Vor Sonnenaufgang: Soziales Drama

Gerhart Hauptmann · Kapitel 8 von 8

PDF-Seiten

Vor Sonnenaufgang: Soziales Drama

Fünfter Akt.

 

Das Zimmer wie im ersten Akt. Zeit: gegen 2 Uhr Nachts. Im Zimmer herrscht Dunkelheit. Durch die

offene Mittelthür dringt Licht aus dem erleuchteten Hausflur. Deutlich beleuchtet ist auch noch die Holztreppe in dem ersten Stock. Alles in diesem Akt — bis auf wenige Ausnahmen — wird in einem gedämpften Tone gesprochen.

Eduard mit Licht tritt durch die Mittelthür ein. Er entzündet die Hängelampe über dem Ecktisch

(Gasbeleuchtung). Als er damit beschäftigt ist, kommt Loth ebenfalls durch die Mittelthür.

 

Eduard. Ja ja! — bei die Zucht ... ’t muß reen unmenschen meglich sint, een

Oge zuzuthun.

Loth. Ich wollte nicht mal schlafen. Ich habe geschrieben.

Eduard. Ach wat! Er steckt an. So! — na jewiß! — et mag ja woll schwer jenug

sin .... Wünschen der Herr Doktor vielleicht Dinte und Feder?

Loth. Am Ende ... wenn Sie so freundlich sein wollen, Herr Eduard.

Eduard , indem er Dinte und Feder auf den Tisch setzt. Ick menn all immer, was ’n

ehrlicher Mann is, der muß Haut und Knochen dransetzen um jeden lumpichten

Jroschen. Nich mal det bisken Nachtruhe hat man. — Immer vertraulicher. Aber die

Nation hier, die duht reen jar nischt; so’n faules, nichtsnutziges Pack, so’n ... Der

Herr Doktor mussen jewiß ooch all dichtig in’t Zeuch jehn, um det bisken

Lebensunterhalt wie alle ehrlichen Leute.

Loth. Wünschte, ich brauchte es nicht!

Eduard. Na, wat meen’ Se woll! ick ooch!

Loth. Fräulein Helene ist wohl bei ihrer Schwester?

Eduard. Allet wat wahr is: d’ is ’n jutes Mä’chen! jeht ihr nich von der Seite.

Loth sieht auf die Uhr. Um 11 Uhr früh begannen die Wehen. Sie dauern also ...

fünfzehn Stunden dauern sie jetzt bereits. — Fünfzehn lange Stunden —!

Eduard. Weeß Jott! — und det benimen se nu ’t schwache Jeschlecht — sie

jappt aber ooch man nur noch so.

Loth. Herr Hoffmann ist auch oben!?

Eduard. Und ick sag Ihnen, ’t reene Weib.

Loth. Das mit anzusehen ist wohl auch keine Kleinigkeit.

Eduard. I! nu! det will ick meenen! Na! eben is Doktor Schimmelpfennig

zujekommen. Det is ’n Mann, sag ick Ihnen: jrob wie ’ne Sackstrippe, aber —

Zucker is ’n dummer Junge dajejen. Sagen Sie man bloß, wat it aus det olle Berlin .... Er unterbricht sich mit einem Jott Strambach! da Hoffmann und der Doktor die Treppe

herunter kommen.

Hoffmann und Doktor Schimmelpfennig treten ein.

 

Hoffmann. Jetzt — bleiben Sie doch wohl bei uns.

Dr. Schimmelpfennig. Ja! jetzt werde ich hier bleiben.

Hoffmann. Das ist mir eine große, große Beruhigung. — Ein Glas Wein ...?

Sie trinken doch ein Glas Wein, Herr Doktor!?

Dr. Schimmelpfennig. Wenn Sie etwas thun wollen, dann lassen Sie mir

schon lieber eine Tasse Kaffee brauen.

Hoffmann. Mit Vergnügen. — Eduard! Kaffee für Herrn Doktor! Eduard ab. Sie

sind .....? Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf?

Dr. Schimmelpfennig. So lange Ihre Frau Kraft behält, ist jedenfalls directe

Gefahr nicht vorhanden. Warum haben Sie übrigens die junge Hebamme nicht

zugezogen? Ich hatte Ihnen doch eine empfohlen, so viel ich weiß.

Hoffmann. Meine Schwiegermama ... was soll man machen? Wenn ich

ehrlich sein soll: auch meine Frau hatte kein Vertrauen zu der jungen Person.

Dr. Schimmelpfennig. Und zu diesem fossilen Gespenst haben Ihre Damen

Vertrauen?! Wohl bekomms! — Sie möchten gern wieder hinauf?

Hoffmann. Ehrlich gesagt: ich habe nicht viel Ruhe hier unten.

Dr. Schimmelpfennig. Besser wär’s freilich, Sie gingen irgend wohin, aus

dem Hause.

Hoffmann. Beim besten Willen das .... ach, Loth! da bist Du ja auch noch. Loth erhebt sich von dem Sopha im dunklen Vordergrunde und geht auf die beiden zu.

Dr. Schimmelpfennig aufs Aeußerste überrascht. Donnerwetter!

Loth. Ich hörte schon, daß Du hier seist. Morgen hätte ich Dich unbedingt

aufgesucht.

Beide schütteln sich tüchtig die Hände. Hoffmann benutzt den Augenblick, am Buffet schnell ein Glas

Cognac hinunterzuspülen, darauf dann sich auf den Zehen hinaus und die Holztreppe hinauf zu schleichen.

Das Gespräch der beiden Freunde steht am Anfang unverkennbar unter dem Einfluß einer gewissen

leisen Zurückhaltung.

 

Dr. Schimmelpfennig. Du hast also wohl ... hahaha die alte, dumme

Geschichte vergessen? Er legt Hut und Stock bei Seite.

Loth. Längst vergessen, Schimmel!

