Olivia oder Die unsichtbare Lampe
S. 182
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 2 Teile geteilt.
Sie antwortete: »Ich muß zu Georg Ingbert. Georg Ingbert liegt sterbend in einem Feldspital.«
Lamm ging, an ihr vorüber, auf und ab. Nach einer Weile sagte er: »Ich werde die Papiere besorgen.« Dann, wieder nach einer Weile: »Wäre es dir lästig, wenn ich dich begleiten würde? Du brauchst auf dieser Reise einen Schutz.«
Sie sah ihn groß an. Statt etwas zu entgegnen, bot sie ihm die Hand. Er starrte darauf nieder, überwältigt. »Olivia, zwischen uns beiden steht das Schicksal in seiner ganzen Unerbittlichkeit,« murmelte er.
Sie schüttelte den Kopf. »Zwischen uns beiden ist nichts Trennendes mehr,« sagte sie mit schönem Lächeln und legte auch die linke Hand in seine.
Ungläubig hob er die Augen. Es gibt ein Glück, das wie Angst wirkt. »Zu spät, Olivia, zu spät,« stammelte er. »Ich bin ein gar zu irdischer Mensch. Die Sorte geht bei langem Warten an sich selbst zugrunde. Aber ich habe nun wenigstens die Genugtuung, daß ich nicht an ein törichtes Hirngespinst verraten war. In jeder Raserei liegt eine höhere Vernunft.«
Olivia, sichtlich müde, lehnte den Kopf an seine Schulter.
»Es ist möglich gewesen, das genügt mir,« fuhr er fort. »Die Verwirklichung wäre schon zu viel. Dein Leben hat sich eine Form geschaffen, die für meines zu weit, zu tief ist. Sie wieder einzuengen, steht nicht in deiner Macht. Wie sollten wir zu einer Gemeinsamkeit gelangen? Du kommst im rechten Augenblick; vielleicht hätt’ ich mich sonst vollends zerfleischt. Jetzt überseh’ ich den Weg; dich begleiten, das kann ich; dich für mich behalten darf ich nicht.«
Olivia flüsterte: »Ich bin eine Frau; ich will es sein.«
Lamm nahm ihren Kopf zwischen die Hände und küßte sie auf die Stirn. »Was hätte es dann mit Georg Ingbert auf sich?« fragte er. »Warum diese Reise? Was suchst du bei ihm? Was ist dir sein Leben oder sein Tod, dir, – die durch das Sterben der Menschen geht wie durch einen Garten im November?«
»Das kann ich dir nicht sagen,« erwiderte Olivia, »ich m u ß es eben tun.«
»Ich aber kann es dir sagen,« versetzte Lamm; »du willst dich mit diesem Schritt von ihm scheiden. Er besitzt noch etwas von dir, ein Pfand, das du auslösen möchtest. Wenn du zu mir gehst, schlägst du das Tor der Vergangenheit hinter dir zu, und du willst nicht, daß einer, ob es auch bloß ein Schatten ist, draußen steht und nach dir ruft.«
Olivia erbleichte. Sie schloß die Augen und schwieg.
»Wir können aber ohne Vergangenheit nicht in die Zukunft hinaus,« begann Lamm wieder; »wer da baut, muß die Erde höhlen. Gräber der Liebe machen neue Liebe fruchtbar, es fragt sich nur, wie reich man an Liebe ist. Du, Olivia, hast tausendfache Liebe in die Gräber gesenkt, tausendmal hast du Georg Ingbert schon begraben.«
»Und doch muß ich zu ihm –«
»Ich glaub’ es selbst,« antwortete Lamm. »Eine Fahrt über lauter Gräber. Zwischen dir und ihm – Gräber; zwischen dir und mir – Gräber. Millionen von Verbluteten und Hingeschlachteten zwischen uns.«
»Man möchte auf einen andern Stern fliehen,« sagte Olivia. »Es muß einen göttlichen Sinn haben, alles, sonst sind wir Narren und Verbrecher.«
»Es gibt keinen andern Stern, Olivia, aber das Leben ist unendlich. Die wir begraben haben, die tragen uns; warum sie vernichtet worden sind, ist nicht zu erforschen. Zu fühlen ist es, glauben muß man; kann man das nicht, dann ist es freilich zum Verrücktwerden.«
» Wa s fühlen? Wa s glauben?« brach Olivia leidenschaftlich aus.
