Reines Blut
Kapitel 1
Alica H
Reines Blut
Kapitel 1
„Die Musik hier ist echt klasse!“, schrie mir Sarah in mein rechtes Ohr. Wir bewegten unsere Körper im Takt zur Musik. Ich nickte ihr zustimmend zu, denn sie hatte Recht. Die Musik war echt gut. Wir feierten meinen achtzehnten Geburtstag im 'Temptation'. Nach Sarahs Meinung ist es eines der besten Diskotheken der Stadt. Eigentlich wollte ich nicht feiern gehen, doch sie hatte mich dazu genötigt. Sie meinte der achtzehnte Geburtstag muss unbedingt gefeiert werden. Nun tanzte ich hier und musste zugeben, dass es mit schon etwas Spaß machte. Dies lag nicht nur daran, dass ich schon etwas angetrunken war. „Aria, willst du noch was trinken?“, fragte mich Sarah. „Klar!“, antwortete ich ihr. Sie nahm meine Hand und zog mich hinter sich her zu Bar. Wir bestellten uns zwei Getränke und kippen sie auf Ex runter. Fast sofort spürte ich die Wirkung des hochprozentigen Getränks. „Lass wieder tanzen gehen“, fordert Sarah mich auf und wir stolperten wieder auf die Tanzfläche. Ich liebte es zu tanzen. Es gibt nichts was mir mehr Spaß machte und mich meine Probleme vergessen ließ. Während ich meine Hüften zur Musik bewegte, spürte ich dass sich jemand mir von hinten nähert. Ich drehte mich um und erblickte eine muskulöse Brust. Als ich auf schaute, erkannte ich Kyle. Er war in meiner Klasse und eigentlich konnte ich ihn gar nicht leiden. Er war so ein typischer Matscho-Arsch, der jede Woche eine Neue am Start hatte. Aber im Moment war es mir vollkommen egal und ich fing an mit ihm zu tanzen, was so gar nicht typisch für mich war. Aber der Alkohol ließ all meine Hemmungen sinken. Kyle, der über meine Reaktion erfreut schien, platzierte seine Hände auf meinen Rücken und ließ sie immer weiter nach unten gleiten. Plötzlich stellte ich mir vor, mit wie vielen er das schon gemacht hatte und mir wurde übel bei diesem Gedanken. „Hey, Hände weg!“, ich schubste Kyle von mir. „Was ist denn los, Häschen?“. Hatte dieser Idiot mich gerade wirklich 'Häschen' genannt?! „Erstens ich bin kein 'Häschen', vor allem keines deiner 'Bett-Häschen'! Und zweitens lass deine ekligen Patschhände gefälligst bei dir!“, schrie ich ihn über die laute Musik an. „Ach komm schon, Aria. Es ist doch dein Geburtstag! Lass uns etwas Spaß haben, wenn du weißt was ich meine“, Kyle grinste mich anzüglich an. Wieder hatte ich die Bilder seiner unzähligen verflossenen vor Augen und mir wurde schlecht. „Ich muss raus! Frische Luft schnappen. Es ist ja kaum auszuhalten bei deinem Gestank von notgeilen Arschlöchern!“, erwiderte ich und machte auf dem Absatz kehrt. Warum bloß hatte ich mit diesem Idioten getanzt!? Ich werde wahrscheinlich drei Stunden Duschen müssen um von seinen dreckigen Findern sauber zu werden. Uhg! Ich stolperte Richtung Ausgang und atmete tief ein als ich endlich draußen ankam. Mir war etwas schwindlig. Vielleicht war der letzte Shot einer zu viel. In diesem Zustand konnte ich nicht nach Hause gehen. Mein Vater würde mich umbringen! Und das meinte ich ernst. Ich schüttelte meinen Kopf, um den Gedanken an meinen Vater zu verdrängen.
