Schläfst du Mutter?; Ruth

Jakob Wassermann · Kapitel 7 von 7

PDF-Seiten

Schläfst du Mutter?; Ruth

Ruth

R u th

 

Abgespannt und unbeweglich saß Formes, der Student in seiner Kammer und

starrte mit verglasten Blicken zu Boden. Ein Leben der Eintönigkeit und der

Demütigungen, wie er es führte, ein Leben des Nichtsthuns und der Jagd nach

schalen Genüssen hat freilich seine Augenblicke der Zerknirschung, in denen

man jene guten Vorsätze faßt, welche später zertrümmert und zerschellt sich

wiederfinden, gleichwie die Fetzen eines vom Packeis zerrissenen Kahnes.

Lange Zeit saß der hagere Student so, dem schmerzlichen Anschauen eines

leeren Daseins hingegeben, und der Regen fiel vom Himmel und benetzte die

Scheiben und klatschte auf den Pflastersteinen der Gasse mit seltsamer

Geschwätzigkeit, und nebenan lärmten die Kinder und eines sang ein Lied und

das andere knallte mit einer Peitsche und ein drittes blies in ein Trompetchen, so

daß es schrill und durchdringend in alle Ecken des Hauses scholl. Die Bälge

verbittern mir auch noch das Leben, dachte Formes und blickte finster in den

grauen Himmel hinein. Wie traurig, daß die Mutter auf die Verpflegung fremder

Kinder angewiesen ist. Und wie kläglich ist der Gewinn daraus! Meist waren es

Bauernkinder aus den umliegenden Ortschaften, die in der Stadt die Schule

besuchten und nur am Sonnabend zu ihren Eltern gingen, um den Feiertag zu

Hause zuzubringen. Und als die Dämmerung hereinbrach, erhob sich Formes,

froh, von seinen Grübeleien abgelenkt zu sein, und betrat das Zimmer, wo die

sechs Kinder wie sechs Vögelchen in heiterem und lautem Spiel umhertollten.

Sie haschten einander mit Jauchzen und Händeklatschen; ihre Augen leuchteten

und ihre Wangen waren frisch gerötet. Eine düster brennende Lampe stand auf

dem Tisch; um die Lampe herum lagen in krausem Wirrsal Schiefertafeln und

Fibeln und Griffel, und die kleinen, braunen Rechenbüchelchen von Heuner.

 

In dem Augenblick, wo Formes den Raum betrat, wurde es mäuschenstill

unter dem kleinen Völkchen. Jedes der Kinder blieb an seinem Platz wie

angewurzelt stehen und jedes schaute zu Boden, – so, als ob es genascht hätte

und dabei ertappt worden wäre. Manche blinzelten scheu von unten herauf an dem »Mann« empor, und zwei lächelten sich sogar verstohlen zu.

 

Mit den Händen in den Hosentaschen blieb Formes an der Thüre stehen und

versuchte, kindlich unbefangen zu lächeln. Aber er fühlte selbst, wie schlecht

ihm das gelang, und aus Ärger darüber, wohl auch aus Ärger, daß er sich bei

Kindern mit einem Lächeln einschmeicheln wollte, klapperte er heftig mit den

Schlüsseln in seiner Tasche. Und er forderte die Kleinen mit rauher Stimme auf,

weiter zu spielen, und dazu nickte er jovial und zwinkerte mit den Augen. Die

Kinder begannen sich wieder zu bewegen; sie gingen umher, plauderten

miteinander, aber es lastete gleichsam wie ein Druck auf ihren Herzen. Kein

frohes Spiel wollte sich mehr gestalten, und Formes gewahrte mit einem Zorn,

der ihn selbst betroffen machte, wie sie immer stiller und scheuer wurden, wie

sie sich schließlich um den Tisch gruppierten, um mit etwas trotziger und

herausfordernder Geschäftigkeit ihre Schulaufgaben zu vollenden. Formes

runzelte die Stirn und blies den Atem durch die gespitzten Lippen. Er fühlte sich

überflüssig und beschämt und wußte durchaus nicht weshalb. Er errötete (wie

lange schon war er nicht mehr errötet!), und auch hiervon wurde ihm der Grund

nicht klar. Er versuchte, kindlich mit den Kindern zu reden, aber was er sagte,

war nur kindisch, so daß die vier Mädchen leise darüber kicherten und sich viel

verständiger dünkten als er.