»Die höhere Ordnung, Olivia. Du warst ja nahe, es zu nennen: Gott! Ja, ich sag’ es, ich, Robert Lamm, der Skeptiker von achtundvierzig Jahren, der Gewohnheitsleugner, der Mann ohne Ideal. Gott! Es bleibt nichts andres übrig. Gott will, und wir tun. Gott düngt, und wir wachsen. Gott pflügt, und wir werden als Unkraut ausgejätet oder als Samen in die Furchen gestreut. Was ist dein Aufbäumen, was ist mein Schwatzen? In ferner Zukunft verleiht es vielleicht einmal einer Kreatur, an deren Existenz wir einen sehr entfernten Anteil haben, den geheimnisvollen Nerv zu einer Tat. Du kannst nicht helfen, keinem außer dir. Und hilfst du dir, ich meine dem Gott in dir, so hast du nichts mehr zu fürchten.«
»Und du, Robert?« fragte Olivia ernst: »Du? Das alles ginge mir stärker ans Herz, sprächst du zu mir als Handelnder.«
Lamm blickte mit zusammengezogenen Brauen starr ins Weite. Er antwortete: »Da man sich in diesem Sturm und Wirrsal in einen herabgedrückten Zustand des Lebens finden muß, wäre es wünschenswert, wenn jedermann eine Prüfung seiner inneren Bestände vornehmen wollte. Der Krieg wird lange dauern. Ein neues Zeitalter wird sich hernach deutlich abscheiden. Ob ich dann noch zu brauchen bin, weiß ich nicht. Ich will’s versuchen.«
»Wirklich?« rief Olivia mit aufleuchtenden Augen. »Doch warum zögerst du?«
»Weil ich nicht pfuschen will. Du hast mich Geduld gelehrt, Olivia.« Er wandte sich ab und sagte gepreßt: »Könnt’ ich nur in Worte fassen, was du mir bist.«
»Robert!«
Jäh fuhr er herum und zog sie in die Arme. Sie aber befreite sich sanft und verließ ihn.
Um sich zu sammeln, ging sie in den Garten. Es war hell, der Mondschein einer Mainacht, die Luft voll Blumengerüche. In den Baracken waren schon die Lichter ausgelöscht. Vor einem der Treibhäuser saß ein Soldat und starrte in den Himmel. Auf den Wegen lagen weiße Blüten, so viele, daß sie den Schritt dämpften. Alles in der Natur atmete Frieden, alles sprach von Auferstehung und Erneuerung.
Olivia brach einen Zweig von einem Apfelbaum, roch daran und ging sinnend weiter. ›Warum hast du das getan?‹ fragte sie sich plötzlich und betrachtete den Zweig mit Abscheu. Aus den weißen Blüten grinste ihr der Tod entgegen.
Sie erschauderte. Die ganze Welt schien ihr wie auf eine Wand gemalt, fremd wie der Tod.
Erst am dritten Tage konnten sie reisen.
Es war eine sonderbare Fahrt. Robert Lamm, lebhaft und aufgeräumt, erzählte viel und war stets um Olivia bemüht. Junge Offiziere saßen im Wagen, die dem schönen Mädchen in der kleidsamen Schwesterntracht eine teilnahmvolle Neugier bezeigten. Auf den Bahnhöfen gab es lange Aufenthalte, und überall herrschte ein beängstigendes Treiben. Verwundete Soldaten lagerten in malerischen Gruppen; Flüchtlinge jeden Alters und Standes drängten sich um aufgeregt gestikulierende Beamte; Munitions-, Proviant-, Spitals- und Mannschaftszüge versperrten die Geleise oder fuhren vor; der einzelne Mensch hatte weder Wichtigkeit noch Stimme, alles verlor sich in der Masse, wurde fortgerissen von der Masse, anscheinend ordnungslos, und doch von einer gewaltigen und besonnenen Kraft regiert.
»Und das alles für eine Einbildung von Feindschaft,« sagte Lamm leise zu Olivia; »wo ist dein Feind? Wo ist meiner? Wo der von dem Slowenen, der da am Pfeiler lehnt oder von der eleganten Dame dort, die wahrscheinlich bei der Flucht auf einem Leiterwagen ihre Mantille zerrissen hat –? Wo ist der Feind? Jeder ist mein Feind, jeder andere Mensch, und jeder ist mein Bruder. Gegen wen ziehen also die Armeen, wogegen rasen die Völker? Sie wissen es nicht. Es ist aber das Blut, der Wille der Generationen, die nach ihnen kommen. Diese brauchen einen Weltzustand, den wir nicht einmal träumen können, und doch müssen wir ihn für sie schaffen, sie wollen es, sie erzwingen sich’s. Die Einsicht können sie uns nicht geben, nur das Feuer und die Brunst, die zur Zeugung gehören. Zeugung aber ist eine Angelegenheit des Rausches, sie hat Züge von Mordlust und Grausamkeit und stößt die Seele ins Chaos zurück, von wo sie stammt.«
»Laß das,« antwortete Olivia gepeinigt; »ich mag’s nicht, wenn Gedanken so wahr werden, daß sie verletzen. Gesteh doch lieber, gesteh es endlich, daß du dich getäuscht hast, wenn du mir immer unser Land als reif zum Untergange geschildert hast. Du hast gegen deine Brüder gewütet wie ein Besessener, und gegen dich selber auch. Gesteh doch, daß wir nicht zuschanden geworden sind vor dir und daß du das Henkerbeil umsonst gewetzt hast. Schau’ in die Gesichter, in welches du willst; ist nicht in fast allen ein kühles, tätiges Leben, ein werkfreudiges Gefühl, und sogar die Widerstrebenden können sich nicht entziehen. Sag’s ihnen doch, daß sie deiner nicht so ganz unwürdig waren, Robert; die Sühne bist du ihnen schuldig.« Es klang wie Spott eines Cherubs. Lamm errötete.
