Sammelband Gedichte

Alke Bolte · Kapitel 1 von 48

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Sammelband Gedichte

Das Meer

Wild, wie am ersten Schöpfungstag

unwandelbar,

liegst du vor mir.

Du Wandelbares,

das an keinem Tag

sich selber gleicht.

Das sich unendlich

dehnt nach allen Seiten,

mal liegst Du

scheinbar ruhend da

an freundlichen Gestaden.

Mal rauschst du laut

und Well auf Welle rollt heran.

Mal gibst den weiten Strand

du frei für ein paar Stunden nur

und kehrst zurück,

in ew´ger Wiederkehr.

Wenn sich die Stürme

treffen über Dir

türmst du dich auf.

Vermählst dich ihnen

Tod und Verderben bringend.

Gleich einem wilden Tier

von Fressgier angetrieben

verschlingst du alles,

was erreichbar ist

in deiner Raserei.

Dann kann es sein,

und du erhebst

zu einer einz´gen Welle dich.

Nichts, mag es noch so fest

verankert sein im Fels,

hält dann der Allmacht

dieser einen Welle stand.

Tod und Zerstörung

ist ihr Ziel

Und bald darauf,

liegst Du dann wieder ruhig da,

Zärtlich streicht

Windhauch Deine Silberfläche,

sanft gleiten Wellen an den Strand

und in dir spiegelt sich

das grüne Land

und blauer Himmel.

In deinen Fluten

sieht man Wolken ziehen

gemeinsam mit den Fischen

über deinen Grund.

Und in den Nächten leuchtet

sanft des Mondes Licht

aus deiner Tiefe.

Du bist das Element

in dem das Leben einst begann.

Bist stärker, als der stärkste Fels,

Nichts ist auf Erden,

dass Dir wider stehen kann.

Du kommst und gehst,

du gibst und nimmst,

Du bist das Meer.