 

Da gewahrte er in einer Ecke, dicht an die bunte Gardine geschmiegt, ein

Kind, das ihm gänzlich fremd war. Und er war bestürzt durch den Anblick, der

sich ihm bot. Ein bleiches Gesichtchen sah in süßen Ovallinien aus einer Flut

glänzend schwarzer Haare hervor. Die gelbliche Blässe dieses Antlitzes war so

fremdartig, und die großen, dunkelen Augen, die wie Sterne aus der finsteren

Ecke herüberleuchteten, waren von so seltner Glut erfüllt, daß Formes

hinüberstarrte wie auf eine Erscheinung. Das Kind rührte sich nicht. Es hatte die

Blicke unverwandt auf den langen, hageren Menschen gerichtet, voll Furcht und

zugleich voll Wildheit. Und die Nasenflügel zitterten leicht, und die kleinen

schmalen Händchen klammerten sich fest an die Gardine und hinter diesem Bild

voll Zauber lugte die matte Nacht herein, durchzittert und durchwogt von letzten

Dämmerlichtern. Formes fragte sich beklommen, wo das Mädchen herkomme,

denn er hatte es noch nicht gesehen unter den übrigen. Aber unter den Blicken

des Kindes verwirrten sich seine Gedanken. Sein Herz öffnete sich plötzlich

einer Bitterkeit, die ihm ganz neu war, und die ihn auf sein vergangenes Leben

schauen ließ, wie auf eine einzige durchschlemmte Nacht. Eine brennende

Sehnsucht nach Frieden und friedlicher Arbeit erfüllte ihn plötzlich und ein

sonnenvolles Land öffnete sich plötzlich seiner Seele, und ein Haus stand davor mit weißgetünchten Mauern und grünen Fensterläden und ein Park, an dessen

Wegen die Bäume wie Brautpaare standen und sich die Äste reichten. Doch dies

währte kaum länger, als man braucht, es zu erzählen. Er wollte hingehen, um das

Mädchen anzureden, aber siehe, seine Glieder waren wie gelähmt. Er wagte es

nicht, das Kind anzureden. Darüber war er sich völlig klar, daß er zu feig war,

den furchtsamen und doch unbefangenen, durchbohrenden Blicken des

seltsamen Geschöpfes stand zu halten, und er ging, – er flüchtete aus dem

Zimmer. Draußen fragte er die Schwester nach dem Neuankömmling. »Aus der

werden wir auch nicht klug,« erwiderte Cenci etwas hastig. »Das Kind spricht

nicht, es lacht nicht, es spielt nicht, wenn sie alle spielen. Seine Mutter ist ein

armes, armes Mädchen, das sich kümmerlich mit Nähen fristet. Kaum ein paar

Pfennige kann sie für das Wurm zahlen.«

 

Formes nahm Hut und Mantel. Erst als er die einsame Straße entlang ging,

verlor sich langsam die drückende Wehmut in seinem Herzen. Aber am

folgenden Tage suchte er den Anblick des Kindes zu vermeiden, wo es möglich

war. Er schalt sich thöricht, er machte sich mit Heftigkeit und Erbitterung vor

sich selbst lächerlich, aber er gedachte mit Schrecken an die Reihe jener

nagenden Gefühle, die das erste Erblicken des blassen Mädchens in ihm

hervorgerufen hatte. Einmal jedoch, spät war es am Abend, stand das Kind im

Flur, eben als er sich zum Ausgehen rüstete. Es war barfüßig und mit einem

dünnen, weißen, Kattunschlafröckchen angethan und schaute mit unverwandten

Blicken in den Sternenhimmel, der über den Schneedächern, über den

Schneefeldern, über den Gärten und über den Wäldern lag, wie eine

schwarzblaue Glasglocke, die an vielen, vielen Punkten durchlöchert ist, so daß

man das goldene Feuer durchblitzen sieht, welches im Himmel brennt. Da faßte

Formes den Entschluß, das Kind anzureden. Er that es mit Widerwillen und mit

Überwindung, aber ihm war, als könne er sich dadurch loskaufen von der

fremden, eindringlichen, beängstigenden Macht, welche dies Kind auf ihn

ausübte.

 

»Wie heißt du denn?« fragte er, zu dem Mädchen tretend, und sah mit einem

seltsamen Gemisch von Geringschätzung und Scham auf dessen ruhig zum

Nacken strömendes Haupthaar.

