Entscheidung aus Liebe 2
Entscheidung aus Liebe 2
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 6 Teile geteilt.
Kate brauchte neue Reifen und das Öl musste gewechselt werden. Die Bremsbeläge sollten auch überprüft werden. Phil führte das Verhandlungsgespräch. Nach einer kleinen Probefahrt und ein paar Preisangeboten später gehörte das Auto Kate. Sie freute sich so sehr, das sie Phil um den Hals gefallen war. Jetzt endlich hatte sie ihr erstes, eigenes Auto und würde nicht mehr abhängig von Darren, Jeff oder Phil sein. Und dieses Gefühl tat ihr so gut. Sie wollte im Moment nicht darüber nachdenken, was Darren dazu sagen würde. Sicherlich war er nicht erfreut, aber irgendwann würde auch er sich wieder ein kriegen.
Schon am nächsten Tag konnte sie bereits ihr Auto haben und damit fahren. Phil hatte versprochen sich um alles zu kümmern. Kate hatte ausgesprochen gut Laune, als Darren sie an diesen Abend abholte.
„Hi!” sagte Kate fröhlich und stellte sich auf ihre Zehenspitzen und küsste ihn frech.
„Hi, was ist den los?” fragte Darren verwundert, über ihre gute Laune.
„Also ich freue mich sehr!”
„Worüber freust du dich den?” Kate lachte ihn nur an und sagte kein Wort.
„Jetzt sag schon!” Sie trat aufgeregt von einem Bein zum anderen. „Also gut, ich sage dir. Aber bitte nicht böse sein! Versprochen?” „Kate!” rief er warnend und schon fast ungeduldig. „Erst musst du es Versprechen!”
„OK. Versprochen!”
„Also, ich bin heute Mittag zum Hotdog-Stand und …..!” „Kate ?!” warnte er sie und seine Stimme schwang dabei mit. „Ja, also um es kurz zu machen, ich hab mir heute Mittag ein Auto gekauft.”
Sekunden lang war er sprachlos und konnte nichts sagen und Kate grinste über das ganze Gesicht.
„Du hast was?” fragte er fassungslos.
„Du hast es versprochen, Darren!”
Kate warnte ihn mit dem Zeigefinger. Sie hoffte sehr, das es ihn nicht so sehr ärgerte.
Dann atmete er einmal tief durch.
„Was für ein Auto?”
Sie erzählte ihm was sich alles heute Nachmittag zu getragen hatte und hoffte er würde auf das Urteil von Phil vertrauen. Dann legte sie ihr zuckersüßeste Gesicht auf und zur Verstärkung brachte sie ihre Wimpern ins Spiel.
Früher hatte das immer funktioniert, aber ob es bei Darren klappt, hatte sie keine Ahnung. Aber auf einen Versuch war es wert. Immer noch keine Gefühlsregung im Gesicht. Dann endlich, ein kleines schiefes Grinsen, das sie faszinierte. Sie sprang ihm um den Hals und problemlos hob er sie. Dann küsste sie ihn.
„Lass uns in unser Zimmer gehen!” hauchte sie an sein Ohr und sog seinen verführerischen süßen Duft ein.
Ohne sie runter zulassen trug er sie an sein Auto und setzte sie auf den Beifahrersitz.
Wenige Minuten später kamen sie an dem Haus der Noirs an. Hand in Hand gingen sie gemeinsam die Treppen rauf und schlossen die Tür von ihrem Zimmer.
Kate zündete wie gewöhnlich die Kerzen an und Darren saß auf dem Bett und zog seine Schuhe aus.
Kate hatte die Musikanlage eingeschaltet und Musik ertönte leise in dem Zimmer.
Langsam ging sie auf Darren zu. Heute wollte sie versuchen, ihn umzustimmen. Die blauen Flecken waren nun fast verschwunden und kaum mehr sichtbar. Sie war sehr zuversichtlich. Sie nahm ihm den Schuh, den er gerade noch in der Hand hatte aus der Hand und setzte sich auf seinen Schoß.
Dann neigte sie langsam ihre Lippen und suchte seine. Er erwiderte ihren Kuss. Sinnlich küsste sie seinen Hals. Ihre Hände hatte sie fest in seinen Haaren und Darren hatte seine Augen geschlossen. Sie begann sein dunkelblaues Hemd auf zuknöpfen und als sie es endlich geschafft hatte, lag Darren auf dem Rücken. Mit ihren Händen berührte sie seine Brust, die weiß und makellos vor ihr lag. Mit ihrer Zunge berührte sie die Stellen an seiner Brust, wo sie sich sicher war, das es ihm gefallen würde.
Darren stöhnte auf. Dann öffnete sie ihre Bluse und warf sie achtlos beiseite.
Jetzt konnte sie Darrens erregte Männlichkeit spüren und das lies ihr Verlangen ins grenzenlose steigern. Sie beugte sie zu ihm und sie küssten sich ausgehungert.
Kate spürte seine Hände überall. Ihre Haut brannte, da wo er sie berührte. Schnell hatte Darren sie um ihre Hüfte gegriffen und jetzt lag Kate unter ihm. Ein BH-Träger war ihr leicht von der Schulter gerutscht und das machte Darren fast wahnsinnig vor Leidenschaft. Schnell hatte er ihr den BH ausgezogen und spielte ein sehr erotisches Spiel mit seiner Zunge. Er umkreiste ihre Brustwarzen und sog leicht daran. Kate hätte schreien können vor Erregung. Immer wieder tat er es und Kate stöhnte laut auf. Er küsste sie wild und leidenschaftlich. Dann versuchte sie mit ihren fiebrigen Fingern seine Hose zu öffnen. Sie beobachtete ihn genau dabei. Er war so voller Verlangen nach ihr, das er es erst nicht bemerkte. Doch plötzlich spürte Kate wie er sich verkrampfte und inne hielt. „Bitte Darren!” flüsterte Kate erregt.
„Kate ich … ich kann nicht!” Dann war der Augenblick vorbei und Darren schob Kate von seinem Schoß und setzte auf.
Es war die höchst unangenehmste Weise so einen Korb zu bekommen. Aber Kate lag noch immer atemlos neben ihn und merkte erst nicht, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. Sie suchte ihren BH und ihre Bluse und zog sich wieder an. Sie kannte Darren´s Gründe für seine Zurückweisung nicht genau und aber es tat so weh.
Als er sich sein Hemd wieder anzog, bemerkte er erst, das Kate weinte. Sofort war er bei ihr.
„Kate!” rief er sorgenvoll. „Bitte weine nicht! Ich … , es tut mir so unendlich leid.”
Kate saß auf der Bettkante und Darren kniete vor ihr. Sie legte eine Hand an seinen Hals und durchfuhr damit seine Haare. „Ich liebe dich, Darren. Ich liebe dich mehr, als mein Leben. Wieso kannst du das nicht begreifen, mein Leben ist nichts, wenn ich dich nicht habe.”
„Es kann ganz einfach sein. Ich werde nicht lange so jung und für dich anziehend wirken. Das wird irgendwann vorbei sein, und du wirst dich von mir abwenden, Darren. Das würde ich nicht ertragen. Lieber würde ich sterben!”
„Wie kommst du nur …., du wirst immer für mich die aufregendste, schönste und begehrenswerte Frau sein, die du bist. Das Alter spielt keine Rolle für mich.”
Das glaubte er doch selbst nicht. Kate alt und runzelig, mit Falten und grauen Haaren, wahrscheinlich ein Gebiss und er würde sie sexy und anziehend finden?
