Aus der Jugendzeit
Historie von der schönen Lau
Der Blautopf ist der große runde Kessel eines wundersamen Quells bei
einer jähen Felsenwand gleich hinter dem Kloster. Gen Morgen sendet er ein
Flüßchen aus, die Blau, welche der Donau zufällt. Dieser Teich ist einwärts wie
ein tiefer Trichter, sein Wasser von Farbe ganz blau, sehr herrlich, mit Worten
nicht wohl zu beschreiben; wenn man es aber schöpft, sieht es ganz hell in dem
Gefäß.
Zu unterst auf dem Grund saß ehemals eine Wasserfrau mit langen
fließenden Haaren. Ihr Leib war allenthalben wie eines schönen, natürlichen
Weibs, dies eine ausgenommen, daß sie zwischen den Fingern und Zehen eine
Schwimmhaut hatte, blühweiß und zärter als ein Blatt vom Mohn. Im Städtlein
ist noch heutzutag ein alter Bau, vormals ein Frauenkloster, hernach zu einer
großen Wirtschaft eingerichtet, und hieß darum der Nonnenhof. Dort hing vor
sechzig Jahren noch ein Bildnis von dem Wasserweib, trotz Rauch und Alter
noch wohl kenntlich in den Farben. Da hatte sie die Hände kreuzweis auf die
Brust gelegt, ihr Angesicht sah weißlich, das Haupthaar schwarz, die Augen
aber, welche sehr groß waren, blau. Beim Volk hieß sie die arge Lau im Topf,
auch wohl die schöne Lau. Gegen die Menschen erzeigte sie sich bald böse, bald
gut. Zuzeiten, wenn sie im Unmut den Gumpen übergehen ließ, kam Stadt und
Kloster in Gefahr, dann brachten ihr die Bürger in einem feierlichen Aufzug oft
Geschenke, sie zu begütigen, als: Gold- und Silbergeschirr, Becher, Schalen,
kleine Messer und andre Dinge, dawider zwar, als einen heidnischen Gebrauch
und Götzendienst, die Mönche redlich eiferten, bis derselbe auch endlich ganz
abgestellt worden. So feind darum die Wasserfrau dem Kloster war, geschah es
doch nicht selten, wenn Pater Emeran die Orgel drüben schlug und kein Mensch
in der Nähe war, daß sie am lichten Tag mit halbem Leib heraufkam und
zuhorchte; dabei trug sie zuweilen einen Kranz von breiten Blättern auf dem
Kopf und auch dergleichen um den Hals.
Ein frecher Hirtenjung' belauschte sie einmal in dem Gebüsch und rief:
„Hei, Laubfrosch! git's guat Wetter?“ Geschwinder als ein Blitz und giftiger als
eine Otter fuhr sie heraus, ergriff den Knaben beim Schopf und riß ihn mit
hinunter in eine ihrer nassen Kammern, wo sie den ohnmächtig Gewordenen
jämmerlich verschmachten und verfaulen lassen wollte. Bald aber kam er wieder
zu sich, fand eine Tür und kam, über Stufen und Gänge, durch viele Gemächer
in einen schönen Saal. Hier war es lieblich, glusam mitten im Winter. In einer
Ecke brannte, indem die Lau und ihre Dienerschaft schon schlief, auf einem
hohen Leuchter mit goldenen Vogelfüßen als Nachtlicht eine Ampel. Es stand viel köstlicher Hausrat herum an den Wänden, und diese waren samt dem
Estrich ganz mit Teppichen staffiert, Bildweberei in allen Farben. Der Knabe
hurtig nahm das Licht herunter von dem Stock, sah sich in Eile um, was er noch
sonst erwischen möchte, und griff aus einem Schrank etwas heraus, das stak in
einem Beutel und war mächtig schwer, deswegen er vermeinte, es sei Gold; lief
dann und kam vor ein erzenes Pförtlein, das mochte in der Dicke gut zwo Fäuste
sein, schob die Riegel zurück und stieg eine steinerne Treppe hinauf in
unterschiedlichen Absätzen, bald links, bald wieder rechts, gewiß vierhundert
Stufen, bis sie zuletzt ausgingen und er auf ungeräumte Klüfte stieß; da mußte er
das Licht dahinten lassen und kletterte so mit Gefahr seines Lebens noch eine
Stunde lang im Finstern hin und her, dann aber brachte er den Kopf auf einmal
aus der Erde. Es war tief Nacht und dicker Wald um ihn. Als er nach vielem
Irregehen endlich mit der ersten Morgenhelle auf gänge Pfade kam und von dem
Felsen aus das Städtlein unten erblickte, verlangte ihn am Tag zu sehen, was in
dem Beutel wäre; da war es weiter nichts als ein Stück Blei, ein schwerer Kegel,
spannenlang, mit einem Öhr an seinem obern Ende, weiß vor Alter. Im Zorn
warf er den Plunder weg, ins Tal hinab, und sagte nachher weiter niemand von
dem Raub, weil er sich dessen schämte. Doch kam von ihm die erste Kunde von
der Wohnung der Wasserfrau unter die Leute.
Nun ist zu wissen, daß die schöne Lau nicht hier am Ort zu Hause war;
vielmehr war sie, als eine Fürstentochter, und zwar, von Mutterseiten her
halbmenschlichen Geblüts, mit einem alten Donaunix am Schwarzen Meer
vermählt. Ihr Mann verbannte sie, darum, daß sie nur tote Kinder hatte. Das aber
kam, weil sie stets traurig war, ohn' einige besondere Ursach'. Die
Schwiegermutter hatte ihr geweissagt, sie möge eher nicht eines lebenden
Kindes genesen, als bis sie fünfmal von Herzen gelacht haben würde. Beim
fünften Male müßte etwas sein, das dürfe sie nicht wissen, noch auch der alte
Nix. Es wollte aber damit niemals glücken, soviel auch ihre Leute deshalb Fleiß
anwendeten; endlich da mochte sie der alte König ferner nicht an seinem Hofe
leiden und sandte sie an diesen Ort, unweit der obern Donau, wo seine
Schwester wohnte. Die Schwiegermutter hatte ihr zum Dienst und Zeitvertreib
etliche Kammerzofen und Mägde mitgegeben, so muntere und kluge Mädchen,
als je auf Entenfüßen gingen (denn was von dem gemeinen Stamm der
Wasserweiber ist, hat rechte Entenfüße); die zogen sie, pur für die Langeweile,
sechsmal des Tages anders an — denn außerhalb dem Wasser ging sie in
köstlichen Gewändern, doch barfuß —, erzählten ihr alte Geschichten und
Mären, machten Musik, tanzten und scherzten vor ihr. An jenem Saal, darin der
Hirtenbub gewesen, war der Fürstin ihr Gaden oder Schlafgemach, von welchem
eine Treppe in den Blautopf ging. Da lag sie manchen lieben Tag und manche Sommernacht, der Kühlung wegen. Auch hatte sie allerlei lustige Tiere, wie
Vögel, Küllhasen und Affen, vornehmlich aber einen possigen Zwerg, durch
welchen vormals einem Ohm der Fürstin war von ebensolcher Traurigkeit
geholfen worden. Sie spielte alle Abend Damenziehen, Schachzagel oder Schaf
und Wolf mit ihm; so oft er einen ungeschickten Zug getan, schnitt er die
raresten Gesichter, keines dem andern gleich, nein, immer eines ärger als das
andere, daß auch der weise Salomo das Lachen nicht gehalten hätte, geschweige
denn die Kammerjungfern oder du selber, liebe Leserin, wärst du dabei gewesen;
nur bei der schönen Lau schlug eben gar nichts an, kaum daß sie ein paarmal den
Mund verzog.
