The Nightbringer

A. R. Bitter · Kapitel 13 von 13

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The Nightbringer

Don´t you know that you´re toxic?

Als wir bei den sechs Engeln ankamen blickten diese völlig geschockt und überrascht auf unsere verschränkten Hände. Bevor irgendwer etwas sagen konnte, brach wir in schallendes Gelächter aus. Irgendwann schaffte Luzifer es dann, zwischen weiteren Lachern zu fragen: „Was habt ihr?“

Mittlerweile lachten die Sechs auch, konnten aber immer noch ohne besondere Schwierigkeiten antworten: „Also, seid ihr beide jetzt... zusammen?“

Wir sahen uns unsicher an. Ich wusste nicht was ich wollte. Einerseits hatte ich von so etwas überhaupt keine Ahnung. Wie auch in der Dunkelheit der Kerker? Eigentlich war ich mir ziemlich sicher dass das jetzt so ziemlich das Unvernünftigste war, was wir machen könnten. Andererseits wusste ich das ich die Zeit in dem Kerker vielleicht nicht überstanden hätte, ohne den Gedanken an Luzifer. Mit Sicherheit wäre ich dann noch immer gefangen. Alleine der Gedanke, Luzifer zu verlieren, reichte aus um mich panisch werden zu lassen. Und am Wichtigsten: Was wollte eigentlich Luzifer?

Doch wenn ich den Ausdruck, in seinen Augen richtig deutete hatte er die selben Zweifel. Und bevor ich weiter denken konnte hörte ich mich sagen: „Ja“, von meiner Antwort leicht geschockt, fügte ich schnell hinzu: „Zumindest hoffe ich das.“

„Ja, bitte!“, rief Luzifer, jetzt wieder lächelnd. Stürmisch umarmte er mich, so das ich fast umfiel. Lachend zog ich ihn an mich und küsste ihn.

Alls wir uns des Lachens um uns herum bewusst wurden, ließen wir von einander ab. Zumindest so weit das wir beide wieder sprechen konnten.

„Erst seit grade, oder ist uns da was entgangen?“

„Davor waren wir ja grade mal Sieben.“, antwortet Stern.

Worauf mir einfiel, das ich noch immer nicht wusste wie viel Zeit vergangen war: „Wie alt sind wir jetzt eigentlich?“ ER hatte uns am selben Tag erschaffen, ich konnte mich noch gut an die Geburtstage erinnern, die wir zusammen gefeiert hatten.

„Fünfzehn, ihr habt mich vor diesen Irren mit in ihrem Feier-Wahn gerettet.“

„Wolltest du denn nicht feiern?“

„Wieso sollte ich denn? Ohne dich war´s so oder so langweilig.“

„Aber du kannst doch nicht einfach deinen Geburtstag nicht feiern!“

„Hast du denn deinen gefeiert?“

„Natürlich nicht! Aber das ist was anderes...“

„Sehen wir´s doch einfach als Gelegenheit. Wir können zusammen die letzten acht Geburtstage nachfeiern.“

„Ja genau, möglichst noch mit Konfetti und als krönenden Abschluss eine Schlacht“, sagte ich trocken, während ich angestrengt einen Punkt irgendwo hinter Stern fixierte.

„Wie kommst du darauf?“, fragte er und zwang mich ihn anzusehen.

„Glaubst du das ER das einfach auf sich beruhen lassen wird? Das sie uns einfach in Ruhe lassen? Sie werden alles daran setzen ihren Prinzen aus den Klauen des Ungetüms zu retten.“ Ich lachte trocken auf, wurde aber sofort wieder ernst: „Genau so wie sie wissen das ich weiterhin alles dran setzten werden die Gefangenen zu retten und zu befreien.“

„Das ist doch...!“

„Irre? Bescheuert? Albern? Was meinst du?!“, ich ließ ihn los und trat einen Schritt zurück.

„Das meinte ich nicht, aber er ist der Schöpfer. Er kann alles was er will schaffen. Oder zu nichts zerfallen lassen. Oder verwandeln. Welche Chance hätten wir schon? Er kann sich unendlich viele Soldaten erschaffen. Und uns einfach vernichten.“

„Natürlich weiß ich das die Chancen schlecht stehen, aber ich kann auch nicht Nichts machen. Nicht nach dem was ich gesehen habe. Erlebt habe. Es tut mir leid, ich hätte dich nicht da rein ziehen sollen.“

„Hör endlich auf dich zu entschuldigen! Und was meinst du überhaupt mit „da rein ziehen“? Dir ist klar das ich die letzten Jahre über größtenteils damit verbracht habe zu versuchen zu verstehen was fehlte. Die Lücken in meiner Erinnerung zu füllen?“ Er brüllte schon fast, was die feine Melodie in seiner Stimme aber nur betonte, statt sie abzumildern.

