The Nightbringer
Sunspots
A. R. Bitter
The Nightbringer
Teil 1: Child In Time
Sunspots
The Nightbringer
Child In Time
Get downOn the groundDon't moveMake a soundNo moreThought controlYou doWhat you're toldStand upSit back downYour liesComes back aroundTodayPatronizeTime's upClose your eyesListen to the soundOf my big black bootsListen to the soundOf my big black boots
-How To Destroy Angels- BBB
Sunspots
Samael
Im königlichen Horst
Eins... Zwei... Drei... fing Gabriel an zu zählen.
Schnell lief ich einige Stockwerke höher und schlang meine Flügel um mich, sodass ich komplett von glänzend schwarzen Federn umhüllt wurde. Kurz bevor sich die Welt verdunkelte sah ich wie sich Luzifer hinter einer Säule ein Stockwerk tiefer versteckte.
„Dreizig!“, schallte es durch die Flure. Ich lächelte im sicheren Wissen das mich niemand sehen würde solange ich niemanden sah.
Ich hörte das leise tap-tap von Füßen die über Marmor schlichen und kurz darauf ein leises Schhh-schhhh als Micael von dem Balkon sprang und wegflog. Ich sprang verärgert auf. Er wusste ganz genau das Gabriel noch nicht fliegen konnte und nutzte die Schwache des Jüngern schamlos aus. Schnell flog ich im nach.
„Du blöder Schummler! Gabriel kann doch noch garnicht fliegen!“
„Eben deswegen. Wenn er mir nicht folgen kann, kann ich auch nicht verlieren, du Dummerchen.“
„Aber das ist gegen die Regeln!“
„Wenn interessiert ´s? Ich will gewinnen.“
„Ha, hab ich dich Samael!“, unterbrach Gabriel.
„Ich muss grade diesen Idioten die Spielregeln erklären.“
„Mir doch egal, du musst zählen.“
Und schon mischte sich auch Luzifer ein: „Engel, Gabriel! Samael hat grade versucht dich zu verteidigen. Weil dieser Idiot von Micael mal wieder nicht nach den Regeln spielen konnte, ist er extra aus seinem Versteck gekommen um dich zu verteidigen. Es ist jetzt sicher nicht seine Aufgabe zu zählen!“
„Egal wieso, ich habe ihn gefunden. Er muss zählen.“
„Muss ich nicht!“
„Aber, aber Nighty. Wir wollen doch nicht laut werden“, tadelte mich Micael mit einem provozierenden Grinsen.
Für einen kurzen Moment stand alles still, dann schlug meine Faust in seine blöde Fratze, wischte das ekelerregende Grinsen weg.
Den nächsten Schlag parierte er, dann duckte ich mich unter einem Hacken seinerseits weg. Sofort nutzte ich die veränderte Haltung um einen Tritt in seinen Magen zu platzieren. Als er in die Knie ging riss er mich mit, sodass wir beide auf dem Marmorboden landeten. Verbissen versuchte jeder möglichst viele Treffer zu landen und die Oberhand zu gewinnen.
Da spürte ich Arme die sich zwischen uns schoben, mich wegzogen. Wütend versuchte ich die Hände wegzuschieben, schlug nach ihrem Besitzer. Erstarrte dann aber mitten in der Bewegung. Die Hände gehörten zu Luzifer: „Komm mit, ER wird dich auseinander nehmen wenn du schon wieder erwischt wirst.“
Ich nickte nur schnell, sprang auf und flog im Sturzflug weg. Ich war mir nicht sicher ob ich es sonst geschafft hätte meine Wut zu kontrollieren.
Aus dem Augenwinkel sah ich dass Luzifer mir folgte. Trotz der Wut, die immer noch wie Flammen durch meine Adern brannte, lächelte ich leicht als ich das sah.
