Ludwig Tieck's Schriften: Dreiundzwanzigster Band

Ludwig Tieck · Kapitel 6 von 7 · Teil 1/5

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Ludwig Tieck's Schriften: Dreiundzwanzigster Band

Die Wundersüchtigen. 1831.

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 5 Teile geteilt.

Die Wundersüchtigen.

 

1831.

Der Geheimerath von Seebach lebte in seinem großen, wohleingerichteten

Hause glücklich in der Residenz. Da er reich war und eine angesehene Stelle

bekleidete, viele Verbindungen hatte, und eine große Correspondenz führte, so

war bei ihm oft der Sammelplatz angesehener und merkwürdiger Fremden und

Reisenden. Häufig aber waren unter diesen Besuchenden auch solche Gestalten,

die von seiner Familie weniger gern, oder nur mit Mißtrauen gesehen wurden,

weil der Rath früher ein Mitglied mancher Gesellschaften gewesen war, die sich

höherer Kenntnisse oder wunderbarer Geheimnisse rühmten, und obgleich der

thätige Geschäftsmann schon seit Jahren alle diese Verhältnisse aufgelöset, und

sich von diesen Verbindungen zurückgezogen hatte, so sorgte die Tochter, die

den Vater genau kannte, doch immer, daß irgendwo ein Faden wieder

aufgenommen werden möchte, der nicht zerrissen war, um Verwicklung,

Zeitverlust, oder auch wohl Kummer zu veranlassen. Der lebhafte, heitre Sohn

war gegen viele Wanderer mehr deswegen eingenommen, weil ihr Einsprechen

dem Rathe manches Geldstück kostete, denn so wie er die Geheimnisse und

Wunder verlachte, war er doch neugierig genug, immer wieder auf die Erzählung

von seltsamen Entdeckungen oder unbegreiflichen Begebenheiten mit Eifer

hinzuhören.

In alten Papieren kramend, saß der Rath an seinem Schreibepulte, und neben

ihm Anton, sein Sohn, ihm gegenüber sein Schwiegervater, der Obrist von

Dorneck, der schon seit lange seinen Abschied genommen hatte.

Ich kann das Dokument nicht finden, sagte der Rath endlich unwillig, und

begreife nicht, wie, oder wohin es kann verloren seyn. In diesem fatalen Prozeß,

der mich nun schon seit zwei Jahren beunruhigt, gilt es mir die volle Summe von

zwanzigtausend Thalern, wenn ich diesen wichtigsten Beweis nicht herbei

schaffen kann.

Der Obrist erwiederte: Lieber Sohn, ich bin überzeugt, daß Sie es irgendwo

recht sorgsam hingelegt haben, weil es Ihnen eben so wichtig war, und daß Ihre

Geschäfte Sie nur den Ort haben vergessen machen. Geben Sie sich Ruhe, und es

fällt Ihnen wohl am ersten bei, indem Sie gar nicht darüber denken, wie es mit

Namen von Menschen so oft geht, die wir durchaus nicht wieder finden, indem

wir es von uns erzwingen wollen, und die uns dann plötzlich, ungesucht, indem

wir zerstreut, oder unterhalten sind, wieder beifallen.

Sie mögen Recht haben, antwortete der Rath; soll sich aber ein Geschäftsmann solcher Vergeßlichkeit nicht schämen? Ich habe niemals die

zerstreuten Menschen leiden mögen, und nun muß mir selbst dergleichen

begegnen.

Anton warf ein: wenn wir jetzt nur den berühmten Grafen Feliciano hier

hätten, von dem so viele Wunderdinge erzählt werden, so könnte er mit einer

einzigen Geisterbeschwörung die Sache aufhellen und in Ordnung bringen.

Gewiß, sagte der Obrist, wenn er sich zu uns herablassen wollte, denn Bücher,

Zeitungen und Briefe seiner Freunde erzählen ja Dinge von ihm, die noch viel

wundervoller sind, als dies kleine Mirakel, das er auf unser inständiges Bitten

vielleicht verrichten möchte.

Der Rath schwieg, indem er wieder eifrig suchte. Was sind das für Figuren da?

fragte der Sohn, indem er nach einem Blatte langte.

Du bist zwar kein Eingeweihter, erwiederte der Vater, indessen ist das Papier

auch nicht von denen, durch welche ich eine Indiscretion begehe, wenn Du es

betrachtest. Vor vielen Jahren hat ein Freund, ich weiß nicht aus welchem

astrologisch-magischen Zauber-Manuscript, mir diesen Unsinn als denkwürdig

abgeschrieben.

Bin ich auch kein Geweihter, erwiederte der Sohn, so habe ich doch, wie Sie

wissen, so Manches über diese Verbrüderung gelesen, so manche kabbalistischen

Manuscripte durchblättert, daß mir gerade der Unsinn mancher Leute nicht ganz

fremd ist, wenn er mir auch immer unverständlich bleibt.

Die Figur war eigentlich eine vieleckige, in Gestalt eines Sternes. Die meisten

Linien waren Zeilen, theils Sprüche der Bibel, theils Gebete, manche auch

wundersame Namen, die, wie man sah, Geister bezeichnen sollten, nach allen

Richtungen begegnete sich das Wort Abracadabra, bald in einzelnen Sylben und

Buchstaben, bald vor-, bald rückwärts geschrieben, bald von Sternzeichen,

Hieroglyphen und andern seltsamen Figuren unterbrochen. In der Mitte las man

Adonai, gegenüber Jehovah, mit lateinischen und auch mit hebräischen Lettern

geschrieben. Auf der Rückseite war bemerkt, daß dieses heilige Amulet von

vielfältigem Gebrauche sei, im Kriege wie gegen Krankheit, vor Einwirkung der

bösen Geister schütze, und Demjenigen, der die Kunst inne habe, Geister

herbeizurufen, unentbehrlich sei.

Der Rath und der Obrist lachten, als der junge, stets heitre Anton das

aberwitzige Blatt mit so ernsthafter, tiefsinniger Miene betrachtete. Ich will ein

andermal auch über diesen Unsinn spotten, unterbrach sie Anton, aber gestehen

Sie mir nur ein, daß das Ding auch eine ernsthafte Seite habe, die man wohl in

Betrachtung ziehen dürfe. Nicht wahr, derselbe Menschengeist, der fähig ist,

Philosophie und Kunst zu umfassen, der die Bahn der Sterne berechnet und die

Unermeßlichkeit des Himmels mißt, der in Liebe und Andacht sich dem Ewigen nähert, — derselbe hat auch dieses Blatt so umrissen, bekritzelt und durchfurcht

mit einer thörichten Lüge, die doch irgendwo im Anfang mit der Wahrheit

zusammen hängt, in dieser nur wurzelt, und aus dem Guten als stachlichtes

Unkraut empor gewachsen ist.

Das mag seyn, nahm der Obrist das Wort, denn alles Schlechte und Nichtige

keimt wohl aus dem Guten; nur möchte es schwer zu entdecken seyn, wo und

wie es Lüge und Thorheit wird.

