie Kate nachsehen konnten. Geflüster drang an Kate´s Ohr.
Sie konnte niemand bekanntes entdecken. Auch Tante Pat und Phil konnte sie nirgends aus machen.
Ihr Blick glitt suchend durch den Saal, bis sie plötzlich ihn erkannte, an seiner markanten männlichen Figur. Seine breiten Schultern, die sie nur von hinten sah. Er stand mit dem Rücken zu ihr. Er hatte einen langen schwarzen Umhang an. Seine Haare und Gestalt, die Kate schon so verinnerlicht hatte, hatten ihn verraten.
Darren hatte sich zu ein paar Freunden gesellt, die ihn in ein Gespräch verwickelt hatten. Schon lange hatte er sich darauf gefreut, alte Freunde wieder zusehen. Lange Zeit, hatte er nicht die Möglichkeit dazu gehabt.
Als sein alter Freund Brian ihm mitten im Satz unterbrach und sagte: „Wow! Darren, wer ist den das?“ wusste er, das Kate den Saal betreten hatte.
Er spürte ihren Blick auf sich ruhen, und drehte sich langsam zu ihr um. Dann trafen sich ihre Blicke. Gebannt starrte er auf den schwarzen Engel, der leicht lächelnd jetzt auf ihn zu kam. Wenn er sein Herz noch schlagen würde, hätte es jetzt sofort damit aufgehört. Sofort spürte er, wie das Gift sich in seinem Mund versammelte. Seine Kehle brannte leise. Als sie endlich bei ihm war, konnte er immer noch kein Wort sagen, vor Faszination.
“Hallo Phantom!” sagte der schwarze Engel und lächelte ihn an. Er nahm wie in Trance ihre Hand und ohne den Blick abzuwenden küsste er zart und leicht ihren Handrücken. „Du siehst … einfach bezaubernd aus und das ist eine Untertreibung!” sagte er und konnte immer noch nicht fassen, was da vor ihm stand.
„Hey, Darren! Willst du uns nicht vorstellen, oder möchtest du den Engel für dich allein?” hörte Kate aus der Gruppe jemanden rufen. Der immer noch verwirrte Darren versuchte nicht darauf zu reagieren, doch er wusste, dass die Neugierigen ihm keine Ruhe lassen würden. Natürlich wollte er diesen wunderschönen Engel für sich allein, doch seine gute Erziehung wider sagte ihm das und er stellte Kate all seinen Freunden vor, die genauso beeindruckt waren, wie er selbst.
„Ich besorge dir etwas zu trinken, du bleibst genau hier und rührst dich nicht, ich bin sofort wieder da!” Bevor Kate etwas erwidern konnte, war er auch schon Richtung Cocktail-bar verschwunden. Ihr Blick glitt über die Tanzfläche, wo sie Pat und Phil beim Tanzen sah. Sie hatten wirklich Spaß und hatten Kate noch gar nicht bemerkt. Kate musste lachen, weil Phil sich lustig zur Musik im Rhythmus bewegte.
Dann hatte auch Pat sie entdeckt. Sie hatte erst an Kate vorbei gesehen, doch der zweite Blick war intensiver und als sie Kate erkannt hatte, winkte sie ihr fröhlich.
Kate hatte die intensive Musterung erst gar nicht bemerkt, als eine fremde männliche Stimme sie ansprach: „Hallo, schöne Frau! Möchten Sie mit mir tanzen?” fragte ein etwas größerer Mann in weißem Engelskleid.”
Seine Perücke war golden und seine Flügel hingen schon leicht schräg herunter. Er musterte Kate mit Blicken, die ihr unangenehm waren.
„Oh, nein vielen Dank! Ich warte auf meinen Freund.” sagte Kate und wollte ihn damit abweisen.
„Komm schon, nur ein Tanz!” behaarte er und trat etwas näher zu ihr heran.