Jedoch war das keine gute Idee. Mir wurde schwindelig und damit auch zunehmend schlechter. Ich werde nie wieder so viel trinken! Ich sollte ein Taxi rufen und heimfahren, solange ich noch dazu in der Lage bin. Als ich mein Handy aus meiner Tasche holte, wurde mir plötzlich schwarz vor Augen. Mir fiel mein Handy aus der Hand und ich verlor mein Gleichgewicht. Ich bereitete mich schon innerlich auf den Aufprall vor, doch er kam nicht, denn zwei starke Hände hatten mich aufgefangen und hielten mich an meinen Armen fest, damit ich nicht wieder umkippte. „Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte mich eine tiefe Stimme. Ich blickte auf und sah, wie mich ein wunderschönes grünes Augenpaar an starrte. Sie strahlten Sicherheit und Ruhe aus. Ich war sofort wie hypnotisiert und konnte nur zurück starren. „Hörst du mich?“, fragte die Stimme erneut. Ich blinzelte und löste mich damit aus der Starre. Nun konnte ich den Mann genauer betrachten. Vor mir stand ein mindestens 1,90 Meter großer, muskulöser Mann. Er hatte schwarze Haare, die ihm etwas in Gesicht fielen. Mich juckte es in den Fingern, die Strähne aus seinem Gesicht zu streichen, hielt mich aber zurück. Er dürfte nicht älter als 25 Jahre alt sein und war sehr elegant gekleidet. Es sah aus wie Adonis höchst persönlich. „J-Ja, alles in Ordnung. M-mir war nur kurz s-schwarz vor Augen“, stotterte ich. Ich konnte gar nicht anders, als ihm die Wahrheit zu sagen. Etwas in seinem Blick befiel mir, ihm voll und ganz zu Vertrauen. Doch ich hatte das Gefühl als würde ich erdrückt werden. Wie so oft, wenn mir Kopfschmerzen plagten, schloss ich meine Augen und versuchte das Gefühl zu verdrängen. Augenblicklich schrumpfte das unangenehme Gefühl in meinem Kopf bis es voll und ganz verschwunden war. Ich öffnete meine Augen uns sah, wie mich der mir unbekannte Adonis mit einem überraschenden und zugleich neugierigen Blick beobachtet. Etwas verwirrt über seinen Gesichtsausdruck versuchte ich mich aus seinen Griff zu befreien. Das Gefühl der Ruhe und Sicherheit, die ich zuvor gesprüht hatte, war verschwunden war. Doch egal wie stark ich mich gegen ihn stemmte, schien es als würde ich mich keinen einzigen Millimeter von ihm entfernen können. „Sag mir, wie du es gemacht hast?“, befiehl die Adonis Personifikation mich unvermittelt und schob mich in eine Gasse auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Was soll das?“, entgegnete ich verwirrt. Ich hatte doch gar nichts gemacht, bis auf meine erfolglosen Anstrengungen mich aus seinen eisernen Griff zu befreien. „Du hast dich meiner Kontrolle entzogen. Wie hast du das gemacht!“, wollte er wissen. Seine Hände umschlossen meine Arme fester und ein drängender Ton mischte sich in seine Stimme. Morgen werde ich ganz bestimmt zwei Blutergüsse an meinen Armen haben. Als hätte ich nicht schon genügend davon. Mein Herz begann augenblicklich vor Angst schneller zu klopfen. Was wollte er von mir? Ich hatte doch gar nichts gemacht? Ich kratze all meinen Mut zusammen. „Lass mich los! Du tust mir weh! Ich habe rein gar nichts gemacht. Und wovon sprichst du eigentlich? Was für eine Kontrolle?“ Ich wehrte mich immer stärker gegen seien Griff, doch es brachte nichts. Scheinbar mühelos drückte er meine Häne links und rechts von mir gegen eine Hauswand der Gasse. „Das kann nicht wahr sein. Du bist es wirklich!“, flüsterte er kaum hörbar. Er blickte mich hoffnungsvoll an. Was zu Hölle meinte er jetzt damit? Irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Er strahlte etwas Dunkles und Gefährliches aus. So konnte es nicht weiter gehen, egal wie stark ich mich aus einen Griff zu entwinden versuchte, würde sich dieser nicht lösen. Ich überlegte verzweifelt, wie ich mich aus dieser Situation befreien könnte. Viellicht wenn ich...genau! Ich ließ mich schlaff gegen seine Brust fallen und wie ich erwartet hatte, lockerte sich sein Griff, da er mich auffangen wollte. Sofort duckte ich mich unter seinen Armen durch und rannte los. Ich musste so schnell wie möglich weg von diesem Mann. Doch das stellte sich schwieriger heraus als gedacht, da ich die sechs Zentimeter High-Heals von Sarah an hatte. Verflucht, warum hatte ich mich auch nur von ihr überreden lassen diese blöden Schuhe anzuziehen oder überhaupt meinen Geburtstag zu feiern. Ich konnte jetzt gemütlich zu Hause sitzen, anstatt hier um mein Leben zu rennen oder eher gesagt zu stolpern. Ich rannte aus der Gasse raus, doch bevor ich auf die Hauptstraße gelangen konnte, prallte ich gegen eine harte Brust. Rückwärts stolpernd konnte ich mich gerade noch so auf den Beinen halten. Vor mir stand riesiger Muskelprotz und ich wusste sofort, dass er zum Adonis gehörte. Ich drehte mich um doch zu meinem Entsetzten stand letzterer direkt hinter mir. Mein Herz klopfte so wild, dass ich das Gefühl hatte, dass es gleich aus meiner Brust sprang. Ich drehte mich verzweifelt um meine eigene Achse. Was sollte ich nun tun? Ich war von ihnen umzingelt. Plötzlich schlossen sich zwei Arme von hinten um mich. Ich wollte schreien, doch als ich mein Mund öffnete, drückte mir jemand ein Stück Stoff auf meinen Mund. Ich konnte nicht mehr verhindern, dass ich tief einatmete. Umgehend verließen mich meine Kräfte und mein Körper sachte gegen den Körper meines Angreifers. Ich spürte, wie er mich auf seine Arme hob. Bevor mich die Dunkelheit vollends verschlang, erblickte ich sein Gesicht.