„Darren hör auf, hör auf …..!” Sie stand auf und brauchte etwas Abstand vor ihm. Sie ging zu der Musikanlage und schaltete sie aus. „Ich hasse es, das ich dich unglücklich mache.”
“Du machst mich nicht unglücklich, Darren. Aber du glaubst immer noch, das du nicht gut genug für mich bist.”
“Kate, ich kann dir nicht geben, was du verdienst. Du verdienst so viel mehr, als ein Leben mit einem Vampir.”
“Mir reicht das Leben mit dir nicht, da hast du Recht, weil ich dich nicht ganz haben kann. Ich will die Ewigkeit mit dir. Ich will die Tage und die Nächte mit dir. Ich will das alles mit dir. Nie war ich mir einer Sache so sicher, Darren.“
Jetzt war es raus! Kate hatte das erste mal laut ihre Entscheidung ausgesprochen. Darren war schockiert darüber. Er hatte geahnt, das so etwas kommen würde, doch seine Hoffnungen waren, das sie noch Zeit hatten. Das er noch Zeit hatte. „Was willst du tun? Willst du mit mir jetzt nicht mehr schlafen, weil du glaubst in Wahrheit liebe ich Jeff? Wieso glaubst du, das er mein Schicksal ist? Anfangs konntest du mich nicht einmal lange küssen, ohne das dein Durst auf mich so groß war. Siehst du den nicht, welchen Fortschritt wir gemacht haben. Wir hatten Sex und ich lebe noch!“
Es war plötzlich still in dem Zimmer. Keiner sprach ein Wort, doch in ihren Köpfen, tobte ein Sturm. So viele Gedanken, gingen ihnen durch den Kopf. Minuten vergingen, bis Kate endlich sagen konnte, was sie wirklich wollte.
„Verwandle mich!” sagte sie. Entsetzten sah sie in Darren Gesicht und purer Abscheu.
„Nein Kate niemals!” Hastig stand er vom Bett auf. „Wieso nicht, Darren. Ich liebe dich und ich will dich für immer!” „Vergiss es Kate! Du hast ein Leben, und das soll auch so bleiben.” Er warf ihr wütend ein Blick. Seine Augen funkelten leicht rötlich. Es erschreckte sie, doch nun musste sie Darren die Stirn bieten. „Wieso entscheidest du das? Ich dachte, es ist mein Leben und ich kann selbst darüber entscheiden.” sagte Kate jetzt genauso aufgebracht wie er.
„Du weißt nicht was du da sagst, Kate. Was ist mit Kindern, willst du wirklich darauf verzichten. Oder deine Familie? Du hast keine Ahnung, was es bedeutet kein Leben zu haben. Nichts ist echt! Alles ist Fälschung, Kate. Alles was ich in den Köpfen anderer bin, ist eine Lüge. ….. Es ist schwer so zu leben.”
Kate schwieg. Sie verstand ihn, aber trotzdem glaubte sie sicher, das er sich täuschte. Sie liebte ihn und konnte nicht anders für ihn empfinden. Sie konnte sich auch nicht vorstellen, ein Leben ohne ihn zuführen. Kate war davon überzeugt, das sie für einander bestimmt waren.
Darren war vom Bett aufgestanden und nahm sie in seine Arme. „Ich wünschte du hättest vor 100 Jahren gelebt.” Kate schmiegte sich an ihm. Darren hob sie hoch und trug sie zum Bett. Kate lag eng an seinem Körper und hatte die Augen geschlossen. So lagen sie die ganze Nacht. Irgendwann flüsterte Darren:
„Ich schwöre dir, ich werde eine Lösung finden.” Doch Kate hörte es nicht, sie schlief tief und fest an seiner Brust.
Kapitel 15
In den folgenden Tagen war Darren ungewöhnlich still und nachdenklich gewesen. Nur seine Blicke verrieten, wie sehr er sie liebte. Er war sehr darauf bedacht ihre Zärtlichkeiten und ihre Nähe in grenzen zu halten. Ständig versuchte er sie ab zu lenken. Er hatte einige Reparaturen an ihrem Auto gemacht und ihr alles und ausführlich erklärt,
sie unternahmen einige Ausflüge mit Kate´s neuem Auto und ständig versuchte er ihr Dinge beizubringen. Kate lernte kochen und er brachte ihr sogar Gitarren spielen bei. Kate genoss die Zeit trotzdem. Sie liebte es mit ihm zusammen zu sein. Kate sagte nichts mehr zu ihm, was dieses Thema betraf und hoffte, er würde eines Tages selbst auf die Verwandelung als beste Lösung kommen. Für Kate war die Verwandelung die einzige Lösung für immer mit ihm zusammen zu sein. Und genau das wollte sie. Die Sache mit ihrer Familie, könnte sie regeln auch ohne, dass Kate vorgeben müsste zu sterben. Und trotzdem tat es immer weh, aber man lernt mit dem Schmerz umzugehen.
Für Kate war klar, das sie Darren verlieren würden durch das Alter, oder Krankheit oder einen Unfall.
Ihr Freund Jeff ging ihr aus dem Weg und Kate war froh darum. Es war schwer für ihn. Ihr war auch schon der Gedanke gekommen, bei den Noir´s einzuziehen, damit Jeff es leichter hatte. Aber sie konnte es so arrangieren, das sie sich nur ganz kurz sahen. Pat und Phil bemerkten natürlich, das etwas nicht in Ordnung war. Pat wusste genau was los war. Sie hatte mehr als einmal versucht mit Jeff zu sprechen, aber sie merkte schnell, das es einfach zu schwierig war. Tante Pat hoffte einfach das die Zeit ihrem Sohn helfen würde. So blieb ihr nichts anderes, als zu zusehen und zu warten.
Darren kam nur zu Kate, wenn Jeff nicht da war. Wenn sie Abends von Darren nachhause gebracht wurde, schlich Kate gleich in ihr Zimmer. So sahen sie sich nur wenig.
Aber die Sache mit Darren war für sie schmerzlicher. Sie dachte auch über Jeff nach, doch ihre Probleme mit Darren beschäftigen sie doch mehr.
Sie träumte jede Nacht davon, Darren nicht mehr zu sehen und Jeff kam fast jede Nacht, um sie zu beruhigen. Sie hatte keine Ahnung, was sie im Traum alles sagte, doch im laufe der Zeit, war sie sicher, das Jeff zwar keine Ahnung hatte, von was sie träumte, aber er wusste, das es irgend etwas mit Darren zu tun hatte. Und dafür stieg sein Hass auf ihn.
Am 12. August war der Himmel bedeckt, aber die Luft war sehr warm und heiß.
Es war Kates 24 Geburtstag. Am Nachmittag wollten alle Bennet´s auf der Terrasse Kates Geburtstag mit Kuchen und Sekt feiern und natürlich mit Rotwein.
Als am Nachmittag Kate schon den Tisch auf der Terrasse deckte, sah sie auf die Uhr. Darren wollte kommen und sollte eigentlich schon da sein.
„Alles gute Kate!“ sagte Jeff und drückte sie. Dann gab er ihr ein kleines Päckchen, das die Größe eines Buches hatte. „Ach Jeff, ich hab doch gesagt, das ich keine Geschenke haben will.” „Jetzt stell dich nicht so an und packe es schon aus!” sagte er, „es ist nur eine Kleinigkeit.“
Sie waren lange nicht mehr so unbeschwert miteinander umgegangen, wie heute. Jeff hatte sich vorgenommen, ihr keine Szene mehr zumachen. Doch Kate spürte deutlich, das etwas in der Luft lag. Jeff war angespannt. Aber er gab sich Mühe. Sie öffnete die Verpackung.