Der Rath war ebenfalls plötzlich ernsthaft geworden, und fügte hinzu: das ist

eben die große Frage, ob das Böse ein zeitliches, oder ewig sei. Ein Nichts ist es,

und wird, vom Menschengeist erweckt, ein Ungeheures, nimmt von diesem

Kraft und Thätigkeit, und wandelt als Schicksal und Unglück umher, das Länder

verwüstet und Tausende opfert. Wahrlich, hier möchte das Auge das Herbeirufen

von Geistern aus dem Abgrunde, das Beleben eines Todtenreiches wahrnehmen

können, viel größer und wundersamer als Alles, was man von alten oder neuen

Thaumaturgen erzählt.

Sie meinen, wenn ich Sie recht verstehe, antwortete Anton, daß durch die

Leidenschaften der Menschen, die sich in das Unwahre oder dem Nichts

ergeben, die Weltgeschichte großentheils durch Gespenster regiert und

fortgetrieben wird, die, wenn sie nicht im wilden Kampf der Verwirrung

aufgeweckt werden, unsichtbar bleiben, oder höchstens nur Erscheinungen sind,

über welche der Spekulant oder Witzige gutmüthig lächeln möchte. Wenn mir

dies auch wahr scheint, so ist es mit diesem Blatte hier denn doch etwas anders.

Eigentlich nicht, sagte der Vater: denn dasselbe, was hier nur Spiel ist, hat

auch schon zum Feldgeschrei und Panier der Schlachten gedient. Es wäre zu

wünschen, daß der böse Geist mit allen seinen Wirkungen sich immerdar in

solchen Galimathias hinein zaubern ließe. Aber er wird auch von dergleichen

Kinderei irgend einmal wieder erweckt, und so fluthet und ebbet die Masse der

Erscheinungen hin und her, und das eigentliche Fortschreiten, das wahre

Besserwerden der Welt ist nur aus einer weiten Ferne wahrzunehmen.

Ich werde mir dieses künstlich verzauberte Blatt in geweihter Stunde an

meinen Hals hängen, sagte Anton, so durch alle Gemächer des Hauses um

Mitternacht schreiten, und so hoffe ich jenes Dokument zu entdecken, das uns

Allen so wichtig seyn muß.

Nein, sagte der Obrist, gieb es mir, lieber Enkel: von alten Zeiten bin ich noch

mit den Leuten in Verbindung, die jetzt in der Residenz des Nachbar-Landes

wieder anfangen, sich auszubreiten. Ich meine jene, die sich für die

rechtgläubigen Brüder halten, und die vernünftigen verlästern und verfolgen.

Immer erhalte ich noch Briefe und Anmahnungen, mich ihnen wieder

anzuschließen. Diesen kann ich vielleicht mit dieser sinnverwirrten Schrift ein angenehmes Geschenk machen.

Nehmen Sie es, sagte der Rath, so ist in meinem Hause eine Thorheit weniger.

Man erzählt, daß sich diese abergläubischen Menschen aus leicht zu errathenden

Absichten an den Erbprinzen dort drängen, um sich ihm angenehm und

unentbehrlich zu machen. Wer weiß, was uns die Zukunft noch für

Erscheinungen zeigt, welcher Aberglaube sich von Neuem entwickelt, so sicher

wir jetzt zu seyn glauben, und, wenn ich meiner Aengstlichkeit folgte, so möchte

ich darum das Papier nicht aus meiner Hand geben. Es kann auch Schaden

stiften, so kindisch es ist.

Lassen Sie, lieber Sohn, sagte der Alte, beunruhigen Sie Ihren Geist nicht,

wenn dergleichen auch geschehn könnte, so ist es doch nur wie ein Steinwurf ins

Wasser. Der Kreis wird immer größer, aber verliert sich, wenn er sich am

weitesten ausgebreitet hat. So lange noch solche Geister in Deutschland regieren,

wie hier uns nahe Friedrich der Zweite, und dort Joseph der Zweite, so lange

noch ein Mann wie Lessing schreibt und wirkt, haben wir Nichts zu fürchten.

Und warum sollen denn unsre Nachkommen eben wieder ausarten?

Er schlug lächelnd das Papier zusammen, und freute sich schon im Voraus,

welche Erquickung Viele in jener Brüderschaft aus ihm ziehen würden, die sich

für Rosenkreuzer und Adepten hielten, und so ernsthaft nach dem Stein der

Weisen forschten, wenn, wie der Obrist zu verstehen gab, auch wohl Einige

unter ihnen seyn mochten, die das Spiel nur mitmachten, um andere, irdischere

Zwecke durchzusetzen.

Friedrich der Zweite, fing der Rath wieder an, ist alt, vielleicht auf der Neige,

und es ist möglich, daß er bald abgerufen wird. Wissen wir denn auch, wie jene

Gesellschaften, über die wir jetzt nur lächeln, verbreitet sind, wie sie in Zukunft

ihre Netze weit hinausspinnen mögen? Daß andre Brüderschaften gegen sie

kämpfen, mag an der Zeit und nothwendig seyn. Wie glücklich, daß ich alle

diese Dinge, die mich früherhin interessirten, und mein Leben in Bewegung

setzten, hinter mir habe, und auf alle diese Strömungen mit klarem

gleichgültigen Auge hinab sehn kann.

Der Bediente gab einen Brief ab, der eben von der Post gekommen war. Das

Siegel war wunderlich, und als der Geheimerath den Brief durchgesehn hatte,

sagte er: nun wahrlich, sonderbar genug! Nicht gerade der berühmte

Wunderthäter Graf Feliciano wird zu uns kommen, aber doch ein andrer

seltsamer Mann, von dem auch schon oft die Rede gewesen ist: jener

Sangerheim, der sich ebenfalls berühmt, große Geheimnisse zu besitzen, der

auch Geister erscheinen läßt, Todte und Abwesende befragt, und einen neuen

Orden gründet.

Anton freute sich, da er vernahm, daß dieser Wundermann ihr Haus zuerst besuchen würde, aber der alte Obrist Dorneck wünschte, daß man sich mit dem

Abentheurer nicht einlassen möge. Sie wissen, lieber Sohn, beschloß er, wie

ängstlich Ihre Frau und Ihre Tochter bei solchen Gelegenheiten sind, und es ist

wahr, man kann niemals wissen, welches Unheil uns mit solchen wirren Geistern

über die Schwelle schreitet. Sie haben ihre Bestimmung darin gesetzt, die

Menschen zu täuschen, und es ist nicht zu berechnen, auf welche Art sie

hintergehn, welche Schwächen, die wir selbst nicht kennen, sie benutzen und

erwecken, und wie weit wir in ihren Wandel verflochten werden.

Seien Sie ganz ruhig, lieber Vater, sagte der Rath heiter; dieser Brief macht es

mir unmöglich, den wunderlichen Mann ganz abzuweisen, um so weniger, da ich

so vielen Andern mein Haus schon eröffnet habe; diese Bekannten, die ich

achten und schonen muß, und die mir diesen Mann so dringend empfehlen,

würden mein Betragen unbegreiflich und sich beleidigt finden.