Dr. Schimmelpfennig. Na, ich auch! das kannst Du Dir denken. — Sie schütteln

sich nochmals die Hände. Ich habe in dem Nest hier so wenig freudige

Ueberraschungen gehabt, daß mir die Sache ganz curios vorkommt.

Merkwürdig! Gerade hier treffen wir uns. — Merkwürdig!

Loth. Rein verschollen bist Du ja, Schimmel! Hätte Dich sonst längst mal umgestoßen.

Dr. Schimmelpfennig. Unter Wasser gegangen wie ein Seehund.

Tiefseeforschungen gemacht. In anderthalb Jahren etwa hoffe ich wieder

aufzutauchen. Man muß materiell unabhängig sein, wissen Sie ... weißt Du!

wenn man etwas Brauchbares leisten will.

Loth. Also Du machst auch Geld hier?

Dr. Schimmelpfennig. Natürlicherweise und zwar so viel als möglich. Was

sollte man hier auch anderes thun?

Loth. Du hätt’st doch mal was von Dir hören lassen sollen.

Dr. Schimmelpfennig. Erlauben Sie ... erlaube, hätte ich von mir was hören

lassen, dann hätte ich von Euch was wieder gehört, und ich wollte durchaus

nichts hören. Nichts, — gar nichts, das hätte mich höchstens von meiner

Goldwäscherei abhalten können.

Beide gehen langsamen Schritts auf und ab im Zimmer.

 

Loth. Na ja — Du kannst Dich dann aber auch nicht wundern, daß sie ...

nämlich ich muß Dir sagen, sie haben Dich eigentlich alle, durch die Bank,

aufgegeben.

Dr. Schimmelpfennig. Sieht ihnen ähnlich. — Bande! — sollen schon was

merken.

Loth. Schimmel, genannt: das Rauhbein!

Dr. Schimmelpfennig. Du solltest nur sechs Jahre unter diesen Bauern gelebt

haben. Himmelhunde alle miteinander.

Loth. Das kann ich mir denken. — Wie bist Du denn gerade nach Witzdorf

gekommen?

Dr. Schimmelpfennig. Wie’s so geht. Damals mußte ich doch auskneifen, von

Jena weg.

Loth. War das vor meinem Reinfall?

Dr. Schimmelpfennig. Ja wohl. Kurze Zeit nachdem wir unser

Zusammenleben aufgesteckt hatten. In Zürich legte ich mich dann auf die

Medicinerei, zunächst um etwas für den Nothfall zu haben; dann fing aber die

Sache an mich zu interessiren, und jetzt bin ich mit Leib und Seele Medicus.

Loth. Und hierher ...? Wie kamst Du hier her?

Dr. Schimmelpfennig. Ach so! — einfach! Als ich fertig war, da sagte ich

mir: nun vor allen Dingen einen hinreichenden Haufen Kies. Ich dachte an

Amerika, Süd- und Nord-Amerika, an Afrika, Australien, die Sundainseln .... am

Ende fiel mir ein, daß mein Knabenstreich ja mittlerweile verjährt war; da habe

ich mich denn entschlossen in die Mausefalle zurückzukriechen.

Loth. Und Dein Schweizer-Examen?

Dr. Schimmelpfennig. Ich mußte eben die Geschichte hier noch mal über

mich ergehen lassen.

Loth. Du hast also das Staatsexamen zwei Mal gemacht, Kerl!?

Dr. Schimmelpfennig. Ja! — Schließlich habe ich dann glücklicherweise

diese fette Weide hier ausfindig gemacht.

Loth. Du bist zähe, zum Beneiden.

Dr. Schimmelpfennig. Wenn man nur nicht plötzlich mal zusammenklappt.

— Na! schließlich ist’s auch kein Unglück.

Loth. Hast Du denn ’ne große Praxis?

Dr. Schimmelpfennig. Ja! Mitunter komme ich erst um fünf Uhr früh zu Bett.

Um sieben Uhr fängt dann bereits wieder meine Sprechstunde an.

Eduard kommt und bringt Kaffee.

 

Dr. Schimmelpfennig , indem er sich am Tisch niederläßt, zu Eduard. Danke Eduard! —

Zu Loth. Kaffee saufe ich ... unheimlich.

Loth. Du solltest das lieber lassen mit dem Kaffee.

Dr. Schimmelpfennig. Was soll man machen?! Er nimmt kleine Schlucke. Wie

gesagt — ein Jahr noch, dann — hört’s auf ... hoffentlich wenigstens.

Loth. Willst Du dann gar nicht mehr practiciren?

Dr. Schimmelpfennig. Glaube nicht. Nein ... nicht mehr. Er schiebt das Tablette mit

dem Kaffeegeschirr zurück, wischt sich den Mund. Uebrigens — zeig’ mal Deine Hand. Loth

hält ihm beide Hände hin. Nein? — keine Dalekarlierin heimgeführt? — Keine

gefunden, wie? .... Wolltest doch immer so ’n Ur- und Kernweib von wegen des

gesunden Blutes. Hast übrigens recht: wenn schon, denn schon ... oder nimmst

Du’s in dieser Beziehung etwa nicht mehr so genau?

Loth. Na ob ...! und wie!

Dr. Schimmelpfennig. Ach, wenn die Bauern hier doch auch solche Ideen

hätten. Damit sieht’s aber jämmerlich aus, sage ich Dir, Degeneration auf der

ganzen ... Er hat seine Cigarrentasche halb aus der Brusttasche gezogen, läßt sie aber wieder

zurückgleiten und steht auf, als irgend ein Laut durch die nur angelehnte Hausflurthür hereindringt. Wart’

mal! Er geht auf den Zehen bis zur Hausflurthür und horcht. Eine Thür geht draußen, man hört einige Augenblicke deutlich das Wimmern der Wöchnerin. Der Doktor sagt, zu Loth gewandt, leise:

Entschuldige! und geht hinaus.