Es kamen alle Jahr um Winters Anfang Boten von daheim, die klopften an
der Halle mit dem Hammer, da frugen dann die Jungfern:
Wer pochet, daß einem das Herz erschrickt?
Und jene sprachen:
Der König schickt!
Gebt uns wahrhaftigen Bescheid,
was Guts ihr habt geschafft die Zeit.
Und sie sagten:
Wir haben die ferndigen 1) Lieder gesungen
und haben die ferndigen Tänze gesprungen,
gewonnen war es um ein Haar! —
Kommt, liebe Herren, übers Jahr.
So zogen sie wieder nach Haus. Die Frau war aber vor der Botschaft und
darnach stets noch einmal so traurig.
Im Nonnenhof war eine dicke Wirtin, Frau Betha Seysolffin, ein frohes
Biederweib, christlich, leutselig, gütig; zumal an armen reisenden Gesellen
bewies sie sich als eine rechte Fremdenmutter. Die Wirtschaft führte zumeist ihr
ältster Sohn, Stephan, welcher verehlicht war; ein anderer, Xaver, war
Klosterkoch, zwo Töchter noch bei ihr. Sie hatte einen kleinen Küchengarten vor
der Stadt, dem Topf zunächst. Als sie im Frühjahr einst am ersten warmen Tag
dort war und ihre Beete richtete, den Kappis2), den Salat zu säen, Bohnen und
Zwiebel zu stecken, besah sie sich von ungefähr auch einmal recht mit
Wohlgefallen wieder das schöne blaue Wasser überm Zaun und mit Verdruß daneben einen alten garstigen Schutthügel, der schändete den ganzen Platz;
nahm also, wie sie fertig war mit ihrer Arbeit und das Gartentürlein hinter sich
zugemacht hatte, die Hacke noch einmal, riß flink das gröbste Unkraut aus, erlas
etliche Kürbiskern' aus ihrem Samenkorb und steckte hin und wieder einen in
den Haufen. (Der Abt im Kloster, der die Wirtin, als eine saubere Frau, gern sah
— man hätte sie nicht über vierzig Jahr geschätzt, er selber aber war gleich ihr
ein starkbeleibter Herr — stand just am Fenster oben und grüßte herüber, indem
er mit dem Finger drohte, als halte sie zu seiner Widersacherin.) Die Wüstung
grünte nun den ganzen Sommer, daß es eine Freude war, und hingen dann im
Herbst die großen gelben Kürbis an den Abhang nieder bis zu dem Teich.
Jetzt ging einstmals der Wirtin Tochter, Jutta, in den Keller, woselbst sich
noch von alten Zeiten her ein offener Brunnen mit einem steinernen Kasten
befand. Beim Schein des Lichts erblickte sie darinne mit Entsetzen die schöne
Lau, schwebend bis an die Brust im Wasser; sprang voller Angst davon und
sagt's der Mutter an; die fürchtete sich nicht und stieg allein hinunter, litt auch
nicht, daß ihr der Sohn zum Schutz nachfolgte, weil das Weib nackt war.
Der wunderliche Gast sprach diesen Gruß:
„Die Wasserfrau ist kommen
gekrochen und geschwommen,
durch Gänge steinig, wüst und kraus,
zur Wirtin in das Nonnenhaus,
sie hat sich meinethalb gebückt,
mein' Topf geschmückt
mit Früchten und mit Ranken,
das muß ich billig danken.“
Sie hatte einen Kreisel aus wasserhellem Stein in ihrer Hand, den gab sie
der Wirtin und sagte: „Nehmt dieses Spielzeug, liebe Frau, zu meinem
Angedenken! Ihr werdet guten Nutzen davon haben. Denn jüngsthin habe ich
gehört, wie Ihr in Eurem Garten der Nachbarin klagtet, Euch sei schon auf die
Kirchweih angst, wo immer die Bürger und Bauern zu Unfrieden kämen und
Mord und Totschlag zu befahren sei. Derhalben, liebe Frau, wenn wieder die
trunkenen Gäste bei Tanz und Zeche Streit beginnen, nehmt den Topf zur Hand
und dreht ihn vor der Tür des Saals im Öhrn3), da wird man hören durch das
ganze Haus ein mächtiges und herrliches Getöne, daß alle gleich die Fäuste
werden sinken lassen und guter Dinge sein, denn jählings ist ein jeder nüchtern
und gescheit geworden. Ist es an dem, so werfet Eure Schürze auf den Topf, da
wickelt er sich alsbald ein und lieget stille.“
So redete das Wasserweib. Frau Betha nahm vergnügt das Kleinod samt der
goldenen Schnur und dem Halter von Ebenholz, rief ihrer Tochter Jutta her (sie
stand nur hinter dem Krautfaß an der Staffel), wies ihr die Gabe, dankte und lud
die Frau, so oft die Zeit ihr lang wär', freundlich ein zu fernerem Besuch, darauf
das Weib hinabfuhr und verschwand.
Es dauerte nicht lang', so wurde offenbar, welch einen Schatz die Wirtschaft
an dem Topf gewann. Denn nicht allein, daß er durch seine Kraft und hohe
Tugend die übeln Händel allezeit in einer Kürze dämpfte, er brachte auch dem
Gasthaus bald erstaunliche Einkehr zuwege. Wer in die Gegend kam, gemein
oder vornehm, ging ihm zulieb'; insonderheit kam bald der Graf von Helfenstein,
von Wirtemberg und etliche große Prälaten; ja ein berühmter Herzog aus
Lombardenland, so bei dem Herzoge von Bayern gastweis war und dieses Wegs
nach Frankreich reiste, bot vieles Geld für dieses Stück, wenn es die Wirtin
lassen wollte. Gewiß auch war in keinem andern Land seinesgleichen zu sehn
und zu hören. Erst, wenn er anhub, sich zu drehen, ging es doucement her, dann
klang es stärker und stärker, so hoch wie tief, und immer herrlicher, als wie der
Schall von vielen Pfeifen, der quoll und stieg durch alle Stockwerke bis unter das Dach und bis in den Keller, dergestalt, daß alle Wände, Dielen, Säulen und
Geländer schienen davon erfüllt zu sein, zu tönen und zu schwellen. Wenn nun
das Tuch auf ihn geworfen wurde und er ohnmächtig lag, so hörte gleichwohl
die Musik so bald nicht auf, es zog vielmehr der ausgeladene Schwall mit
starken Klingen, Dröhnen, Summen noch wohl bei einer Viertelstunde hin und
her.
Bei uns im Schwabenland heißt so ein Topf aus Holz gemeinhin eine
Habergeis; Frau Betha ihrer ward nach seinem vornehmsten Geschäft insgemein
genannt der Bauren-Schwaiger. Er war gemacht aus einem großen Amethyst, des
Name besagen will: wider den Trunk, weil er den schweren Dunst des Weins
geschwinde aus dem Kopf vertreibt, ja schon von Anbeginn dawider tut, daß
einen guten Zecher das Selige berühre; darum ihn auch weltlich und geistliche
Herren sonst häufig pflegten am Finger zu tragen.
