Shadowborn, Das Blut der Ersten

Alexa Winter · Kapitel 6 von 6

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Shadowborn, Das Blut der Ersten

Kapitel 6 : Schuld

Die Furcht ist das Feuer in dem Helden geschmiedet werden.

Amizaras Chronik

 

Wenn es um Wissen ging, war Lucius Kane der richtige Ansprechpartner. Seine natürliche Neugier, veranlasste ihn dazu, den Dingen immer auf den Grund zu gehen. Wenn es sich darum drehte, neues Wissen zu erwerben, besaß er die Fähigkeiten eines Schwammes. Colin hatte schon des Öfteren davon profitieren dürfen, und jetzt stellte Lucius mit seiner Verbindung zu den Grauen, den Dreh und Angelpunkt des gesamten Universums für ihn dar. Seine Einsicht in die Geschehnisse, ermöglichte es ihnen sich einen Plan zurechtzulegen um Tajan ein für alle Mal das Handwerk zu legen. Nachdem Mira und Andrew eingetroffen und auch Darius und Lilia zu ihnen gestoßen waren, unterbreitete Lucius, allen nun Anwesenden, was er in Erfahrung gebracht hatte. Tajan stand schon seit einiger Zeit unter der Beobachtung der Grauen. Soweit Lucius Informationen richtig waren, hielt er sich zur Zeit in Fukuoka auf. Die Stadt lag auf der Insel Kyúshú im westlichen Japan. Außerdem enthielten die Informationen auch das mutmaßliche Versteck der Blutkonserven von Darius, welche sich ebenfalls in Japan befanden. Wenn sie diese in ihren Besitz bringen würden, könnten damit, Tajan's Pläne vereitelt werden. Die Empfehlung der Grauen bestand darin, den Shimoto-Caln zu informieren und ihnen offiziell einen Freundschaftsbesuch abzustatten. Darius war schließlich bekannt dafür, dass er überall auf der Welt freundschaftliche Bande pflegte. Dagegen war nichts einzuwenden, jedenfalls nicht, wenn es nach Andrew ging. Daher bot er freiwillig an , seinen Vater zu begleiten. Außer ihm, würden Mira und Maric zu Darius's Eskorte gehören. Colin zog es vor bei seiner Mutter zu bleiben, da er ohnehin selten zu hause war. Lucius blieb ebenfalls im Morgan Anwesen um sie von dort, aus mit Informationen zu versorgen. Nur Maric wusste noch nichts von seinem Glück. Mira würde es ihm später erklären und auch wenn er sich dagegen sträuben sollte , wie ein Hündchen mit auf Reisen genommen zu werden, dass er alleine zurückblieb kam für Mira nicht in Frage. Solange sie nicht wusste, wo sie Alex herumtrieb, war es für Maric an ihrer Seite, am sichersten. Sie besprachen die Einzelheiten bis tief in die Nacht hinein und als Mira schließlich zurück in ihr Zuhause kam, fand sie auf dem Sofa, einen tief schlafenden jungen Anwalt vor, der leise vor sich hinschnarchte. Mira beschloss ihn nicht aufzuwecken, sondern zauberte eine Decke aus dem Schrank im Flur. Als sie diese über ihn ausbreitete und fürsorglich feststeckte, damit sie nicht herunterfiel, berührte sie ihn aus Versehen. Maric kuschelte sich in die Decke und gab ein zufriedenes Knurren von sich. Morgen früh, ist noch ausreichend Zeit für Erklärungen, dachte Mira lächelnd und begab sich in Ihr Zimmer. Sie schloss leise dir Tür um Maric nicht zu wecken und setzte sich an ihren Laptop. Sie wollte so viel wie möglich über ihr Ziel in Erfahrung bringen, ehe sie abreisten.

Ihr Ziel hieß also Fukuoka. Die einstige Samuraistadt lag an der Hakata-Bucht auf der Insel Kyushu und war mit 1,51 Millionen Einwohnern, eine der größten Städte Japans. Mira bedauerte, dass Colin sie dieses Mal nicht begleiten würde. Für den Künstler in ihm, wäre diese wunderschöne, alte Stadt, mit dem Óhori-Park mitten in ihrem Zentrum, eine Inspirationsquelle von ungeheurem Ausmaß. Bei Andrew, bezweifelte sie wohl zu Recht, dass er diese Schönheit zu würdigen wusste. Vielleicht konnte ihm ja Yumi die Augen dafür öffnen. Die bildschöne Japanerin mit der feinen weißen Narbe, hatte riesigen Eindruck bei Ihm hinterlassen und Mira war klar, dass Sie allein der Grund dafür war, dass Andrew sofort angeboten hatte seinen Vater zu begleiten. Schon bei Miras Beförderung hing Andrew pausenlos an den mandelförmigen braunen Augen unter den sanft geschwungenen schmalen Brauen fest und konnte senen Blick einfach nicht von ihnen wenden. Yumi verzauberte ihn, auch wenn sie an diesem Abend, außer höflicher Konversation, keinen einzigen Moment von ihm Notiz nahm. Nun, vielleicht konnte er ja das Eis diesmal zum Schmelzen bringen, was Mira jedoch zu bezweifeln wagte. Im Ohoripark befanden sich altehrwürdige Tempel und Schreine und Mira brannte darauf ihnen einen Besuch abzustatten. Vielleicht konnte sie ja Maric überzeugen , sie zu begleiten. Für Colin würde sie etwas mitbringen, dass ihn seine Entscheidung zu hause zu bleiben, nicht bedauern lassen würde und Maric, sollte ihr dabei helfen, das richtige Geschenk für ihn auszuwählen. Nachdem Mira sich noch über die allgemeine Lage und die Sehenswürdigkeiten belesen hatte, beschloss auch sie schlafen zu gehen. Draußen kündigten die ersten Vögel, bereits den neuen Tag an während die Nachtvögel den Kopf unter die Flügel schoben. Es wurde langsam, ebenfalls Zeit sich auszuruhen. Maric würde bald wieder aufstehen und so schlecht war das gar nicht. Zur Abwechslung ,konnte ruhig mal jemand anderes das ,,Frühstück'' machen. Mira schlich noch mal schnell die Treppen herunter und überprüfte die Türen und Fenster. Dann legte sie Maric einen Zettel auf den Tisch.Wenn er morgen früh erwachte, würde er ihr finden und den Kaffee hoffentlich nicht zu stark kochen.

Dunkelheit umgab sie wie eine zweite Haut. Nur ihr geschärfter Vampirsinn der es ihr erlaubte, die Orientierung nicht zu verlieren, führte sie sicher an ihr Ziel. Die hohen Mauern die sie umgaben, glichen sich wie ein Ei dem anderen. Grobe Steinbögen markierten den nächsten Gang und es kam ihr so vor, als würde sie schon seit Stunden durch diese verflixte Burg laufen. Wenn sich wenigstens jemand die Mühe gemacht hätte, die Fackeln in den eisernen Halterungen zu entzünden, käme ihr das ganze Gerenne, wenigstens nicht so monoton vor. Wie auf ein geheimes Komando flackerten diese plötzlich auf und streichelten die Mauern mit rötlichem Schein. Mira bewegte sich in die Richtung, in der sie den Ausgang aus diesem Labyrint vermutete und sollte Recht behalten. Keine zwei Minuten später stand sie vor einer schweren Holztür die sich zu ihrem Erstaunen sogar öffnen ließ. Der sich dahinter befindende Saal, war zur Hälfte eingestürzt und fahles Mondlicht, übergoss die Überreste der Mauern mit silbrigen Licht. Sie kletterte über eine davon ins Freie und sah die Burganlage zum ersten mal von außen. Gigantische Türme, mussten sie einst sehr eindrucksvoll gemacht haben. Auch wenn sich ihre Größe nur noch erahnen ließ, so konnte sich Mira doch nicht ganz, dem Eindruck erwehren, dass sie einst, jedem Angriff standgehalten haben musste. Nur die Zeit, war letzten Endes in der Lage, etwas so Riesiges, irgendwann zu vernichten. Von weitem hörte sie jemanden ihren Namen rufen. Sie sah in die Richtung aus der die Stimme kam und sah am Waldrand ihren Vater stehn. Er winkte ihr zu und Mira setzte sich in Bewegung. Je mehr sie sich ihm näherte, umso weiter entfernte er sich. Nur der Waldrand blieb wo er war. Mira rannte jetzt und hoffte ihren Vater so einzuholen. Sie rief nach ihm, doch er blieb ihr die Antwort schuldig. Mira fluchte und blieb stehn. Als sie sich nach der Burgruine umdrehte, war diese ebenfalls verschwunden und sie, stand vor einem modernen Bau mit Fassaden aus Beton, Stahl und Glas und über der Tür leuchtet in Blauen Neonröhrenbuchstaben ,,Sankt Anne's Hospital''

.Ein Taxi bremste mit quietschenden Reifen, direkt vor ihrer Nase und Carl Fletscher sprang heraus. Er riss die Hintere Tür auf und rief, die vor der Tür des Hospitals stehenden Sanitäter zur Hilfe. Eine Sekunde später musste sie mit ansehen,wie sie eine halb tote junge Frau auf die Bahre legten,die ihr Gesicht trug und über und über mit Blut beschmiert war. Eine hässliche Wunde prangte an ihrem Hinterkopf und ihre Lider flatterten unruhig. Mira lief den Sanitätern und Carl nach und wurde beinahe von Darius über den Haufen gerannt welcher plötzlich im Flur des Hospitals aufgetaucht war und in das Zimmer stürzte in welches man sie gebracht hatte. Sie sah,wie er kurz mit der Ärztin redete und diese die Sanitäter aus dem Zimmer scheuchte. Darius redete auf sie ein und hielt ihr schließlich eine kleine Ampulle mit dunkelroter Flüssigkeit an den Mund. Staunend sah sie zu wie sich die Wunde an ihrem Hinterkopf langsam schloss, nachdem die Äztin die Kugel entfernt hatte.