Einige Augenblicke durchmißt Loth, während draußen Thüren schlagen, Menschen die Treppe auf- und

ablaufen, das Zimmer; dann setzt er sich in den Lehnsessel rechts vorn. Helene huscht herein und umschlingt Loth, der ihr Kommen nicht bemerkt hat, von rückwärts.

 

Loth sich umblickend, sie ebenfalls umfassend. Lenchen!! Er zieht sie zu sich herunter und trotz

gelinden Sträubens auf sein Knie. Helene weint unter den Küssen, die er ihr giebt. Ach, weine doch

nicht, Lenchen! Warum weinst Du denn so sehr?

Helene. Warum? weiß ich’s?! .... Ich denk immer, ich treff’ Dich nicht mehr.

Vorhin habe ich mich so erschrocken ....

Loth. Weshalb denn?

Helene. Weil ich Dich aus Deinem Zimmer treten hörte — Ach! ... und die

Schwester — wir armen, armen Weiber! — die muß zu sehr ausstehen.

Loth. Der Schmerz vergißt sich schnell und auf den Tod geht’s ja nicht.

Helene. Ach, Du! sie wünscht sich ihn ja ... sie jammert nur immer so: laß

mich doch sterben ... Der Doktor! Sie springt auf und huscht in den Wintergarten.

Dr. Schimmelpfennig im Hereintreten. Nun wünschte ich wirklich, daß sich das

Frauchen da oben ’n bissel beeilte! Er läßt sich am Tisch nieder, zieht neuerdings die

Cigarrentasche, entnimmt ihr eine Cigarre und legt diese neben sich. Du kommst mit zu mir dann,

wie? — hab’ draußen so ’n nothwendiges Uebel mit zwei Gäulen davor, da

können wir drin zu mir fahren. Seine Cigarre an der Tischkante klopfend. Der süße

Ehestand! ja, ja! Ein Zündholz anstreichend. Also noch frisch, frei, fromm, froh?

Loth. Hättest noch gut ein Paar Tage warten können mit Deiner Frage.

Dr. Schimmelpfennig bereits mit brennender Cigarre . Wie? ... ach ... ach so! —

lachend — also endlich doch auf meine Sprünge gekommen.

Loth. Bist Du wirklich noch so entsetzlich pessimistisch in Bezug auf

Weiber?

Dr. Schimmelpfennig. Ent—setzlich!! Dem Rauch seiner Cigarre nachblickend. Früher

war ich Pessimist — so zu sagen ahnungsweise ...

Loth. Hast Du denn inzwischen so besondere Erfahrungen gemacht?

Dr. Schimmelpfennig. Ja, allerdings! — Auf meinem Schilde steht nämlich:

Specialist für Frauenkrankheiten. — Die medicinische Praxis macht nämlich

furchtbar klug ... furchtbar — gesund, ... ist Specificum gegen ... allerlei

Staupen!

Loth lacht . Na, da könnten wir ja gleich wieder in der alten Tonart anfangen.

Ich hab’ nämlich ... ich bin nämlich keineswegs auf Deine Sprünge gekommen.

Jetzt weniger als je! ... Auf diese Weise hast Du wohl auch Dein Steckenpferd

vertauscht?

Dr. Schimmelpfennig. Steckenpferd?

Loth. Die Frauenfrage war doch zu damaliger Zeit gewissermaßen Dein

Steckenpferd!

Dr. Schimmelpfennig. Ach so! — Warum sollte ich es vertauscht haben?

Loth. Wenn Du über die Weiber noch schlechter denkst, als ...

Dr. Schimmelpfennig ein wenig in Harnisch, erhebt sich und geht hin und her, dabei spricht er.

Ich — denke nicht schlecht von den Weibern. — Kein Bein! — Nur über das

Heirathen denke ich schlecht ... über die Ehe ... über die Ehe, und dann

höchstens noch über die Männer denke ich schlecht ... Die Frauenfrage soll mich nicht mehr interessiren? Ja, weshalb hätte ich denn sonst sechs lange Jahre hier

wie ’n Lastpferd gearbeitet? Doch nur um alle meine verfügbaren Kräfte endlich

mal ganz der Lösung dieser Frage zu widmen. Wußtest Du denn das nicht von

Anfang an?

Loth. Wo hätte ich’s denn her wissen sollen?

Dr. Schimmelpfennig. Na, wie gesagt ... ich hab auch schon ein ziemlich

ausgiebiges Material gesammelt, das mir gute Dienste leisten ... bsst! ich hab’

mir das Schreien so angewöhnt. Er schweigt, horcht, geht zur Thür und kommt zurück. Was

hat Dich denn eigentlich unter die Goldbauern geführt?

Loth. Ich möchte die hiesigen Verhältnisse studiren.

Dr. Schimmelpfennig mit gedämpfter Stimme. Idee! Noch leiser. Da kannst Du bei

mir auch Material bekommen.

Loth. Freilich, Du mußt ja sehr unterrichtet sein über die Zustände hier. Wie

sieht es denn so in den Familien aus?

Dr. Schimmelpfennig. E—lend! ..... durchgängig ... Suff! Völlerei, Inzucht

und in Folge davon — Degenerationen auf der ganzen Linie.

Loth. Mit Ausnahmen doch!?

Dr. Schimmelpfennig. Kaum!

Loth unruhig . Bist Du denn nicht zuweilen in ... in Versuchung gerathen eine ...

eine Witzdorfer Goldtochter zu heirathen?

Dr. Schimmelpfennig. Pfui Teufel! Kerl, für was hältst Du mich? — Ebenso

könntest Du mich fragen, ob ich ...

Loth sehr bleich. Wie... wieso?

Dr. Schimmelpfennig. Weil ... Ist Dir was? Er fixirt ihn einige Augenblicke.

Loth. Gar nichts! Was soll mir denn sein?

Dr. Schimmelpfennig ist plötzlich sehr nachdenklich, geht und steht jäh und mit einem leisen

Pfiff still, blickt Loth abermals flüchtig an und sagt dann halblaut zu sich selbst. Schlimm!