„Nein, ich sagte, ich warte auf meinen Freund!” sagte Kate energischer. Ein unangenehmes Gefühl machte sich breit. Sie versuchte keinen Blickkontakt zu dem Engel zu halten. Doch als er plötzlich so nah bei ihr stand, das sie seinen Körper spüren und seinen Atem riechen konnte, fühlte Kate sich bedrängt von ihm. Er fasste sie etwas grob an ihrem Handgelenk. „Jetzt stell dich mal nicht so an, ich will nur einen Tanz!” Sein Griff verstärkte sich ein wenig und Kate versuchte sich von ihm los zu reissen.
„Lass sie sofort los!” hörte sie Darrens Stimme rasiermesserscharf und eiskalt. Der düstere Blick, den Darren ihm zuwarf, lies den Engel mit der goldenen Perücke sofort innehalten und gleichzeitig lies er Kates Handgelenk los. Eingeschüchtert von Darrens Blick ging er auch sofort auf Abstand.
„Verzieh dich, oder ich lasse dich raus werfen!” zischte Darren, immer noch mit dem Blick, den Kate noch nie zuvor in seinem Gesicht gesehen hatte.
„Ja, ist ja schon gut!” sagte der Typ und mischte sich unter die anderen Gäste.
Kate atmete erleichtert auf.
„Ist alles in Ordnung?” fragte Darren und Kate konnte den besorgten Unterton in seiner Stimme hören.
„Ja, nichts passiert.”
Er reichte ihr ein Glas Rotwein. Das konnte sie jetzt wirklich gut gebrauchen. Er lies den Blick nicht von ihr ab. Dann lächelte er sie an.
„Dich kann man wirklich keine Minute aus den Augen lassen.” neckte er sie.
„Dann tu es auch nicht!” konterte sie lachend. Sie prostete ihm zu uns nahm einen Schluck Rotwein. Der Alkohol wärmte sie sofort. „Kate!” hörte sie Pat.
„Ich hätte dich beinahe nicht erkannt,” sagte sie und kam auf Kate und Darren zu.
„Wow!” sagte Phil und sah bewundernd auf seine Fast-Tochter. „Hallo, ihr seht aber auch toll aus zusammen.” „Du hättest mal Phil erleben sollen, als ich ihm die rote Farbe aufgetragen hatte. Er hat sich angestellt, wie ein kleines Kind. Er hatte Angst, dass die Farbe im Auge brennen würde.” Kate, Darren und Pat lachten laut. Nur Phil fand das gar nicht lustig. „Das hätte ja auch leicht passieren können, so grob, wie du es auf mein Gesicht geklatscht hast. Außerdem weiß doch jedes Kind, dass das Zeugs im Auge brennt.” beschwerte sich Phil bei Pat. Die Live-Band spielte jetzt etwas langsameres und gleich darauf bildeten sich Paare zusammen.
„Darren wir suchen schon seit einiger Zeit deine Mutter, wie wollten uns nochmals für die Einladung bedanken, aber bisher haben wir sie nicht gesehen.” fragte Pat.
„Versuchen sie es lieber mal bei der Bar, dort habe ich sie gerade noch mit meinem Vater gesehen.”
„Gut, das machen wir, also bis später mal!” sagte Pat und zog Phil gleich hinter sich her.
Kate sah ihnen hinterher, wie Pat und Phil, händchenhaltend durch die Menge verschwand.
„So mein Engel, willst du vielleicht mit mir tanzen?” fragte Darren, worauf Kate sofort ihr Glas wegstellte.
„Gerne!“
Auf der Tanzfläche waren einige Paare in inniger Umarmung. Darren zog Kate sanft zu sich. Sofort roch sie seinen süßlichen Duft. Ihr Puls fing zu rasen an, als sie seine zarten und leicht kühle Berührung auf ihrem Rücken spürte. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter von einander entfernt.
„Was hast du mit mir gemacht?” hauchte er an ihr Ohr. „Ich bin total verzaubert von dir!”
„Ich … und ich bin es von dir! Ich werde nie vergessen, was du mir heute geschenkt hast.” hauchte sie und sah ihn liebevoll an. Sie bewegten sich rhythmisch zur Musik. Darrens Kopf lag leicht an Kates Stirn angelehnt. Beide waren versunken. Sie nahmen nichts wahr, wie sich selbst.
