Der Schleier der Pierrette

Arthur Schnitzler · Kapitel 10 von 12

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Der Schleier der Pierrette

Zweite Szene.

Pierrette springt auf, ihr Sessel fällt um, sie flüchtet nach rückwärts in die

Fensterecke.

Arlechino ihr nach, spielt den Verliebten.

Ich bete dich an, meine Teure.

 

Kniet nieder, versucht sie an sich und mit sich zu ziehen.

Pierrette entflieht, bis sie links hinter den toten Pierrot zu stehen kommt.

Arlechino hat sich erhoben, geht auf Pierrot zu, verbeugt sich vor ihm, dann

verbeugt er sich vor Pierrette.

Du bist ja in guter Gesellschaft.

 

Dann geht er zur Tür.

Pierrette folgt seinen Bewegungen mit wachsendem Entsetzen.

Arlechino wendet sich in der Türe nochmals um und verbeugt sich höhnisch.

Pierrette stürzt ihm nach, wirft sich vor ihm auf die Knie.

Arlechino schüttelt sie von sich ab, geht und versperrt die Türe hinter sich.

 

Z w e i t e S z e n e .

 

Pierrette poltert an die Tür. Eilt zum Fenster, reißt es auf. Sieht Arlechino

fortgehen, ruft ihn zurück. Er entschwindet ihren Blicken. Wieder zur Tür,

rüttelt, reißt, vergeblich. Rennt im Zimmer umher, sucht nach irgend einem

Ausgang. Findet keinen. Endlich bleibt sie wieder gegenüber dem toten Pierrot

stehen. Sieht ihn lange an, läuft davon. Kommt wieder zurück. Nickt ihm zu.

Gerät von neuem in Angst, schleicht längs der Wände im ganzen Zimmer hin

und her. Ihre Bewegungen verändern sich ins Tanzartige. In ihren Augen spricht

sich der beginnende Wahnsinn aus. Wieder ist sie hinter Pierrot, schleicht sich

langsam hinter dem Divan zu ihm hervor. Sie ist in einer halb knienden Stellung vor ihm und blickt ihm ins Gesicht. Verbeugt sich vor ihm. Beginnt zu tanzen.