Frauen

Kasimir Edschmid · Kapitel 5 von 5 · Teil 2/2

PDF-Seiten

Frauen

Der Zuschauer

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 2 Teile geteilt.

„Ich bitte Sie wiederholt, kein Korsett zu tragen“, zischte Elie hinter ihm, als

er Maud anband.

Das Gebrüll der anschiebenden Monteure hallte rhythmisch heraus, schon

schwebten sie auf Rue St. Honoré, die längste Straße Frankreichs.

Sie befuhren Rue de Courcelles, da fiel Paris ein geöffneter Fächer ihnen

entgegen. Elysée, Rue de Courcelles, Rue de Washington, Rue de Berry, die

Place Vendôme. Sie fuhren Place Concorde, die Tuilerien, die Mairie des achten

Arrondissements, das Ministère de l’intérieur. Sie schwebten auf einer sanften

weißen Kaskade, den Champs Elysés.

Sie fuhren Arc de Triomphe, fuhren das kochende Silber der Seine, fuhren

dunkelrot gebäumt Trocadéro. Fuhren Quai de Passy, Quai de Grenelles, Rue

Mozart, Porte Molitor, Avenue de Versailles.

Sie fuhren zurück: Rue de Vaugirard, Boulevard Raspail, gläsern der

Monparnasse. Fuhren Boulevard Port Royal, Boulmich, Bullier, Jardin du

Luxembourg. Notre Dame, Boulevard St. Germain, Jardin des Plantes.

Sie fuhren Halles Centrales, Quai du Louvre, Rue du Quatre Septembre, die

Börse, Gare de l’est. Fuhren Marcadet, Poissonnières, Porte du canal St. Denis.

Solang sie fuhren, spürte er Mauds Knie.

Sie fühlten das Herz plötzlich in den Schläfen: das Meer.

Sie jagten darauf zu. Ein Bienenhelm saß die Sonne auf der Fläche. Der

Rauch der Brandung verging in Mövenschwärmen. Wie eine Wolke hing das

Meer mit wilder Anmut zwischen den Kreidefelsen.

Harri schaltete aus. In streichelnder Grazie berührten sich die zartesten

Wellenkämme mit dem Gleiten des Flugzeugs, dann stießen sie auf den Strand.

Der Brandungsstreifen lief nach der Seezunge St. Valérie, mit vielen Booten

davor. Fischerknaben brachten Picknick. Im Anblick der Ruhe und des über das

Blau tief heraufsteigenden frühen Sommers bekam Maud Lust, die Tage der

Langweile und Ruhe vor dem Concours in die Normandie zu fahren. Elie nickte,

während die Fischerjungen anschlichen und ihr bunte Muscheln in den Schoß

warfen.

Aber als Harri unter dem Glasdach Abrahamowitschs sie holen wollte, sagte

Elie ab. Die Ausbalancierung der Libelle mußte auf ein Fabriktelegramm hin

noch einmal durch einen Rechentrick laufen.

Sie fuhren zu zweit allein, Maud nahm das Rad, sie fuhren direkt ans Meer,

erreichten es bei Le Tréport. Maud bog von der Landstraße ab und fuhr direkt

hinein, bis die Hinterräder in der Luft rotierten. Als sie die Strümpfe auszog,

stand sie gegen das Meer in Muskeln und Sehnen geschmeidig, eine junge

Athletin. Der Morgen jagte mit hellen dichten Wolken. In Eu strahlte es schon

. . . . . . Gamaches . . . . . . Dieppe. In St. Valérie tranken sie Schokolade auf der

Straße . . . . . . Fécamp . . . . . . Montvillier . . . . . . Le Havre . . . . . . Harfleur.

Die Seine wuchs ganz groß ins Meer. Über Deauville mit einem Tulpental

nach Caen. Sie ließ das Steuerrad nicht aus der Hand. Sie fuhren noch lang in die

Dämmerung, hörten den Meerschlag durch das Dunkel dann brechen. In einem

Dorf machten sie Halt mit einem übererhitzten Kühler, es ging nicht mehr.

Sie setzten den Apparat in Meerwasser, zogen sich für ein paar Stunden

zurück. Harri hörte nach einiger Zeit, aufs Bett ausgestreckt, die Matrosen und

Fischer unter dem Fenster. Sie grinsten, klopften sich den Bauch, ein Kupferkopf

stopfte einen Tabaksbeutel sich selbst ins Maul, zwischen den Öllampen und

Netzen humpelten fluchende Alte, breimäulig liefen sie nach dem Meer.

Als Harri ihnen folgte, sah er Maud aus dem silberüberschütteten Meer auf

den Sand kommen, mit einem tierisch hinreißenden, kaum unterbrochnen Weiß

der Haut und mit amazonenhafter Bewegtheit ihren Bademantel umwerfen.

Er sicherte, ohne daß sie es sah, ihren Rückweg. Eine Stunde noch lag er in

der Hitze auf seinem Bett. Eine Holzwand trennte sie. Jedes Geräusch kam durch die Fugen. Dann stand er auf, ging hinüber und klopfte.

Einen Augenblick zögerte sie an der Tür. Dann öffnete sie.

„Sind Sie sehr müde?“, sagte er ruhig.

Sie lächelte.