Dann änderte sich die Szene wieder und Mira befand sich in einem Park. Auf der Bank vor ihr, saß ein Mann. Er hatte ihr den Rücken zugedreht doch instinktiv wusste sie, um wen es sich dabei handelte.Es war kalt und Sie zog röstelnd die Schultern zusammen. Unter der Laterne die ein Stück weiter hinten am Weg stand, tauchte eine Person auf, die sich beim näherkommen als Tajan heraus stellte. Die hellen grünen Augen wirkten hochkonzentriert als er sich dem Mann auf der Bank näherte. Er setzte sich daneben und die beiden vertieften sich in einem Gespräch. Auch wenn Mira nicht verstand um was es sich handelte, wusste sie doch trotzdem irgendwie, um was es dabei ging, so wie sie wusste, dass es Alex war, der dort gewartet hatte. Schließlich hielt Tajan, Alex eine kleine Flasche hin welche dieser, ohne zu zögern an die Lippen setzte. Er leerte sie und begann unkontrolliert zu zittern. Ruckartig stand er auf und kam nun, ein Paar Schritte auf Mira zu. Schaum trat ihm vor den Mund und seine Pupillen verdrehten sich nach hinten so dass man nur noch das weiße sah. Vor ihren Füßen brach er zusammen und starrte aus weit aufgerissenen Augen zu ihr hoch. Mira schauderte bei diesem Anblick , wusste sie doch, was jetzt folgte. Alexanders Augen schlossen sich und seine Atemung wurde ruhig und gleichmäßig. Tajan kniete neben ihm und als Alex die Augen kurz darauf öffnete, waren sie klar und blau, so wie sie es kannte. Nur der Ausdruck darin hatte sich verändert. Vermochte Alex sie früher mit seinem Unschuldsblick zu täuschen , so sah sie jetzt das Raubtierhafte Lauern in ihnen. Tajan stand auf, reichte Alexander die Hand und half ihm auf die Beine. So war das also passiert. jetzt wo Mira es mit eigenen Augen gesehen hatte, verschwanden auch die letzten leisen Zweifel an Tajans Schuld.

Die Szene wechselte erneut und dieses Mal musste sie mit ansehen, wie Alexander, Darius hinterrücks betäubte. Er bestach einen Kellner der Darius's bestelltem Essen eine weitere Zutat hinzufügte , die den Fürsten benommen machte. Als er sich schließlich bei seinen Geschäftspartnern entschuldigte und draußen vor dem Restaurant ein Taxi bestellte, saß niemand anderes als Tajan am Steuer.Mira durchlebte danach noch einmal, die spätere Suche in den Katakomben, ehe sie plötzlich und ruckartig aus ihrem seltsamen Traum aufwachte.

Sie war hellwach und fand sich für den Bruchteil einer Sekunde nicht zurecht. Alles war so bedrückend und real erschienen und von einer Sekunde auf die andere, befand sie sich plötzlich in ihrem Haus, in ihrem Bett und wunderte sich über die Klarheit dieses Erlebnisses. Tajan...sie war dabei, hatte es gesehen, doch was bedeutete das? Wie konnte sie von Geschehnissen Kenntnis haben ,bei denen sie nie anwesend war? Die Tatsache dass sie es dennoch wusste, verwirrte sie und sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Sie musste eine ganze Weile in Gedanken versunken auf ihren Bett gesessen haben, denn sie hörte Marics Klopfen erst nach dessen dritten Versuch. Als sie die Tür öffnete war ihr die Verwirrung noch deutlich ins Gesicht geschrieben , was sie unschwer an Marics besorgtem Augenausdruck entnehmen konnte.

Um ihm diese Sorge zu nehmen ,brachte sie sogar ein Lächeln zustande wärend sie ihm, einem guten Morgen wünschte. Maric ließ sich sicher nicht so leicht täuschen aber um mit ihm darüber reden zu können, musste sie zunächst einmal sich selbst erklären, was mit ihr geschehen war. Dazu brauchte sie einen klaren Kopf und kaltes Wasser. Ein Kaffee wäre sicher auch hilfreich und so bat sie ihn, unten auf sie zu warten und ihr schon mal eine Tasse davon bereitzustellen. Sie steuerte aufs Badezimmer zu und ließ den verdutzten Maric einfach an der Tür stehen. Als sie schließlich unter der Dusche stand und den Hebel für das kalte Wasser umlegte, schnappte sie nach Luft als der eiskalte Strahl sie traf, doch dann trat die gewünschte Wirkung ein und vertrieb die Verwirrung. Auch für ihre seltsamen Träume, musste es eine Erklärung geben. Sie würde später mit Darius darüber reden. Vielleicht gelang es ja ihm, etwas Licht in diese Geschichte zu bringen. Alles hatte einen Grund , eine Ursache warum es geschah, und auch dieser Fall, bildete da keine Ausnahme. Mira war sich relativ sicher, dass die Lösung für dieses Rätsel, gar nicht so weit entfernt war, wie sie es vor einpaar Minuten noch glaubte. Sie stellte das Wasser ab, griff nach dem Handtuch und rubbelte sich trocken bis ihre Haut einen rosigen Schimmer bekam. Jetzt fehlte nur noch der Kaffee und anschließend, würde sie es mit jeder Herausforderung aufnehmen. Keine Minute später stand sie fix und fertig angezogen vor dem Spiegel. Heute trug sie ausnahmsweise mal gar nichts Violettes. Ausgewaschene Bluejeans und ein weißes ärmelloses Shirt, mit kleinem Stehkragen, auf dem winzige Lilien gestickt waren, prägten heute ihr Erscheinungsbild. Dazu hatte sie ihre Haare nun zum Zopf geflochten und lief zufrieden mit dem Ergebnis,mit nackten Füßen die Treppen hinunter ins Esszimmer, wo Maric bereits mit dem Kaffee auf sie wartete. Sie hatte sich entschieden, ihm die ganze Geschichte zu erzählen. Es tat gut, dass da plötzlich jemand war,mit dem man reden konnte, wenn einem danach zumute war, ohne dazu erst das Haus verlassen zu müssen oder sich ans Telefon zu hängen.Maric stellte sich als geduldiger Zuhörer heraus und unterbrach sie nich ein einziges Mal. Zu ihrer Verblüffung, hatte er sogar eine Erklärung dafür, die mit seiner Schilderung über das, was er vermutete, zunehmend plausibel für sie klang.

Jeder Vampir hatte seine Stärken und vielleicht war es Miras Stärke, sich gedanklich in Situationen zu versetzen die bereits geschehen waren, um so sehen zu können, was sich tatsächlich zugetragen hatte. Das Wissen um den Verrat durch Tajan machte es nicht wirklich leichter, aber es war, wenn man es richtig herum betrachtete, auch kein wirklicher Verrat. Tajan hatte die Freundschaft zu Andrew und ihr nur geheuchelt und dass er der Erschaffer von Alex's jetziger Form war, machte es auch nicht leichter, sich diesen Umstand einzugestehen. Praktisch war diese Fähigkeit jedoch auf jeden Fall. Noch praktischer wäre es natürlich, wenn sie zukünftige Ereignisse sehen könnte, aber man konnte schließlich nicht alles haben. Sollte sich Marics Theorie als richtig erweisen, würde das von Vorteil sein. Auch rückwirkend betrachtet, wusste sie am Ende die Wahrheit. Nur die Umstände waren alles andere als angenehm. Wer hatte schon gerne Alpträume. Mit der Zeit, könnte sie diese vielleicht kontrollieren, das käme auf den Versuch an. Sie wollte Darius darüber informieren doch das, musste zunächst noch etwas warten. Aktuell gab es da zuerst noch eine andere Sache, die erledigt werden mussten.

,, Warst du schon mal in Japan? Dort soll es um diese Jahreszeit sehr schön sein.'' Mira stellte diese Frage fast beiläufig und sah Maric dabei so unschuldig an, dass dieser ihr die Nummer beinahe geglaubt hätte. ,,Warum willst du das wissen?'', fragte er argwöhnisch, ,,Willst du mich entführen und Lösegeld einfordern?'' Natürlich war ihm klar, dass er Stuss redete, aber er sah ihr an der Nasenspitze an, dass diese Frage nur der Anfang war. ;, Grinsend schüttelte sie den Kopf, aber aus ihrem Mund kam,, so ähnlich, nur das mit dem Lösegeld lassen wir weg.'' Damit brachte sie ihn aus der Fassung, jedoch gelang es ihm sich nichts anmerken zu lassen. Er erwiederte das Grinsen und fragte erneut,, Warum willst du das wissen? Hast du eine Bank überfallen und musst nun eilig das Land verlassen?'' Ich werde dir solange weiter blöde Fragen stellen , bis du mir erzälst, wie du ausgerechnet jetzt auf Japan kommst.,,Schon gut'', erklärte sie lachend, ,,Ich rede ja. Tajan hält sich, laut Lucius's Informant bei den Grauen, in Japan auf. Wir statten dem Shimoto-Clan einen Besuch ab. Sie sind nicht nur sehr einflussreich, sondern auch alte Freunde von Darius. ,, Mit wir, meinst du...? ,,Darius, Andrew , mich und selbstverständlich dich.'' Maric sah sie ungläubig an. ,,Ich soll schon wieder in ein Flugzeug steigen? Mira, du weißt ich mag dich aber du verlangst zuviel von mir. Ich halte einen Flug zwar aus, aber der feste Boden unter den Füßen, ist mir definitiv lieber. '' Mira hatte doch tatsächlich, Maric's Flugangst vergessen.,,Tut mir wirklich leid, aber ich kann nicht riskieren, dich hier allein zurück zu lassen. Wir wissen nicht, ob Alex sich ebenfalls in Japan befindet.'' ,, Du machst dir also Sorgen um meine Sicherheit? Was kann Alex mir den schlimmsten Falls schon antun? Mich töten? '' Das sollte ein Scherz sein, doch Miras Gesichtsausdruck sprach Bände. ,, ,,Leider gehe ich tatsächlich davon aus. er weiß das du zu uns gehörst und er weiß ebenfalls,das du ein Mensch bist. Da Alex geschworen hat mich nicht gehen zu lassen, wird er mit Vergnügen dein Henker sein. Er duldet keine Konkurenz aber er ist auch ein Feigling und sucht sich das schwächste Glied aus der Kette. Und das...,'' ,,...bin nunmal ich'' beendete Maric ihren Satz. Mira hatte Recht. Er wusste das, aber der Gedanke an ihre Aussage, behagte ihm ganz und gar nicht. Das Schwächste Glied in der Kette...hervorragend...!!! Sie redete nie um den heißen Brei sondern brachte klar und deutlich zum Ausdruck was sie dachte. Eine beneidenswerte Eigenschaft, wenn auch keine, die man leicht verkraftete wenn man die Wahrheit nicht wissen wollte. Er würde wohl oder übel damit leben müssen. Seinen Stolz bekäme das Ganze vielleicht weniger gut doch den, konnte er für eine Weile herunterschlucken. Maric hing an seinem Leben und durch Mira hatte es erst richtigen Sinn bekommen. Es wäre Blödsinn, es aufs Spiel zu setzen nur weil seinem Ego nicht gefiel, was es hörte. Mira sah den Kampf hinter seiner Stirn, auch ohne dass sie seine Gedanken lesen musste. Insgeheim lächelte sie. . Nach den paar Wochen die sie sich kannten, kam es ihr vor als wäre er immer schon dagewesen. Wenn ihm etwas geschehen würde , könnte sie niemals damit leben. Dass ihr dieser Gedanke, nicht nur aus bloßem Pflichtgefühl kam, darüber dachte sie lieber nicht nach. Schließlich willigte Maric ein, sie zu begleiten aber die heitere Stimmung war bedauerlicher Weise verflogen. Schweigend tranken sie ihren Kaffee und als das Telefon klingelte, kam es einer Erlösung gleich. Beinahe fluchtartig verließ sie den Tisch und nahm den Höhrer ab. Als sie zu Maric zurück kehrte sah dieser sofort das etwas nicht stimmte. Alarmiert, sprang er von seinem Platz auf. ,, Ich muß sofort rüber zu den Morgans. Sie haben Alexander ...'' ,, Ich werde dich begleiten'' Marics Gesichtsausdruck ,ließ keine Wiederrede zu. Mira nickte nur knapp.,, In Ordnung, du fährst '' sie warf ihm die Schlüssel zu und keine Minute später preschte Miras mitternachtsblauer Jaguar aus der Auffahrt.