Loth. Du bist ja so sonderbar plötzlich.

Dr. Schimmelpfennig. Still! Er horcht auf und verläßt dann schnell das Zimmer durch die Mittelthür.

Helene nach einigen Augenblicken durch die Mittelthür; sie ruft. Alfred! — Alfred! ... Ach

da bist Du — Gott sei Dank!

Loth. Nun, ich sollte wohl am Ende gar fortgelaufen sein? Umarmung.

Helene biegt sich zurück. Mit unverkennbarem Schrecken im Ausdruck. Alfred!

Loth. Was denn, Liebste?

Helene. Nichts, nichts!

Loth. Aber Du mußt doch was haben?

Helene. Du kamst mir so ... so kalt ... Ach, ich hab’ solche schrecklich dumme

Einbildungen.

Loth. Wie stehts’s denn oben?

Helene. Der Doktor zankt mit der Hebamme.

Loth. Wird’s nicht bald zu Ende gehen?

Helene. Weiß ich’s? — Aber wenn’s ... wenn’s zu Ende ist, meine ich, dann ...

Loth. Was dann? .... Sag’ doch, bitte! was wolltest Du sagen?

Helene. Dann sollten wir bald von hier fortgehen. Gleich! Auf der Stelle!

Loth. Wenn Du das wirklich für das Beste hältst, Lenchen —

Helene. Ja, ja! wir dürfen nicht warten! Es ist das Beste — für Dich und mich.

Wenn Du mich nicht jetzt bald nimmst, dann läßt Du mich heilig noch sitzen,

und dann ... dann ... muß ich doch noch zu Grunde gehen.

Loth. Wie Du doch mißtrauisch bist, Lenchen!

Helene. Sag’ das nicht, Liebster! Dir traut man, Dir muß man trauen! .... Wenn

ich erst Dein bin, dann ... Du verläßt mich dann ganz gewiß nicht mehr. Wie außer

sich. Ich beschwöre Dich! geh nicht fort! Verlaß mich doch nur nicht. Geh —

nicht fort, Alfred! Alles ist aus, alles, wenn Du einmal ohne mich von hier

fortgehst.

Loth. Merkwürdig bist Du doch! .... Und da willst Du nicht mißtrauisch sein?

... Oder sie plagen Dich, martern Dich hier ganz entsetzlich, mehr als ich mir je

.... Jedenfalls gehen wir aber noch diese Nacht. Ich bin bereit. Sobald Du willst,

gehen wir also.

Helene gleichsam mit aufjauchzendem Dank ihm um den Hals fallend . Geliebter! Sie küßt ihn wie rasend und eilt schnell davon.

Dr. Schimmelpfennig tritt durch die Mitte ein, er bemerkt noch, wie Helene in der Wintergartenthür

verschwindet.

 

Dr. Schimmelpfennig. Wer war das? — Ach so! In sich hinein. Armes Ding! Er läßt sich mit einem Seufzer am Tisch nieder, findet die alte Cigarre, wirft sie bei Seite, entnimmt dem Etui eine frische Cigarre und fängt an, sie an der Tischkante zu klopfen, wobei er nachdenklich darüber hinausstarrt.

Loth, der ihm zuschaut. Genau so pflegtest Du vor acht Jahren jede Cigarre

abzuklopfen, eh’ Du zu rauchen anfingst.

Dr. Schimmelpfennig. Möglich —! Als er mit Anrauchen fertig ist. Hör’ mal, Du!

Loth. Ja, was denn?

Dr. Schimmelpfennig. Du wirst doch — so bald die Geschichte oben vorüber

ist, mit zu mir kommen?

Loth. Das geht wirklich nicht! Leider.

Dr. Schimmelpfennig. Man hat so das Bedürfniß, sich mal wieder gründlich

von der Leber weg zu äußern.

Loth. Das hab ich so genau wie Du. Aber gerade daraus kannst Du sehen, daß

es heut absolut nicht in meiner Macht steht, mit Dir ....

Dr. Schimmelpfennig. Wenn ich Dir nun aber ausdrücklich und —

gewissermaßen feierlich erkläre: es ist eine bestimmte, äußerst wichtige

Angelegenheit, die ich mit Dir noch diese Nacht besprechen möchte ....

besprechen muß sogar, Loth!

Loth. Curios! Für blutigen Ernst soll ich doch das nicht etwa hinnehmen?!

Doch wohl nicht? — So viel Jahre hätt’st Du damit gewartet und nun hätte es

nicht einen Tag mehr Zeit damit? — Du kannst Dir doch wohl denken, daß ich

Dir keine Flausen vormache.

Dr. Schimmelpfennig. Also hat’s doch seine Richtigkeit! Er steht auf und geht umher.

Loth. Was hat seine Richtigkeit?

Dr. Schimmelpfennig , vor Loth still stehend, mit einem geraden Blick in seine Augen. Es ist

also wirklich etwas im Gange zwischen Dir und Helene Krause?

Loth. Ich? — Wer hat Dir denn ...?

Dr. Schimmelpfennig. Wie bist Du nur in diese Familie ....?

Loth. Woher — weißt Du denn das, Mensch?

Dr. Schimmelpfennig. Das war ja doch nicht schwer zu errathen.

Loth. Na, dann halt um Gottes Willen den Mund, daß nicht ....

Dr. Schimmelpfennig. Ihr seid also richtig verlobt?!

Loth. Wie man’s nimmt. Jedenfalls sind wir beide einig.

Dr. Schimmelpfennig. Hm —! wie bist Du denn hier herein gerathen, gerade

in diese Familie?

Loth. Hoffmann ist ja doch mein Schulfreund. Er war auch Mitglied —

auswärtiges allerdings — Mitglied meines Colonial-Vereins.