Die Wasserfrau kam jeden Mond einmal, auch je und je unverhofft
zwischen der Zeit, weshalb die Wirtin eine Schelle richten ließ, oben im Haus,
mit einem Draht, der lief herunter an der Wand beim Brunnen, damit sie sich
gleichbald anzeigen konnte. Also ward sie je mehr und mehr zutunlich zu den
wackeren Frauen, der Mutter samt den Töchtern und der Söhnerin.
Einstmals an einem Nachmittag im Sommer, da eben keine Gäste kamen,
der Sohn mit den Knechten und Mägden hinaus in das Heu gefahren war, Frau
Betha mit der Ältesten im Keller Wein abließ, die Lau im Brunnen aber
Kurzweil halben dem Geschäft zusah und nun die Frauen noch ein wenig mit ihr
plauderten, da fing die Wirtin an: „Mögt Ihr Euch denn einmal in meinem Haus
und Hof umsehn? Die Jutta könnte Euch etwas von Kleidern geben; ihr seid von
einer Größe.“
„Ja“, sagte sie, „ich wollte lange gern die Wohnungen der Menschen sehn,
was alles sie darin gewerben, spinnen, weben, ingleichen auch wie Eure Töchter
Hochzeit machen und ihre kleinen Kinder in der Wiege schwenken.“
Da lief die Tochter fröhlich mit Eile hinauf, ein rein Leintuch zu holen,
bracht' es und half ihr aus dem Kasten steigen, das tat sie sonder Mühe und
lachenden Mundes. Flugs schlug ihr die Dirne das Tuch um den Leib und führte
sie bei ihrer Hand eine schmale Stiege hinauf in der hintersten Ecke des Kellers,
da man durch eine Falltür oben gleich in der Töchter Kammer gelangt. Allda ließ
sie sich trocken machen und saß auf einem Stuhl, indem ihr Jutta die Füße
abrieb. Wie diese ihr nun an die Sohle kam, fuhr sie zurück und kicherte. „War's
nicht gelacht?“ frug sie selber sogleich. — „Was anders?“ rief das Mädchen und
jauchzte: „Gebenedeiet sei uns der Tag! ein erstes Mal wär' es geglückt!“ — Die
Wirtin hörte in der Küche das Gelächter und die Freude, kam herein, begierig,
wie es zugegangen, doch als sie die Ursach' vernommen — du armer Tropf, so dachte sie, das wird ja schwerlich gelten! — ließ sich indes nichts merken, und
Jutte nahm etliche Stücke heraus aus dem Schrank, das Beste, was sie hatte, die
Hausfreundin zu kleiden. „Seht“, sagte die Mutter: „Sie will wohl aus Euch eine
Susann Preisnestel machen.“ — „Nein“, rief die Lau in ihrer Fröhlichkeit, „laß
mich die Aschengruttel sein in deinem Märchen!“ — nahm einen schlechten
runden Faltenrock und eine Jacke; nicht Schuh noch Strümpfe litt sie an den
Füßen, auch hingen ihre Haare ungezöpft bis auf die Knöchel nieder. So strich
sie durch das Haus von unten bis zu oberst, durch Küche, Stuben und Gemächer.
Sie verwunderte sich des gemeinsten Gerätes und seines Gebrauchs, besah den
reingefegten Schenktisch und darüber in langen Reihen die zinnenen Kannen
und Gläser, alle gleich gestürzt, mit hängendem Deckel, dazu den kupfernen
Schwenkkessel samt der Bürste und mitten in der Stube an der Decke der Weber
Zunftgeschmuck, mit Seidenband und Silberdraht geziert, in dem Kästlein von
Glas. Von ungefähr erblickte sie ihr eigen Bild im Spiegel, davor blieb sie
betroffen und erstockt eine ganze Weile stehn, und als darauf die Söhnerin sie
mit in ihre Stube nahm und ihr ein neues Spiegelein, drei Groschen wert,
verehrte, da meinte sie Wunders zu haben; denn unter allen ihren Schätzen fand
sich dergleichen nicht.
Bevor sie aber Abschied nahm, geschah's, daß sie hinter den Vorhang des
Alkoven schaute, woselbst der jungen Frau und ihres Mannes Bett sowie der
Kinder Schlafstätte war. Saß da ein Enkelein mit rotgeschlafenen Backen,
hemdig und einen Apfel in der Hand, auf einem runden Stühlchen von guter
Ulmer Hafnerarbeit, grünverglaset. Das wollte dem Gast außer Maßen gefallen;
sie nannte es einen viel zierlichen Sitz, rümpft' aber die Nase mit eins, und da die
drei Frauen sich wandten zu lachen, vermerkte sie etwas und fing auch hell zu
lachen an, und hielt sich die ehrliche Wirtin den Bauch, indem sie sprach:
„Diesmal fürwahr hat es gegolten, und Gott schenk' Euch so einen frischen
Buben, als mein Hans da ist!“
Die Nacht darauf, daß sich dies zugetragen, legte sich die schöne Lau
getrost und wohlgemut, wie schon in langen Jahren nicht, im Grund des
Blautopfs nieder, schlief gleich ein, und bald erschien ihr ein närrischer Traum.
Ihr deuchte da, es war die Stunde nach Mittag, wo in der heißen Jahreszeit
die Leute auf der Wiese sind und mähen, die Mönche aber sich in ihren kühlen
Zellen eine Ruhe machen, daher es noch einmal so still im ganzen Kloster und
rings um seine Mauern war. Es stund jedoch nicht lange an, so kam der Abt
herausspaziert und sah, ob nicht etwa die Wirtin in ihrem Garten sei. Dieselbe
aber saß als eine dicke Wasserfrau mit langen Haaren in dem Topf, allwo der Abt
sie bald entdeckte, sie begrüßte und ihr einen Kuß gab, so mächtig, daß es vom
Klostertürmlein widerschallte, und schallte es der Turm ans Refektorium, das
sagt' es der Kirche, und die sagt's dem Pferdstall, und der sagt's dem Fischhaus,
und das sagt's dem Waschhaus, und im Waschhaus, da riefen's die Zuber und Kübel sich zu. Der Abt erschrak bei solchem Lärm; ihm war, wie er sich nach
der Wirtin bückte, sein Käpplein in Blautopf gefallen; sie gab es ihm geschwind,
und er watschelte hurtig davon.
Da aber kam aus dem Kloster heraus unser Herrgott, zu sehn, was es gebe.
Er hatte einen langen weißen Bart und einen roten Rock. Und frug den Abt, der
ihm just in die Hände lief:
„Herr Abt, wie ward Euer Käpplein so naß?“
Und er antwortete:
„Es ist mir ein Wildschwein am Wald verkommen,
vor dem hab' ich Reißaus genommen;
ich rannte sehr und schwitzet' baß.