Lucius stand vor der Tür des Anwesen und telefonierte. Die Organisation musste von den Geschehnissen erfahren. Denn auch, wenn Alexander noch 1000 weitere Male beteuerte, keine Ahnung zu haben, gaubte er ihm kein Wort. Nachdenklich fuhr er sich mit der Hand durchs Haar. Dieser arrogante Blödmann, hatte doch tatsächlich versucht in das Zimmer einzusteigen, in dem er Mira vermutete. Offenbar befand sich Tajan also tatsächlich in Japan, sonst hätte es dieser Idiot hier, vielleicht bei Mira zu hause versucht. Diese Wissenslücke, war ihm nun teuer zu stehen gekommen. Lucius, der zu diesem Zeitpunkt noch mit Recherchen über Fukuoka beschäftigt war, hatte ihn den Überraschungsmoment nutzend ,mit einem gezielten linken Haken ins Reich der Träume geschickt. Er hatte ihn gefesselt und später als Alex wieder aufwachte, auch noch geknebelt. Das unflätige Gefluche konnte sich schließlich niemand anhören. Nun saß dieser, unten im Keller, umgeben von Staub und alten Möbeln, gefesselt auf einem Stuhl und bedauerte sehr wahrscheinlich seinen fatalen Irrtum. Lucius hätte zugern gewusst, was Alex jetzt für Gedanken durch den Kopf gingen. Denn anstatt Mira zu überraschen, hatte er jetzt vermutlich üble Kopfschmerzen und seine ganze Arroganz, nützte ihm überhaupt nichts. als Lucius, Mira und Maric durch die Einfahrt donnern sah, hob er grüßend die Hand und wartete, dass der Jaguar neben der Treppe zum stehen kam. ,,Willst du gleich zu ihm oder hat das Zeit'' , fragte er schmunzelnd. ,, Für deine Erzählungen, habe ich immer Zeit'', antwortete sie.,, Ich glaube kaum dass er mir jetzt wegläuft.'' ,,Dazu dürfte er wohl kaum in der Lage sein.''Sinnierte Lucius. ,,Andrew hat ihn so festgezurrt, dass es ihm schwerfallen wird, auch nur zu husten. Er könnte einem beinahe leid tun. '' Miras Blick war zu entnehmen , wieviel sie von Mitleid , für Alexander hielt. Frustration, gepaart mit echter Genervtheit. Keine wirklich gute Basis für Alex.

 

Berichterstattung glich bei Lucius einem Lesevotrag aus einer anderen Welt. Man konnte sich lebhaft ,in bunten Bidern vorstellen was er erzählte und in seiner Stimme lag eine so gewaltige Suggestionskraft, das man ihm sogar eine Behauptung geglaubt hätte, in der es darum ging, dass die Erde eine gewaltige Disc und die Kreaturen darauf, ledigich Daten seien. Als er damit fertig war, hatte sogar Mira eine Spur Mitleid. Außerdem hatte Lucius seine Recherchen zu Fukuoka abgeschlossen und Mira kannte nun alle wichtigen Details, inclusive der Sehenswürdigkeiten die, die Insel zu bieten hatte. Es würde eine angenehme Reise sein, da war sie sich sicher. Was jedoch in Japan auf sie zukommen würde und wieviel davon positiv war oder aber auch Ärger bedeutete , wollte sie sich jetzt lieber noch nicht ausmalen. Nun wurde es Zeit, nach dem Gefangenen zu sehen. Auf dem Weg in den Keller sammelte sie ihre Gedanken, um Alex so wenig mentale Angriffsfläche wie nur irgend möglich zu bieten. Darius und Andrew erwarteten sie bereits und letzterem schien es ein diabolisches Vergnügen zu bereiten Alex zu piesacken. Dieser bot einen unglücklichen Anblick ,jedenfalls so lange , bis er Miras Anwesenheit bemerkte. Sofort kehrte seine ekelhafte Arroganz zurück. Eine Eigenschaft, die Mira im Lauf der Jahre mit ihm, hassen gelernt hatte. Darauf war sie jedoch vorbereitet. Gelassen näherte sie sich dem Stuhl. Auf einen Blick von ihr, befreite Andrew ihn von seinem Knebel. Alex sagte kein Wort sondern funkelte sie giftig an. Mira konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. An Darius gewandt fragte sie, ,, habt ihr bisher irgendetwas nützliches aus ihm rausholen können? '' Dieser verneinte ledigich mit einem Kopfschütteln, dafür meldete sich Andrew zu Wort. ,, Dein Freund hat eine Wortwahl, davon werde selbst ich noch rot. Hast du gewusst dass er in 4 Sprachen fluchen kann? '' Das war Mira neu, der Alex von damals, hatte gerade mal gebrochenes italienisch auf Lager. Seine Lernfähigkeit, oder bei ihm wohl eher zutreffend, Lernbereitschaft, schien durch seine Wandlung enorm gewachsen zu sein. Ein Umstand den sie sich merken würde. ,,Was machen wir jetzt mit ihm ?'' Die Frage richtete sich mental an Darius. ,,Ich habe absolut keine Ahnung'' , gab er ebenso mental zurück. ,, Hierbleiben kann er nicht, das wäre zu riskant. Colin und Lucius bleiben zwar hier, aber ich will ihn lieber weit weg von unserem Zuhause wissen. immerhin ist er Tajans Handlanger''. Mira wusste dass Darius Recht hatte. Es spielte keine Rolle, dass Alex gefesselt und geknebelt war, er war trotzdem eine Bedrohung. Sie wussten weder , was für Fähigkeiten er hatte, noch brauchte er in dem Anwesen mehr zu kennen als Miras ehemaliges Zimmer und den Keller.

,, Dein Einbruchversuch war wohl nicht so gut überlegt ? Was hast du denn zu finden gehofft? '' ging Mira schließlich in die Offensive. Alex starrte stur geradeaus. Andrews Augen funkelten amüsiert. Er kannte Mira und wusste demzufolge auch, dass sie das, was sie gerade tat, genoss. ,,Dein Informant hat dich offenbar nicht ausreichend informiert und richtig, schon gar nicht. Ich hoffe Lucius hat nicht zu fest zugeschlagen'' fügte sie mit einem belustigten Blick in Alexanders sauer verkniffenes Gesicht hinzu. Sie wusste nur zu gut, wie gedemüdigt er sich deshalb fühlte. Alleine das Wissen um sein Übersteigertes Ego, reizte sie zu mit beinahe diabolischer Schadenfreude, zu dieser Wortwahl.Seine Reakation, bestand aus einem wütenden Blick in ihre Richtung. ,, Wie fühlt man sich, wenn man versagt?' setzte sie nach. Alexander sah ihr nun direkt in die Augen. ,,Mein Fehler'' gab er zu, ,, Ich hätte besser recherchieren sollen. Dann würdest du jetzt allerdings nicht vor mir stehen und mich bewusst provozieren. spar dir den Versuch , Liebes...Ich werde euch nichts erzählen. '' Ein Grinsen huschte über sein Gesicht doch als er merkte, dass Mira nicht darauf reagierte, verschwand es genauso schnell wieder. Andrew versuchte in seinen Gedanken zu lesen, fand jedoch , außer dem was Alex auch nach außen hin zeigte, nichts von Bedeutung. Maric musterte ihn kühl . Hier in der Neonbeleuchtung des Kellers wirkte Alex weniger bedrohlich auf ihn. Er verspürte ihm gegenüber zwar keine Angt aber ein leichtes Gefühl des Unbehagens machte sich dennoch in seinen Eingeweiden breit. Aexander , der den Blick bemerkte , zeigte überheblich lächelnd seine Reißzähne. Maric wandte seinen Blick nicht ab. Er wollte Aexander nicht den Gefallen tun und sich eingeschüchtert zeigen. Mira bemerkte das und musste unwillkürlich wieder an die Gefahr denken die Alex für Maric bedeutete und stärkte seinen Willen mit einer geistigen Umarmung. Sie spürte wie er sich entspannte doch dummerweise bemerkte diesen Umstand auch Alex. Sein Lächeln verschwand und machte purer Mordlust platz. Diese Veränderung wurde von allen Anwesenden registriert und Darius reagierte als erster darauf und griff Alexander mental an. Dieser war viel zu sehr damit beschäftigt , Maric mit bösartigen Blicken zu attackieren. Darius Angriff, traf ihn daher mit ungebremster Wucht. Sein Kopf flog nach hinten und seine Augen verdrehten sich . Schaum trat auf seine Lippen und er fing an unkontrolliert zu zucken. Dann wurde er bewusstlos. Mit einem grimmigen Ausdruck in den Augen ließ Darius seinen Geist wieder los. Ihn selbst hatte das keine große Anstrengung gekostet und Alex hatte vemutlich das erste Mal in seinem Leben gespürt, wenn er jemand wirklich mächtigen ausgeliefert war. Das dürfte seinem Ego einen empfindlichen Stich versetzt haben. Er konnte einem fast leid tun wie er dort auf seinem Stuhl hing, aber eben nur fast. Auch bei diesem erbarmungswürdigen Anblick, vergaß niemand, was für ein unangenehmer Zeitgenosse er war.