 

»Ruth heiße ich,« erwiderte die Kleine mit einer vornehmen Biegung des

Köpfchens. »Ruth« wiederholte sie scheu, als könne man ihren Namen nicht

gleich aufs erste Mal verstehen. Dann sah sie ihm wieder mit jenem vollen,

bangen Blick in die Augen, der ihn zwang, sich abzuwenden. Wenn nur jenes

Grübeln von mir ginge, dachte Formes. Und von neuem kam das Bild: blaßwangig mit feuchten, schweren Augen, in denen der suchende Blick lag und

von Verlassenheit und Freudlosigkeit redete. Es war, wie wenn Stimmen des

Himmels sprächen; es war auch, wie wenn in tiefer Nacht, gleich nachdem der

Sturm sich zur Ruhe gelegt hat, eine sanfte und gleichmäßige Musik aus

geheimnisvollen Räumen fließt und sie wogt und schwindet, während das Herz

klopft und die Lippen ein verlangendes Wort murmeln. Und wir können wähnen,

daß auf unserm Haupt eine goldene Krone säße und langsam hinschmölze vor

den Strahlen des Glücks und der Erwartung. Und ein fremder Stolz umgiebt die

Wangen und den Mund. Und die Nacht ist so reich, und die Sterne wandeln so

vorsichtig dahin, um die Sehnsucht nicht geringer werden zu lassen. Und in den

Flammen des Ofens steigen feurige Paläste auf und lassen uns wünschen: so

möcht’ ich wohnen.

 

Alles dies empfand Formes und noch mehr.

 

In der nächsten Nacht ereignete es sich, daß er durch den leisen Druck einer

Kinderhand aus dem Schlafe geweckt wurde. Ruth stand an seinem Bett. Wie

das Kind zu dieser tiefen Nachtstunde hereingefunden, blieb ihm verborgen. In

wenigen Sekunden war all seine Schlaftrunkenheit verscheucht, und mit

Schrecken und Staunen betrachtete er das Kind in dem ungewissen Dämmerlicht

der halbhellen Winternacht.

 

»Du mußt uns helfen; willst du?« flüsterte Ruth ganz leise und schauerte

zusammen. »Schau, die Mutter weint oft die ganze Nacht, wenn sie glaubt, daß

ich schlafe. Weißt du, warum sie weint? Nicht? Dann mußt du hingehen und

mußt sie fragen.«

 

Formes fühlte etwas zerfließen in seinem Herzen und er preßte die Lippen

zusammen. »Du frierst ja, Kind,« sagte er mit rauher Stimme, nahm das

Mädchen und zog es in sein Bett.

 

»Bist du auch brav? Betest du auch?« fragte Ruth, als sie zufrieden das

Köpfchen in den Kissen zurecht gelegt hatte.

 

»Nein.«

 

»Nein? Wirklich? Niemals betest du?«

 

»Doch – bisweilen –«

 

»Und warum hast du denn so einen langen Bart? Wie häßlich das ist, der

kratzt ja, den mußt du dir wegthun lassen. Willst du? O, was bist du für ein schwarzer, schwarzer Mann, – du!«

 

Und sie bedeckte das Gesicht mit den Händen. Formes lachte.

 

»Gelt, du läßt deinen Bart ein wenig schneiden? Dann hab’ ich dich gern. Und

versprich mir auch, daß du der Mutter helfen willst. Du weißt doch wo sie

wohnt? Also paß auf: nämlich in der Bauerngasse im dritten Stock.«

 

»Warum hab’ ich denn keinen Vater wie die anderen Kinder?« fragte die

kleine Ruth nach langem Stillschweigen. Und als Formes nicht antwortete, weil

wieder jene beengende und heiße Wehmut über ihn hereinbrach, flüsterte sie

weiter: »Sie fragen mich immer alle, wie heißt denn dein Vater?... aber ich weiß

nicht, ich weiß gar nicht. Das ist doch dumm, gelt? Was ist er denn nur?

Vielleicht hat er mich nicht lieb, du? Sag doch.«

 

»Ja, ich weiß auch nicht,« erwiderte Formes, und er fand es gar schwer, Worte

zu finden für das Kind.