Und, gestehn Sie nur, lieber Vater, rief Anton im frohen Muthe aus, daß Sie

eben so neugierig sind, wie ich. Nein, er komme nur, der große Wundermann, er

prophezeie uns, er zeige uns Geister, er grabe Schätze, was und so viel er will,

wir wollen Alles dankbar von ihm annehmen. Ist doch außerdem schon lange

nichts Neues vorgefallen, ist doch im ganzen Europa Friede. Wollen sich die

Lebendigen nicht rühren, so müssen die Todten in Bewegung gesetzt werden.

Als die Mutter und Tochter bei Tische diese Neuigkeit erfuhren, nahmen diese

die Sache weniger heiter und leicht auf, als die Männer. In ihrem stillen Rath war

vorzüglich Clara verdrüßlich und verstimmt. Wohin, sagte sie fast weinend zur

Mutter, soll es nur führen, daß wir unser Leben so gar nicht für uns selbst

einrichten und ableben sollen? Der Vater hat nun, wie er sagt, alle diese

Verbindungen aufgegeben, und ist doch seitdem neugieriger und gespannter auf

Alles, was in dieser Art vorgeht, als ehemals, — und mein Verlobter, dieser gute

Schmaling, die Leichtgläubigkeit selbst. Ist es wohl recht, den Wunderglauben

dieses Jünglings immer von Neuem aufzuregen? Wissen wir denn, wie weit

diese Sucht gehn kann, oder vermögen wir es, ihr Schranken zu setzen? Wenn

ich nachher unglücklich bin, Schmaling verwirrt, und leidenschaftlich aufgeregt,

mit den geheimnißvollen Menschen verflochten: wird mir denn ein Trost meines

Vaters, oder ein Spaß meines leichtsinnigen Bruders ersetzen können, was ich

verloren habe?

Der Obrist trat zu ihrer kummervollen Berathung und sagte, nachdem er die

Klagen gehört hatte: Uebertreibt nicht die Sache, Kinder, hier meine verständige

Tochter, Deine Mutter, kennt ja Deinen Vater, liebe Clara. Und Schmaling wird

Vernunft und guten Rath annehmen, er ist kein Kind. Glaube mir, meine liebe

Tochter, es ist nicht gut, wenn man immerdar dem Menschen alle Steine, an die

er sich stoßen könnte, aus dem Wege zu räumen sucht. Jede Leidenschaft in uns, die es wirklich ist, muß wachsen, reifen, und sich selber erkennen lernen. Der

Mensch muß sie dann aus eigner Kraft, nicht bloß durch fremde Hülfe zu

überwinden vermögen. Dann wird das, was wohl als Thorheit erscheinen

mochte, oft Kraft und Charakter, und der Mann gewinnt in dieser Schule gerade

seinen edelsten Besitz. Wird er aber in der Jugend gehindert, ganz sich in seinen

Gelüsten kennen zu lernen, erfährt er gar nicht, wohin sie ihn führen können, so

bleibt er Zeitlebens ein Näscher, der immer wieder von Neuem der Verführung

ausgesetzt ist.

So muß, sagte die Mutter, dies die Geschichte meines Mannes seyn. Denn

glauben Sie mir nur, Vater, stelle er sich, wie er will, hätte er nicht die vielen

Geschäfte, die ihm sein Amt auferlegt, und die ihm oft die Nächte rauben, so

würde er mit Heftigkeit Alles, was sich ihm aus dieser sonderbaren Gegend des

Geheimnisses anbietet, ergreifen. Er meint, diesen Wunderglauben, die

Geheimnißkrämerei, ganz überwunden zu haben, aber ich habe ihn seit so vielen

Jahren beobachtet, und kenne ihn besser, als er sich selbst: Alles reizt, Alles

beschäftigt ihn. Er spräche vielleicht nicht so oft, und mit solcher Bestimmtheit

über diese Gegenstände, wenn er seiner selbst ganz sicher wäre. Sie haben sich

oft verwundert, warum ich mit Ihnen und andern Freunden nicht in den Wunsch

einstimme, daß er seine Stelle niederlegen und auf dem Gute leben möchte: ich

kann es nicht, aus Furcht, er könne sich in andre Geschäfte und Arbeiten dann

leidenschaftlich verwickeln, die weder so nützlich seyn dürften, noch seinem

Geist die Kraft und den Adel zuführen würden, mit denen wir ihn jetzt so freudig

seinen Beruf erfüllen sehn.

Am folgenden Tage schon erschien Sangerheim, der sonderbare Freund, als

Gast im Hause des Geheimenrathes. Er war ein schöner, großer und schlanker

Mann, der eben nicht viel älter als dreißig Jahr seyn konnte: sein Auge war

feurig, der Ton seiner Stimme wohllautend, und der Accent des Ausländers, eine

Fremdheit in seinen Manieren stand ihm gut. Sein Wesen und seine heitre

Gesprächigkeit gewannen ihm auch bald das Wohlwollen, selbst das Vertrauen

des Rathes, indessen ihn der alte Obrist schärfer und mißtrauisch beobachtete.

Am meisten aber war ihm Clara aufsässig, denn der junge Rath Schmaling war

völlig in Rede und Gespräch des merkwürdigen Fremden verloren. Ein

Gelehrter, Ferner, nahm Antheil an der Gesellschaft, so wie der Arzt des Hauses,

Huber, und Jeder beobachtete von seinem Standpunkt aus den Reisenden, der

sich Jedem mit ungezwungener Offenheit mittheilte. Darum war auch Anton

heiter und gesprächig und die Mutter ließ bald ihren Widerwillen fahren, mit

dem sie zuerst sich am Tische an der Seite des verdächtigen Mannes

niedergelassen hatte.

Als die Mahlzeit geendigt war, begaben sich die Männer in ein andres Zimmer, und die Frauen verließen die Gesellschaft. Nach einigen unbedeutenden

Reden kam man auf den Gegenstand, der Alle interessirte, da Jeder wünschte,

daß der Fremde von sich und seinem Treiben etwas Bestimmteres aussagen

möge. Schmaling machte sich vorzüglich an den vorgeblichen Wunderthäter und

nahm jedes Wort, was dieser sprach, begierig auf; doch der Obrist, der mit Clara

Mitleid hatte, und ihre Aengstlichkeit gewissermaßen theilte, suchte diese

Gespräche zu stören. Ob es denn niemals, fing er an, um die Unterredung zu

lenken, irgend mit Sicherheit wird ausgemacht werden, wie alt diese

weltbekannte Gesellschaft der Freimaurer eigentlich sei.

Vielleicht, antwortete der Rath, ist der ganze Streit mehr um Worte und

Buchstaben, als um die Sache geführt worden. Mögen wir annehmen, daß dieses

geheim öffentliche Institut, wie es in unsern Tagen besteht, schon uralt sei, daß

es in frühern Jahrhunderten, unter ganz andern Bedingungen, als andre

Bedürfnisse waren und man die jetzigen nicht kannte, habe daseyn können:

behaupten wir dies alles, und geben nur zu, wie wir es müssen, daß diese

Vereinigung, im Fall sie alt ist, sich völlig verwandelt und nach den

verschiedenen Zeiten auch verschiedene Zwecke beabsichtigt habe, so ist mit

dieser Einräumung auch der Streit, wenn nicht völlig geschlichtet, doch

beseitigt.

