Ludwig Tieck's Schriften: Dreiundzwanzigster Band

Eine Sommerreise. 1834.

Inhalt.

 

Seite

 

Eine Sommerreise 3

Die Wundersüchtigen 157

Pietro von Abano 295

Ludwig Tieck’s

 

gesammelte Novellen.

Siebenter Band.

Eine Sommerreise.

 

1834.

Einleitung.

 

Unter abwechselnden Vorfällen und Erfahrungen, die sich mir im Lauf meines

Lebens auf Reisen oder beim längeren Aufenthalt in fremden Städten

aufdrängten, ist mir die Erinnerung so mancher Bekanntschaften erfreulich, so

manche Beobachtung lehrreich und ich kann es nicht unterlassen, Einiges davon

mitzutheilen, welches vielleicht manche befreundete Gemüther auf anmuthige

Weise anregt.

Schon manches Jahr ist verflossen, seit mir einige interessante Tagebücher

und Briefe in die Hände geriethen, die mir um so bedeutender wurden, als ich

die Verfasser derselben späterhin im Verlauf der Zeiten in ganz veränderten

Verhältnissen und mit umgewandelten Gesinnungen wiedersah. Jetzt sind die

Theilnehmer an nachfolgender kleinen Begebenheit gestorben oder nach fernen

Gegenden gezogen, so daß es harmlos erscheint, Dasjenige mitzutheilen, was ich

früher schon für vertraute Freunde aus jenen Tagebüchern und Briefen

ausgezogen habe. Die Erzählung ist aus Schriften der drei Hauptpersonen

verarbeitet und wird, der Deutlichkeit wegen, mehr wie einmal durch die

eigenen Worte der erscheinenden Personen unterbrochen werden.