Davon ward wohl mein Käpplein so naß.“
Da hob unser Herrgott, unwirs ob der Lüge, seinen Finger auf, winkt' ihm
und ging voran, dem Kloster zu. Der Abt sah hehlings noch einmal nach der
Frau Wirtin um, und diese rief: „Ach liebe Zeit, ach liebe Zeit, jetzt kommt der
gut' alt' Herr in die Prison!“
Dies war der schönen Lau ihr Traum. Sie wußte aber beim Erwachen und
spürte noch an ihrem Herzen, daß sie im Schlaf sehr lachte, und ihr hüpfte noch
wachend die Brust, daß der Blautopf oben Ringlein schlug.
Weil es den Tag zuvor sehr schwül gewesen, so blitzte es jetzt in der Nacht.
Der Schein erhellte den Blautopf ganz, auch spürte sie am Boden, es donnere
weitweg. So blieb sie mit zufriedenem Gemüte noch eine Weile ruhen, den Kopf
in ihre Hand gestützt, und sah dem Wetterblicken zu. Nun stieg sie auf, zu
wissen, ob der Morgen etwa komme; allein es war noch nicht viel über
Mitternacht. Der Mond stand glatt und schön über dem Rusenschloß, die Lüfte
aber waren voll vom Würzgeruch der Mahden.
Sie meinte fast die Geduld nicht zu haben bis an die Stunde, wo sie im
Nonnenhof ihr neues Glück verkünden durfte, ja wenig fehlte, daß sie sich jetzt
nicht mitten in der Nacht aufmachte und vor Juttas Türe kam (wie sie nur
einmal, Trostes wegen, in übergroßem Jammer nach der jüngsten Botschaft aus
der Heimat tat), doch sie besann sich anders und ging zu besserer Zeit.
Frau Betha hörte ihren Traum gutmütig an, obwohl er ihr ein wenig
ehrenrührig schien. Bedenklich aber sagte sie darauf: „Baut nicht auf solches
Lachen, das im Schlaf geschah; der Teufel ist ein Schelm. Wenn Ihr auf solches
Trugwerk hin die Boten mit fröhlicher Zeitung entließet und die Zukunft strafte
Euch Lügen, es könnte schlimm daheim ergehen.“
Auf diese ihre Rede hing die schöne Lau den Mund gar sehr und sagte:
„Frau Ahne hat der Traum verdrossen!“ — nahm kleinlauten Abschied und
tauchte hinunter.
Es war nah bei Mittag, da rief der Pater Schaffner im Kloster dem Bruder
Kellermeister eifrig zu: „Ich merk', es ist im Gumpen letz! die Arge will Euch
Eure Faß wohl wieder einmal schwimmen lehren. Tut Eure Läden eilig zu,
vermachet alles wohl!“
Nun aber war des Klosters Koch, der Wirtin Sohn, ein lustiger Vogel,
welchen die Lau wohl leiden mochte. Der dachte ihren Jäst4) mit einem Schnak
zu stillen, lief nach seiner Kammer, zog die Bettscher' aus der Lagerstätte und
steckte sie am Blautopf in den Rasen, wo das Wasser auszutreten pflegte, und
stellte sich mit Worten und Gebärden als einen vielgetreuen Diener an, der
mächtig Ängsten hätte, daß seine Herrschaft aus dem Bette fallen und etwa
Schaden nehmen möchte. Da sie nun sah das Holz so recht mit Fleiß gesteckt
und über das Bächlein gespreizt, kam ihr in ihrem Zorn das Lachen an, und
lachte überlaut, daß man's im Klostergarten hörte.
Als sie hierauf am Abend zu den Frauen kam, da wußten sie es schon vom
Koch und wünschten ihr mit tausend Freuden Glück. Die Wirtin sagte: „Der
Xaver ist von Kindesbeinen an gewesen als wie der Zuberklaus, jetzt kommt uns
seine Torheit zustatten.“
Nun aber ging ein Monat nach dem andern herum, es wollte sich zum
dritten- oder viertenmal nicht wieder schicken. Martini war vorbei, noch wenig
Wochen, und die Boten standen wieder vor der Tür. Da ward es den guten Wirtsleuten selbst bang, ob heuer noch etwas zustande käme, und alle hatten nur
zu trösten an der Frau. Je größer deren Angst, je weniger zu hoffen war.
Damit sie ihres Kummers eher vergesse, lud ihr Frau Betha einen Lichtkarz
ein, da nach dem Abendessen ein halb Dutzend muntre Dirnen und Weiber aus
der Verwandtschaft in einer abgelegenen Stube mit ihren Kunkeln sich
zusammensetzten. Die Lau kam alle Abend in Juttas altem Rock und Kittel und
ließ sich weit vom warmen Ofen weg in einem Winkel auf den Boden nieder und
hörte dem Geplauder zu, von Anfang als ein stummer Gast, ward aber bald
zutraulich und bekannt mit allen. Um ihretwillen machte sich Frau Betha eines
Abends ein Geschäft daraus, ihr Weihnachtskripplein für die Enkel beizeiten
herzurichten: die Mutter Gottes mit dem Kind im Stall, bei ihr die drei Weisen
aus Morgenland, ein jeder mit seinem Kamel, darauf er hergereist kam und seine
Gaben brachte. Dies alles aufzuputzen und zu leimen, was etwa lotter war, saß
die Frau Wirtin an dem Tisch beim Licht mit ihrer Brille, und die Wasserfrau mit
höchlichem Ergötzen sah ihr zu, sowie sie auch gerne vernahm, was ihr von
heiligen Geschichten dabei gesagt wurde, doch nicht, daß sie dieselben dem
rechten Verstand nach begriff oder zu Herzen nahm, wie gern auch die Wirtin es
wollte.
Frau Betha wußte ferner viel lehrreicher Fabeln und Denkreime, auch
spitzweise Fragen und Rätsel; die gab sie nacheinander auf zu raten, weil
sonderlich die Wasserfrau von Hause aus dergleichen liebte und immer gar zufrieden schien, wenn sie es ein und das andre Mal traf (das doch nicht allzu
leicht geriet). Eines derselben gefiel ihr vor allen, und was damit gemeint ist,
nannte sie ohne Besinnen:
„Ich bin eine dürre Königin,
trag' auf dem Haupt eine zierliche Kron',
und die mir dienen mit treuem Sinn,
die haben großen Lohn.
„Meine Frauen müssen mich schön frisiern,
erzählen mir Märlein ohne Zahl,
sie lassen kein einzig Haar an mir,
doch siehst du mich nimmer kahl.