„Fahren wir weiter.“

Sie nahm die Mäntel und Decken:

„Gut.“

Mit Pfeifen und Gläsern voll Cidre torkelten die breitbärtigen Fischer im Hof,

die roten Boutons ihrer Mützen schwankten. Sie rissen die Mäuler auf, rollten

die Augen. Zum Schreien waren sie zu sehr betrunken. Sie hatten einen

schwerhörigen Kapitän in der Mitte, der sich bemühte, die Fäuste unterm Kinn,

sie zu verstehn und laut lachte, wenn sie nichts sagten. Er hatte nicht begriffen,

warum sie so erregt waren, aber er verstand, daß sie besoffen waren und gröhlte

am lautesten, als ob er es wüßte, warum.

Das Auto gab ihm bei der Ausfahrt einen Rand, daß er hinschlug, mitten in

das Geheul der anderen, die schon selbst beim Anblick der Abfahrenden

vergessen hatten vor Schnaps, warum sie verrückt auf die Bäuche sich schlugen.

Mit einer silbernen Fahrspur kam ihnen über der Chaussee der Mond

aufgezogen. Sie fuhren zwei Waldwege, fuhren einmal dicht am Meer, fuhren

durch Nebelwiesen, bissen mit vier Laternen Gespenstiges in das Gewoge.

Als sie wieder frei sahen, schob Harri ihre Hand mit einer

selbstverständlichen Bewegung vom Steuerrad.

Er fuhr.

Sie hinderte ihn nicht. Die Küsten fielen in großen Erkühnungen in den

Kanal. Der Vergaserhahn rotierte in seiner Hand. Er fuhr, daß Maud an den

Kurven sich hielt, um nicht hinauszufliegen. Fast träumerisch lagen ihre Augen,

ihre Glieder entspannten sich in einer weichen Gegebenheit, ihre Blick suchte

das Steuer immer, das er führte, suchte den Mond, der lilienweiß im Tag noch

stand, ging die Normandieküste nach Süden hinunter und fiel wieder auf seine

Hand. Sie ließ Grandville . . . . Abranche vorübergleiten, den elastischen

Halbkreis um die Bucht St. Michel. Als Harri hielt, lag in Orangesonne der

Hafen St. Malos unter ihnen.

Hier endete ihre vorgeschlagene Tour.

Ihre Lider trugen eine Weichheit, die von der Bai heraufkam und der sie sich

hingab, als kennte sie das nicht.

„Sie hätten mich lieben sollen“, sagte Harri.

„Zu spät.“

Sie wandte sich um. Er hörte nicht auf sie zu küssen.

Sie jauchzte in jede Umarmung hinein mit einer Kraft, die eine Verhaltenheit aufriß und in ihr ergoß. Glühend an seiner Seite fuhr sie zurück.

Am Tor des Hangars in Neuilly stand Elie. Sie sprangen beide aus dem

Wagen. Die Männer musterten sich einen Augenblick, Elies Pupillen waren sehr

weit geworden: „Die Konferenz hat eine andere Balanceberechnung ergeben. Sie

scheiden aus. Isaac fährt“

Beide sahen auf Maud.

Einen Augenblick schwankte sie, ob sie sich hinüberwerfen solle zu dem, der

sie in ein kaum geöffnetes Leben riß, aber als nichts von diesem her erfolgte, der

kühl und aufmerksam beobachtend dastand, wandte sie sich zu Elie, dem ihr

Fanatismus und die Arbeit sich entgegenwandte, und das Mitleid, daß seine

große Kraft einen Augenblick lang zur Entscheidung voll in ihren Händen lag.

Beim Start am andern Morgen weigerte sich Elie zu fahren, reagierte auf

keinen Aufruf und blieb nachlässig bei seiner Libelle. Das Publikum bedrohte

die Startrichter aus Angst, daß Intriguen gegen seinen Favorit dahinter seien. Es

war schon gereizt, weil Blériot am Morgen die weiße Fahne über sein Zelt hatte

hissen lassen.

Die Tribünen schimpften auf Blériot, der, wenn er fuhr, Gott war jederzeit.

Sie warfen mit Tomaten und Äpfeln nach seinem Zelt, nannten ihn Ölsardine,

Lapin, Birnensteiß.

Als Elie nicht kam, sondern stehn blieb, drückten sie über die Barrieren und

winkten ihm mit Tüchern zu. Beim zweiten Aufruf, als Elie stehn blieb, als höre

er nicht, tobten sie bereits, riefen seinen Namen. Ein Kurier lief zu Elie hinüber,

der sagen ließ, er fliege nur, wenn der Akzent seines Namens beim Aufruf

richtig eine Silbe nach hinten gelegt werde. Es gab eine Riesenovation, Harri sah

dahinter, daß Elie nervös war.

Kurz darauf stürzten zwei Flugzeuge ab, eines durch eine Vertikalbö, die es

umwendete, das andere, indem es in luftleere Trichter absackte wie ein Stein.

Die Stafette kam von dem kleinen Wald.

Nichts sei tot, schrie es noch, als Elie aufstieg.

Zweihundert Meter nahm der Flugrenner gurgelnd vor Wonne in

unverständlich schmalen Kreisen, dann schoß eine Querflamme durch den

Apparat, fraß die Flügel weg, sausend kam die Libelle vor dem seidigen Himmel

herunter. Als sie aufschlug, schrien die Monteure, die Frauen hielten die Augen

zu.