Langsam tanzten sie weiter bis das Lied zu ende war. „Möchtest du an die frische Luft?” Sie nickte und Hand in Hand gingen sie durch die Seitentür hinaus in den Garten. Sie liefen einige Schritte über den Rasen, wo sie mehr unter sich sein konnten. Sie betrachteten das bunte Treiben ein wenig aus der Ferne. Die Lichter des Hauses warfen einen schönen Kontrast auf das geschehen. Eine Weile sprachen sie kein Wort und genossen den Mondschein, der hell und ruhig aufgegangen war. „Wie oft wirst du unser Zimmer nutzen?” fragte Darren, als er ihre Hand nahm und die Innenfläche streichelte. „Wie meinst du das?”
„Wirst du … ab und zu auch mal bei mir die Nacht verbringen?” Kate lächelte.
„Ich würde jede Nacht bei dir verbringen, aber das kann ich Tante Pat nicht antun. Dafür ist es noch zu früh und vergiss nicht, ich habe dort auch ein Zimmer.”
Sie machte eine Pause und fügte dann aber noch schnell hinzu: „Aber und zu kann ich es bestimmt einrichten können.” Kate umarmte ihn. Darren zog sie hoch und wirbelte sie einmal im Kreis herum, bevor er sie wieder sachte auf den Boden stellte. Er strich er sanft über ihre Wangen. Dann wollte er seinen Kopf gerade zu ihr senken und sie küssen, als jemand seinen Namen rief. Sofort war der Moment der Zärtlichkeit vorbei und er schaute in die Richtung, in der die Stimme kam. Es war Kai, der in großen Schritten auf sie zu gelaufen kam.
„Darren, endlich! Wir haben ein Problem!” sagte er. Sofort lief Darren mit Kate an der Hand zum Haus, während Kai ihm etwas leise erzählte, was Kate nicht verstand. „Ich komme sofort!“ sagte Darren zu Kai und wandte sich Kate zu. „Bitte geh zu Phil und Pat, ich komme gleich wieder zu dir!” Dann lies er sie stehen war schnell unter den vielen feiernden Menschen verschwunden.
Kate fragte sich was los war. Darren würde sich darum kümmern, das wusste sie. Aber trotzdem wurde sie unruhig. Kate ging wieder in den Saal und sah gleich darauf auch Pat und Phil, wie sie an ihrem Tisch saßen und sich mit Bekannten unterhielten.
„Hi!” sagte Kate, als sie bei ihnen ankam. „Wo ist Darren?” fragte Phil und sah sich suchend nach ihm um. „Es gab irgend ein Problem und er regelt es!” „Ist alles in Ordnung? Ist etwas geschehen?“ fragte Pat beunruhigt. „Ich weiß nicht, Darren´s Bruder kam und hat gesagt, das es ein Problem geben würde. Ich bin mir sicher, das er gleich wieder hier sein wird.“
Sofort wich die Sorge in Pat´s Gesicht und sie lächelte wieder. „Meine liebe Kate, würdest du einem alten Mann die Ehre erweisen und mit ihm tanzen?”
Wie konnte sie ihrem Onkel Phil diese ehre verwehren? Sie trat zu ihm hin und nahm seine Hand.
„Ja, sehr gern!”
Gemeinsam liefen sie unter hunderten von Augen zur Tanzfläche. Die Musik war schnell, aber Phil hatte mit dem Rhythmus keine Probleme. Wie viel Leben noch in ihm steckte, dachte Kate. Sie tanzten eine ganze Weile und bemerkten nicht wie die Zeit verging. Darren saß schon eine ganze Weile bei Pat am Tisch und hatte sie beobachtet.
Ein paar mal musste er seinen Blick von ihr abwenden, damit das Gold das in seinen Augen flackerte nicht auffiel. Manchmal konnte er nicht glauben, wie stark seine Gefühle für Kate waren. Viele Jahre war er allein gewesen und er hatte schon geglaubt, allein zu bleiben. Doch jetzt hatte sich alles durch Kate verändert. So lange wie möglich, wollte er, die Zeit mit ihr genießen.