In einer Station nach Krakau stieg ein dicker, kleiner Herr von etwa fünfzig Jahren ein. Er trug ein schwarzes, flaches Strohhütchen auf einem mächtigen Schädel und sah einem Negerhäuptling in europäischen Kleidern ähnlich. Lamm kannte ihn, und sie begrüßten einander. Es war Exzellenz Häfner, ein ehemaliger Minister. Durch seine Gaben zu großen Leistungen befähigt, hatte er sich doch wider die Ränke seiner Gegner nicht zu behaupten vermocht. In der Zeit, die ihn am Ruder gesehen, waren die Wogen des Liberalismus hoch gegangen und hatten den starren Theoretiker und römisch angehauchten Frondeur über Bord des Staatsschiffes gespült. Jetzt hatte man sich der lenkenden Erfahrung erinnert, die er besonders in den schwierigen nationalen und wirtschaftlichen Problemen der eben befreiten Nordprovinz stets erwiesen, und hatte ihn aus dem Dunkel eines Pensionisten-Daseins mitten in den Tumult der Weltbühne gerufen. Er war auf dem Weg ins Hauptquartier, wo er Beratungen wegen einer neu einzusetzenden Verwaltungsbehörde pflegen sollte.
So erzählte er Lamm und Olivia, mit der er alsbald bekannt wurde. Er hatte eine bestrickende Art zu plaudern, trotzdem er bissig war wie ein Kettenhund. Die Hand auf Lamms Knie legend, sagte er zärtlich und strafend: »Sie, lieber Hofrat, sähe ich nicht ungern unter meinen Helfern. Es wird keine Leibwache sein, fürchten Sie nichts. Mit den Prätorianern haben wir aufgeräumt. Sie haben sich viel zu früh ins Ausgeding begeben. Aber Sie waren unvorsichtig, Sie waren zu leise. Auf Filzschuhen darf man nicht aus unseren Ämtern schleichen. Wenn schon Skandal, dann mit großem Orchester. Ich habe bereits an Sie gedacht, denn ich bin mit der Laterne auf der Menschensuche. Werden Sie mich für einen Fanfaron halten, wenn ich Ihnen sage, daß man den rechten Mann an die rechte Stelle bringen wird? Das Land schwitzt seine ungesunden Stoffe aus; Blut, Leichen, Schutt, Moder, aufgehängte Verräter. Kommen Sie gleich mit mir, wenn es irgend angeht; ich habe ausreichende Vollmachten. Es gibt zu tun, man kann die Flügel dehnen. Mit den alten unbezahlten Rechnungen machen Sie es wie ich: vergleichen Sie sich und geben Sie neuen Kredit.«
Lamm sah betreten vor sich hin. Er antwortete zaudernd und unbestimmt; das Anerbieten war zu überraschend, und sein Mißtrauen gegen die Regierenden war zu tief. Die Exzellenz wollte keine Ausflucht gelten lassen. Da er bemerkte, daß Olivia begierig zuhörte und Lamms Erwiderung mit sichtlichem Unmut aufnahm, witterte er das nahe Verhältnis zwischen den beiden und wandte sich geschmeidig an sie. Sie gab ihm in jedem Punkte recht, auch darin, daß Lamm die Entscheidung nicht aufschieben dürfe. In die Enge getrieben, erklärte Lamm, daß er nicht gewohnt sei, wichtige Entschlüsse mit solcher Eile zu fassen, auch könne er nicht zugeben, daß Olivia die Reise mitten durch Kriegsgebiet und nahe an die Front allein fortsetze. Olivia widersprach dem, und Exzellenz Häfner sagte, er treffe in Tarnow zwei hohe Offiziere, die im Automobil zum San führen und dem Fräulein sicherlich einen Platz im Wagen gewähren würden. Ohnehin mußte man in Tarnow übernachten. Lamm bat sich Bedenkzeit bis zum nächsten Morgen aus.
Er saß mit Olivia in einem trübseligen Gasthauszimmer. Die Exzellenz war fortgegangen, um die Offiziere aufzuspüren, die Olivia mitnehmen sollten. Unablässig polterten Fuhrwerke über das holprige Pflaster draußen, und das Geschrei der kutschierenden Bauern und Soldaten erfüllte die Nacht. An den Nebentischen saßen Juden, die sich in ihrem unverständlichen Jargon leise unterhielten.