Die Stadtsergeanten sperrten den Hügel ab.

Isaac brachten sie tot. Elie schlug unter der Schläfenmassage die Augen auf.

Nach kurzem Besinnen frug er:

„Mein Bruder?“

Alle schwiegen.

Er senkte den Kopf. Strecken konnte er sich nicht mehr, der Oberschenkel,

der zerbrochen war, spießte ihm durch die Kleider, die eine Wange fehlte.

Er wurde ganz bleich:

„Die Fürstin?“, frug er seltsamerweise.

Er wagte es kaum, als man ihn nicht verstand, zu sagen:

„Maud.“

Man sagte ihm, der Sturz hatte ihr nichts getan, aber die Korsettstäbe hatten

die Lunge durchbohrt. „Frauen bleiben Frauen“, sagte Elie noch, eh er sich

umlegte und zu atmen aufhörte.

Als Harri aufsah, trat Blériot auf ihn zu. „Sie haben mich umsonst verlassen.

Immerhin haben Sie sich den Tod am Schluß geschenkt.“

Harri sah ihn an: „Hätte ich ihn bei Ihnen vermieden?“

„Sie hätten ihn vermieden“, sagte Blériot unerschütterlich, „aber Sie waren

nicht konsequent.“ Er zürnte ihm nicht, begriff ihn, sprach sein klares

schneidendes Urteil über die Dinge, womit er sie überwand.

Da kam ein Auto angefahren, am Kühler stand Shanvady, das Gesicht

bedeckt.

Seine Zähne zuckten in der Lippe. Der Wagen fuhr an den Sprunghügel

heran. Im selben Augenblick wurden die Leichen angetragen.

Shanvady sprang vom Wagen herunter, an die Bahre Mauds, zog das Tuch

zurück, neigte sich ein wenig, warf es wieder darauf. Ihr Kopf war nicht

entstellt, die Augen geschlossen, schräg und energisch über den Leib gelegt. Er

machte einen Schritt: „In meinen Wagen.“ Sie ward hineingebettet.

Ein Kommissär erbat seine Legitimierung. Da sagte Shanvady plötzlich mit

einer furchtbaren Blässe: „Meine Frau“ und zog den Hut.

Harri trat an den Wagen und legte die Füße Mauds, die heraussahen, unter die

Decke. „Ich wünsche Ihre Spur nicht wieder zu sehen“, sagte er in großer

Erregung zu Shanvady. Alle hatten die Hüte gezogen. Shanvady stieß einen

rauhen Ruf aus, sah nicht um, als er im Wagen mit der Leiche davonjagte.

Mittags mietete Harri das Atelier der Abrahamowitsch, Montparnasse, Ecke

des Boulevard, im sechsten Stock. Die Glaskuppe des Hauses füllte sich

morgens mit Sonne wie mit einem freundlichen Gas. Abends schwamm sie in

die heitere Dämmerung.

Doch auch der Tod vermochte ihn, der ihn so abgründig erlebt hatte, nicht

hineinzuzwingen in seinen Kreis. Er war nicht gebunden nachträglich an ein

Ding, das er begehrt, aber um das er nicht einmal gekämpft hatte. Er überwand

mit der gleichen Sicherheit. Die Erinnerung trieb immer tiefer und verblassender

in den Hintergrund des Todes hinein, der sie aufnahm in jene majestätische und

entfernte Haltung, an der Harri ablas Wert und Gültigkeit der Dinge. Es entfernte, verallgemeinerte sich, kam nicht auf ihn zu, sondern trieb mit den

dunklen Melodien unter ihm weg, die ihm jene Leichtigkeit und

Verantwortungslosigkeit gaben, die ihn zu fast erschreckendem Hochmut

erhoben.

Er hielt diesen Vorgang in sich nicht aus. Am ersten Tag ließ er die bunten

Vorhänge durch die Luken über seinem Kopf hinaus, flaggte das Atelier mit

gelben, roten, blauen Segeln. Am zweiten Tag fuhr er nach Meudon. Als ihn am

dritten vorm Bankschalter ein Hund in die Hand biß, daß er vor

Zähnezusammenbeißen ohnmächtig wurde, sah er aufatmend in Mädchenaugen,

hörte eine Stimme begütigend: „Léon.“

Das Gebiß des völlig erstarrten Hundes aber war eingeschraubt um die Hand.

Er hielt den Schmerz nur durch, gelähmt und bezaubert durch die Stimme,

während man telephonierte. Mit einer tobenden Schelle vorn gings über den

Boulevard ins Spital St. Lusac.

Ein seidenschnurrbärtiger Arzt beugte sich über ihn mit einer Phiole: „Wollen

Sie, daß der Hund lebt?“

„Hätte ich ihn sonst nicht getötet?“

„Es dauert fünf Minuten länger.“

„Wie heißen Sie?“, frug er das Mädchen.

„Aira Belmont“.

Er wurde ohnmächtig. Aus dem Institut Pasteur erfuhr er direkt, daß keine

Tollwutgefahr sei. Aira Belmont kam ihn zu sehen, vor Trotz und Scham

wortlos. Sie überging seine Verwundung. Sie dankte, daß der Hund lebe.