 

Und nach langem Nachdenken begann das Mädchen hastig, als dürfe es diese

Frage nicht vergessen. »Du, was ist weiter, Amerika oder die Welt?«

 

Der große Student konnte nicht darauf antworten. Es war eine fremde

Sprache, die er vernahm. Ungewohnter Gefühle voll, schaute er in die dunkle

Nacht hinein, die lautlos auf der Erde lag und die sich unermeßlich hinzudehnen

schien über alle Länder und über alle Sterne. Er hörte wohl, wie das Kind weiter

plauderte, und nicht zur Ruhe darüber kommen konnte, wo der liebe Gott wohne

und ob er Flügel habe wie die Engel und ob das Paradies schöner sei wie der

Stadtgarten hinter der Burg, aber er fühlte sich arm dieser kindlichen Welt

gegenüber und er sah immer nur auf die Häusermauern hinaus, den Kopf auf den

Arm gestützt. Er sah gleichsam die Stille draußen schleichen, wie sie mit

wehenden Tüchern alle Dinge umwand, und er sah den dunklen Schlaf mit

müßigem Schritt durch die Gassen schleichen. Endlich warf er auch seine

Körner in die Augen der kleinen Ruth, während Formes bis zum Anbruch des

Tages wach blieb.

 

Am folgenden Nachmittag ließ er sich die Hälfte des Bartes abnehmen und

ging dann in die Bauerngasse, nachdem ihm Cenci auch die Nummer des Hauses

angegeben hatte. Er vermochte sich zwar durchaus nicht vorzustellen, wie er

helfen könnte; denn Geld besaß er nicht. Aber er ging von einer fremden Macht

befehligt, und ein wunderbares Vertrauen zu dieser Macht erfüllte ihn.

Als er die drei überaus steilen Treppen erklommen und eine zerbrechliche

Thür geöffnet hatte, sah er ein junges, schmächtiges Weib beim Fenster sitzen,

das sich bei seinem Eintritt erhob. Aber sie sah ihn kaum, als sie laut aufschrie,

und es war, als ob sie seinen Namen suchte. Er zitterte. Das junge Weib blickte

ihn lange Zeit an, mit Lippen, die gleichsam durstig waren, zu reden, aber sie

brachte nicht eine Silbe hervor. Formes fühlte, daß er kalt wurde an Händen und

Füßen. Nur unvollkommen konnte er denken, und er sah das Gesicht dieser Frau,

wie es jünger war und schöner; er sah es wie sie heraufstieg aus den Nebeln

vergangener Jahre mit all der jugendlichen Anmut des Weibes, das eben die

Schwelle der Kindheit verläßt. Nur flüchtige Tage waren es gewesen, Tage der

Leidenschaft und lange, lange hatte Formes selbst den Namen des Mädchens

vergessen, das sich ihm so hingegeben: ohne Frage, was die Zukunft bringen

möge und ob der Mann mit strenger Faust den Zügel des tollen Renners Leben

zu halten verstünde. Und das Voneinandergehen kam still und natürlich, wie bei

zweien, die sich nun entbehren können, nachdem sie gemeinsam das Mahl der

Freude genossen haben. Und das eine versank in Not und das andere versank in

Not und auf Flügelfüßen enteilte die Zeit, leer an Glück und berstend von

gespenstigen Schicksalen. Sie ist an meinem Herzen gelegen und Ruth ist mein

Kind, dachte Formes und eine solche süße Befriedigung floß in seine Brust, daß

sich seine Augen mit hellen Thränen füllten. Wie der Mondschein im Herbst an

den Fenstern zittert, so durchirrte eine scheue Glut sein ganzes Wesen und warf

einen zauberischen Schein auf den Weg, der vor ihm lag. Er wußte nicht, was er

zu dem jungen Weib sagte, er sah nur, daß es ihr plötzlich klar geworden, wohin

sie ihr Kind gebracht, sah, wie sich ihr Gesicht in Angst, Abscheu und Reue

verzog, und da wandte er sich zum Gehen. Nicht, als ob er zu verstockt gewesen

wäre, ihr die Hand zur Versöhnung zu reichen, aber er erachtete dies nicht für

wesentlich; ganz Anderes erfüllte ihn nun und das Kind, das er gewonnen, wollte

er schnell beglücken mit allem Glück der Liebe. Darum war er gegangen.