„Ein Tagebuch!” sagte Kate und freute sich ehrlich darüber. “Danke!” Das Tagebuch hatte ein kleines Schloss, darunter waren zwei kleine Schlüssel. Sie würde es benutzten, vielleicht würde sie einfacher in den Schlaf finden, wenn sie vor dem Schlafen alles aufschrieb, was sie bewegte. Sie wollte es jedenfalls ausprobieren. „Stör ich?” Darren stand an der Türschwelle und beobachtete die beiden, wies sie vertraut miteinander umgingen. „Oh Hi! Da bist du ja endlich. Ohne darüber nachzudenken, sagte sie begeistert: „Sieh mal, was Jeff mir geschenkt hat.” Sie zeigt ihm das Tagebuch und er lächelte sie zärtlich an. Darren hatte zwar nicht den Eindruck gemacht, das es ihn störte, doch Kate kannte ihn inzwischen gut genug, um zu wissen, das er diese Szene, in seinem Kopf, abgespeichert hatte. Jetzt lag noch mehr Spannung in der Luft als vorher.
„Alles gute zum Geburtstag, Liebling!” sagte er und nahm sie in seine Arme.
„Dein Geschenk bekommst du später!”
Pat ging an Darren vorbei und stellte eine große Torte auf den Tisch. „So, jetzt kann es los gehen! Wer zündet die Kerzen an?“ Jeff war ins Wohnzimmer gelaufen, das tat er immer, wenn er Kate und Darren nicht sehen wollte, wie sie sich umarmten oder Zärtlichkeiten austauschten.
„Peter oder Tanja kann das einer von euch machen bitte?“ fragte Pat. Sie ging in die Küche um die Wein und Sektgläser zu holen und beim vorbeigehen strahlte sie Kate und Darren an. „Möchtest du ein Glas Rotwein?“ fragte Kate. „Gern!” sagte er und sah zu, wie Kate ihm ein Glas einschenkte. Phil begrüßte Darren freundlich und war gleich in einem Gespräch mit ihm.
Kate konnte fast alle Kerzen auf einmal auspusten. Die Torte wurde angeschnitten und auf Kate´s Wohl angestoßen. Der Nachmittag verlief entspannt und fröhlich. Zumindest nach außen wirkte es harmonisch. Peter alberte mit Jeff im Garten. Scheinbar lies ihm die Hitze an diesen Tag keine andere Wahl. Er hatte nur Unsinn im Kopf, hauptsächlich mit Peter. Er trank viel Sekt und schnell stieg ihm der Alkohol in den Kopf.
Jeff beobachtete Darren und umgekehrt. Nichts hatte sich in den letzten Monaten zwischen den beiden Männern geändert. Im Gegenteil, die Stimmung zwischen ihnen knisterte. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis es eskalieren würde. Sie sprachen kaum miteinander und keiner sah auch nur einen Grund, das zu ändern. Selbst Kate konnte keinen Frieden stiften. Das belastete sie, aber was sollte sie dagegen unternehmen, wenn die Beiden so eifersüchtig auf einander reagierten und sie mitten drin stand.
Sie spürte genau, das beide misstrauisch waren. Aber solange sie sich nicht an die Gurgel gingen, war es für sie gerade so an der Grenze.
Darren wusste, wie Jeff zu Kate stand. Offenbar hatte Darren, Jeff eine gewisse Nähe zu Kate zugestanden, die er tolerierte. Aber mehr auch nicht.
Phil unterhielt sich mit Darren über die Sportwagen, die er so sehr liebte, als Jeff übermütig wurde. Er drehte den Wasseranschluss im Garten auf und fing an Kate nass zu spritzen. Kate lies sich das nicht gefallen und die beiden tobten eine ganze Weile im Garten miteinander.
Dadurch lies sich Darren ablenken und beobachtete sie dabei und starrte wie gebannt auf Jeff.
Als Kate beim Kampf um den Gartenschlauch das Gleichgewicht verlor, stolperte sie über Jeffs Füße und fiel mit ihm auf die Wiese. Jeff lag fast auf Kate. Zuerst entstand ein kurzer Augenblick, in dem Jeff etwas zu lange in Kates Augen schaute. Aber Jeff fand schnell die Spur wieder und beide lachten laut. Nur Darren sah noch etwas anderes.
In seinem Gesicht sah man keine Regung, keine Mimik und die glatte, marmorartige Haut, die ausdruckslos schien. Doch in seinem Innern tobte ein heftiger Kampf, den er ganz langsam verlor.
Kate hatte sich geduscht und wollte den Abend bei Darren und den Noirs verbringen. Als sie schon fast an der Haustür stand, hörte sie wie Jeff sie rief:
„Kate! Warte mal!”
Darren stand vor dem Haus und wusste was Jeff von ihr wollte. „Was ist?” Er stand nun direkt vor ihr und sie konnte deutlich seine Alkoholfahne riechen.
„Bitte geh nicht!”
„Wieso? Was ist los?”
Ahnungslos und in dem Glauben, das er einen wichtigen Grund hatte, sah sie ihn erwartungsvoll an.
Genau in dem Augenblick sah Jeff zu Darren und grinste.
Da erkannte Kate die Boshaftigkeit von ihm. Er provozierte Darren und das wollte Kate nicht dulden. Sie drehte sich um und lief zu Darren ans Auto. Es war schon fast dunkel. Jeff rannte ihr hinterher und griff Kate´s Handgelenk etwas zu fest und wollte sie damit erreichen, das sie stehen blieb.
„Au, du tust mir weh!” herrschte Kate ihn an. Sofort stand Darren bei ihr und blickte Jeff düster an.
„Lass sie sofort los!” zischte Darren düster. Seine Stimmer klang gefährlich und rasierklingenscharf.
Jeff hat ihr Handgelenk sofort losgelassen. Das Darren sich jetzt einmischte, lenkte Jeffs Aufmerksamkeit voll auf ihn, und bot ihm die Gelegenheit, die für ihn schon lange fällig war. „Du hast mir gar nichts zu sagen! Ich will jetzt mit Kate sprechen!” fuhr Jeff ihn kalt an.
Langsam ging Jeff auf ihn zu. Seine Wut stieg und er baute sich bedrohlich vor Darren auf. Natürlich hatte Jeff keine Chance, weil Darren immer noch größer und muskulöser war, aber Jeff schien unbeeindruckt davon.
Darren blieb ganz ruhig stehen und man konnte nichts als Kälte in ihm lesen.
„Geh und schlafe deinen Rausch aus, Jeff !” sagte Darren ruhig. „Ich habe dir schon mal gesagt, ich lasse mir von dir gar nichts sagen, du Freak!”
Jetzt stand Jeff so nah an Darren.
Kate stand etwas abseits und sah die Situation mit gemischten Gefühlen entgegen.
„Bitte hört auf!” sagte sie immer wieder, doch sie hörten sie nicht. „Jeff, hör auf!”
Sie wusste, wenn Darren wütend werden würde, dann konnte es leicht sein, dass er sich selbst in Gefahr bringen würde. „Darren, lass uns gehen! Bitte!” Aber auch er hörte sie nicht. „Du bist nicht gut für sie und das weißt du ganz genau. Lass sie endlich in Ruhe!”
Jeff stand noch immer direkt vor Darren und war zu allem bereit. Darrens Ruhe, war mit nichts zu vergleichen. Er stand wie eine Mauer, nur Kate wusste, das er auch eine war. Aber seine Augen veränderten sich und Kate bekam Angst.
„Darren! Nicht!”