Um so mehr, sagte Ferner, der Gelehrte, da wir es selbst erlebt haben, wie in

kurzen Zeiträumen sich viele Zwecke der Brüder verändern, sie mit einander

streiten, jede Sekte die richtige und älteste Constitution zu haben vorgiebt, eine

Verfassung die andre verdammt, und immerdar neue Einrichtungen die vorigen

ablösen.

Freilich, sagte der Rath, und so ist es nur Geheimnißkrämerei und Sucht zum

Wunderbaren, die Entstehung der Gesellschaft hoch hinauf zu setzen, sie in

andern Verbindungen wieder erkennen zu wollen, und anzunehmen, daß

Tradition aus den ältesten Zeiten uns in dieser Einrichtung, die oft sich so

geheimnißvoll stellt, mit dunkeln Geschichten und Sagen in unmittelbare

Verknüpfung setzen könne.

Und doch, sagte Schmaling, handelt es sich hierum einzig und allein, oder die

ganze Sache verliert ihr Interesse.

Das Wunderbare, fuhr der Geheimerath fort, aber das Interesse wohl nicht.

Oder wir können es auch so ausdrücken: daß unsre Bildung eben dahin sich

ausarbeiten soll, um zu erfahren, was wir mit Recht wunderbar nennen. Es fragt

sich, ob dann nicht ein ganz umgekehrtes Verhältniß erscheinen wird, daß alles

jenes Wunder, welches unsre unerfahrne Jugend reizte, uns gleichgültig oder

lächerlich wird, und wir das ächte Wunder da wahrnehmen, wo das blöde Auge

gar Nichts, oder das Gleichgültige erschaut.

Sehr wahr, fuhr der Gelehrte fort, die Natur, das Erkennen derselben, Kunst

und Wissenschaft, das einfache, edle Leben unschuldiger Menschen, die

Gegenwart unverdorbner Kinder, der Liebreiz des Frühlings, das Verständniß der

Poesie und die Fähigkeit, ihn, den Ewigen allenthalben wahrzunehmen, hier

findet der ächte Schüler das Wunder und dessen Verständniß. Verwandelt der

Schwärmer dagegen Wissenschaft, Natur, ja seinen Glauben an den Höchsten in

ein Gespenst, sieht er mit seltsamen Grauen in die Natur und den Geist des

Menschen hinein, kitzelt er sich mit dem Gefühl, durch Zahlen, Zeichen,

willkührliche Worte und Geberden Annäherung zu fremdartigen Geistern, ja

Herrschaft über sie zu erlangen, so ist er schon für das Verständniß der Dinge

und jene Freiheit des Geistes verloren, die den gesunden klaren Menschen so

liebenswerth und so ehrwürdig macht.

Gut gesagt, erwiederte Schmaling; aber er wird auch hier an Worten und

Zeichen sich zerstoßen, sein Geist wird dürsten und verschmachten, und wenn er

recht in das Innre dieser scheinbaren Erkenntnisse eindringen will, so wird er

sich verirren, und wenn er erwacht, sich in einer tauben, leeren Wüste wieder

finden. Ist denn nicht eben jene Glaubensfähigkeit, die sie Wunderglauben oder

Wundersucht taufen und schelten, die innerste Federkraft unsrer Seele? In ihr

schlummert der Funke, der zu Licht und Flamme sich ausbreitet und erhellt. —

Mag es seyn, erwiederte der Rath, daß wir ohne diese Fähigkeit des Glaubens,

ohne dies Gefühl der Liebe und eines unbedingten Vertrauens weder glücklich

seyn könnten, noch die Stufe der Menschheit erreichen, zu der wir bestimmt

sind. Diese einfache Liebe und Hingebung aber, die zur Glaubenskraft erstarken

soll, ist völlig von jenem Vorwitz unterschieden, der ergründen, fassen und

beherrschen will, was dem Menschen versagt ist, und der sich, weil er Nichts

erobern kann, nun in das Gebiet der Nichtigkeit stürzt, sich mit dem Schein und

der Lüge verbindet, und so den Geist des Menschen, seine Seele bis an die

Selbstvernichtung führt. Denn so kann man doch wohl das nennen, wenn der

Mensch für die nächste und unentbehrlichste Wahrheit Träume und

Hirngespinnste eintauscht.

Jetzt nahm Sangerheim das Wort und sagte: Hier aber ist es, wo der Streit ein

wirklicher wird, denn es läßt sich doch auch fragen: wer denn die Wahrheit zu

solcher stempeln soll? Demjenigen, der nüchtern und einfach fort lebt, der sich

niemals erhebt, dem dürfen die Wahrheiten der Religion, wie die Ahndungen der

Geisterwelt als leere Träume erscheinen. Wer es aber erlebt und erfahren hat, wie

jedes Wort und jede Gestalt nur dadurch wahres Sein erhält, daß sie vieldeutig

sind, daß das Alltägliche und Aeußere auf ein Inneres und Geheimnißvolles

deutet, der kann unmöglich alle höhere Forschung und Erkenntniß als unzulässig

abweisen, weil sich ihm das, was in früherer Entfernung Traum und Aberwitz schien, nun näher gerückt, deutlich in nahe Wahrheit, in die unerläßliche

Bedingung aller ächten Erkenntniß verwandelt.

Schmaling gab dem Fremden die Hand, von diesem Worte hoch erfreut. Der

Fremde fuhr fort: Ist es wahr, daß diese ächten Geheimnisse, wie alles Große

und Geistige, schlecht bewahrt und mit falschem Sinne erkannt, verwahrloset

und durch Mißbrauch bis zur Sünde herabgewürdigt werden können, so ist es gut

und nothwendig, wenn sie sich in dunkeln, tiefsinnigen Schriften dem

Verständniß der blöden Menge entziehn, wenn eine beschlossene Gesellschaft

edler Menschen sie als etwas Frommes und Heiliges bewahrt. Es ist löblich und

nothwendig, daß, da der Zutritt nicht eigensinnig versagt werden kann, Prüfung

und Läuterung voran geht, und nur Auserwählte, die in verschiedenen untern

Graden bewiesen haben, daß sie der Erleuchtung fähig und würdig sind, zum

Lichte vordringen dürfen. So war es seit uralten Zeiten, und diese

Ueberlieferung bewahrt unser Bund, und dies ist es, was wir versprechen

können. Darum werden jene andern nüchternen Sekten der Brüderschaft, die alle

nicht wissen, was sie wollen, von selbst verschwinden und sich vernichten.

Dieser Gesang, antwortete der geheime Rath, ist nicht neu, er läßt sich von

Zeit zu Zeit immer wieder vernehmen. Die wahre ächte Maurerei, die ich für

solche erkenne, ist aber diesem Glauben und dieser Absicht völlig entgegen

gesetzt.

Und diese ächte Maurerei? fragte der Fremde. Anton trat hinzu und sagte:

Darf ich, als der einzige Ungeweihte hier, auch zugegen bleiben? — Der Vater

erwiederte lächelnd: Ich werde nichts verrathen, was nicht Jeder hören dürfte. —

Wie sich die Menschheit in Gesellschaft und Staat gebildet hat, und diese nicht

entbehren kann, so fühlte der Einsichtsvollere doch auch zu allen Zeiten, daß mit

diesem unendlichen Gewinnst gegenüber ein Verlust verbunden sei, und seyn

müsse, der wohl eben so schmerzlich falle, als der Gewinn gegenüber erfreuen

dürfe. Die Gesetze ordnen und zerstören, die Religion erhebt und verfolgt, die

Moral veredelt und verdammt, und Alles in so großen Verhältnissen, so

durchgreifend und nach allen Seiten, daß es unmöglich scheint, die

Ausgleichung und Versöhnung dieser Wohlthaten und Uebel zu finden.