Als die Musik wieder langsame Stücke spielte ging er zu Phil und Kate.
„Darf ich?” fragte er Phil. Der arme Phil hatte sich total verausgabt und schwitzte stark.
„Oh, ja, ich … sollte eine Pause machen.” sagte er erschöpft und übergab Kate an Darren.
Sofort zog er sie an sich, als hätte er sie Monate lang nicht gesehen. Sie tanzten solange, bis sie gar nicht bemerkt hatten, dass sich einige Gäste schon verabschiedeten.
Kate war es richtig heiß geworden und ihre Wangen glühten, als Darren ihr eine Pause gönnte.
Darren schwitze überhaupt nicht. Das war wieder ein Vorteil, wenn man ein Vampir ist, dachte Kate.
„Kate, wir gehen auch nach Hause jetzt.” sagte Pat. „Es war eine wunderschöne Party, aber es wird Zeit für uns.” sagte Phil.
„Was jetzt schon?“ fragte Kate irritiert.
„Ja, es ist schon sehr spät und es war ein langer Tag für uns!“ Kate hatte völlig die Zeit vergessen. Sie hatte noch nicht einmal eine Ahnung, wie viel Uhr es war. Doch spielte das eine Rolle? Für einen Vampir, wohl kaum.
Nachdem Pat und Phil gegangen waren, aß Kate von den Köstlichkeiten, die Katharina bestellt hatte. Darren sah ihr wie immer dabei zu.
Die noch anwesenden Gäste schienen nicht genug von der Party zu bekommen und ließen sich nicht stören.
„Sind, außer dir, noch mehr Vampire hier?“ Erstaunt über ihre Frage, sah Darren zu Kate, während sie sich ein weiteres Häppchen in den Mund schob. Er blickte durch den Raum, als würde er die Personen zählen.
„Die meisten hier sind Menschen. Ich glaube mit James, Kai und Katharina, und meiner Wenigkeit,
sind es …. vielleicht acht.“
„Was? So viele? Wer den?“
„Siehst du die etwas ältere Frau, in dem Sternenkostüm, da vorne rechts, neben der Tanzfläche? Oder …. dort drüben an der Bar den Mann, mit dem Vampirkostüm?“
Kate sah zuerst zu der Frau, die in einem dunkelblauen Kleid, das über und über voll war mit Sternen. Sie war zwischen fünfzig und sechzig Jahren. So hätte Kate sie eingeschätzt, wenn sie nicht genau wissen würde, das sie kein Mensch war. Ihr rotes Haar war sehr lang, das ihr leicht kraus, bis zu den Schultern hinunter hing. Auf ihrem Kopf thronte ein goldener Stern, den sie wie eine Krone trug. Sie war faltig im Gesicht, aber was am meisten an ihr auffiel, waren ihre sehr weißen geraden Zähne, wenn sie lachte. Ihre Haut war weiß, doch soweit man es erkennen konnte, hatte sie für diesen Abend sehr viel Make-Up aufgelegt.
Das der Mann an der Bar ein Vampir war, hätte Kate nicht gedacht. Er war zwar als Vampir verkleidet, doch Kate hätte ihn einfach falsch eingeschätzt. So wie bestimmt alle Menschen auf der Party. Niemand ahnte mit welche Kreaturen sie hier feierten. „Sie sind alle wie du? Gibt es den viele Vampire überhaupt?“ „Ja, es gibt einige. Du würdest es nicht glauben, wen ich dir alles aufzählen würde.“
„Du meinst …. Prominente?“ Kate war erstaunt. „Ja, TV-Stars, Schauspieler, Musiker … Leute in der Politik!“ „Und ernähren sie sich alle, so wie du? Oder …?“ „Es gibt viele, die sich wie wir, von Tierblut ernähren, aber die wenigsten tun dies dauerhaft.“
Angestrengt dachte sie nach. Das würde ja bedeuten, das Menschen getötet werden.