Seine Augen veränderten sich und wurden ganz langsam glutrot. Jeff sah seine Augen und bevor er reagieren konnte, wurde er von Phil und Peter von Darren mit einem Griff weggezogen. Sie redeten auf Jeff sein, er solle vernünftig sein.
Im letzten Moment konnte Darren sich noch zusammenreißen. Er drehte sich um und entfernte sich ein paar Meter, um seine Fassung wieder zu erlangen. Nur Jeff, der von Phil und Peter ins Haus gezogen wurde, blickte ungläubig zu Darren. Er hatte seine Augen gesehen und Darren wusste, das die Gefahr erst recht nicht gebannt war, solange er das wusste.
Kate glaubte, das Jeff sich beruhigen ließ und bereitwillig mit ins Haus ging, doch da riss sich Jeff plötzlich aus dem Griff von seinem Bruder und Vater los und rannte auf Darren los. Kate schrie auf, doch da war es schon zu spät. Noch bevor Jeff sich auf Darren stürzen konnte, hatte Darren sich schon wütend umgedreht und schlug seine Faust in sein Gesicht, so das Jeff durch den Aufprall, rücklings auf den harten Beton, des Boden´s knallte und bewusstlos liegen blieb. Sofort eilten Pat, Peter und Phil zu Jeff, während Darren Kate ansah. Darren war wütend und in seinen Augen sah man nur die Blanke rot Wut aufblitzen.
Kate wusste, das nun der Augenblick gekommen war, in dem sich etwas verändert hatte. Sie erkannte Darren nicht wieder. Noch nie hatte sie es mit erlebt, wie er seine Macht ausgespielt hatte. Sein Gesicht war ausdruckslos und hart. Phil und Peter trugen Jeff´s leblosen Körper ins das Haus, während Pat weinend nur da stand und von Kate zu Darren sah. „Er war betrunken und wusste nicht was er tat. Wie konntest du ihn nur so schlagen?” fragte Pat weinend.
„Es tut mir leid, Pat. Ich wollte … !“
„Darren, er ist nur eifersüchtig. Bestimmt hätte sich das gelegt. Aber jetzt?“
Kate umarmte ihre Tante, während Darren kommentarlos ins Auto stieg und den Motor startete.
Sekundenlang blickte er zu Kate und wartete darauf, das sie einsteigen würde. Für Darren hätte sie dann eine Entscheidung getroffen. Denn damit hätte sie sich wirklich von ihrer Familie losgesagt und sich für ein Leben mit ihm entschieden. War Kate wirklich so stark? Sein langer, dunkler Blick durchbohrte sie fast. Augenblicke vergingen, während Kate mit sich rang. Darren zündete den Motor und wartete noch einige Sekunden. Doch als Kate keinen Schritt in seine Richtung machte, gab er Gas.
Jeff war schon wieder bei Bewusstsein, als Kate mit Pat im Haus war. Verstört sah Kate kurz auf Jeff, um sehen, ob es ihm gut ging. „Es tut mir leid, Kate! Bitte!“
„Lass mich einfach in Ruhe, OK?“ fauchte sie ihn an und ging. Noch nie hatte Kate Jeff so erlebt. Sie hoffte nur das der Alkohol, den er getrunken hatte, ihm morgen richtige Kopfschmerzen bereiten würde. Sie konnte einfach nicht verstehen, wie er sich aufführte. Völlig durcheinander schritt Kate in ihrem Zimmer auf und ab. Sie war so aufgewühlt, das es ihr schwerfiel, nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Hatte sie Darren nun verloren? Hatte Jeff seine Augen gesehen? War die Familie Noir jetzt in Gefahr? Oder vielleicht ihre eigene? Wie konnte Darren sich nur so hinreißen lassen? Kate hatte Angst. Darren war gegangen, ohne sie.
Hatte das etwas zu bedeuten? Tausend Fragen und keine Antwort. Sie musste es einfach wissen. Sie nahm ihre Autoschlüssel und machte sich auf den Weg zu Darren.
Das Haus der Noir war, wie immer hell erleuchtet, als sie auf den Parkplatz fuhr. Erleichtert sah sie Darren´s Wagen vor dem Garagentor stehen.
Sie betrat das Haus, wie immer mit dem Schlüssel. Sofort kam ihr James entgegen.
„Hallo Kate! Was ist den passiert?“ fragte er betont leise. Kate erzählte ihm kurz was passiert war und konnte ihre Tränen nicht mehr länger zurück halten.
„Beruhige dich, Kate! Geh zu ihm, er ist oben! Ich bin mir sicher, das sich das alles klären lässt.“
Mit verweinten Augen und ziemlich weichen Knien betrat Kate ihr Zimmer. Es war dunkel und sie schaltete das Licht ein. Doch Darren war nicht da.
Sie ging den Flur entlang und ging in sein altes Zimmer, indem er sich nur noch selten aufhielt.
Auch dort war es dunkel und sie schaltete das Licht ein. Sie sah Darren am Fenster stehen, wie er in die Nacht hinaus starrte. Kate ging auf ihn zu und umarmte ihn von hinten. Doch er rührte sich nicht und blieb hart wie Stein am Fenster stehen. „Können wir reden?“ flüsterte sie. Er antwortete nicht. Blieb stumm. „Bitte Darren, ich habe Angst!“ weinte sie und lies ihn los. „Sag mir doch, was ich tun soll!“
„Du kannst nichts tun!“ gab er ihr endlich zu Antwort. „Hat er deine Augen gesehen? Was ist, wenn es nun raus findet?“ „Er wird es nicht raus finden, solange du ihm nichts sagst!“ Endlich drehte er sich zu ihr um und schaltete das Licht ein. „Von mir erfährt er nichts!“
„Das weiß ich! Wie geht es ihm?“
„Ich denke so weit ganz gut! Morgen wird er einen Kater haben.“ „Das geschieht ihm Recht!“
Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete sie ihn. Er sah stur gerade aus und machte ein ziemlich grimmiges Gesicht. „Es hätte erst gar nicht so weit kommen müssen, wenn …. !“ Darren unterbrach sie: „wenn ich nicht gekommen wäre. Es ist alles meine Schuld. Es tut mir wirklich leid, aber ich konnte einfach nicht anders. Er hat diese Situation heraufbeschworen.“ „Und was bedeutet das jetzt?“ fragte Kate und wollte von ihm wissen, was das für sie beide heißen würde. Doch Darren bezog es auf die Gefahr, das Jeff doch keine Ruhe geben würde und die Wahrheit über Darren heraus fand.
„Wenn er es tatsächlich heraus findet, dann sind wir in Gefahr.“ „Oh Gott, Darren. Ich habe Angst!“
Panik stieg in Kate auf. Ihre Gedanken überschlugen sich fast. Wieder umarmte sie ihn, doch diesmal legte auch Darren seine Arme um sie. Es war so lindernd für ihre Seele, das sie laut aufschluchzte.
„Ganz ruhig, Kate!” versuchte er sie zu beruhigen. Er nahm ihre Hände, die fast genauso kalt waren wie seine. „Keine Panik, du kannst es ihm erklären. Er war schließlich betrunken, das ist unser Vorteil.
Wer wird ihm schon glauben?” Darren hatte recht. Er war betrunken, er hätte sich das genauso gut einbilden können. „Ja, das werde ich ihm sagen, falls er mich darauf anspricht.” Sie nickte ihm zu.
