Wir fanden einen Pfad: Neue Gedichte

Christian Morgenstern · Kapitel 3 von 25

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Wir fanden einen Pfad: Neue Gedichte

Da nimm

Gewässer ruhlos und gewaltig wandern?

 

Da nimm

 

Da nimm. Das laß ich dir zurück, oWelt ...

Es stammt von dir. Es sei von neuem dein.

Da, wo ich jetzo will hinaus, hinein,

bin ich nicht mehr auf dich gestellt.

Da gilt der blasse Geist allein,

den ich mir formte über dir

ach, nur wie einen blassen Opferrauch,—

da gilt nur noch der ach, so schwache Hauch,

der von dem CHRISTUS lebt in mir.

 

Das bloße Wollen ...

 

Das bloße Wollen einer großen Güte

ist ganz gewiß ein hohes Menschentrachten.

Doch es erhebt sich erst zur vollen B1üte,

 

wenn Gnaden eines seherisch Erwachten

den Kosmos nachtentleitetem Gemüte

als Geisterkunstwerk zum Bewußtsein brachten.

 

Dann wächst aus Riesenschöpfungsüberblicken,

aus Aufschau zu verborgnen Bildnersphären,

aus Selbstmiteinbezug in deren Stufen—

 

ein Mitgefühl mit dieser Welt Geschicken,

das mehr als dunkle Herzenstriebe nähren,

das höchste Götter mit ans Werk berufen.