Sein Lachen verwirrte sie nicht, sie sah geradeaus und fiel nicht aus der

Haltung der holländischen Dame, die mutig und in aller Jungfräulichkeit von

Java aus Europa bereiste und ihre Gesellschafterin davongejagt hatte, um

unnahbar zu sein. Als, von der schreienden Concièrge verfolgt, der Hund bellend

hereinstürzte, verlor sie diese Geste, machte eine hülflose Bewegung und jagte

ihn mit einer entsetzlichen Ohrfeige hinaus. Lachend drehte sie sich um.

Entgeistert sah sie das Glasdach geflaggt.

Die Wärme ihres dunkel zitternden Organs zog ihn an. Die weltunwissende

Sicherheit des schlanken Körpers, dessen sachliche Eleganz nach Wiesen und

Klarheit duftete, und dessen junger Spannung gegenüber die Welt unerprobt und

voll phantastischer Neuheit lag, machte ihn zu ihrem Führer.

Er leitete sie den Rand der harmlosen Entzückungen vorsichtig entlang.

Durch ihn sah sie Paris in idyllischem Format. Er brachte sie zu Rufen der

Freude über die siebenundfünfzig Fruchtläden um Notre Dame de la Lorette.

An seinem Arm besuchte sie Kirmisse außerhalb der Stadtwälle und bog

zwischen Lampions und dem Schwung illuminierter Schiffschaukeln den Buden nicht aus, wo sie nach Pfeifen aus Ton und fliegenden Bällen schossen.

Er lehrte sie den Zauber der Imperiale, wo Meister Levage neben ihnen

murmelte, wenn sich der Omnibus durch dunkle Straßen bewegte, und seinen

Gäulen sein von der Angst der Autobusse, deren Einführung bevorstand,

umwölktes Alter erzählte und wie seit vierzig Jahren die empfindlichen Stellen

der Pferdehälse mit der Peitsche tuschte.

Schon blieb sie selbst stehen und durchbrach ihre Herkunft, als an den

Straßenecken die Roulettetische aufgeschlagen wurden, und Harri trug das Glas

mit Goldfischen, das sie gewann, auf einem Karussell und dann auf der

Bootfahrt im Bois, wo sie die Tiere befreiten unter den mispelfliegenden

Pappeln.

Er führte sie wieder in das Gewühl der Seinedampfer und brachte sie hinaus

an die Grenze, wo Wiesen und Wind aus Büschen der Stadt entgegenkam.

Aus Blumen, Bäumen, Wellen formte sich dann etwas in sie hinein von

seltsamer Kraft.

Etwas trat plötzlich in ihr Blut, das sie stark machte gegen ihn, ja ihn

manchmal dunkel bedrohte. Staunend sah er, wies das, was er an sie

heranbrachte, sich irgendwie gegen ihn verstärkt zurückwandte und ihn einem

Zustand zuleitete, der ein tiefes Aufmerken und ein Anschlag in seinem inneren

Hören war.

Ganz anders war Fontainebleau mit ihr, in neuer nie gesehener Landschaft

sproßte St. Germain. Ihre Blicke hatten etwas Unverborgenes selbst für ihre

eigenen Geheimnisse. Aber selbst ihre lässige schlanke Müdigkeit lehnte sich

mit einer wilden Kraft, die ihr von Margueriten und Rosen und der Abendluft

zuströmte, über ihn.

Als sie seine Geliebte ward, blutrot verschämt, mit dem Gedanken an ihre

verstorbenen Eltern, wie sie gestand, und voll von einem sanften Entsetzen, war

ihre Hingabe dennoch von so hemmungsloser Kraft, daß sie ihn mehr besaß als

er sie.

Morgens fuhren sie nach Versailles.

Als er am Ende aller Stufen im Gras am See, der die Terrassen auffing, auf

sie wartete, stand sie noch oben unter den hohen Schloßfenstern und wartete auf

den Wildentenpfiff.

Dann kam sie.

Da fühlte er eine Veränderung schon, wie die erste Terrasse sie aufnahm und

er begriff, wie das in sein Leben hineinfaßte und es bestimmte.

Er sah, wie alles sich plötzlich auf sie hinwandte, wie alle Menschen aus den

Taxushecken, den besonnten Bosketts, den geschlungnen Beeten die Augen nach

ihr hoben, wie die Natur fast in einer aussetzenden Sekunde sich ihr anschloß, See, Wiese und Guirlanden hineinströmten in diese abendliche Bewegung.

Die Marmorstufen, die rot und weiß unter ihren Schuhen sich streckten,

dröhnten leisselig die Minuten, die sie herabkam, von Treppenfall zu Treppenfall

gleich von sanft strömenden Kaskaden heruntergegeben. Es schien, als treibe

alles ihr nach in dieses Gleiten.

Und ebenso, wie sie den von den quecksilbernen tiefen Schloßfenstern

abgeblendeten roten Himmel mit sich herabzog, schloß sich an allen Stationen

des Herabgangs das Vorhandene an sie an.

Die Delphine und Tritonen liehen ihr das Ängstliche ihrer kühnen

Bewegungen. Diana drängte nach ihr den Busen. Die Königin der Frösche

wandte die glühende Achsel herüber. Der Flötenbläser sah zitternd in stummer

Betäubung zu ihr hinüber. Der rötliche Marmor Apolls selbst und die bronzenen

wilden Tiere erregten sich in einer fiebrigen Minute und beruhigten sich wieder.