»Wüßt’ ich dich zu Hause, so gäb’s kein Schwanken für mich,« sagte Lamm. »Ich weiß, daß ich nicht mehr hinten stehen darf. Schon um deinetwillen nicht. Ich hab’ dir’s ja auch gelobt.«
»Es wär’ ein schlechter Anfang, Robert, wenn mir deine Angst Ketten um die Füße legte,« erwiderte Olivia. »Du und Angst, Angst um einen Menschen! Ich kenn’ dich nicht mehr!«
»Du sprichst von einem Anfang, Olivia; mich dünkt, es ist ein Ende. Ich spür’s in allen Nerven, und mir ist so unheimlich wie manchen Leuten, die den Blitz fühlen, bevor er gezündet hat. Hör’ doch, wie die Welt braust und brüllt! Die Menschen sind so armselig und so furchtbar. Dessen bleib eingedenk, daß ich um dich gedient habe, länger als Jakob um Rahel, viel länger. Nur dacht’ ich, ich müßte dich unterwerfen, derweil lag es umgekehrt im Schicksalsplan, und ich hab’ nicht begreifen wollen, warum. Du hast gesiegt, Olivia, du bist die Siegerin, aber nicht bloß über mich, über uns alle, auch über die Sieger, und dich für meine Person zu beanspruchen, wäre so lächerlich, als wollt’ ich den Mond in mein Zimmer hängen, daß er mir zum Schreiben leuchte. Ich hab’ eine Erscheinung gehabt, weiter nichts.«
»Ach, Robert!« seufzte Olivia, die es nicht ertragen konnte, wenn man sie pries. »Ahnst du denn nicht, wie jämmerlich alles ist, was man tut, im Vergleich zu dem, was ungetan bleibt?«
»Es liegt nicht an der Qualität, es liegt im Geiste. Der Geist kann heilig werden, trotz Völkermord und Völkerwahn. Ich habe an den Heiligen Geist glauben gelernt, und damit allerdings steh’ ich wieder am Anfang.«
Er verstummte. Olivia sah ihn an und hielt ihn im Blick ihres groß aufgeschlagenen Auges.
Exzellenz Häfner kam etwas verlegen zurück. Er habe die beiden Herren gefunden, berichtete er, aber das Unangenehme sei, daß sie noch in der Nacht fahren müßten. Ob man der jungen Dame zumuten dürfe, die anstrengende Reise schon in einer Stunde fortzusetzen, habe er nicht gewagt zu entscheiden.
Olivia sagte, sie sei bereit, sie wäre froh, wenn sie rasch ans Ziel komme. Lamm widersprach nicht.
Sie nahmen hastig einen Imbiß auf schmutzigen Tellern, dann ging Olivia auf ihre Kammer, um ihre Tasche zu richten. Lamm folgte ihr nach einer Weile; als er in die elende Kammer trat, die von einer einzigen Kerze erhellt wurde, war sie schon fertig. Sie stand hochaufgerichtet am schwarzen Fenster, den Kopf etwas zur Seite geneigt, die Schultern, nach ihrer Art, zurückgebogen, die Arme lässig im Fall. Ihr Gesicht hatte einen verlorenen Ausdruck, selten hatte Lamm sie so in sich selbst ruhend gesehen.
Er trat zu ihr und küßte sie. Olivia lächelte; als sie ihn wieder küßte, waren ihre Augen feucht.
Er ergriff das Täschchen, und sie verließen den Raum. Unten wartete die Exzellenz, um sie an den Ort des Stelldicheins zu führen. Schweigend gingen sie durch die finsteren Gassen. Auf einem Platz neben einer Scheune stand der Kraftwagen. Die Vorstellung war schnell erledigt, Olivia stieg ein, der Motor begann zu schnurren; »leb’ wohl, Robert,« rief Olivia, dann winkte sie noch einmal, und der Wagen fuhr davon.
»Kommen Sie, Freund, wir haben nur noch vier Stunden zum Schlafen,« sagte die Exzellenz und schob den Arm in den Robert Lamms.
Für Robert Lamm gab es aber keinen Schlaf. Er verließ die zugige Kammer wieder, kaum daß er sie betreten hatte, und ging auf die Gasse.
Die regenfeuchte Luft schlug ihm ins Gesicht, die Häuser, an denen er vorüberging, waren schwarz, viele sahen wie seit langer Zeit verlassen aus. Er schritt an einem Zaun hin und spähte bisweilen in die Ebene oder in den Himmel. Die Zaunpfähle neben ihm, in endloser Folge, das brachte ein eigentümliches Gefühl von Rhythmik in seinem Innern hervor, und vielleicht war dies die Ursache, daß seine Gedanken immer bewegter, immer stürmischer wurden.