Religiöse, wie dichterische Sagen setzen diesen unerläßlichen Zwiespalt schon

vor alle Schöpfung hinaus; Mystiker suchen aus ihm die Entstehung der Welt zu

erklären. Der Inhalt unsrer Religion ist die Lehre der Versöhnung, um durch ein

neues Räthsel das ältere zu lösen. Schon die alte Mythologie und Dichtung der

Griechen wollte ebenfalls manche Schuld, grause Verbrechen, die jedes Gesetz

verdammt, zur Tugend, zur Aufgabe eines Gottes machen, und Orest ist eine

wundersame Frage an den innern Geist, wie Timoleon in spätern Zeiten. Durch

alle Adern des Daseins dringt der Tod des nothwendigen Buchstaben, und jeder Edle, sei er Fürst, Staatsmann, Krieger oder Handwerker und Bauer, findet in

seinem Leben tausendfältige Gelegenheit, hülfreich zu seyn, wo Staat, Religion,

Gesetz und Lehre nicht ausreichen, um zu vermitteln, wenn er seinen Sinn frei

genug erhalten hat, und so das Geistigste, das, was unantastbar seyn sollte, und

was doch immerdar verletzt werden muß, still und behutsam zu schützen. Nur in

den allerneuesten Zeiten war es möglich, daß verschiedene Freigesinnte, edle

Menschen darauf fielen, in einen geheim öffentlichen Bund zusammenzutreten,

um dieses Unsichtbare, Unaussprechliche zu wirken, dieses ächte, große

Geheimniß zu bewahren, welches sich freilich niemals verrathen läßt, weil es

ganz geistiger Natur ist, das schon verschwindet, indem man es nur in bestimmte

Worte fassen will.

Anton sagte lebhaft: Ja freilich, so angesehn, ist eine solche Vereinigung

verständiger Männer das Edelste, was man sich denken kann: die ächte

Aufklärung, um ein so oft gemißbrauchtes Wort einmal in seinem wahren Sinne

zu brauchen.

Der Vater winkte ihm freundlich, und fuhr fort: Wenn Menschen, so gestimmt,

sich zusammenfanden, so durften sie hoffen, daß die Vereinigung ihre

Gesinnungen stärken, ihnen das Gute, was sie ausrichten wollten, erleichtern

würde. Der Unterschied der Sekten, der Glaubensmeinungen und Stände hörte in

dieser geistigen Gemeinschaft auf. Sie konnten nicht darauf fallen, Etwas gegen

den Staat zu unternehmen, so sehr sie dessen Gebrechen fühlten, denn sie hätten

sich ja dadurch dem todten Buchstaben wieder hingegeben, dem sie entfliehen

wollten. Es genügte, klar zu sehn, fein zu fühlen, den Leidenschaften und

Vorurtheilen nicht zu huldigen. Um so mehr Patrioten, um so weniger legten sie

Hand an, Räder auszuheben, oder die Maschine anders einzurichten. Es genügte,

daß sie ohne That und Kampf das Gute wieder vorbereiteten; der Fromme mußte

frei genug seyn, um in und durch die Gesellschaft seine Sekte nicht verbreiten zu

wollen; noch weniger aber konnte es dem Aufgeklärten beikommen, die

Religion des Landes untergraben zu wollen, nüchterne Freigeisterei zu

befördern, oder feindselige Gesinnungen zu verbreiten, er fühlte, daß Liebe,

Milde, Sanftmuth und Duldung genügten. Je frommer der Fromme war, so

weniger konnte er aber auch, als Mitglied solcher Gesellschaft, den Satzungen

eigensinniger Priester huldigen, oder eine geschichtliche Form der Religion für

etwas Anders als Form und Buchstaben halten. In dieser ächten Loge meines

Sinnes, wie konnte es in ihr mehr als einen Grad geben? Was hätten die

Eingeweihten denn noch finden und entdecken sollen? Genügte irgend einem

dieses hohe, unsichtbare und unaussprechliche Geheimniß nicht, so stand er ja in

dieser Ungenügsamkeit wieder außen, und hatte Weihe und Erkenntniß verloren.

Und wo, wo, rief Anton lebhaft aus, wo sind diese ächten, wahren Maurer zu

finden, daß auch ich mich ihnen mit allen meinen Kräften anschließe?

Wo? antwortete der Vater; nirgend in aller weiten Welt sind sie zu finden,

nirgend und allenthalben; denn jeder wahre Mensch ist dieses Salz der Erde, und

ist ohne Gesellschaft, Eid und Verbindniß dieser ächte Freimaurer. — Als nun

Christoph Wren in London die neue Loge stiftete, oder nur neu belebte, ging von

hier aus wohl eine Gesinnung, oder eine ihr ähnliche aus, wie ich eben

geschildert habe. Unter jenen Freimaurern ist Ashmole der erste, der davon

spricht, und wenn er die Gesellschaft und Verbrüderung eine sehr alte nennt, so

mögen meinethalben die Baukorporationen schon längst ihre Constitutionen und

Symbole gehabt haben, doch war dieser erlaubte und edle Kosmopolitismus in

dieser Gestaltung den früheren Jahrhunderten unbekannt und unmöglich.

Und wie selten, wie wenig mag er auch in England, wie in Deutschland, zum

Bewußtsein gekommen seyn, fiel der Obrist Dorneck ein. In meiner Jugend

schloß ich mich, aus einem unbestimmten Wissenstriebe, Menschen an, die sich

für erleuchtet ausgaben. Die Gesellschaft war aber damals nicht so ausgebreitet,

wie jetzt, noch war sie in so viele Sekten und Constitutionen getheilt. Schon die

Menge der Lehrlinge, die Kassen, die der Aufzunehmenden bedürfen, die

weltlichen Absichten, die sich mehr oder minder eingeschlichen haben, machen

jene Vereinigung, von der Sie, theurer Sohn, sprechen, völlig unmöglich. Und es

ist zu fürchten, wie es denn auch schon begonnen hat, daß sich kluge Köpfe

dieser Verbindungen bemeistern werden, um völlig das Gegentheil aus ihnen zu

machen, wozu sie bestimmt waren. Bemächtigt sich erst ein solcher Schwindel

der Zeit, so steht wohl zu besorgen, daß ein viel schlimmerer Buchstabe mit

tödtender Kraft herrschen wird, als vormals in der äußern Welt, und ihren

Gesetzen, Gewöhnungen und Rechten.