Nachdem seine Fesseln von Darius nochmal überprüft worden waren, versammelte sich die Familie in der Bibliothek. Gespannt hingen alle Anwesenden mit den Augen an Darius Lippen. Dieser ließ sich nicht lange bitten und erzählte was er herausgefunden hatte. ,, Wie wir bereits wissen hat Tajan, Alex zum Vampir gemacht. Er brauchte einen Handlanger, einen Spion und da Alexander dich kennt,... er sah Mira kurz an,... und auch Tajan deine Bekanntschaft gemacht hat, erschien es ihm sinnvoll Alex damit zu beauftragen dich zu überwachen. Er hat allerdings nicht damit gerechnet, dass Alex dir noch immer nachtrauert.'' Mira hob fragend eine Augenbraue. ,, Ja mein Kind , so seltsam das auch klingen mag. Alex trauert dir tatsächlich nach. Ich habe sein Bedauern gespürt. Es tut ihm leid was er dir damals angetan hat, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann woher ein Egomane wie er, echte Reue nimmt, dieses Gefühl ist echt.'' Das hat diesen Idioten auch dazu veranlasst, sich Tajans Befehl dich nur von weitem zu beschatten, zu wiedersetzen. Er hatte vor dich zu betäuben und zu kidnappen. Er hat seinen geheimen Unterschlupf in New Orleans. Nichtmal Tajan scheint zu wissen was tatsächlich in Alexanders Kopf vorgeht. Alex handelt offenbar vollkommen impulsiv . '' Mira schüttelte den Kopf. ,, Ganz so abwegig erscheint mir das nicht '', sagte sie. ,,Alex war immer schon sehr impulsiv. Schon damals war er schwer zu berechnen und seine Handlungen , wie die Kugel die er mir verpasst hat, waren alles andere als vorhersehbar. Mich zu entführen hätte ihm nichts, außer der nächsten Tracht Prügel eingebracht.'' Andrew grinste hämisch. ,,Offenbar ist der Typ nicht nur ein ausgemachtes Arschloch, sondern auch noch Masochist. So wie du in London mit dem umgesprungen bist, wundert es mich, dass er sich überhaupt wieder in deine Nähe getraut hat.'' Mira grinste ebenfalls. Maric der sich bisher rausgehalten hatte, ergriff nun ebenfalls das Wort. ,, Mira hatte letzte Nacht einen Alptraum''. ,, sie sah Alex Verwandlung, sich selbst nach dem Schuss und ihre Entführung, Darius. '' Damit gab er Mira die Gelegenheit den Anwesenden von den seltsamen Traumbildern zu erzählen.Lucius hörte ihr aufmerksam zu und murmelte ,, interressant''. Anschließend bestätigte er ihr, nochmal Marics Theorie. ,,Es ist eine deiner Fähigkeiten. Mit der Zeit lernst du, sie gezielt zu kontrollieren. Fumiko Tsurugi, die Tante von Andrews Traumfrau Yumi, kann dir bei der Bewältigung dieser Kontrolle zu helfen. Sie ist bekannt für diese Fähigkeiten. Der Japanaufenthalt kommt daher gelegen.Ich werde mich gleich mit der Oranisation in Verbindung setzen. Ich schlage vor, wir überlassen Alexander einfach ihren Händen. Mir ist wohler dabei, wenn er dort in Sicherheitsverwahrung bleibt bis ihr von Japan zurück seid. ,, Das ist eine gute Idee''. Darius nickte zustimmend. Vielleicht gelingt es ihnen ja, noch ein paar mehr Informationen aus ihm heraus zu kriegen. An Maric gewandt fuhr er fort, ,, Würdest du uns trotzdem begleiten? Ich glaube, dass sich Mira wohler fühlen wird wenn du mit uns kommst. '' Maric warf Ihr einen vielsagenden Blick zu , den Mira mit einem spitzbübischen Schmunzeln quittierte. Seiner Flugangst zum Trotz stieg er erneut in ein Flugzeug, ihretwegen und sie wusste schon jetzt, dass sie dies noch zu spüren bekommen würde. Fürs erste jedoch war Alexanders Transport von Vorrang. Lucius hatte sich schon wieder ans Telefon gehängt und alles mit seinem Informanten besprochen. In einer Stunde würde man Alex abholen und nach Schottland bringen. Die Organisation hatte überall auf der Welt ihre Beobachtungsposten. So war es ihnen möglich , geziehlt und schnell zu agieren wenn es die Situation erforderte. In den Highlands von Schottland , befand sich in der Nähe vom Loch Eriboll , einem 2-3km breitem Meeresarm in der schottischen Grafschaft Sutherland, eine der geheimen Basen. Gut getarnt im Fels unter demTigh na Fiarnain, jenem altatlandischen Rundhaus welches auf den Hügeln der westlichen Küste Schottlands thront. Natürlich hatte Mira und auch der Rest der Familie keinerlei Kenntnis davon. Ein paar Sachen , behielt Lucius geflissentlich für sich. 24 Stunden vor dem Flug. Alex war wie geplant abgeholt worden ,ohne dass Mira ihm den Gefallen getan hätte , ihn nochmal mit ihrer Anwesenheit zu beehren und die Reisevorbereitungen waren im vollen Gange. Maric manövrierte seine Reisetasche in den Jeep. Miras Jaguar stand noch immer vor der Treppe von Darius Anwesen. Da sie dort ebenfalls noch Kleiderschränke voller Klamotten besaß musste sie nicht zuhause packen. Bei ihm sah das anders aus. Also stieg er in seinen Jeep, lehnte Miras Vorschlag ihn zu begleiten, jedoch ab. Er brauchte ein wenig Zeit für sich. Von Alexander ging keine Gefahr mehr aus, also ließ sie ihn alleine losziehen. Nun belud er den Jeep mit allem was er benötigte und ging ein letztes Mal ins Haus um zu prüfen ob er nichts vergessen hatte. Dabei kreisten seine Gedanken um Mira. Er wusste nicht wie die Geschichte weitergehen sollte. Sie der Vampir und er der Anwalt. Sie, die unglaublich langsam alterte, über besondere Stärke verfügte und er, der Anwalt...klar er hatte auf seinem Gebiet was drauf aber es würde vermutlich nie reichen. Es war hoffnungslos. Maric wusste, dass sie ihn mochte doch auf mehr wollte er nicht vertrauen. Er war so sehr in Gedanken versunken, dass er den Schatten nicht wahrnahm , der am Fenster vorbei huschte. Er überprüfte die Alarmanlage und schaltete sie ein. Als er die Tür hinter sich abschloss und zu seinem Wagen ging, bemerkte er nicht, dass er verfolgt wurde. Er startete den Jeep, und fuhr auf die Straße. Ein paar Straßen weiter wartete Mira auf ihn und morgen der vermalledeite Flug nach Japan. Maric fuhr die Auffahrt zur Morganvilla hoch und parkte neben Miras Jaguar. Er fand sie in der Küche, wo sie nachdenklich in eine Tasse Kaffee starrte. Sie hatte ihn noch nicht bemerkt denn irgendetwas schien sie zu beschäftigen. Erst als er direkt neben ihr stand, sah sie auf und ihre Augen verrieten ihm die Freude darüber ihn wohlbehalten zu sehn. ,, Du musst dir keine Gedanken machen. Ich war auch schon alleine auf der Straße, ehe ich dich kennengelernt habe. '' Mira sah ihn schräg von unten an...,, das ist es nicht. Ich mag dich und ich will dich nicht wieder verlieren.'' Da war sie wieder, ihre umwerfende Ehrlichkeit. Maric stand da mit offenen Mund und starrte sie sprachlos an. also sprach sie weiter.,, In der Nacht in der du Alpträume hattest, du sahst so verletzlich aus , deine nassgeschwitzten Haare, die feinen Schweißtropfen auf deiner Stirn...ich hatte in diesem Moment das Bedürfnis, dich immer zu beschützen. Ich würde es nicht ertragen wenn dir irgendetwas zustößt...''Ich kann es mir selber nicht erklären denn wir kennen uns noch nicht lange aber ich will dich, an meiner Seite haben. ''Maric rang nach Worten. er hatte mit allem gerechnet,aber nicht mit so einem Geständnis. Als er schwieg , schob ihm Mira eine Tasse über den Tisch. Sie goß Kaffee ein und setzte sich ihm gegenüber. ,, Geschockt? , dann weißt du wie es mir ging als ich zu dieser Erkennnis kam.'' Sie lächelte ,,So, und nun entspann dich wieder. '' Maric hatte seine Fassung wiedererlangt. Er nahm einen Schluck Kaffee und setzte seine Anwaltsmine auf. Innerlich jedoch, schmolz er. Vielleicht wäre es klüger darüber nachzudenken ,wo das Ganze enden würde, denn das es mal enden musste stand außer Frage. Doch im Augenblick,war das bedeutungslos. Worte waren bedeutungslos .Wenn seine Vernunft gegen dieses überwältigende Gefühl der Wärme, welches ihn im Augenblick durchflutete, ankämpfen würde, hätte sie bereits verloren. Er sah in Miras Augen, dass sie jedes Wort auch so meinte und gar keine Antwort von ihm erwartete . Sie wusste auch so, wie es in ihm aussah. Offenbar wusste das auch Andrew, der mit einem Blick die Situation erfasste als er die Küche betrat. Sein gönnerhafter Blick in Richtung Maric, sprach Bände. Inzwischen hatten alle ihre Reisevorbereitungen abgeschlossen. ,,Colin und Lucius hocken in Dads Büro'', erklärte er ohne Umschweife. ,, Lucius hat mit seinem Freund bei den Grauen telefoniert. So wie es scheint, werden wir eine angenehme Zeit in Japan haben. Tajan befindet sich zwar vermutlich tatsächlich dort ,aber wenn wir ihn erwischen , kommt er nicht so glimpflich davon wie in Paris. '' Mira sah ihren Ziehbruder an der Nasenspitze an ,dass er Tajans Verrat nicht verdaut hatte. Vermutlich würde er das nie, was ja auch nicht weiter verwunderlich war. Immerhin hatte er , seinen Vater gekidnappt und ihnen Freundschaft und Hilfe vorgeheuchelt. Der Plan, aus Darius Blut eine Armee zu erschaffen, musste durchkreuzt werden. Und auch wenn Lucius Informationen sehr hilfreich waren, so wussten sie dennoch zu wenig. Mira ging daher nicht von einer angenehmen Zeit in Japan aus. Ihr Gefühl hatte sie nie getrogen und auch jetzt, signalisierte es ihr, dass ihre Fähigkeiten gebraucht werden würden. ,, Wann brechen wir auf? '' Andrew zuckte die Schultern. ,, Wenn es nach Dad geht, so zeitig wie möglich. Mutter hat aber darum gebeten ,dass wir nochmal alle hier erscheinen. Wenn ihr beide gegen 18.30 hier auftaucht, sollte das reichen. ,,Eigentlich dachte ich daran ,gleich hier zu bleiben. '' antwortete Mira. ,,Maric hat seine Sachen bereits geholt und ich habe alles was ich benötige. '' Wie du willst Schwesterherz, Mutter wird darüber sehr erfreut sein , dich mal wieder über Nacht im Haus zu haben.''Er zwinkerte ihr zu und wandt sich zum gehen. ,, Ich werd sie mal in Kenntnis setzen.''

