Der Schleier der Pierrette

Arthur Schnitzler · Kapitel 3 von 12

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Der Schleier der Pierrette

Dritte Szene.

Pierrot liegt noch immer bewegungslos.

Fred, Florestan schicken den Diener hinaus.

Diener ab.

 

1. Auch was im Text dialogartig gebracht ist, wird selbstverständlich

nur pantomimisch ausgedrückt.

 

D r i t t e S z e n e .

 

Der dicke Klavierspieler hat sich an das Spinett gesetzt und beginnt einen

Walzer zu spielen.

Florestan, Alumette und Fred, Annette tanzen miteinander.

Pierrot wacht auf. Sieht um sich. Versteht nicht, was vorgegangen ist, reibt sich

die Augen. Springt auf, geht nach vorne.

Die beiden Paare lassen sich nicht im Tanzen stören.

Florestan und Alumette sinken endlich auf den kleinen Divan links am

Tischchen.

Fred und Annette bleiben neben dem Spinett stehen.

Pierrot ist an den Schreibtisch gelehnt.

Fred, Florestan, Annette, Alumette sehen ihn an und lachen. Gehen auf

ihn zu, als Paare, verbeugen sich.

Fred, Florestan stellen ihre Damen vor.

Annette, Alumette knixen zierlich.

Pierrot verbeugt sich tief.

Fred.

Wir haben dich ja in einem netten Zustand gefunden. Was ist denn

mit dir geschehen?

 

Pierrot.

Fragt mich nicht.

 

Florestan herzlich.

Sag uns doch, was es gibt, vielleicht können wir dir helfen.

 

Pierrot.

Laßt nur, mir ist nicht zu helfen.

 

Fred.

Ich kann mir ja denken, es handelt sich um Pierrette.

 

Pierrot.

Laßt mich doch.

 

Annette, Alumette eilen zu dem Bild hin, als wollten sie es von der Staffelei

entfernen.

Pierrot ihnen nach, auf sie zu, beschützt das Bild. Steht mit ausgebreiteten

Armen davor.

Fred.

Er ist närrisch. Mit ihm ist nichts anzufangen.

 

Florestan ergreift Pierrots Hände, entfernt ihn langsam von dem Bilde, geleitet ihn dem Schreibtisch zu.

Fred.

Schlag dir die Sache aus dem Kopf, Pierrot, es ist nicht der Mühe

wert, sich um Pierrette zu kümmern. Komm mit uns.

 

Florestan.

Ja, komm mit uns.

 

Annette, Alumette drängen sich an Pierrot.

Komm mit uns.

 

Pierrot, mit einer Gebärde des Widerwillens, befreit sich von den andern. Setzt

sich in den Stuhl am Schreibtisch.

Fred, Florestan reden ihm weiter zu.

Komm mit uns. Wir wollen uns unterhalten. Der Abend ist schön.

Wir wollen ins Freie. Wollen trinken, tanzen, küssen.

 

Pierrot bleibt sitzen und schüttelt den Kopf.

Fred, Florestan werden dringender.

Annette, Alumette gesellen sich bittend und schmeichelnd hinzu.

Fred, Florestan, Annette, Alumette schließen einen Reigen um Pierrot,

umtanzen ihn.

Der dicke Klavierspieler begleitet auf dem Spinett.

Pierrot erhebt sich. Ärgerlich:

Laßt mich in Ruhe. Ich ertrag es nicht länger. Ich kann das Spiel

nicht hören. Geht.