 

Das arme Weib aber raffte ein Tuch und ihren Mantel aus einer Ecke hervor

und stürzte fort: ihr war, als sei Ruth in Gefahr und als müsse sie das Kind noch

in dieser Stunde sehen und zurückbringen in ihr dürftiges Heim, damit es nicht

verdorben werde durch den Blick des betrügerischen Mannes, dem sie sich einst

berechnungslos ergeben hatte.

 

Formes wanderte weit hinaus in die Felder, wo es sehr einsam war. Ein bleiern

schwerer Himmel hing droben und der niedere Flug der Raben trieb Staub aus

den Äckern empor. Und hinten lag die Stadt ausgebreitet, und die roten

Ziegeldächer schoben sich ineinander wie die Schuppen eines Reptils, und die Häuser stiegen an bis gegen die Burg hinauf, dem ehrwürdigen Heim

heldenhafter Kaiser. Niemals hatte diesen hagern Studenten eine solche Fülle

weicher und trauriger Empfindungen beherrscht. Bereit zur Hingebung an Gutes

und Edles, sah er einen Weg in die Zukunft vor sich, den er wandeln wollte mit

herber Entschlossenheit. Sich loslösen von den Genossen und allein den stillen

Pfad zur Kraft wandeln, das beschloß er. Die lockere Weisheit des fatalistischen

Beharrens verachten zu lernen und sich mit strenger Arbeit ein Bett zum guten

Schlaf erkaufen, das Leben der Mühe wert zu leben machen, hingehen und

hoffen und allen Kleingeist zerbrechen wie dürres Rohr, das war ein Ziel. Er

fühlte, daß es gut würde, wenn er jetzt gehorchte und die beglückende Frohheit

und Kampfwilligkeit nicht ungenutzt vergehen ließ. Und das alles hatte ein

armes Kind vollbracht, das an ihn glaubte und dem er näher stand, als irgend ein

Mann der Welt. Er sagte sich, daß etwas Herrliches und Erhabenes darin liegt,

ein Wesen zu lieben, welches vom eigenen Fleische stammt, ein Wesen, das

lachen kann und weinen kann und beten kann, und das Schönheit besitzt, die ihm

zugeflossen reichlich und wundervoll, wie aus einem unsichtbaren Gnadenquell.

 

Er kehrte nach der Stadt zurück und hatte indes einen feinen, glücklichen Plan

ersonnen. Er suchte einen jungen Freund auf und bat so ernst und eindringlich,

wie er nie zuvor gethan, um ein Darlehn von zehn Mark. Im Besitz des

Verlangten, betrat er einen großen Spielwarenbazar, wo er eine überaus prächtige

Puppe kaufte. Sie hatte echtes Haar von aschblonder Färbung und besaß einen

edlen, damenhaften Gesichtsausdruck. Es war eine Puppe, die Persönlichkeit

besaß. Ihre Bewegungen waren weder eckig noch kreischten die Gelenke dabei,

sondern sie hatte die einschmeichelnde Grazie einer Südländerin, und wenn sie

»Mama« sagte, so klang das, wie wenn ein wirkliches Mädchen sagt: Ich liebe

dich. Ihre Kleidung war so kostbar, daß ein tartarischer Chan vor ihr sich hätte

schämen müssen. Mit diesem köstlichen Schatz also bepackt, wanderte Formes

dem nördlichen Stadtteil zu. Sein Herz klopfte vor ungestümer Bewegung und

zum erstenmal empfand er, darüber erstaunend, die Freude des Gebens.

 

Es war schon acht Uhr, als er zu Hause anlangte. Freilich waren die Kinder

jetzt schon zu Bett gegangen, aber er wollte Ruth wieder wecken. Ohne der

Schwester oder der Mutter zu begegnen, schlich er zum Schlafzimmer der

Sieben. Er zündete eine Kerze an und bemerkte, daß seine Hände dabei zitterten.