Ich sah ihn fest an und setze zu einer Antwort an, wurde aber von Zefanja unterbrochen: „Und was genau glaubst du hat dein Freund hier gemacht? Glaub mir, was auch immer passiert ist, Samael hat größere Probleme.“

Ich schüttelt abwehrend de Kopf und sah wieder weg. „Darum geht es garnicht.“

„Was ist Sammy?“

„Hör auf mich so zu nennen, Sternchen.“

Er schnappte bei dem neuen Spitznamen verärgert nach Luft und schimpfte: „Dann hör du auf. Aber fang´ doch erst einmal damit an mir zu erklären was du erlebt hast. Ich hab wirklich keinen Bock mehr auf diese ständige Andeutungen.“ Er wirkt noch immer wütend, aber jetzt wirkte diese Wut irgendwie aufgesetzt. Er benutzt sie nur als Schutzwall um seine eigentlichen Gefühle zu verstecke. Langsam ging er wieder auf mich zu, und hob mit einem krallen bewerten Finger mein Kinn, damit ich ihn ansah.

„Das geht nicht“, antwortet ich und hasste mich für das Zittern in meiner Stimme.

„Wieso? Samael, wie kann ich dir helfen?“, fragte er und zog mich wieder in seine Arme, meine leichte Gegenwehr einfach ignorierend.

„Weil... ich weiß nicht.“ Ich erwiderte seine Umarmung vorsichtig, zögernd.

„Ich habe gesehen wie sie dich zugerichtet haben. Verdammt, dein Flügel ist immer noch gebrochen! Bitte sag mir was passiert ist.“

„Ich weiß nicht...“

„Samael, bitte. Du weißt das du mir vertrauen kannst?“

„Ja, also okay. Ich versuch´s“, murmelte ich und begann zu erzählen. Die ganze Zeit sah ich Luzifer an, und suchte in seinen Augen nach Verachtung oder Ekel. Doch da war nur Wut gegenüber meinen Peinigern und Angst, die ich nicht verstand. Ich stand doch hier, in seinen Armen. Alles war gut. Genau so wenig verstand ich die Selbstverachtung, die in seinen Augen schimmerte.

Als ich geendet hatte herrschte stille. Ich hörte lediglich den regelmäßige Atem von uns und Luzifers Herzschlag. Selbst der Wald um uns herum schien kurz verstummt zu sein.

Gewitterwolken schienen sich vor Sterns himmelblaue Augen geschoben zu haben, und brachten wütende Blitze und trauernde Regentropfen. Erschrocken sah ich zu wie eine Träne sein Wangen runter lief. Ich hatte in unserer Kindheit viele weinen sehen, aber nie Stern. Er war stets zu kalt, zu kontrolliert. Schon in meinen frühesten Erinnerungen war das so. Und jetzt weinte er. Und ich war schuld. Entsetzt zog ich ihn näher und stammelt:

„Hey, Stern. Was ist?“

„Es tut mir so leid. Wie konnte ich dich nur vergessen? Ich hätte da sein müssen.“

„Sie haben dein Gedächtnis manipuliert. Das war doch nicht deine Schuld! Ohne dich wäre ich immer noch gefangen. Außerdem warst du immer da, ohne die Erinnerung an dich hätte ich das nie überstanden.“ Scheinbar war mein Versuch in zu Trösten sehr schlecht, den er weinte tatsächlich noch mehr. „Es ist doch alles gut. Wein doch nicht, Stern“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Er sah wieder zu mir hoch- er war immer schon recht klein für einen Engel gewesen – und murmelte wieder: „Es tut mir leid.“

„Muss es aber nicht“, flüsterte ich und küsste sanft die Tränen von seiner Wange. Er schien sich wieder zu entspannen und zumindest versiegte das Salzwasser. Als ich an seinem Mundwinkel angelangt war drehte er leicht den Kopf und küsste mich auf den Lippen. Ohne weiter zu überlegen vertiefte ich den Kuss. Ich stöhnte leise als ich spürte wie Luzifers Zunge meine berührte. Seine krallen-bewerten Finger fuhren über meinen Rücken und hinterließen tiefe Kratzer. Der exquisite Schmerz lies mich gierig aufstöhnen, während ich in einem Versuch im noch näher zu sein meine Krallen in seinen Schultern vergrub. Seine Flügel legten sich schützend um mich, wobei er den verletzten Flügel schmerzhaft berührte. Aber das merkte ich kaum. Erst als ich merkte das mir langsam ernsthaft die Luft ausging löste ich mich von seinen Lippen. Langsam legte ich den Kopf in den Nacken und stöhnte wieder auf, da Luzifer die Bewegung offensichtlich als Einladung meinen Hals mit seinen Lippen und seiner Zunge zu verwöhnen verstand. Hinter meinen geschlossenen Augenlidern blitzte es hell. Nicht das das überraschend war, Luzifer war schließlich nicht ohne Sinn als Morgenstern bekannt. Als er die Kuhle unterhalb meines Halses erreichte keuchte ich auf und fing seine geschickten Lippen mit meinen ein.