„Spazieren fahr' ich frank und frei,
das geht so rasch, das geht so fein;
nur komm' ich nicht vom Platz dabei —
sagt, Leute, was mag das sein?“
Darüber sagte sie, in etwas fröhlicher denn zuvor: „Wenn ich dereinstens
wiederum in meiner Heimat bin und kommt einmal ein schwäbisch Landeskind,
zumal aus eurer Stadt, auf einer Kriegsfahrt oder sonst durch der Walachen Land
an unsere Gestade, so ruf' er mich bei Namen, dort wo der Strom am breitesten
hineingeht in das Meer — versteht, zehn Meilen einwärts in dieselbe See
erstreckt sich meines Mannes Reich, soweit das süße Wasser sie mit seiner Farbe
färbt —, dann will ich kommen und dem Fremdling zu Rat und Hilfe sein. Damit
er aber sicher sei, ob ich es bin und keine andere, die ihm schaden möchte, so
stelle er dies Rätsel. Niemand aus unserem Geschlechte außer mir wird ihm
darauf antworten, denn dortzuland sind solche Rocken und Rädlein, als ihr in
Schwaben führet, nicht gesehn, noch kennen sie dort eure Sprache; darum mag
dies die Losung sein.“
Auf einen andern Abend ward erzählt vom Doktor Veylland und Herrn
Konrad von Wirtemberg, dem alten Gaugrafen, in dessen Tagen es noch keine
Stadt mit Namen Stuttgart gab. Im Wiesental, da wo dieselbe sich nachmals
erhob, stund nur ein stattliches Schloß mit Wassergraben und Zugbrücke, von
Bruno, dem Domherrn von Speyer, Konradens Oheim, erbaut, und nicht gar weit
davon ein hohes steinernes Haus. In diesem wohnte dazumal mit einem alten
Diener ganz allein ein sonderlicher Mann, der war in natürlicher Kunst und in
Arzneikunst sehr gelehrt und war mit seinem Herrn, dem Grafen, weit in der Welt herumgereist, in heißen Ländern, von wo er manche Seltsamkeit an Tieren,
vielerlei Gewächsen und Meerwundern heraus nach Schwaben brachte. In
seinem Öhrn sah man der fremden Sachen eine Menge an den Wänden herum
hangen: die Haut vom Krokodil sowie Schlangen und fliegende Fische. Fast alle
Wochen kam der Graf einmal zu ihm; mit andern Leuten pflegte er wenig
Gemeinschaft. Man wollte behaupten, er mache Gold; gewiß ist, daß er sich
unsichtbar machen konnte, denn er verwahrte unter seinem Kram einen
Krackenfischzahn. Einst nämlich, als er auf dem Roten Meer das Bleilot
niederließ, die Tiefe zu erforschen, da zockt' es unterm Wasser, daß das Tau fast
riß. Es hatte sich ein Krackenfisch im Lot verbissen und zween seiner Zähne
darinne gelassen. Sie sind wie eine Schustersahle spitz und glänzend schwarz.
Der eine stak sehr fest, der andre ließ sich leicht ausziehen. Da nun ein solcher
Zahn, etwa in Silber oder Gold gefaßt und bei sich getragen, besagte hohe Kraft
besitzt und zu den größten Gütern, so man für Geld nicht haben kann, gehört, der
Doktor aber dafür hielt, es zieme eine solche Gabe niemand besser als einem
weisen und wohldenkenden Gebieter, damit er überall, in seinen eigenen und
Feindes Landen, sein Ohr und Auge habe, so gab er einen dieser Zähne seinem
Grafen, wie er ja ohnedem wohl schuldig war, mit Anzeigung von dessen
Heimlichkeit, davon der Herr nichts wußte. Von diesem Tage an erzeigte sich der
Graf dem Doktor gnädiger als allen seinen Edelleuten oder Räten und hielt ihn
recht als seinen lieben Freund, ließ ihm auch gern und sonder Neid das Lot zu
eigen, darin der andere Zahn war, doch unter dem Gelöbnis, sich dessen ohne
Not nicht zu bedienen, auch ihn vor seinem Ableben entweder ihm, dem Grafen,
erblich zu verlassen oder auf alle Weise der Welt zu entrücken, wo nicht ihn
gänzlich zu vertilgen. Der edle Graf starb aber um zwei Jahre eher als der
Veylland und hinterließ das Kleinod seinen Söhnen nicht; man glaubt, aus
Gottesfurcht und weisem Vorbedacht hab' er's mit in das Grab genommen oder
sonst verborgen.
Wie nun der Doktor auch am Sterben lag, so rief er seinen treuen Diener
Kurt zu ihm ans Bett und sagte: „Lieber Kurt! Es gehet diese Nacht mit mir zu
Ende, so will ich dir noch deine guten Dienste danken und etliche Dinge
befehlen. Dort bei den Büchern, in dem Fach zu unterst in der Ecke, ist ein
Beutel mit hundert Imperialen, den nimm sogleich zu dir; du wirst auf
Lebenszeit genug daran haben. Zum zweiten, das alte geschriebene Buch in dem
Kästlein daselbst verbrenne jetzt vor meinen Augen hier in dem Kamin. Zum
dritten findest du ein Bleilot dort, das nimm, verbirg's bei deinen Sachen, und
wenn du aus dem Hause gehst in deine Heimat, gen Blaubeuren, laß es dein
erstes sein, daß du es in den Blautopf wirfst.“ — Hiermit war er darauf bedacht,
daß es, ohne Gottes besondere Fügung, in ewigen Zeiten nicht in irgendeines Menschen Hände komme. Denn damals hatte sich die Lau noch nie im Blautopf
blicken lassen und hielt man selben überdies für unergründlich.
Nachdem der gute Diener jenes alles teils auf der Stelle ausgerichtet, teils
versprochen, nahm er mit Tränen Abschied von dem Doktor, welcher vor Tage
noch das Zeitliche gesegnete.
Als nachher die Gerichtspersonen kamen und allen kleinen Quark
aussuchten und versiegelten, da hatte Kurt das Bleilot zwar beiseit' gebracht, den
Beutel aber nicht versteckt, denn er war keiner von den Schlauesten, und mußte
ihn da lassen, bekam auch nach der Hand nicht einen Deut davon zu sehen,
kaum daß die schnöden Erben ihm den Jahreslohn auszahlten.
Solch Unglück ahnete ihm schon, als er, auch ohnedem betrübt genug, mit
seinem Bündelein in seiner Vaterstadt einzog. Jetzt dachte er an nichts, als seines
Herrn Befehl vor allen Dingen zu vollziehen. Weil er seit dreiundzwanzig Jahren
nimmer hier gewesen, so kannte er die Leute nicht, die ihm begegneten, und da
er gleichwohl einem und dem andern Guten Abend sagte, gab's ihm niemand
zurück. Die Leute schauten sich, wenn er vorüberkam, verwundert an den
Häusern um, wer doch da gegrüßt haben möchte, denn keines erblickte den
Mann. Dies kam, weil ihm das Lot in seinem Bündel auf der linken Seite hing;
ein andermal, wenn er es rechts trug, war er von allen gesehen. Er aber sprach
für sich: „Zu meiner Zeit sind dia Blaubeuramar so grob ett gwä5).“
Vom Blautopf fand er seinen Vetter, den Seilermeister, mit dem Jungen am
Geschäft, indem er längs der Klostermauer, rückwärts gehend, Werg aus seiner
Schürze spann, und weiterhin der Knabe trillte die Schnur mit dem Rad. —
„Gott grüaß di Vetter Seiler!“ rief der Kurt und klopft' ihm auf die Achsel. Der
Meister guckt sich um, verblaßt, läßt seine Arbeit aus den Händen fallen und
lauft, was seine Beine mögen. Da lachte der andere, sprechend: „Der denkt, mei'
Seel, i wandele geistweis! D'Leut hant g'wiß mi für tot hia g'sagt, anstatt mein'
Herra — ei so schlag!“
Jetzt ging er zu dem Teich, knüpfte sein Bündel auf und zog das Lot heraus.