Dr. Schimmelpfennig. Von der Sache hörte ich in Zürich. — Also mit Dir ist

er umgegangen! Auf diese Weise wird mir der traurige Zwitter erklärlich.

Loth. Ein Zwitter ist er allerdings.

Dr. Schimmelpfennig. Eigentlich nicht mal das. — Ehrlich, Du! — Ist das

wirklich Dein Ernst? — die Geschichte mit der Krause?

Loth. Na, selbstverständlich! — Zweifelst Du daran? Du wirst mich doch

nicht etwa für einen Schuft ...

Dr. Schimmelpfennig. Schon gut! Ereifere Dich nur nicht. Hättst Dich ja

verändert haben können während der langen Zeit. Warum nicht? Wär auch gar

kein Nachtheil! N’ bissel Humor könnte Dir gar nicht schaden! Ich seh’ nicht ein,

warum man alles so verflucht ernsthaft nehmen sollte.

Loth. Ernst ist es mir mehr als je. Er erhebt sich und geht, immer ein wenig zurück, neben

Schimmelpfennig her. Du kannst es ja nicht wissen, auch sagen kann ich Dir’s nicht

mal, was dieses Verhältniß für mich bedeutet.

Dr. Schimmelpfennig. Hm!

Loth. Kerl, Du hast keine Idee, was das für ein Zustand ist. Man kennt ihn

nicht, wenn man sich danach sehnt. Kennte man ihn, dann, dann müßte man

geradezu unsinnig werden vor Sehnsucht.

Dr. Schimmelpfennig. Das begreife der Teufel, wie Ihr zu dieser unsinnigen

Sehnsucht kommt.

Loth. Du bist auch noch nicht sicher davor.

Dr. Schimmelpfennig. Das möcht ich mal sehen.

Loth. Du redst wie der Blinde von der Farbe.

Dr. Schimmelpfennig. Was ich mir für das bischen Rausch koofe! Lächerlich.

Daraus eine lebenslängliche Ehe zu bauen .... da baut man noch nicht mal so

sicher als auf’n Sandhaufen.

Loth. Rausch — Rausch — wer von einem Rausch redet, — na! der kennt die

Sache eben nicht. ’N Rausch ist flüchtig. Solche Räusche hab ich schon gehabt,

ich geb’s zu. Aber das ist was ganz Anderes.

Dr. Schimmelpfennig. Hm!

Loth. Ich bin dabei vollständig nüchtern. Denkst Du, daß ich meine Liebste so

— na, wie soll ich sagen?! — so mit ’ner — na, wie soll ich sagen?! mit ner

großen Glorie sehe? Gar nicht! — Sie hat Fehler, ist auch nicht besonders schön,

wenigstens — na, häßlich ist sie auch gerade nicht. Ganz objectiv geurtheilt, ich

— das ist ja schließlich Geschmackssache — ich hab’ so’n hübsches Mädel noch

nicht gesehen. Also, Rausch — Unsinn! Ich bin ja so nüchtern wie nur möglich.

Aber, siehst Du! das ist eben das Merkwürdige: ich kann mich gar nicht mehr ohne sie denken — das kommt mir so vor wie ’ne Legirung, weißt Du, wie wenn

zwei Metalle so recht innig legirt sind, daß man gar nicht mehr sagen kann, das

ist das, das ist das. Und alles so furchtbar selbstverständlich — kurzum, ich

quatsche vielleicht Unsinn — oder was ich sage, ist vielleicht in Deinen Augen

Unsinn, aber so viel steht fest: wer das nicht kennt, ist ’n erbärmlicher Frosch.

Und so’n Frosch war ich bisher — und so’n Jammerfrosch bist Du noch.

Dr. Schimmelpfennig. Das ist ja richtig der ganze Symptomen-Complex. —

Daß Ihr Kerls doch immer bis über die Ohren in Dinge hineingerathet, die Ihr

theoretisch längst verworfen habt, wie zum Beispiel Du die Ehe. So lange ich

Dich kenne, laborirst Du an dieser unglückseligen Ehemanie.

Loth. Es ist Trieb bei mir, geradezu Trieb. Weiß Gott! mag ich mich wenden,

wie ich will.

Dr. Schimmelpfennig. Man kann schließlich auch einen Trieb

niederkämpfen.

Loth. Ja, wenn’s ’n Zweck hat, warum nicht?

Dr. Schimmelpfennig. Hat’s Heirathen etwa Zweck?

Loth. Das will ich meinen. Das hat Zweck! Bei mir hat es Zweck. Du weißt

nicht, wie ich mich durchgefressen hab’ bis hierher. Ich mag nicht sentimental

werden. Ich hab’s auch vielleicht nicht so gefühlt, es ist mir vielleicht nicht ganz

so klar bewußt geworden wie jetzt, daß ich in meinem Streben etwas entsetzlich

Ödes, gleichsam Maschinenmäßiges angenommen hatte. Kein Geist, kein

Temperament, kein Leben, ja wer weiß, war noch Glauben in mir? Das alles

kommt seit ... seit heut wieder in mich gezogen. So merkwürdig voll, so

ursprünglich, so fröhlich ... Unsinn, Du capirst’s ja doch nicht.

Dr. Schimmelpfennig. Was Ihr da alles nöthig habt, um flott zu bleiben,

Glaube, Liebe, Hoffnung. Für mich ist das Kram. Es ist eine ganz simple Sache:

die Menschheit liegt in der Agonie, und unser einer macht ihr mit Narkoticis die

Sache so erträglich als möglich.

Loth. Dein neuester Standpunkt?

Dr. Schimmelpfennig. Schon fünf bis sechs Jahre alt und immer derselbe.

Loth. Gratulire!

Dr. Schimmelpfennig. Danke!

Eine lange Pause.

 

Dr. Schimmelpfennig nach einigen unruhigen Anläufen. Die Geschichte ist leider die:

ich halte mich für verpflichtet ... ich schulde Dir unbedingt eine Aufklärung. Du

wirst Helene Krause, glaub ich, nicht heirathen können.

