Alex Scheibel
Auf dem Titelblatt von Das Opfer stehen zwei Namen: Alex Scheibel und Jan-C. Sachse haben den Roman gemeinsam geschrieben. Er beginnt mitten in einer Hauptverhandlung und bleibt dort. Angeklagt ist der zweiundzwanzigjährige Andreas Kreissler. Er soll in der Walpurgisnacht den Bürgermeister Eberhard Frenzel niedergeschlagen, ihm fünfhundert Euro abgenommen und ihn im Wald unter Zweigen und Laub abgelegt haben, wo der Mann an Unterkühlung starb.
An den Abend erinnert Andreas sich nicht. Er war mit Sven, Georg und Roman im Ochsen, wie jeden Freitag, und kam erst im eigenen Auto wieder zu sich. Die leere Geldbörse des Toten lag ebenfalls darin. Erzählt wird von innen heraus: kalte Füße, Schweiß auf der Stirn, ein Rauschen in den Ohren, mit dem der Körper die Stimme des Staatsanwalts abdämpft. Um ihn herum die Mutter, die seit der Verhaftung nur noch weint, Tante Ulla, die seit dem Tod des Vaters alles regelt und ihm einiges zutraut, der Verteidiger Martin Stocker, der jeden Satz mit ihm geübt hat, und Kai Neumann, der Einzige, der ihn für unschuldig hält und dessen Fürsorge Andreas manchmal wie Kontrolle vorkommt.
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