Plötzlich war ihr der Appetit vergangen. Sie schob den Teller weg und spülte mit einem Schluck Rotwein den Klos hinunter, der in ihrem Hals anschwoll.
„Du meinst, …. Menschen sterben täglich? Aber wie … ? Wie kann das sein, das die Menschen nicht heraus finden, das es euch gibt?“ „Es gab Menschen, die das heraus gefunden haben. Deshalb ist es auch so wichtig, das du es für dich behältst!“ Kate begriff erst beim zweiten Gedanken seine Worte. Sie machte große Augen und sah ihn erschrocken an. „Du meinst, man würde mich …. töten, wenn sie wissen würden, das ich von eurer Existenz weiß?“
„Keine Sorge, bei mir bist du sicher, Kate.“ sagte Darren und zwinkerte ihr zu.
„Aber deine Freunde wissen doch, das ich ein Mensch bin und das ich weiß, das du ein Vampir bist.“ sagte sie erschrocken. „Es sind meine Freunde, Kate. Manche sind sogar mit Menschen verheiratet. Natürlich muss unsere Existenz geheim bleiben, den sonst würde es sehr, sehr blutig werden. Ich sagte dir bereits, das es nicht ungefährlich ist, mit mir zusammen zu sein. Aber mach dir keine Sorgen. Dir wird nichts geschehen, dafür werde ich sorgen.“ Zum ersten Mal, seit sie mit Darren zusammen war, erkannte sie, das es auch Schattenseiten gab, einen Vampir zu lieben und welches Risiko es mit sich brachte, entdeckt zu werden. Schon allein der Gedanke Blut zutrinken, lies sie erschauern. Doch zu wissen, das jeden Tag Menschen starben, um als Nahrung zu dienen, widerte sie fast an.
Sie verzog das Gesicht und sah zu der Frau in dem Sternenkostüm, wie sie sich mit anderen unterhielt. Man sah durch ihre Verkleidung wirklich nicht, das sie schon Tod war. Auch der Mann an der Bar, schien ein Mensch zu sein.
Kate fragte sich, wie viel Vampiren sie schon in ihrem Leben begegnet war, ohne es zu wissen.
„Das ist … sehr …. !“ Sie fand nicht die richtigen Worte, um auszudrücken, wie sie sich gerade fühlte. Auf der einen Seite war sie fasziniert, von den Vampiren, die für ewig leben durften. Aber auf der anderen Seite, stellten die Vampire auch eine Gefahr für die Menschen da.
Katharina und James kamen an den Tisch zu Darren und Kate. „Kate, ich habe dich fast den ganzen Abend nicht gesehen. Wo hast du dich nur versteckt?“ fragte James und sah sie bewundernd an. „Ich habe mich nicht versteckt!“ lachte sie. „Nein, du bist eine Frau, die sich wirklich nicht verstecken muss.“ sagte James anerkennend und betrachtete Kate von oben bis unten. „Das hat alles Katharina gezaubert!“ sagte Kate etwas verlegen. „Es herrscht schon eine allgemeine Aufbruchstimmung. Ich glaube die letzten Gäste wollen sich verabschieden, James.“ sagte sie. James folgte ihr durch den Saal.
Die letzten Gäste hatten sich verabschiedet. Der Ball hatte nun seine Ende gefunden und hinterließ eine große Aufräumarbeit, die den morgigen Tag anhalten würde.
Endlich konnte Kate eine Uhr entdecken und erschrak, als sie sah, das es schon halb vier war.
„Oh, es ist schon so spät! Ich habe gar nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen ist!“ Sie sah sich in dem fast leeren Ballsaal um. Überall lag schmutziges Geschirr und Gläser auf den Tischen und alles musste aufgeräumt und wieder sauber gemacht werden. „Um das kümmern wir uns morgen Kate, du musst erschöpft sein,” sagte Katharina, die wieder neben ihr stand. Sie waren nun wieder unter sich.
Als sie sah, das wirklich nur noch James, Katharina und Darren da waren, zog sie sofort sich ihre Schuhe und massierte ihre Füße. Sie war froh gewesen, das sie die letzte Stunde sitzen konnte. Sie hatte so viel getanzt, das ihre Füße sie nun keinen weiteren Schritt sie getragen hätten.
