Die Liebesschmiede

Anne De · Kapitel 2 von 6

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Die Liebesschmiede

Kapitel 1

 

Das Publikum applaudierte. Der Raum war prope voll. Die Zugabe endete mit den Akkorden die Mallory gerade anschlug. Sie musste grinsen. Der Abend war ein voller Erfolg gewesen. Ihr Verlobter stand am Tresen und schüttelte den Kopf. Er hatte sich von Anfang an nicht mit der Idee anfreunden können, dass Mallory in seinem Restaurant ein Konzert geben würde. Aber an dem Leuchten in seinen Augen konnte sie sehen, dass er stolz auf sie war und dass er zudem auch mit der klirrenden Kasse zufrieden war. "Dieser Applaus geht an euch!!", rief Mallory in den Raum. "An Matthew McDowells der das Konzert erst möglich gemacht hat und natürlich an sein geniales Team!" Das Publikum applaudierte weiter und die Angestellten führten spontan einen kleinen Freudentanz an der Bar durch.

Matthew formte ein "I love you" mit seinen Lippen und Mallory warf ein paar Kussmunde in den Raum, die aber einzig und allein ihrem Verlobtem galten.

Nach der Autogrammstunde leerte sich das Restaurant wieder. Mallory half in der Küche beim Abwasch mit als wäre es das selbstverständlichste der Welt.

"Ich bewundere es wie du so viele und unterschiedliche Leute besgeistern kannst", sagte Kim die neben ihr abwusch, "Wenn du in einen Raum kommst ist direkt gute Laune angesagt..."

"Jetzt übertreib mal nicht. ich bin schließlich keine Partygöre oder so", konterte Mallory .

"Aber du hast einfach immer ein positive Ausstrahlung die sich auf alle anderen auswirkt"

Mallory merkte, dass sie es hier mit einem Fan zu tun hatte. "Du scheinst mich ja gut zu kennen...", stellte sie deshalb lächelnd fest.

"Naja ich war bestimmt schon auf mindestens 10 Konzerten von dir und in der letzten Zeit tachst du aus unerklärlichen

Gründen", sie malte Anführungszeichen in die Luft, "immer häufiger an meinem Arbeitsplatz auf."

Mallory hatte Kims sofort in ihr Herz geschlossen. "Du gehörst auch zu den Menschen mit einer besonderen Aura", fügte Mallory lächelnd hinzu, nachdem sie ein wenig über die unerklärlichen Gründe

gelacht hatten.

"Danke", murmelte sie kleinlaut und Mallory hätte schwören können, dass sie in Kims Augen ein Träne glitzern sah. In diesem Moment fiel Kim ein Teller aus der Hand und verteilte sich in tausend Einzelstücken auf dem Fußboden. "Oh.. Immer passiert mir so etwas", schniefte sie. "Das macht doch nichts, dass kann jedem mal passieren", pflichtet Mallory ihr bei und legte tröstend die Hand auf ihre Schulter. "Aber nicht jede Woche zwei mal."

"Zwei mal? Das macht mir dich gleich viel sympatischer. Als ich früher in einer Bar gekellnert habe", sie bückte sich zu Kim herunter um ihr beim auffegen zu helfen, "da sind mir auch andauernd die Sachen runter gefallen. Ich wurde erst in die Küche zum abwaschen verdonnert und als ich mich dort auch zu ungeschickt anstellte, wurde ich nach zwei Wochen gekündigt."

"Wer weiß, ob mir das nicht auch noch passiert. In die Küche wurde ich heute aufjedenfall schon mal verdonnert." Sie grinste wieder ein bisschen. Mission erfüllte

, dachte sich Mallory.

Beim Aufstehen stoßen sich die beiden die Köpfe, und nicht nur sie sondern auch die Scherben flogen wieder in alle Richtungen. Sie lachten laut los und wussten, dass sich hier zwei Tollpatsche gefunden hatten

"Du kannst froh sein, so einen guten Chef zu haben. Mein Chef von damals hatte Verständnis für meine Tollpatschigkeit...", erzählte Mallory.

"Was ist mit mir?", fragte eine tiefe Stimme, bei der Mallory immer noch Gänsehaut bekam.

"Nichts...", sagt sie frech und grinste.

"Ich finde deine Tollpatschigkeit unglaublich attraktiv", sagte Matthew während er Mallory hochzog.

"Das will ich auch wohl hoffen."

Kim beobachtete die beiden. Sie wurde ein bisschen neidisch, als sie den liebevollen Umgang der beiden miteinander betrachtete. Matthew zog Mallory an sich, während sie ihm einen vorwurfsvollen Blick zuwarf uns mit gespielter Stenge bemerkte: " Aber doch nicht am Arbeitsplatz."