„Ich hab mich von ihm provozieren lassen, Kate. Es tut mir leid, das wollte ich nicht! Glaubst du mir das?” Wieder nickte sie. Doch dann konnte sie nicht anders, sie musste ihn einfach fragen: „Warum bist du gegangen? …. ohne mich?“ Lange dachte er über die Frage nach. Darren hatte seine eigene Theorie darüber, doch die wollte er ihr in dieser Nacht nicht sagen. Er selbst musste noch genauer darüber nachdenken, den es hatte sich etwas zwischen ihnen verändert. Aber Kate hatte Geburtstag und er hatte ihr diesen schon versaut. Wenigstens ein kleines Lächeln wollte Darren in ihrem Gesicht sehen. Liebevoll hob er mit seinem Finger ihr Kinn, so das sie ihn ansehen musste.
„Du wirst sehen, es wird alles gut werden!“ Unfähig etwas zu erwidern, blickte sie in seinen Augen und fühlte ihre Liebe zu ihm.
So lange hatte er ihr nicht mehr gesagt, das er sie liebte und sie hoffte, diese Worte endlich aus seinem Mund zu hören. „Komm!“ Er nahm sie bei der Hand und löschte das Licht in seinem Zimmer und führte Kate in das Zimmer, das er für sie beide umgestaltet hatte.
Darren trank wie immer Rotwein und Kate trank ab und zu von seinem Glas einen Schluck.
Es war eine sternenklare Nacht. Der morgige Tag versprach heiß und sonnig zu werden.
Darren war mit James in einer tiefen Unterhaltung, über Autos beschäftigt, während Kate sich zu Katharina auf die Terrasse setzte. Die Luft war noch aufgeheizt. Kate war froh, das sie ein leichtes Sommerkleid an hatte. Sie würde sonst zerfließen. „Nach allem, was du mir erzählt hast, glaube ich nicht, das Jeff etwas gesehen hat, was er für sonderbar halten könnte. Vielleicht haben wir Glück!”
„Das hoffe ich! Darren meint, das wir wirklich noch einmal Glück gehabt haben könnten, weil Jeff betrunken war. Falls er doch etwas gesehen hat, dann könnten wir immer noch sagen, das er sich das nur eingebildet hat.“
„Ja, das wäre eine Möglichkeit. …. Aber das ist nicht das Problem, oder? Was hast du noch auf dem Herzen? Warum bist du nicht richtig glücklich, abgesehen wegen der Sache, von heute Abend?“ fragte Katharina.
Kate war erstaunt, das sie wirklich hinter ihre Augen sehen konnte. Sie senkte den Blick.
<“Nicht richtig glücklich>” halte in ihrem Kopf. „Ich … ich bin traurig.“
„Was ist los mit dir und Darren?”
„Ich glaube, du weißt genau, was los ist. Schon seit Monaten steht etwas zwischen uns.”
Katharina nickte.
„Es geht um die Verwandelung, habe ich recht?“ Und plötzlich sprudelten die Worte nur so aus ihr heraus. Solange hatte sie keine Freundin gehabt, mit der sie darüber hatte sprechen können.
„Er kann nicht richtig mit mir zusammen sein. Er glaubt, eine Gefahr für mich zu sein. Er hat Angst, das er mich töten könnte und er vermeidet seit Wochen fast jede Zärtlichkeit und manchmal sogar meine Nähe und ich halte das fast nicht mehr aus. Es ist, als würde er eine Mauer zwischen uns aufbauen. Er entfernt sich Stück für Stück von mir. Das ist mehr als ich ertragen kann und das alles nur, weil er glaubt, ich wäre mit Jeff besser dran.” Traurig sah Kate in die Dunkelheit. Katharina sah sie betroffen an. Sie tat ihr so leid. Und sie wusste, genau was Kate jetzt gerade durch machte.
„Er braucht Zeit, Kate.” sagte Katharina mitfühlend. „Katharina, ich liebe ihn so sehr, das es mir manchmal den Verstand raubt und ich fast verrückt werde. Ich kann und will ohne ihn nicht sein.
Manchmal habe ich den Eindruck, ihm macht es gar nicht so viel aus. Wie erträgt er es? Wie kann er das?” Kate hatte einen dicken Kloß im Hals und konnte kein Wort mehr sagen, sonst würde sie weinen.
Katharina legte ihre kühle makellose Hand auf ihren Unterarm. „Das darfst du nicht denken, Kate. Er leidet genauso wie du, das weiß ich. Und er liebt dich genauso sehr, wie du es tust.” Sie machte einen Augenblick pause, bevor sie weiter sprach. „Seit du in sein Leben getreten bist, ist er wieder der alte Darren. Du hast keine Ahnung, wie lange er auf dich gewartet hat. Er war so einsam, mürrisch und unzufrieden. Du hast ihm Glück und Liebe wieder gegeben. Er macht es sich niemals leicht. Und das mit der Verwandelung ist eine schwere Sache für ihn. Der Körper stirbt und zurück bleibt eine Hülle, ohne Seele. Er glaubt, wenn er dich verwandelt, das er deine Seele tötet. Er glaubt, alles was dich ausmacht zu töten. Außerdem wird er dir gesagt haben, das es nicht ohne Risiko ist. Du könntest dabei sterben. Versuch ihn zu verstehen. Versuch dich in seine Lage zu versetzten, Kate. Wie würdest du entscheiden?
Katharina wurde in diesem Moment von Kai gerufen. „Denk darüber nach Kate!” Damit lies Katharina Kate allein. Kate hatte nicht damit gerechnet, das Darren so denken würde. Von dieser Seite hatte sie noch nicht darüber nachgedacht. Sie machte es sich bequem auf dem Stuhl und sah zu den Sternen. War es wirklich so, das sie nicht die selbe sein würde. Wäre sie jemand anderes?
Wie würde sie entscheiden, wenn Darren ein Mensch war? Sie hatte keine Antworten. Würde sie irgendwann welche finden? Was sollte sie nur tun?
Sie saß eine ganze Weile da. Dann spürte sie einen kühlen Finger auf ihren nackten Schultern.
Sofort brannte die Stelle, die Darren berührte. Sie nahm seine Hand und hielt sie sich an ihre Wange.
„Hast du Lust schwimmen zu gehen?“
Verwundert sah sie Darren an. Schwimmen? Als sie beide nur mit Unterwäsche gekleidet im Pool waren, war es schon weit nach Mitternacht.
Das leicht kühle Wasser war sehr angenehm und erfrischend. Man konnte nichts hören, nur das geplätscher des Wasser. Darren schwamm ein paar Runden, während Kate sich auf dem Rücken treiben lies. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie kraftvoll er bei jeder Armbewegung das Wasser von sich weg schob. Es faszinierte Kate. Sie liebte das Spiel seiner Muskeln. Er war so stark und sie so schwach. Sie war ihm hoffnungslos ausgeliefert. Als Darren seine Bahnen beendet hatte, tauchte er zu ihr. Seine Hände zogen ihre Taille an seinen Körper. Ganz eng nahm er sie an sich. Ihre Oberkörper waren aneinander, leicht gepresst. Es war die innigste Berührung seit Wochen. Hoffnung versuchte in Kates Kopf sich einzunisten.
Dann zwang sich Kate, sich aus seiner Umarmung etwas zu lösen, damit sie ihn ansehen konnte.
Der Blick von Darren war das schönste Geschenk, an diesem Tag. Er flackerte Golden.
Lange Zeit hatte sie das Gold in seinen Augen nicht gesehen, sie hatte es so sehr vermisst.
Ganz langsam kamen seine Lippen ihre entgegen. Noch langsamer, dann waren es nur noch Millimeter.
Kate wurde schwindelig und das Verlangen wurde unerträglich. Dann endlich trafen sich ihre Lippen. Süß und vorsichtig. Kate war hingerissen von der Zärtlichkeit. Sie konnte nicht mehr klar denken. Sie gab sich ganz seinem Kuss hin.