Loth kalt . So, glaubst Du?

Dr. Schimmelpfennig. Ja, ich bin der Meinung. Es sind da Hindernisse vorhanden, die gerade Dir ...

Loth. Hör’ mal Du: mach’ Dir darüber um Gottes Willen keine Scrupel. Die

Verhältnisse liegen auch gar nicht mal so complicirt, sind im Grunde sogar

furchtbar einfach.

Dr. Schimmelpfennig. Einfach furchtbar solltest Du eher sagen.

Loth. Ich meine, was die Hindernisse anbetrifft.

Dr. Schimmelpfennig. Ich auch zum Theil. Aber auch überhaupt: ich kann

mir nicht denken, daß Du diese Verhältnisse hier kennen solltest.

Loth. Ich kenne sie aber doch ziemlich genau.

Dr. Schimmelpfennig. Dann mußt Du nothwendigerweise Deine Grundsätze

geändert haben.

Loth. Bitte, Schimmel, drück’ Dich etwas deutlicher aus.

Dr. Schimmelpfennig. Du mußt unbedingt Deine Hauptforderung in Bezug

auf die Ehe fallen gelassen haben, obgleich Du vorhin durchblicken ließt, es

käme Dir nach wie vor darauf an, ein an Leib und Seele gesundes Geschlecht in

die Welt zu setzen.

Loth. Fallen gelassen? ... fallen gelassen? Wie soll ich denn das ...

Dr. Schimmelpfennig. Dann bleibt nichts übrig ... dann kennst Du eben doch

die Verhältnisse nicht. Dann weißt Du zum Beispiel nicht, daß Hoffmann einen

Sohn hatte, der mit drei Jahren bereits am Alkoholismus zu Grunde ging.

Loth. Wa... was — sagst Du?

Dr. Schimmelpfennig. S’ thut mir leid, Loth, aber sagen muß ich Dir’s doch.

Du kannst ja dann noch machen, was Du willst. Die Sache war kein Spaß. Sie

waren gerade wie jetzt zum Besuch hier. Sie ließen mich holen, eine halbe

Stunde zu spät. Der kleine Kerl hatte längst verblutet.

Loth mit den Zeichen tiefer, furchtbarer Erschütterung an des Doktors Munde hängend.

 

Dr. Schimmelpfennig. Nach der Essigflasche hatte das dumme Kerlchen

gelangt in der Meinung, sein geliebter Fusel sei darin. Die Flasche war herunter-

und das Kind in die Scherben gefallen. Hier unten, siehst Du, die vena saphena,

die hatte es sich vollständig durchschnitten.

Loth. W... w...essen Kind sagst Du ...?

Dr. Schimmelpfennig. Hoffmann’s und eben derselben Frau Kind, die da

oben wieder ... Und auch die trinkt, trinkt bis zur Besinnungslosigkeit, trinkt,

soviel sie bekommen kann.

Loth. Also von Hoffmann ... Hoffmann geht es nicht aus?!

Dr. Schimmelpfennig. Bewahre! Das ist tragisch an dem Menschen; er leidet

darunter, so viel er überhaupt leiden kann. Im Übrigen hat er’s gewußt, daß er in

eine Potatorenfamilie hinein kam. Der Bauer nämlich kommt überhaupt gar nicht mehr aus dem Wirthshaus.

Loth. Dann freilich — begreife ich manches — nein! Alles begreife ich —

alles. Nach einem dumpfen Schweigen. Dann ist ihr Leben hier ... Helenens Leben — ein

... ein — wie soll ich sagen?! mir fehlt der Ausdruck dafür — ... nicht?

Dr. Schimmelpfennig. Horrend geradezu! Das kann ich beurtheilen. Daß Du

bei ihr hängen bliebst, war mir auch von Anfang an sehr begreiflich. Aber wie

ges...

Loth. Schon gut! — verstehe ... Thut denn ...? Könnte man nicht vielleicht ...

vielleicht könnte man Hoffmann bewegen etwas ... etwas zu thun? Könntest Du

nicht vielleicht — ihn zu etwas bewegen? Man müßte sie fortbringen aus dieser

Sumpfluft.

Dr. Schimmelpfennig. Hoffmann?

Loth. Ja, Hoffmann.

Dr. Schimmelpfennig. Du kennst ihn schlecht ... Ich glaube zwar nicht, daß er

sie schon verdorben hat. Aber ihren Ruf hat er sicherlich jetzt schon verdorben.

Loth aufbrausend . Wenn das ist: ich schlag ihn ... Glaubst Du wirklich ...? hältst

Du Hoffmann wirklich für fähig ...?

Dr. Schimmelpfennig. Zu allem, zu allem halte ich ihn fähig, wenn für ihn

ein Vergnügen dabei heraus springt.

Loth. Dann ist sie — das keuscheste Geschöpf, was es giebt ...

Loth nimmt langsam Hut und Stock und hängt sich ein Täschchen um.

 

Dr. Schimmelpfennig. Was gedenkst Du zu thun, Loth?

Loth. ... Nicht begegnen ...!

Dr. Schimmelpfennig. Du bist also entschlossen?

Loth. Wozu entschlossen?

Dr. Schimmelpfennig. Euer Verhältniß aufzulösen.

Loth. Wie sollt ich wohl dazu nicht entschlossen sein?

Dr. Schimmelpfennig. Ich kann Dir als Arzt noch sagen, daß Fälle bekannt

sind, wo solche vererbte Uebel unterdrückt worden sind, und Du würdest ja

gewiß Deinen Kindern eine rationelle Erziehung geben.

Loth. Es mögen solche Fälle vorkommen.

Dr. Schimmelpfennig. Und die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht nicht so

gering, daß ...