Die Orangenbäume neigten in dem Vogelschweigen sich in eine flüsternde Brise.

Schmerzlich und verlassen standen die Göttinnen der unteren Terrassen und

wandten sich hinter ihr in das Dunkel der Laube.

Und nun begannen in ihrem Rücken die großen Wasserspiele aufzugehen und

sich tief in den Himmel zu drehen. Die Sonne hatte sich auf dem Teich

niedergelassen und schloß mit den schaumigen Köpfen der tanzenden Fontänen

oben zwischen zwei Vorhängen sie ab von der Welt.

Erschüttert frug er: „Wo ist Léon?“

Sie machte eine verhüllte Bewegung.

„Warum?“

„Weil ich dich liebte.“

„Tatest du es selbst?“

„Gestern abend. Ja.“

Sichere Konturen bekam, was sie besah. Stetigkeit hatte ihr Ausruhn, ihr

Spaziergang, ihre Liebkosung. Sie gliederte den Tag, die Leidenschaft, die Ruhe

mit einer bewegenden Anmut. Die Gegenstände empfingen von ihr Würde und

Haltung. Sie beherrschte einfach, was ihr entgegentrat, ohne es zu wollen und

auch das, was sie nicht begriff, mit der Ungebrochenheit ihres Wesens.

Saftigeres schälte sich ihnen nun heraus aus den Museen: Holbein, Ostade,

Bosch, Grünewald, Brueghel, Mäleskirchner. Da flossen Speisen überall,

knackte das Leben mit Orangkiefern sich auf, ward nach Gott explodiert, und in

Lehm und Spelunke, in Fisch, Frucht, Fleisch, Prasserei noch ein Haben

gefordert und endlich nackte Sicherheit gelassen vor das Schicksal gestellt.

Airas einfache Einstellung wußte jedes Urteil im Traum. Doch hielt sie auch

Oxygénée, was ein Purgier ist, für einen Vornamen. Unfaßbar, aber auch nicht zu

umspannen, stand sie an den Fenstern, die auf Paris hinabsahen, das irgendwo in einem apfelgrünen Himmel jäh ertrank.

Sie ging hinaus, als Petrovas Karte hereinkam, elegant der Mann hinterher.

„Ah?“ frug Harri. Petrova nahm einen Liqueur: „Sie sehen keine Veränderung.

Entweder kein Sou oder zwanzigtausend Francs in der Tasche hielt ich stets als

Prinzip.“ Harri lachte: „Sie waren nicht so bestimmt“. Petrova lächelte mit dem

Mundwinkel: „Das ist der Vorteil des Besitzes. Für einen Hungerleider ziemte

die unbestimmte, abenteuerlichere Haltung.“ Allein seine Sicherheit war nicht so

groß wie sein Auftreten. Er deponierte bei Harri fünfzigtausend Francs.

Ihn bangte immer vor dem Schicksal und er legte Reserven, aber sein Glaube

an Menschen war unbedingter wie an das Starre der Institutionen, er vermied,

abergläubisch, den Tresor der Banken wie Pest.

Mit einer älteren Dame, die im Auto ihn erwartete, entschwand er über den

Boulevard Port Royal aus dem Gesichtskreis.

Die Hitze fiel ein in Paris.

Auf den Boulevards kamen nachts Ratten herauf, fraßen die Absynthsäufer

an. Manche ohne Ohren, mit halben Nasen wurden in die Spitäler gerollt.

Die Seine fauchte wie ein fauler Fisch schillernde Gase aus. Das Viertel der

Großen Hallen stand eine geöffnete Kloake und stürzte Wolken Gestank in den

Himmel. Fein, kaum merkbar fror das Arom der zärtlichen Champs Elysés

zwischen den auf ihren Bänken geräuschlos Winterspeck ausschwitzenden

Rentnern und der erstarrten Verzauberung der sandigen Bäume. Selbst die

Militärmusik der öffentlichen Gärten klapperte nur verzweifelt mit gelben

Flügeln und schleifte doch nie die Töne bis an die erfrischendere Trommelfülle

der Fontänen.

Sie packten.

Harri öffnete die Luken, ließ die Windsegel hinaus. Die Kuppel strahlte von

Glas mit feuriger Steigerung. Die Straße unten lag noch voll Schatten.

Vom Auto, das sie rasch den Boulmich hinunter entführte, sahen sie zurück.

Mit blauen, gelben, roten Ballonen und Segeln gehißt, vom Morgenwind immer

wieder festlich gefüllt, schwamm die Kuppel ihnen weg in die Sonne.

Sie fuhren nach Holland.

Schon führte nicht mehr er, schon war in ihrer Heimat sie von keiner

Überlegenheit. Mit gleichen Augen bereits sahen von Nordereiland sie

Rotterdams Hafen, spürten die Viehherden über riesige Drehbrücken in dies

Loch Europas strömen, fühlten die Vorstädte mit Reis, Tabak und Tee sich füllen

wie eine gleichmäßige große Bewegung.

Mit gleich empfundener Melodie wie auf einer Spieluhr spulte vor ihnen in

s’Gravenhaage im Hotel des Indes das Speisen und Sichbewegen der

bevorzugten Sippen bei Flöten- und Geigenorchester sich ab, fiel abends die Gegengebärde der saftigen derben Leiber a Spuistraat dröhnend in dieselbe

Kadenz.