Sie spürte das Spiel seiner Zunge und das trieb ihre Leidenschaft noch weiter an. Nie wollte sie wieder etwas anderes spüren. Das Verlangen wurde bis zum zerreißen gespannt, als Darren mit seiner Zunge ihren Hals hinab fuhr. Kate konnte nicht anders, sie hätte sonst geschrien, sie stöhnte leise und Darren tat es auch. Es war für Kate fast ein neues Gefühl und doch wusste sie würde er nicht bis zum Gipfel mit ihr gehen. Aber das war ihr in diesem Augenblick egal. Wenn es das war, was er ihr heute geben konnte, dann war sie glücklich, weil sie in diesem Augenblick nah sein durfte. Sie wollte jede Sekunde genau auskosten. Für Kate war es mehr als nur ein Spiel, oder wie er es früher “üben”genannt hatten.
Wieder hatte Darren ihre Lippen in Besitz, als er langsam sein Verlangen wieder unterdrückte.
Kate sah lange in seine Augen, sie wollte das Gold sich einprägen, das sie so sehr liebte.
“Ich liebe dich, Darren!” Das Gold in seinen Augen flackerte.
Kate war egal, ob er es genauso fühlte wie sie, sie wollte es ihm sagen, weil sie es genauso meinte, in diesem Augenblick. „Ich habe ein Geschenk für dich, willst du es jetzt auspacken?” Kate sah in erstaunt an.
Er zog sie sachte aus dem Wasser, nahm ein großes Handtuch und hüllte sie beide damit ein. Kate hatte ihre Arme eng um seinen Körper geschlungen. Nach dem sie ein Weile so dagestanden hatten, überließ er ihr das Handtuch und ging zu seiner Kleidung, die er achtlos irgendwo hatte fallen lassen. Kate breitete das Handtuch auf der Wiese aus und setzte sich.
Als Darren wieder bei ihr war, hatte er eine kleine Geschenkschachtel in der Hand. Er setzte sich zu ihr und gab es ihr. Sie öffnete es und war so gerührt, von seinem Geschenk, von ihm, das sie mühe hatte die heißen Tränen, die ihr aufstiegen zu unterdrücken.
„Gefällt es dir?” Darren hatte sie genau beobachtet, wie ihr erster Blick darauf ruhte.
Es eine goldene Kette mit einem goldenem flachen herzförmigen Anhänger.
Auf dem Anhänger stand in einer fein verzierten Schrift:
Ich liebe dich und direkt darunter: Darren
Es gab für Kate keinen Grund mehr ihre Tränen zurück zuhalten, und lies sie einfach laufen.
Dicke Tränen rollten ihr über ihre Wangen. „Hey! Warum weinst du? Gefällt sie dir nicht?” Mit seinen Fingern wischte Darren ihre Tränen weg, und küsste die Stellen.
„Zieh sie mir an!” hauchte sie, als ihre Tränen versiegt waren. Vorsichtig nahm er die Kette heraus und legte sie ihr um. Sie küsste ihn zum Dank, sprach es aber nicht aus. Also war es immer noch so zwischen ihnen, er hatte es nur sehr gezügelt und unterdrückt. Er liebte sie und mehr wollte Kate in diesen Moment nicht. Im Handtuch ein gewickelt, lag sie mit Darren auf der Wiese und sah in die Sterne. Sie sprachen nicht und genossen die Stille. Irgend wann zitterte Kate.
„Lass uns in unser Zimmer gehen.” Er hob sie hoch und trug sie in ihr gemeinsames Zimmer.
Den ganzen Weg dorthin hatte sie ihre Arme um seinen Hals gelegt und war ihm ganz nah.
Ganz eng lagen sie im Bett und versuchten so viel Haut des anderen zu fühlen wie es nur ging.
So schlief Kate auch ein. Eng an ihn gelehnt.
In dieser Nacht hatte Kate ausnahmsweise einmal nicht geträumt. Und der Schlaf den sie dadurch tiefer hatte, tat ihr sichtlich gut. Sie sah ausgeschlafen aus.
Am Morgen war Darren zwar nicht ganz so distanziert wie vorher, doch Kate spürte deutlich, wie Darren wieder diese Mauer aufbaute. Sie musste etwas dagegen unternehmen. Aber was? Ständig musste sie an das Gespräch mit Katharina denken. Es ging ihr nicht aus dem Kopf, was sie über die Seele gesagt hatte. Sie hatte viele Fragen und der einzige, der ihr in den Sinn kam war James. Er war Arzt, er kannte sich mit der Verwandelung aus, also musste er über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen.
Kate fuhr mit dem Aufzug 6. Etage, des Krankenhauses. Als sich die Fahrstuhltür öffnete, gab einen großen Wartebereich gleich links. Dort saßen auch einige Patienten, die darauf warteten endlich ihren Namen zu hören, wenn man sie aufrief. Einige Krankenschwestern kamen ihr entgegen. Kate mochte das Krankenhaus nicht besonders, Erinnerungen kamen hoch und es roch nach Sterilität. Sie entdeckte einen Anmeldeschalter und hinter ihm saß eine Schwester. Kate legte ihre Arme auf die Theke und wartete, bis die Schwester sie ansah.
„Wie kann ich ihnen helfen?”
„Ich muss dringend Dr. James Noir sprechen!” „In welcher Angelegenheit? Sind sie eine Patientin oder ist es privater Natur?” fragte die Schwester gelangweilt und gleichzeitig etwas neugierig. Offenbar kam es öfter vor, das Frauen Dr. Noir persönlich sprechen wollten.
„In einer Familiensache, bitte es ist dringend!” Kate hoffte, die Schwester würde ihr helfen.
Sie war etwas um die fünfzig Jahre alt und hatte schon leicht graues Haar. Sie zog ihre Augenbrauen hoch und musterte Kate. „Bitte, es geht um seinen Sohn.” bettelte Kate. Dann drehte sich die Schwester langsam um, sah in irgendwelchen Unterlagen nach und griff zum Telefon. Sie haben Glück, er macht gerade Pause. Er wird gleich hier anrufen, dann können sie mit ihm sprechen.” sagte sie.
„Oh, vielen Dank. lächelte Kate.
Schon klingelte das Telefon. Die Schwester reichte Kate den Hörer. „Hallo James, ich bin es Kate!”
„Kate!” fragte James besorgt.
„Ist irgendwas passiert?”
„Nein, aber ich muss dich sprechen, hast du Zeit?” „Glücklicherweise ja. Ich komme zur Station und hole dich ab, dann können wir in mein Büro gehen!”
„Gut, ich warte hier auf dich!”
Kate gab der Schwester den Hörer wieder. „Er kommt! Danke!”
„Sie können dort drüben im Wartebereich warten.” sagte die Schwester und kümmerte sich wieder um andere Dinge. James kam genau zwei Minuten später.
Der weiße Kittel stand ihm sehr gut und passte zu ihm. Kate bemerkte wie mehrere weiblichen Augenpaare ihn regelrecht anhimmelten.
„Kate ist alles in Ordnung?”
„Ja, mach dir keine Sorgen, es ist alles OK, ich muss dich nur sprechen.” sagte sie und als sie sah, das er sich wirklich sorgen machte.
„Komm wir gehen in mein Büro!” Er führte sie in sein Büro. Es lag still in einen der hinteren Flurbereichen. Der Raum war groß und die schweren Möbel waren voll mit Bücher. Aber es wirkte nicht unordentlich, im Gegenteil, alle Bücher waren sortiert und standen in Reih und Glied.