Der Marschschritt einer Kolonne wurde hörbar und kam näher. Es waren deutsche Soldaten, eine große Abteilung; der Zug wollte gar kein Ende nehmen. Lamm konnte die Gesichter der Leute nicht unterscheiden, doch die Entschlossenheit und der unabänderliche Gleichklang ihres Schrittes machten einen tiefen Eindruck auf ihn. Als sie vorüber waren, blieb er stehen und schaute ihnen nach. ›Da gehen sie nun,‹ dachte er und zog die Stirn in Falten, ›da gehen sie. Es ist etwas in ihrer Haltung und in ihrem Schritt, als rechneten sie gar nicht mit der Rückkehr. Ob nicht ein einziger unter ihnen ist, der heimlich rebelliert? Vielleicht doch. Aber es kommt nicht darauf an. Es kommt auf keinen einzelnen an, auf den Willigen nicht und auf den Rebellen nicht. Was liegt am Müller und am Schmied und am Fuhrknecht und am Schreiber und an all den Strebern und Glücksjägern und Verliebten und Familienvätern und Staatsdienern, die dort draußen auf dem Schlachtfeld fallen werden, was liegt an ihnen? Es wird immer wieder Schmiede und Fuhrknechte und Schreiber und Verliebte und Familienväter geben. Was brächten sie vor sich, wenn ihnen dies Schicksal erspart bliebe? Es kommt auf sie nicht an. Auch auf mich kommt es nicht an. Vor Gott bin ich gar nichts wert.‹
Er ging ein Stück, in der Richtung gegen die Stadt zurück, und nach einer Weile blieb er wieder stehen. »Und doch,« redete er nun laut vor sich hin, »doch ist der Mensch etwas Köstliches; man muß ihn bloß anschauen und begreifen können. Viele können es nicht. Diese Gestalt, das Auge, die Stimme: es ist wunderbar. Die meisten spüren nicht den Menschen. Auch ich habe den Menschen nicht gespürt. Ich habe so hingelebt, das ist alles; habe mich geärgert, habe gezankt, gefeilscht, geredet, aber den Menschen gespürt, nein, das hab’ ich nicht.« Und im Weitergehen wiederholte er noch ein paar mal die Worte: »Nein, das hab’ ich nicht.«
Da kam er an ein Haus, das ohne Türen und ohne Fenster war. Auch das Dach war zum Teil weggerissen, so daß der Himmel in die öden Räume starrte. Lamm ließ einen Blick zerstreuter Neugier über die Ruine schweifen und wollte seinen Weg fortsetzen, als er ein jämmerliches Wimmern vernahm. Er lauschte und hörte den Laut deutlicher. Es klang wie das Weinen eines kleinen Kindes.
Nun trat er in das Haus, zündete seine elektrische Taschenlampe an und ging von Stube zu Stube. In der letzten Stube sah er einen Säugling auf schmutzigen Lumpen liegen, halb nackt und nur noch matt schreiend. Lamm rief. Er glaubte die Mutter oder sonstige Angehörige in der Nähe. Aber niemand antwortete; niemand war zu sehen. Der Säugling war völlig verlassen, fror und hatte Hunger.
Lamm nahm das Kind auf seine Arme und trug es hinaus. Er rief noch einmal; umsonst. Da trug er das wimmernde Kind auf seinen Armen weiter. Sein anfangs zaudernder Schritt wurde fest und entschlossen, und alle hadernden Gedanken in seinem Innern schwiegen still.
Er hüllte das frierende Kind in seinen Mantel, und als er die Körperwärme spürte, kam etwas Freudiges über ihn, und das lebendige, an ihn geschmiegte Wesen wurde ihm plötzlich in sonderbarer Weise teuer. ›Ich will es behalten,‹ sagte er sich, ›ich will es wie ein Geschenk von Olivia behalten, und seine Augen sollen mir leuchten, wenn ich zu den Menschen gehe und für sie schaffe.‹
Am Nachmittag darauf, nach fünfzehnstündiger, durch viele Hindernisse verzögerter Fahrt im Regen kam der Kraftwagen nach Drohobycz. Hier mußte Olivia eine andere Gelegenheit suchen, und der Bemühung des einen Offiziers gelang es, ihr einen Platz auf einem Feldpostwagen zu verschaffen, der nach Zawadow fuhr. Hatte sie schon die Nacht und den Tag über vom Regen zu leiden gehabt, jetzt wurde es schlimmer; oft konnte der Wagen kaum vorwärts, so schwierig war es, den begegnenden Fahrzeugen und marschierenden Kolonnen auszuweichen. In langen Reihen schleppten sich Verwundete die Straßen heran; fern am Horizont umsäumte den düstern Himmel eine dunkle Glut. Überall waren Notbrücken, überall rauchten Trümmer, und der Erdboden war von tiefen Spalten und Löchern zerrissen.
Völlig durchnäßt war Olivia, als endlich der schüttelnde Wagen in der Nacht vor einem halbzerschossenen Haus einer Dorfstraße hielt. Ein freundlicher Korporal besorgte ihr ein Obdach, irgendwo in einem Bauernhaus, in dessen Flur sie über die Leiber schlafender Soldaten steigen mußte. Ein Strohsack hinter einem Verschlag bildete ihr Lager. Von den Bretterwänden troff das Wasser, die Luft war wie in einem Keller, Pferde stampften in der Nähe, sie schloß die Augen und dämmerte erschöpft hin, ohne schlafen zu können. Mit dem Morgengrauen erhob sie sich und fragte um den Weg nach dem Feldspital, in welchem sie Ingbert zu finden hoffte.
Sie ging zum Oberarzt, der kaum Zeit hatte, ihr Rede zu stehen. Ein jüngerer Arzt trat hinzu, und dieser konnte ihr sagen, daß Leutnant Ingbert tot sei. Gestern war er begraben worden. Olivia faßte die Kalkmauer mit den Fingerspitzen der einen, dann der andern Hand an. Es schien ihr, als springe ihr Herz vor Kummer.
