Love Isn't Perfect!

Anita S. · Kapitel 1 von 7

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Love Isn't Perfect!

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Anita S.

 

Love Isn't Perfect!

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„Vielleicht solltest du deinen faulen Arsch einfach mal in Bewegung setzen, anstatt in deinem Bett alleine zu versauern!“, genervt verdrehe ich die Augen, während ich versuche Lena die Decke weg zu ziehen, unter der sie sich verkriecht. Mit einem Quieken versucht sie sich zu wehren und zieht dabei die Decke nur noch enger.

„Verdammt Joice, lass mich in Ruhe!“, höre ich sie durch die Decke durch murmeln. Lenas Problem ist, dass sie Single ist! Diesen Status verkraftet die Gute ja schon mal überhaupt nicht. „Wenn du so weiter machst, dann wirst du nie ‚Den Richtigen‘ finden! Oder glaubst du im Ernst, dass dein Traumprinz plötzlich an eurer Haustüre klopfen wird?!“ Als ich mir diesen Gedanken mal kurz durch den Kopf gehen lasse, breitet sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus. Anscheinend hört sich das auch für Lena logisch an, da nun endlich ihre roten Locken zum Vorschein kommen. Lena setzt sich nun aufrecht auf ihr Bett und lehnt sich mit dem Rücken gegen die Wand. Die Knie hat sie dabei angezogen, damit sie ihr Kinn darauf legen kann. Mit einem tiefen Seufzer setze ich mich neben sie und lehne dabei meinen Kopf ebenfalls gegen die Wand.

„Hast du gar kein Problem damit Single zu sein? Mich macht diese ewige Einsamkeit total fertig!“, fragt sie mich etwas misstrauisch während sie aus dem Fenster starrt. Kaum merklich zucke ich mit den Schultern, „Wenn du es genau wissen willst, Nein! Ich bin echt gerne Single, immerhin bin ich so an nichts und niemanden gebunden.“ Und das sage ich nicht nur, sondern meine es auch so. Ich bin nicht so das Mädchen, welches immer einen Mann seiner Seite braucht. Ganz im Gegenteil. Ich bin sogar ein glücklicher Single. Ich weiß, dass ich jeden haben könnte. Immerhin schaue ich nicht gerade schlecht aus. Meine blauen Augen harmonieren super mit meinen langen blonden Haaren, die beinahe bis zum Hintern reichen. Meine Figur ist schön schlank, wobei ich zugeben muss, dass ich meine Haut etwas zu blass finde. Sie ist schon beinahe weiß!

„Aber wenn du willst können wir am letzten Ferienwochenende in die 10er Bar gehen! Wer weiß, vielleicht läufst du ja deinem Traummann über den Weg! Wer weiß, vielleicht ist sogar der niedliche Typ von letztens dort!“ lächle ich sie aufmunternd an und streiche mir dabei eine Strähne aus dem Gesicht. Ich bin eigentlich keine, die gerne fortgeht und sich bis zum Umfallen ansauft, aber was soll ich denn machen? Immerhin ist Lena meine beste Freundin und so eine kleine Abwechslung vom Alltag wird mir auch nicht schaden.

„Joice Prentiss?! Das ist die beste Idee, die du seit Ewigkeiten hattest! Am besten wir gehen am Samstagvormittag shoppen, damit wir am Abend was Tolles zum Anziehen haben!“, schreit sie vergnügt und fällt mir gleich in die Arme. „So können wir die Sommerferien schön ausklingen lassen!“, meint sie noch, als sie aufsteht, zum Kleiderschrank geht und sich ihre Reithose herausfischt. Das hätte ich ja beinahe vergessen, ich war eigentlich nur hier, um mit Lena in den Stall zu fahren, wo wir uns vor sieben Jahren kennen gelernt haben. Wie immer habe ich meine Reitklamotten in einem Rucksack mitgenommen, um das Auto meines Vaters nicht zu beschmutzen. Sein Wagen ist für ihn, wie glaube ich für jeden anderen Mann auch, das Baby. Schnell kraxle ich aus dem Bett, krame meine Sachen aus dem Rucksack und ziehe mich schnell um. Über meine dunkelbraune Reithose mit dem schwarzen Vollbesatz ziehe ich mir noch meine Stutzen an, während ich mir obenrum ein hellblaues ‚HV Polo‘ Shirt anziehe. Meine Eltern legen sehr viel Wert auf Markenkleidung, mir hingegen war es relativ egal, solange ich mich wohl fühle. Meine langen Haare binde ich mir zum Schluss noch mit einem Haargummi zusammen und betrachte das Endresultat etwas gelangweilt im Spiegel. „Fertig?“, Lena stellt sich aufgeregt neben mich an den Spiegel und mustert uns beide. Kaum merklich nicke ich und ziehe mir noch mal meine Hose hoch, da sie etwas locker war.

„Fertig!“, bestätige ich lächelnd.

„Danke Mr. O’Conner!“, bedanke ich mich höflich, als ich die Autotür des schwarzen Geländewagens zu schmeiße. Lenas Vater hatte uns freundlicherweise angeboten zu fahren, nachdem wir den Bus nur knapp verpasst hatten.