Wie gesagt, erwiederte der Rath, die Zeit erklärt und erzeugt Alles. Manche

Völker, vorzüglich Deutschland, waren nach dem Frieden von 1648 in sich

selbst matt zurück gesunken, bei uns war alles öffentliche Leben dahin, das

Interesse für den Staat völlig abgeschwächt. Hier in Deutschland konnte sich

allgemach der Gedanke erzeugen, statt des öffentlichen Geistes einen

unsichtbaren still wohlthätig walten zu lassen. Vielleicht, daß hie und da, auf

kurze Zeit, die ächte Maurerei, nach meinem Sinne, ausgeübt wurde.

Entstellungen zeigten sich früh, Mißbräuche schlichen ein, und Alle ängstigten

sich, geheim oder eingestehend, daß sie kein sprechendes, faßliches Mysterium

den wißbegierigen Lehrlingen zu verrathen hatten, worin doch eben, daß sie

dessen ermangelten, ihr Wesen und ihr Stolz hätte bestehen müssen.

Dieses Geheimniß, fiel der Obrist ein, hat mich schon in meiner Jugend

herumgejagt. Ich ließ mich früh aufnehmen, und unser Meister vom Stuhl war denn auch ein Wunderthäter. Bald war die Stadt, es war im Anfange des Krieges,

nicht sicher genug. Ein Schloß im Gebirge, das einsam lag, ward zu den

Versammlungen der Geweihten auserlesen. Der geheimnißvolle Meister setzte

uns junge Leute immerdar in ängstliche Thätigkeit. Jetzt kam diese geheime

Botschaft, und nun jene, dieser große Monarch, dann jener benachbarte Fürst

waren dem Magus auf die Spur. Nachtwachen, gerüstete Freunde, Waffen und

Schwur sollten den seiner Weisheit wegen Verfolgten beschützen. Eine berittene

Garde umgab bei Tag und Nacht das Castell, und streifte in der Gegend umher,

um Kundschaft einzusammeln. Je mehr wir uns ängstigten, je größer und

erhabener erschien uns unser Meister. Freilich waren auch einige prosaische

Zweifler unter uns, und diese folgten eben so unermüdet der Spur des Betruges,

wie wir der der Verfolgung, und ermittelten endlich mehr als wir. Unser hohe

Magus war am Ende nichts, als der gemeinste Betrüger, vom niedrigsten Stande,

der sich schon früh vieler verächtlichen Schelmereien schuldig gemacht hatte,

und nicht einmal Maurer war. Ein strenger, rechtlicher Mann nahm sich nun

unsrer an, und eine Zeitlang wollten und fühlten wir Alle etwas Aehnliches, als

Sie, Herr Sohn, uns vorher geschildert haben.

Die Sage, fing der Rath wieder an, ward nun beliebt, daß die Freimaurerei

eine Fortsetzung und neue Belebung des alten Ordens der Tempelherren sei, der

so willkührlich und mit so vieler Grausamkeit aufgehoben wurde. Wie ich schon

aussprach, ich will über Dergleichen nicht streiten. Mögen die Einsichtigen des

Templerordens die Freimaurer ihrer Zeit gewesen seyn, möglich, daß ihr Bund

sich der fast allmächtigen Hierarchie und dem weltlichen Despotismus

widersetzte; daß aber die neue Brüderschaft eine Fortsetzung des vertilgten

Ordens, unmittelbar von entflohenen Brüdern gestiftet, sei, wird man niemals

befriedigend nachweisen können. Andre können mit demselben Recht die

Wiklefiten zu Maurern machen. Wohin wir sehen, giebt es Verbindungen in der

Geschichte, die sich der herrschenden Kraft mit Glück oder Unglück, mit Gewalt

oder heimlich widersetzen. Oft ist die Weisheit und das Bessere beim

Widerspruch; oft aber wird dies auch früh vom Schlechten, Frevelhaften vertilgt.

Warum sollen, so verstanden, die ersten Albigenser nicht ebenfalls Freimaurer

gewesen seyn? Daß sie Rebellen wurden, dazu zwang sie vielleicht die zu rasche

Maßregel der Kirche und die Grausamkeit der Priester. Ich kann Nichts dagegen

haben, will man den Orden in den uralten Culdeern auf den schottischen Inseln

wiedererkennen, die sich schon in den frühesten Jahrhunderten dem

anwachsenden Papstthum widersetzten, und eine reinere Lehre, ein ursprünglich

ächtes Christenthum zu besitzen glaubten. Warum will man die Gnostiker

ausschließen? Ja die jüdische Sekte der Essäer? Auch hindert uns Nichts, die

Pythagoräer dafür zu nehmen. Oder die besseren der ägyptischen Priester: eben so Diejenigen, die die ächte Lehre der Perser bewahrten. Man kann sich das

früheste Judenthum, oder selbst das religiöse Geheimniß der Patriarchen so

denken. Wie aber Abrahams Judenthum (wenn man es so nennen will) ein ganz

andres war, als das der Pharisäer zu Josephus Zeiten, oder als jene jüdischen

Sekten, die die Kabbala und alle wunderlichen sinnreichen Träume der Rabbinen

annehmen und aus diesen erst rückwärts die Propheten und Moses verstehn, so

ist auch jene willkührlich so genannte Freimaurerei von der neuesten noch weit

mehr unterschieden, und ihr völlig unähnlich. Denn so können wir die

Bundeslade, das verlorne Feuer, die wiedergefundenen Bücher, und was wir nur

wollen, willkührlich deuten, und es geschieht der Sache nicht zu viel, wenn wir

Noahs Arche zu einer Loge machen, und den Gründer der Brüderschaft in Seth,

oder selbst Abel suchen. Ist man mit Typen und Vorbildern zufrieden, so ist es

keine so gar schwere Kunst, aus Allem Alles zu machen, und es sollte mich nicht

großes Studium kosten, die Brüderschaft, ihre Geschichte und Symbole aus der

Comödie des Dante, oder aus der wilden Prosa des Rabelais heraus zu deuteln.

Scherzen Sie nicht, sagte der Gelehrte, es ist noch nicht aller Tage Abend, und

wir können nicht wissen, welche Aufgaben sich der Scharfsinn und die

Combinations-Gabe unserer Tage noch setzen werden. Es ist sonderbar genug,

daß die Säule Boaz noch niemals auf den vielbesprochenen Baffomet ist

gedeutet worden.

Oder beide Säulen J und B, Jachin und Boaz, auf Jacob Böhme, der doch

gewiß bei den Parazelsisten und Adepten der Brüderschaft eine große Rolle

gespielt hat.

Vielleicht, sagte Schmaling, da ich noch nicht durch viele Grade gedrungen

bin, erfahre ich künftig dies und noch mehr. Könnte aber ein wissender Meister

nicht neue Deutungen in die Symbole legen?

Dergleichen, erwiederte der Rath, ist vielfach geschehen; und so sind durch

Erklärungen Geheimnisse, und aus diesen wieder neue Erklärungen entstanden,

um eine Sache zu verwirren, die nur in schlichter Einfalt wohlthätig und

segensreich seyn konnte.

