The Nightbringer

A. R. Bitter · Kapitel 12 von 13

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The Nightbringer

I Only Want You

Ich starrte frustriert den Apfel an, der in den oberen Ästen des Baums hing. Wieder versuchte ich an der glatten Rinde hochzuklettern, rutschte aber ab und viel hin. Leise fluchend sah ich mich um. Ich brauchte irgendetwas um zumindest an den ersten Ast zu kommen. Nur wusste ich nicht was sich zum Klettern eignete. Schließlich hätte es eigentlich gereicht einfach die Flügel auszubreiten und hoch zu fliegen. Nur funktionierte mein Flügel immer noch nicht. Ich fand einen langen Ast, der so verzweigt war, das ich einfach an ihm hochklettern konnte. Schwungvoll lehnte ich ihn an den Baumstamm und begann hochzuklettern. Ich erreichte fast den unteren Ast, als der blöde Ast wegrutschte und ich mit ihr hinfiel. Ich rappelte mich genervt auf und warf den Apfel und die Blätter weg, an denen ich versucht hatte mich festzuhalten. Ich wollte den dunkelrot glänzenden Apfel, der ganz in der Spitze hing. Also grub ich eine Grube und befestigte so den Ast. Diesmal schaffte ich es sogar den Ast zu erreichen und schwang mich leichtfüßig auf diesen. Der Rest war einfach, fast wie Treppen gehen. Als ich endlich den Apfel hatte setzte ich mich gemütlich in eine Astgabel. Ich liebte hohe Plätze schon immer. So viel befreiender und schöner als die Kerker tief unter der Erde. Außerdem sah ich gerne auf andere runter.

Ich biss erfreut in den Apfel und spuckte alles wieder aus. Entsetzt sah ich auf den Apfel, der voller Maden war. Außerdem guckte ein halber Wurm aus der Abbiss-stelle. Naja, er guckte nicht mehr. Seinen Kopf hatte ich grade abgebissen. Würgend warf ich den blöden Apfel weg und verschränkte wütend die Arme. Ich wollte keinen anderen Apfel.

Plötzlich hörte ich einen erschrocken Aufschrei und glucksendes Lachen aus dem Busch in den ich grade den Apfel geschmissen hatte. Beides klang verdächtig nach Stern. Ich sprang von dem Ast und erinnerte mich erst zu spät daran das meine Flügel nicht funktionierten. Die Landung war etwas schmerzhaft, ich lies mir aber nichts anmerken. „Komm raus, Stern.“

Tatsächlich bewegte sich sofort der Busch und ein immer noch lachender Luzifer kam heraus. An seiner Stirn klebten Reste des weggeworfenen Apfels. Scheinbar hatte ich ihn getroffen. Ich grinste fies.

„Wie lange hast du dich schon da versteckt?“, fragte ich halb genervt, halb amüsiert.

„Lange genug um zu dem Schluss zu kommen das du der absolut sturste und bescheuerteste Engel auf dieser Welt bist.“

„Gar nicht.“

Er warf mir ein schwarzes Kilt zu und ich bedankte mich. Während ich den Kilt an zog fragte ich: „Kannst du mir jetzt den Flügel brechen? Das hat echt Nachteile.“

„Hab´s gesehen“, sagte er grinsend: „ Vielleicht sollten wir erst einmal die Sechs fragen, vielleicht haben die damit mehr Erfahrung. Oder in den Ort gehen, die haben sicher einen Heiler.“

„Und was ist wenn da Wachen sind? Wir sollten uns besser unauffällig verhalten, bevor wir die anderen Gefangenen befreit haben.“

„Vielleicht sollten wir die einfach da lassen wo sie sind. Das wird schon seinen Grund haben.“

„Es hatte auch einen Grund das ich das war, und lässt du mich darum dort verschimmeln?“

„Nein, aber du bist auch mein Freund.“

„Dann geh doch. Ich werde versuchen sie zu befreien.“

„Und was wenn du wieder gefangen genommen wirst?“

„Dann weiß ich wenigstens, das ich dir nicht egal war“, sagte ich fröhlich, aber ernst.

Er überwand die letzten Meter, die zwischen uns lagen, mit wenigen Schritten. Seine warmen Hände schmiegten sich an meine Wangen und ich legte vorsichtig meine Arme um seine schmale Hüfte. „Du bist sooo ein Idiot“, raunte er und beugte sich leicht vor, ohne den Blickkontakt zu brechen. Bewegungsunfähig verharrte ich und fragte mich verzweifelt was hier vor sich ging. In dem Moment, indem seine Lippen meine berührten hörte ich auf zu denken. Kurz verharrten wir beide überrascht, dann zog ich ihn näher. Seine Hände streichelten mein Gesicht während wir uns küssten. Seine Lippen, seine Küsse waren so süß und so sanft das ich mich in ihnen verlor.

Als der Kuss endete blieben wir noch einige Momente so stehen, dann nahmen wir die Hand des jeweils anderen und gingen auf unser Lager zu. „Wir müssen uns noch um deine Flügel kümmern.“

„Hatte ich schon ganz vergessen.“ Wir lachten beide.