Als der Kuss endete, standen wir noch lange da, Arm in Arm, die Stirn gegen die des jeweils andere gelehnt. Ich strich sanft über seinen Rücken, die bereits verheilenden Wunden umgehend.

„Wir sollten uns langsam wirklich um deinen Flügel kümmern.“ Seine Stimme war leise und rauchig.

„Ach, ja. Das hatte ich dann wohl wieder vergessen“, sagte ich grinsend und immer noch außer Atem.

„Also... kennt sich einer von euch mit so was aus?“ wandte er sich an die Engel, oder wollte das zumindest. Als er seine Flügel wieder hinter seinem Rücken faltete, bemerkten wir das die Sechs gegangen waren.

„Wollen wahrscheinlich taktvoll sein“, meinte Luzifer.

„Mmhmm, ja.“

„Sollen wir hier einfach warten?“

„Wäre wohl das beste.“

Wir setzten uns an das Feuer und aßen etwas Obst.

 

***

Es dauerte ziemlich lange bis die anderen Engel wieder kamen. „Hallo“, grüßten wir sie wieder.

Sie grinsten nur unverschämt. Ein großer Kerl, der von den anderen Edgar genannt wurde, fragte anzüglich: „Na, schon fertig?“

„Was denkt ihr denn was wir gemacht haben?“

Er zog nur grinsend die Brauen hoch.

Ich lachte auf, während Stern genervt schnaubte: „Hör damit auf. Es war nichts. Und dein Flügel ist immer noch gebrochen.“

Wieso war er plötzlich so schlecht gelaunt? Ich musterte ihn und versuchte der Grund in seiner Körperhaltung und seinem Blick zu lesen. Was er natürlich bemerkte und sofort jegliche Anzeichen von Emotionen ausrottete und verscharrte.

„Also... wer bricht mir jetzt den Flügel?“

„Das kann ich machen. Oder hat noch jemand Erfahrung mit so etwas?“, antworte Edgar. Ich mustert ihn. Er war wirklich groß, sicher zwei Meter zehn. Außerdem hatte er eine Statur wie ein Bär. „Das wäre nett.“ Ich wollte schließlich nicht feige sein. Außerdem war ich auch alles andere als klein. Er war nur einen halben Kopf größer. Ich ging vorsichtig um das Feuer und kniete mich vor ihn. Luzifer war mir gefolgt und stand direkt hinter mir.

„Setzt dich besser“, riet der Riese.

„Ich kann mich schon auf meinen Füßen halten.“

Er schüttelte amüsiert denn Kopf und wand sich dann Luzifer zu: „Vielleicht wäre es besser wenn du deinen Freund ablenkst. Ich habe keine Betäubungsmittel.“

„Natü...“

„Ich brauche weder Betäubungsmittel noch Ablenkung“, unterbrach ich ihn. Nur das Luzifer das als Herausforderung zu sehen schien, und kurzerhand seine Arme um mich schlang und seine Lippen auf meine presste. Trotz der ungestümen Kraft in diesen Bewegungen waren seine Lippen unglaublich weich, fast sanft. Ich musste mich ziemlich zusammenreißen um die Berührung nicht zu erwidern, zu vertiefen, mich in ihr zu verlieren. Trotzdem schaffte ich es ihn zurück zu stoßen und mich schnell so weit zu entfernen, dass es mir sicher erschien. „Es war kein Scherz, als ich gesagt habe, das ich keine Ablenkung brauche“, schnauzte ich ihn an und hockte mich dann wieder vor Edgar. Während ich noch damit beschäftigt war Luzifer böse Blicke zu zuwerfen, hatte Edgar sich schon vorgebeugt und meinen Flügel an der falsch verheilten Stelle gebrochen. Ich fiel durch den überraschend heftigen Schmerz auf die Knie, konnte aber zum Glück noch ein lauten Aufschrei unterdrücken. Obwohl der Schmerz noch immer durch meinen Flügel loderte und meine rechte Seite fast zu lähmen schien. Richtete ich mich auf und zwinkerte die Tränen, die in meinen Augen brannten weg. „Danke.“

„Hast du dich wieder beruhigt?“, fragte Luzifer amüsiert.

„Ich habe mich nie aufgeregt.“

„Sicher.“

„Am besten wäre es wenn wir deinen Flügel schienen würden.“, sagte Edgar.

„Geht schon. Solange den niemand falsch zusammen fesselt, heilt der von alleine.“

„Dann bewege dich zumindest für eine Stunde nicht.“

„Wird wohl möglich sein.“

Sie haben The Nightbringer zu Ende gelesen

A. R. Bitter

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