Wie kommt es nur, sagte Ferner, der Gelehrte, daß man noch niemals die

Schulen der Magie und Zauberei, oder Nekromantik, Nekromancie, wie die

Dichter des Mittelalters sie nennen, für Logen gehalten hat? Nach Toledo in

Spanien, als dem Centrum und der wahren Universität oder großen Mutterloge,

weisen alte Gedichte hin. Kunststücke, Zauberei, Verwandlung, Beherrschung

der bösen und guten Geister wurde dort gelehrt. Auf dem Vatikan liegt ein

Gedicht von den Heymonskindern und dem Zauberer Malegys. Dieser lernt aus

den Büchern eines andern Magus, Balderus, die hohe Kunst, er besiegt nachher

diesen und einen andern berühmten Künstler Iwert; und so hätten wir denn vielleicht hier wieder das I und B, was in der Maurerei eine so bedeutende Rolle

spielt.

Halten Sie ein, Professor! rief Anton aus, sonst machen Sie noch alle unsre

reisenden Taschenspieler zu Meistern vom Stuhl, oder unbekannten Obern.

Doch ohne allen Scherz gesprochen, erwiederte Ferner, ich wundre mich, daß

unter den vielen Maurern und Freunden der Maurerei, von denen doch so viele

Bücher gelesen und für die Sache geschrieben sind, noch keiner sich die Mühe

gegeben hat, ein höchst merkwürdiges Gedicht aus dem Mittel-Alter zu studiren,

das, wenn irgend eins, eine Geheimlehre enthält, ein Christenthum, Mythe und

Symbolik, die gewiß nicht mit den herkömmlichen und angenommenen der

katholischen Kirche übereinstimmen. Dieses Gedicht heißt „die Pfleger des

Graal,“ und besteht aus zwei Theilen, wovon der erste Parzifal, und der zweite

Titurell genannt wird. Dieser heilige Graal ist ein Geheimniß, das nur

Eingeweihten zugänglich und verständlich ist, eine Erfüllung aller Wünsche,

eine Heiligung alles Menschlichen und Irdischen, er giebt Gesundheit, Leben,

Freude und Glück. Durch Forschen, Fragen, wenn der Ritter zufällig in den Saal

tritt und aufgenommen wird, macht er sich des Mysteriums würdig, und der

junge Parzifal, weil er zu bescheiden ist, verscherzt in früher Jugend auf lange

durch sein Stillschweigen diesen Besitz. Die Heidenschaft und der Calif der

Muselmänner erscheinen nicht so feindlich und gehässig, wie in den übrigen

Gedichten des Zeitalters. Eine kirchliche christliche Gemeinschaft der Frommen

und Edlen, eine mystische Lehre wird vorgetragen, die selten mit dem allgemein

Gültigen jener herrschenden Kirche überein zu stimmen scheint. Auch der

Tempel und die Baukunst sind mystisch behandelt und sind dem Werke höchst

wichtig, wenn gleich die heilige Masseney, die Tempelherren oder Tempeleise

ganz in Art und Weise der Ritterwelt dargestellt sind. Auch der Priester Johannes

spielt eine große Rolle, und Alles bezieht sich in verschiedenen Richtungen auf

Johannes den Evangelisten. Wie sehr der Täufer bei den Maurern gilt und geehrt

wird, ist bekannt, und, wenn sie wirklich älteren Ursprunges seyn sollten, so ist

wohl noch zu untersuchen, ob nicht ursprünglich der Evangelist gemeint sei. Die

Forschungen über dieses tiefsinnige Gedicht des Mittelalters sind auch in

anderer Hinsicht noch lange nicht abgeschlossen, und der Maurer, der die

Geschichte der Poesie kennt, dürfte hier auf manche Entdeckung gerathen, die

seinem gläubigen Vorurtheil mehr und stärkere Waffen gäbe, als jener Sanct

Albanus, der die Bauleute in England zuerst beschützte, oder der Prinz Edwin,

oder die Culdeer, Wiklefiten, oder was man nur sonst in die Untersuchung

gezogen hat.

Mir fällt eine Frage ein, sagte Anton: hat man noch nie den sinnigen

Shakspeare zum Maurer gemacht? Viele seiner Sprüche, z. B. „es giebt viele Dinge im Himmel und auf Erden, von denen sich eure Schulweisheit nichts

träumen läßt“ hat man oft genug gebraucht und gemißbraucht. Es ist aber

bekannt, daß der edle Philipp Sidney ein Freund und Beschützer des berühmten

und berüchtigten Jordanus Bruno war, den man nachher als Ketzer in Italien

verbrannte. Wie, wenn diese beiden Männer ächte Maurer gewesen wären, und

in jener merkwürdigen Zeit eine Loge gestiftet hätten, in welcher unser

Shakspeare später wäre aufgenommen worden? In dem kleinen London und in

einem kurzen Zeitraum von dreißig Jahren waren so viele große und herrliche

Männer, wie sich nur selten auf Erden so enge zusammen drängen.

Jetzt stand Huber, der Arzt, auf und sagte: ich habe bis jetzt geschwiegen, weil

ich nicht andern Meinungen voreilen wollte. Dieses Geheimniß eines Nicht-

Geheimnisses, wie es unser Freund Seebach ausgeführt hat, will mir

keinesweges gefallen. Es sei, daß die Maurerei Nichts gegen Staat und Religion

unternehmen soll, und daß wir deshalb jene frühen englischen Logen tadeln

mögen, von denen die Sage berichtet, daß sie unter Cromwell bedeutend zur

Wiedereinsetzung der Stuarts mitgewirkt haben. Aber eben dadurch, daß der

Maçon von Politik und Kirche sich zurückhält, um nicht zu stören, ist ihm ein so

größerer und schönerer Wirkungskreis in der Natur eröffnet. Weisen wir die

früheren Sagen von Adepten ab, so ist eben jener Elias Ashmole, der einer der

frühesten authentischen Maurer der neuen Zeit ist, zugleich als ein Freund der

Astrologie und der Verwandlungskunst bekannt genug. Beschäftigen sich also

die Universitäten, um die Jugend nicht irre zu führen, mit der Naturwissenschaft

in dem gewöhnlichen Sinne des Wortes, so ist es um so erfreulicher, wenn ein

Kreis erfahrner Männer, zum Geheimniß durch Wort und That verbunden, jenen

Geist aufsucht und herbeiziehn will, jene Kraft, Wunder zu wirken, die wohl

schon sonst auserwählten Sterblichen beigewohnt hat, kurz, sich in dem zu üben

und zu vervollkommnen, was gemeinhin Magie genannt wird. Diese

Wissenschaft, die Natur aufzuschließen und sie zu verwandeln, ist des Strebens

der Edelsten nicht unwürdig. Es ist leichter, sie zu verlachen, als die Meister

dieser Kunst und die Anschauungen, die uns entgegen kommen, abzuweisen und

zu widerlegen; und namentlich die Kunst des Adepten, Gold zu machen, den

Stein der Weisen hervor zu bringen. Die nüchterne Welt kennt nur einen Weg,

indem sie die Erzählung von Flamel als Lüge verschreit, was Paracelsus erzählt

und ein Mann wie Helmont betheuert, Mährchen nennt, den tiefsinnigsten der

Philosophen, Jacob Böhme, nicht anhört und versteht, und Alles, was in unsern

Tagen ein erleuchteter Saint Martin begeistert predigt, nur mit mitleidigem

Achselzucken beantwortet. Aber ist es denn nun schon unwidersprechlich

dargethan, daß uns Saint Germain belog und betrog? Die Kunst, Gold aus andern

Metallen zu machen, scheint so nahe zu liegen, da wir so viele Verwandlungen hervor bringen können. Sie soll ja nur den Meister beurkunden, ihm seinen

Meisterbrief schreiben, als einen Beweis, daß er die Natur bezwungen hat, und

sie beherrscht. Die moralische Besserung und Vergeistigung des Menschen ist

die höhere Kunst des Adepten. Aber Wunder zu glauben, in der Vorzeit, um

Religionen und Heilige zu bekräftigen und ihrem Wirken Glauben zu

verschaffen, und anzunehmen, daß diese Kraft erlöschen müsse, und in unsern

Tagen und niemals wieder erweckt werden könne und dürfe, heißt, um mich

gelinde auszudrücken, auf das Mindeste sehr inkonsequent glauben und lehren.