James zeigte auf einem bequem Stuhl, der direkt vor seinem großen und ebenso schweren Schreibtisch stand. Er selbst setzte sich hinter seinen Schreibtisch, in einen großen Ledersessel. „Was ist den los, Kate?” Sie spürte, das er immer noch nicht ganz beruhigt war.
„Du musst mir ein paar Antworten geben, James!” „Gern, wenn ich kann. Um was geht es den?” wollte er wissen. „Es geht um die Verwandelung, du hast bestimmt mit bekommen, dass das gerade für Darren ein schweres Thema ist. Und Katharina hat mir ein paar Dinge erzählt. Aber sie konnte es mir nicht genau erklären. Deshalb hatte ich gehofft, das du mir weiterhelfen kannst, weil du der … , du weißt schon, mit der größten Erfahrung.” „Du willst es also wirklich?” fragte er sie.
„Hab ich den eine Wahl, wenn ich ihn will?” „Nur er will es nicht!” James sah sie nachdenklich an und bevor er sprach, kratze er sich am Kinn.
„Kate, das ist eine sehr ernst zunehmende Sache. So etwas entscheidet man nicht einfach so.”
„Das habe ich keinesfalls, ich habe lange darüber nachgedacht. Aber was ich von dir wissen will, ist, verliert man wirklich seine Seele? Ist man wirklich ein anderer, wenn ….?” „Das ist keine leichte Frage, Kate. Und Ja, man verändert sich, aber das passiert nicht immer. Manchmal behält man seine Persönlichkeit. Aber woran das liegt, habe ich noch nicht heraus gefunden. Ich habe viele Forschungen dazu betrieben, aber ich kann es nicht ausschließen, das es nicht passieren kann. Lange sah Kate auf ihre Hände.
„Aber man kann sich an alles erinnern, was in seinem Leben vorher war oder. Hat man die gleichen Empfindungen und Gefühle?” „Also, man kannst sich an alles erinnern, aber die Erinnerung an das Leben, das man vorher hatte verblasst. Vielleicht in achtzig oder hundert Jahren hast du Schwierigkeiten dich an deine Jugend oder Kindheit zu erinnern.
„Was ist am Anfang, nach der Verwandelung?” „Das ist die schwerste Zeit. Am Anfang wirst du von deinem Durst geleitet werden. Der Durst sehr groß und fast unkontrollierbar, aber er wird in den ersten Wochen etwas weniger und beherrschter werden. Zu den Empfindungen und Gefühle kann ich nur sagen, wie es bei Katharina war. Sie hatte sehr starke Gefühle und Empfindungen, vielleicht waren sie stark genug, sie mit in die Ewigkeit zu nehmen.”
Langsam begriff Kate die Umstände.
„Es ist also ein Risiko?”
„Ja natürlich, die Umwandelung selbst stellt das größte Risiko da. Ich habe Fälle gesehen, wo die Absicht war eine Umwandelung durch zuführen, und es nicht funktionierte. Der Mensch starb und wurde nicht zum Vampir. Das passiert sogar öfter, als man denkt und ich habe bis heute keine Erklärung dafür. Die Chance, das der menschliche Körper, die Verwandelung, überlebt, stehen bei 30 - 40 Prozent. Das ist zu wenig, Kate.
Das nächste sind die Schmerzen, während einer Verwandelung. Es sind grausame und qualvolle Schmerzen, Kate. Sie können nur Stunden, aber auch Tage dauern. Das kann man nie vorher wissen.“ Es war still geworden in den Büro. Der Vampir sah lange das junge Mädchen an und fragte sich, was sie jetzt wohl denken würde. Kate sah James unentwegt an.
„Wie viel mal hat es funktioniert, als du es gemacht hast?“ „Mädchen! …. Ich hatte Glück, …. nur bei Katharina und Darren!“ sagte James. Sein Ton war rau und Kate spürte eine Gänsehaut. „James würdest du …..!”
James erhob sich ruckartig von seinem schweren Stuhl. „Weißt du, was du da von mir verlangst?“ Nachdenklich lief er an dem Bücherregal entlang. „Darren ist mein Sohn und ich finde Kate, dass das nicht nur deine Sache ist. Es betrifft ihn genauso wie dich. Ich kann ihm da nicht einfach vorgreifen. Sei mir nicht böse!”
Enttäuscht nickte Kate und stand langsam vom Stuhl auf. Vor mehr als 124 Jahren hatte er die gleichen Gewissensbisse wie Darren. Damals hatte Katharina ihm die gleichen Fragen gestellt. Er konnte Darren aber auch Kate gut verstehen. Für James waren sie wie geschaffen für einander. Doch das Leben oder die Ewigkeit stand zwischen Ihnen. Das wusste er. Wieder fühlte er sich machtlos und hatte keinen Rat, weder für Darren seinen Sohn, noch für Kate. Aber so konnte er vielleicht erreichen, das Kate Darrens Gedanken verstand und in welcher Zwickmühle er sich befand.
„Kannst du Darren jetzt besser verstehen? Er weiß genau, warum er es nicht will.”
„Katharina und ich hatten einst die gleichen Probleme!” James überlegte noch lange, wie er ihnen beide helfen konnte. Doch für dieses Problem fand auch er keine Antwort. Als Kate das Krankenhaus an diesem Nachmittag verließ, war sie traurig und niedergeschlagen.
James hatte ihr genau die Informationen gesagt, die sie wissen musste.
Doch nun hatte sie Angst. Das Risiko war schon sehr groß, das sie es nicht überleben würde. Ihr Verzweiflung wurde größer und es gab keinen Ausweg dafür.
Niederschlagen fuhr Kate nachhause zu den Bennets. Sie brauchte dringend jemandem, mit dem sie darüber sprechen konnte. Vielleicht würde sie alle ihre Gedanken und Ängste in das Tagebuch schreiben, das sie von Jeff bekommen hatte. Sie glaubte, das es ihr helfen könnte ihre Gedanken und Sorgen besser zu ordnen. Sie schrieb auch die Wahrheit über Darren und seiner Familie. Sie schrieb auf, wie sich alles zusammenfügte, was er und seine Familie wirklich waren und welchen Wunsch sie hatte und warum Darren nicht bereit dazu war.
Es befreite sie. Es war fast zu leicht es zu schreiben und es ging ihr besser. Kate konnte ihre ganzen Sorgen einfach in das Buch ablegen.
Sie legte das Tagebuch in ihre Schreibtischschublade, die sie verschloss und trug den Schlüssel immer bei sich.
Kate stand gerade in der Küche und machte mit Pat den Abwasch. Jeff hatte sie den ganzen Tag noch nicht gesehen. Er war direkt in sein Zimmer gegangen und wollte auch nichts essen. Jeff´s schlechtes Gewissen plagte ihn. Kate hatte erwartet, das er sich wenigstens bei ihr entschuldigen würde. Dafür tat das Pat für ihn.
„Es ist schwierig für ihn Kate. Du weist selbst wie man sich fühlt, wenn man unglücklich verliebt ist. Sei nicht böse auf ihn. Er hatte zu viel Alkohol getrunken.”
Pat versuchte auf Kate einzureden und hoffte sie konnte etwas für ihren Sohn tun.
„Ich weiß, Tante Pat. Aber so kann es nicht weiter gehen. Wäre es nicht besser, ich suche mir eine kleine Wohnung, damit er Abstand bekommt und irgendwann abschließen kann?” „Das kommt überhaupt nicht in Frage!” mischte sich Phil ein. „Du brauchst nirgends wo hin gehen, aber vielleicht wäre es für Jeff eine Lösung. Er ist alt genug dafür!”
