Warum hast du mich entführt?
Fetti kommt und Alex ist doch nicht Alex
5
„Komm wach auf, Süße! Es war nur ein Traum“ Ich riss die Augen auf und bemerkte, dass Alex halb auf mir lag. Er hatte meine Hände gepackt und gegen meine Brust gepresst. Er roch so gut „Du, du hast rumgeschrien und wild um dich geschlagen, Süße. Du hast immer wieder Rose geschrien und auch – meinen Namen. Ich drückte ihn von mir weg und stand auf. Mittlerweile war es hell draußen. Ich ging in die Küche und schenkte mir ein Glas Wasser ein. Ich stützte meine Ellbogen auf der Anrichte und auf meinen Händen meinen Kopf. Das war alles zu viel für mich. Ich bemerkte, dass Alex mir gefolgt war, als ich eine Stimme dicht hinter mir wahrnahm. „Willst du darüber reden?“ Ich erschrak so heftig, dass ich das Glas Wasser fast auf den Boden schmiss. „Nein, mit dir will ich über gar nix reden.“ Ich drehte mich um und schaute ihm direkt in die Augen. „Ich würde lieber ein Kamel rasieren, als mit dir zu reden.“ „Warum bist du so?“ Er war wütend „Was hab ich dir getan, dass du mich so hasst?“ „Das fragst du noch? Weißt du ich erinnere mich noch, dass du mich entführt hast. Dass du mich nicht gehen lässt. Dass du weißt, dass… meine… meine beste Freundin im Krankenhaus liegt und mich weiterhin hier festhältst. Du hast doch auch jemanden im Krankenhaus besucht! Du solltest wissen, wie ich mich fühle! Also lass mich gehen, ich finde trotzdem irgendeinen Weg hier raus! Du bist so egoistisch!“
Er kam mir immer näher. Ich wollte weg von ihm, aber er stützte seine Hände neben mir auf der Anrichte ab. Ich lehnte mich immer mehr von ihm weg. In seinem Blick stand Traurigkeit. Er wollte gerade anfangen etwas zu sagen, da klingelte es an der Tür. Ich ergriff meine Chance und spukte ihm eiskalt ins Gesicht. Er war so schockiert, dass er von mir zurücksprang. Ich rannte aus der Küche zur Haustür. „Hallo? Hallo? Ich wurde entführt! Bitte helft mir!“ Ich rüttelte an der Tür, doch sie war verschlossen. Da kam auch schon Alex aus der Küche. Er schaute mich zornig an. Oh-oh.. Doch er ging einfach an mir vorbei und öffnete die Tür.
Da stand ein dicker, großer Mann. Ziemlich furchteinflößend. Trotzdem rannte ich aus der Tür. Ich wollte gerade an dem Fettbolzen mit Glatze vorbei, als er mich am Kragen packte und wieder in das Apartment schuckte. Ich landete drinnen voll auf den Arsch, Fetti kam rein, ging an mir vorbei und setzte sich aufs Sofa. Scheiße, vor dem hatte ich richtig Angst. Doch er ignorierte mich. Erst jetzt spürte ich die Spannung zwischen Alex und ihm.
Alex schaute ihn hasserfüllt an und Fetti – so hab ich jetzt getauft – hielt seinem Blick stand. Was geht denn hier ab??
Ich stand auf und rieb mir schmerzerfüllt mein Hinterteil. Schon so eine normale Bewegung, ließ Fetti mich lustvoll ansehen. Ihhhhhhhhhhhh .. so was von eklig. „Hast dir aber eine richtig gute ausgesucht, was? Das macht jetz nichts zur Sache, also, mein nächster Auftrag an dich erwartet dich in Kürze. „ Er wendete sich an mich. „Also, Häschen, komm mit Papa“ Ich stand versteinert da und schaute zwischen Alex und Fetti hin und her. In Alex` Gesicht stand ein schockierter Ausdruck. Doch ich wusste nicht ob es wegen mir war. „A-Aber du hast mir doch gesagt, dass mir jetzt gibst, was ich will?“Was? Ich verstand nur eines: Ich musste weg hier sonst stellt Fetti mit mir an was er will.
Ich blickte Alex, doch er war in einem Streit mit Fetti vertieft. Ich dachte nicht, dass Alex etwas tun würde um mich zu beschützen. Das war ein echter Stich ins Herz. Was hast du denn erwartet, Chloe? Ich versuchte die Tränen in den Augen zu unterdrücken und rannte zur Haustür. Puh. Fetti hat vergessen sie abzuschließen. Ich schaute noch einmal zu Alex. Wie konnte ich mich nur so täuschen? Er hatte mich gegen Drogen oder sonst was getauscht -.- Mir war egal, dass ich nur ein T-Shirt von Alex anhatte. Ich war schon auf der Hälfte des Gangs, auf dem Weg zum Aufzug, da wurde die Tür aufgerissen. „Verdammt du Lusche, warum hast du mir nicht gesagt, dass sie weg ist?“ Das war Fettis Stimme.
Ich schaute über die Schulter und sah, wie er immer mehr aufholte. Ich rannte noch schneller.