Loth. Das kann uns nichts helfen, Schimmel. So steht es: es giebt drei

Möglichkeiten! Entweder ich heirathe sie, und dann ... nein, dieser Ausweg

existirt überhaupt nicht. Oder — die bewußte Kugel. Na ja, dann hätte man

wenigstens Ruhe. Aber nein! So weit sind wir noch nicht, so was kann man sich

einstweilen noch nicht leisten — also: leben! kämpfen! — Weiter, immer weiter. Sein Blick fällt auf den Tisch, er bemerkt das von Eduard zurecht gestellte Schreibzeug, setzt sich, ergreift

die Feder, zaudert, und sagt: Oder am Ende ...?

Dr. Schimmelpfennig. Ich verspreche Dir, ihr die Lage so deutlich als

möglich vorzustellen.

Loth. Ja, ja! — nur eben ... ich kann nicht anders. Er schreibt, adressirt und couvertirt.

Er steht auf und reicht Schimmelpfennig die Hand. Im Übrigen verlasse ich mich — auf

Dich.

Dr. Schimmelpfennig. Du gehst zu mir, wie? Mein Kutscher soll Dich zu mir

fahren.

Loth. Sag’ mal, sollte man denn nicht wenigstens versuchen — sie aus den

Händen dieses ... dieses Menschen zu ziehen? ... Auf diese Weise wird sie doch

unfehlbar noch seine Beute.

Dr. Schimmelpfennig. Guter, bedauernswürdiger Kerl! Soll ich Dir was

rathen? Nimm ihr nicht das ... Wenige, was Du ihr noch übrig läßt.

Loth tiefer Seufzer . Qual über ... hast vielleicht — recht — ja wohl, unbedingt

sogar.

Man hört Jemand hastig die Treppe herunter kommen. Im nächsten Augenblick stürzt Hoffmann herein.

 

Hoffmann. Herr Doktor, ich bitte Sie um Gottes Willen ... sie ist ohnmächtig

... die Wehen setzen aus ... wollen Sie nicht endlich ...

Dr. Schimmelpfennig. Ich komme hinauf. Zu Loth bedeutungsvoll. Auf

Wiedersehen! Zu Hoffmann, der ihm nachfolgen will. Herr Hoffmann, ich muß Sie bitten

... eine Ablenkung oder Störung könnte verhängnißvoll ... am liebsten wäre es

mir, Sie blieben hier unten.

Hoffmann. Sie verlangen sehr viel, aber ... na!

Dr. Schimmelpfennig. Nicht mehr als billig. Ab.

Hoffmann bleibt zurück.

 

Hoffmann bemerkt Loth . Ich zittere, die Aufregung steckt mir in allen Gliedern.

Sag’ mal, Du willst fort?

Loth. Ja.

Hoffmann. Jetzt mitten in der Nacht?

Loth. Nur bis zu Schimmelpfennig.

Hoffmann. Ach so! Nun ... wie die Verhältnisse sich gestaltet haben, ist es am

Ende kein Vergnügen mehr bei uns ... Also leb’ recht ...

Loth. Ich danke für die Gastfreundschaft.

Hoffmann. Und mit Deinem Plan, wie steht es da?

Loth. Plan?

Hoffmann. Deine Arbeit, Deine volkswirthschaftliche Arbeit über unseren

District, meine ich. Ich muß Dir sagen ... ich möchte Dich sogar als Freund inständig und herzlich bitten ...

Loth. Beunruhige Dich weiter nicht. Morgen schon bin ich über alle Berge.

Hoffmann. Das ist wirklich — unterbricht sich. —

Loth. Schön von Dir, wollt’st Du wohl sagen?

Hoffmann. Das heißt — ja — in gewisser Hinsicht; übrigens Du

entschuldigst mich, ich bin so entsetzlich aufgeregt. Zähle auf mich! Die alten

Freunde sind immer noch die besten. Adieu, Adieu.

Ab durch die Mitte.

 

Loth wendet sich, bevor er zur Thür hinaustritt, noch einmal nach rückwärts und nimmt mit den

Augen noch einmal den ganzen Raum in sein Gedächtniß auf. Hierauf zu sich. Da könnt ich ja nun

wohl — gehen. Nach einem letzten Blick ab.

Das Zimmer bleibt für einige Augenblicke leer. Man vernimmt gedämpfte Rufe und das Geräusch von

Schritten, dann erscheint Hoffmann. Er zieht, sobald er die Thür hinter sich geschlossen hat, unverhältnißmäßig ruhig sein Notizbuch und rechnet etwas; hierbei unterbricht er sich und lauscht, wird unruhig, schreitet zur Thür und lauscht wieder. Plötzlich rennt Jemand die Treppe herunter und herein stürzt Helene.

 

Helene noch außen. Schwager! In der Thür. Schwager!

Hoffmann. Was ist denn — los?

Helene. Mach Dich gefaßt: todtgeboren!

Hoffmann. Jesus Christus! Er stürzt davon.

Helene allein.

 

Sie sieht sich um und ruft leise: Alfred! Alfred! und dann, als sie keine Antwort erhält, in schneller

Folge: Alfred! Alfred! Dabei ist sie bis zur Thür des Wintergartens geeilt, durch die sie spähend blickt.

Dann ab in den Wintergarten. Nach einer Weile erscheint sie wieder. Alfred! Immer unruhiger werdend,

am Fenster, durch das sie hinausblickt: Alfred! Sie öffnet das Fenster und steigt auf einen davor stehenden Stuhl. In diesem Augenblick klingt deutlich vom Hofe herein das Geschrei des betrunkenen, aus

dem Wirtshaus heimkehrenden Bauern, ihres Vaters. Dohie hä! biin iich nee a hibscher

Moan? Hoa’ iich nee a hibsch Weib? Hoa’ iich nee a poar hibsche Tächter dohie

hä? Helene stößt einen kurzen Schrei aus und rennt wie gejagt nach der Mittelthür. Von dort aus entdeckt sie den Brief, welchen Loth auf dem Tisch zurückgelassen. Sie stürzt sich darauf, reißt ihn auf und

durchfliegt ihn, einzelne Worte aus seinem Inhalt laut hervorstoßend: „Unübersteiglich!“ ...

