Fes Denabre Kye, Das Schicksal spielt mit dir

Anduria Recca · Kapitel 4 von 4

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Fes Denabre Kye, Das Schicksal spielt mit dir

Frühe Kindheit (Teil 2)

 

„Der Tod ist ein Schlaf, in welchem die Individualität vergessen wird: Alles andere erwacht wieder oder vielmehr ist wach geblieben.“ Arthur Schopenhauer, Hauptwerke Band I - Die Welt als Wille und Vorstellung

4. … und Trauer

Und doch,

die Tränen fließen,

du bist fort.

Kommst nie zurück,

wie mein Glück.

Ich wusste nicht mehr was ich tat. Warum ich es tat. Ich wusste gar nichts mehr.

Mein Körper gehörte nicht länger mir, die Bestie kontrollierte ihn.

Sie hatte die Kontrolle übernommen und schlug und biss immer und immer wieder nach Treyson.

Ich konnte sie nicht aufhalten, egal wie sehr ich es auch versuchte, es war mir unmöglich die Kontrolle zurückzuerlangen. Es wollte mir einfach nicht gelingen. Ich war zu schwach. Meine erste Verwandlung hatte mich zu viel Kraft gekostet.

Und doch hatte mien Bruder keine Chance. Ich war immer noch stärker als er.

Ich habe nie verstanden, warum es so war.

Er war älter als ich, größer und er hatte schon längst Kampfunterricht. Mein einziger Vorteil war, dass ich eine geborene Dya war und somit in mir mehr Kraft wohnte als in den meisten anderen Mitgliedern des Rudels.

Doch zu diesem Zeitpunkt konnte ich meine Kraft noch nicht einmal im Ansatz kontrollieren, se war vollkommen wild und unbereschenbar, wenn sie ausbrach. Das war wohl auch Treys Nachteil. Bei meiner ersten Verwandlung hatte Trey einfach nur Pech, rießiges Pech.

Normalerweise war es die Pflicht der Eltern die Kinder auf ihre erste Wandlung vorzubereiten, doch meine Eltern hatten e noch nicht einmal für nötig befunden mit mir darüber zu reden. ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was mit mir geschah.

In dem einen Moment stritt ich mich noch mit meinem Bruder und fühlte wie die Wut in mi immer mehr Raum einnahm. Dann auf einmal hatte ich das Gefühl mein Körper löste sich auf und im nächsten Moment stand ich als Schneeleopardin vor meinem Bruder und fauchte ihn an.

Inzwischen weiß ich, dass es völlig normal ist, nach der ersten Verwandlung das inner Tier nicht unter Kontrolle zu haben. Doch normalerweise sollten die Eltern einem helfen, damit man sich beruhigte. Auch sollte die erste Verwandlung normalerweise bewusst herbeigeführt werden.

Was meine Eltern sich dabei dachten, es bei mir nicht zu machen, weiß ich nicht. Aber ich erinnere mich noch zu gut daran, wie die Situation mit Trey aus dem Ruder lief.

Trey reagierte schnell. Innerhalb von Sekunden verwandelte auch er sich. Seine Haltung vermied jedoch jede Drohgebärde, um mich auch ja nicht weiter zu reizen. Doch mir war das in diesem Moment egal. Ich achtete gra nicht darauf. Ich war einfach nur wütend und meine Wut richtete sich gegen das einzige Lebewesen in greifbarer Nähe. Trey.

Ich glaube Trey und ich waren gleichermaßen erschrocken, als ich mit der Pranke ausholte und ihn mit voller Wucht am Kopf traf, so stark, dass er taumelte.

Ab diesem Zeitpunkt hörte scheinbar auch für ihn der Spaß auf, denn er griff nun seinerseits mich an.

Ich wich seinen Prankenhieben so gut wie ich konnte aus. Innerhalb kürzester Zeit war mein Fell voller roter Flecken. Immer mehr Blut tropfte auf den Boden und sowohl Trey als auch ich bluteten aus immer größeren Wunden.

Nachdem sich der Schock, der mich nach Treys plötzlichem Angriff gelähmt hatte, wieder legte, besaß Trey keine Chance mehr.

Ich schlug auf ihn ein, biss ihn, kratzte ihn, verletzte ihn. Immer und immer weiter, bis letztlich sein ganzer Körper rot war. Mehr als eine große offene Wunde konnte ich erkennen.

Trey taumelte schon und brach dann in sich zusammen. Das war der Moment, in dem es mir gelang die Bestie zu verdrängen und in dem ich realisierte, was ich gerade getan hatte.

Ich, eine 5 Jährige, hatte meinen großen Bruder fast getötet.

Ich weiß nicht wie es kam, dass ich mich zurückverwandelt habe. Doch ich erinnere mich daran, wie ich auf einmal neben Treys blutüberströmtem Körper kniete und ihn beruhigend über den Kopf streichelte. Ich weiß noch, dass ich das Ausmaß der Situation nicht verstand und das ich so unendlich viel Angst hatte. Angst vor dem, was von mir Besitz ergriffen hatte. Angst um Trey, da er einfach nicht mehr auf mich reagierte. Ich weiß nicht, wie lange ich an Treys Seite saß, doch irgendwann fanden und unsere Eltern.

Als ich sie bemerkte, fing ich an zu schluchzen und am ganzen Körper zu zittern. Irgendetwas in ihrer Präsenz machte mir Angst. Soviel Angst, dass ich mir fast wünschte sie würden wieder gehen. Dennoch klammerte ich mich verzweifelt an meinem Vater fest.

Dass, was nun geschah, liegt für mich im Nebel. Aber einige wenige, wertvolle und auch sehr schmerzhafte Erinnerungen sind mir geblieben.

Meine Eltern schienen die Situation direkt zu erfassen. Sie warfen sich einen kurzen Blick zu, dann nahm mich mein Vater auf den Arm und trug mich ins Lager zurück - weg von Trey. Mutter folgte einige Schritte hinter ihm.

Da ich über die Schulter meines Vaters zu Trey zurückschaute, bemerkte ich im Gegensatz zu meinen Eltern, dass er sich zurückverwandelt hatte. Ich sah auch als einzige, dass er versuchte den Arm zu heben. Auch vernahm niemand außer mir sein gekrächstes „Mom“.

Fortsetzung folgt...

Texte: Anduria Recca

 

Bildmaterialien: Coverbild von http://pixabay.com/ (nachbearbeitet)

Alle Rechte vorbehalten.

Tag der Veröffentlichung: 18.03.2015

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