Mit Lena an meiner Seite stiefle ich hinüber zum Stallgebäude, wo bereits Nicolas Thomson auf uns wartet. Nico ist wie ein großer Bruder für mich, den ich nie hatte. Nebenbei ist er auch noch unser Reitlehrer. Zur Begrüßung boxe ich ihm spielerisch in die Seite. „Alles klar?!“, lache ich fröhlich. Ich weiß auch nicht warum, aber in seiner Nähe hatte ich immer gute Laune. „Natürlich! Aber es wäre noch besser, wenn ihr beide endlich mal pünktlich zur Reitstunde kommen würdet! Ihr zwei seid schon wieder zu spät!“, tadelt er uns mit einer hochgezogenen Augenbraue und fuchtelt dabei langsam mit dem Finger auf und ab.

„Wir können doch nichts-!“, doch weiter kommt Lena nicht, da Nico sie mitten im Satz abbricht, „Jajaja! Ihr habt ja immer eine Ausrede parat!“ Er ist nicht wirklich angefressen, er tut wie immer nur so, kann sich aber nie das Grinsen verkneifen. „Macht einfach schnell eure Pferde fertig und kommt dann auf den Reitplatz, ich werde euch inzwischen ein paar Sprünge aufstellen!“ Bei dem Wort ‚Sprünge‘ schauen sich Lena und ich mit großen Augen an. Das Springreiten war einfach unsere Leidenschaft. Unser Motto ist – Je höher, desto besser. Mit schnellen Schritten gehe ich ins Stallgebäude, in dem alle Boxen, inklusive die meines Pferds Flying Cloud, waren. Wie jedes Mal stecke ich mir zwei Finger rechts und links in die Mundwinkel und lasse einen schrillen Pfiff ertönen. Keine Sekunde später streckt ein hübscher schwarzer Hengst seinen Kopf aus der vorletzten Box. Mit einem Lächeln im Gesicht hole ich den Schwarzen aus der Box und hänge ihn in der Stallgasse an zwei Stricken links und rechts am Halfter an. Aus meiner Putzbox schnappe ich mir zwei Bürsten und beginne das weiche Fell von Cloud zu striegeln. In dem Moment geht quietschend das große Tor des Gebäudes auf und ein Typ in meinem Alter kommt herein. Ich kann erst nur seine Silhouette erkennen. Er scheint ziemlich breite Schultern zu haben und auch seine Arme wirken ziemlich muskulös. Erst als er näher kommt erkenne ich seine vielen Tattoos auf beiden Armen, die mich im ersten Moment etwas abschrecken. Seine Sonnenbrille schiebt er sich langsame auf den Kopf, während er direkt auf mich zu zukommen scheint. „Kann ich dir helfen?“, frage ich ihn höflich, als er genau vor mir steht. Sogar Cloud findet den Jungen anscheinend interessant, da er neugierig an ihm schnuppert. Ich muss mir ein leichtes Grinsen verkneifen, als der Typ ein paar Schritte von dem Pferd weg geht. Es scheint ihm nicht ganz geheuer zu sein. Ich schaue ihn immer noch mit einem fragenden Blick an, immerhin will ich wissen was ein fremder Mann in ‚meinem‘ Stall will. „Ich suche Caroline Setters!“, erklärt er dann, während er sich suchend umschaut. „Schau mal in der Halle nach!“, meine ich nach kurzem überlegen und streiche mir verschwitzt eine Strähne aus dem Gesicht. „Darf ich fragen wer du bist?!“, ich muss zugeben, dass er mir etwas suspekt vorkommt. „Natürlich, tut mir leid! Ich bin ihr Bruder, Marc! Eigentlich wollte ich sie nur abholen, aber anscheinend ist sie noch nicht fertig. Ist ja immer das Selbe mit ihr!“ – „Wie gesagt, am besten du schaust in der Halle mal nach!“, lächle ich freundlich und deute zur Tür, welche zur Tribüne führt. „Danke!“, dankend nickt er kurz und folgt dann meiner Beschreibung. Kurz schaue ich ihm nach, bis er durch die Tür verschwindet, schüttle dann kaum merklich meinen Kopf und mache meinen Hengst für die Reitstunde fertig. Als auch ich meine Ausrüstung anhabe führe ich ihn an den Zügeln aus dem Stall, wo ich wieder auf Lena treffe, die ihren Chesterfield an der frischen Luft fertig gemacht hatte. Ich muss zugeben, dass es mir dafür eindeutig zu heiß war. Gleichzeitig steigen wir auf und machen uns dann auf den Weg zum Reitplatz. Ich habe keine Ahnung warum, aber aus irgendeinem Grund drehe ich mich nochmal kurz um. Als ich Marc entdecke, der mich von seinem Auto aus regelrecht mit seinen strahlend Blauen Augen anstarrt, steigt mir die Gänsehaut auf. Ich weiß nicht warum, oder wieso, aber in diesem Moment überkommt mich ein Gefühl von Unbehagen.