Fiel allabendlich in Amsterdam ein andres Weib in die ölgefleckte Gracht,

zog die Bluse kreischend aus und schüttelte den mächtigen Busen, so trugen sie

mit dem gleichen Lächeln den Vorgang sich zu, ebenso wie wenn vor ihrem

Blick hinter Zorgvliets Parks die Welt in Scheweningen mit Badeeifer den

Strand erhellte.

Sie fiel auf durch die schlanke Lässigkeit ihrer selbst im geringsten rassigen

Bewegung, er hatte selbst unter Amerikanern noch die beste Figur.

Der Abend ging vor ihnen von der Seeterrasse zurück und die Lichter der

Seebrücke begleiteten ihn noch eine Weile, bis Gesang aus den Pinken aufscholl

und mit glitzernden Fischnetzen der Lärm in den Hafen zurückkam. Sie sahen es

abebbend mit der Ruhe, vollsaugend sich mit Leben, immer im gleichen Puls.

Sie gewöhnten sich so aneinander, daß sie das gleiche schon empfanden, eh es in

ihren Gesichtskreis trat.

Erotische Landschaft spürten sie, wenn sie die Dampfer und Fregatten

meilenweit Spalier stehn sahen. Lust auf Kanälen zu fahren machte es ihnen

bereits, übernachteten sie auf Mühlen, duschte der Gastherr sich nackt morgens

im Garten. Wie unter Stichworten tröstete über dem Gestank des Judenviertels

sie der goldene Staub.

Hinter dem Prinsenhof an der Oute Delft gingen sie sogleich wortlos rasch in

die Wiesen, wo aus den Lindenkanälen und fetten Gräsern bis unter den letzten

erzitternden Horizont die Glocken schlugen. Da stand Aira wieder mitten in der

Frische, von jedem Erdstück, jedem Glockenschwung, die sie berührten, neu und

anders gerichtet. Nichts gab es an Wolke, Blau und Büschen, das sich nicht auf

sie richtete und seinen Reiz neidlos für sie hingab.

Aber so nah war sie dem Geheimnis ihrer Natur, die sie nicht kannte, daß sie

gewissermaßen zurück in Herz und Kern der Dinge einfiel und wieder schlank

und sehnig sich aus ihnen spannte. Stand sie zwischen Kühen, die von weither

zu ihr liefen, war etwas von ihrer wilden Anmut in den Weichen der Tiere, aber

die Sanftmut der ruhenden Tiere hatte in ihren Blicken ebenfalls Sitz.

Am Abend verließ sie ihn für wenige Tage. Sie kam zurück damit, daß sie,

ihr Vermögen zu regulieren, nach Java fuhr. Er lachte, als sie die Absicht

aussprach, daß sie, deren ganze Verwandtschaft dort unten wohnte, allein führe.

Er plänkelte eine Weile, aber wie ihr verschleierter Blick ihn warnte, mit

Zwingen dahin vorzustoßen, wo in ihren Hintergründen der Entschluß sich

festgesetzt, ließ er die Sache fallen, wie alles, was sich ihm entzog.

Obwohl ihn alles an ihr reizte, so lange ihre Herzen auf einem Akkord

hinliefen, überfiel ihn Müdigkeit in dem Augenblick, wo er verfolgen sollte, was ihn floh, und selbst für diese Frau schien Kampf im Augenblick ihm noch zuviel.

Sie setzten einen Termin, sprachen nicht mehr darüber, gaben sich Stunde

und Tag und sich selbst aufatmend einander wieder wie vorher.

Eine Woche lebten sie in zwei Dörfern, die eine Düne trennte. Auf dem

Kamm trafen sie sich morgens. Der Dünenfuß war mit Makrelen besät,

Vogelgezwitscher und Kuhgebrumm stand dahinter.

In einem Ewer fuhren sie dann in die schwerrollende See der Morgendünung.

Mittags booteten sie aus, bestiegen eine Eisenbahn, fuhren in einem kleinen

Wagen, bis sie sich zwischen den Dünen kaum mehr auskannten. Dann schlossen

sie eine Lagerhütte auf, rollten ein Boot ins Wasser, ruderten mit langen

Schlägen auf eine kleine Insel und zogen in das einzige Haus.

Eine Woche bremste weißköpfig das Meer die Welt ab. In der letzten Nacht

brach der gewittergeäderte Himmel unter einem pausenlosen Schlag. Harri

erwachte. Aira war nicht da. Das Haus war leer. Atemlos stürzte er in den

Garten. Da kam sie, umwölkt von dem Bodenduft, geschmeidig in der Haut, das

Hemd voll Blattzeug, auf den schlanken Hüften aus der mattschimmernden

Nacht, wie ein Stück dampfende Erde in seinen Arm.

Mittags kam ein Motor langsam um die Ecke und holte die Koffer. Abends

sahen sie durch die Rosenhänge der Veranda die Lichter des wartenden Autos an

der Küste. Sie schwammen hinüber, damit sie das Meer noch einmal koste, das

ihnen solange gemeinsam war. Im Schuppen zog sie sich um, küßte ihn. Auf

dem Strand der Insel drüben hörte er noch das Verrauschen des Autos am

Horizont.