„Niemals wieder!“ Sie läßt den Brief fallen, wankt. Zu Ende! Rafft sich auf, hält sich den Kopf

mit beiden Händen, kurz und scharf schreiend. Zu En—de! Stürzt ab durch die Mitte. Der Bauer

draußen, schon aus geringerer Entfernung: Dohie hä? iis ernt’s Gittla ne mei—ne? Hoa’

iich ne a hibsch Weib? Bin iich nee a hibscher Moan? Helene, immer noch suchend, wie eine halb Irrsinnige aus dem Wintergarten hereinkommend, trifft auf Eduard, der etwas aus Hoffmann’s

Zimmer zu holen geht. Sie redet ihn an. Eduard! Er antwortet. Gnädiges Fräulein? Darauf sie:

Ich möchte ... möchte den Herrn Dr. Loth ... Eduard antwortet: Herr Dr. Loth sind in

des Herrn Dr. Schimmelpfennig’s Wagen fortgefahren!

Damit verschwindet er im Zimmer Hoffmann’s. Wahr! stößt Helene hervor und hat einen Augenblick Mühe aufrecht zu stehen. Im nächsten durchfährt sie eine verzweifelte Energie. Sie rennt nach dem Vordergrunde und ergreift den Hirschfänger sammt Gehänge, der an dem Hirschgeweih über dem Sopha befestigt ist. Sie verbirgt ihn und hält sich still im dunklen Vordergrund, bis Eduard, aus Hoffmanns Zimmer

kommend, zur Mittelthür hinaus ist. Die Stimme des Bauern, immer deutlicher: Dohie hä, biin iich

nee a hibscher Moan? Auf diese Laute, wie auf ein Signal hin, springt Helene auf und verschwindet ihrerseits in Hoffmanns Zimmer. Das Hauptzimmer ist leer, und man hört fortgesetzt die Stimme des

Bauern: Dohie hä, hoa’ iich nee die schinsten Zähne, hä? Hoa’ iich ne a hibsch

Gittla? Miele kommt durch die Mittelthür. Sie blickt suchend umher und ruft: Freilein Helene! und

wieder Freilein Helene! Dazwischen die Stimme des Bauern: ’s Gald iis mei—ne! Jetzt ist Miele ohne weiteres Zögern in Hoffmanns Zimmer verschwunden, dessen Thüre sie offen läßt. Im nächsten Augenblick stürzt sie heraus mit den Zeichen eines wahnsinnigen Schrecks; schreiend dreht sie sich zwei — dreimal um sich selber, schreiend jagt sie durch die Mittelthür. Ihr ununterbrochenes Schreien, mit der Entfernung immer schwächer werdend, ist noch einige weitere Sekunden vernehmlich. Man hört nun die schwere Hausthüre aufgehen und dröhnend in’s Schloß fallen, das Schrittegeräusch des im Hausflur herumtaumelnden Bauern, schließlich eine rohe, näselnde, lallende Trinkerstimme ganz aus der Nähe durch

den Raum gellen: Dohie hä! Hoa’ iich nee a poar hibsche Tächter?

 

Herrosé & Ziemsen, Wittenberg.

Anmerkungen zur Transkription

 

 

Die Schreibweise und Zeichensetzung des Originales wurden weitgehend beibehalten. Nur offensichtliche Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):

 

... vom Buffet, setzt alles auf den Tisch vor Loth. Grand Champague, ...

... vom Buffet, setzt alles auf den Tisch vor Loth. Grand Champagne, ...

... Vancover-Island nur zum Zwecke parteilicher Agitation ...

... Vancouver-Island nur zum Zwecke parteilicher Agitation ...

... auf seinen Patz begiebt. ...

... auf seinen Platz begiebt. ...

... Loth trit aus der Hausthür, steht still, dehnt sich, thut mehrere ...

... Loth tritt aus der Hausthür, steht still, dehnt sich, thut mehrere ...

... beleuchtet ist auch noch die Holztreppe in dem erstem Stock. ...

... beleuchtet ist auch noch die Holztreppe in dem ersten Stock. ...

... Nich mal det bisken Nachtruhe hat man. — Immer verraulicher. ...

... Nich mal det bisken Nachtruhe hat man. — Immer vertraulicher. ...

... Süd- nnd Nord-Amerika, an Afrika, Australien, die ...

... Süd- und Nord-Amerika, an Afrika, Australien, die ...

... Loth. Wird’s nicht bald zn Ende gehen? ...

... Loth. Wird’s nicht bald zu Ende gehen? ...

... Wintergarten hereinkommend, trifft aus Eduard, der etwas aus ...

... Wintergarten hereinkommend, trifft auf Eduard, der etwas aus ...

 

Sie haben Vor Sonnenaufgang: Soziales Drama zu Ende gelesen

Gerhart Hauptmann

Bücher wie dieses

Hinweis von Project Gutenberg

End of the Project Gutenberg EBook of Vor Sonnenaufgang, by Gerhart Hauptmann

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VOR SONNENAUFGANG ***

***** This file should be named 52218-h.htm or 52218-h.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in:

http://www.gutenberg.org/5/2/2/1/52218/

Produced by Peter Becker, Jens Sadowski, and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This file was produced from images generously made available by The Internet Archive.

Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright law means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, performances and research. They may be modified and printed and given away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial redistribution.

START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License available with this file or online at www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is unprotected by copyright law in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have to check the laws of the country where you are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has agreed to donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days following each date on which you prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm License. You must require such a user to return or destroy all copies of the works possessed in a physical medium and discontinue all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm works.

* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the electronic work is discovered and reported to you within 90 days of receipt of the work.

* You comply with all other terms of this agreement for free distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread works not protected by U.S. copyright law in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org

 

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For forty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility: www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.