Wir fanden einen Pfad: Neue Gedichte

Christian Morgenstern · Kapitel 12 von 25

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Wir fanden einen Pfad: Neue Gedichte

Ich habe den MENSCHEN gesehn ...

Dir als ein Du es Brust an Brust zu heben.

 

Da wollte Stolz es mittendrin verderben,

und es ward Dir, und Du warst ihm verloren ...

Bis daß Du übermächtig mich beschworen!

 

Da ward ich Dir zum andernmal geboren:

denn ich verstand zum erstenmal zu sterben,

denn ich empfand zum erstenmal zu leben.

 

Ich habe den MENSCHEN gesehn

 

Ich habe den MENSCHEN gesehn in seiner tiefsten Gestalt,

ich kenne die Welt bis auf den Grundgehalt.

 

Ich weiß, daß Liebe, Liebe ihr tiefster Sinn,

und daß ich da, um immer mehr zu lieben, bin.

 

Ich breite die Arme aus, wie ER getan,

ich möchte die ganze Welt, wie ER, umfahrn.

 

Ich hebe Dir mein Herz empor

 

Ich hebe Dir mein Herz empor

als rechte Gralesschale,

das all sein Blut im Durst verlor

nach Deinem reinen Mahle,

o CHRIST!

 

O füll es neu bis an den Rand

mit Deines Blutes Rosenbrand,

daß: DEN fortan ich trage