Mira und Maric nahmen die nebeneinander liegenden Gästezimmer im ersten Stock. Durch eine Zwischentür war sie im Notfall schnell bei ihm. Sie ging zwar nicht von einer solchen Situation aus , aber ,,Vorsicht'' war die besagte Mutter der Porzelankiste. Außerdem wollte sie ihn jetzt ,mehr denn je in Sicherheit wissen. Immer wieder kehrten die Bilder der Nacht zurück, in der Maric den Alptraum hatte. Sie lächelte vor sich hin als ihr der Vergleich mit dem Surfer wieder einfiel. Sie hatte ihm gesagt, was sie empfand. Es erschien ihr einfach richtig wenn er wusste, dass sie sich nicht nur aus Pflichtgefühl um ihn sorgte.Dass er genauso fühlte , stand außer Frage. Sie spürte seine Gedanken wie einen sanften warmen Schauer auf ihrer Haut. Diese Erkenntnis tat gut und bedeutete außerdem, dass sie stehts wissen würde ob es ihm gut ging oder nicht. Solange er seine Gedanken ,egal in welcher Form auf sie fokusierte, konnte sie mit ihrem Vampiersinn jederzeit spüren wie es um ihn bestellt war. Das würde sich als nützlich erweisen. Jetzt war es jedoch an der Zeit mit Maric und Darius über selbstverteidigende Maßnahmen zu sprechen. Marics Selbstvertrauen sollte schließlich nicht unnötig in Mitleidenschaft gezogen werden, indem er ständig das Gefühl haben musste, auf Mira angewiesen zu sein. Als sie im Büro ihres Ziehvaters eintraf ,fand sie dort nur Lucius vor. Ehe sie die Frage stellen konnte, kam von ihm bereits die Antwort. Darius und Maric befanden sich schon in der Waffenkammer. Auf dem Weg dorthin, musste Mira an der Küche vorbei, in der sich die Hausherrin höchstselbst zu schaffen machte. Als Lilia sie erblickte ,strahlte sie übers ganze Gesicht. Mira schnupperte . Der Geruch von Blaubeerpfannkuchen, breitete sich verführerisch in der Küche aus und kitzelte ihre Nase. Mira ging zu ihr herüber und küsste sie dankbar auf die Wange, worauf ihre Ziehmutter sie umarmte. ,,Es ist schön dich im Haus zu haben. Du solltest öfter hier übernachten''. Eigentlich hätte sie darauf gefasst sein müssen. Lilia las ihr stehts jeden Wunsch von den Augen ab und das backen der Pfannkuchen war für sie eine solche Selbstverständlichkeit, als wäre Mira tatsächlich ihre leibliche Tochter. Nie machte sie einen Unterschied zwischen ihr , Andrew und Colin. ,, Ich weiß, dass ich mich rar gemacht habe , tut mir leid Lilia. Wenn wir aus Japan zurück sind verspreche ich mindesten für zwei Tage in der Woche zu Hause zu schlafen. '' Lilia lächelte. ,,Als wenn du das tatsächlich einhalten könntest. ich kenne deinen Selbstständigkeitsdrang doch, mein Kind.'' Ehe Mira wiedersprechen konnte , fügte sie noch hinzu ,, Darius und Maric warten auf dich , nun geh schon. Wenn ihr fertigt seid, bekommst du deine Pfannkuchen.'' Grinsend schob sie Mira aus der Küche.

