The Nightbringer
The Shocking Truth
The Schocking Truth
Ich starrte genervt auf die Obst-Torte vor mir.
„Ich habe euch schon zig mal gesagt das ich meine Geburtstag nicht feiern werde.“
„Aber es ist immerhin dein Fünfzehnter!“
„Und letztes Jahr war es der vierzehnte, davor der dreizehnte. Wenn interessiert´s? Ich werde nicht feiern!“ Mit einer wütenden Geste schmiss ich die blöde Torte, mit ihren 15 brennenden Kerzen in Jophiels Gesicht. Leider gingen die Kerzen schon während ihres Fluges aus.
Ich drehte mich genervt um und stolzierte aus dem Raum. Seid meinem achtem Geburtstag, hasste ich diesen Tag. Irgendetwas fehlte.
Ich seufzte leise und starte frustriert in den blauen Himmel über mir. Plötzlich hörte ich einen lauten Aufschrei. Ich legte leicht den Kopf schief und schlenderte dann in die Richtung aus der der Lärm kam.
„Zum Prinz! Wir müssen zum Prinz! Lassen sie uns verdammt noch mal los!“
Ich lief die Treppe runter und sah auf die Gruppe nieder, die dort stand. Acht verdreckte, magere Gestalten wurden von etwa zwanzig Wächtern in Schacht gehalten. „Was geht hier vor?“
„Mein Prinz, Luzifer, sind sie es wirklich?“
„Der bin ich. Was wollt ihr?“
„Samael schickt uns. Er sagt...“, die Frau brach ab oder ich hörte sie einfach nicht mehr. Ich spürte nur noch das höllische brennen meiner Schläfen und den kalten Marmorfußboden unter meinen Knien, meinen Händen, meinem Kopf und meinem restlichen Körper. Meine Ohren wurden von ohrenbetäubendem Rauschen erfüllt und ich verlor kurz das Augenlicht.
Als ich wieder zu mir kam, waren zwei Ärzte grade damit beschäftigt mich auf einer Trage fest zu schnallen. Ich warf beiden einen tödlichen Blick zu und schüttelte dann die Schnallen ab und stand auf. Dabei musste ich mich an einer Säule festhalten, mein Kopf schmerzte immer noch und meine Sinne schienen noch nicht richtig zusammen zu spielen. Ich wusste das sie etwas wichtiges wussten. Samael, noch war ich mir nicht sicher wer er war. Ich wusste nur das er wichtig war und das ich ihn brauchte. „Wo sind sie?“
„Wen meint ihr, Majestät?“
„Die Gefangenen, natürlich.“
„Die werden grade zur Guillotine geführt. Schließlich sind sie schuld das Sie zusammen gebrochen sind.“
Sofort eilte ich in die Halle, von der ich wusste das in ihr die Hinrichtungen stattfanden.
Die acht Gefangenen standen dort, in Ketten. Die schmale Frau, die mir zuvor geantwortet hatte, wurde grade zur Guillotine geführt. „Stopp!“, rief ich. Sofort hielten alle im Raum inne.
„Lasst sie gehen und nehmt ihnen die Ketten ab.“
Keiner wagte es zu widersprechen. Trotzdem erkannte ich an dem leichten Zögern in ihren Bewegungen das sie anders dachten. „Schneller“.
Alls sie die Gefangenen endlich befreit hatten, wies ich diese an mir zu folgen. Automatisch blieben einige Wächter bei ihnen, die ich aber sofort zurechtwies. Als würde ich nicht mit Sechs Engeln klarkommen. Die Kopfe der zwei anderen lagen bereits auf dem Boden.
Als wir in meinen Räumen angekommen waren, wies ich sie an sich zu setzten.
„Was hat Samael euch gesagt?“
„Nicht viel. Nur das wir Sie suchen sollen und Ihnen die Wahrheit erzählen sollen.“
„Die Wahrheit über was?“
„Das sagte er nicht.“
„Also gut, wer ist den dieser Samael?“
„Sie kennen ihn nicht?“
„Würde ich sonst fragen.“
„Nun, wir glauben das er der siebte Erzengel ist. Er hat uns gerettet.“
„Es gibt nur sechs.“
„Darf ich etwas fragen?“
„Kommt auf die Frage an.“
„Was war grade? Wieso konnten... sind Sie zusammengebrochen als Sie seinen Namen sagte.“
„Ich weiß es nicht. Irgendetwas fehlt. In letzter Zeit passiert mir so was einfach zu oft. Es hat etwas mit Samael zu tun. Können sie mir ein Bild von ihm zeigen?“
„Also kennen Sie ihn doch?“
„Ich weiß nicht. Zeigen sie mir einfach ein Bild.“
„Aber... wie?“
Ohne zu antworten trat ich auf die Frau zu und legte eine Hand an ihre Schläfe. Sofort wurde ich von einer Flut von Erinnerungen und Sinneseindrücken überspült. Ich biss die Zähne zusammen und konzentrierte mich auf das eine das ich wissen musste. Und da war er, Samael. Das Bild in ihren Kopf zeigte einen Jungen mit glänzenden schwarzen Augen, dessen Züge unter Blut und Dreck kaum zu erkennen waren. Seine Haare waren zu klebrigen, verdreckten Strähnen zusammen geklebt und sein Körper war unbekleidet und Dreck und Blutverschmiert. Trotzdem erkannte ihn sofort. Erinnerungen leuchteten auf, wie Sonnenflecken die durch Geäst fallen.
Sein verzweifelter Blick und seine letzten Worte zu mir: „Es tut mir leid.“
Seine warme Umarmung.
Seine leuchtenden Augen, als ich ihm sagte das er mir nicht egal war.
Sein Ärger als Micael wieder einmal geschummelt hatte.
Seine sanfte Stimme, die sich von einen Moment auf den anderen in das Tosen eines wütenden Orkans verwandeln konnte.
Ich taumelt und fiel über meinen Stuhl.
Noch bevor, die besorgte Frau mich erreichte rappelte ich mich wieder auf und fragte:
„Wie geht es ihm? Lebt er noch?“
„Sie erinnern sich?“
„Ja, geht es ihm jetzt gut? Oder …?“ Ich konnte es einfach nicht aussprechen.
„Ich weiß es nicht. Er ist zu den Wachen gelaufen um diese abzulenken.“
„Typisch. Führt mich zu ihm.“
„Gerne, Majestät.“
„Dann los.“
„Müssen sie nicht noch irgendwem Bescheid sagen?“
„Ich muss Samael finden, bevor es zu spät ist.“