Da fiel ihm ein, er möchte doch auch wissen, ob es wahr sei, daß der Gumpen
keinen Grund noch Boden habe (er wär' gern auch ein wenig so ein Spiriguckes
wie sein Herr gewesen), und weil er vorhin in des Seilers Korb drei große starke
Schnürbund liegen sehn, so holte er dieselben her und band das Lot an einen. Es
lagen just auch frischgebohrte Teichel6), eine schwere Menge, in dem Wasser bis
gegen die Mitte des Topfs, darauf er sicher Posto fassen konnte, und also ließ er
das Gewicht hinunter, indem er immer ein Stück Schnur an seinem
ausgestreckten Arm abmaß, drei solcher Längen auf ein Klafter rechnete und
laut abzählte: „— 1 Klafter, 2 Klafter, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10“; — da ging der erste Schnurbund aus und mußte er den zweiten an das Ende knüpfen, maß wiederum
ab und zählte bis auf 20. Da war der andere Schnurbund gar. — „Heidaguguk, ist
dees a Tiafe!“ — und band den dritten an das Trumm, fuhr fort zu zählen: „21,
22, 23, 24 — Höll-Element, mei' Arm will nimme! — 25, 26, 27, 28, 29, 30 —
Jetzet guat Nacht, 's Meß hot a End! Do heißt's halt, mir nex, dir nex, rappede
kappede, so isch usganga!“ — Er schlang die Schnur, bevor er aufzog, um das
Holz, darauf er stand, ein wenig zu verschnaufen, und urteilte bei sich: der Topf
ist währle bodalaus.
Indem der Spinnerinnen eine diesen Schwank erzählte, tat die Wirtin einen
schlauen Blick zur Lau hinüber, welche lächelte; denn freilich wußte sie am
besten, wie es gegangen war mit dieser Messerei; doch sagten beide nichts. Dem
Leser aber soll es unverhalten sein.
Die schöne Lau lag jenen Nachmittag auf dem Sand in der Tiefe, und, ihr zu
Füßen, eine Kammerjungfer, Aleila, welche ihr die liebste war, beschnitte ihr in
guter Ruh die Zehen mit einer goldenen Schere, wie von Zeit zu Zeit geschah.
Da kam hernieder langsam aus der klaren Höh' ein schwarzes Ding, als wie
ein Kegel, des sich im Anfang beide sehr verwunderten, bis sie erkannten, was
es sei. Wie nun das Lot mit neunzig Schuh den Boden rührte, da ergriff die
scherzlustige Zofe die Schnur und zog gemach mit beiden Händen, zog und zog,
so lang', bis sie nicht mehr nachgab. Alsdann nahm sie geschwind die Schere
und schnitt das Lot hinweg, erlangte einen dicken Zwiebel, der war erst gestern
in den Topf gefallen und war fast eines Kinderkopfes groß, und band ihn bei dem
grünen Schossen an die Schnur, damit der Mann erstaune, ein ander Lot zu
finden, als das er ausgeworfen. Derweile aber hatte die schöne Lau den
Krackenzahn im Blei mit Freuden und Verwunderung entdeckt. Sie wußte seine
Kraft gar wohl, und ob zwar für sich selbst die Wasserweiber oder -männer nicht
viel danach fragen, so gönnen sie den Menschen doch so großen Vorteil nicht,
zumalen sie das Meer und was sich darin findet von Anbeginn als ihren Pacht
und Lehn ansprechen. Deswegen denn die schöne Lau mit dieser ungefähren
Beute sich dereinst, wenn sie zu Hause käme, beim alten Nix, ihrem Gemahl,
Lobs zu erholen hoffte. Doch wollte sie den Mann, der oben stund, nicht lassen
ohn' Entgelt, nahm also alles, was sie eben auf dem Leibe hatte, nämlich die
schöne Perlenschnur an ihrem Hals, schlang selbe um den großen Zwiebel,
gerade als er sich nunmehr erhob; und daran war es nicht genug: sie hing
zuteuerst auch die goldene Schere noch daran und sah mit hellem Aug', wie das
Gewicht hinaufgezogen ward. Die Zofe aber, neubegierig, wie sich das
Menschenkind dabei gebärde, stieg hinter dem Lot in die Höhe und weidete sich
zwo Spannen unterhalb dem Spiegel an des Alten Schreck und Verwirrung.
Zuletzt fuhr sie mit ihren beiden aufgehobenen Händen ein maler viere in der
Luft herum, die weißen Finger als zu einem Fächer oder Wadel ausgespreizt. Es
waren aber schon zuvor auf des Vetters Seilers Geschrei viel Leute aus der Stadt
herausgekommen, die standen um den Blautopf her und sahn dem Abenteuer zu,
bis wo die grausigen Hände erschienen; da stob mit eins die Menge voneinander
und entrann.
Der alte Diener aber war von Stund an irrsch im Kopf ganzer sieben Tage
und sah der Lau ihre Geschenke gar nicht an, sondern saß da, bei seinem Vetter,
hinterm Ofen, und sprach des Tags wohl hundertmal ein altes Sprüchlein vor
sich hin, von welchem kein Gelehrter in ganz Schwabenland Bescheid zu geben
weiß, woher und wie oder wann erstmals es unter die Leute gekommen. Denn
von ihm selber hatte es der Alte nicht; man gab es lang vor seiner Zeit, gleichwie
noch heutigestags, den Kindern scherzweis auf, wer es ganz hurtig nacheinander ohne Tadel am öftesten hersagen könne; und lauten die Worte:
„'s leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura,
glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei.“
Die Wirtin nannt' es einen rechten Leirenbendel und sagte: „Wer hätte auch
den mindesten Verstand da drin gesucht, geschweige eine Prophezeiung!“
Als endlich der Kurt mit dem siebenten Morgen seine gute Besinnung
wiederfand und ihm der Vetter die kostbaren Sachen darwies, so sein rechtliches
Eigentum wären, da schmunzelte er doch, tat sie in sicheren Verschluß und ging
mit des Seilers7) zu Rat, was damit anzufangen. Sie achteten alle fürs beste, er
reise mit Perlen und Schere gen Stuttgart, wo eben Graf Ludwig sein Hoflager
hatte, und biete sie demselben an zum Kauf. So tat er denn. Der hohe Herr war
auch nicht karg und gleich bereit, so seltene Zier nach Schätzung eines Meisters
für seine Frau zu nehmen; nur als er von dem Alten hörte, wie er dazu
gekommen, fuhr er auf und drehte sich voll Ärger auf dem Absatz um, daß ihm
der Wunderzahn verloren sei. Ihm war vordem etwas von diesem kund
geworden, und hatte er dem Doktor, bald nach Herrn Konrads Hintritt, seines
Vaters, sehr darum angelegen, doch umsonst.
Dies war nun die Geschichte, davon die Spinnerinnen damals plauderten.
