Romantische Lieder

Hermann Hesse · Kapitel 44 von 49

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Romantische Lieder

Frau Gertrud.

 

Frau Gertrud mir am Bette stand,

Eine helle Theerose in der Hand,

Eine helle Theerose im braunen Haar.

Ihre Stimme wie ein Lächeln war

Und floß so weh und wankte so —

Sie sang ihr altes Long ago!

 

„Fern steht Dein graues Schloß am Meer,

„Wie kamest Du nach Deutschland her?

„Wie lang doch ist’s, daß Deinen Sarg

„In lauter Theerosen ich verbarg,

„Und daß ich Dich vergessen hab’!

„Wie kamst Du her aus Deinem Grab?“

 

Ich reicht’ ihr fragend meine Hand

Und lächelte, und griff — die Wand,

Dran weiß ein Flecken Mondes stund’ . . .

— Fernher kam zart und liebeswund

Ein schlanker, kranker Geigenstrich,

Der schluchzend in der Nacht verblich.

 

Und floß so weh und wankte so —

— Long, long ago!