Er gab sich der Ruhe hin, den Fischen, dem Mond, den Wellen, aber er hatte

zu geringes Maß Vertrauens auf sich gesetzt, als er seinen Elan nicht stählte, um

sie zu kämpfen.

Denn als sie fehlte, verdreifachte sich ihre Kraft, und aus jeder Schnecke,

jeder Muschel, jeder Welle, jedem Segel nahm sie Form an.

Ja selbst aus Dingen, zu denen er sich rettete, die ihn zerstreuten, aus Fischen,

aus Mond, aus Wellen trat sie heraus. Sie kam aus dem Weiß des

aufgeschlagenen Bettes, sie trat in den Schlaf, in den Traum, sie bezwang ihn mit

jedem Gegenstand, den er berührte.

In alles, was in Zusammenhang stand mit ihrem Wesen, war sie unverlierbar

gekettet, im Läuten des unsichtbaren Viehs hinter den Dünen klang ihre Stimme,

an den Lämmerwolken des Abends ruhte ihr Auge, im Flüstern des Schilfs war

ihre Stimme.

Aber sie hatten sich so sehr vertauscht, daß nicht die Dinge nur, die sie

berührt, sie ihm zurückbrachten jede Sekunde, sie war so eingegangen in seine

eigene Figur, daß der Klang seiner Stimme, das Schaukeln seines Schattens, daß selbst das Zittern seiner Hände nichts war als ihr Ausdruck, ihre Stimme, ihre

Anmut, und daß er, wenn es ihn überfiel vor Sehnsucht, sich fühlte, als sei in ihn

ihr Wesen eingezogen, und als sei sie wiederum auch er.

Am Strand, die Augen geschlossen, ertrug er den Schmerz nicht länger: seine

Heimat war von ihm gegangen. Dies Gefühl blieb. Alles andere hatte sich ganz

aus ihm gelöst.

Das spannte ihn wie ein Fell, auf dem es dröhnte, als er sich zerstreute,

zwischen Städten, Menschen, Schiffen nichts sah als sie.

Da fühlte er, daß er es nicht ertrüge ohne sie, er beschloß ihr zu folgen, aber

er war so sanft geworden, daß er schon anfing ihre Gedanken nicht nur zu

denken sondern zu leben, und damit er sie nicht störe, von niemand gesehen

werde und ihr nicht schade und sei es nur in ihrer ängstlichen Einbildung, nahm

er, nur im Drang ihr nah zu sein, Zwischendeck.

Sigfrid Brown, Makler, geboren Odessa, überschiffte er das Meer. Zum ersten

September legten sie in Samarang an. In der Dämmerung kam Aira Belmont mit

ihren Brüdern in einer Barkasse herüber und ging über das Deck in die Kajüte.

Er sprach sie nicht an.

Als sie zurückkam, stand er am Reeling in der Dunkelheit, die Barkasse legte

wieder an. Aber während sie die Treppe hinabstieg, stiegen ihm die Tränen in die

Augen vor besinnungslosem Schmerz.

Im selben Augenblick aber brach der Ring, mit dem der Tod sein Leben

eingekreist und ihm sein irrsinniges Erlebnisgrauen neben die nun spielerischen

Dinge stellte.

Aus dem Schmerz kommt eine wundervolle Klarheit in ihn gezogen, und

während das Liebste seines Lebens verschwindet, erglüht seine Seele zum

erstenmal voll Rausch. Und wie die geheimnisvolle Verbundenheit sich öffnet,

mit der sein Dasein dem Tod verschuldet war, tritt er heraus aus der Rolle des

Zuschauers in den heißen Kreis des Daseins, der schmerzt.

Sie fuhren nach Ceylon weiter. In dieser Zeit wandte er sich mit

Aufmerksamkeit an die Umgebung. Zwischen Matratzen und Läusen entging

ihm nichts. Bei einem Boxkampf zerschlug einer einem Steward die Nase. Die

Nigger walkten ihn, bis er schwoll.

Die Stickluft machte ihm eine Entzündung. Nachts brachen sie, wuschen die

Windeln, die Kinder schrien. Ein Ire, stiernackig und groß, fiel auf die Knie und

betete. Es entging ihm nichts.

Am letzten Tag starb einer an Tuberkulose. „Ausgespien“, schrie sein

Nachfolger in der Matte. Sie schmissen ihn, in einem Sack, mit einer

Kanonenkugel ins Wasser. Oben schossen sie. Unten sang man:

„Uns rettet nie ein höhres Wesen,

Kein Gott, kein König, kein Tribun,

Uns von dem Elend zu erlösen

Vermag nur unser eignes Tun.“

 

In der letzten Nacht ohrfeigte der Kapitän einen galizischen Rabbi, weil er

öffentlich die Gebetszeremonie machte.

Als Harri frug, warum er sich nicht empöre, gab er keine Antwort. Vor der

Landung riß er, nachdem er ihn in eine Ecke lockte, Bart und Haar herunter, er

sah Shanvady. Er suchte ihn zu überreden, mit ihm auszuschiffen, seine Rolle in

Europa hatte er hinter sich geworfen. Harri weigerte sich.