Dann suchte er die Bettchen ab; immer ungeduldiger ging er von einem zum

andern, und er wußte nicht, wie ihm geschah, als er das Mädchen nicht fand. Es

waren vier Betten und eins stand leer. In den andern lagen je zwei Kinder. Er

suchte noch einmal, er leuchtete jedem der Schläfer ins Gesicht, aber die kleine Ruth fand er nicht. Da lächelte er plötzlich, und dieses Lächeln war kindlich und

voll Heiterkeit. Während der Dauer dieses schönen Lächelns war er ein völlig

anderer Mensch. Er ging mit der Kerze in der Hand in sein eigenes Zimmer;

denn er war fest überzeugt, das Kind habe sich heimlich dort drüben eingenistet,

um bei ihm bleiben zu können. Im Korridor jedoch traf ihn seine Schwester

Cenci, die ihn etwas erstaunt ansah, als sie ihn mit dem Licht in der einen und

dem Packet in der andern Hand erblickte. »Du, Hans,« sagte sie, als sie sich

schon abgewandt hatte, »die kleine Ruth ist heute plötzlich geholt worden. Ihre

Mutter war da und war sehr aufgeregt. Sie hat uns das Geld auf den Tisch

geworfen und ist dann mit dem Kinde gegangen. – Was ist dir denn, Hans? Du

bist ja so bleich?« Mit langsamem Kopfschütteln wandte sie sich ab und zum

ersten Male fühlte sie sich durch irgend etwas dem Bruder nahe, obwohl ihr

keineswegs der Grund davon klar wurde. Stets lag Finsternis und Sorge über

diesem Haus und die Menschen darin waren froh, wenn sie mit ihrem Tag zu

Ende waren und sich das bischen Schlaf ergattert hatten.

 

Formes stand noch geraume Zeit. Ein dumpfer Laut entwand sich seinen

Lippen und mit heißem Ingrimm fühlte er, daß etwas Herrliches für ihn verloren

gegangen sei in dieser Stunde. Dann ging er hinab auf die Straße und

zertrümmerte die kostbare Puppe am Rinnstein. Damit zertrümmerte er auch das

lockende Gebäude der süßen und hoffnungsvollen Träume. Schwer und grau

zogen die Wolken der kommenden Jahre heran. Wie lichtlos war all dies Treiben,

all dies Hangen zwischen Hoffnung und Verbitterung! Es geht einer einen

blühenden Wiesenweg entlang und mühelos vermeint er das köstliche Dach

seiner Heimat zu erreichen. Aber da öffnet sich plötzlich eine weite Schlucht vor

seinem stockenden Fuß, und er kniet verzweifelt auf einen harten Fels nieder,

und mit geringschätzigem Lächeln giebt er es auf, das Hoffen und das Warten.

 

Formes ging zum Thor und sah gegen den hellen Mond empor. Schwebte

nicht unter den Himmeln ein Kind mit blassen Wangen und streckte die Arme

nach ihm aus?

 

Druck von Hesse & Becker in Leipzig.

Verlag von Albert Langen, Paris, Leipzig, München.

 

Jakob Wassermann

 

Melusine

 

Ein Liebesroman

 

P r e i s 2 M a r k 50 P f .

Der Liebesroman von J a k o b Wa s s e r m a n n » M e l u s i n e « ist ein schweres und trauriges Buch.

Von der ersten Seite des Buches an fühlt man sich seltsam und unwiderstehlich festgehalten. Man ahnt

bereits das Ende der Geschichte, wenn man den Anfang liest. Man merkt schon an dem Ton, an der

Vortragsart des Verfassers, daß er uns Verhältnisse schildert, aus denen es kein Entrinnen giebt, bange,

zerrüttete, trostlose Verhältnisse, in denen die Gefangenen nur stumm, eintönig, unaufhörlich weinen,

ohne etwas ändern zu können an ihrem Geschick. Ein kindhaft scheues und schwermütiges weibliches

Wesen mit großer Hingebung und einem bösen Geheimnis treibt in dem Buche ihr Spiel. Sie ist leidend,

die rätselhafte, weltfremde Melusine, die, jung und elternlos, von ihrem Vormund verführt wurde und

seitdem heimlich seine Geliebte ist. Sie haßt, verachtet ihn, sie hat schon unzähligemal mit ihm

gebrochen, aber sie ist arm und hilflos und so muß sie sich von ihm brutalisieren lassen. In der

Familienpension lernt sie einen jungen Studenten kennen, und ein leidenschaftliches Verhältnis entspinnt

sich bald zwischen den beiden. Aber das Geheimnis liegt zwischen ihnen und dann die Armut. Mit Ekel

vor der Liebe erfüllt, hat das Mädchen nicht den Mut, nicht die Kraft, der Lüge zu entrinnen, ihr

Schicksal zu ändern. Und so entschwindet sie dem jungen Mann plötzlich und wie ihm, so auch dem

Leser. Man vernimmt nichts mehr von ihr und es bedarf auch dessen nicht. Ihr Bild ist vollendet, ihr

Wesen steht klar vor unserer Seele. Eine große Sehnsucht weht durch das Buch, das ganz in Moll klingt

und das ein eigenartiges und dichterisches genannt werden darf.