Maric stand mit dem Rücken zur Tür der Waffenkammer. Darius öffnete gerade die Geheimtür in der Wand, die zu seinem Privatlabor führte. Mira trat dicht an Maric heran und hauchte ihm ins Ohr,, Hey, bereit?''Dieser starrte anstatt sich umzudrehen ,gebannt auf die Geheimtür. Dann antwortete er über die Schulter...Kann man das unter diesen Umständen jemals? '' Sie legte ihm eine Hand auf den Arm und er umfasste sie mit der seinen. ,, Na dann wollen wir mal'' Darius drehte sich zu den beiden um und entblößte grinsend, seine strahlend weißen Zähne. An dieser Stelle sei gesagt, dass Vampierzähne nur dann sichtbar sind wenn ihre Besitzer es wünschen. Wenn sie gerade nicht benötigt wurden , blieben sich unsichtbar. So auch in diesem Fall. Er bedeutete ihnen, ihm zu folgen und betrat dasLabor. Maric bekam große Augen und staunte wie ein Kind , was Mira grinsend zur Kenntnis nahm. Für einen ,,Neuen'' so wie Maric,musste all das hier wirken wie eine Szene aus ,,Man in Black''. Darius winkte Maric zu sich und erklärte ihm die wichtigsten Dinge. Mira , die diese Prozetur bereits kannte folgte ihnen ohne ein Wort. ,, Diese kleinen Kugeln hier , enthalten eine spezielle Mischung aus Enzymen die in unserem Blut enthalten sind''. Er hielt Maric eine runde Plastikdose unter die Nase.,, Einem der unsrigen, würden sie bei Bedarf , einen nötigen Kraftschub liefern. Ich habe sie entwickelt, nachdem Mira mich in Paris gerettet hat. In diesem Fall hätten sie diese Geschichte vermutlich von vorn herein anders ausgehen lassen, hätten sie uns damals schon zur Verfügung gestanden.Einem Menschen, ermöglichen sie für etwa eine Stunde ,über die Kraft eines Vampirs zu verfügen ''. Er zählte zehn Kügelchen ab und füllte sie in ein Plastikröhrchen und reichte sie Maric. ,, Das erste hätten wir. Das hier, (er hielt ein Fläschen mit einer hellroten Flüssigeit hoch), ist ein hochkonzentriertes Betäubungsmittel. Ich habe es in kleine Phiolen portioniert. Eine einzelne davon ,schickt selbst einen sibierischen Bären auf die Bretter.'' Er trat an eines der hohen Kühlregale aus Spezialglas heran und entnahm ihm eine weitere Dose. ,, hier drin, sind etwa genug von denen um ein komplettes Fußballstadion zu betäuben. Sie verändern ihren Agregatzustand, sobald sie mit Luft in Berührung kommen. ,, Zerbrich im Notfall eins zwischen den Fingern und das austretende Gas wird jeden Angreifer, füs erste lahmlegen. Nun zu den Waffen'' meinte er grinsend.,, Mira , das ist dein Part.'' Maric verstaute die ,,Hausapotheke'' in der Brusttasche seines Sackos. ,,Ich fühl mich schon sicherer '',murmelte er. Mira grinste. Als sie die Waffenkammer wieder betreten hatten,drückte sie einen Schalter an der Wand und ein langes Metallregal fuhr aus dieser heraus. Maric staunte nicht schlecht, denn dieses Arsenal hätte an Technologie selbst die US Armi vor Neid erblassen lassen. Hightech vom allerfeinsten. Mira sah ihn abschätzend an und Maric befürchtete schon dass es tatsächlich wie in Man in Black ablaufen würde und sie ihm nun eine ,,Grille''in die Hand drückte. Offenbar hatte sie jedoch ganz andere Vorstellungen als er. Statt dieser Minikanone , gab sie ihm zwei Dolche. Er hob verwundert die Braue. ,, Ich kann damit nicht umgehen. Ich würde vielleicht zustechen können aber...'' ,, Das lernst du von mir'', erklärte Mira.Diese Zwillingsdolche sind zu klein um sofort entdeckt zu werden, aber zu groß um keinen Schaden anzurichten. Außerdem bestehen sie aus einem Metal mit besonderer Legierung. Trifft die Klinge einen Vampir, verfärbt sie sich violett. Das Blut des Getroffenen, reagiert toxisch mit ihr. Das verursacht starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen. Menschen dagegen fügt sie nur eine normale Stichwunde zu. Damit dürftest du fürs erste gerüstet sein. Fehlt noch der Schutz.'' Sie drückte den Schalter erneut und das Regal fuhr wieder zurück in die Wand. ,,Da wir über spezielle Technologie verfügen, dürfte es tatsächlich ein paar Kleinigkeiten geben , die für dich wie geschaffen sind.''Darius war ihnen gefolgt und betätigte die Knöpfe einer winzigen Fernbedienung. Von der Decke der Waffenkamer , senkte sich eine runde Plattform mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern, auf der ein Glaszylinder von etwa der gleichen Größe thronte. Auf einen erneuten Knopfdruck von Darius hin ,öffnete er sich. Das ganze hatte etwas von einer neumodernen Garderobe. Maric kam aus dem Staunen nicht heraus und fühlte sich ein bisschen wie ein Kind, kurz vor der Bescherung. Darius wählte aus den unzähligen kreisförmig angeordneten Bügeln auf denen jede Menge Kleidungsstücke hingen, einen aus ,zog ihn nach vorn und reichte Maric gleich darauf eine Weste.,, Probier sie an , ich wette sie passt. Und der hier sicher auch. '' Er reichte ihm einen knielangen Mantel aus weichem schwarzen Leder.,, Außerdem gibts noch die hier. Ein paar Motorradstiefel. '' Triumphierend hielt er die eben genannten hoch. Als er Marics unverstehenden Blick sah, beantwortete er, die auf dessen Stirn ablesbare Frage. ,,Die Kleidungsstücke sind nur von außen betrachtet normal. Das Innenfutter, besteht aus einem besonderem Material.`` ,, Nicht mal in der Raumfahrt gibt es so cooles Zeug'' meldete sich Andrew zu Wort, der sich lautlos zu ihnen gesellt hatte. ,, Da wir nicht darauf angewiesen sind, mit diversen Regierungen zusammen zu arbeiten, wird sich das auch nicht ändern. Zum Glück ist und bleibt das alles ,schön intern. Die Menschliche Rasse ist auch so schon ständig darauf ausgerichtet , sich selber zu zerstören. Da müssen wir ihnen ,nicht auch noch unter die Arme greifen.'' Maric konnte diesen Ansatz nur all zu gut verstehen. Er probierte die Kleidungsstücke an und sie passten, wie maßgefertigt. Ein zufriedenens Lächeln huschte über Darius Gesicht. Mira grinste ebenfalls und ehe die Plattform von Darius wieder nach oben geschickt wurde,fischte sie noch einen schmalen Waffengürtel von der Stange. ,, Für die Dolche'' erklärte sie. Darauf verließen sie zu viert die Waffenkammer und Mira machte sich augenblicklich,einen zwar verdutzt dreinblickenden aber in keinster Weise protestierenden Maric hinter sich herziehend, auf den Weg in die Küche. Nachdem sie ausgiebig , ihrer Leidenschaft gefröhnt hatte ,wobei sie Maric sogar etwas von ihren heißgeliebten Pfannkuchen abgab, Erörterte sie mit ihm noch mal den morgigen Ablauf. In zwei Stunden wäre es dann Zeit für sie, ein wenig zu schlafen. Als der Wecker in Form von Andrew, sie am Nachmittag des nächsten Tages aus dem Schlaf riss ,nur um zu verkünden dass sie in zwei Stunden aufbreche würden, war zumindest Maric glücklich. Sie hatten sich, ehe sie sich schließlich zur Ruhe begaben, noch über ihre gemeinsame Zukunft unterhalten. Miras Vorstellung davon klang zumindest in der Theorie, entspannt. Den täglichen Trott würde es bei dieser Verbindung vermutlich nicht geben, denn ihr Alltag gestaltete sich höchst abwechslungsreich. Jedenfalls war davon auszugehen. Er sprang aus dem Bett und ließ Mira ,die er die ganze Nacht im Arm gehalten und einfach nur ihre Nähe genossen hatte ohne irgendwelche Hintergedanken zu hegen, noch eine Weile liegen. Diese quittierte solch Vorhaben mit einem dankbaren Lächeln. Maric sprang die Treppen hinunter und öffnete Andrew die Tür. Das wissende Grinsen , überging er geflissentlich denn im Grunde ,war es nur Andrews Phantasie,die ihn so blöd grinsen ließ . Auch Mira, die inzwischen ebenfalls beschlossen hatte das Bett zu verlassen , ging nicht darauf ein. Ihr einzige Reaktion in Andrews Richtung, bestand aus einem herzhaften Gähnen, ehe sie im Badezimmer verschwand. Maric der in der Zwischenzeit Kaffee aufgesetzt hatte grinste nun ebenfalls, wenn auch schadenfroh, vor sich hin. Andrew würde sich mit seiner Phantasie begnügen müssen, egal wie schmutzig sie auch ausfiel. Kurze Zeit später saßen alle drei, mit Darius zusammen im Flieger der sie nach Fukuoka brachte. Die Insel Kyushu war schon aus der Luft betrachtet, spektakulär. Etwas ,für das Maric allerdings keinen Blick übrig hatte.Der feste Boden unter den Füßen ,brachte ihn beinahe dazu ,ihn mit den Händen zu berühren,um sicher zu gehen, dass er auch echt war. In der Luft hatte er Höllenqualen ausgestanden. An seinem Unwohlsein ,hatte auch Miras Anwesenheit nichts ändern können. Jetzt jedoch war die Welt wieder in Ordnung, auch wenn seine weichen Knie,ihn daran erinnerten so schnell nicht wieder in ein Flugzeug steigen zu wollen. Mira laß seine Gedanken und hakte sich bei ihm ein. Diese Geste ließ ihn die Strapazen des Fluges vergessen und gab ihm zusätzliche Stärke.EinTaxi brachte sie in die Nähe des Ohori Parks. Darius wollte sowenig wie möglich Aufmerksamkeit erregen, was allen einleuchtend erschien. Je weniger sie auffielen um so geringer war das Risiko ,dass Tajans Schergen sie entdeckten und ihrem Hernn und Meister Bericht erstatten konnten. Fukuoka hatte zwar ca. 1,53 Millionen Einwohner , aber man wusste schließlich nie. Zumal auch einiges an Touristen anwesend war. Der Japanische Clan residierte seit Jahrhunderten im zentralen Fukuoka und liebte die tratitionsreiche Umgebung um die Burgruine herum ,sehr.Die Legende besagte, das der Gründer der Burg, Nagamasa Kuroda zu den namenhaften Vorfahren des heutigen Clans gehörte.Was auch die extrem traditionelle Gesinnung dessen erklärte. War Nagamasa doch jener Fürst, der für die Unterstützung in der Schlacht von Sekigahra, um 1600, das Lehen für Fukuoka und die umliegende, damalige Samurai-Siedlung erhielt. Mira freute sich bereits auf eine Besichtigung der Stadt. Vorerst hatten jedoch andere, wichtigere Dinge Vorrang. Das Anwesen des Clans befand sich in einem großzügig angelegtem Parkareal. Mira berauschte sich nahezu an dessen Schönheit und konnte nicht genug bekommen von den sich wellenförmig, um kleine Hügel schmiegenden Hecken und künstlich angelegte kleine Seen, bogenförmigen Gold-Rot gestrichene Brücken , deren Enden Drachenköpfe zierten und den einzelnen kleinen Inseln mit Miniatur -Schreinen und Bonsai-Ahornbäumchen. Die Kirschbäume blühten im Moment zwar nicht, aber das machte überhaupt nichts. Mira hatte ohnehin längst beschlossen, im nächsten Frühjahr noch einmal wieder zu kommen. Auch an Maric ging diese Schönheit nicht spurlos vorüber,was Mira unschwer an seinem bewunderndem Blick ausmachte, während Andrew sich wie immer nichts anmerken ließ. Dem stand der Sinn nach einer ganz anderen Schönheit und so wie er während dem gesammten Flug geschwärmt hatte, wurde es höchste Zeit dass er das Objekt seiner Sehnsucht endlich zu Gesicht bekam. Seine Geduld sollte jedoch fürs erste ,auf eine weitere Probe gestellt werden, den die schöne Japanerin war nicht da. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung und einer Teezeremonie , die vom Oberhaupt des Clans , Ayaka Kasurugi, Yumis Großmutter, durchgeführt wurde und einen sichtlich faszinierten Maric wahrscheinlich unheimlich beeindruckte , wurden die Gäste aus San Franzisco in ihre Unterkunft geleitet. Man hatte einen ganzen Flügel des Anwesens ,extra für Darius Familie hergerichtet. Mira und Maric bezogen ein großes Zimmer in denen eine Papierwand für Privatsphähre sorgte und den Schlaf vom Wohnbereich trennte. Darius bezog das Zimmer daneben und Andrew zog es vor, nahe des Eingangs auf der gegenüberliegenden Seite , Stellung zu beziehen. An Ruhe war bei ihm jedoch nicht zu denken. Als sie einige Zeit später mit den Kasurugi Clan zusammentrafen um das eigentliche Ziel ihrer Reise zu erörtern, war Yumi anwesend und Andrew stand die Erleichterung so sehr ins Gesicht geschrieben ,dass selbst Darius sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen konnte. Yumi, wie immer wunderschön, graziös und unnahbar und Andrew hing mit den Blicken an ihrem Augen wie Jack Dawson beim Untergang der Titanic an seinem Hozbrett und so wie dieser wusste, dass er in dieser Situation erfrieren würde, so erging es auch Andrew. Yumi würdigte ihn nämlich wie immer, keines Blickes. Darius erhob als erster das Wort. Seine Schilderung bezog sich in erster Linie auf die Geschehnisse der unmittelbaren Vergangenheit. Er berichtete über das auftauchen Alexanders und den Umstand, das dieser verwandelt wurde. Darius betonte, dass das Ergreifen Tajans höchste Priorität besaß und das Alex unter Arrest in Schottland stand, bis die Organisation zu einem Entschluss gekommen sei. Ayaka hörte wortlos zu und nachdem Darius seinen Bericht abgeschlosen hatte ,nickte sie zustimmend mit dem Kopf. ,,So wie es aussieht, schlussfolgerte sie, hat dieser Tajan es faustdick hinter den Ohren.'' Ein Vorrecht der Jugend, über die Strenge zu schlagen. Allerdings ist der Begel, mit der Erschaffung eines Vampirs zu weit gegangen. Er hat vorsätzlich gegen den Kodex unserer Rasse verstoßen und ist damit Freiwild,für alle die seiner habhaft werden wollen. Daß dies noch nicht geschehen ist, bedeutet entweder, dass er verdammt clever ist, oder dass er Hilfe in höheren Positionen hat. Beides ist nicht tragbar und ich stimme dir, was die Priorität betrifft, zu mein lieber Darius. Allerdings müssen wir von nun an genauestens recherchieren. Sollte er tatsächlich die Hilfe eines Verräters in Anspruch nehmen, müssen wir heraus finden , wer das ist, um noch mehr Schaden zu vermeiden. '' Darius , den schon ähnliche Gedanken heimgesucht hatten,nickte zustimmend. ,,Den Verdacht hatten wir damals, nach meiner Entführung schon. Allerdings konnten weder Lucius Verbindung zu den ,, Grauen'', noch die Recherchen des Rates, irgendetwas darüber in Erfahrung bringen. Wenn ihm tatsächlich jemand hilft und ich hoffe ,dass dem nicht so ist, geht dieser Unbekannte sehr besonnen vor. Er plant alles bis ins winzigste Detail und Tajans Motivation eine Armee aus Vampiren zu schaffen, stammt in Wahrheit von ihm. Ein Projekt welches so gut durchdacht ist, besteht nicht erst seit meiner Entführung. Die Folgen sind nicht auszumalen und ich bin mir nicht sicher, ob wir den Rat davon in Kenntnis setzen sollten. Wenn es dort jemanden gibt, der mit Tajan unter einer Decke steckt, können wir niemanden mehr vertrauen.Vielleicht war es pure Absicht, dass der Jüngste der Woijacks damals nicht verdächtigt wurde.'' Darius machte eine bedeutungsvolle Pause. Wenn all das, keine Paranoia ist,haben wir es mit einer Verschwörung mit außerordenlich weitreichenden Konsequenzen zu tun. Mira die bisher schweigend der Ausführung von Darius gelauscht hatte, beschlich ein ungutes Gefühl. Wenn man die Dinge aus diesem Blickwinkel betrachtete machten auch einige andere Geschehnisse Sinn. Vorerst behielt sie diesen Gedanken jedoch für sich. Andrew und Maric stimmten Darius zu und Mira schloss sich ihnen an. Auch der Kasurugi Clan war der Ansicht von Darius und bis in die frühen Morgendstunden wurde diskutiert. Als man sich schließlich trennte konnte Maric kaum noch die Augen aufhalten. Er fiel auf seinen Futon und schlief augenblicklich ein. Mira küsste ihn auf die Stirn und hing ihren Gedanken nach,bis auch sie schließlich schlafen ging und durch das Zirpen der Grillen eingelullt, in einen tiefen traumreichen Schlaf sank.