Doch ihnen war das Beste daran unbekannt. Eine Gevatterin, so auch mit ihrer
Kunkel unter ihnen saß, hätte noch gar gern gehört, ob wohl die schöne Lau das
Lot noch habe, auch was sie damit tue, und red'te so von weitem darauf hin; da
gab Frau Betha ihr nach ihrer Weise einen kleinen Stich und sprach zur Lau: „Ja,
gelt, jetzt macht Ihr Euch bisweilen unsichtbar, geht herum in den Häusern und
guckt den Weibern in die Töpfe, was sie zu Mittag kochen? Eine schöne Sach'
um so ein Lot für fürwitzige Leute!“
Inmittelst fing der Dirnen eine an, halblaut das närrische Gesetzlein
herzusagen; die andern taten ein gleiches, und jede wollt' es besser können, und
keine brachte es zum dritten oder viertenmal glatt aus dem Mund; dadurch gab
es viel Lachen. Zum letzten mußte es die schöne Lau probieren, die Jutte ließ ihr
keine Ruh'. Sie wurde rot bis an die Schläfe, doch hub sie an und
klüglicherweise gar langsam:
„'s leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeuren.“
Die Wirtin rief ihr zu, so sei es keine Kunst, es müsse gehen wie
geschmiert! Da nahm sie ihren Anlauf frisch hinweg, kam auch alsbald vom
Pfad ins Stoppelfeld, fuhr buntüberecks und wußte nimmer gicks noch gacks. Jetzt, wie man denken kann, gab es Gelächter einer Stuben voll, das hättet ihr
nur hören sollen, und mitten draus hervor der schönen Lau ihr Lachen, so hell
wie ihre Zähne, die man alle sah!
Doch unversehens, mitten in dieser Fröhlichkeit und Lust, begab sich ein
mächtiges Schrecken.
Der Sohn vom Haus, der Wirt, — er kam gerade mit dem Wagen heim von
Sonderbuch und fand die Knechte verschlafen im Stall — sprang hastig die
Stiege herauf, rief seine Mutter vor die Tür und sagte, daß es alle hören konnten:
„Um Gottes willen, schickt die Lau nach Haus! Hört Ihr denn nicht im Städtlein
den Lärm? Der Blautopf leert sich aus, die untere Gasse ist schon unter Wasser,
und in dem Berg am Gumpen ist ein Getös und Rollen, als wenn die Sündflut
käme!“ Indem er noch so sprach, tat innen die Lau einen Schrei: „Das ist der
König, mein Gemahl, und ich bin nicht daheim!“ — Hiermit fiel sie von ihrem
Stuhl sinnlos zu Boden, daß die Stube zitterte. Der Sohn war wieder fort, die
Spinnerinnen liefen jammernd heim mit ihren Rocken, die andern aber wußten
nicht, was anzufangen mit der armen Lau, welche wie tot da lag. Eins machte ihr
die Kleider auf, ein anderes strich sie an, das dritte riß die Fenster auf, und
schafften doch alle miteinander nichts.
Da streckte unverhofft der lustige Koch den Kopf zur Tür herein,
sprechend: „Ich hab' mir's eingebildet, sie wär' bei euch! Doch, wie ich sehe,
geht's nicht allzu lustig her. Macht, daß die Ente in das Wasser kommt, so wird
sie schwimmen!“ — „Du hast gut reden!“ sprach die Mutter mit Beben; „hat
man sie auch im Keller und im Brunnen, kann sie sich unten nicht den Hals
abstürzen im Geklüft?“ — „Was Keller!“ rief der Sohn: „was Brunnen! das geht
ja freilich nicht — laßt mich nur machen! Not kennt kein Gebot — ich trag' sie
in den Blautopf.“ Und damit nahm er, als ein starker Kerl, die Wasserfrau auf
seine Arme. „Komm, Jutta — nicht heulen! — geh mir voran mit der Latern'!“
— „In Gottes Namen!“ sagte die Wirtin; „doch nehmt den Weg hinten herum
durch die Gärten: es wimmelt die Straße mit Leuten und Lichtern.“ — „Der
Fisch hat sein Gewicht!“ sprach er im Gehn, schritt aber festen Tritts die Stiege
hinunter, dann über den Hof und links und rechts, zwischen Hecken und Zäunen
hindurch.
Am Gumpen fanden sie das Wasser schon merklich gefallen, gewahrten
aber nicht, wie die drei Zofen, mit den Köpfen dicht unter dem Spiegel, ängstig
hin und wieder schwammen, nach ihrer Frau ausschauend. Das Mädchen stellte
die Laterne hin, der Koch entledigte sich seiner Last, indem er sie behutsam mit
dem Rücken an den Kürbishügel lehnte. Da raunte ihm sein eigener Schalk ins
Ohr: wenn du sie küßtest, freute dich's dein Leben lang, und könntest du doch
sagen, du habest einmal eine Wasserfrau geküßt. — Und eh' er es recht dachte, war's geschehen. Da löschte ein Schluck Wasser aus dem Topf das Licht
urplötzlich aus, daß es stichdunkel war umher, und tat es dann nicht anders, als
wenn ein ganz halb Dutzend nasser Hände auf ein paar kernige Backen fiel, und
wo es sonst hintraf. Die Schwester rief: „Was gibt es denn?“ — „Maulschellen
heißt man's hier herum!“ sprach er; „ich hätte nicht gedacht, daß sie am
Schwarzen Meer sottige Ding' auch kenneten!“ — Dies sagend, stahl er sich
eilends davon, doch weil es vom Widerhall drüben am Kloster auf Mauern und
Dächern und Wänden mit Maulschellen brazzelte, stund er bestürzt, wußte nicht
recht wohin, denn er glaubte den Feind vorn und hinten. (Solch einer Witzung
brauchte es, damit er sich des Mundes nicht berühme, den er geküßt, unwissend
zwar, daß er es müssen tun der schönen Lau zum Heil.)
Inwährend diesem argen Lärm nun hörte man die Fürstin in ihrem
Ohnmachtschlaf so innig lachen, wie sie damals im Traum getan, wo sie den Abt sah springen. Der Koch vernahm es noch von weitem, und ob er's schon auf sich
zog und mit Grund, erkannte er doch gern daraus, daß es nicht weiter Not mehr
habe mit der Frau.
Bald kam mit guter Zeitung auch die Jutte heim, die Kleider, den Rock und
das Leibchen im Arm, welche die schöne Lau zum letztenmal heut' am Leibe
gehabt. Von ihren Kammerjungfern, die sie am Topf in Beisein des Mädchens
empfingen, erfuhr sie gleich zu ihrem großen Trost, der König sei noch nicht
gekommen, doch mög' es nicht mehr lang anstehn, die große Wasserstraße sei
schon angefüllt. Dies nämlich war ein breiter hoher Felsenweg, tief unterhalb der
menschlichen Wohnstätten, schön grad und eben mitten durch den Berg gezogen,
zwo Meilen lang von da bis an die Donau, wo des alten Nixen Schwester ihren
Fürstensitz hatte. Derselben waren viele Flüsse, Bäche, Quellen dieses Gaus
dienstbar; die schwellten, wenn das Aufgebot an sie erging, besagte Straße in gar
kurzer Zeit so hoch mit ihren Wassern, daß sie mit allem Seegetier, Meerrossen
und Wagen füglich befahren werden mochte, welches bei festlicher Gelegenheit
zuweilen als ein schönes Schaugepräng' mit vielen Fackeln und Musik von
Hörnern und Pauken geschah.
Die Zofen eilten jetzo sehr mit ihrer Herrin in das Putzgemach, um sie zu
salben, zöpfen und köstlich anzuziehen; das sie auch gern zuließ und selbst
mithalf, denn sie in ihrem Innern fühlte, es sei nun jegliches erfüllt zusamt dem
Fünften, so der alte Nix und sie nicht wissen durfte.
