Avatar der Herr der Elemente, Die Geschichte von Shana
Die Nacht der Geister
Ein Jahr war seit dem Tag unserer Ankunft in Omaschu vergangen. Wir wurden als Bürger akzeptiert und dienten in der Verteidigungsgarde. Alles war perfekt. Lhero und ich hatten so viel Geld verdient, dass wir uns ein Haus kaufen konnten, in dem auch Kyoru bleiben konnte. „Shana los komm schon beeile dich, wir kommen noch zu spät!“, rief Lhero von der Treppe nach oben. Heute war die Nacht der Geister. Einmal alle vierhundert Jahre, ist das Tor zur Geisterwelt so schwach, das gemunkelt wird, dass Geister durch unsere Welt streifen. „Ist ja gut ich komme schon!“, sagte ich als ich die Treppe hinunter ging. „Ich habe nochmal nach Kyoru geguckt er ist irgendwie komisch in letzter Zeit.“ „Das kommt sicherlich, weil er sich erstmal an unser neues Zuhause gewöhnen muss!“, sagte Lhero, bevor er mir einen sanften Kuss gab. Ich nickte: „Vermutlich hast du Recht!“
In Omaschu gab es heute zu Ehren der Geisternacht eine große Parade. Die Menschen liefen mit Laternen durch die Straßen und zeigten so den Geistern ihren Respekt. „Die perfekte Nacht für die Geister!“, sagte ich als ich zum Vollmond hinauf schaute. Lhero nickte.
Als wir an einem großen See ankamen, sah ich am anderen Ende des Sees ein Licht. Sogleich ging ich zum Paradenführer und fragte ihn: „Sind da drüben etwa auch noch welche, die der Parade beiwohnen wollen!“ Der Paradenführer verneinte. Es machte mich stutzig, immer wieder blitzte ein Licht auf. „Lhero komm mal mit!“ „Shana was ist denn los, die Parade ist doch noch gar nicht vorbei?“ „Schau mal dadrüben auf der anderen Seite des Sees, siehst du das Licht?“ Lhero nickte. „Ich will wissen was das ist.“ Im nächsten Moment machte ich eine Wasserbändigerfigur und vor uns im Wasser formte sich ein Boot aus Eis. Lhero und ich hüpften ins Boot und ich ließ uns in Richtung des Lichts gleiten.
Je näher wir dem Licht kamen, desto mulmiger wurde mir. Als wir auf der andere Seite ankamen, war das Licht verschwunden. Lhero und ich schauten uns um, bis er eine Höhle entdeckte. „Vielleicht sind die da rein gegangen.“ Wir erkundeten die Höhle, bis vor uns etwas auftauchte, was aussah wie ein riesiger Tausendfüßler. Moment Tausendfüßler, Roku hatte mir mal etwas über einen erzählt!, überlegte ich. Einen kurzen Augenblick später erinnerte ich mich. Schnell drehte ich mich zu Lhero und sagte: „Lhero was auch passiert, lass keine Emotion dein Gesicht verändern!“ Lhero sah mich fragend an: „Aber Shana was ist denn?“ Schnell erzählte ich ihm weshalb. Gerade noch rechtzeitig, denn Sekunden später standen wir dem Gesichtsräuber Koh gegenüber. „Hallo meine Freunde, habt ihr euch verlaufen? Ich kann euch helfen hier wieder herauszukommen!“, sagte Koh mit freundlicher Stimme. Sein Gesicht war das einer schönen jungen Frau. „Hallo Koh, nein wir haben uns keineswegs verlaufen. Wir haben ein Licht gesehen, welches uns komisch vorkam, darum sind wir hier.“ „Oh du kennst mich na das ist ja mal was. Es ist ziemlich selten, dass jemand meinen Namen kennt. Wem habe ich dein Wissen zu verdanken?“, fragte Koh, während er um Lhero und mich kreiste. „Avatar Roku hat mir von die erzählt. Du sollst der Frau von Avatar Kuruk das Gesicht gestohlen haben, daher hat Avatar Roku mir von dir erzählt. Aber eine Frage habe ich noch an dich, wie kommt es das du hier bist. Müsstest du nicht in der Geisterwelt sein. Immerhin hat Avatar Kuruk seine Frau gerächt?“, ich bemühte mich keine Emotion zu zeigen und es gelang mir. „Roku hat recht ich habe Ummi das Gesicht gestohlen. Und nun zu deiner Frage. Heute ist Geisternacht, daher kann ich die Geisterwelt verlassen und mich in eurer Welt ein wenig austoben.“, sagte Koh, bevor er versuchte mich zu erschrecken. Jedoch blieb ich standhaft und mein Gesicht zeigte keine Reaktion. „Nicht schlecht. Du hast deine Gefühle gut unter Kontrolle.“, sagte Koh, als er sich von mir und Lhero entfernte. „Koh sag mir, was möchtest du hier?“, fragte ich, bevor ich zu Lhero schaute und ihm zuflüsterte : „Bleib stark!“ Lhero nickte, bevor Koh antwortete: „Ich warte seit vierhundert Jahren auf diesen Tag, endlich kann ich meiner Sammlung neue Gesichter hinzufügen!“, sagte Koh. Kurz darauf stand er plötzlich vor Lhero, doch anders als ich hatte er seine Gefühle nicht unter Kontrolle. Er erschrak kurz, allerdings lange genug, sodass Koh es wahrnahm. Schneller als ich es begreifen konnte, hatte Koh Lhero das Gesicht gestohlen. Sogleich sank sein lebloser Körper auf den Boden. Ich wollte in Trauer verfallen, doch ich konnte nicht. „Koh du bist ein Monster!“, sagte ich an Koh gerichtet ohne das mein Gesicht eine Emotion zeigte. Koh wechselte sein Gesicht und zeigte mir Lheros Gesicht. Innerlich weinte ich unaufhörlich, doch ich ließ mir nichts anmerken. „Ich zolle dir meinen Respekt, bisher hat niemand es geschafft den Verlust eines geliebten Menschen zu ertragen ohne seine Emotionen zu zeigen. Schade eigentlich, denn ich hätte gerne eine so hübsche junge Frau in meiner Sammlung. Doch nun ist es sowieso zu spät. Die Geisternacht ist gleich zu Ende, doch bevor ich gehe, bitte sage mir deinen Namen.“ „Ich heiße Shana und du kannst froh sein dass du schon in der Geisterwelt bist, ansonsten hätte ich dich Persönlich getötet.“, die Trauer in mir wich der Wut, bevor Koh verblasste, bis er schließlich ganz verschwand.
Ich verspürte Erleichterung, als Koh verschwunden war. Sogleich fiel ich auf die Knie und weinte bitterlich. Ich robbte mich langsam zu Lheros Körper und hielt ihn fest in meinen Armen. Ich schrie meine Trauer solaut es ging heraus.