Der nur spärlich beleuchtete Gang endete vor einer Metalltür. Mira drückte gegen das kühle Material und öffnete die Tür damit problemlos. der vor ihr liegende Raum, erstrahlte unter hellen Neonröhren. Dieser Ort erinnerte sie ein wenig an den Raum, in der Darius damals gefangen gehalten wurde. Instinktiv wusste sie jedoch, dass sie sich nicht in Paris befand. An der Wand standen weiße Schränke und die gleichfarbigen Fliesen und Deckenplatten ,die in hellgrau bezogenen Inletts auf dem einzelnen Krankenhausbett gaben dem Raum etwas steriles. Von der rechten Wand ging noch eine Tür ab ,die vermutlich in ein Badezimmer führte. Draußen auf dem Gang wurden Schritte laut. Mira machte einen Schritt zur Wand. Auch wenn sie vermutlich unsichtbar für die sich nahenden Personen war,wollte sie kein unnötiges Risiko eingehen. Die Tür öffnete sich und zwei Pfleger die einen im Rollstuhl sitzenden und irgendwie abwesend wirkenden jungen Japaner vor sich herschoben, betraten den Raum. Mira musterte sein Gesicht eingehend und stellte zu ihrer Überraschung fest, dass er Yumi sehr ähnlich sah. Danach änderte sich das Bild. Mira befand sich wieder auf dem Anwesen der Kasarugis. Ein Teil des Parks stand in Flammen und sie hörte Menschen schreien. Ein älterer Mann rannte auf sie zu und rief dabei Yumis Namen. Diese kam aus dem Haus gerannt und der Mann erzählte abgehackt und nach Atem ringend, dass ihr Bruder den Verstand verloren hätte. ,, Er ist im Pavillon auf der anderen Seite des Sees. Zuerst hat er den Park angezündet und anschließend hat er sich verschanzt.'' Yumi rief dem Mann zu dass sie die Feuerwehr bereits alarmiert hätte weilsie die Flammen bermerkt hatte und stürzte in die angegebene Richtung davon. Mira folgte ihr und wunderte sich selbst in ihrem Traum, nicht darüber, dass sie vor Yumi ankam. Der junge Mann ,an dem sie eben noch Ähnlichkeit mit der hübschen Asiatin festgestellt hatte saß zusammengesunken auf einer Bank . Yumi kam verrußt und verschwitzt durch die Tür ,sah ihren Bruder und ging langsam auf ihn zu. ,,Setsuna, bitte ...was ist denn los mit dir?'' Ihr Bruder wirkte verstört und sie war sich nicht sicher, ob er wusste wo ersich befand.,,Hörst du mich ,kleiner Bruder ? Der halbe Park steht in Flammen, wie ist das passiert? Setsuna hörst du mich?'' Ihr Bruder sah sie mit großen Augen an und wirkte dennoch in seinen Gedanken weit weg. Die Sicht änderte sich erneut und Mira sah jetzt durch die Augen Setsunas. Yumi die mit offenen Haaren vor ihm stand, die Frage in ihren großen braunen Augen. Warum sah ihr Gesicht so schwarz verschmiert aus? Er hörte das Brasseln der Flammen beinahe gleichzeitig wie das Knacken über ihn und war mit einem Schlag aus seiner Starre erwacht. Mit einem Aufschrei sprang er Yumi entgegen und riss sie von den Füßen, mit sich ins Freie. Keine Sekunde zu früh,denn splittrnd und krachend stürzte das Dach des Pavillons nach unten. Setsuna versuchte Yumi mit seinem Körper gegen die durch den Druck nach außen geschleuderten,großen Holzsplittern und den Scherben der zerborstenen Fenster zu schützen. Doch offenbar hatte er sich zu spät über sie geworfen denn an ihrer rechten Schläfe prangte eine tiefe Schnittwunde die sich bis auf die Wange zog. Ihre Augen waren gschlossen und das Gesicht unter dem Ruß war blass. Sie atmete jedoch und Setsuna schrie nach Hilfe.