Drei Stunden wohl, nachdem der Wächter Mitternacht gerufen, es schlief
im Nonnenhof schon alles, erscholl die Kellerglocke zweimal mächtig, zum
Zeichen, daß es Eile habe, und hurtig waren auch die Frauen und die Töchter auf
dem Platz.
Die Lau begrüßte sie wie sonst vom Brunnen aus, nur war ihr Gesicht von
der Freude verschönt, und ihre Augen glänzten, wie man es nie an ihr gesehen.
Sie sprach: „Wißt, daß mein Ehgemahl um Mitternacht gekommen ist. Die
Schwieger hat es ihm voraus verkündigt ohnelängst, daß sich in dieser Nacht
mein gutes Glück vollenden soll, darauf er ohne Säumen auszog, mit Geleit der
Fürsten, seinem Ohm und meinem Bruder Synd und vielen Herren. Am Morgen
reisen wir. Der König ist mir hold und gnädig, als hieß' ich von heute an erst sein
Gespons. Sie werden gleich vom Mahl aufstehn, sobald sie den Umtrunk
gehalten. Ich schlich auf meine Kammer und hierher, noch meine Gastfreunde zu
grüßen und zu herzen. Ich sage Dank, Frau Ahne, liebe Jutta, Euch Söhnerin und
Jüngste dir. Grüßet, die nicht zugegen sind, die Männer und die Mägde. In jedem
dritten Jahr wird euch Botschaft von mir; auch mag es wohl geschehn, daß ich
noch bälder komme selber, da bring' ich mit auf diesen meinen Armen ein
lebend Merkmal, daß die Lau bei euch gelacht. Das wollen euch die Meinen allezeit gedenken, wie ich selbst. Für jetzo, wisset, liebe Wirtin, ist mein Sinn,
einen Segen zu stiften in dieses Haus für viele seiner Gäste. Oft habe ich
vernommen, wie Ihr den armen wandernden Gesellen Gut's getan mit freier
Zehrung und Herberg'. Damit Ihr solchen fortan mögt noch eine weitere
Handreichung tun, so werdet Ihr zu diesem Ende finden beim Brunnen hier
einen steinernen Krug voll guter Silbergroschen: davon teilt ihnen nach
Gutdünken mit, und will ich das Gefäß, bevor der letzte Pfennig ausgegeben,
wieder füllen. Zudem will ich noch stiften auf alle hundert Jahr fünf Glückstage
(denn dies ist meine holde Zahl), mit unterschiedlichen Geschenken, also, daß,
wer von reisenden Gesellen der erste über Eure Schwelle tritt am Tag, der mir
das erste Lachen brachte, der soll empfangen, aus Eurer oder Eurer Kinder
Hand, von fünferlei Stücken das Haupt. Ein jeder, so den Preis gewinnt, gelobe,
nicht Ort noch Zeit dieser Bescherung zu verraten. Ihr findet aber solche Gaben
jedesmal hier nächst dem Brunnen. Die Stiftung wisset, mache ich für alle Zeit,
solang' ein Glied von Eurem Stammen auf der Wirtschaft ist.“
Nach diesen Worten redete sie nochmals leise mit der Wirtin und sagte
zuletzt: „Vergesset nicht das Lot! Der kleine Schuster soll es nimmermehr
bekommen.“ — Da nahm sie nochmals Abschied und küßte ein jedes. Die
beiden Frauen und die Mädchen weinten sehr. Sie steckte Jutten einen Fingerreif
mit grünem Schmelzwerk an und sprach dabei: „Ade, Jutta! Wir haben
zusammen besondere Holdschaft gehabt, die müsse fernerhin bestehen!“ — Nun
tauchte sie hinunter, winkte und verschwand.
In einer Nische hinter dem Brunnen fand sich richtig der Krug samt den
verheißnen Angebinden. Es war in der Mauer ein Loch mit eisernem Türlein
versehen, von dem man nie gewußt, wohin es führe; das stand jetzt
aufgeschlagen, und war daraus ersichtlich, daß die Sachen durch dienstbare
Hand auf diesem Weg seien hergebracht worden, deshalb auch alles wohl
trocken verblieb. Es lag dabei: ein Würfelbecher aus Drachenhaut, mit goldenen Buckeln beschlagen, ein Dolch mit kostbar eingelegtem Griff, ein elfenbeinen
Weberschifflein, ein schönes Tuch von fremder Weberei und mehr dergleichen.
Aparte aber lag ein Kochlöffel aus Rosenholz mit langem Stiel, von oben herab
fein gemalt und vergoldet, den war die Wirtin angewiesen, dem lustigen Koch
zum Andenken zu geben. Auch keins der andern war vergessen.
Frau Betha hielt bis an ihr Lebensende die Ordnung der guten Lau heilig,
und ihre Nachkommen nicht minder. Daß jene sich nachmals mit ihrem Kind im
Nonnenhof zum Besuch eingefunden, davon zwar steht nichts in dem alten
Buch, das diese Geschichten berichtet, doch mag ich es wohl glauben.
1) vom vorigen.
2) Kohl.
3) Hausflur.
4) Zorn.
5) Nicht gewesen.
6) Wasserleitungsröhren.
7) Mit den Seilersleuten.
Anmerkungen zur Transkription:
Im folgenden sind die Änderungen am Originaltext aufgeführt:
Seite 24: Apostroph verschoben:
Wann' werdWann werd' ich gestillt?
Seite 52: „knicksten“ geändert zu „knicksen“:
sie nicken und knickstenknicksen und fliegen davon.
Seite 59: Folgende Zeilen sind im Original eingerückt:
dazwischen hört man weiche Töne gehen
von sel'gen Feen, die im blauen Saal
zum Sphärenklang,
und fleißig mit Gesang,
silberne Spindeln hin und wieder drehen.
Seite 102: Überflüssiges Anführungszeichen gelöscht:
wird ja schwerlich gelten!“gelten! — ließ sich indes nichts merken,
Seite 104: „Blautops“ geändert zu „Blautopfs“:
im Grund des BlautopsBlautopfs nieder,
Seite 120: Fehlendes Anführungszeichen ergänzt:
sind dia Blaubeuramar so grob ett gwä5).“
Seite 131: „das“ geändert zu „daß“:
Macht, dasdaß die Ente in das Wasser kommt,
Seite 131: Fehlendes Anführungszeichen ergänzt:
sprach die Mutter mit Beben; „hat man sie auch im Keller
Seite 131: Fehlendes Anführungszeichen ergänzt:
sich unten nicht den Hals abstürzen im Geklüft?“
Seite 139: Fehlendes Anführungszeichen ergänzt:
ein Glied von Eurem Stammen auf der Wirtschaft ist.“
Seite 141: „daß“ geändert zu „das“:
steht nichts in dem alten Buch, daßdas diese Geschichten berichtet,
Sie haben Aus der Jugendzeit zu Ende gelesen
Eduard Mörike
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Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf.org
For additional contact information:
Dr. Gregory B. Newby
Chief Executive and Director
gbnewby@pglaf.org
Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit http://pglaf.org
While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.
International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
http://www.gutenberg.org
This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.