„Sie waren in Ihrer Unbeweglichkeit mein reizvollstes Experiment da

drüben“, sagte giftig Shanvady am Schluß, „was habe ich Ihnen nicht

entgegengeführt? Dies Land ist pleite drüben, denn selbst Sie vermochte ich

nicht zu fesseln, obgleich gerade Ihre Kühle mich reizte, Ihnen alle Raffinements

entgegenzustellen.“ Er ging allein von Bord. In der Nacht starb ein junger Mann

über Harri. Harri entschloß sich, zurückzufahren, die gleiche Tour.

Nichts trennte ihn mehr von den Kameraden, mit denen er fuhr. Der Strick

war durchgehauen, der ihn hin und her schwanken ließ zwischen den Schichten

mit dem Augenblick, in dem er Aira Belmont gehen ließ und sich darüber so

verändert fand.

Aus der Entsagung kam ihm eine wilde stete Kraft, die ihn weit über sich

selbst hinaus brachte an die Dinge und Menschen heran, die er früher nur sah

wie Gespenster, und an die er jetzt mit einer zähen Teilnahme sich geworfen

fand.

Er entschied sich gar nicht, die Sache war völlig klar. Mit Shanvady schied

der Vertreter, glänzend und repräsentativ einer Klasse, die nicht mehr baute,

nicht voran kam, nicht mehr stieg, sondern mit genialen Späßen das

Angesammelte der Jahrhunderte noch einmal mischte und mit Stöcken

umdrehte, bis sie, der Witze müde, floh.

Ihn aber gelüstete es ganz und neu, arbeitsam, gesichert, in das Verlassene

zurück.

Noch einmal legten sie in Samarang an. Die Barkasse fuhr herüber mit Aira

Belmont. Sie stieg an Deck mit ihren Brüdern. Die Mütze über das Gesicht

gezogen mußte er es am Reeling noch einmal sehen und ertrug es.

Währenddem trugen sie eine Frau an ihm vorbei ins Lazarett. Als sie ihn sah,

schrie sie „Harion“.

Er folgte der durch und durch Verfaulten und erfuhr noch, ehe sie in der

Nacht starb, aus den Papieren, daß es seine Mutter war.

Die Matrosen bliesen ein Hornsignal, das Schiff wendete. Harri sah zurück,

wo die Barkasse landete, sah Tage, Jahre vor sich voll Bitterkeit und ohne diese

Heimat, aber senkte nicht den Kopf. Durch die Strahlenbrechung des Lichts, die

die Küste weit über den Horizont hob, stob ihm durch das Segel in der

Dämmerung das Rot Schatten wie eine unsterbliche Bestimmung um seine

Schläfen.

 

Sie haben Frauen zu Ende gelesen

Kasimir Edschmid

Bücher wie dieses

Nach dem Buch

Seiten, die zu dieser Ausgabe gehören, hier zum Nachschlagen.

Hinweis von Project Gutenberg

***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK FRAUEN***

 

******* This file should be named 35085-h.txt or 35085-h.zip *******

 

This and all associated files of various formats will be found in:

http://www.gutenberg.org/3/5/0/8/35085

 

Updated editions will replace the previous one--the old editions will be

renamed.

 

Creating the works from public domain print editions means that no one

owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can

copy and distribute it in the United States without permission and without paying

copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of

this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic

works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark.

Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge

for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge

anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You

may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works,

reports, performances and research. They may be modified and printed and

given away--you may do practically ANYTHING with public domain eBooks.

Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial

redistribution.

*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License (available with this file or online at

http://www.gutenberg.org/license).

 

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is in the public domain in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from the public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from

the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method

you already use to calculate your applicable taxes. The fee is

owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he

has agreed to donate royalties under this paragraph to the

Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments

must be paid within 60 days following each date on which you

prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax

returns. Royalty payments should be clearly marked as such and

sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the

address specified in Section 4, "Information about donations to

the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies

you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he

does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm

License. You must require such a user to return or

destroy all copies of the works possessed in a physical medium

and discontinue all use of and all access to other copies of

Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any

money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the

electronic work is discovered and reported to you within 90 days

of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free

distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain works in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS,' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

 

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf.

 

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://www.gutenberg.org/about/contact

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate

 

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook's eBook number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed (zipped), HTML and others.

Corrected EDITIONS of our eBooks replace the old file and take over the old filename and etext number. The replaced older file is renamed. VERSIONS based on separate sources are treated as new eBooks receiving new filenames and etext numbers.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

http://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

EBooks posted prior to November 2003, with eBook numbers BELOW #10000, are filed in directories based on their release date. If you want to download any of these eBooks directly, rather than using the regular search system you may utilize the following addresses and just download by the etext year.

http://www.gutenberg.org/dirs/etext06/

(Or /etext 05, 04, 03, 02, 01, 00, 99,

98, 97, 96, 95, 94, 93, 92, 92, 91 or 90)

EBooks posted since November 2003, with etext numbers OVER #10000, are filed in a different way. The year of a release date is no longer part of the directory path. The path is based on the etext number (which is identical to the filename). The path to the file is made up of single digits corresponding to all but the last digit in the filename. For example an eBook of filename 10234 would be found at:

http://www.gutenberg.org/dirs/1/0/2/3/10234

or filename 24689 would be found at:

http://www.gutenberg.org/dirs/2/4/6/8/24689

An alternative method of locating eBooks:

http://www.gutenberg.org/dirs/GUTINDEX.ALL

*** END: FULL LICENSE ***