Mira erwachte mit wild klopfendem Herzen, die Hitze der Flammen noch immer deutlich auf ihrer Haut spürend und musste sich zunächst einmal orientieren. Zu ihrer Erleichterung war es nur einer ihrer Träume und sie lag auf ihrem Futon im Gästehaus der Kasarugis. Sie setzte sich auf und strich sich das Haar aus der nassen Stirn. Wie spät es war vermochte sie nicht zu sagen und allmählich beruhigte sich ihr Puls. So körperlich nah , war ihr noch keiner ihrer Träume gegangen und das warf die Frage auf, wohin das noch führen sollte. Wenigstens fühlte sie sich nicht mehr soausgelaugt wie nach dem ersten Traum in San Franzisco und das, war wenigstens etwas.Dafür fühlte sich ihre Kehle an, als hätte sie tatsächlich die durchs Feuer erhitzte Luft geatmet. Sie stand auf und goss sich ein Glas Wasser ein, welches sie mit einem Zug leerte. Sie brauchte jetzt dringend Normalität und dachte an Maric. Vorsichtig öffnete sie die Schiebetür zwischen ihren Zimmern. Mira hatte darauf bestanden dass sie getrennt schliefen. Sie hatte ihm zwar ihre Gefühle gestanden doch imMoment ging die Pflicht gegenüber des Clans einfach vor und dazu, brauchte sie einen klaren Kopf. Wenn ständig Maric darin herum spukte, konnte sie das zu sehr ablenken, so dass sie vielleicht einen Fehler beging, den sie sich nicht leisten konnte weil es alles gefärden könnte, was ihr lieb und teuer war. Jetzt jedoch suchte sie seine Nähe und setzte sich zu ihm auf den Futon. Es beruhigte sie , ihn so friedlich schlafen zu sehen. Die regelmäßigen Atemzüge und das entspannte Gesicht zeigten ihr, dass wenigstens er, nicht mit Alpträumen zu kämpfen hatte. Sie horchte in sich hinein. in letzter Zeit tat sie das öfter weil es ihr einfach wichtig geworden war bei ihm nur auf ihr Herz zu hören. Alle anderen Bereiche in ihrem Leben waren durch Vernunft und Weitsicht geprägt, was ihrem eher chaotischen Wesen,kaum entsprach. Bei Maric, wollte sie sich nicht von ihrem Kopf beinflussen lassen. Schon vom ersten Moment an, hatte sie bei ihm das Gefühl, immer schon mit ihm verbunden gewesen zu sein. Er spiegelte alles wieder was sie selbst fühlte und sie konnte sich ein Leben ohne ihn, beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Er tat ihr gut und ihre Seele blühte auf. Sie spürte seine Liebe ohne das er etwas sagen musste und umgedreht war es genauso. Bestimmung oder Schicksal ,ganz egal was sie zusammengeführt hatte, Mira war dankbar für diese Fügung. Mit Maric fühlte sich alles so klar und rein an. Ohne Wenn und Aber ,ohne Kompromisse. Ganz anders als ihre Beziehung mit Alex bei dem sie stets das Gefühl suggeriert bekommen hatte, niemals sie selbst sein zu können. Was der wohl dazu zu sagen hätte war ihr völlig egal. Denn dieses Kapitel hatte sie endgültig abgeschlossen. Alex saß in sicherer Verwahrung in der Fetung der Organisation und würde sie so schnell nicht wieder behelligen. Maric war also außer Gefahr. Davon abgesehen hätte sie ihn, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt. noch einmal ließ sie den Blick liebevoll über sein Gesicht gleiten und erhob sich. Sie verließ den Raum und stellte sich unter die Dusche. es war ohnehin nicht mehr viel Zeit übrig um sich noch einmal schlafen zu legen. Sie blieb also am besten gleich wach. Das kalte Wasser vertrieb auch die Reste von müdigkeit in ihrem Körper und nachdem sie sich abgetrocknet und angekleidet hatte machte sie sich mit einem Becher Kaffee bewaffnet auf den Weg zur Veranda. Die sonne hatte den westlichen Horrizont gerade erreicht und stellte keine Gefahr mehr für ihre Haut dar. Ohnehin war sie weniger empfindlich gegen das Sonnenlicht als noch vor ein paar Monaten. Das hing sicher mit ihrer wachsenden Stärke zusammen. Darius Blut ,welches ihr damals dieses Leben schenkte, setzte nach und nach seine Kraft frei und der Prozess der nun schon über 30 Jahre dauerte schien sich mit einem Schlag zu beschleunigen. Mira dachte nicht weiter darüber nach. Was geschehen sollte, geschah sowieso. Das war bei Vampiren nicht anders als bei Menschen. Sie setzte sich in einen der Korbsessel, schluckte ihre Närstoffkapsel und genoss die Farben am Himmel. Lange blieb sie nicht allein denn Darius ,war ebenfalls bereits wach und gesellte sich zu ihr.,, Guten Abend mein Kind, ich hoffe dein Schlaf war angenehm?'' Mira verneinte dies. Sie erzählte von ihrem Traum, wie sie sich nach dem aufwachen fühlte und ließ auch nicht aus , dass Setsuna , nicht Herr seiner Sinne war und gerade noch rechtzeitig erwachte, um das Schlimmste zu verhindern. Darius hörte ihr, ohne einmal zu unterbrechen zu und erzählte ihr anschließend ,was es mit Setsuna Kasarugi auf sich hatte. Yumis Bruder war ein brillanter wenn auch frischgebackener Chirurg ,der damals gerade erst sein Studium in Europa abgeschlossen hatte. Yumi war fürchterlich stolz auf ihren kleinen Bruder und liebte ihn abgöttisch. Mira hatte genau diese Liebe auch in ihrem Traum gespürt und nickte daher zustimmend. ,,Umgekehrt war es genauso'' , fuhr Darius fort. ,,Setsuna und Yumi waren unzertrennlich. Das ist bei Zwillingen wohl meistens so'', fügte er schmunzelnd hinzu. Mira zog eine Braue fragend nach oben. Yumi hatte ihn doch kleiner Bruder genannt. Darius hielt inne und Mira stellte ihre Frage. ,, Sie ist vier Minuten früher geboren als Setsuna'' erklärte Darius. ,,Aber sie sind tatsächlich eineiige Zwillinge.'' Die Ähnlichkeit der beiden war zumindest nicht von der Hand zu weisen. ,, Nach dem Unglück im Park welches du im Traum gesehen hast, hat er all sein Können aufgebracht um das Gesicht seiner Schwester zu retten. Die Scherbe hatte ihr durch die Wucht mit der sie herausgeschleudert wurde , bis auf die Knochen geschnitten. Nerven waren durchtrennt und unter normalen Umständen hätte sie das entstellt, aber Er hat nicht aufgegeben. Schließlich hatte er ein kleines Wunder vollbracht und übrig geblieben ist nur die feine Narbe die du heute noch sehen kannst. Auch die wird eines Tages verschwunden sein, aber Setsuna wird vermutlich nie wieder operieren. Er hat sich nach dieser Tragödie verschanzt und wurde anschließend auf eigenen Wunsch eingeschlossen. Es schien als habe er Angst und gab die ganze Schuld an diesem Vorfall sich selbst. Er wollte keine Gefahr für seine Familie darstellen. Auch wenn alle dagegen waren, so kamen sie seinem Wunsch am Ende nach. Seitdem lebt er in einem eigens für ihn eingerichteten Bereich unter Sicherheitsverwahrung. Er befindet sich hier auf dem Grundstück in einer unterirdischen Anlage und nur seine Mutter darf zu ihm. Das betrübt Yumi so sehr, dass sie kaum spricht. Nur wenige dringen zu ihr durch. Andrew versucht sein Glück schon seit Jahren und gibt die Hoffnung nicht auf, obwohl es ziemlich aussichtslos ist. Er ist eben sehr hartnäckig.'' Das stimmte wohl, denn dass es ihren Ziehbruder schwer erwischt hatte sah man an seinen leuchtenten Augen, sobald sie Yumi erblickten. ,, Ich hatte das Gefühl, dass er gar nicht wirklich wusste was geschehen war, so als hätte er unter Fremdeinwirkung gestanden. Mira zuckte die Schultern, so als stünde er unter Hypnose und würde gerade aus ihre erwachen.'' ,,Das ist auf alle Fälle ein interessanter Gedanke.'' Darius erhob sich. ,, Ich werde nach dem Essen mit Ayaka sprechen. Vielleicht kann sie uns noch etwas dazu sagen. Inzwischen war auch Maric erwacht .Er hatte fantastisch geschlafen und von Mira geträumt. Gähnend räkelte er sich und stand auf. Ihr Futon war verlassen und da sie sich nicht im Zimmer befand aber Kaffeeduft in der Luft hing, würde sie wohl nicht sehr weit weg sein. Gut gelaunt spazierte er ins Badezimmer . Nachdem auch er geduscht hatte, goss er sich einen Becher mit Kaffee ein und machte sich auf die Suche nach seiner Angebeteten. Er fand sie auf der Terasse zusammen mit Darius. Er begrüßte Darius und gab Mira einen Kuss auf die Nasenspitze. Da ihm der besorgte Blick seines Chefs auffiel und Mira, irgendwie genauso ernst dreinschaute, kam er an der Frage nach dem ,,Warum'' nicht vorbei. Darius klärte ihn über Miras Traum und die neuen, sich daraus ergebenden Möglichkeiten auf. Nachdenklich fuhr sich Maric durch die Haare.,, Das klingt auf alle Fälle logisch'' ,schlussfolgerte er . ,, Allerdings ergibt sich daraus die Frage, wer ist so mächtig einen Vampir alten Blutes zu manipulieren. Das scheint mir irgendwie nach Verschwörung zu schreien. Vielleicht hat der Auftraggeber von unserem Freund Tajan seine Hände im Spiel''. Darius klopfte Maric anerkennend auf die Schulter. ,, Gut kombiniert mein Junge. Dieser Gedanke ist sehr naheliegend. Mir sind es auch ein paar tragische Zufälle zu viel. Lasst uns rüber zu Ayaka gehen. Vielleicht können wir zusammen Licht ins dunkel bringen. Wenige Minuten später saßen sie zusammen im Esszimmer und nachdem zuerst Andrew und dann auch Yumi dazugestoßen waren, wurde die Geschehnisse zusammengefasst und analysiert. Ayaka Kasarugi schwieg zunächst und hörte sich die Einzelheiten von Miras Traum und anschließend Marics Schlussfolgerung an. Mit einem Nicken symbolisierte sie ihre Zustimmung. Yumi kaute auf ihrer Unterlippe und ergriff schließlich das Wort. ,, Wir müssen mit Setsuna reden. Mutter ich werde dieses Mal mitkommen. Vielleicht sagt er ja was, wenn er die Narbe sieht und feststellt dass sie beinahe verschwunden ist. Ich komme auf jeden Fall mit.'' Auch Ayaka schien der Gedanke den ihre Tochter äußerte, zu billigen. ,,Du hast Recht mein Kind, es ist an der Zeit dass er sich endlich der Vergangenheit stellt. was immer damals geschehen ist, es könnte der Schlüssel für die gegenwärtigen Geschehnisse sein. Gleich nach dem Essen werden wir ihn aufsuchen.'' Yumi nickte dankbar und zum ersten Mal seit Mira sie kannte, stahl sich ein Lächeln in ihr Gesicht. Das Essen verlief schweigend und anschließend brachte sie ein Fahrstuhl ,welcher MIra vorher gar nicht aufgefallen war, in die unteren Gewölbe des Anwesens. Der Gang sah genauso aus ,wie Mira es in ihrem Traum gesehen hatte. Neben der Tür war ein Bedienfeld in der Wand eingelassen. Ayaka bestätigte den Code und die Tür glitt mit leisem Summen zur Seite. Setsuna saß vor einem Monitor und drehte sich nicht um. Yumi trat wortlos an ihn heran und umarmte ihn. Er erstarrte und schloss die Augen. Er erkannte den leichten Zitrusduft, der immer in der Luft lag wenn seine Schwester in der Nähe war. ,,Yumi'' flüsterte er benommen. ,,Sieh mich an,Bruder'' sagte diese und zögernd drehte er sich um, die Auen auf den Boden gerichtet.,, Sieh mir ins Gesicht, Setsuna'' Sie ging neben ihm Auf die Knie und sah ihn an. Setsuna hob den Blick und ließ ihn über ihr Kinn , Ihre Wange und schließlich bis zur Schläfe gleiten. Dann sah er ihr in die Augen. Diese großen rehbraunen Augen, die er jede Nacht im Traum sah, allerdings schreckgeweitet und in einem vom Ruß verschmierten blassen Gesicht. Nun schauten sie ihn liebevoll an und in ihnen standen Tränen. ,,Die Narbe ...sie ist kaum noch zu sehen ''. Vorsichtig strich er mit den Fingerspitzen über ihre Schläfe. Yumi lächelte glücklich. ,, Ja das ist sie und sie wird ganz verschwinden'' , Das hast du vollbracht kleiner Bruder'' Setsuna lächelte nun ebenfalls.Diese Anrede hatte er vermisst. Beinahe ehrfürchtig streichelte er Yumis Wange.

Tag der Veröffentlichung: 10.09.2015

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Alexa Winter

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