Zu Hunderten kamen blutende Männer vom Schlachtfeld, auf Bahren, auf den Armen der Sanitätsleute, oder von Kameraden geführt. Der Kampf um Strji war mörderisch. Olivia half verbinden. Hier roch das Blut der Wunden wilder und frischer als fern in der Stadt. Die Ärzte nahmen einen um den andern vor, hatten unbewegliche Gesichter, kümmerten sich weder um Schreien und Stöhnen, noch um Bitten. Niemand fragte, woher Olivia kam oder ob sie bleibe, man war um jeden Arm froh, der zugriff. Auf dergleichen war sie nicht vorbereitet gewesen, auf diese endlosen Reihen von Starrenden und mit dem Tode Ringenden. Um Mittag wandelte sie eine Ohnmacht an, denn sie hatte noch nichts gegessen. Auch fror sie beständig. Ein junger Bursch brachte ihr Fleisch und Kartoffeln, sie konnte nichts anrühren. »Na, werden Sie uns nur nicht krank,« sagte einer der Doktoren ärgerlich im Vorübergehen. Sein Leinwandkittel war von oben bis unten mit Blut bespritzt.
›Du mußt zu seinem Grab,‹ gebot eine Stimme in Olivia. Wie gehetzt floh sie aus dem Raum, drängte sich durch die Verwundeten und fragte einen Oberleutnant, wo die gestern Begrabenen lägen. Der Offizier zog die Stirne kraus; die betreffende Stelle sei seit einigen Stunden gefährdet, antwortete er. Sie sagte gepreßt, wessen Grab es sei, das sie aufsuchen wolle. »Ich kannte Ingbert,« versetzte der Offizier, »ein lieber Kamerad. Schade um ihn.« Dann warf er einen flüchtigen Blick auf Olivia und erklärte sich bereit, sie zu führen. Sie war nicht fähig, ihm zu danken. Sie hatte keinen Dank mehr in sich.
Sie gingen über einen kotigen Feldweg. Bisweilen spritzte die Erde auf, als ob in ihrem Innern etwas geplatzt sei. »Sie schießen,« bemerkte der Offizier, nach einem Wald in der Ferne deutend und zündete sich eine Zigarette an.
Auf einer Wölbung des Geländes sah man unzählige kleine Holzkreuze. Der Offizier schritt eine Weile an der vordersten Reihe entlang, blieb bei einem stehen und sagte: »Hier liegt er.« Damit grüßte er und entfernte sich.
›Hier liegt er,‹ dachte Olivia. ›Und warum eigentlich? Und warum die andern, Unzähligen, warum?‹ Sie erinnerte sich der Anmut und Zartheit des Freundes, seiner Wärme und schweigsamen Liebe, und dachte: ›Warum nur, warum?‹
Sie ging weiter, ohne auf Weg und Richtung zu achten. Immer noch fiel Regen, immer noch fror sie. Am dunkelnden Wolkenhimmel malten sich feurige Geschoßbahnen, Leuchtkörper schwammen weit drüben in der Luft, bisweilen ertönte ein Krachen, als wolle der Weltkörper zerreißen. Zur Rechten wich mannshohes Gestrüpp zurück, das eigentümlich erhellt gewesen war, und nun gewahrte sie ein brennendes Dorf in der Ebene, weit drüben, und sie wanderte darauf zu. Sie holte ein Wägelchen ein, das von einem müden, klapperdürren Gaul gezogen und von einer alten Bäuerin gefahren wurde. Fünf oder sechs entsetzlich bleiche Kinder lagen droben und schliefen. Das Pferdchen wollte nicht mehr weiter, und die alte Bäuerin schimpfte bald, bald flehte sie. Eines der Kinder erwachte, und als es des Brandes ansichtig wurde, stieß es einen gellenden Schrei aus.
Plötzlich flammte in einer Entfernung von kaum zweihundert Schritt ebenfalls ein Gebäude auf. Man sah nun, daß dort ein Dorf lag. Die Dächer der übrigen Hütten fingen im Zeitraum von wenigen Minuten Feuer. Olivia blieb stehen.
Männer und Weiber stürzten ins Freie; die vergrämten Gesichter waren grell vom Feuer beschienen. Aus der Menge aber löste sich eine auffallende Erscheinung; ein einfacher russischer Soldat, jedoch ein Riese von Gestalt. Er war nicht jung, sicherlich über Vierzig, trug keine Kopfbedeckung, und seine schwarzen Haare flatterten struppig um Stirn und Schläfen. Er ging langsam, mit wagrecht vorgestreckten Armen, und man sah an seinem Gang, daß er blind war.
Doch schwankte er nur wenig; er ging dicht an den brennenden Häusern entlang, immer mit wagrecht vorgestreckten Armen. Die Funken prasselten um seinen Kopf, brennende Balken fielen dicht neben ihm nieder, aber durch keine Miene verriet er Schrecken oder Unsicherheit. Der Eindruck war so mächtig, daß die Bauern, ihre Weiber und ihre Kinder ihm alsbald in Scharen folgten und sich dicht an ihn drängten, als ob sie in seiner Nähe gefeit wären.