Mein Freund Seebach kennt meine Ueberzeugung, die ich hiemit wiederhole. —

Jetzt nahm Sangerheim, der Reisende, wieder das Wort: Wie die Kunst der

Verwandlung das eine Unterpfand des Maurers und Meisters ist, so ist die Macht

über die Geister die zweite Beglaubigung, daß er Bahn gewonnen, und den Sieg

im Laufe errungen hat. Diese Hoheit ist dem ächten Schüler der Weisheit seit

uralten Zeiten überkommen, von alten Meistern und Obern, und jeder Lehrling,

der sich in der Prüfung würdig erweiset, kann dies Siegel der Vollendung

erringen. Wenn die Rosenkreuzer diesem hohen Berufe nachstreben, so ist es

löblich, erringen sie ihn, dann ist ihre Kunst und ihr Weg der wahre. Er ist aber

nicht der meinige. Doch werde ich den würdigsten Brüdern, die schon erfahren

sind, gern, wenn sie Glauben und Vertrauen haben, die Weihe nach Graden der

Prüfung zukommen lassen. Doch bin ich hierin ganz der entgegengesetzten

Ueberzeugung des Herrn von Seebach. Ein einziger Grad ist keiner; was diese

Freimaurerei will und soll, kann Jeder am besten isolirt und ohne alle

Verbindung erlangen.

Schmaling sah begeistert aus und drängte sich an den Fremden, auch der Arzt

Huber gab ihm die Hand. Auf der Seite des Rathes blieben der Obrist, der

Gelehrte und Anton. So war in dieser kleinen Gesellschaft ein Gegensatz von

Meinungen, die sich auf keine Weise vermitteln ließen.

Man trennte sich, und beim Abschiednehmen bat der geheime Rath den

Fremden, der so große Dinge ankündigte, noch etwas zu verweilen. Er trug ihm

seine Verlegenheit vor in Ansehung des verlornen Dokumentes und schloß dann:

Getrauen Sie sich wohl, durch Ihre übernatürliche Wissenschaft, deren Sie sich

rühmen, mir diesen Bogen, an dem mir so viel gelegen ist, wieder zu

verschaffen?

Sangerheim, der bisher in der Gesellschaft bescheiden in Wort und Haltung

gewesen war, richtete sich jetzt stolz auf und sah den Rath mit einem kühnen

Blick von oben herab mit seinen feurigen Augen an und sagte: Ist dies nur eine

leere Erfindung, um mich zu prüfen, so dürfte es schlimm für Sie ausgehn, wenn

ich jene Kräfte für diese Unwahrheit in Thätigkeit setzte; ist es Wahrheit, was

Sie mir sagten, so verspreche ich Ihnen meine Hülfe.

Seebach erzählte ihm umständlicher die Sache, den Inhalt des Dokumentes,

wie lange er es besessen, und daß es jetzt zur günstigen Entscheidung des

Prozesses unentbehrlich sei. Ich glaube Ihnen, sagte Sangerheim, und spreche

Sie morgen Nachmittag in der vierten Stunde.

 

———

 

Am folgenden Abend war der Rath im Kreise seiner Familie, kein Fremder war

zugegen, auch Schmaling fehlte. Es war sichtbar, daß er nachdenkend war und

an den Gesprächen der Uebrigen nur wenigen Antheil nahm. Der Obrist sagte

endlich, als er in die Fröhlichkeit der Uebrigen nicht einstimmte: Was ist Ihnen,

Lieber? Wir fangen uns an zu ängstigen; theilen Sie uns Ihren Kummer oder Ihre

Leiden mit.

Es ist nichts dergleichen, erwiederte der Vater, ich sinne nur darüber nach, wie

man so nach und nach alt wird, und doch niemals ausgelernt hat. Ich glaubte

über Alles, was man Wunderglauben nennt, hinaus zu seyn, und war selbst in

meiner Jugend dieser Schwachheit nicht ausgesetzt: und nun berührt mich Etwas

so stark, daß ich mich vor mir selber fürchte, wenn der Ausgang sich so ergeben

sollte, wie er mir ist versprochen worden.

Die Mutter und Tochter sahen sich mit bedeutenden Blicken an, Anton war

gespannt und der Obrist sagte: Nun, Werthester, was ist Ihnen versprochen?

Dürfen Sie es uns mittheilen?

Es ist mir nicht verboten worden, erwiederte der Vater. Gestern, als wir uns

trennten, erzählte ich dem Fremden von dem verlornen Dokument. Er schien erst

unwillig, weil er die Sache für Erfindung hielt, ihn auf die Probe zu stellen. Wie

er meinen Ernst sah, versprach er mir heut Nachmittag Antwort zu geben. Er

erschien, und seine erste Frage war, ob ich nicht in der Stadt noch ein andres

Haus besäße. Ich bejahte, wir gingen hin und er betrachtete die Zimmer und den

Saal, welche leer stehen, da ich immer noch unentschlossen bin, ob wir hinüber

ziehn. Er ließ sich ein drittes Zimmer aufschließen, eilte hinein, und indessen ich

noch draußen verweilte, und die Gemälde betrachtete, hörte ich drinnen

Geräusch, wie von verschiedenen Menschen, auch Stimmen durch einander. Ich

eilte durch die offenstehende Thüre, und fand meinen Fremden allein in der

Mitte des Zimmers, tief sinnend. Er bemerkte mich erst nicht, dann sagte er:

Gehn wir morgen in der Mittagsstunde, zwischen Zwölf und Eins, wieder hieher,

und ich hoffe Ihnen etwas Bestimmteres sagen zu können. Wir verließen das

Haus, und ich fragte ihn, ob er es erlaube, daß uns noch Jemand begleite. Sehr

gern, erwiederte er, nur bitte ich, dem jungen Herrn Schmaling vorerst nicht die

Sache mitzutheilen, oder ihn zum Begleiter zu wählen, er ist zu heftig, er schwärmt und würde mich stören; vielleicht geht Ihr zweifelnder Sohn mit uns.

— Seht, Freunde, das ist mir heut begegnet, und Ihr müßt gestehn, daß, wenn

dieser Mensch ein Betrüger ist, er einen neuen und originellen Weg erwählt.

Aber wie ein Betrüger? sagte der Obrist: wenn er Ihnen wohl morgen schon

das Dokument schafft, oder Ihnen eine bestimmte Antwort giebt.

Weiter: Teil 2 von 5