Die Angestellten mussten alle grinsen. Matthew fuhr jedoch unbeirrt fort. Er strich ihr eine lose Strähne aus dem Gesicht und sagte: "Das war ne großartige Idee das Konzert hier zu machen." Seine Stimme klang sanft in Mallorys Ohren und sie sahen sich einpaar Sekunden verträumt in die Augen.

"Aber nur weil deine Kasse bis an den Rand gefüllt ist" , erwiderte Mallory und zwinkerte Matthew gekonnt zu. "Ja auch", gab er mit einem einem belustigtem Unterton zu und zwickte ihr in die Seite. Mallory schrie leise auf. Doch dann schaute Matthew ihr wieder ernst in die Augen und gab aufrichtig zu: "Aber das beste am gazen Abend warst natürlich du! Ich finde wir sollten öfter Geschäfts Partner werden."

"Klang da gerade Ironie in deiner Stimme mit?"

"Nein", beteuerte Matthew.

"Schön wir sollten den Deal abschließen. Was bekomme ich dafür?" Mallory setzte einen geschäftlichen Blick auf, beidem Matthew schmunzeln musste.

"Reicht ein Kuss?"

Mallory legte erst einmal den Kopf schief und tat so als müsste sie lange überlegen. "Okay, meinen Berechnungen zufolge würde sich dieser Deal lohnen. Es wäre dann aber natürlich nur was rein geschäftliches."

Matthew musste lachen und küsste sie daraufhin leidenschaftlich so dass jeder Blinde gesehen hätte, dass es nichts geschäftliches war. "Kim du darfst nicht hin gucken. Das ist nicht jugendfrei", rief einer der Angestellten rüber.

"Ich bin vor einer Woche 18 geworden", antwortete Kim trotzig, "und wenn schon, ich weiß das Männer und Frauen sich gelegentlich küssen."

"Na, wenn das so ist", Mallory unterbrach den Kuss, "müssen wir unbedingt für dich singen."

Und schon stimmte sie Happy Birthday an. Man konnte Matthew ansehen, dass er seine Verlobte noch gerne weitergeküsst hätte, schließlich gab er sich geschlagen und sang auch mit. Am Ende hatte sich alle Angestellten um Kim versammelt und sagen ihr nachträglich zum Geburtstag. Alle lachten und applaudierten. Einige stimmten spontan sogar noch ein weiteres Geburtstagslied an.Und obwohl danach alle wieder an die Arbeit gingen herrschte weiterhin eine ausgelassene Stimmung.

"Guck das meine ich", bemerkte Kim als sie wieder abwuschen, "du sorgst einfach immer für gute Laune."

Mallory musterte Kim. Klar sie hatte sich über das Ständchen gefreut, aber sie wirkte immer noch bedrückt und Mallory ließ der Gedanke an Kims vermeintliche Tränen. Sie bedrückte etwas und Mallory hatte vor das herauszufinden. Es war ihre Art es einfach so gerade heraus zu fragen.

"Ebend als ich dir gesagt habe, dass du einen positiven Eindruck auf deine Mitmenschen machst da habe ich Tränen in deinen Augen gesehen. Was ist los?"

Kim war sichtlich überrascht. Sie kannten sich doch nur flüchtig. Wie kam Mallory darauf, dass ihr etwas fehlte? Kim schüttelte verlegen den Kopf.

"Ist schon okay."

"Hmm...", gab Mallory jetzt nur noch von sich. Sie war mal wieder zu weit gegangen. Warum war sie nur immer so neugierig? Sie musste wirklich mal lernen wie einfühlsame Menschen in solchen Situationen handeln. Bestimmt gab es dazu einen Kurs an der Uni... "Tut mir leid Kim. Das geht mich nichts an." Entschuldigte sich Mallory nach einer unangenehmen Pause. "Ist okay...", entgegnete Kim leise. Sie schwiegen wieder. Langsam wurde das Mallory zu bunt. Das war doch ein bisschen albern oder nicht? Aber bevor ihr etwas einfiel, was sie hätte sagen, fragte Kim völlig aus der Luft gegriffen: "Erzählt der Song Forgotten Memories die Geschichte von dir und Matthew?"

"Du bist ganz schön neugierig, was?"

"Du aber auch...", gab Kim etwas patzig zurück. Ja, sie war noch nicht ganz erwachsen. Ihr Tennie- Verhalten sickerte manchmal noch ein bisschen durch. Aber Mallory beschloss sich zu revanchieren: "Ja,das ist unsere Geschichte. Ich hab in dem Text einige Dinge verändert. Zum Beispiel unsere Berufe. Natürlich habe ich noch ein bisschen dazugedichtet. Aber ja im großen und ganzen stimmt das schon. Wir haben uns an der High School kennengelernt und waren auch noch zusammen als wir in unterschiedlichen Uni´s studiert haben...."

