Andrey Bely
Auf dem Titelblatt der Münchner Ausgabe von 1919 steht »Andrej Bjäly«: eine autorisierte Übersetzung aus dem Russischen von Nadja Strasser, erschienen bei Georg Müller. Hinter dem Namen steht Boris Nikolajewitsch Bugajew, 1880 in Moskau geboren als Sohn des Mathematikers Nikolai Bugajew, der an der Moskauer Universität die mathematische Fakultät leitete. Aus dieser Herkunft kommt der Zug, der sein Werk bestimmt: Zahlenordnung und Mystik im selben Kopf. Er begann mit den »Symphonien« und den Gedichtbänden »Gold im Azur« und »Asche«, ging als Schüler Rudolf Steiners nach Dornach, arbeitete am Bau des ersten Goetheanums mit und starb 1934 in Moskau.
»Petersburg«, 1913 zuerst veröffentlicht, spielt im aufgewühlten Herbst 1905. Der Senator Apollon Apollonowitsch Ableuchow, achtundsechzig Jahre alt und Chef einer Behörde, hat sein Wohnungsinventar nach Himmelsrichtungen registrieren lassen, Brille in Fach b, Nordost. Einen Brief mit spanischer Marke von der fortgegangenen Anna Petrowna öffnet er nicht. Sein Sohn Nikolai steht spät auf, liest hinter verschlossener Tür, geht im Schlafrock durch die Zimmer und bestellt einen Kostümeur für einen Ball. Zwischen beiden steht ein Versprechen, das Nikolai einer konspirativen Gruppe gegeben hat und das sich gegen den eigenen Vater richtet.
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