***
Samael
Richtsaal
„Nutzlos!“
„Böse!“
„Keine Kontrolle!“
„Emotionen!“
„Gehorcht nicht!“
Ich starrte die Wand an, während die Vorwürfe auf mich einprasselten. Gabriel hatte gepätzt und nun saß ich hier, im Obersten Gerichtssaal und versuchte die Vorwürfe auszublenden. Versuchte gar nichts zu hören.
Die Muster in dem roten Marmor der Wand zogen sich zu der Form eines Vogels zusammen. So frei wäre ich gerne... und dabei hatte doch auch ich Flügel!
Obwohl ich dies die letzten Minuten über angestrengt vermieden hatte glitt mein Blick nun zu Luzifer, der zu den Füßen des Herren saß. Wie eine Puppe sah er aus, mit seinen großen, lehren Augen und den zurechtfriesirten Locken.
Er erwiderte meinen Blick nicht, blickte nur weiter starr grade aus.
„Habt ihr euch endlich ausreichend aufgeregt? Eure langweiligen Leben mit anderer Probleme geschmückt?“, warf ich in einer Atempause dazwischen.
Sie wurden ruhig. Dann erhob einer der Ältesten seine Stimme: „ So kann das nicht weiter gehen. Uns bleibt nichts anderes übrig. Ich plädiere darauf ihn zu Pfählen. Das wäre die einzige sichere Möglichkeit.“
„Er ist ein Kind!-“
Ich riss an den Fesseln die sich um meine Hände und Flügeln wanden, versuchte mich panisch befreien, bemerkte dabei zu spät das ER such erhoben hatte und auf mich zu gegangen war:
„Aber, aber, wir wollen doch nicht grob werden“, unterbrach der Herr: „Samael, mein geliebter Sohn, wieso mutest du uns diese Entscheidung zu?“ er umschloss mit einer trügerisch sanften Geste mein Kinn und hob es an, so dass ich ihn in die himmelblauen Augen gucken musste. „Du und wir alle könnten es doch viel einfach haben, wenn du nur gehorchen würde. Schließlich musst du gar nichts tun, dir lege man alles zu Füßen. Schwöre mir nur endlich die Treue und du wirst unbeschwert weiterleben können! Anderenfalls kann leider auch ich dir nicht mehr helfen.“
Ob dieser unglaublichen Lügen, die er auch noch ohne das geringste Wimpernzucken zustande brachte, verschlug es mir fast die Sprache. Statt dessen spuckte ich ihm vor die verlogenen Füße.
Für einen kurzen Moment zuckte Wut in seinem Gesicht auf, er riss die Hand, die grade noch sanft über meine Wange schtreichelte hoch und holte zu einer Ohrfeige aus, wurde jedoch von einer glockenhellen Stimme unterbrochen. Unserer beider Aufmerksamkeit richtetet sich auf etwas anderes.
Oder besser jemanden. Seine Züge wurden sanft, gleich denen eines Vater der seinen geliebten Sohn wiedersah. Hinter ihm war Luzifer aufgestanden und stand jetzt direkt hinter IHM: „Herr Papa?“, sprach er ihn mit glockenheller, sanfter Stimme an.
Sofort drehte sich der angesprochene um, doch bevor er antworten konnte, riss Luzifer einen Dolch aus seiner Tasche und stieß die magische Waffe in das Herz des Tyrannen.
Als ER zu Boden sank haftete sein Blick an Luzifers leuchtenden Augen: „Luzi...“
Doch Luzifer wand sich ohne einen weiteren Blick auf seinen am Boden liegenden Vater um und zog mich aus dem Raum,löste die Fesseln: „Flieg!“
Und so flogen wir beide in den Nachthimmel hinein, gen Westen. Weg von der grade aufgehenden Sonne, unter der unsere Kräfte leiden würden. Wir mochten Gegensätze sein, aber beide gehörten wir der Nacht. Sie war die Quelle unsere Energie. Und wie die Sterne nur vor dem Nachthimmel leuchtenden, der selber aber ohne die Sterne nur lehre Finsternis ist brauchten wir einander.