(Frankfurter Zeitung, 29. VI. 96.)

 

Kleine Bibliothek Langen Bd. II.

 

Julchens Heirat

Jeder Band M. 1.–

 

Kleine Bibliothek Langen Bd. III.

 

Verraten

Jeder Band M. 1.–

Simplicissimus

 

Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1897 erschienenen Erstausgabe erstellt. Die nachfolgende Tabelle

enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.

 

S. 12: von einer Summe iunerer Zweifel → innerer

S. 22: [Anführungszeichen ergänzt] jetzt bin ich wieder aufgewacht.«

S. 31: [Ellipse vervollständigt] an den Ohren gepackt!...

S. 41: Wenn man draußeu stand → draußen

S. 41: die Züge ihres Wesens anfgedrückt → aufgedrückt

S. 75: gerade wie wenn seine Angen → Augen

S. 76: [Ellipse vervollständigt] Sein Herz klopfte laut ...

S. 88: wie sie sich schießlich um den Tisch gruppierten → schließlich

S. 93: [Anführungszeichen ergänzt] heißt du denn?« fragte er

S. 94: ereignete es sich. daß er → sich, daß

S. 96: [Ellipse vervollständigt] wie heißt denn dein Vater?... aber

S. 101: ihr war. als sei Ruth → war, als

S. 101: dem ehwürdigen Heim → ehrwürdigen

 

Transcriber’s Notes: This ebook has been transcribed from the first print edition, published in 1897. The table below lists all corrections applied to the original text.

 

p. 12: von einer Summe iunerer Zweifel → innerer

p. 22: [added closing quotes] jetzt bin ich wieder aufgewacht.«

p. 31: [extended ellipsis] an den Ohren gepackt!...

p. 41: Wenn man draußeu stand → draußen

p. 41: die Züge ihres Wesens anfgedrückt → aufgedrückt

p. 75: gerade wie wenn seine Angen → Augen

p. 76: [extended ellipsis] Sein Herz klopfte laut ...

p. 88: wie sie sich schießlich um den Tisch gruppierten → schließlich

p. 93: [added closing quotes] heißt du denn?« fragte er

p. 94: ereignete es sich. daß er → sich, daß

p. 96: [extended ellipsis] wie heißt denn dein Vater?... aber

p. 101: ihr war. als sei Ruth → war, als

p. 101: dem ehwürdigen Heim → ehrwürdigen

 

End of Project Gutenberg's Schläfst du Mutter?, Ruth, by Jakob Wassermann

Sie haben Schläfst du Mutter?; Ruth zu Ende gelesen

Jakob Wassermann

Bücher wie dieses

Nach dem Buch

Seiten, die zu dieser Ausgabe gehören, hier zum Nachschlagen.

Hinweis von Project Gutenberg
*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHLÄFST DU MUTTER?, RUTH ***

***** This file should be named 26444-h.htm or 26444-h.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in:

http://www.gutenberg.org/2/6/4/4/26444/

Produced by Markus Brenner and the Online Distributed

Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This book was produced from scanned images of public domain material from the Google Print project.)

 

Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed.

Creating the works from public domain print editions means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, performances and research. They may be modified and printed and given away--you may do practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial redistribution.

 

*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License (available with this file or online at http://gutenberg.net/license).

 

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is in the public domain in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.net

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from the public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.net), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from

the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method

you already use to calculate your applicable taxes. The fee is

owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he

has agreed to donate royalties under this paragraph to the

Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments

must be paid within 60 days following each date on which you

prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax

returns. Royalty payments should be clearly marked as such and

sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the

address specified in Section 4, "Information about donations to

the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies

you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he

does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm

License. You must require such a user to return or

destroy all copies of the works possessed in a physical medium

and discontinue all use of and all access to other copies of

Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any

money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the

electronic work is discovered and reported to you within 90 days

of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free

distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain works in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

 

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.

 

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf.org

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

 

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: http://pglaf.org/donate

 

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

 

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

 

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

http://www.gutenberg.net

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.