Kate und Pat sahen Phil verwundert an. Solche Töne hatte sie noch nie von ihm gehört. Sie konnte es auch nicht glauben, Jeff war schließlich sein Sohn und sie war nicht mal seine leibliche Tochter. „Er ist dein Sohn, Onkel Phil!” sagte Kate schließlich. „Ja, er ist mein Sohn und er hat sich falsch verhalten. Nicht du! Wir haben dich aufgenommen, wegen deiner Umstände. Aber er lebt schon sein ganzen Leben hier und es wird auch irgendwann für ihn Zeit, das Nest zu verlassen. Das hat mit dir eigentlich nichts zu tun. Das ist meine Meinung.
Und wegen der Sache von gestern, sage ich nur, Jeff hat Glück gehabt, das Darren ihm nur eine verpasst hat. Er hat mehr verdient.” Sprachlos standen Kate und Pat mit dem Geschirrtuch in der Hand. „Vielleicht hast du Recht, Dad! Es ist vielleicht besser für ….. uns alle!”
Alle Augen waren nun zur Tür gerichtet, in der Jeff jetzt stand. Keiner sagte etwas in dem Moment.
„Kate, können wir uns unterhalten?” brach Jeff das Schweigen. Sie legte das Geschirrtuch beiseite und folgte ihm hinaus auf die Terrasse. Sie setzten sich beide auf einen Gartenstuhl. Kate wusste, was jetzt kommen würde. Aber sie hatte nicht vor es ihm so leicht zu machen. Er sollte sich anstrengen.
Eine Weile sagte er nichts, dann sah er sie an. „Verzeih mir Kate, ich weiß nicht was in mich gefahren ist gestern. Ich wollte dir deinen Geburtstag nicht verderben. Es tut mir wirklich leid. Kannst du mir verzeihen?”
„Was ist mit Darren?” fragte sie absichtlich tonlos. Natürlich war das ein Wunder Punkt und Jeff verzog auch gleich das Gesicht. Es fiel ihm sichtlich schwer. Aber für Kate führte daran kein Weg vorbei.
„Es ist meine Schuld, ich weiß. Es fällt mir eben schwer dich mit ihm zusammen zusehen. Und der Alkohol hat mich gestern etwas in Rasche gebracht. Versteh mich Kate, ich liebe dich und ich weiß einfach, das du für mich unerreichbar bist. Ich will ehrlich sein. Ich liebe dich schon lange. Ich mag Darren nicht und ich wünschte, ich wäre nie nach fort gegangen.“
“Glaubst du wirklich, wenn du nicht gegangen wärst, wären wir jetzt ein Paar?”
Jeff sah auf ihre Halskette und konnte den Blick nicht abwenden. „Vielleicht! Ich verstehe einfach nicht was du an ihm findest.” „Das geht dich nichts an Jeff! Aber es ist nicht sein aussehen, oder sein Geld, wie du neulich gesagt hast. Aber das ist auch nicht relevant für dich. Ich habe viel Verständnis für dich, aber gestern bist du zu weit gegangen.”
Betroffen sah er Kate jetzt an und in seinem Blick konnte sie sehen, das er am liebsten alles Rückgängig machen wollte. „Ich werde mich bei Darren entschuldigen, wenn du mir nur verzeihst!” sagte er und in seinem Blick lag etwas flehendes. Kate nickte.
„Und was ist mit uns? fragte er vorsichtig. Lass uns Freunde sein. Ich werde mich zügeln und versuchen ihn zu akzeptieren, ich verspreche es. …..Bitte!“
Darauf konnte sie ihm erst keine Antwort geben. Sie wollte es vorsichtiger formulieren.
„Ich werde es versuchen. Wie es weiter geht.” Es schmerzte sie beide in diesem Moment, weil sie beide spürten, das etwas zerrissen war, was sie immer verbunden hatte. Zögernd streckte Jeff ihr seine Hand entgegen. Seine Hand zitterte leicht und Kate hatte jetzt schon etwas Mitleid mit ihm. Zögernd nahm sie seine Hand. Es war ein Zeichen zwischen ihnen. Sie wollten wieder Freunde werden. Oder war schon zu viel zerstört? Sie stand auf. „OK. Du wirst dich bei Darren entschuldigen.” Er nickte. „Ich mach das schon, aber eine Sache fand ich trotzdem seltsam!“
Kate wusste was jetzt kam. “Was?”
„Hast du gestern seine Augen gesehen? Er war wütend und seine Augen waren so seltsam rot. Du hast es auch gesehen, da bin ich mir sicher. Du hast ihn sogar noch gerufen! Und du hattest irgendwie einen seltsamen Gesichtsausdruck, als hättest du Angst um ….. mich gehabt.”
Kate spürte wie ihr Herz vor Anspannung klopfte. „Jetzt übertreibst du aber, Jeff. Du warst betrunken, vergiß das nicht!” sagte sie schnell.
Kate stand vom Stuhl auf und hatte versucht es so belanglos wie möglich klingen zu lassen. Sie gab sich die größte Mühe, doch es war schwer Jeff zu belügen. Sehr leicht konnte er sie durchschauen. Diesmal war es so wichtig, das er nicht weiter darüber grübeln würde. Kate hoffte, das sie ihn diesmal täuschen konnte. Sie wusste, was auf dem Spiel stand.
Damit Jeff ihr Gesicht nicht sehen konnte, ging Kate mit sicheren und festen Schritten zurück in die Küche. Später in ihrem Zimmer schrieb sie alles in ihr Tagebuch. Die Angst, das Jeff etwas herausfinden würde, blieb. Auch wenn Darren es nicht so sah. Sie kannte Jeff und deshalb war es wichtig, den einzigen Beweis den sie hatte, zu hüten wie einen Schatz. Sie beschloss ihr Tagebuch immer in ihrer Tasche zu lassen, die sie immer bei sich trug.
Noch am selben Abend fuhr sie zu Darren. Sie musste ihm alles erzählen. Sie wollte ihn sehen und freute sich auf ihn. Wie gewöhnlich parkte sie ihr Auto auf dem Parkplatz. Sie schloss mit dem Schlüssel die große Eingangstür auf und ging direkt ins Wohnzimmer.
Sofort, als sie Kate hörten, wechselten sie das Thema und Kate konnte spüren, das sie das Thema mal wieder war. „Hallo Kate!” rief Kai fröhlich. Darren kam auf sie zu und lächelte gequält. Dann küsste er sie auf ihre Wangen. Kate konnte sehen, wie nachdenklich Katharina und James waren. Irgendwas war bei den Noirs los. Irgend etwas beschäftigte sie alle. Das war offensichtlich. Darren zog sie in ihr Zimmer. Kate glaubte, das sie über die Verwandelung diskutiert hatten. Als sie es sich wie immer in dem großen Bett gemütlich gemacht hatten, erzählte sie Darren alles was Jeff betraf. Jeff hörte ihr aufmerksam zu, bis sie zu ende erzählt hatte. Es war spät geworden und Kate schlief in seinem Arm ein. Darren hatte viele Gedanken und alle drehten sich um Kate. Er musste eine Entscheidung treffen.
Obwohl er sie schon getroffen hatte, versuchte er verzweifelt einen anderen Weg zu finden, doch die vielen Stunden in denen er nach Möglichkeiten suchten, zermürbten ihn noch mehr. Vorsichtig, das Kate nicht aufwachte ging er vom Bett, hinaus in die Dunkelheit.
Texte: Any Cherubim
Alle Rechte vorbehalten.
Tag der Veröffentlichung: 21.03.2013
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