„Gute Nacht, Kate!“
Katharina nahm sie in ihre Arme und drückte Kate. „Danke für alles!“ flüsterte Kate in ihr Ohr. Dann hackte sie sich bei James ein und verließ den Saal.
Mit jedem Schritt, den Kate mit Darren in das Zimmer folgte, wuchs ihre Nervosität. Mit ihren Pumps in der Hand, stieg sie langsam die Treppen nach oben, bis sie schließlich in ihrem neuem Zimmer stand. Nervös versuchte sie nicht daran zu denken, was Darren und sie nun vor hatten.
<Bloß kein Druck machen>, dachte sie.
Darren öffnete die Tür und schaltete das Licht ein. Sie setzte sich auf das weiche Bett und stöhnte noch mal auf, als sie ihren rechten Fuß massierte.
„Komm, lass mich das machen!” und schon war Darren bei ihr. Seine kühlen Hände waren eine Wohltat, auf ihren heiß geschundenen Füße. Sie konnte nicht anders und lehnte sich zurück und schloss ihre Augen.
„Darren, deine Hände sind einfach wundervoll, weißt du das?” stöhnte sie.
„Soll ich dir ein Bad einlassen?” fragte Darren. Glaubte er wirklich sie wollte jetzt ihre Zeit vergeuden und stundenlang in einer Badewanne sitzen?
„Nein, in die Badewanne will ich jetzt nicht gerade, aber ich will mich umziehen.”
„Och, von mir aus, kannst du auch so bleiben?“ neckte er sie. Dann stand sie vom Bett auf und versuchte sich das Korsett zu öffnen. Sofort war Darren bei ihr.
Er sah sie während dessen unentwegt an. Es dauerte von fast Ewigkeiten, bis er endlich alle Haken öffnen konnte. Sie spürte Darren´s kühle Finger auf ihrem Rücken. Sanft hatte er ihre langen Haare beiseite geschoben, damit er die Haken besser zu fassen bekam.
Allein diese sachte Berührung versetzte Kate in einen kleinen Schockzustand. Sie hielt den Atem an, als er Haken für Haken quälend langsam auf knöpfte.
Langsam und ohne ein Wort ging sie ins Badezimmer. Das Herz klopfte ihr immer noch wild in ihrer Brust, als sie im Badezimmer, ein kleines nasses Handtuch auf ihren Nacken legte. Die Korsage hatte sie ausgezogen und über den großen Badewannenrand gelegt.
Sie kramte aus ihrer Tasche das Neue, schwarze Hemdchen und dazu passenden Slip, den sie mit Pat zusammen gekauft hatte und zog es an.
Jetzt fühlte sie sich wieder fast, wie sich selbst und betrachtete sich im Spiegel. Das Make-Up war noch in Ordnung, doch trotzdem schminkte Kate sich komplett ab, bürstete ihr Haar und putzte sich gründlich die Zähne. Jetzt sah ihr Spiegelbild wieder so aus wie gewohnt und damit fühlte sie sich einfach sicherer. Jetzt hatte sie keinen Grund mehr sich noch länger im Bad aufzuhalten. Kate atmete tief ein und ging wieder ins Zimmer. Verwundert blieb sie stehen. Darren hatte alle Kerzen im Zimmer angezündet. Er hatte sich gerade sein Hemd ausgezogen und stand mit freiem Oberkörper im Zimmer. Kates Puls begann zu rasen, als sie seinen Oberkörper zum ersten mal sah. Sie hatte immer geahnt, dass er Muskeln hatte, aber dieser Anblick stahl ihr ihre Stimme. Sein Oberkörper war weiß, wie sein Gesicht und die Muskeln waren so gut geformt, wie bei einem Sportler. Es sah einfach göttlich aus. Ihre Blicke trafen sich als Kate die Badezimmertür schloss. Sie konnte nicht anders, ihr Verlangen hatte über die Vernunft in ihrem Kopf gesiegt.