Olivia blickte rundum: die nasse Erde rot, der sternenlose Himmel rot, und zwischen Erde und Himmel tobende Mordmaschinen, brüllendes Vieh, winselnde Hunde und verzweifelte Menschen. Es wollte ihr scheinen, als käme der blinde Riese auf sie zu, um ihr eine Botschaft zu bringen, und je deutlicher sie sein Gesicht sehen konnte, je mehr wunderte sie sich über die unbeschreibliche, fast selige Ruhe darin. Gefährdeter konnte kein Mensch sein; hilfloser keiner; aber was bedeutete ihm die Gefahr? Was galt ihm diese Stunde und die nächste? Obgleich in Olivia ein rätselhafter Wunsch war, daß er sie sehen möge, ein rätselhaftes Bedauern, daß er sie nicht mehr sehen konnte, war es ihr doch klar, daß nach allem, was er von dieser Welt gesehen, er glücklich zu preisen sei, daß er nichts mehr von ihr sah.
Sie wanderte den Weg zurück, verirrte sich jedoch. Ihre Erschöpfung wuchs, und sie konnte nicht mehr daran zweifeln, daß sie krank war.
Patrouillen begegneten ihr und riefen ihr etwas zu. Sie verstand nicht und antwortete nicht. Auf einem umgehauenen Baumstamm rastete sie eine Weile, dann schleppte sie sich eine halbe Stunde weiter. Sie kam zu einem offenen Parktor, ging hinein und gewahrte ein Schilderhaus, das leer war. Durch die Baumwipfel sah sie die Umrisse eines großen Gebäudes.
Die Beine versagten den Dienst; sie schlüpfte in das Schilderhaus, kauerte sich nieder und hüllte sich fester in den nassen Mantel. Ein schlafähnlicher Zustand machte sie bewußtlos.
Als sie wieder zu sich kam, war es Tag. Sie raffte alle Kräfte zusammen und trat ins Freie. Da bot sich ihren fieberheißen Augen ein unvermuteter Anblick. Fahler Frühsonnenschein war durch die Nebel gebrochen und fiel auf unzählige Beete und Sträucher voller Rosen. Lauter Rosen, über die ganze Fläche des Parks, in allen Farben der Gattung, soweit der Blick reichte. Dazwischen aufgeworfene Gräben, zertretener Rasen, zersplitterte Bäume. Sie trat zum nächsten Strauch; die Freude an den Blumen, erst wie eine überwältigende Erinnerung, verdrängte jedes andere Gefühl und steigerte sich zu leidenschaftlichem Verlangen. Voller Hast, ja fast gierig brach sie einige Rosen ab, ohne darauf zu achten, daß sie sich an den Dornen die Hände blutig riß.
Aber da ihr schwindelte und alles um sie zu tanzen begann, schritt sie dem Hause zu und trat in die Vorhalle. Es war eine geräumige Baulichkeit, einer der vielen adligen Herrensitze dieser Gegend. Kein Mensch war zu sehen. Die Türen der Zimmer standen offen, und überall zeigten sich die Spuren böswilliger Zerstörung. Die Gläser der Spiegel lagen in Scherben auf dem Boden, die Möbel waren umgestürzt, das Porzellan zerschmettert, die Bücher aus den Regalen geschleudert und zerfetzt, die Bilder zerschnitten, die Wände mit Unrat beschmiert. Hier mochte sie nicht bleiben; ihre letzte Kraft zusammenraffend, stieg sie die Treppe hinauf. Sie rief, doch niemand antwortete. Da, als sie in einen Raum mit hohen Fenstern trat, gewahrte sie endlich einen Menschen. In der Mitte des sonst völlig leeren Raumes stand ein Sarg, darin lag ein Greis mit langem, weißem Bart; ein Kruzifix aus Silber ruhte auf seiner Brust, und an den vier Ecken des Sarges brannten vier Kerzen. Daneben aber saß ein Knabe von etwa vierzehn Jahren; er hatte tiefschwarze Haare, die über die blassen Wangen fielen; seine Augen waren traurig und voll Angst.
Erstaunt betrachtete er die Fremde. Er erhob sich und redete sie polnisch an. Olivia verstand die Sprache nicht; da sie sich aber hinschwinden fühlte, machte sie eine bittende Gebärde und preßte die linke Hand gegen ihre Brust, in der der Atem flog. Der Knabe sah sie an und begriff; ihn hatte der Krieg frühzeitig über menschliches Leiden unterrichtet. Auf den Zehen, als könne der tote Mann noch gestört werden, ging er zu einer Tür, die er öffnete und wies auf ein Bett, das dort im Zimmer stand. Nicht zu verkennen, daß es das Schlafgemach einer Frau gewesen war; auf den Lehnen der Stühle hingen Frauenkleider, in einer Ecke standen Frauenschuhe; sonst deutete manches auf eine eilige Flucht hin.
Olivia schloß die Tür, als sie drinnen war, riß ihre nassen Gewänder vom Körper, stürzte förmlich in das Bett, wühlte die zitternden Glieder in die Kissen, richtete sich noch einmal auf und griff nach den Rosen, dann rang sie seufzend die Hände, spürte, daß ihr die Sinne vergingen, und freute sich darauf, nicht mehr denken und fürchten zu müssen.