"Ich finde der Song ist zu dramatisch gemacht", bemerkte Kim kleinlaut. "Ich meine es ist brilliant gemacht aber irgendwie ist das zu kitschig."

"Was?" Mallory war mehr als erstaunt. Wollte ihr gerade eine Kellnerin erzählen, wie sie ihre Lieder schreiben sollte? "Die Streicher in dem ersten Refrain sind einfach übertrieben. Die Drums bauen schon genug Spannung auf... Verstehst du?" Mallory war erstaunt. Genau vor diesem Problem hatten sie auch beim produzieren gestanden. Sie hatten sich noch für die Streicher entschieden weil es wahrscheinlich eher die große Masse ansprechen würde. Sie wollte sich aber noch nicht geschlagen geben: "Ist es nicht der Sinn von Liebesliedern kitschig zu sein?" Sie dachte daran, dass Forgotten Memories sogar in den Charts gelandet war. So schlecht konnte es gar nicht sein. Und als ob Kim ihre Gedanken gelesen hätte sagte sie: "Das stimmt schon, aber als Countrysängerin bist du keine Popikone und solltest nicht immer dem Mainstream folgen. Die Charts sollten meiner Meinung nach nicht das größte Ziel eines Musikers sein." Weise Worte, dachte Mallory und sie schämte sich auf einmal, dafür dass sie gedacht hatte, dass Mallory ihr nichts zu sagen hätte. Denn anscheinend hatte sie schon einiges zu sagen... "Machst du etwa auch Musik?"

"Ja gelegentlich", gab Kim zaghaft zurück. Sie schien wieder in der Realität angekommen zu sein. Ihr wurde plötzlich bewusst was sie gerade zu der zur Zeit besten Countrysängerin gesagt hatte: "Ich... es ist... Eigentlich ist es so das deine Lieder richtig gut sind. Ich hab da nicht viel zu sagen."

"Nein. Du hast sehr wohl was zu sagen. Und du hast Recht. Wir standen beim produzieren vor genau diesem Problem. Und dann habe ich mich für den Mainstream entschieden. Genau wie du gesagt hast..."

"Ja, aber... "

"Nichts aber!", unterbrach Mallory Kim hektisch, "Du scheinst wirklich Ahnung zu haben."

Kim lächelte ein wenig verlegen. Ihr Selbstbewusstsein ist noch nicht so stark ausgeprägt, dachte sich Mallory. Sie beschloss etwas daran zu ändern: "Was machst du für Musik?"

"Ich mach auch Country. Wir machen manchmal auch Song mit Pop-Einflüssen..."

"Wirklich? Das ist ziemlich schwer zwei Musik Stile zu mischen, ohne dass es sich zu aufgesetzt anhört."

"Ja, aber es macht trotzdem Spaß. Weil man so nicht immer das gleiche macht und immer eine Herausforderung hat, der man sich stellen muss."

Kims Augen leuchteten vor Begeisterung, als sie von der Musik und ihren Schwierigkeiten und Freuden redetet. Mallory war begeistert über die Liebe dieser jungen Frau zur Musik. Es heiter ihren Tag auf auch wenn es nur eine Kleinigkeit war. Es gab nicht mehr viele junge Leute die so für die Musik brannten wie Kim. "Wie heißt deine Band?" Mallory liebte es unbekannte Vorbands zu haben. Und Kim erschien ihr dafür ein guter Fang zu sein. "Ha, wir haben ungfähr jeden Monat einen anderen Namen. Zur Zeit heißen wir the moon after the night."

"Aber das macht doch gar keinen Sinn oder?"

"Ja, aber Jane fand genau deshalb passt es zu uns. Wir fanden den Widerspruch cool und irgendwie besteht unsere Band aus den schrägsten Leuten und darum passt dieser Gegensatz so gut." Sehr tiefgründig, dachte Mallory. "Aber wenn ihr rauskommen wollt, dann solltet ihr nicht jeden Monat euren Namen wechseln."

"Ja, stimmt aber wir haben irgendwie noch nicht den Namen gefunden bei dem wir sagen würden das ist es. Verstehst du?"

"Hmm... ja. Bei Solokünstlern ist das einfacher. Ich heiße einfach nur Mallory Anderson."

Und so verlief der Abend weiterhin. Sie Frauen unterhielten sich über Musik und es schien ein wudersames Band sie zusammenzuhalten. Wenn man sie von außen betrachtet könnte man fast meinen, dass sie sich schon immer kannten.Ja, man könnten glauben, dass sie Schwestern wären.