Nach einer Weile klopfte es an der Tür, der Knabe trat lautlos ein. Unschlüssig stand er zu Füßen des Lagers und schaute auf die Kranke, deren Wangen sich mit Scharlachröte bedeckten. Er fand sie schön; ihre Gegenwart erregte scheue Neugier in ihm, ihr Zustand stimmte ihn mitleidig. Abermals sagte er etwas in polnischer Sprache. Olivia riß entsetzt die Augen auf. Plötzlich schrie sie: »Gebt mir die Rosen!« und preßte die drei Rosen, die sie krampfhaft in den Fingern hielt, an ihren Mund.
Dieses Wort kannte der Knabe. Wahrscheinlich hatten Rosen in seinem bisherigen Leben eine gewisse Rolle gespielt. Sie mußten ein Ziel eigensinniger Liebhaberei gewesen sein, vielleicht des toten Greises, der draußen im Sarg lag; nicht bloß die Kultur des Parks lenkte darauf hin, sondern auch die zerstörten Gemälde, auf denen fast ausschließlich Rosen dargestellt waren. Und da Olivia ihren Fieberruf wiederholte und immer wieder ekstatisch die Rosen, die sie hatte, ans Gesicht drückte, glaubte er, sie wolle mehr, sie brauche sie aus irgendeinem Grund, den er nur noch nicht verstand. Rasch verließ er das Zimmer, und nach einigen Minuten schon kehrte er zurück, beide Hände voller Rosen, und warf sie auf das Bett.
Als er vernahm, daß die Fiebernde sich beruhigte, war er auch gewiß, das Rechte getroffen zu haben. Er ging noch einmal, dann ein drittes und viertes Mal. Schließlich hatte er so viele Rosen heraufgebracht, daß sie von der Bettdecke auf den Boden fielen und ihr Geruch das ganze Zimmer und jenes noch, in dem der Tote lag, erfüllte. Danach ging er zu dem Toten hinaus, kam wieder zurück, lief zum fünften Male in den Garten und brachte wieder Rosen, soviel er tragen konnte, und lächelte zufrieden, als er sah, daß die unbekannte Frau, die mit ihren kurzgeschnittenen Haaren einen rührenden Eindruck auf ihn machte, nun stille war und die Augen geschlossen hatte.
Olivias Kopf ruhte auf dem Arm; während sie schlief, wurde ihr Gesicht erst bleich und immer bleicher; von einem gewissen Punkt an kehrte aber die Farbe des Lebens zurück, als ob ein Traum von glücklicher und tätiger Zukunft die Seele jäh berührt hätte. Dieser Traum erzeugte ein Lächeln; das Lächeln schien das Blut, das schon verblaßte, neu zu röten. Verwandlung war in ihr; über ihr Verheißung eines Geistes aus verwandelter Welt.
Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der Erstveröffentlichung erstellt. Diese erschien in »Velhagen & Klasings Monatshefte«, XXXI. Jahrgang 1916/1917, Hefte 1-3, September-November 1916. Die Seitenzahlen springen entsprechend dieser Heftaufteilung. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
S. 002: [Punkt ergänzt] Mühe hatte, sie zu beruhigen.
S. 003: [Punkt korrigiert] über ihn erholt hatte, → hatte.
S. 017: warf er ihr doch ohnhin bei jeder Gelegenheit → ohnehin
S. 167: mit abgerissenen Gewändern und verstörtem Gesichts → Gesicht
S. 168: Gruppen von Soldaten, gegeheilten Verwundeten → geheilten
S. 172: die Finsternis brannte ihn förmlich auf der Stirn → brannte ihm
S. 173: [Komma entfernt] fruchtloses Unterfangen, ist, → Unterfangen ist,
S. 182: die Bestürzung in ihrem Gedicht → Gesicht
S. 182: Er war rührend und unheimlich. → Es
Transcriber’s Notes: This ebook has been transcribed from the first publication of the story, printed in “Velhagen & Klasings Monatshefte”, XXXI. bound volume 1916/1917, issues 1-3, September-November 1916. The page numbers jump according to the distribution of the story onto the three issues of the monthly periodical. The table below lists all corrections applied to the original text.
p. 002: [added period] Mühe hatte, sie zu beruhigen.
p. 003: [corrected period] über ihn erholt hatte, → hatte.
p. 017: warf er ihr doch ohnhin bei jeder Gelegenheit → ohnehin
p. 167: mit abgerissenen Gewändern und verstörtem Gesichts → Gesicht
p. 168: Gruppen von Soldaten, gegeheilten Verwundeten → geheilten
p. 172: die Finsternis brannte ihn förmlich auf der Stirn → brannte ihm
p. 173: [extra comma] fruchtloses Unterfangen, ist, → Unterfangen ist,
p. 182: die Bestürzung in ihrem Gedicht → Gesicht
p. 182: Er war rührend und unheimlich. → Es
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Jakob Wassermann
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End of the Project Gutenberg EBook of Olivia oder Die unsichtbare Lampe, by Jakob Wassermann
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